--- name: workflow-fristen-und-risikoampel description: "Fristen- und Risikoampel: macht eine Sofortampel für Frist, Zuständigkeit, Haftung, Eilbedarf und fehlende Unterlagen im Urteilsbauer Relationsmacher." --- # Fristen- und Risikoampel ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fristen Urteilsabsetzung (Zivilprozess) - **Urteilsfrist § 315 ZPO:** Urteil ist binnen 3 Wochen nach Verkündung zur Geschäftsstelle zu übergeben (Aktenlauf); ohne vollständige Niederschrift kann Berufung erfolgreich rügen. - **Tatbestandsberichtigung § 320 ZPO:** Antrag innerhalb von 2 Wochen ab Zustellung des Urteils. - **Urteilsergänzung § 321 ZPO:** Antrag binnen 2 Wochen. - **Berufung:** Berufungsschrift 1 Monat (§ 517 ZPO), Begründung 2 Monate (§ 520 ZPO). - **Vorab-Tenor mit Gründen nach Lage der Akten möglich**, wenn Sache reif ist und keine Partei mündliche Verhandlung verlangt. ## Risiken / Anti-Muster - **Rot:** Urteil ohne Rechtsbehelfsbelehrung -- Berufungsfrist beginnt nicht. - **Rot:** Tenor unbestimmt ("an die Klägerin zu zahlen, was sie erforderlich hat") -- nicht vollstreckbar; Aufhebung in der Berufung. - **Rot:** Wertung im Tatbestand statt in den Entscheidungsgründen. - **Rot:** Beweismaß-Verwechslung (§ 286 statt § 287 ZPO bei Schadenshöhe) -- Begründungsmangel. - **Gelb:** Tatbestand verweist auf "Anlage K1" ohne Wiedergabe des wesentlichen Inhalts -- Berufungsgericht nicht informiert. - **Gelb:** Kostenentscheidung ohne § 92 Abs. 2 ZPO bei nur geringer Zuvielforderung. - **Gelb:** Vorläufige Vollstreckbarkeit nach § 709 vs. § 711 ZPO falsch gewählt. ## Einstieg Prüfe zuerst das vorhandene Material. Stelle nur Rückfragen, die die nächste fachliche Weiche verändern: 1. Wer fragt in welcher Rolle? 2. Was ist das gewünschte Ergebnis? 3. Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen? 4. Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor? ## Arbeitsworkflow 1. Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären. 2. Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern. 3. Passende Fachmodule aus diesem Plugin vorschlagen und begründen. 4. Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo.