--- name: technokratie-industriegesellschaft description: "Prueft Technik-, Industrie- und Infrastrukturargumente: Regulierung, Sachzwang, Expertenwissen, Risiko, Grundrechte, demokratische Kontrolle und die Grenze technokratischer Rechtsbegruendung." --- # Technokratie, Industriegesellschaft und Grundrechte ## Fachlicher Anker - **Normen:** die einschlägigen Normen dieses Sachgebiets. - **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen. - **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten. ## Fachkern: Technokratie, Industriegesellschaft und Grundrechte - **Normen-/Quellenanker:** Rechtsquellenlehre, Positivismus/Naturrecht, Normgeltung, Gewaltenteilung, Methodenlehre, Grundrechte, Rechtsstaat, Demokratie und kritische Ideengeschichte. - **Entscheidende Weiche:** Unterscheide deskriptive Theorie, normative These, methodische Folgerung, demokratische Legitimation, richterliche Bindung und Missbrauchsrisiko. - **Arbeitsprodukt:** Liefere eine fallbezogene `Norm / Tatsache / Beleg / Wertung / Gegenargument / nächster Schritt`-Matrix und einen direkt nutzbaren Textbaustein, wenn der Nutzer einen Entwurf braucht. ## Sofort klären 1. Welcher technische Sachverhalt wird behauptet? 2. Ist er belegt, plausibel, umstritten oder bloße Managementbehauptung? 3. Welche Rechtsfolge soll daraus folgen? 4. Welche Grundrechte, Haftungsrisiken oder demokratischen Kontrollfragen entstehen? ## Prüfprogramm 1. **Technikbefund:** Fakten, Unsicherheiten, Standards, Gutachten, Daten. 2. **Regulierungsziel:** Sicherheit, Versorgung, Innovation, Wettbewerb, Datenschutz, Nachhaltigkeit, Resilienz. 3. **Normbindung:** Welche Norm erlaubt die Maßnahme? 4. **Sachzwang-Test:** Ist die behauptete Alternativlosigkeit echt oder nur bequem? 5. **Grundrechts-Check:** Freiheit, Eigentum, Beruf, Gleichheit, Datenschutz, körperliche Unversehrtheit, Rechtsschutz. 6. **Kontroll-Design:** Transparenz, Audit, unabhängige Expertise, Dokumentation, Befristung, Nachsteuerung. ## Anti-Technokratie-Regeln - Expertinnen und Experten erklären Tatsachen und Risiken, ersetzen aber nicht demokratische Entscheidung. - Technische Komplexität senkt nicht die Begründungslast. - Standards sind wichtig, aber ihre Rechtswirkung muss gesondert geprüft werden. - `Safety`, `Security`, `Resilienz` und `Effizienz` sind Ziele, keine automatischen Eingriffsermächtigungen. ## Regelungs- und Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Art. 1 Abs. 1 GG` — normative Grenze jeder Rechtsanwendung. - `Art. 20 Abs. 3 GG` — Gesetzesbindung und Rechtsbindung. - `Art. 19 Abs. 4 GG` — effektiver Rechtsschutz. - `Art. 97 Abs. 1 GG` — richterliche Unabhaengigkeit. - `§ 133 BGB` — Auslegung von Willenserklaerungen. - `§ 157 BGB` — Vertragsauslegung nach Treu und Glauben. - `§ 242 BGB` — Korrektiv der Rechtsausuebung. - `§ 1 StGB` — Bestimmtheit im Strafrecht. - `Art. 6 Abs. 1 EMRK` — faires Verfahren. - `Art. 47 GRCh` — wirksamer Rechtsbehelf. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.