--- name: weg-operatives-erstpruefung-rollenklaerung-mandatsziel description: "Operatives: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel im WEG- und Hausverwaltungsrecht: fachlich vertieftes Modul mit Normenradar (WEG/BGB/BetrKV), Tatbestands-/Beweislastmatrix, Fristen- und Formcheck, Gegenargumenten, Fehlerbremse und direkt nutzbarem Arbeitsprodukt." --- # Operatives: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel ## Aktenstart statt Formularstart Wenn zu **Weg Operatives Erstpruefung Rollenklaerung Mandatsziel** bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde fuer **Weg Hausverwaltung** eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben. Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung: ```text Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...] Unsicher sind noch: [...] Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...] ``` Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen. ## Fachlicher Anker - **Normen:** §§ 535, §§ 18, § 16 Abs. 2. - **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen. - **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten. ## Fachkern: Operatives: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel - **Normen-/Quellenanker:** WEG §§ 18-28, 44/45, BGB-Miet-/Werkvertragsrecht, BetrKV, HeizkostenV, GEG, DSGVO und landesrechtliche Bau-/Sicherheitsfragen. - **Entscheidende Weiche:** Trenne Beschlusskompetenz, ordnungsmäßige Verwaltung, Kostenverteilung, Anfechtungsfrist, Verwalterpflicht, Belegprüfung und Vollzug. ## Fallweichen Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern: 1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber? 2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden? 3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch? 4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt? 5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage? ## Arbeitsworkflow 1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen. 2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Operatives** prüfen. 3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen. 4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben. 5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist. ## Qualitätsanker: WEG-Reform, Beschlussgegenstand und Abrechnungsspitze - **Verifizierte Rechtsprechungsanker:** BGH, Urteil vom 20.09.2024 - V ZR 195/23: Fehler der Jahresabrechnung tragen die Ungültigerklärung nur, wenn sie sich auf Abrechnungsspitze und Zahlungspflicht auswirken. BGH, Urteil vom 14.02.2025 - V ZR 236/23 und V ZR 128/23: Kostenverteilung nach § 16 Abs. 2 WEG verlangt Beschlusskompetenz, Sachgrund und saubere Belastungslogik. Bei jeder Ausgabe vor Zitat freie Quelle erneut prüfen. - **Reformlogik:** Seit der WEG-Reform ist nicht „die Jahresabrechnung als Zahlenwerk“ der Beschlussgegenstand, sondern Nachschüsse und Anpassung der Vorschüsse nach § 28 Abs. 2 WEG. Das ist die zentrale Weiche für Anfechtung, Bestimmtheit und Fehlerrelevanz. - **Praktische Prüfung:** Beschlusskompetenz, Bestimmtheit, Ladung/Tagesordnung, Stimmrecht, Verteilungsschlüssel, Belegprüfung, Rücklage/Vermögensbericht, HeizKV, Umsatzsteuer/Vorsteuer und Anfechtungsfrist getrennt prüfen. - **Output-Pflicht:** Für Verwaltung/Eigentümer immer eine Beschluss- oder Anfechtungsmatrix liefern: Beschlusswortlaut, Rechtsgrundlage, Fehler, Zahlungsrelevanz, Beleg, Frist, Heilungs- oder Neufassungsoption.