Die Theophanie Eusebius Hugo Gressmann University of Leipzig European Social Fund Saxony Gregory Crane Monica Berti Gregory R. Crane Editor-in-Chief, Perseus Digital Library Digital Divide Data Corrected and encoded the text Matt Munson Project Manager (University of Leipzig) Annette Geßner Project Assistant (University of Leipzig) Thibault Clérice Lead Developer (University of Leipzig) Bruce Robertson Technical Advisor Greta Franzini Project Manager (University of Leipzig), 2013-2014 Frederik Baumgardt Technical Manager (University of Leipzig), 2013-2015 Simona Stoyanova Project Manager (University of Leipzig), 2015 Project Assistant (University of Leipzig), 2013-2014 University of Leipzig tlg2018.tlg010.1st1K-ger1.xml Available under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License 2014 University of Leipzig Germany urn:cts:greekLit:tlg2018.tlg010.1st1K-ger1 Eusebius Werke Hugo Gressmann Eusebius J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung Leipzig 1904 3.2 Internet Archive

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DIE THEOPHANIE DES EUSEBIUS. (ÜBERSETZUNG)
Das erste Buch des Cäsareensers Eusebius über die Theophanie.

Diejenigen, welche sagen von der Herstllung der ganzen weiten und schönen Welt und non dem manningachen und reich zusammengstetzten Bestande Himmels und der Erden, daß sie keinen Anfang und Keinen Verwalter habe, und daß sie ohne Herr und ohne Voersehung Planlos und aufs Geratewohl und durch einen unverständigen Zufall, der Sich grade ereignete, von selber entstand, sind vollkommen Frevler Und gottlose. Die daher aus unsern Göttlichen Versammlunge aus Gestoßen und von unsern heiligen Tempeln ferngehalten warden sollen, Geziemenderwiese, deswegen weil auch sie weder ein Haus herstellen Können ohne Überlegung und Fürsorge, noch ein Schiff schön zusammengepflockt Warden kann ohne einen Schiffsmann, noch ein Gewand gewebt Warden kann ohne bie Webkunst, noch eine Satdt gebaut warden kann, wenn Die Wisheit des Baumeirsters nicht voerhanden ist. Indem sie dies zugestehen, Weiß ich nicht, in welchem Verstandeswahnsinn sie nicht achten Auf die Bahnen der Sonne, die nach ihrer Art, noch auf die Wechsel des Mondes, die nach iherer Ordnung, noch auf die Reigen der Sterne, die Nach ihere Regel geschehen, noch auf das Kreisen der Himmelsgewölbe, Noch auf die Wiederkehr der Perioden, noch auf den Wechsel der Jahreszeiten, noch ferner überdies auf die Wageblken, die in gleichen Ausdehungsschwqankungen der Tage jund Nächte sich befinden, noch Auf die undbhinderte Geburt der Lebewesen, noch auf die für lange Ewigkeit unwandelbare Fortpflanzung, noch auf die Grwächse, die aus Der Erde sprossen, mit allerlei Blÿten, noch auf die Nahrungsmittel, Die allen lebeesen entsprechend sind, noch auf ihre eigenne Sinne, Noch auf die Formen des leibes, noch auf seine Glieder, die gut an ihren 11 ff. vgl. Praep. VII 33 17 ff. vgl. Dwm. IV 58 laus 206 27 ff. 1 Die Überschrift rührt kaum von Eusebius her 21 vgl. L 208 26 ἔαρ δὲ.... ἰσορρόποις ταλαωτεύσας ζυγοῖς 23 ABBREV ABBREV 182 5 =εἰς μαχρὸν αἰῶνα 27 „noch auf die Glieder des Leibes noch auf seine Formen “(oder „Farben“) Σ hat vermutlich umgestellt, wie Oft; oier ungeschickt | „und an“ Σ streiche ABBREV Platz gestellt sind — mit ihren Augen sehen sie und mit ihren Händen tasten sie, was, wie man sagt, selbst den blinden klar ist, so daß sie mit gottlosen Worten und im Frevel länsterlichen Sinnes wähnen, es gebe weder ein Werk der Weisheit, wie sie sagen, noch des Wortes Gottes und der Vorsehung, sondern nur des unverständigen, zufälligen Verhängnisses, das planlos und aufs Geratewohl von irgendwoher sich ereigne. Eben diese also sollen als vollkommen Gottlose von dem Verkehr mit den Gottesfürchtigen und von dem Hören des göttlichen Wortes weit weggetriebe warden.

