--- name: actio-tributoria-handelssklave-sondervermoegen description: "Actio tributoria: Klage gegen den dominus für Verbindlichkeiten aus Handelsgeschaeften seines Sklaven (servus negotiator) der mit peculium und Wissen des dominus Handel trieb. Skill behandelt das Verhaeltnis zu actio de peculio und actio institoria. Liefert Quellenmatrix im Römisches Recht." --- # Rom 132 Actio Tributoria Handelssklave Sondervermoegen ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — usucapio (Ersitzung) 1/2 Jahre Mobilia/Immobilia, praescriptio longi temporis, longissimi temporis; heute über § 195 BGB / § 937 BGB. - Tragende Normen verifizieren: Corpus Iuris Civilis (Institutionen, Digesten, Codex, Novellen), Zwölftafelgesetz, Lex Aquilia, Lex Iulia et Papia, römisches Personen-, Sachen-, Obligationen-, Familien- und Erbrecht; dogmenhistorisch fortwirkend in BGB §§ 90 ff. (Sachen), 433 ff., 812 ff., 854 ff. — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Wissenschaftliche Rezipienten, Lehrstühle für Bürgerliches Recht/Rechtsgeschichte, Gesetzgeber (historisches Argumentum), Rechtsprechung (Auslegungshilfe). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Lehrbuchexegese, Quellenkritik (Digesten-Stelle), historisch-rechtsvergleichendes Gutachten, dogmatische Aufsatz, Klausur (Pandektistik) — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Rechtsquelle - D. 14.4 (De tributoria actione). - Praetorisches Edikt. ## Tatbestand - Sklave (servus) oder filius familias handelt mit Wissen und Duldung des dominus. - Sklave benutzt sein peculium (Sondervermoegen) für Handelsgeschaefte. - Glaeubiger des Sklaven verlangt anteilige Befriedigung aus dem peculium. ## Rechtsfolge - Dominus muss den Glaeubiger anteilig aus dem peculium befriedigen. - Dominus selbst als Glaeubiger der eigenen Sklaven steht nicht besser; pari passu mit anderen. ## Abgrenzung - Actio de peculio: Klage in Hoehe des Peculium-Werts ohne Quotenpflicht. - Actio tributoria: Quote bei mehreren Glaeubigern, mit Berechnung "in tributum". ## Vergleich zu modernem Recht - Heute Trennung in juristische Person und Geschaeftsfuehrer. - Schaedigungshaftung im Konzern (Existenzvernichtungshaftung BGH II ZR 256/02). ## Pruefraster 1. Sklavenhandel mit peculium? 2. Wissen des dominus? 3. Welche Aktion? 4. Quote berechnen.