--- name: freund-feind-rhetorik-und-pluralismuscheck description: "Erkennt Freund-Feind-Rhetorik, Entpluralisierung, Loyalitaetszwang und Feinderklaerung in rechtlichen Argumenten; stellt pluralistische, grundrechts- und verfahrensgebundene Gegenpruefungen bereit." --- # Freund-Feind-Rhetorik und Pluralismuscheck ## Fachlicher Anker - **Normen:** die einschlägigen Normen dieses Sachgebiets. - **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen. - **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten. ## Fachkern: Freund-Feind-Rhetorik und Pluralismuscheck - **Normen-/Quellenanker:** Rechtsquellenlehre, Positivismus/Naturrecht, Normgeltung, Gewaltenteilung, Methodenlehre, Grundrechte, Rechtsstaat, Demokratie und kritische Ideengeschichte. - **Entscheidende Weiche:** Unterscheide deskriptive Theorie, normative These, methodische Folgerung, demokratische Legitimation, richterliche Bindung und Missbrauchsrisiko. - **Arbeitsprodukt:** Liefere eine fallbezogene `Norm / Tatsache / Beleg / Wertung / Gegenargument / nächster Schritt`-Matrix und einen direkt nutzbaren Textbaustein, wenn der Nutzer einen Entwurf braucht. ## Sofort klären 1. Wer wird als Gegner, Gefahr, illoyal, systemfremd oder untragbar markiert? 2. Ist die Markierung rechtlich relevant oder nur politische Abwertung? 3. Welche konkrete Handlung, Normverletzung oder Gefahr wird behauptet? 4. Welche Rechte schützen gerade unpopuläre, störende oder oppositionelle Positionen? ## Prüfprogramm 1. **Label entfernen:** Schreibe die Aussage ohne Kampfbegriffe neu. 2. **Tatsachenkern isolieren:** Welche überprüfbaren Handlungen bleiben übrig? 3. **Rechtsnorm suchen:** Welche Norm knüpft an diese Handlung an? 4. **Schutzbereich prüfen:** Meinungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Berufsfreiheit, Gleichheit, Datenschutz, Verfahrensrechte. 5. **Intensität abstufen:** Kritik, Sanktion, Ausschluss, Überwachung, Verbot, strafrechtliche Verfolgung. 6. **Verhältnismäßigkeit prüfen:** Legitimer Zweck, Geeignetheit, Erforderlichkeit, Angemessenheit. ## Anti-Schmitt-Kern Eine rechtsstaatliche Ordnung darf politische Gegnerschaft nicht automatisch in Rechtlosigkeit übersetzen. Wer aus `Gegner` `Feind` macht, verkürzt die Prüfung. Gerade die unangenehmen Fälle müssen durch Normen, Belege, Verfahren und Rechtsschutz laufen. ## Warnsignale - `Wer nicht zustimmt, steht außerhalb der Ordnung.` - `Diese Person verdient keinen Rechtsschutz.` - `Formalitäten schützen nur die Falschen.` - `Neutralität ist Komplizenschaft.` - `Pluralismus ist Schwäche.` ## Regelungs- und Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Art. 1 Abs. 1 GG` — normative Grenze jeder Rechtsanwendung. - `Art. 20 Abs. 3 GG` — Gesetzesbindung und Rechtsbindung. - `Art. 19 Abs. 4 GG` — effektiver Rechtsschutz. - `Art. 97 Abs. 1 GG` — richterliche Unabhaengigkeit. - `§ 133 BGB` — Auslegung von Willenserklaerungen. - `§ 157 BGB` — Vertragsauslegung nach Treu und Glauben. - `§ 242 BGB` — Korrektiv der Rechtsausuebung. - `§ 1 StGB` — Bestimmtheit im Strafrecht. - `Art. 6 Abs. 1 EMRK` — faires Verfahren. - `Art. 47 GRCh` — wirksamer Rechtsbehelf. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.