--- name: plan-sanierungskonzept-sicherheiten description: "Sanierungskonzept als wirtschaftliche Grundlage für Insolvenzplan oder StaRUG erstellen oder prüfen. §§ 220 229 InsO §§ 6 14 StaRUG Fortbestehensfähigkeit. Prüfraster: Unternehmenslage, Krisenstadium, Krisenursachen, Leitbild, Maßnahmenpakete, Stakeholderbeiträge, integrierte GuV-/Bilanz-/Liquidi..." --- # Sanierungskonzept für Insolvenzplan und StaRUG ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachlicher Kern — Insolvenz- und Sanierungsrecht - **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Sanierungskonzept für Insolvenzplan und StaRUG` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind. - **Normenradar:** InsO §§ 1, 13, 15a, 17, 18, 19, 21, 38 ff., 47, 49 ff., 55, 80, 103 ff., 129-147, 165 ff., 217 ff., 270 ff., 343; StaRUG; COVInsAG/Übergangsrecht nur bei Altzeiträumen; SGB III § 165. - **Verifizierte Anker:** BGH, Urteil vom 10.02.2005 - IX ZR 211/02 (Grenzen § 133 InsO bei Zwangsvollstreckung/verschlepptem Antrag als Klassiker); ausländische Verfahren: § 343 InsO Anerkennung, kein deutsches Chapter-15-Verfahren, häufig inzidente Prüfung durch Register, Grundbuch, Prozessgericht und Banken. - **Arbeitsmodus:** Zuerst Insolvenzgrund, Frist, Organpflicht, Verfahrensstand, Sicherheiten, Massebezug und Anfechtungszeitraum klären; dann Sanierungsfähigkeit, Plan/StaRUG, Haftung und Dokumentationsschutz. - **Outputpflicht:** Krisenzeitachse, Liquiditätsstatus, Anfechtungsmatrix, Sicherheitenradar, IDW-S6-/Sanierungscheck, Register-/Grundbuch-Nachweispaket oder Schriftsatzbaustein. - **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen. ## Startet bei - neuem Planmandat oder Sanierungsprojekt - unvollständiger Datenlage - Vorbereitung von Insolvenzplan, Eigenverwaltung, Schutzschirm oder StaRUG - Prüfung eines vorhandenen Planentwurfs ## Geführter Workflow 1. **Auftrag und Verwendungszweck klären:** Wer braucht das Konzept, wofür, mit welchem Stichtag und welcher Verbindlichkeit? 2. **Unternehmenslage erfassen:** rechtliche Struktur, wirtschaftliche Ausgangslage, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Steuer-/SV-Risiken, Datenstand. 3. **Krisenstadium und Krisenursachen trennen:** Symptome nicht mit Ursachen verwechseln; Liquiditätsdruck, Ergebniskrise und strategische Krise getrennt darstellen. 4. **Leitbild des sanierten Unternehmens formulieren:** Zielgeschäftsmodell, Marktposition, Ertragslogik, Organisation, Finanzierung und Risikoprofil. 5. **Maßnahmenpakete bauen:** Maßnahme, Ursache, Eigentümer, Kosten, Wirkung, Timing, Abhängigkeiten, Belegstatus. 6. **Integrierte Planung anbinden:** GuV, Bilanz und Liquidität müssen rechnerisch geschlossen sein; reine Cash-Sicht reicht nicht. 7. **Sanierungsfähigkeit bewerten:** positive Fortbestehensprognose plus nachhaltige Wettbewerbs- und Renditefähigkeit. 8. **Dokumentation herstellen:** Quellen, Annahmen, Rechenwege, Planversionen und offene Punkte so dokumentieren, dass Dritte den Arbeitsstand nachvollziehen können. ## Ausgabe - Sanierungskonzept-Gliederung - Maßnahmenplan - Plausibilitäts- und Lückenliste - Management Summary - Datenanforderung - Red-Team-Fragen für Gericht, Gläubigerausschuss, Banken und opponierende Gläubiger ## Gliederung für das Konzept 1. Auftrag, Stichtag, Rolle und Verwendungszweck. 2. Kurzfazit mit Go/Conditional Go/No-go. 3. Unternehmensprofil und Datenbasis. 4. Aktuelle Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. 5. Insolvenzrechtliche Lage: §§ 17, 18, 19 InsO, Antragspflichten, Zahlungsverbote. 6. Krisenstadium und Krisenursachen. 7. Leitbild des sanierten Unternehmens. 8. Maßnahmenprogramm mit Verantwortlichen, Timing, Kosten und Wirkung. 9. Integrierte Planung: GuV, Bilanz, Liquidität, Working Capital, Finanzierung. 10. Szenarien, Sensitivitäten und Mindestliquidität. 11. Stakeholderbeiträge und rechtliche Umsetzung. 12. Ergebnis zur Sanierungsfähigkeit. 13. Monitoring, Covenants, Berichtstakt und Planvollzug. 