Die Menge der Polytheisten aber scheint mir auf der anderen Seite, die sich der ersten gegenü berreiht, einen anderen Irrtum nach Art der Kinder in ihrem Denken begangen zu haben. Diejenigen, welche die Verehrung des Weltschöpfers und des Allenkers, des Gottes, der über alles herrscht, mit den Dingen, die von ihm geschaffen wurden, vertauscht und statt seiner die Sonne, den Mond und die übrigen Teile der Welt und die Ur-στοιχεῖα: Erde, Wasser, Luft und Feuer, mite ben dem gleichen Namen ihres Werkmeisters und Schöpfers geehrt und sie Götter genannt haben, Dinge, die niemals wären, noch geworden wären, noch genannt würden, wenn nicht der Weltschöpfer, das Wort Gottes wäre, der ihr Werden wollte —, sie scheinen mir nicht besser als diejenigen, welche den Baumeister der vorzüglichen Arbeiten in den Königshäusern außer acht lassen und statt dessen die Dachbalken und die Wände und die vielfarbigen und vielblumigen Bilder, die an ihnen hängen, und die goldbunten Schnitzwerke und die Steinskulpturen anstaunen und eben diesen Dingen das Lob der Weisheit ihres Künstlers beilegen, während sie nicht diesen sichtbaren gegenständen, sondern nur dem, der ihr Baumeister ist, die Ursache ihres Staunens zuschreiben und bekennen sollten, daß Werke der Weisheit die moisten seien, daß 12—s. 48, 9 = Laus 225 27–232 3 6 ABBREV wird hier wie Σ 15 51 Αdjektivum sein, also: „einen unverständigen Gegensatz des zufalls, der planlos“. . . Aber lies ABBREV SchulthebB. Ber- mutlich ἀλόγιστος φορὰ τυχῆς. Praep. VII 106: μὴ γὰρ εἰκῆ ὡς ἔτυχε μηδ’ αὐτομάτῳ καὶ ἀλόγῳ φορᾷ συνεστάωαι τὸν . . . . . διάκοσμον 19 εἰ μὴ τῷ κοσμοποιῷ τοῦ θεοῦ λόγῳ παρέστη L 20 „und sie“ str. ABBREV 22 1. ABBREV Bernstein 23 1. ABBREV Hoftmann 24 „die goldbunten Dächer“ Σ vermutlich = χρυςόφοφά τε ποικίλματα, aber vgl. xrysqo- φορά τε δαιδάλματα Ηkl χρυςόροφα L 25 „Lob“] εὐηγορίαν Σ ἐπηγορίαν L 28 „daß viele Werke der Weisheit seien“ Σ aber vgl. Fortsetzung und σοφίας ἔργα τὰ πολλὰ εἶναι L Weise aber allein der sei, der den moisten Ursache gab, so zu werdeb. Von unmündigen Kindern also sind sie durchaus in nichts verschieden, Ebensowenig wie diejenigen, welche die siebensaitige Zither, eben das Musikinstrument, aber keineswegs den, der dessen Zusammensetzung erfunden Hat und dessen kundig ist, und seine Weisheit anstaunen, oder wie diejenigen, welche den in Kriegen tapferen Mann außer acht Lassen, wohl aber seine Lanze und seinen Schild mit Siegeskränzen schmücken, oder wie diejenigen, welche in gleicher Weise wie den Großkönig, der die Ursache für die große und königliche Stadt ist, auch die Märkte und Straßen, die Gebäude, die seelenlosen Tempel und Gymnasien ehren während sie nicht die Säulen noch die Steine, Sondern den großen Schöpfer und Gesetzgeber dieser weisheitsreichen Dinge anstaunen sollten.

Demgemäß aber dürfen wir auch als Ursache Von eben diesem Ganzen, das man mit leiblichen Augen sieht, Weder Sonne noch Mond noch ein anderes Gestirn von denen am Himmel setzen, sondern wir müssen bekennen, daß sie alle Werke der Weisheit sind. Aber nicht dürfen wir sie in ähnlicher Weise wie ihren Werkmeister und Schöpfer ehren und anbeten, vielmehr sollen wir infolge Der Betrachtung eben dieser Dinge ihn, nicht mehr mit leiblichen Augen, sondern nur mit einem reinen und klaren Verstande erkannt Wird, den König des Alls, das Wort Gottes mit ganzer Liebe der Seele preisen und verehren, deswegen weil auch niemals jemand den Leib eines weisen und verständigen Mannes: seine Augen oder seinen Kopf oder seine Hände oder seine Füße oder sein übriges Flesich, geschweige Die äußere Bedeckung seines. Gewandes weise nennt, noch Die Geräte im Hause weise, noch die Gefäße, die zum Dienst der Philosophen bestimmt sind, sondern jeder, der Verstand hat, bewundert die Verborgene, unsichtbare Intelligenz, die in dem Menschen ist.

So sollen wir den auch vielmehr vor den sichtbaren Schmuckgegenständen Der ganzen Welt, die körperlich und au seiner ὕλη gemacht sind, das verborgene, unsichtbare Wort, den Schöpfer und Schmuckwart der Ur bilder des Alls bewundern, ihn, der der eingeborne Logos Gottes ist, den der jenseits von aller und über aller οὐσία 5 ἐπιστήμονα τῆς σοφίας L. Streicht man das ABBREV „und“ vor ABBREV, so Kann man übersetzen, „wegen seiner Weisheit“ 23 επεὶ καὶ ἐπὶ ἀνθρώπου σώματι οὐδεὶς πώποτε . . . . ὀφθαλμοὺς ἢ . . . . περιβολὴν σοφὴν ἀνηγόρευσεν L (ἐπὶ + Hkl) 25 „Weisheit“ Σ σοφήν L, lies ABBREV 26 οὐδὲ σοφὰ τῆς Οἰκίας τὰ ἔπιπλα οὐδὲ φιλοςόφου τὰ ὑπηρετικὰ σκεύη L, τ. φ. <Wilamowitz. Heikel möchte unter σκεύη die „Sklaven“ verstehen Stehende Schöpfer des Alls aus sich wie einen Lichtstrahl aus seiner Gottheit gezeugt und zum Führer und Lenker dieses Alls eingesetzt hat.

Denn weil es unmöglich war, daß die flüssige οὐσία der Körper und die Natur der vernünftigen Wesen, die jetzt geworden sind, sich dem Allenker Gott nahte wegen der Größe ihres Mangels an Gutem — den er war ein Sein, das jenseits und oberhalb von allem ist,, das unaussagbar, unerreichbar und unnahbar in stolzem Licht wohnt, des- gleichen es nicht gibt, wie die göttlichen Worte sagen; die οὐσία aber existierte nicht und aus dem Nichts brachte er sie hervor, sehr verschieden und sehr weit entfernt von der Natur des Seins — so stellate daher mit Recht der an allem Guten reiche Gott des Alls zuvor ein Mittleres auf: die göttliche kraft seines Eingebornen, die allem genügt, die vor- züglich genau and nah emit dem Nater redet und innerhalb von ihm niedrigt und denen gleich wird an Gestalt, die von der Spitze fern bleiben. Denn auf andere Weise war es weder ehrbar noch gerecht, daß er, der jenseits von allem und höher als alles ist, sich mit ver- gänglicher ὕλη und mit einem Körper vermischte. Deswegen drange der göttliche Logos 9unvermerkt) dazwischen in das All ein, band die Zügel des Alls zusammen und führt und trägt es dahin durch göttliche, un- körperliche Kraft, indem er es allweise lenkt, wie es ihm gut zu sein scheint.

Der Beweis der Rede aber ist klar. Denn wenn für sich existieren die Teile der Welt, die wir gewohnt sind, die Ur-στοιχεῖα des Alls zu nennen: Erde, Wasser, Luft und Feuer, die ja aus ver- wirrter Natur bestehen, was wir auch mit unsern Augen sehen, und wenn es ferner Eine οὐσία des Alls gibt, welche diejenigen, die hierin er- fahren sind, „Aufnehmerin des Alls“, „Mutter“ und „Amme“ zu nennen 1 vgl. Hebr 13 7 vgl. I Tim 616 11 „ein Mittleres — 16 fern bleiben“ = Dem. IV 63 27 vgl. Platon Tim 51. 52 4 „die Natur . . . . , die jetzt geworden ist“ Σ, aber τήν τε τῶν ἄσρι γενο- μένων λογικῶν φύσιν l. Lies ABBREV 7 „stolzem . . . . desgleichen es nicht gibt“] ἀπρόσιτον L 13 „und innerhalb von seiner Verborgenheit empfangt“ (= ἀπολαβοῦσαν) Σ εἴσν τε αὐτοῦ τῶν ἀποσςήτων ἀπολαύουσαν L 20 „band die Zügel des Alls zusammen mit göttlicher, unkörperlicher Kraft und führt und bringt indem“ . . . Σ ἡνίας τοῦ παντὸς ἐνδηςάμενος ἀσωμάτῳ καὶ θεϊκῇ δυνάμει ἄγετ καὶ φέρει L. Also gehört das ABBREV vor ABBREV statt vor ABBREV 24 Statt ABBREV „und aus“ lies ABBREV Schultheß 25 εἰ μία τοῖς περὶ ταῦτα δεινοῖς ὀνομάζειν φίλον L 26 lies ABBREV statt ABBREV lieben, und welche ohne Gestalt und Aussehen und völlig Seele und Vernunft ist — woher, würde jemand sagen, hat sie den die Ordnung, die in ihr ist? Woher der Unterschied der στοιχεῖα? Woher der Zusammenlauf der gegensätzlichen Elemente zur Einheit? Wer hat befohlen, daß das schwere στοιχεῖον der Erde oben auf der feuchten οὐσία reite?

Wer hat die nach unten fliessende Natur der Wasser umgekehrt und sie zurückgebracht zur Höhe durch die Wolken?

Wer hat die Kraft des Feuers gefesselt, so daß es ins Holz hineinkriecht, und hat sie gemischt mit dem, was seiner Natur nach ihr gegensätzlich ist?

Wer hat die kalte Luft mit warmer Kraft vermengt, sie aus dem Kampf miteinander befreit und in Liebe versöhnt?

Wer hat das sterbliche Geschlecht mit der Art der Fortpflanzung ausgesonnen und zur langen Ewigkeit unsterblichen Lebens hinausgeführt?

Wer hat so das Männliche gebildet, die Gestalt des Weiblichen gemacht und beide zu Einer Harmonie vereinigt und Einen Anfang der Geburt für alle Lebewesen gefunden?

Wer hat den flüssigen Samen der Zeugung aus seinem vergänglichen und törichten Laufe umgeändert und Leben zeugend gemacht?

Wer wirkt bis jetzt all dies und Unzähliges darüber hinaus, das alles Wundern und Staunen übertrifft?

Wer vollbringt an allen Tagen und zu allen Stunden ihre Entstehung und ihren Wandel mit verborgener, unsichtbarer Kraft?

