--- name: familienrichter-spezifika description: "FamFG-Spezifika für Familienrichter anwenden: Richter am Familiengericht muss Beschluss statt Urteil abfassen. Normen: § 38 FamFG (Beschluss), § 137 FamFG (Verbund- und Folgesachen), § 1697a BGB (Kindeswohlprüfung), FamFG §§ 58 ff. (Beschwerde), VersAusglG. Prüfraster: Verbundpflicht, Versorgungs..." --- # Familienrichter Spezifika Familiensachen folgen FamFG statt ZPO (mit Verweisen auf ZPO). ## Triage zu Beginn 1. Handelt es sich um eine Familiensache (§ 111 FamFG) — welche Kategorie (Ehe, Unterhalt, Sorge, Umgang)? 2. Ist die Scheidungssache mit Folgesachen zu verbinden (§ 137 FamFG — Verbundpflicht)? 3. Sind Kinder betroffen — Verfahrensbeistand (§ 158 FamFG) bestellt? 4. Ist Versorgungsausgleich zu prüfen (§§ 1 ff. VersAusglG)? ## Aktuelle Rechtsprechung - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Zentrale Normen - § 38 FamFG — Beschluss als Entscheidungsform (kein Urteil) - § 111 FamFG — Familiensachen (Katalog) - § 137 FamFG — Verbund; Folgesachen zwingend mit Scheidung - § 158, 159 FamFG — Verfahrensbeistand, Kindesanhörung - § 1697a BGB — Kindeswohlprinzip - §§ 1 ff. VersAusglG — Versorgungsausgleich - §§ 58 ff. FamFG — Rechtsmittel (Beschwerde, Frist 1 Monat) ## Schritt-für-Schritt-Workflow 1. **Verfahrenskategorie bestimmen:** Welche Familiensache (§ 111 FamFG)? 2. **Verbund prüfen:** Liegt Scheidung vor? Welche Folgesachen sind zwingend verbunden? 3. **Anhörungen durchführen/prüfen:** Kinder ab 3 Jahren (§ 159 FamFG), Eltern, Jugendamt, Verfahrensbeistand. 4. **Kindeswohl-Maßstab (§ 1697a BGB):** Bei Sorge und Umgang ausdrücklich abwägen. 5. **Beschluss formulieren (§ 38 FamFG):** Kein "Im Namen des Volkes", kein Urteil. 6. **Rechtsmittelbelehrung FamFG:** Beschwerde §§ 58 ff. FamFG, Frist 1 Monat (Eilfälle 14 Tage). ## Output-Template **Adressat:** Familiengericht → Beschluss — Tonfall: sachlich-formal ``` ## Beschluss In der Familiensache [AKTENZEICHEN] betreffend [Sorge/Umgang/Unterhalt] für das Kind [NAME], geb. [DATUM], hat das Amtsgericht [ORT] — Familiengericht — am [DATUM] beschlossen: 1. [REGELUNG SORGE / UMGANG / UNTERHALT] 2. Die Kosten des Verfahrens trägt [PARTEI]. 3. Der Verfahrenswert wird auf [BETRAG] EUR festgesetzt. Gründe: [KINDESWOHLPRÜFUNG, ABWÄGUNG, ANHÖRUNGSERGEBNIS] Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Beschluss ist die Beschwerde nach § 58 FamFG statthaft. Die Beschwerde ist binnen einer Frist von einem Monat nach Bekanntgabe beim [GERICHT] einzulegen. ``` ## Wichtigste Unterschiede - **Beschluss** statt Urteil (Paragraf 38 FamFG) - **Anhörung** zwingend in vielen Verfahren (Kinder ab 14 Jahren, Eltern, Pflegepersonen) - **Verbundverfahren** Paragraf 137 FamFG bei Scheidung: Folgesachen werden zwingend mitverhandelt - **Versorgungsausgleich** ist Folgesache, wird im Verbund entschieden - **Verfahrensbeistand** Paragraf 158 FamFG (insbesondere in Kindersachen) - **Verfahrenskostenhilfe** Paragraf 76 ff FamFG (entspricht PKH der ZPO) ## Massstab Kindeswohl Paragraf 1697a BGB - Kindeswohl ist Leitlinie aller familiengerichtlichen Entscheidungen. ## Rechtsmittelbelehrung FamFG Beschwerde nach Paragraf 58 ff FamFG, Frist 1 Monat (in Eilfällen 14 Tage), beim erlassenden Gericht oder beim Beschwerdegericht (OLG). ## Form - "Im Namen des Volkes" entfaellt - Stattdessen: "Beschluss" - Tenor wie beim Urteil, aber mit den familiengerichtlichen Spezifika (z. B. Sorgerechtsregelung, Umgangsregelung)