--- name: gruppen-schriftsatz-brief-und-memo-bausteine description: "Gruppen: Schriftsatz-, Brief- und Memo-Bausteine im Insolvenzplan und StaRUG: fachlich vertieftes Modul mit Normenradar (InsO/StaRUG/Planrecht), Tatbestands-/Beweislastmatrix, Fristen- und Formcheck, Gegenargumenten, Fehlerbremse und direkt nutzbarem Arbeitsprodukt im Insolvenzplan Starug Planwer..." --- # Gruppen: Schriftsatz-, Brief- und Memo-Bausteine ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: StaRUG §§ 1, 29, 31, 39, 49-55, 84, 102, IDW S 6, IDW S 11, InsO § 270; StaRUG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachlicher Kern — Insolvenz- und Sanierungsrecht - **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Gruppen: Schriftsatz-, Brief- und Memo-Bausteine` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind. - **Normenradar:** InsO §§ 1, 13, 15a, 17, 18, 19, 21, 38 ff., 47, 49 ff., 55, 80, 103 ff., 129-147, 165 ff., 217 ff., 270 ff., 343; StaRUG; COVInsAG/Übergangsrecht nur bei Altzeiträumen; SGB III § 165. - **Verifizierte Anker:** BGH, Urteil vom 10.02.2005 - IX ZR 211/02 (Grenzen § 133 InsO bei Zwangsvollstreckung/verschlepptem Antrag als Klassiker); ausländische Verfahren: § 343 InsO Anerkennung, kein deutsches Chapter-15-Verfahren, häufig inzidente Prüfung durch Register, Grundbuch, Prozessgericht und Banken. - **Arbeitsmodus:** Zuerst Insolvenzgrund, Frist, Organpflicht, Verfahrensstand, Sicherheiten, Massebezug und Anfechtungszeitraum klären; dann Sanierungsfähigkeit, Plan/StaRUG, Haftung und Dokumentationsschutz. - **Outputpflicht:** Krisenzeitachse, Liquiditätsstatus, Anfechtungsmatrix, Sicherheitenradar, IDW-S6-/Sanierungscheck, Register-/Grundbuch-Nachweispaket oder Schriftsatzbaustein. - **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen. ## Spezialwissen: Gruppen: Schriftsatz-, Brief- und Memo-Bausteine - **Normen-/Quellenanker:** StaRUG. ## Fallweichen Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern: 1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber? 2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden? 3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch? 4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt? 5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage? ## Arbeitsworkflow 1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen. 2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Gruppen** prüfen. 3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen. 4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben. 5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist. ## Gruppen-/Klassenbildung — Standardstruktur - **InsO § 222 InsO Gruppenbildung:** - Abs. 1: Forderungen mit gleicher Rechtsstellung in einer Gruppe; - Abs. 2: Aufteilung nur bei sachlicher Rechtfertigung (z. B. Banken vs. Lieferanten vs. Kleinforderungen); - typische Gruppen: Absonderungsberechtigte (Banken), Insolvenzforderungen ungesichert, Kleinforderungen (häufig <1.500 EUR Pauschalzahlung), Arbeitnehmerforderungen, nachrangige Forderungen, Anteilsinhaber. - **StaRUG § 9 StaRUG Klassenbildung:** Vergleichbar zu § 222 InsO; Klassen müssen wirtschaftlich vergleichbare Rechtspositionen enthalten; auch hier sachliche Rechtfertigung für Aufspaltung. - **Mehrheits-Engineering:** Gruppen so bilden, dass Mehrheit erreichbar; aber: zu feine Aufspaltung führt zu § 250 InsO-Versagung und Bestätigungsrisiko. - **Pflicht-Information § 230 InsO bzw. § 17 StaRUG:** Vor Plan-Abstimmung schriftliche Information über Inhalt und Folgen — Verstöße führen zu Anfechtung der Abstimmung. - **Schriftsatz-Bausteine:** - Antrag auf Bestätigung: Bezugnahme auf Plan und Abstimmungsergebnis. - Stimmrechtsantrag bei bestrittenen Forderungen: § 77 InsO mit Schätzung und Begründung. - Cram-Down-Antrag § 245 InsO / §§ 26 ff. StaRUG: Best-Interest-Test, Priorität-Test. - **Praxis:** Gruppenbildung im darstellenden Teil ausführlich begründen — Argumentationskette wird im Bestätigungsverfahren geprüft.