--- name: workflow-fristen-und-risikoampel description: "Fristen- und Risikoampel: macht eine Sofortampel für Frist, Zuständigkeit, Haftung, Eilbedarf und fehlende Unterlagen im Phishing Vorfall Pruefer." --- # Fristen- und Risikoampel ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: § 675u; § 675v — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Einstieg Prüfe zuerst das vorhandene Material. Stelle nur Rückfragen, die die nächste fachliche Weiche verändern: 1. Wer fragt in welcher Rolle? 2. Was ist das gewünschte Ergebnis? 3. Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen? 4. Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor? ## Arbeitsworkflow 1. Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären. 2. Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern. 3. Passende Fachmodule aus diesem Plugin vorschlagen und begründen. 4. Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo. ## Phishing-typische Fristen - **§ 676b Abs. 2 BGB**: Anzeigepflicht des Zahlers gegenüber der Bank bei nicht autorisierter / fehlerhafter Zahlung **unverzüglich**, spätestens **13 Monate** nach Belastung. - **§ 675u BGB**: Erstattungsanspruch bei nicht autorisierter Zahlung — Bank muss **unverzüglich**, spätestens am nächsten Geschäftstag erstatten. - **Art. 33 DSGVO**: 72 Stunden Datenpannenmeldung (falls Datenleck). - **§ 32 BSIG (NIS2)**: 24h Frühwarnung, 72h Initialbericht, 1 Monat Abschlussbericht (für betroffene Einrichtungen). - **Strafanzeige**: keine Frist, aber: § 263 StGB Verjährung 5 Jahre nach Tat (§ 78 StGB). - **Zivilrechtliche Verjährung**: Regelfrist 3 Jahre § 195 BGB, beginnt mit Schluss des Jahres der Kenntnis § 199 BGB. ## Ampelkriterien - **Rot**: 13-Monats-Frist § 676b BGB läuft ab, Bank verweigert Erstattung, Strafanzeige eilig (Geldverbergung), grobe Datenpanne, NIS2 oder Art. 33 DSGVO unmittelbar offen. - **Gelb**: Mitverschulden des Kunden möglich (§ 675v BGB), Beweissicherung unvollständig (E-Mail-Header, IP, Screenshots), Versicherung nicht informiert. - **Grün**: Anzeige bei Bank rechtzeitig, Strafanzeige bei Polizei mit Aktenzeichen, Beweise gesichert, ggf. Cyberversicherung informiert.