Aber als die Ursache aller dieser Erscheinungen wird mit Recht der wundertätige Logos Gottes genannt. Denn der in Wahrheit allmächtige Logos Gottes erstreckte sich durch alles, breitete sich nach oben zur Höhe und nach unten zur Tiefe unkörperlich aus, faßte die Breiten und Längen des Alls gleichsam mit seinen breiten Händen, brachte und schnürte das All zus Alls zusammen, befestigte sich dies reich zusammengesetzte Instrument und schlägt die unvernünftige, gestalt- und formlose 4 ff. vgl. Dem. IV 56 ff. 3 „Welt“ Σ πόθεν ἂν εἴποι τις τὸν ἐν αὐτῇ κόσμον ἐνυπάρχειν αὐτῇ; L 15 εἰς ἁρμονίαν συναγαγὼν μίαν, μίαν γενέσεως ἀρχὴν . . . ἐξεύρατο Σ μίαν < L 16 τὴν ῥοώδη καὶ σπερματικὴν γένεσιν τῆς φθαρτῆς καὶ ἀλογίστου (HSS ἀναισθήτου Valesius Hkl) μεταβαλὼν ῥοῆς ζωογόνον ἀπέδειξεν; L 21 γενέσεις καὶ ὥρας L φθορὰς Valesius φορὰς Heikel τροπὰς? Σ 27 „mit der Breite gleichsam mit seinen Händen“ Σ πλατείαις ὥσπερ ταῖς χερσὶ L 29 „und hat die . . . . οὐσία der Körper . . . . . . schön mit den Ausdehnungen das Gesonderte verbunden und gestimmt.“ Σ hat falsch konstruiert und zu etymologisch übersetzt: τὴν ἄλογον . . . οὐσίαν πανςόφῳ . . . δυνάμει, εὖ μάλα τοῖς διατόνοις τὰ διεζευγμένα συνάπτων, ἀνακρούεται L οὐσία der Körper mit allweiser und vernünftiger Kraft an, indem er schön die Tonleiter der διάτονοι mit derjenigen der διεζευγμένα verbindet, und lenkt die Sonne, den Mond und die leuchten am Himmel mit unaussprechlichen Worten und führt sie zum Nutzen des alls.

Eben dieser Logos Gottes ließ sich auch auf die Erdxe zur Tiefe herab und stellte alle verschiedenen Arten der Lebewesen und alle Gestalten schöner Pflanzen her.

Eben dieser Logos Gottes tauchte auch bis auf die Tiefen des Meeres hinunter und ersann die schwimmenden Naturen und wirkte auch hier wiederum ungezählte Myriaden von Gestalten und allerlei verschiedene Tiere.

Eben dieser vollendet auch das, was im Leibe getragen wird, innen in der Kunstwerkstatt der Natur und bildet Leben. Dieser hebt auch leicht die flüssige und schwere Natur der feuchten οὐσία nach oben zur Höhe und wandelt sie dann in Süssigkeit. Nach bestimmtem Maß bringt er sie aufs land und vollendet so zu bestimmten Zeiten seine Versorgung. Nachdem er nach Art eines vorzüglichen Landmannes den Acker gut bewässert und mit der Trackenheit die Feuchtigkeit vermengt hat, wandelt er ihn auf alle Art um, indem er bald durch die schöche Blüten, bald durch allerlei Formen, bald durch angenehme Gerüche, bald durch die wechselnden Unterschiede der Früchte und bald durch den Geschmack allerhand Genüsse gevährt.

Wie darf ich mich erdreisten, über die Kräfte des göttlichen Logos zu reden und Unmögliches anzugreifen, da es lkar ist, daß seine Energie jeden sterblichen Verstand weit übertrifft?

Die einen also haben diesen Allnatur, die anderen Allseele, noch andere Schicksal genannt. Andere aber haben gesagt, er sei der jenseits von allem weilende Gott, und haven ich weiß nicht wie unendlich weitgetrennte Dinge vermischt, indem sie den Alllenker, die höchste 6 παντοδαπῶν γένη ζώων φυτῶν τε πολύμορφα κάλλη L 8 Statt ABBREV lies ABBREV ebenso Z. 11 11 „Kunst“ Σ. Aber statt ABBREV lies ABBREV ABBREV Hoffmann: ἔνδον ἐν τῷ τῆς φύσεως ἐργαστηρίῳ L 12 „die feuchte οὐσία, die flüssige und schwere Natur“ Σ, aber τῆς ὑγρᾶς οὐσίας τὴς ῥευστὴν καὶ βαρεῖαν φύσιν L 16 Σ kann man vielleicht verstehen: „und vollendet … seine Versorgung nach art eines …. Landmannes, der den acker gut bewässert und ….. vermengt hat, und wandelt … um“, aber vgl. L: εἶθ’ οἷά τις γεωργὸς ἄριστος ἐποχετεύσας εὖ μάλα τὴν χώραν τῇ τε ξηρᾷ τὴν ὑγρὰν συγκεραςάμενος, μεταρρυθμίζει παντοίως 18 τοτὲ μὲν ὡραίοις ἄνθεσιν, τοτὲ δὲ . . . . τῇ γεύσει παντοδαπὰς ἀπολαύσεις παρέχων L. Aber Σ hat die Konstruktion nicht verstanden, da er den Schluß übersetzt: „bald dem Geschmacke allerlei Genüsse gewährt“ 26 „indem“ nach L, Σ hat auch hier das Ptz. aufgelöst. Kraft des Seins nach unten auf die Erde und in die Körper warfen und mit vergänglicher ὕλη verknüpften und vorgaben, er umkreise die Mitte der unvernünftigen und vernünftigen, sterblichen und unsdterblichen Lebewesen. Aber sie behaupten dies.

