--- name: receptum-nautarum-cauponum description: "Receptum nautarum cauponum stabulariorum: praetorische Schaerfung der Haftung von Reedern Gastwirten und Stallbetreibern für eingebrachtes Gut. Skill behandelt die receptum-Erklaerung die Haftungsgrundlage als custodia und das Verhaeltnis zur actio depositi. Liefert Quellenmatrix." --- # Rom 126 Receptum Nautarum Cauponum Stabulariorum ## Rechtsquelle - D. 4.9 (Nautae caupones stabularii ut recepta restituant). - Insbesondere D. 4.9.1 (Ulpian), D. 4.9.3 (Pomponius). - Praetorisches Edikt: edictum nautarum. ## Tatbestand - Nauta: Schiffer / Reeder. - Caupo: Gastwirt. - Stabularius: Stallbetreiber. - Receptum: die Sache wird vom Betreiber zur Aufbewahrung angenommen. ## Haftung - Strikte Erfolgshaftung (custodia-Haftung). - Verschulden nicht erforderlich; Schaden auch bei Diebstahl durch Dritte zu vertreten. - Befreiung nur bei vis maior (hoeherer Gewalt) oder vis cui resisti non potest. ## Vergleich zu modernem Recht - §§ 701-704 BGB Gastwirtshaftung (Sachen, die der Gast einbringt). - §§ 421-429 HGB Frachtfuehrerhaftung. - §§ 481 ff. BGB Reisevertragsrecht. - §§ 538-541 BGB Mietersachen. ## Pruefraster 1. Vorlieger der nautae/caupones/stabularii-Stellung? 2. Receptum-Erklaerung? 3. Schaden eingetreten? 4. Vis maior gegeben? ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.