--- name: konkurs-glaeubigerquoten-rangfolge description: "Konkurs und Glaeubigerquoten im roemischen Recht. Skill behandelt die Rangfolge der Glaeubiger Pfandglaeubiger (creditores pignoraticii) bevorrechtigte Glaeubiger (privilegium personae) und die quotale Befriedigung. Vergleicht mit moderner InsO-Rangordnung. Liefert Pruefraster." --- # Rom 120 Konkurs Und Glaeubigerquoten Rangfolge ## Pfandglaeubiger - Hypothecarii / pignoraticii creditores hatten Vorrang bei Sachen mit dinglicher Sicherung. - Hypothek / Pfand musste vor allgemeiner Glaeubigerverteilung bedient werden. - D. 20.1 ff. Hypothecarius creditor. ## Bevorrechtigte Glaeubiger (privilegium personae) - Krasse Beispiele: - Beerdigungskosten ("funeris causa"). - Ehevermoegen der Witwe (dos). - Pflegevormundschaft für Muendelvermoegen. - Steuerforderungen des Fiscus. ## Quotale Verteilung - Allgemeine Glaeubiger erhielten nach Sicherung und Vorrechten den Rest quotal. - Magister bonorum berechnete die Quote. - Bonorum emptor war verpflichtet, anteilig zu zahlen — typische Quote 50-90 Prozent, abhaengig vom Erloes. ## Vergleich zu InsO | roemisch | InsO | |---|---| | hypothecarii | Absonderung § 50 InsO | | privilegium personae | Massevorrang § 53 InsO | | Funeralia | Beerdigungskosten als Massekosten | | Steuerforderungen Fiscus | Insolvenzforderungen mit besonderem Vorrang? Nicht mehr (KO-Reform 1994) | | dos | Ehegueterrecht heute zivilrechtlich | | quotal | Insolvenzforderungen quotale Verteilung § 187 InsO | ## Pruefraster 1. Welche Glaeubigerstellung? 2. Sicherungsrecht vorhanden? 3. Privilegium personae anwendbar? 4. Quote zu berechnen? ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.