14. Anlagen-, Quellen- und Annahmenregister. ## Leitbild und Maßnahmen verzahnen Das Leitbild muss so konkret sein, dass jede Maßnahme daran gemessen werden kann: - Welche Produkte oder Dienstleistungen bleiben Kern des sanierten Geschäfts? - Welche Kunden, Regionen und Vertriebskanäle tragen den Plan? - Welche Kostenbasis und welche Marge sind nach der Sanierung erreichbar? - Welche Organisation, Geschäftsleitung, IT und Kontrolle sind erforderlich? - Welche Finanzierung und Kapitalstruktur trägt das Zielbild? - Welche Abhängigkeiten oder Transformationsrisiken bleiben? Maßnahmen ohne Bezug zu Krisenursache und Leitbild werden als `nicht tragend` markiert. ## Integrierte Planung als Pflichtbrücke Das Konzept muss seine Maßnahmen in Zahlen übersetzen: - **GuV:** Umsatz, Rohertrag, Personal, sonstige Kosten, Zinsen, Steuern, Ergebnis. - **Bilanz:** Working Capital, Anlagevermögen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten, Eigenkapital. - **Liquidität:** direkte Ein- und Auszahlungen, Linien, Tilgungen, Mindestliquidität, Engpassmonate. - **Brücken:** Jahresergebnis ins Eigenkapital, Working Capital in Cashflow, Finanzierungsmaßnahmen in Bilanz und Zinslast. - **Szenarien:** Base Case plus plausible Downside; bei hoher Unsicherheit zusätzliche Sensitivität zu Umsatz, Marge, Forderungseinzug, Maßnahmenverzug. Bei kleineren Unternehmen ist eine schlankere Darstellung zulässig. Die Kernlogik bleibt aber erhalten: Ausgangslage, Ursachen, Leitbild, Maßnahmen, integrierte Planung, Ergebnis und Dokumentation. ## Qualitätsgates - Keine Rechtswirkung ohne genaue Betroffenengruppe, Betrag, Zeitpunkt und Beleg. - Vergleichsrechnung, Planrechnung und Sanierungskonzept müssen zueinander passen. - Annahmen, Schätzungen und fehlende Quellen werden sichtbar markiert. - Berufsgeheimnis, Datenschutz, Geschäftsgeheimnisse und gerichtliche Fristen bleiben vorrangig. - Positive Fortbestehensprognose nicht mit voller Sanierungsfähigkeit verwechseln. - Einmalige Liquiditätshilfe nicht als nachhaltige Sanierung behandeln. - Steuer-, Sozialversicherungs-, Zins- und Working-Capital-Effekte nicht aus der Planung herauslassen. - Maßnahmen nur als tragend werten, wenn Status, Verantwortlicher, Zeitpunkt und Nachweis erkennbar sind. ## Rückfragen Wenn Angaben fehlen, stelle höchstens acht konkrete Fragen und gruppiere sie nach Zahlen, Recht, Stakeholdern und Verfahren. Bei Eilfällen liefere zuerst eine Minimalroute mit Stoppern. ## Arbeitsstil Freundlich, ruhig, präzise und planarchitektonisch. Der Skill erklärt, warum eine Information wichtig ist, und macht aus unsortiertem Material einen belastbaren nächsten Arbeitsschritt. ## Rechtliche Grundlagen und BGH-Leitentscheidungen - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Paragrafenkette (IV-Insolvenzplan) § 217 InsO (Plan-Option) → § 218 InsO (Vorlage durch IV) → §§ 220-221 InsO (Plan-Inhalte) → § 222 InsO (Gruppenbildung) → §§ 235-244 InsO (Abstimmung) → § 245 InsO (Obstruktionsverbot) → § 248 InsO (Bestaetigung) → § 254 InsO (Wirkung) → §§ 49-51 InsO (Absonderungsrechte in Plan) ## Triage — IV-Plan Bevor losgelegt wird, klaere: 1. **Plan sinnvoller als Liquidation?** Vergleichsrechnung: Plan-Quote vs. Liquidationsquote. 2. **Gruppenbildung konsistent?** § 222 InsO: gesicherte, nicht gesicherte, Kleinglaeubieger, Arbeitnehmer. 3. **Mehrheiten realistisch?** Simulation Kopf- + Summenmehrheit je Gruppe. 4. **Cramdown-Szenario?** § 245 InsO: ablehnende Gruppe ueberstimmbar wenn Best-Interest-Test bestanden. ## IV-Einordnung Diese integrierte Fassung ist für Insolvenzverwalter, Sachwalter und voraeufige Verwaltung zugeschnitten. Sie priorisiert Masseinteresse, Berichtsfaehigkeit gegenueber Gericht und Glaeubigerausschuss sowie Planvollzugsfaehigkeit. ## Anschluss - `iv-idw-s6-sanierungsfaehigkeit-gate` — Tragfähigkeit und Lücken vor Freigabe prüfen. - `iv-plan-integrierte-planung` — GuV-/Bilanz-/Liquiditätsplanung modellieren. - `iv-plan-vergleichsrechnung` — Planfall gegen Liquidationsszenario rechnen. - `iv-plan-redteam-qualitygate` — Plan vor Einreichung hart testen.