--- name: zwoelftafelgesetz-delikte-und-sanktionen description: "Römisches Recht: Zwölftafelgesetz zu furtum, iniuria, Sachschaden, Talion, Bußen, Sakralnähe und privater Sanktion im Römisches Recht." --- # Zwölftafelgesetz - Delikte und Sanktionen ## Historische Quellenanker Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt: - `Zwölftafeln Tafel I` — Ladung und Prozessbeginn. - `Zwölftafeln Tafel IV` — Familien- und Hausgewalt. - `Zwölftafeln Tafel VI` — Eigentum, Verbindlichkeiten und formale Akte. - `Zwölftafeln Tafel VIII` — Delikts- und Schadensfolgen. - `Gaius Institutiones 1.8` — Grundteilung Personen/Sachen/Klagen. - `Gaius Institutiones 2.14` — res mancipi/res nec mancipi. - `Gaius Institutiones 3.88` — Obligationen aus Vertrag. - `Digesten D.1.1.1` — ius und Gerechtigkeitsformel. - `Digesten D.9.2.2` — lex Aquilia als Deliktsanker. - `Digesten D.44.7.1` — Obligationenquellen. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — usucapio (Ersitzung) 1/2 Jahre Mobilia/Immobilia, praescriptio longi temporis, longissimi temporis; heute über § 195 BGB / § 937 BGB. - Tragende Normen verifizieren: Corpus Iuris Civilis (Institutionen, Digesten, Codex, Novellen), Zwölftafelgesetz, Lex Aquilia, Lex Iulia et Papia, römisches Personen-, Sachen-, Obligationen-, Familien- und Erbrecht; dogmenhistorisch fortwirkend in BGB §§ 90 ff. (Sachen), 433 ff., 812 ff., 854 ff. — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Wissenschaftliche Rezipienten, Lehrstühle für Bürgerliches Recht/Rechtsgeschichte, Gesetzgeber (historisches Argumentum), Rechtsprechung (Auslegungshilfe). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Lehrbuchexegese, Quellenkritik (Digesten-Stelle), historisch-rechtsvergleichendes Gutachten, dogmatische Aufsatz, Klausur (Pandektistik) — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Startfragen 1. Geht es um furtum, iniuria, Sachbeschädigung, Körperverletzung, falsches Zeugnis, Brand, Zauber-/Sakralthema oder Bußsystem? 2. Soll ein archaischer Sanktionsmechanismus erklärt, kritisch eingeordnet oder mit späterem Deliktsrecht verglichen werden? 3. Wird ein moderner Begriff wie Schadensersatz, Strafe oder Persönlichkeitsrecht verwendet, der übersetzt werden muss? ## Prüfroutine 1. **Deliktstyp klären:** Vermögensschutz, Ehrschutz, Körper, Sache, Prozesswahrheit oder religiös-politischer Frieden. 2. **Sanktionsform bestimmen:** Buße, Vergeltung, Zugriff, sakrale Sanktion, private Klage oder spätere prätorische Umformung. 3. **Privat/öffentlich trennen:** archaische Mischformen nicht mit modernem Strafrecht gleichsetzen. 4. **Fortbildung zeigen:** vom starren Satz zur actio, vom Bußsystem zur differenzierten Haftung. 5. **Kritik sichtbar machen:** Gewalt, Statusunterschiede und Ungleichheit nicht glätten.