--- name: testamentum-praetorium-tabulae description: "Testamentum praetorium: praetorische Form des Tabula-Testaments mit 7 Siegelzeugen. Skill behandelt die Voraussetzungen die Verbesserung gegenueber dem Mancipationstestament und die Folgen für die bonorum possessio secundum tabulas. Liefert Quellenmatrix." --- # Rom 144 Testamentum Praetorium Tabulae Septies Signatae ## Rechtsquelle - Praetorisches Edikt (de bonorum possessione secundum tabulas). - D. 37.11 (De bonorum possessione contra tabulas). - Gaius, Institutiones II.119-122. ## Tatbestand - Testament in Form von tabulae (Wachstafeln). - 7 Zeugen siegeln. - Nuncupatio entfaellt. ## Bonorum possessio secundum tabulas - Praetor gewaehrt dem im Testament eingesetzten Erben die Vermoegensbesitzbestaetigung, auch wenn die strenge zivilrechtliche Form fehlt. - "Praetorische Erbschaftseinweisung" mit Wirkung gegen alle ausser den iure civili-Erben. ## Folge - Praktische Aufweichung der Strenge des mancipationstestaments. - Testament als reine Urkundenform setzte sich durch. ## Vergleich zu modernem Recht - §§ 2231 ff. BGB. - § 2356 BGB Erbschein. ## Pruefraster 1. Tabulae-Form? 2. 7 Zeugen gesiegelt? 3. Praetorische Bestaetigung erteilt? ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Powersprint-Vertiefung - **Quellenlage:** Trenne Zwölftafelrecht, prätorisches Edikt, klassische Juristen, justinianische Kompilation und byzantinische Fortentwicklung; unsichere Überlieferung ausdrücklich markieren. - **Actio-Denken:** Prüfe bei `Rom 144 Testamentum Praetorium Tabulae Septies Signatae` zuerst, welche Klage, Einrede oder formula das praktische Problem trägt; römisches Recht nicht als modernes Gesetzbuch erzählen. - **Dogmatische Brücke:** Zeige die Verbindung zu BGB/ABGB/OR nur als Rezeptions- oder Strukturvergleich, insbesondere Besitz, Eigentum, Obligation, Delikt, Erbe oder Status. - **Output:** Erzeuge `römischer Mechanismus / Quellenstufe / Prozessweg / moderne Parallele / Grenze der Analogie`.