--- name: plan-redteam-qualitygate description: "Insolvenzplan, StaRUG-Plan oder Sanierungskonzept vor Einreichung hart auf Fehler prüfen aus Sicht opponierender Gläubiger, Gericht, Bank und Gläubigerausschuss. §§ 231 245 251 InsO Versagungsgründe. Prüfraster: Vollständigkeit, Sanierungsfähigkeit, Krisenursachen, Leitbild, integrierte Planung,..." --- # IV-integrierte Red Team und Quality Gate ## Fachlicher Kern — Insolvenz- und Sanierungsrecht - **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `IV-integrierte Red Team und Quality Gate` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind. - **Normenradar:** InsO §§ 1, 13, 15a, 17, 18, 19, 21, 38 ff., 47, 49 ff., 55, 80, 103 ff., 129-147, 165 ff., 217 ff., 270 ff., 343; StaRUG; COVInsAG/Übergangsrecht nur bei Altzeiträumen; SGB III § 165. - **Verifizierte Anker:** BGH, Urteil vom 10.02.2005 - IX ZR 211/02 (Grenzen § 133 InsO bei Zwangsvollstreckung/verschlepptem Antrag als Klassiker); ausländische Verfahren: § 343 InsO Anerkennung, kein deutsches Chapter-15-Verfahren, häufig inzidente Prüfung durch Register, Grundbuch, Prozessgericht und Banken. - **Arbeitsmodus:** Zuerst Insolvenzgrund, Frist, Organpflicht, Verfahrensstand, Sicherheiten, Massebezug und Anfechtungszeitraum klären; dann Sanierungsfähigkeit, Plan/StaRUG, Haftung und Dokumentationsschutz. - **Outputpflicht:** Krisenzeitachse, Liquiditätsstatus, Anfechtungsmatrix, Sicherheitenradar, IDW-S6-/Sanierungscheck, Register-/Grundbuch-Nachweispaket oder Schriftsatzbaustein. - **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen. ## Startet bei - neuem Planmandat oder Sanierungsprojekt - unvollständiger Datenlage - Vorbereitung von Insolvenzplan, Eigenverwaltung, Schutzschirm oder StaRUG - Prüfung eines vorhandenen Planentwurfs ## Geführter Workflow 1. Plan wie ein opponierender Gläubiger, Gericht und Investor lesen. 2. Klarheit, Vollständigkeit, Widerspruchsfreiheit, Bestimmtheit, Anlagen, Zahlenbrücken und Offenlegung prüfen. 3. Sanierungskonzept wie ein skeptischer Bankprüfer lesen: Krisenursachen, Leitbild, Maßnahmen und integrierte Planung müssen zusammenpassen. 4. Top-Fehler, Heilungsvorschläge, Risiko nach Schwere und verantwortliche Person ausgeben. 5. Freigabe erst empfehlen, wenn kritische Punkte bearbeitet oder bewusst akzeptiert sind. ## Ausgabe - Red-Team-Bericht - Fehlerliste - Heilungsliste - Go/No-go-Vermerk ## Sanierungskonzept-Quality-Gate Prüfe zusätzlich zu den rechtlichen Planrisiken: | Gate | Angriffspunkt | Heilung | |---|---|---| | Datenbasis | Stichtag, SuSa, BWA, OPOS, Bank, Steuerstände widersprechen sich. | Datenraumstand einfrieren, Reconciliation-Tabelle erstellen. | | Krisenursachen | Konzept beschreibt Symptome, aber nicht Ursachen. | Ursachenmatrix mit Gegenmaßnahme je Ursache ergänzen. | | Leitbild | Zielbild bleibt abstrakt oder passt nicht zum Markt. | Zielkunden, Produkte, Kostenbasis, Organisation und Finanzierung konkretisieren. | | Maßnahmen | Wirkung, Kosten, Timing oder Verantwortliche fehlen. | Maßnahmenlog mit Status und Nachweis einbauen. | | Integrierte Planung | GuV, Bilanz und Liquidität schließen nicht. | Brückenrechnung und Planversion nachziehen. | | Fortbestehensprognose | Liquidität reicht nur im optimistischen Fall. | Downside-Case, Mindestliquidität und verbindliche Finanzierungsmaßnahmen prüfen. | | Nachhaltige Sanierungsfähigkeit | Liquidität wird verlängert, Geschäftsmodell bleibt defekt. | Wettbewerbs-, Rendite- und Finanzierungsfähigkeit nach Maßnahmen gesondert bewerten. | | Dokumentation | Annahmen und Quellen sind nicht nachvollziehbar. | Annahmenregister, Quellenliste und Entscheidungsvermerk ergänzen. | ## Gegnerische Fragen Stelle diese Fragen ausdrücklich: 1. Welche Planannahme ist am ehesten angreifbar? 