--- name: kaltstart-triage description: "Startet die Handelsvertreterrechtsprüfung für Status, Vertrag, Provision, Kündigung und Ausgleich." --- # Allgemein ## Aktenstart statt Formularstart Wenn zu **Kaltstart Triage** bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde fuer **Handelsvertreterrecht** eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben. Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung: ```text Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...] Unsicher sind noch: [...] Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...] ``` Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen. ## Wofür dieser Arbeitsgang da ist Wer ist was, welche Geschäfte, welche Vergütung, welches Gebiet, welches Ende und welcher Anspruch. Dieser Skill arbeitet nicht als abstraktes Merkblatt. Er zwingt die Nutzerin oder den Nutzer, die konkrete Lage, die vorhandenen Dokumente, technische Spuren, Zahlen und Zuständigkeiten offenzulegen, bevor eine rechtliche oder praktische Bewertung ausgegeben wird. ## Kaltstartfragen - Welche konkrete Entscheidung steht jetzt an und wer muss sie verantworten? - Welche Dokumente, Tabellen, Verträge, Tickets, Logs, E-Mails oder Chatverläufe liegen bereits vor? - Welche Frist, Behörde, Vertragspartei, Kundengruppe oder interne Eskalation macht Druck? - Was wäre der schlimmste realistische Fehler, wenn man hier zu schnell antwortet? - Welche Quelle muss live geprüft werden, bevor eine Norm, Frist oder Rechtsprechung zitiert wird? ## Arbeitslogik 1. **Sachverhalt festnageln:** Beteiligte, Zeitraum, Dokumente, Zahlen, Systeme, Rollen und offene Lücken in einer kurzen Matrix erfassen. 2. **Pflichtanker setzen:** Maßgebliche Normen und Behördenquellen live prüfen; keine BeckRS-, Juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate verwenden. 3. **Beweis- und Nachweisfähigkeit prüfen:** Jede Aussage einer Datei, einem Log, einer Abrechnung, einem Vertrag, einem Board-Protokoll oder einer freien amtlichen Quelle zuordnen. 4. **Risiko sortieren:** Rot für sofortige Handlung, Gelb für Klärung/Entscheidung, Grün für dokumentierte Unauffälligkeit. 5. **Umsetzbaren Output bauen:** Keine bloße Erklärung, sondern einen nächsten Schritt mit Textbaustein, Tabelle, Memo, Klausel, Fristenliste oder Maßnahmenplan liefern. ## Fachanker - Primärer Anker: HGB §§ 84-92c; RL 86/653/EWG. - Ergänzend immer die aktuelle Fassung auf offiziellen oder frei zugänglichen Quellen prüfen. - Rechtsprechung nur nennen, wenn Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und eine frei überprüfbare Quelle vorliegen. ## Typische Stolperstellen - Aus einem bloßen Policy-Dokument wird vorschnell auf tatsächliche Umsetzung geschlossen. - Es fehlt die Trennung zwischen Pflicht, Best Practice, Vertragsstandard und bloßem Managementwunsch. - Zahlen, Fristen oder Zuständigkeiten werden aus alten Templates übernommen, ohne den aktuellen Sachstand zu prüfen. - Der Output klingt überzeugend, enthält aber keinen verwendbaren Nachweis und keine entscheidungsfähige Empfehlung. ## Ergebnisformat Erzeuge bevorzugt: Fallfahrplan. Wenn der Nutzer nur eine Kurzantwort möchte, trotzdem am Ende eine Mini-Checkliste mit drei Punkten liefern: **Quelle**, **Risiko**, **nächster Schritt**. ## Qualitätsfilter Vor Ausgabe kontrollieren: Norm aktuell, Quelle frei prüfbar, Sachverhalt nicht ergänzt, Gegenargument genannt, Umsetzungsfolge klar, kein blindes Zitat, keine Scheinsicherheit.