--- name: takedown-anweisung-unterlassungsverlangen description: "Rechteinhaber findet urheberrechtsverletzende Inhalte online oder erhielt selbst eine Meldung als Hostprovider. Notice-and-Take-Down §§ 7 ff. TMG/DDG DSA Art. 16. Prüfraster: Meldung an Hostprovider Stoererhaftung DSA Meldeformular Gegendarstellung. Output: Meldungs-Entwurf oder Gegendarstellungs..." --- # Notice-and-Take-Down / Meldeverfahren ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Eingaben Befehlsargument: - `--senden` + Kontext oder Pfad zur Meldungsunterlage - `--reagieren` + Pfad zur oder eingefügte eingegangene Meldung - `--gegenvorstellung` + Kontext - (kein Argument) → fragen: "Sollen wir eine Meldung senden, auf eine eingegangene reagieren oder eine Gegenvorstellung formulieren?" ## Rechtlicher Rahmen ### Kernvorschriften **Haftung des Hostproviders / Vermittlerdienstleister:** - **§ 7 Abs. 1 DDG / § 7 Abs. 1 TMG (§ 10 TMG a.F.)** — Kein Hostprovider ist verpflichtet, gespeicherte Inhalte zu überwachen; erst nach Kenntnis von konkreter Rechtsverletzung entsteht Handlungspflicht (Reaktionspflicht nach BGH-Rspr.) - **§ 10 DDG / § 10 TMG** — Haftungsprivileg für Hostprovider: Haftung erst bei Kenntnis und Nichtentfernen nach Hinweis (Notice-and-Take-Down-Mechanismus) - **Art. 16 DSA (Digital Services Act, EU 2022/2065)** — Meldeverfahren für Plattformen mit mehr als 45 Mio. monatlichen Nutzern in der EU; einheitliches Meldeformular-Format; Reaktionspflicht; Beschwerdemechanismus - **Art. 17 DSA** — Begründungspflicht der Plattform bei Inhaltsmoderation; Gegenvorstellungsrecht - **§ 97 UrhG** — Unterlassungs- und Schadensersatzanspruch bei Urheberrechtsverletzung; Grundlage für Abmahnung **Störerhaftung:** - Störerhaftung: Wer willentlich und adäquat kausal zur Rechtsverletzung eines Dritten beiträgt, haftet als Störer auf Unterlassung (nicht Schadensersatz). Prüfungspflichten müssen zumutbar sein. - **§ 8 DDG** — Durchleitungsdienstleister: kein Haftungsprivileg-Verlust bei bloßer Durchleitung; keine Überwachungspflicht **NetzDG / weitere:** - **§§ 1–3 NetzDG** — Plattformpflichten bei Hassrede und sonstigen strafbaren Inhalten; spezialgesetzliche Entfernungspflicht unabhängig vom allgemeinen Notice-and-Take-Down ### Leitentscheidungen - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ### Kommentare - Köhler, in: Köhler/Bornkamm/Feddersen, UWG, 43. Aufl. 2025, § 8 Rn. 2.1 (Unterlassungsanspruch; Störerhaftung) - Leistner/Ohst, in: Schricker/Löwenheim, UrhG, 6. Aufl. 2020, § 97 Rn. 1 (Unterlassung und Schadensersatz) - Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen. ## Ablauf ### Modus `--senden`: Meldung an Hostprovider / Plattform #### Schritt 1: Geschütztes Werk identifizieren > Um eine Meldung zu formulieren, werden folgende Angaben benötigt: > > - **Bezeichnung / Beschreibung des Werkes** — was ist es (Software, Bild, Text, Video, Audio)? > - **Rechtsinhaber** — wem gehören die Rechte? Eigentümer, ausschließlicher Nutzungsrechtinhaber, oder Auftraggeber nach § 69b UrhG (Arbeitnehmer-Softwarewerk)? > - **Nachweis der Rechtsinhaberschaft** — Urheberschaft, Lizenz, Auftrag > - **Frühere Lizenzen** — wurde die beanstandete Nutzung jemals gestattet (Vertrag, Creative-Commons-Lizenz, stillschweigende Erlaubnis)? Rechtsinhaberschaft und Verfügungsberechtigung sind