--- name: konkursrechtliche-stellung-magister description: "Konkursrechtliche Stellung des magister bonorum und des curator bonorum. Skill behandelt die Bestellung Aufgaben Vertretungsbefugnisse Klagebefugnisse und das Verhaeltnis zum modernen Insolvenzverwalter. Liefert Quellenmatrix." --- # Rom 119 Konkursrechtliche Stellung Des Magister Bonorum ## Magister bonorum - Bestellt von den Glaeubigern. - Hauptaufgabe: Vorbereitung und Durchfuehrung der bonorum venditio. - Klagebefugnis: actio Rutiliana, actio Serviana, actio utiles, actio Pauliana. - D. 42.5; Gaius IV.35. ## Curator bonorum - Bestellt vom Praetor. - Hauptaufgabe: Verwaltung des Vermoegens bei bonorum distractio. - Verwaltungsbefugnisse weitergehend als der magister, weil Einzelverkauf laenger dauert. - D. 42.7. ## Vergleich zum modernen Insolvenzverwalter - §§ 56 ff. InsO Bestellung durch Insolvenzgericht. - Verwaltungs- und Verfuegungsbefugnis § 80 InsO. - Klagebefugnis für Insolvenzanfechtung § 129 ff. InsO. - Strukturparallel zum curator bonorum. ## Vertretungsbefugnis - Pro creditoribus bei magister. - Pro debitore et creditoribus bei curator (treuhaenderisch). ## Pruefraster 1. Welche Person und Funktion? 2. Welche Befugnisse? 3. Welche Aktionen stehen zur Verfuegung? 4. Quellenmatrix. ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.