--- name: erechnung description: "Elektronische Kanzleirechnung in XRechnung oder ZUGFeRD vorbereiten und validieren. Anwendungsfall Mandant oder öffentliche Hand verlangt Rechnung im Format XRechnung oder ZUGFeRD. Normen EN 16931 GoBD § 14 UStG Rechnungspflichtangaben. Prüfraster Pflichtdaten EN 16931 XML-Strukturvalidierung PDF..." --- # E-Rechnung, XRechnung, ZUGFeRD und GoBD ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: StAG §§ 4, 5, 8-17, 25, 27, 30; DSGVO Art. 5, 6, 7, 9, 12-22, 25, 28, 30, 32, 33-34, 35, 51-58, 77-83, BDSG §§ 22-25, 26, 30 — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Triage zu Beginn 1. Wer ist der Rechnungsempfaenger: Verbraucher (B2C), Unternehmen (B2B) oder öffentliche Stelle (B2G)? 2. Welches Format ist erforderlich oder gewuenscht: XRechnung, ZUGFeRD 2.3 oder klassisches PDF? 3. Liegt eine Leitweg-ID oder Buyer Reference des Empfaengers vor (Pflicht bei B2G)? 4. Welcher Versandweg ist vorgesehen: E-Mail, Peppol-Netzwerk, Portal oder Mandantenportal? ## Aktuelle Rechtsprechung - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Zentrale Normen - § 14 UStG — Pflichtangaben auf Rechnungen; Pflicht zur E-Rechnung ab 2025 für B2B - EN 16931 — Europaeische Norm für elektronische Kernrechnungen; Grundlage von XRechnung und ZUGFeRD - § 14b UStG — Aufbewahrungspflicht für Rechnungen (10 Jahre, GoBD-konform) - § 10 RVG — Pflichtangaben auf der anwaltlichen Honorarrechnung ## Grundentscheidung Zuerst klären: 1. Rechnungsempfänger: Verbraucher, Unternehmer, öffentliche Stelle, Rechtsschutzversicherung, Dritter. 2. Bereich: B2B, B2G, B2C oder intern. 3. Formatwunsch oder Formatpflicht: XRechnung, ZUGFeRD, PDF, Papier, sonstiges Format. 4. Leitweg-ID oder Buyer Reference: nur erforderlich, wenn Empfänger oder B2G-Prozess sie verlangt. 5. Versandweg: E-Mail, Portal, Peppol, Mandantenportal, beA nur wenn passend. 6. Archivsystem: GoBD-konformes DMS, Kanzleisoftware, Dateisystem mit Verfahrensdokumentation oder Übergabe an Steuerkanzlei. ## Aktualitätscheck Vor technischer Aussage zur Gültigkeit immer die aktuelle Format- und Validatorlage prüfen: - XRechnung: aktuelle KoSIT-/XRechnung-Version und Validator-Konfiguration. - B2G: aktuelle Vorgaben der jeweiligen Eingangsplattform, Leitweg-ID und Portal-/Peppol-Anforderungen. - ZUGFeRD: aktuelles Profil, PDF/A-3-Anforderungen und XML-Profil. - BMF-/USt-Hinweise zur E-Rechnung, soweit für B2B/B2G relevant. Wenn diese Prüfung nicht durchgeführt wurde, nur `Validierung offen` ausgeben. ## Formate ### XRechnung - Reines strukturiertes XML-Format. - Für öffentliche Auftraggeber im B2G-Kontext zentral. - Enthält keinen menschenlesbaren PDF-Rechnungsteil. - Muss gegen den passenden XRechnung-Validator und die jeweils geltenden Geschäftsregeln geprüft werden. - Bei B2G Empfängeranforderungen wie Leitweg-ID, Portal, Peppol und Attachments abfragen. ### ZUGFeRD - Hybridformat aus PDF/A-3-Sichtrechnung und eingebetteter XML-Datei. - Der strukturierte XML-Teil ist für E-Rechnungszwecke führend. - Profil bewusst wählen: typischerweise EN 16931 oder ein zulässiges höheres Profil; MINIMUM und BASIC-WL nicht als vollwertige E-Rechnung behandeln. - PDF und XML müssen inhaltlich konsistent sein. - PDF/A-3-Validierung, XML-Validierung und Dateianhänge prüfen. ## Pflichtdaten Für jede E-Rechnung eine Datenvollständigkeitsprüfung erstellen: - Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Leistungsdatum oder Leistungszeitraum. - Verkäufer: Name, Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr., Bankverbindung. - Käufer: Name, Anschrift, Buyer Reference oder Leitweg-ID, soweit erforderlich. - Akte, Mandant, Kostenschuldner und abweichender Rechnungsempfänger. - Positionsdaten: Leistung, Menge oder Zeit, Einheit, Einzelpreis, Nettobetrag, Steuersatz, Steuerbetrag. - RVG-Gebühren, Auslagen, Post- und Telekommunikationspauschale, Dokumentenpauschale, Gerichtskosten, Fremdgelder getrennt ausweisen. - Vorschüsse, Zahlungen, Anrechnungen und Rechtsschutzanteile. - Zahlungsziel, IBAN, Verwendungszweck. - Steuerhinweise, Reverse Charge, Kleinunternehmer oder Steuerbefreiung nur nach Prüfung. ## GoBD-nahe Rechnungsakte Vor Freigabe immer ein `GoBD-Prüfprotokoll` erzeugen: 1. Rechnungsversion eindeutig benennen. 2. Entwurfsfassung und freigegebene Fassung trennen. 3. Finales XML unverändert archivieren. 4. Bei ZUGFeRD zusätzlich PDF/A-3 und eingebettetes XML archivieren. 5. Validierungsbericht speichern. 6. Versandnachweis speichern. 7. Korrekturen nur als Storno, Gutschrift, Korrekturrechnung oder neue Rechnungsversion dokumentieren. 8. Zugriffsrechte, Änderungsprotokoll, Aufbewahrungsfrist und Exportfähigkeit notieren. ## Validierung Keine finale E-Rechnung ohne: - Formatentscheidung. - Pflichtdatencheck. - Summenprüfung netto, Steuer, brutto. - Rundungsprüfung. - Prüfung strukturierter Daten gegen die Sichtrechnung. - Technische Validierung mit geeignetem Validator. - Freigabe durch verantwortliche Person. Wenn kein Validator verfügbar ist, nicht behaupten, dass die E-Rechnung gültig sei. Stattdessen einen `Validierung offen`-Vermerk und eine konkrete Tool-Anforderung ausgeben. ## Ausgabe - `assets/templates/erechnung-datenblatt.md`. - `assets/templates/gobd-rechnungsprotokoll.md`. - Bei normaler Rechnungsarbeit zusätzlich `assets/templates/rechnungsdatenblatt.md`.