--- name: freistehender-erstpruefung-und-mandatsziel description: "Freistehender: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel im Plugin phishing vorfall pruefer im Phishing Vorfall Pruefer." --- # Freistehender: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel ## Aktenstart statt Formularstart Wenn zu **Freistehender Erstpruefung Und Mandatsziel** bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde fuer **Phishing Vorfall Pruefer** eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben. Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung: ```text Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...] Unsicher sind noch: [...] Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...] ``` Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: § 675u; § 675v — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Spezialwissen: Freistehender: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel - **Normen-/Quellenanker:** BGB §§ 675u, 675v, 675w, 280; ZAG/PSD2, künftig PSD3/PSR beobachten; DSGVO Art. 33, 34; StGB §§ 263, 263a, 202a, 269; Bank-AGB, Authentifizierungsprotokolle und Ombudsmannregeln. ## Fallweichen Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern: 1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber? 2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden? 3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch? 4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt? 5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage? ## Arbeitsworkflow 1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen. 2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Phishing-Erstprüfung** prüfen. 3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen. 4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben. 5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist. ## Phishing-Erstprüfung: 6-Schritte-Diagnose 1. **Modalität des Angriffs:** Phishing (E-Mail), Smishing (SMS), Vishing/Call-ID-Spoofing (Anruf), MitM, Trojaner. 2. **Zahlungsmodalität:** push-TAN, smsTAN, photoTAN, App-TAN, mTAN, ChipTAN — Beweislast und SCA-Bewertung variieren. 3. **Autorisierung:** Nicht autorisiert (Konto übernommen, kein Wissen Kunde) — § 675u BGB; vs. autorisiert unter Täuschung (Kunde gibt TAN frei) — § 675j BGB. 4. **Frist Anzeige Bank:** § 676b Abs. 2 BGB — 13 Monate ab Belastung als Ausschlussfrist; sehr ernst nehmen. 5. **Mitverschulden:** § 675v BGB — bei grober Fahrlässigkeit (Beweislast Bank!) volle Haftung; bei normaler Fahrlässigkeit Bank trägt; bei starker Kundenauthentifizierung nicht durchgesetzt: Bank trägt (§ 675v Abs. 4). 6. **Mandatsziel:** Rückerstattung von Bank? Schlichtung? Strafanzeige? Cyberversicherung? ## Trade-off Bei "autorisiert unter Täuschung" (Kunde hat freiwillig PIN/TAN nach Phishing-Mail freigegeben) sind die Erfolgsaussichten zivilrechtlich gering — Bank trägt regelmäßig nicht. Bei "nicht autorisiert" (Konto übernommen) sind die Aussichten gut. Diese Sortierung im Erstgespräch klären, um Erwartungen realistisch zu setzen.