--- name: rechtsfolgen-fuer-peregrini-und-ius-gentium description: "Rechtsfolgen für Peregrini und das ius gentium. Skill behandelt die Stellung der Auslaender vor dem praetor peregrinus die Vertragstypen des ius gentium (stipulatio locatio conductio mutuum) und die Anerkennung von Heimatrecht. Liefert Quellenmatrix im Römisches Recht." --- # Rom 156 Rechtsfolgen Fuer Peregrini Und Ius Gentium ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — usucapio (Ersitzung) 1/2 Jahre Mobilia/Immobilia, praescriptio longi temporis, longissimi temporis; heute über § 195 BGB / § 937 BGB. - Tragende Normen verifizieren: Corpus Iuris Civilis (Institutionen, Digesten, Codex, Novellen), Zwölftafelgesetz, Lex Aquilia, Lex Iulia et Papia, römisches Personen-, Sachen-, Obligationen-, Familien- und Erbrecht; dogmenhistorisch fortwirkend in BGB §§ 90 ff. (Sachen), 433 ff., 812 ff., 854 ff. — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Wissenschaftliche Rezipienten, Lehrstühle für Bürgerliches Recht/Rechtsgeschichte, Gesetzgeber (historisches Argumentum), Rechtsprechung (Auslegungshilfe). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Lehrbuchexegese, Quellenkritik (Digesten-Stelle), historisch-rechtsvergleichendes Gutachten, dogmatische Aufsatz, Klausur (Pandektistik) — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Praetor peregrinus - Eingefuehrt 242 v. Chr. - Zuständigkeit für Streitigkeiten zwischen Peregrini und Cives oder zwischen Peregrini untereinander. - Edictum peregrinum als eigene Edikts-Sammlung. ## Ius gentium - "Voelker-Recht" im Sinne des allen Voelkern gemeinsamen Rechts. - Vertragstypen: stipulatio, locatio conductio, mutuum, commodatum, depositum, mandatum. - Eigentumserwerb durch traditio (statt mancipatio). ## Anerkennung des Heimatrechts - Praetor peregrinus konnte das Heimatrecht des Peregrinus heranziehen. - Aegypten: griechisches Recht der Ptolemaer-Zeit blieb teilweise erhalten. - Provinzialrecht und ius gentium ueberlagerten sich. ## Lex Iulia et Plautia - Stufen weiser Buergerrechtsverleihung nach dem Bundesgenossenkrieg (90/89 v. Chr.). ## Constitutio Antoniniana 212 - Aufhebung der peregrini-Sonderstellung im praktischen Sinn. ## Pruefraster 1. Peregrinus-Status? 2. Welches Heimatrecht? 3. Welche Vertragstypen?