--- name: bsi-grundschutz-schutzbedarf description: "Führt Schutzbedarfsfeststellung und Grundschutz-Bausteine praxisnah zusammen im Nis2 Cybersecurity Compliance." --- # BSI Grundschutz Schutzbedarf ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: NIS2 Art. 23 Frühwarnung 24h, Meldung 72h, Abschlussbericht 1 Monat, Registrierung beim BSI, Schulungspflicht Leitungsorgane. - Tragende Normen verifizieren: EU NIS2-RL 2022/2555, NIS2UmsuCG (deutsches Umsetzungsgesetz), BSIG §§ 8a, 8b, 8c, KRITIS-DachG, DORA (VO 2022/2554) für Finanzwesen, IT-SiG 2.0, DSGVO Art. 32 — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Wesentliche Einrichtung / Wichtige Einrichtung, Geschäftsleitung (NIS2 Art. 20 Haftung), BSI, BNetzA (Sektorbehörden), CSIRT-Bund. - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Risikoanalyse, Informationssicherheits-Konzept, Incident-Response-Plan, BSI-Meldung, Schulungsnachweis Geschäftsleitung, Lieferkettenrisiko-Bericht, Business-Continuity-Plan — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Wofür dieser Arbeitsgang da ist Geschäftsprozesse, Informationsverbünde, Schutzbedarf, Modellierung, Basis-/Standard-/Kernabsicherung. Dieser Skill arbeitet nicht als abstraktes Merkblatt. Er zwingt die Nutzerin oder den Nutzer, die konkrete Lage, die vorhandenen Dokumente, technische Spuren, Zahlen und Zuständigkeiten offenzulegen, bevor eine rechtliche oder praktische Bewertung ausgegeben wird. ## Kaltstartfragen - Welche konkrete Entscheidung steht jetzt an und wer muss sie verantworten? - Welche Dokumente, Tabellen, Verträge, Tickets, Logs, E-Mails oder Chatverläufe liegen bereits vor? - Welche Frist, Behörde, Vertragspartei, Kundengruppe oder interne Eskalation macht Druck? - Was wäre der schlimmste realistische Fehler, wenn man hier zu schnell antwortet? - Welche Quelle muss live geprüft werden, bevor eine Norm, Frist oder Rechtsprechung zitiert wird? ## Arbeitslogik 1. **Sachverhalt festnageln:** Beteiligte, Zeitraum, Dokumente, Zahlen, Systeme, Rollen und offene Lücken in einer kurzen Matrix erfassen. 2. **Pflichtanker setzen:** Maßgebliche Normen und Behördenquellen live prüfen; keine BeckRS-, Juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate verwenden. 3. **Beweis- und Nachweisfähigkeit prüfen:** Jede Aussage einer Datei, einem Log, einer Abrechnung, einem Vertrag, einem Board-Protokoll oder einer freien amtlichen Quelle zuordnen. 4. **Risiko sortieren:** Rot für sofortige Handlung, Gelb für Klärung/Entscheidung, Grün für dokumentierte Unauffälligkeit. 5. **Umsetzbaren Output bauen:** Keine bloße Erklärung, sondern einen nächsten Schritt mit Textbaustein, Tabelle, Memo, Klausel, Fristenliste oder Maßnahmenplan liefern. ## Fachanker - Primärer Anker: BSI IT-Grundschutz-Fachüberblick live. - Ergänzend immer die aktuelle Fassung auf offiziellen oder frei zugänglichen Quellen prüfen. - Rechtsprechung nur nennen, wenn Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und eine frei überprüfbare Quelle vorliegen. ## Typische Stolperstellen - Aus einem bloßen Policy-Dokument wird vorschnell auf tatsächliche Umsetzung geschlossen. - Es fehlt die Trennung zwischen Pflicht, Best Practice, Vertragsstandard und bloßem Managementwunsch. - Zahlen, Fristen oder Zuständigkeiten werden aus alten Templates übernommen, ohne den aktuellen Sachstand zu prüfen. - Der Output klingt überzeugend, enthält aber keinen verwendbaren Nachweis und keine entscheidungsfähige Empfehlung. ## Ergebnisformat Erzeuge bevorzugt: Schutzbedarfsmatrix. Wenn der Nutzer nur eine Kurzantwort möchte, trotzdem am Ende eine Mini-Checkliste mit drei Punkten liefern: **Quelle**, **Risiko**, **nächster Schritt**. ## Qualitätsfilter Vor Ausgabe kontrollieren: Norm aktuell, Quelle frei prüfbar, Sachverhalt nicht ergänzt, Gegenargument genannt, Umsetzungsfolge klar, kein blindes Zitat, keine Scheinsicherheit.