die ersten Punkte, die ein Hostprovider und ein Gericht prüfen. #### Schritt 2: Verletzungsmaterial und Fundort identifizieren > - **Plattform / Diensteanbieter** — YouTube, Instagram, GitHub, Amazon, ein Webhoster etc. > - **URL(s)** — konkrete, direkte Links zum beanstandeten Inhalt > - **Beschreibung** — was ist die Verletzung (identische Kopie, wesentlich ähnlich, abgeleitetes Werk ohne Lizenz)? > - **Beweissicherung** — Screenshot mit sichtbarer URL und Zeitstempel; ggf. Web-Archivierung (archive.org) § 97 UrhG und das Notice-and-Take-Down-System verlangen hinreichend genaue Bezeichnung, damit der Diensteanbieter den Inhalt auffinden und beurteilen kann. #### Schritt 3: Zulässigkeitsprüfung (Freie Nutzung, Schranken) Vor der Meldung sind Urheberrechtsschranken zu prüfen. Eine Meldung auf schrankengemäße Nutzungen schädigt den Diensteanbieter und kann Schadensersatzansprüche (§ 826 BGB, § 97a Abs. 4 UrhG analog) auslösen. Prüfen nach §§ 44a ff. UrhG: - **§ 51 UrhG — Zitat:** Kritik, Rezension, wissenschaftliche Auseinandersetzung — legitim, wenn Zitatzweck erkennbar und Umfang verhältnismäßig - **§ 49 UrhG — Presseprivileg:** Übernahme von Tagesaktualitäten; eng begrenzt - **§ 44a UrhG — Vorübergehende Vervielfältigungen:** Technisch-funktionale Zwischenspeicherung - **§ 60a ff. UrhG — Bildung und Wissenschaft:** Unterricht, Wissenschaft, öffentliche Einrichtungen; begrenzt - **§ 24 UrhG — Freie Benutzung (aufgehoben):** Seit 7.6.2021 durch Unionsrecht ersetzt; Parodie, Karikatur, Pastiche jetzt über § 51a UrhG Wenn Schrankennutzung **wahrscheinlich oder zweifelhaft**: Entwurf stoppen, an Rechtsanwalt verweisen. Eine Meldung auf geschützte Meinungsäußerungen ist das genaue Szenario, das zu einer Gegenreaktion berechtigt. #### Schritt 4: Guter Glaube und Vertretungsberechtigung - Ist der Nutzer der Rechtsinhaber oder von ihm bevollmächtigt? - Wurde die Nutzung direkt geprüft (nicht nur aus zweiter Hand)? - Wurden bestehende Lizenzen und Gestattungen überprüft? Wenn ja auf alle Punkte: Guter Glaube ist begründbar. #### Schritt 5: Meldung formulieren Erforderliche Elemente (nach BGH-Rspr. und DSA Art. 16): 1. **Identifikation der Rechtsinhaberin** — Name, Adresse, E-Mail; Bevollmächtigter falls zutreffend 2. **Bezeichnung des geschützten Werkes** — Titel, Typ, ggf. Registrierungsnummer (Urheberrecht entsteht formfrei nach § 7 UrhG; Registrierung ist kein Anspruchsvoraussetzung) 3. **Genaue Fundort-URL(s)** des beanstandeten Inhalts 4. **Beschreibung der Verletzung** — worin konkret die Verletzung besteht 5. **Erklärung guten Glaubens** — keine Berechtigung der Nutzung durch Inhaber, seinen Bevollmächtigten oder das Gesetz 6. **Genauigkeitserklärung** — Angaben sind nach bestem Wissen zutreffend 7. **Bitte um Entfernung** DSA Art. 16 Plattformen: Meldung über das behördlich bereitgestellte Formular oder den plattformeigenen Meldepfad einreichen. Plattform ist zur Bestätigung und Begründung verpflichtet (Art. 17 DSA). #### Schritt 6: Warnhinweis vor Versand ``` ┌─────────────────────────────────────────────────────────────┐ │ VOR DEM VERSAND DIESER MELDUNG │ ├─────────────────────────────────────────────────────────────┤ │ │ │ Eine Notice-and-Take-Down-Meldung hat unmittelbare │ │ rechtliche Wirkung. Unberechtigt eingereichte Meldungen │ │ können Schadensersatzansprüche des Diensteanbieters │ │ oder des betroffenen Nutzers auslösen (§§ 823, 826 BGB; │ │ Art. 17 Abs. 8 DSA für Missbrauch des Meldeverfahrens). │ │ │ │ Vor dem Versand bestätigen: │ │ │ │ 1. Sie sind Rechtsinhaber oder bevollmächtigt. │ │ 2. Die beanstandete Nutzung ist nicht gestattet — │ │ Lizenzen, Schranken und Gestattungen wurden │ │ geprüft. │ │ 3. Schranken (§§ 44a ff. UrhG, insb. Zitat § 51, │ │ Parodie § 51a) sind nicht einschlägig. │ │ 4. Die versendende Person hat Genehmigung gemäß │ │ Mandatsprofil. │ │ │ │ Genehmigung gemäß Mandatsprofil: [Genehmigende Person] │ │ │ └─────────────────────────────────────────────────────────────┘ ``` ### Modus `--reagieren`: Eingegangene Meldung triagieren Der eigene Inhalt wurde von einer Plattform entfernt oder ein Diensteanbieter hat eine Meldung übermittelt. #### Schritt 1: Meldung lesen Extrahieren: - **Absender** — Entität, Unterzeichner, ggf. anwaltliche Vertretung - **Diensteanbieter** — welche Plattform hat informiert? - **Beanstandetes Werk** — was behauptet der Absender als sein Recht? - **Unser Inhalt** — welche URL(s) / welcher Inhalt wurde beanstandet? - **Datum** der Meldung und ggf. Entfernung - **Formelle Vollständigkeit** — enthält die Meldung alle erforderlichen Elemente? (Fehler erhöhen die Möglichkeit einer Gegenvorstellung) #### Schritt 2: Bewertung - **Liegt eine Lizenz vor?** Vertraglich, stillschweigend, Creative Commons, vorherige Einigung - **Greift eine Schranke?** Zitat (§ 51 UrhG), Parodie/Pastiche (§ 51a UrhG), Bildung (§ 60a ff. UrhG) - **Hat die Meldung formelle Mängel?** Fehlende Elemente, fehlende Genehmigungserklärung, unklare Rechtsinhaberschaft? Mangelhafte Meldungen sind keine ordnungsgemäßen Meldungen; die Plattform darf trotzdem handeln — aber das Durchsetzungsrisiko des Absenders steigt. - **Hat die Plattform ordnungsgemäß reagiert?** Wurde uns nach Art. 17 DSA eine Begründung übermittelt? - **Absender-Glaubwürdigkeit:** Wiederholte Meldungen auf vergleichbare Inhalte? Erkennbares Muster von Overblocking? #### Schritt 3: Vier Optionen präsentieren **A — Entfernung akzeptieren** - Wenn: Meldung berechtigt oder Aufwand des Widerspruchs unverhältnismäßig - Abwägung: Inhalt bleibt offline; SEO-Effekt; Sperren-Konto-Risiko bei Plattformen mit Wiederholungssystem - Nächster Schritt: Vorgang dokumentieren; keine Gegenvorstellungs-Frist versäumen **B — Gegenvorstellung einlegen** - Wenn: guter Glaube, dass Inhalt rechtmäßig war — Lizenz, Schranke, fehlendes Eigentumsrecht des Absenders - Abwägung: Inhalt bleibt gesperrt bis Plattform entscheidet; bei DSA: Beschwerdemechanismus (Art. 20) und außergerichtliche Beilegung (Art. 21) verfügbar; Eskalationsrisiko - Nächster Schritt: `/gewerblicher-rechtsschutz:takedown-anweisung --gegenvorstellung` **C — Absender direkt kontaktieren** - Wenn: Spielraum für einvernehmliche Lösung (Lizenzierung, Namensnennung, Teilentfernung) - Abwägung: Inhalt bleibt gesperrt während der Gespräche; Vertraulichkeit von Verhandlungen beachten (§ 278 ZPO-Analogie) - Nächster Schritt: Anschreiben an Absender; Gegenvorstellung bis Einigung zurückstellen **D — Ignorieren / auf anderem Weg verfolgen** - Wenn: Schaden gering, kein Interesse an Gerichtsstand-Einräumung, Absender separat adressieren - Abwägung: Inhalt bleibt gesperrt; § 97 UrhG kann ggf. beim Absender selbst geltend gemacht werden bei unberechtigter Meldung Empfehlung mit zwei Sätzen Begründung. #### Schritt 4: Triagierungsvermerk schreiben ```markdown [ARBEITSERGEBNIS-KOPFZEILE] ### Eingegangene Meldung — Triagierung **Kurzzeichen:** [kurzzeichen] **Eingegangen:** [JJJJ-MM-TT] **Plattform:** [Name] ## Die Meldung **Absender:** [Entität, Unterzeichner, Anwaltsbüro falls vorhanden] **Beanstandetes Werk:** [Titel, Beschreibung] **Unser Inhalt:** [URLs / Identifikatoren] **Datum der Entfernung:** [JJJJ-MM-TT] **Formelle Vollständigkeit der Meldung:** [ja / nein — fehlende Elemente auflisten] ## Bewertung **Lizenz / Genehmigungscheck:** [Ergebnis] **Schrankenprüfung (§§ 51, 51a, 60a ff. UrhG):** [Ergebnis — jede Schranke + Schluss; `[SME VERIFIZIEREN]`] **Formelle Mängel der Meldung:** [Liste oder keine] **DSA-Begründung durch Plattform:** [erhalten / nicht erhalten] **Absender-Glaubwürdigkeit:** [Einschätzung] ## Optionen ### A. Entfernung akzeptieren ### B. Gegenvorstellung ### C. Absender kontaktieren ### D. Ignorieren **Empfehlung:** [A/B/C/D] — [zwei Sätze] — `[SME VERIFIZIEREN: Anwalt bestätigt vor Ausführung]` ## Fristen - **Beschwerdefrist DSA Art. 20:** 6 Monate nach Entscheidung der Plattform - **Außergerichtliche Beilegung DSA Art. 21:** Verfügbar bei nicht-gütlicher Einigung - **Vertragliche Fristen mit Plattform:** [prüfen] ## Sofortmaßnahmen - [ ] Beweissicherung des beanstandeten Inhalts durchgeführt — [ja/nein] - [ ] Geschäftliche Auswirkung bewertet — [ja/nein] - [ ] Mandat im Verlaufsprotokoll erfasst — [ja/nein/TBD] - [ ] Rechtsanwalt beauftragt — [wer] ``` ### Modus `--gegenvorstellung`: Gegenvorstellung an Plattform #### Schritt 1: Voraussetzungen prüfen - Inhalt wurde aufgrund einer Meldung (nicht aufgrund von AGB-Verstoß) entfernt - Es besteht guter Glaube, dass die Entfernung unberechtigt war (Lizenz, Schranke, fehlende Rechtsinhaberschaft des Absenders) - Entscheidung wurde bewusst getroffen — nicht reaktiv #### Schritt 2: Gegenvorstellung formulieren Erforderliche Elemente: 1. **Identifikation des betroffenen Inhalts** — URL des entfernten Inhalts 2. **Erklärung des guten Glaubens** — Inhalt war rechtmäßig, weil: [Lizenz / Schranke / fehlendes Recht des Absenders] 3. **Begründung** — konkrete Darlegung 4. **Antrag auf Wiederherstellung** 5. **Kontaktdaten** Bei DSA-Plattformen: Beschwerdemechanismus nach Art. 20 DSA nutzen; ggf. außergerichtliche Streitbeilegung nach Art. 21 DSA. #### Schritt 3: Warnhinweis vor Versand ``` ┌─────────────────────────────────────────────────────────────┐ │ VOR DEM VERSAND DIESER GEGENVORSTELLUNG │ ├─────────────────────────────────────────────────────────────┤ │ │ │ Eine Gegenvorstellung bestreitet die Berechtigung │ │ der ursprünglichen Meldung und kann den Absender zu │ │ rechtlichen Schritten veranlassen. │ │ │ │ • Bei Eskalation durch den Absender: Klage auf │ │ Unterlassung oder Schadensersatz nach § 97 UrhG │ │ möglich. │ │ │ │ • DSA Art. 20: Beschwerde bei Plattform möglich. │ │ Art. 21: Außergerichtliche Streitbeilegung verfügbar. │ │ │ │ Vor dem Versand bestätigen: │ │ 1. Guter Glaube besteht — Lizenz, Schranke oder │ │ fehlendes Recht des Absenders ist konkret │ │ benennbar. │ │ 2. Anwalt hat diese Gegenvorstellung vor dem │ │ Versand geprüft. │ │ 3. Genehmigung gemäß Mandatsprofil