--- name: ai-generated-material-disclosure description: "KI-generierte oder KI-assistierte Inhalte im Verlagstitel erkennen, Human-Authorship-Anteile abgrenzen, AI-Material disclaimen und eCO-Angaben vorsichtig vorbereiten im Us Copyright Registrierung Verlag." --- # AI Generated Material Disclosure ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: 17 U.S.C. § 412 Registrierung vor Verletzung für statutory damages, § 410(c) Beweisvermutung 5 Jahre nach Erstveröffentlichung, § 302 Schutzdauer 70 Jahre p.m.a.. - Tragende Normen verifizieren: 17 U.S.C. §§ 102, 106, 107, 201, 203, 302, 401-412, US Copyright Act, eCO (electronic Copyright Office), Berner Übereinkunft Art. 5, WIPO Copyright Treaty, deutsches UrhG (für US-Werke nach IPR) — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Verlag, Autor, US Copyright Office (LOC), Registrierungsagent, Distributor, US-Anwalt. - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Form TX/PA/VA/SR-Anmeldung, Deposit Copy, eCO-Registrierung, Cease-and-Desist, DMCA-Takedown, Lizenzvertrag — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachkern: AI Generated Material Disclosure - **Normen-/Quellenanker:** Title 17 U.S.C., Copyright Office Compendium, eCO-Verfahren, deposit/best edition, DMCA, fair use, termination, work made for hire und international treaties. - **Entscheidende Weiche:** Werkart, Autor/Rechteinhaber, Veröffentlichung, Deposit, Claim/Exclusion, Registrierungsdatum, Enforcement-Ziel und US-Prozessnutzen trennen. - **Arbeitsprodukt:** Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen. ## Prüfschritte 1. KI-Einsatz erfassen: Text, Bild, Cover, Tabellen, Übersetzung, Lektorat, Recherche, Layout oder reine Hilfsfunktion. 2. Menschliche Urheberschaft bestimmen: Auswahl, Anordnung, Bearbeitung, konkrete Ausdrucksgestaltung und kreative Kontrolle. 3. Nicht beanspruchte Bestandteile markieren: rein maschinell erzeugte Ausdrucksteile, fremde Inhalte, gemeinfreie Materialien. 4. eCO-Angaben vorbereiten: Claim nicht zu breit formulieren; AI-Material und ausgeschlossene Elemente transparent behandeln. 5. Vertrags- und Autorenkommunikation prüfen: Zusicherungen, Dokumentation der menschlichen Beiträge, Freigabeprozess. ## Vorsicht Bei streitiger Schutzfähigkeit, Plattformklagen oder wichtigen US-Rechten US-Counsel einschalten. Keine pauschale Aussage, dass ein KI-assistiertes Werk insgesamt unregistrierbar oder voll geschützt sei. ## Aktueller USCO-Prüfanker - Ausgangspunkt sind 17 U.S.C. § 102, die U.S.-Copyright-Office-Guidance zu Werken mit KI-generiertem Material und der Copyrightability Report der AI-Initiative. Die aktuelle Fassung vor einer konkreten eCO-Angabe auf `copyright.gov` prüfen. - Der Skill darf nicht sagen, ein Werk sei insgesamt unregistrierbar, nur weil KI beteiligt war. Entscheidend ist, welcher konkrete Ausdruck auf menschlicher Autorenschaft beruht und ob KI-Material offengelegt oder aus dem Claim ausgeschlossen werden muss. - Reine Prompt-Eingabe genügt regelmäßig nicht als menschliche Autorenschaft am maschinell erzeugten Output. Auswahl, Anordnung, Bearbeitung, Ergänzung, Kuratierung und redaktionelle Endgestaltung können aber eigene Schutzanteile tragen. - Der Output muss eine trennscharfe Claim-Formulierung liefern: Was wird beansprucht, was wird ausgeschlossen, was bleibt nur intern dokumentiert, und welche Screenshots/Versionen/Prompt-Logs stützen den menschlichen Beitrag? ## Tiefencheck für die Akte Arbeite hier nicht nur abstrakt, sondern als Rechte-, Werk- und Beweisfilter: - Welche Bestandteile stammen menschlich, maschinell, kuratiert, ausgewählt, arrangiert oder redaktionell bearbeitet? - Muss AI-generated material im Antrag ausgeschlossen, beschrieben oder nur intern dokumentiert werden? - Geht es um output copyrightability, training input, model weights, prompt logs, dataset clearance oder warranties? - Welche aktuellen USCO-Materialien und laufenden US-Verfahren dürfen nur als Risikoanker, nicht als sichere Rechtslage behandelt werden? **Mindest-Output:** AI-Copyright-Matrix mit Human-Authorship-Anteil, ausgeschlossenen Elementen, Disclosure und Litigation-Issues. ## Normen und Rechtsprechung ### Kuratierte Normen-Bibliothek - GG Art. 1, 3, 20 (Grundrechte, Rechtsstaat) - BGB §§ 133, 157, 242 (Auslegung, Treu und Glauben) - VwVfG §§ 28, 35, 48, 49 (Anhörung, Verwaltungsakt, Rücknahme/Widerruf) - VwGO §§ 42, 80, 113 (Anfechtungsklage, Eilrechtsschutz) ### Leitentscheidungen - BVerfGE Band 6 Rn 32 (Lüth, Drittwirkung der Grundrechte) - BVerwG 6 C 12.21 (Maßstab Verwaltungsentscheidung) - BGH GSZ 1/14 (richterliche Rechtsfortbildung)