--- name: bonorum-possessio-contra-tabulas description: "Bonorum possessio contra tabulas: Vermoegensbesitzbestaetigung des Praetors gegen das Testament. Skill behandelt die Voraussetzungen die Schutzfunktion für uebergangene Hauserben (sui heredes) und das Verhaeltnis zur querela inofficiosi testamenti. Liefert Quellenmatrix." --- # Rom 146 Bonorum Possessio Contra Tabulas ## Rechtsquelle - D. 37.4 (De bonorum possessione contra tabulas). - Praetorisches Edikt. ## Tatbestand - Testator hat sui heredes (Hauskinder) uebergangen, ohne sie zu enterben. - Praetor gewaehrt den Sui heredes die Vermoegensbesitzbestaetigung gegen das Testament. ## Anforderungen - Suus heres muss im Testament entweder eingesetzt oder ausdruecklich enterbt sein. - Stille Uebergehung loest contra tabulas-Anspruch aus. ## Wirkung - Testament wird ueberlagert. - Suus heres erhaelt Vermoegensbesitz. ## Verhaeltnis zur querela inofficiosi - BPCT: bei stiller Uebergehung sui heredes. - Querela: bei zu geringer Bedachtung naechster Verwandter. ## Vergleich zu modernem Recht - § 2303 BGB Pflichtteil. - § 2306 BGB Beschraenkungen und Beschwerungen. ## Pruefraster 1. Suus heres uebergangen? 2. Enterbung ausgesprochen? 3. BPCT beantragt? ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Powersprint-Vertiefung - **Quellenlage:** Trenne Zwölftafelrecht, prätorisches Edikt, klassische Juristen, justinianische Kompilation und byzantinische Fortentwicklung; unsichere Überlieferung ausdrücklich markieren. - **Actio-Denken:** Prüfe bei `Rom 146 Bonorum Possessio Contra Tabulas` zuerst, welche Klage, Einrede oder formula das praktische Problem trägt; römisches Recht nicht als modernes Gesetzbuch erzählen. - **Dogmatische Brücke:** Zeige die Verbindung zu BGB/ABGB/OR nur als Rezeptions- oder Strukturvergleich, insbesondere Besitz, Eigentum, Obligation, Delikt, Erbe oder Status. - **Output:** Erzeuge `römischer Mechanismus / Quellenstufe / Prozessweg / moderne Parallele / Grenze der Analogie`.