Die göttliche Lehre aber sagt, daß das höchste aller Güter, eben er, der die Ursache des Alls ist, jenseits von allem Begreifen sei. Deswegen sei er unsagbar, unaussprechlich, unnennber, und nicht nur höher als jedes Wort, sondern auch als alle Vernnuft, weder an einem Orte greifbar noch in Körpern existierend, weder im Himmel noch im Äther noch in irgend einem der Teile des Alls, sondern zugleich überall und außerbalb von allem, auftbewahrt in her Tiefe des verborgenen Wissens. Diesen allein als wahren Gott zu wissen, lehren die göttlichen Worte, ihn, der von jeder körperlichen οὑσία gesondert und jedem Verwaltungsdienst fremd ist. Deswegen ist uns überliefert, daß alles von ihm, aber keineswegs durch ihn sei.

Sondern er sitzt nach Art eines Königs drinnen in der Verborgenheit und Verstecktheit und Unxugänglichkeit in der Höhe des Blickes und lenkt und ordnet alles nur durch die Kraft seines Willens. Denn wenn er will, so existiert das, was da existiert, und wenn er nicht will, so existiert es nicht. Er will aber alles Gute, deswegen weil auch er gut ist in seiner οὐσία.

Er aber, durch den alles ist, der Logosgott regnet von oben aus seinem guten Vater wie aus einer unendlichen, immer fließenden Quelle und geht durch unaussprechliche Worte nach Art eines Flusses hervor, indem er ganz und gar zum Überfließen voll ist für die gesamte Erlösung des Alls. Wie aber nach dem in unserer Weise gewählten 25 Beispiel der verborgene und unsichtbare Verstand, der in uns 14 vgl. I Kor 8 6 16 vgl. I Tim 7 16 25—S 46, 20 = 1. Bruchstück der griech. Theoph. 25 ff. vgl. I Kor 2 11. 16 Joh 1 18 1 „auf die Erde warfen und in den Körpern mit vergänglicher Hyle verkhüpften” Σ κάτω βάλλοντες ἐπὶ γὴν καὶ σώματα, ὕλῃ τε φθαρτῇ συμπλέξαντες L σώματι ὕλῃ τε . . . . . . . . συμπλέξαντες Hkl. Lies nach L ABBREV statt ABBREV 2 „umkreise” Σ (dem Sinne nach = er stehe ungefähr in der Mitte) εἰλεῖσθαι Hkl εἰλίσθαι, εἱλῆσθαι L 16 εἴσω που ἐν ἀρρήτοις (ἀπορρήτοις Σ) καὶ ἀδύτοις καὶ ἀβάτοις φῶς οἰκῶν ἀπρόσιτον L „in der . . . Verstecktheit, wo er unzugänglich ist in (resp. „wegen”) der Höhe seines Anblicks” Σ. Τeils scheint er anders teils falsch gelesen teils falsch verstanden (das Pronomen!) zu haben, etwa: καὶ ἄβατος (1. ἀβάτοις) τὰ μετέωρα οἰκῶν τῆς ὄψεως 21 „und regnet” (= fließt, Σ aber = läßt regnen?) Das ABBREV „und“ steht besser vor ABBREV. ἀνομβρῶν λόγοις ἀρρήτοις ποταμοῦ τοις ποταμοῦ δίκην πρόεισιν L ist, von dem niemals einer der Menschen erkannt hat, wie er und was er seinem Wesen nach ist, gleich einem Könige in der Verborgenheit drinnen in seinen Gemächern sitzt und die Taten beschließt, wie aber ferner das einzigartige Wort aus ihm hervorgeht, gleichwie von einem Vater in versteckter Verborgenheit gezeugt, und wie es zuerst allen ein Bote für die Gedanken seines Vaters ist und offen das verkündigt, was sein Vater in der Verborgenheit beschlossen hat, und die Beschlüsse durch Taten vollführt, indem es in die Ohren aller eingeht, und wie dann diese den Nutzen vom Worte empfangen, wie aber niemals einer den verborgenen, unsichtbaren Verstand, eben den Vater des Wortes, mit Augen gesehen hat, — demgemäß also, das heißt vielmehr über alle Beispiele und Bilder hinaus ist das vollkommene Wort des Allkönigs Gott, wie der einzigartige Sohn seines Vaters, keineswegs entstanden durch eine sich äußernde Kraft, noch seiner Natur nach aus Silben von Namen und Worten geschaffen, noch wird er mit einem Wort, das durch die Luft schlägt, bezeichnet, sondern er ist das lebendige und wirksame Wort des über alles herrschenden Gottes und ist seinem Wesen nach die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes, und geht aus der Gottheit und dem Königreich seines Vaters hervor und ist der gute Sprößling eines guten Vaters und der gemeinsame Erlöser aller, und tränkt alles und läßt allem Leben, Vernunft, Weisheit, Licht und alles Gute aus seiner eigenen Fülle zufließen. Er tränkt aber keineswegs nur das, was vor ihm liegt und ihm am nächsten ist, sondern auch das weit Entfernte zu Lande und zu Wasser und wenn es irgend einen anderen Teil als diese im Seienden gibt. Für alle zugleich ordnet er Grenzen, Gebiete, GEsetze und Erbteile mit Gerechtigkeit, und mit königlicher Vollmacht teilt er einem jeden ͌ u und gibt ihm das, dessen er würdig ist, und sondert ab für die einen, daß sie die überweltlichen Gewölbe, für die 18 vgl. I Kor 1 24 2 „ gleich einem Könige aber“ Σ βασιλεὺς δ’ οἷα HSS δ’ <Ηkl. Lies (??) 3 1. (ABBREV) mit HS 15 genauer „ das durch Schlagen der Luft (entsteht)“ Σ οὐθ’ ἐν φωνῇ δι’ ἀέρος πληττομένῃ (πληττομένου Wendland) σημαινόμενος Th. gr. L 20 ἐποχετεύει τὰ σύμπαντα ζῶν L ζῶν Valesius ζωῆς καὶ λόγου . . . . τοῖς πᾶσιν ἐπιλιμνάζων Hkl. Lies (ABBREV) 24 καὶ εἴ τις ἑτέρα τούτων ἐν τοῖς οὖσιν τυγχάνει λῆξις L „Natur“ Σ (= ἕξις aus λέξις, λῆξις verderbt) 26 „mit Gerechtigkeit und mit königlicher Vollmacht, und teilt“. Σ hat schlecht verknüpft: καὶ κλήρους διατάττεται κατὰ τὸ δικαιότατον, ἐξουςίᾳ βασιλικῇ τὰ πρόσφορα ωέμων L. Streiche (ABBREV) vor (ABBREV) anderen, daß sie den Himmel selber bewohnen, für andere die atherischen Wohnstatten, für andere die Luft und fur andere die Erde, und dann, indem er sie non hier wieder anderswohin verlegt, unterscheidet er sehr wohl die Lebensfuhrungen aller, pflanzt Gewohnheiten und Sitten unterschiedlich fort und sorgt fur leben und Nahrung keineswegs der Vernunftigen allein, sondern auch der unvernunftigen Tiere zum Gebrauch der vernunftigen Menschen.

Und den einen gewahrt er den Genuß des sterblichen und zeitlichen Lebens, den andern aber das Teilhaben an der Unsterblichkeit. Alles aber wirkt er als der Logos Gottes, indem er allem nahe ist und alles mit vernunftiger Kraft durcheilt, nach oben seinen Vater anblickt und gemaß seinen Winken das Untere und ihm nachfolgend wie ein Erloser aller lenkt, indem er so in der Mitte befindet, der das Getrennte zusammenfesselt und nicht zuläbt, daß ist und die gewordene οὐσία dem Sein annahert.

Eine unzerreißbare Fessel ist der Logos Gottes, der sich in der es weit auseinander fallt. Er ist die uber alles waltende Vorsehung, er ist der Pfleger und Lenker des Alls, er ist die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes, er ist der Eingeborne, der Sohn Gottes, der Gott aus Gott Gezeugte, das Wort. „Denn im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Alles ist durch dasselbe geworden und ohne dasselbe ist nichts“, lehren die ruhmlichen Worte gottlicher manner.

Er ist der gemeinsame Pflanzer aller, um deswillen die οὐσία des Alls wachst und bluht, von seinem Tau zu jeder Zeit getrankt, fur immer verjungt in ihrer Blute und einen schonen Anblick jederzeit gewahrend. Er aber halt ihre Zugel und fuhrt sie auf richtigem Wege zum Ziel und steuert nach den Winken seines 17 vgl. I Kor 124 19 = John 1 1. 3. 5 „Leben der nahrung“ Σ ζωῆς τε καὶ τροφῆς L 1. ABBREV 9 „und indem er nahe ist“ Σ streiche ABBREV: ἐνεργεῖ, τοῖς πᾶσιν ἐπιπαρὼν L 12 „ihm nachfolgend“ Σ τὰ κάτω καὶ μετ’ αὐτὸν ἀκολούθως οἶα κοινὸς ἁπάντων σωτὴρ διακυβερνᾷ L καὶ μετ’ αὐτὸν < Heikel | „so“ Σ ἁμηγέπη L 17 „er ist die pflegende Vorsehung uber alles, er ist der Lenker“ Σ (ΑΒΒREV Mask. trotz ABBREV wie 4122 7825 8311). Aber Miβverstandnis: οὒτος ἡ καθόλου πρόνοια, κηδεμὼν οὒτος καὶ διορθωτὴς L 18 oὖτος μονογενής, θεὸς ἐκ θεοῦ γεγεννημένος, λόγος L μονογενὴς] + θεοῦ θἱὸς „der eingeborne Sohn Gottes“ Σ laβt sich als ursprunglich (wie oben) verstehen (gegen Stud. 59) 21 θεολόγων ἀνδρῶν ἱεραὶ διδάσκουσι φωναί L 22 „Erloser“ Σ 1. ΑΒΒREV = φυτουργός L 26 Man erwartet ABBREV Vaters den großen Nachen der gesamten Welt. Diesenschönkÿnstlerischen eihgebornen Sohn zeugte der jenseits von allemstehende Gott, wie ein gutter Vater eine gute Frucht, und gab ihndieser Welt als das vorzÿglichste Geschek wie eine Seele für denseelenlosen Leib, und warf in die unvernünftige Natur der Körper seine Vernunft and erleuchtete und belebte die form- und gestaltlose,seelen- und artlose οὐσία mit der Kraft des göttlichen Logos, den auch wir kennen und verehren müssen, während er der ὕλη und den στοιχεῖα der Körper allezeit nahekommt, und der selber ohne Hyle und ohne Körper ist und weise, nicht als ob er von anderen weise gemacht worden ware, sondern er ist die Weisheit, das Leben und das Licht selber, ein verständiger Sprößling unsagbaren Lichtes und Einer seiner οὐσία nach, wie er von Einem Vater ist, aber er besitzt viele Kräfte in sich.

Denn nicht dÿrfen wir, weil es viele Teile der Welt gibt, deswegen auch meinen, daß es viele Kräfte gebe; ebensoweig dürfen wir, weil es viele Werke gibt, deswegen auch viele Götter hinstellen.

Einen gewaltigen Irrtum aber haen, unmündig an ihrer Seele, polytheistische Männer begangen, die die Teile des Alls zu Göttern machten und die Eine Welt in viele Stücke teilten, gleich wie wenn jemand, der von dem Bestande Eines menschen die Augen besonders nimmt und sagt, sie seien ien Mensch und die Ohren wiederum ein anderer mensch, und der ebenso wiederum den Kopf, und den Nachken, die Brust, den Rücken, die Hände und die Füßε und die übrigen Glieder einzeln abschneidet und die Kräfte der sinne teilt und von dem Einem Menschen sagt, daß es uorgeblich sehr viele seien, sich weiter nichts als ein Gelächter über seine Torheit bei den Weisen erwirkt. Demgemäß ist auch der, der sich myriadenGötter aus den Teilen der Einen Welt aufstellt und die Körper, die durchweg aus flüssiger und zerstiebbarer natur und aus Einer ὕλη gemacht sind, zerschneidet und sie sich wiederum vorgeblich zu Göttern macht.

Viel schlechter als dieser aber ist jeder, der auch diese 11—27= Laus 2324—19 2 „höher als alles” Σ. (??) vermutlich Versehen für (??): ὁ τῶν ὅλων ἐπέκεινα θεός L 8—11 ἐν ὕλῃ μὲν καὶ σωμάτων στοιχείοις διὰ παωτὸς ἐπιχωριάζοντα καὶ τὰ πάωτα ζωογονῦντα, τὸν αὐτὸν δὲ φῶς κτλ. L 17 πολυθέων ἀωδρῶν παῖδες L 23 δαταδερματίσας L genauer „allmählich schneiden” Σ, oder besser „einzeln abschneiden” 25 τάς τε τῶν αἰσθητηρίων δυνάμεις καταδιελὼν τῷ λόγῳ παμπόλλους λέγοι εἶναι ἀνθρώπους τὸν ἕνα L. Σ verbindet τῷ λόλῳ mit καταδιελὼν: „im Gedanken teilt”, dagegen vgl. Z. 29 29 „in viele Stücke schneidet” Σ vgl. zu Z. 23 ganze gewordne Welt, sie ganz und gar zumal, die aus vielen Teilen besteht, für Gott halt, ohne zu wissen, daß eine göttliche Natur niemals aus Teilen besteht. Wenn sie aber zusammengesetzt ware, so bedüfte sie auch eines anderen, der sie zusammensetzte, noch auch ware sie göttlich, wenn sie vielteilig ware. wie denn? Sie sollte aus unähnlichen Unterschieden, aus Schlecherm und Besserem bestehen? Denn das Zasammengesetzte ist auch auflösbar, und das Vielteilige ist mit Zwang unähnlich. einfach und nicht zusammengesetzt. Das Zusammengesetzte aber ist aus Unähnlichem zusammengesetzt. Das Unähnliche aber ist an sich etwas Schlechteres gegenüber dem Besseren. Denn wenn es ganz gut ware, so ware es gleich und ähnlich, und wenn es so ware, so ware es durchweg und in jedem Teil sich selbst gleich und ware daher von eindfacher und ungeteilter οὐσία. Aber keineswegs zeigt sich diese Natur der sichtbaren Welt des Alls. Denn sie ist wahrnehmbar und beseht aus Myriaden Teilen und ist zusammengesetzt, sodaß sie eben in Myriaden Teile sich wandelt, und so nimmt sie, da sie so ist, auch die gegensätzliche Natur auf. Deswegen hat diese Welt teil an der sterblichen zumal und unsterblichen, nernünftigen und unvernÿnftigen, kalten und warmen, feuchten und trockenen οὐσία, von welch allem Gott frei ist. Denn wenn die Natur Gottes einfach, unteilbar und nicht zusammengestzt ist, so ist sie jenseits und weit entfernt von aller Ordnung der sichtbaren Welt. Deswegen hat der Herold der Wahrheit deutlich gerufen, indem er spricht: Der Logos Gottes, der vor allem ist, its allein der Erlöser aller Vernünftigen; Gott aber, der jenseits von allem ist, der 1–6 = Laus 23219–24 21 „einfach“ — S. 51, 5 = Laus 23224–23324 23 vgl. Joh 11? 3 „und nicht ist sie zusammengesetzt, sodaß sie eines anderen nicht bendarf, der sie zusammensetzt“ Σ aber εἰ δὲ σύνθετος γένοιτο, καὶ ἑτέρου δέοιτο ἂν τοῦ συνθήσοντος αὐτήν L (οὑδ ἀσύνθεντος Var.) 5 „Wie aber? Aus anähnlichen Unterschieden besteht das Schlechtere und Bessere“Σ, aber? πῶς γάρ; ἐξ ανομοίων διαφορῶν, χειρόνων τε καὶ ἐμεινόνων ὑφεστῶσα L 14 l. ABBREV mit HS 15 „wenn die Welt des Alls gesehen wird“ Σ, aber vermutlich lase er ἀλλ᾿ οὐδαμῶς ἡ φύσις τοιαύτην ἑαυτὴν παρίστσησι τοῦ ὁρωμένου τῶν κόσμου vgl. Stud. 60 17 „und wo sie so ist, auch . . . aufnimmt“. Σ hat vermutlich eim καὶ ὧδε mibverstanden vgl. Stud. 60 18 „an den Sterblichen zumal und Unsterblichen, Vernünftigen und Unvernünftigen und an der . . . . οὐσία“ Σ, allein er las wohl διὸ δἠ θνητῆς ὁμοῦ καὶ ἀθανάτου λογικῆς τε καὶ ἀλόγου . . . οὐσίας ὃδε ὁ κόσμος κοινωνεῖ Stud. 60 Stammnater des Logos, der allein die Ursahe aller ist, wird mit Recht der vater seines eingebornen Logos genannt, er selbst aber erkennt keine ander, höhere Ursache als sich selbst an. Deswegen ist Er auch allein Gott selber, der Eingeborne aber geht aus ihm hernor nach verborgenem, unaussprechlichem Ratschluß, der Erlöser aller, Ein Logos Gottes, der durch alles waltet.