liegt vor. │ │ │ │ Genehmigung gemäß Mandatsprofil: [Genehmigende Person] │ │ │ └─────────────────────────────────────────────────────────────┘ ``` ## Beispiel **Eingabe:** `/gewerblicher-rechtsschutz:takedown-anweisung --senden` — Fotograf meldet unerlaubte Nutzung seines Fotos auf einer Nachrichtenwebsite. **Auszug Meldungsentwurf:** > An: [Name Diensteanbieter / Hostprovider] > Betreff: Meldung einer Urheberrechtsverletzung nach § 7 Abs. 2 DDG > > Sehr geehrte Damen und Herren, > > ich bin Rechtsinhaber / bevollmächtigte Vertreterin für folgendes urheberrechtlich geschütztes Werk: > Fotografie "[Bildtitel]", aufgenommen am [Datum], Urheber [Name] (§ 7 UrhG). > > Dieses Werk wird auf Ihrer Plattform ohne Genehmigung genutzt unter: > [URL] > > Die Nutzung ist weder durch mich noch durch Dritte gestattet. Schranken nach §§ 44a ff. UrhG greifen nach Prüfung nicht ein. Ich bitte um unverzügliche Entfernung des genannten Inhalts. > > Ich erkläre nach bestem Wissen und Gewissen, dass die vorstehenden Angaben zutreffend sind und ich berechtigt bin, im Namen des Rechtsinhabers zu handeln. > > [Kontaktdaten / Unterschrift] ## Risiken und typische Fehler - **Schrankenprüfung versäumen:** Meldungen auf zitiergeschützte Kritik, Parodien oder Unterrichtsmaterial sind unzulässig und können Gegenansprüche auslösen. - **Unklare Rechtsinhaberschaft:** Meldung ohne Nachweis der Berechtigung scheitert beim Hostprovider und erzeugt Haftungsrisiken. - **DSA-Pflichten übersehen:** Große Plattformen (Very Large Online Platforms nach Art. 33 DSA) sind zu förmlichen Reaktionen und Begründungen verpflichtet; diese Pflichten können eingefordert werden. - **Gegenvorstellung ohne Anwaltsrat:** Die Gegenvorstellung bestreitet die Meldung; eine unbegründete Gegenvorstellung kann zur eigenen Unterlassungsklage führen. - **NetzDG-Spezialregeln vergessen:** Bei Hassrede und strafbaren Inhalten gelten §§ 1–3 NetzDG mit eigenem Melde- und Entfernungsregime. ## Quellenpflicht Alle Aussagen zu Haftung, Schranken und Verfahren müssen belegbar sein: - **Gesetze:** §§ 7, 10 DDG (entspr. TMG); §§ 51, 51a, 97 UrhG; Art. 16, 17, 20, 21 DSA; §§ 1–3 NetzDG - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - **Kommentar:** Spindler/Schuster eMedienR oder Köhler/Bornkamm/Feddersen UWG mit § und Randnummer - Modellannahmen als `[Modellwissen — verifizieren]` kennzeichnen. ## Triage-Fragen vor Takedown Bevor der Takedown ausgeloest wird, klaere: 1. Liegt eine klare Rechtsverletzung vor oder handelt es sich um Kritik/Parodie/Satire (urheberrechtliche Schranke)? 2. Ist der Rechteinhaber klar identifiziert und ist der Einreicher zur Meldung berechtigt? 3. Ist die Plattform eine Very Large Online Platform (VLOP) nach DSA Art. 33 (Pflicht zu foermlicehem Notice-and-Action-Verfahren)? 4. Wurde das NetzDG geprueft (§§ 1-3 NetzDG) für strafbare Inhalte mit eigenen Loeschfristen? ## Aktuelle Rechtsprechung > Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. > Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. > **DSA (EU) 2022/2065, Art. 16/17 (Digital Services Act):** Hosting-Dienstleister muessen wirksame und zugaengliche Melde- und Abhilfemechanismen einrichten; bei VLOP gelten verstaerkte Transparenz- und Reaktionspflichten; Verstoss kann zu Bussgeldern bis 6 % des globalen Jahresumsatzes fuehren.