--- name: ius-suffragii-und-ius-honorum description: "Ius suffragii und ius honorum: politische Buergerrechte im roemischen Recht. Skill behandelt das Stimmrecht in den Volksversammlungen und die Wahlbarkeit zu Aemtern Einschraenkungen für Latini und Frauen sowie das Verhaeltnis zum status civitatis. Liefert Quellenmatrix." --- # Rom 155 Ius Suffragii Und Ius Honorum ## Ius suffragii - Stimmrecht in den Volksversammlungen (comitia centuriata, tributa, curiata). - Civis Romanus: voll. - Cives sine suffragio: keine politische Stimme, aber zivilrechtliche Buergerrechte (z. B. Bewohner einzelner Halb-Buergerschaftsstaedte). - Latini: eingeschraenkt, nur bei Anwesenheit in Rom. ## Ius honorum - Wahlbarkeit zu Aemtern (Quaestur, Aedilitaet, Praetur, Konsulat, Zensur). - Voraussetzung: civis sui iuris, vermoegen (census), bestimmtes Alter. ## Einschraenkungen - Frauen: kein politisches Buergerrecht. - Liberti: kein ius honorum (erst Nachkommen freier libertini erhielten Aemtertaehigkeit). - Senatorenfamilien: Geburtsrecht zum cursus honorum. ## Vergleich zu modernem Recht - Aktives und passives Wahlrecht Art. 38 GG. - Geschlechtergleichstellung Art. 3 GG. ## Pruefraster 1. Welche politische Stellung? 2. Welche Wahlbarkeit? ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Powersprint-Vertiefung - **Quellenlage:** Trenne Zwölftafelrecht, prätorisches Edikt, klassische Juristen, justinianische Kompilation und byzantinische Fortentwicklung; unsichere Überlieferung ausdrücklich markieren. - **Actio-Denken:** Prüfe bei `Rom 155 Ius Suffragii Und Ius Honorum` zuerst, welche Klage, Einrede oder formula das praktische Problem trägt; römisches Recht nicht als modernes Gesetzbuch erzählen. - **Dogmatische Brücke:** Zeige die Verbindung zu BGB/ABGB/OR nur als Rezeptions- oder Strukturvergleich, insbesondere Besitz, Eigentum, Obligation, Delikt, Erbe oder Status. - **Output:** Erzeuge `römischer Mechanismus / Quellenstufe / Prozessweg / moderne Parallele / Grenze der Analogie`.