--- name: notfallstufen-sicherstellungszuschlaege description: "Notfallversorgungsstufen nach G-BA-Notfallstufenkonzept und Sicherstellungszuschlaege nach KHEntgG: Eingruppierung, Strukturmerkmale, Vergueterelevanz, Verlust bei Strukturveraenderung im Krankenhausrecht." --- # Notfallstufen und Sicherstellungszuschlaege ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachkern: Notfallstufen und Sicherstellungszuschlaege - **Normen-/Quellenanker:** KHG/KHEntgG, SGB V, Krankenhausplanung der Länder, Qualitätsvorgaben, Vergütung, MD-Prüfung, Haftung, Datenschutz und Arbeits-/Medizinprodukterecht. - **Entscheidende Weiche:** Planung/Zulassung, Vergütung, Behandlungspflicht, Organisation, Qualität, Datenschutz, Haftung und Behördenkommunikation trennen. - **Arbeitsprodukt:** Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen. ## Worum geht es konkret Die G-BA-Regelung zur Notfallversorgung (Notfallstufen-RL) teilt Krankenhaeuser in drei Stufen ein: Basis (Stufe 1), erweiterte (Stufe 2), umfassende (Stufe 3) Notfallversorgung — plus die Sonderform Spezialversorgung. Eingruppierung beeinflusst Verguetungszuschlaege. Parallel ermoeglicht § 17b Abs. 1a KHEntgG Sicherstellungszuschlaege für duenn besiedelte Regionen. ## Wann dieses Modul hilft / Kaltstart-Fragen - Welche Notfallstufe hat die Klinik aktuell? - Werden Strukturmerkmale (Personal, Geraete, Bereitschaft) durchgaengig erfuellt? - Liegt eine Strukturpruefung des MD vor? - Ist die Klinik in einer Versorgungslueckenregion (Sicherstellungszuschlag)? - Drohen Stufenrueckstufung oder Wegfall Sicherstellungszuschlag? ## Rechtlicher Rahmen - **SGB V § 136c Abs. 4** G-BA-Regelung Notfallversorgung. - **G-BA Notfallstufen-Richtlinie (Notfallstufen-RL)** als Mass. - **KHEntgG § 9 Abs. 1a, § 17b Abs. 1a** Zu-/Abschlaege für Notfallstufen, Sicherstellungszuschlag. - **KHVVG** Modifikationen Notfallstufenkonzept (z. B. Level Ii-Kliniken). - **Landeskrankenhausgesetze** Konkretisierung Versorgungsbeduerfnis. - **MD-Strukturpruefung** zur Verifizierung der Stufenmerkmale. ## / Schritt für Schritt 1. **Eingruppierung pruefen:** Welche Stufe gilt aktuell, welche soll gehalten/erreicht werden? 2. **Strukturmerkmale gegenrechnen:** Aerzte, Pflege, Geraete, 24/7-Bereitschaft, intensivmed. Anbindung. 3. **MD-Bericht auswerten:** Welche Beanstandungen, welche Heilungsmoeglichkeiten? 4. **Verguetungswirkung modellieren:** Zuschlag-/Abschlagshoehe je Stufe und je Fallpauschale. 5. **Sicherstellungszuschlag pruefen:** Bedarfsplan, Erreichbarkeitsanalyse, Bevoelkerungsdichte. 6. **Antrag/Widerspruch:** Stufenerhalt oder -anhebung; Sicherstellungs-Antrag an Land/GKV. ## Trade-off-Matrix | Lage | Strategie | Effekt | |---|---|---| | Stufe 1/2 erfuellt, Stufe 3 angestrebt | Strukturen aufbauen | hoeherer Zuschlag, hoehere Kosten | | Stufe 2 in Gefahr | gezielte Strukturhaerten | Erhalt der Zuschlaege | | Stufenverlust droht | Verlegungs-/Kooperationsmodell | abgemildert Erloesausfall | | Sicherstellungslage klar | Antrag stellen | befristete Zuschlaege | ## Praxistipps - Notfallstufen-RL des G-BA wird mit KHVVG-Konkretisierung weiterentwickelt — Live-Check g-ba.de. - Sicherstellungszuschlag ist befristet und an Bedarfslage geknuepft (z. B. Distanz zu naechstem Versorger). - Level Ii-Kliniken (KHVVG) bilden Bruecke ambulant-stationaer; Notfallstufung muss separat gepruegt werden. - Stufenverlust wirkt sich oft staerker aus als Mengenrueckgang — Bewertung im Budget zwingend. ## Mustertexte **Antrag auf Anhebung Notfallstufe:** > Wir beantragen die Eingruppierung in Notfallstufe [2/3] nach G-BA Notfallstufen-RL. Strukturmerkmale: Anlage 1 (Personal 24/7), Anlage 2 (Geraete), Anlage 3 (Intensivanbindung), Anlage 4 (Schlaganfall-/Trauma-Anbindung). Wir bitten um Bestaetigung der Stufeneingruppierung mit Wirkung [Datum]. **Sicherstellungszuschlag-Antrag:** > Antrag nach § 17b Abs. 1a KHEntgG. Begruendung: Distanz zum naechsten Versorger [km], Bevoelkerungsdichte [Zahl], saisonale Spitzenlasten, fehlende Alternativen. Anlage: Erreichbarkeitsanalyse Land. ## Typische Fehler - Notfallstufe als reines Verguetungsthema lesen; sie ist primaer Strukturqualitaet. - Sicherstellungszuschlag mit Notfallstufenzuschlag verwechseln (unterschiedliche Rechtsgrundlagen). - Bei Stufenverlust Personaldisposition nicht anpassen — Kosten bleiben, Erloese sinken. - Strukturpruefung des MD nicht ernsthaft begleitet; spaeter Widerspruch erschwert. ## Quellen Stand 06/2026 - SGB V § 136c. - G-BA Notfallstufen-RL (Live-Check g-ba.de). - KHEntgG §§ 9 Abs. 1a, 17b Abs. 1a. - KHVVG-Konkretisierungen 2025/2026 (Live-Check BMG). - BSG, staend. Rspr. zu Notfallzuschlaegen und Versorgungsauftrag. ## Normen & Rechtsprechung Konkret zu prüfen: - §§ 1-23 KHG (Krankenhausfinanzierung) - §§ 107-114 SGB V (Krankenhaus) - KHEntgG (Entgeltgesetz) - §§ 17a-17d KHG (DRG, Pflege, Investitionen)