--- name: chronologie description: "Sachverhaltschronologie für Klageschrift oder Verteidigung aufbauen: Zeitlinie mit Belegen und Normbezug. Normen: §§ 253 138 ZPO. Prüfraster: Ereignisse, Zeitpunkte, Dokumente, Normbezug, streitige vs. unstreitige Tatsachen. Output: Tabellarische Sachverhaltschronologie. Abgrenzung: nicht vollstä..." --- # Sachverhalts-Chronologie ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Triage — kläre vor der Erstellung 1. **Modus:** Arbeitschronologie (intern, vollständig), Schriftsatz-Chronologie (aufbereitet) oder Zeugenchronologie (gefültert)? 2. **Dokumentenbasis:** Liegen die Quellen vor (Verträge, E-Mails, Schriftsätze, Anlagen)? 3. **Zeitraum:** Welcher Zeitraum ist mandatsrelevant — gibt es einen frühesten relevanten Stichtag? 4. **Lücken:** Gibt es bekannte Zeiträume, für die keine Dokumente vorliegen? 5. **Prozessuale Funktion:** Für Sachverhaltsdarstellung (§ 253 ZPO), Zeugenvernehmung (§§ 373 ff. ZPO) oder Berufungsbegründung (§ 520 Abs. 3 ZPO)? ## Zentrale Normen - § 253 Abs. 2 Nr. 1 ZPO (Anforderungen an die Klageschrift — vollständiger Sachvortrag) - § 138 ZPO (Erklärungspflicht der Parteien — Vollständigkeit und Wahrheitspflicht) - § 373 ff. ZPO (Zeugenbeweis — Grundlage der Zeugenchronologie) - § 520 Abs. 3 ZPO (Berufungsbegründung — tatsächliche Angaben) - § 286 ZPO (Freie Beweiswuerdigung — Chronologie als Hilfsmittel) ## Rechtsprechung (ergänzt) 1. Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. 2. Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. 3. Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. 4. Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Zweck Aufbau einer mandatsbezogenen Sachverhalts-Chronologie aus vorliegenden Dokumenten, Schriftsätzen, Verträgen, E-Mails und Anlagen. Die Chronologie dient als Grundlage für Sachverhaltsdarstellungen im Schriftsatz (§ 253 Abs. 2 Nr. 1 ZPO), Zeugenvernehmungsvorbereitung (§§ 373 ff. ZPO), Berufungsbegründung (§ 520 Abs. 3 ZPO) und interne Mandatsbriefings. Drei Modi: - **Arbeitschronologie** – intern, vollständig, mit Lückenmarkierungen - **Sachverhaltsdarstellungs-Chronologie** – aufbereitet für den Schriftsatz, urteilsstilgerecht - **Zeugenchronologie** – gefiltert auf einen bestimmten Zeugen für Vernehmungsvorbereitung ## Eingaben - Aktives Mandat (Slug) - Hochgeladene Dokumente: Verträge, Korrespondenz, E-Mails, Protokolle, Rechnungen, Sachverständigengutachten, Gerichtsentscheidungen - Wahl des Modus: `--arbeits` | `--sachverhalt` | `--zeuge=[Name]` - Optional: bekannte Schlüsseldaten (z. B. Vertragsschluss, Fälligkeitsdatum, Kündigungserklärung) ## Ablauf 1. **Dokumente parsen:** Alle hochgeladenen Dateien auf datierte Ereignisse scannen. Datum, Uhrzeit (soweit angegeben), Ereignisbeschreibung, Quelle (Dokumentenbezeichnung, Anlage-Nr.) und beteiligte Personen extrahieren. 2. **Deduplizierung:** Gleiche Ereignisse aus verschiedenen Quellen zusammenführen; Widersprüche markieren als `[WIDERSPRUCH: Quelle A gibt X an, Quelle B gibt Y an]`. 3. **Mandatstheorien-Tagging:** Jedes Ereignis nach Relevanz für die Mandatstheorie markieren: - 🔑 Kernereig­nis (unmittelbar anspruchsbegründend oder -ausschließend) - ⚠️ Risikopunkt (könnte gegen Mandantin sprechen) - 📎 Hintergrundinformation - ❓ Ungeklärt / Beleg fehlt 4. **Lücken identifizieren:** Zeiträume ohne belegte Ereignisse und inhaltliche Lücken (z. B. fehlende Zugangsbestätigung, unklare Übergabe) als `[LÜCKE: Zeitraum MM/JJJJ bis MM/JJJJ – kein Beleg]` markieren. 5. **Modus anwenden:** - *Arbeitschronologie:* Vollständige Liste mit Quellenangaben und Anmerkungen. - *Sachverhaltsdarstellung:* Fließtext im Urteilsstil, Ereignisse in der dritten Person, Beweisquellen als Fußnoten. - *Zeugenchronologie:* Nur Ereignisse mit Beteiligung des Zeugen; Ergänzung um mögliche Wissenslücken des Zeugen. 6. **Versionierung:** Neue Chronologien als `chronology-v[N].md` im Mandatsordner speichern. ## Quellen und Zitierweise Verbindlich: `../references/zitierweise.md`. - Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen. - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen. ## Risiken / typische Fehler - **Unklarer Zugangszeitpunkt:** Zugangsnachweis für Mahnungen und Fristsetzungen ist entscheidend für Verzugsbeginn (§ 286 Abs. 1 BGB); fehlende Belege zwingend als Lücke markieren. - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - **Veraltete Chronologie:** Nach jedem Mandat-Update (`/mandat-update`) die Chronologie ergänzen; veraltete Versionen archivieren. - **Zeugenchronologie zu weit gefasst:** Nur mandatsrelevante Ereignisse einbeziehen; nicht alle Ereignisse, an denen der Zeuge beteiligt war. - **Datenschutz:** Personenbezogene Daten Dritter nur soweit erforderlich; DSGVO-Minimierungsgrundsatz (Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO) beachten.