--- name: status-libertatis-status-civitatis-status-familiae description: "Status-Lehre: status libertatis status civitatis status familiae als drei Achsen der roemischen Personenrechtsstellung. Skill behandelt das Zusammenspiel die rechtlichen Konsequenzen und die Wechselwirkungen mit Eigentums- und Erbrecht. Liefert Quellenmatrix im Römisches Recht." --- # Rom 151 Status Libertatis Status Civitatis Status Familiae ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — usucapio (Ersitzung) 1/2 Jahre Mobilia/Immobilia, praescriptio longi temporis, longissimi temporis; heute über § 195 BGB / § 937 BGB. - Tragende Normen verifizieren: Corpus Iuris Civilis (Institutionen, Digesten, Codex, Novellen), Zwölftafelgesetz, Lex Aquilia, Lex Iulia et Papia, römisches Personen-, Sachen-, Obligationen-, Familien- und Erbrecht; dogmenhistorisch fortwirkend in BGB §§ 90 ff. (Sachen), 433 ff., 812 ff., 854 ff. — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Wissenschaftliche Rezipienten, Lehrstühle für Bürgerliches Recht/Rechtsgeschichte, Gesetzgeber (historisches Argumentum), Rechtsprechung (Auslegungshilfe). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Lehrbuchexegese, Quellenkritik (Digesten-Stelle), historisch-rechtsvergleichendes Gutachten, dogmatische Aufsatz, Klausur (Pandektistik) — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Drei Achsen ### Status libertatis - Frei oder Sklave. - Sklaven sind res, nicht personae. - Befreite (liberti) haben eingeschraenkte Buergerstellung. ### Status civitatis - Cives Romani (Vollbuerger). - Latini (eingeschraenkte Buergerrechte). - Peregrini (Auslaender, oft mit eigenem Heimatrecht). - Dediticii (Unterworfene ohne Buergerrechte). ### Status familiae - Pater familias (Hausvater, sui iuris). - Filius familias (Hausunterworfene Kinder). - Sklaven im Haus (servi). ## Wechselwirkungen - Cives Romani sui iuris: volle Rechtsstellung. - Cives Romani filii familias: vermoegensrechtlich gebunden, aber buergerrechtlich frei. - Liberti: cives, aber mit operae-Pflichten gegenueber dem ehemaligen dominus. ## Folgen für Vermoegen und Erbrecht - Filius familias kann nicht selbststaendig Eigentum erwerben (Erwerb faellt an pater). - Sklaven erwerben für den dominus. - Cives Romani peregrini-Ehe: Kinder folgen dem niedrigeren Status. ## Rechtsquelle - Gaius, Institutiones I.9-200. - D. 1.5-1.7. ## Pruefraster 1. Welcher status libertatis? 2. Welcher status civitatis? 3. Welcher status familiae? 4. Folgen für das konkrete Geschaeft?