--- name: mandantenkommunikation-redteam description: "Mandantenkommunikation: übersetzt das Ergebnis in eine klare Nachricht mit Entscheidungspunkten, Risiken und nächsten Schritten im Memorandums Ersteller." --- # Mandantenkommunikation ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: Verjährung Anwaltshaftung § 195 BGB 3 Jahre, ggf. § 199 (Kenntnis), Mandatsannahme/Ablehnung unverzüglich, BRAO § 44 Annahme/Ablehnung. - Tragende Normen verifizieren: BRAO §§ 43a, 43b, 49b (Verschwiegenheit/Haftung), BORA §§ 2, 5, 11, BGB §§ 280, 675 (Anwaltshaftung), HOAI-/RVG-Aspekte, ZPO § 138 (Wahrheitspflicht) — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Rechtsanwalt, Auftraggeber (intern: Rechtsabteilung), Gegner, ggf. Gericht (bei Vorlage), externer Spezialist. - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Memo (Sachverhalt, Frage, Kurzergebnis, Begründung, Risiko, Empfehlung), Akteneinsichtsantrag, Vollmacht, Honorarvereinbarung, Tatsachenpaket — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Memo-Cover für Mandant - **Adressat-spezifisch:** Geschäftsführung -- knapp, Risiko/Empfehlung; Vorstand/Aufsichtsrat -- mit Governance-Bezug; Investor -- mit Auswirkung auf Deal; Behörde -- ohne werbendes Element. - **Standard-Aufbau:** 1. Anliegen in einem Satz. 2. Kurzantwort (Ja/Nein/Bedingt) -- nicht mehr als zwei Sätze. 3. Empfehlung mit Begründung in 3-5 Sätzen. 4. Risiken / Restunsicherheiten ausdrücklich (rechtlich, faktisch, prozessual, reputativ). 5. Nächste Schritte mit Verantwortlichkeit und Frist. 6. Hinweis auf vollständiges Memo (Anlage). ## Sprachregeln - Aktive Verben statt Nominalstil ("Sie sollten X tun" statt "Eine Tätigung von X wäre angezeigt"). - Quantifizieren wo möglich (Umsatzschwelle, Zeitraum, Wahrscheinlichkeit). - Empfehlung erkennbar als solche, nicht in Konjunktiv versteckt. - Vertraulichkeitsvermerk im Footer ("Privileged & confidential / attorney-client privilege"; Reichweite des EU-/US-Privilegs beachten). ## Anti-Muster - "Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Rechtslage zumindest nicht eindeutig in eine bestimmte Richtung tendiert." -- Mandant lernt nichts. - Risiken am Ende verstecken statt prominent benennen. ## Einstieg Prüfe zuerst das vorhandene Material. Stelle nur Rückfragen, die die nächste fachliche Weiche verändern: 1. Wer fragt in welcher Rolle? 2. Was ist das gewünschte Ergebnis? 3. Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen? 4. Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor? ## Arbeitsworkflow 1. Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären. 2. Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern. 3. Passende Fachmodule aus diesem Plugin vorschlagen und begründen. 4. Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo.