--- name: rei-vindicatio description: "Römisches Recht: Rei Vindicatio. Geführter Fachmodul mit Quellenlogik, Prüfroutine, Red-Team-Fragen und verwertbarem Output." --- # Rei Vindicatio ## Sofortsortierung 1. **Rolle:** Kanzlei, Unternehmen, Behörde, Verband, Investor, Importeur, Exporteur, Wissenschaft, Studierende oder Laie. 2. **Material:** Norm, historische Quelle, Vertrag, Handelsdokument, Behördenhinweis, Datenraum, Dashboard oder Korrespondenz. 3. **Ziel:** Einordnung, Entwurf, Prüfung, Verhandlung, Memo, Streitbeilegung, Unterricht oder Board-Entscheidung. 4. **Live-Check:** Erforderlich bei aktuellen Gesetzen, Verwaltungspraxis, Sanktionen, Exportkontrolle, Handelsmaßnahmen oder Rechtsprechung. ## Fachlicher Zugriff - Institutionensystem: personae, res, actiones - Quellen: Zwölftafeltradition, klassische Juristen, Digesten, Institutionen, Codex - Privatrechtliche Kerne: Eigentum, Besitz, Verträge, Delikte, Erbrecht, Familienrecht - Rezeptionsregel: antike Figur, gemeinrechtliche Fortbildung und heutige Analogie strikt trennen ## Prüfroutine 1. Begriffe klären und False Friends markieren. 2. Verbindliches Recht, Soft-Law, Handelsbrauch, historische Quelle und Nutzerquelle sauber trennen. 3. Voraussetzungen, Rechtsfolge, Risiko, Beweislast und wirtschaftlichen Zweck einzeln prüfen. 4. Gegenposition formulieren: Was sagt Behörde, Vertragspartner, Schiedsgericht, Historikerin, Compliance oder Vorstand? 5. Ergebnis als nutzbares Arbeitsprodukt liefern. ## Typische Ausgabe - Kurzbefund - Quellen- und Belegmatrix - Risikoampel mit nächstem Schritt - Entwurf für Memo, Klausel, Schreiben, Unterrichtsbaustein, Board-Paper oder Verhandlungsagenda ## Meat on the Bone — Konkreter roemisch-rechtlicher Stoff ### Schluesselstellen - **D. 6.1.1 (Ulpian)**: "Per hanc autem actionem liberae personae, quae sunt sui iuris, non petuntur" — die rei vindicatio ist die Eigentumsherausgabeklage. - **D. 6.1.9**: Klage erfordert Beweis des Eigentums durch den Klaeger. - **D. 6.1.17**: Bei Wertverlust waehrend Prozess Schadensersatz. ### Tatbestand 1. Klaeger ist Eigentuemer. 2. Beklagter ist Besitzer. 3. Sache ist identifizierbar (Specifikation). ### Folgen - Hauptfolge: Herausgabe der Sache. - Bei boesglaeubigem Besitzer: Schadensersatz für Fruechte, Nutzungen, Wertminderung. - Bei gutglaeubigem Besitzer: nur seit Klagerhebung Haftung. ### Subsumtionsbeispiel: Gestohlene Vase Sachverhalt: A hat Vase; B stiehlt sie; B verkauft sie an C, der nichts weiss; nach 6 Monaten findet A die Vase bei C. - **Roemisch**: D. 6.1 — A kann rei vindicatio gegen C erheben; C muss herausgeben; Schadensersatz für Nutzungen seit Klage. C hat actio empti gegen B auf Kaufpreis. - **BGB**: § 985 BGB Vindikation gegen C; § 935 BGB schliesst gutglaeubigen Erwerb gestohlener Sachen aus; C verliert; C hat § 437 Nr. 2 iVm § 433 BGB Anspruch gegen B. ### Subsumtionsbeforderung: Nutzungen - Boesglaeubiger Besitzer: Haftung ab Besitzbegin. - Gutglaeubiger Besitzer: Haftung erst ab Klageerhebung (litiscontestation). - Heute: §§ 987-993 BGB Eigentuemer-Besitzer-Verhaeltnis — sehr aehnliches System.