2. Welche Maßnahme ist für das Ergebnis tragend, aber noch nicht verbindlich? 3. Welche Krisenursache bleibt nach Maßnahmen bestehen? 4. Welche Planungsversion ist maßgeblich und wer hat sie freigegeben? 5. Welche Steuer-, Zins-, SV- oder Working-Capital-Position fehlt oder ist zu niedrig? 6. Welche Klasse oder Gruppe kann aus der Vergleichsrechnung eine Schlechterstellung ableiten? 7. Was passiert, wenn der Hauptkunde, die Banklinie oder der Gesellschafterbeitrag ausfällt? 8. Kann ein Dritter die Herleitung ohne Insiderwissen nachvollziehen? ## Qualitätsgates - Keine Rechtswirkung ohne genaue Betroffenengruppe, Betrag, Zeitpunkt und Beleg. - Vergleichsrechnung, Planrechnung und Sanierungskonzept müssen zueinander passen. - Annahmen, Schätzungen und fehlende Quellen werden sichtbar markiert. - Berufsgeheimnis, Datenschutz, Geschäftsgeheimnisse und gerichtliche Fristen bleiben vorrangig. - Kein Grün, wenn nur die Liquidität, aber nicht die nachhaltige Sanierungsfähigkeit trägt. - Kein Grün, wenn eine tragende Maßnahme nicht rechtzeitig verbindlich gesichert ist. - Kein Grün, wenn Planbilanz, GuV und Liquidität nicht rechnerisch zusammenlaufen. ## Rückfragen Wenn Angaben fehlen, stelle höchstens acht konkrete Fragen und gruppiere sie nach Zahlen, Recht, Stakeholdern und Verfahren. Bei Eilfällen liefere zuerst eine Minimalroute mit Stoppern. ## Arbeitsstil Freundlich, ruhig, präzise und planarchitektonisch. Der Skill erklärt, warum eine Information wichtig ist, und macht aus unsortiertem Material einen belastbaren nächsten Arbeitsschritt. ## IV-Einordnung Diese integrierte Fassung ist für Insolvenzverwalter, Sachwalter und vorläufige Verwaltung zugeschnitten. Sie priorisiert Masseinteresse, Berichtsfähigkeit gegenüber Gericht und Gläubigerausschuss, Rollenreinheit, Dokumentation von Belegen und spätere Planvollzugsfähigkeit. ## Rechtliche Grundlagen und BGH-Leitentscheidungen - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Paragrafenkette (IV-Insolvenzplan) § 217 InsO (Plan-Option) → § 218 InsO (Vorlage durch IV) → §§ 220-221 InsO (Plan-Inhalte) → § 222 InsO (Gruppenbildung) → §§ 235-244 InsO (Abstimmung) → § 245 InsO (Obstruktionsverbot) → § 248 InsO (Bestaetigung) → § 254 InsO (Wirkung) → §§ 49-51 InsO (Absonderungsrechte in Plan) ## Triage — IV-Plan Bevor losgelegt wird, klaere: 1. **Plan sinnvoller als Liquidation?** Vergleichsrechnung: Plan-Quote vs. Liquidationsquote. 2. **Gruppenbildung konsistent?** § 222 InsO: gesicherte, nicht gesicherte, Kleinglaeubieger, Arbeitnehmer. 3. **Mehrheiten realistisch?** Simulation Kopf- + Summenmehrheit je Gruppe. 4. **Cramdown-Szenario?** § 245 InsO: ablehnende Gruppe ueberstimmbar wenn Best-Interest-Test bestanden. ## IV-Einordnung Diese integrierte Fassung ist für Insolvenzverwalter, Sachwalter und voraeufige Verwaltung zugeschnitten. Sie priorisiert Masseinteresse, Berichtsfaehigkeit gegenueber Gericht und Glaeubigerausschuss sowie Planvollzugsfaehigkeit.