Die sinnliche Welt also ist nach Art einer vielsaitigen Leier, die aus unähnlichen Saiten besteht „ aus hellen und dumpfen, aus schlaffen, gespannten und mittleren, die alle whohl harmonishc sind durch musische Kunst, — demgemäß nun ist auch sie, die vielteilig und reich zusammengesetzt ist aus kalter ͌umal und ihr entgegenstehender warmer, aus feuchter und trockener οὐσία, zu Einer Harmonie vereinigt und ist ein großes Instrument und ein Werk des Gottes des Alls.

Der göttliche Logos aber besteht keinessondern ist ohne Teil und ohne Zusammensetzung und schlägt schön und weise das All an und leistet seinem Vater und dem Könige des Alls den ihm schuldigen end gebührenden Lobestribut. Wie an Einem Leibe wie aber eine unsichtbare Seele sich durch alles erstrecht und Ein unteilbarer, unkörperlicher Vedrstand, so auch bei diesem All: Aus vielen Teilen besteht Eine Welt und ebenso erstreckt sich Ein Logos Gottes, reich an Kräften und mächtig in allem, durch alles und verbreitet sich unsichtbar über alles und ist die Ursache von allem, was darin ist.

Siehst du nicht mit deinen Augen, daß Ein Himmel die ganze Welt umgibt, während Myriaden Reihen von Sternen an ihm züglichkeit ihres Lichtes die Strahlen aller Gestirne verbirgt? So also, da der Vater einer ist, muß auch der Logos dieses Wesens Einer sein: der gute Sprößling eines guten Vaters. Wenn aber jemand tadelh wollte, warum nicht mehr Söhne da seien, so geziemt es sich für diese, auch den Vorwurf zu erheben, warum er nicht mehr Sonnen, Monde, 6 vgl. Eph 46 24 – S. 51,4 „erleuchete” = Dem. IV 514 – 61 κόσμον 1 „und wird“ Σ streiche ABBREV 10 „und Kälte zumal und Wärme, die ihr entgegen steht, Feuchtigkeit und Trockenheit der οὐσία sind zu Einer Harmonie vereinigt“ Σ, aber καὶ ὅδε πολυμερὴς ὢν καὶ πολυσύνθετος ψυχρᾶς ὁμοῦ καὶ τῆς ἐναντίας, εἰς μίαν συνελθὼν ἁρμονίαν L 15 εἶ καὶ σοφῶς τὸ πᾶν ἀνακρούεται, τῷ αὐτολῦ πατρὶ . . . τὴν ὀφειλομένην . . . ἀποδιδοὺς μελῳδίαν L „ weise in alllem, stimmt er sich seinem Vater “Σ 26 „und durch“ Σ. Str. ABBREV Welten und Myriaden Anderes herstellte, indem er nach Art eines Rasenden das zu verdrehen sucht, was recht und schön ist von Natur. Aber wie bei den sichtbaren Dingen Eine Sonne die ganze wahrnehmbare Welt erleuchtet, so durchstrahlt auch bei den geistigen Dingen, uns verborgen und unsichtbar, Ein allmächtiger Logos Gottes das All. Denn was wären viele Sonnen nötig, da Eine genügt zur Vollendung des Alls? Was wären ferner viele Söhne Gottes nötig, da Ein Eingeborner genügt zur Vollendung der Ratschlüsse seines Vaters? Denn wenn viele wären, so wären sie entweder ählich oder unähnlich. wenn sie ähnlich wären, so wäre ihre Vielheit unnütz, da Ein Vollkommener und Allmächtiger zur Schöpfung und Herrichtung des Alls genügt. Denn der Logos Gottes und die Weisheit Gottes und das Licht und das Leben und die ganze Fülle des Guten, er der seinem Wesen nach Einer ist, macht eben die Zahl ihere Vielheit unnütz, da sie eitel und unschön an ähnlicher Kraft teil hätten. Wenn sie aber unähnlich wären, so mübten sie werden. Und was gibt es für Unähnliches, das werden könnte gegenüber dem Vollkommenen und Allgenügenden als das, was unvollkommen und seiner Natur nach mangelhaft ist? Aber es gibt keinen unvollkommenen Spröbling Gottes. Vollkommen also ist der Eingeborne Gottes, und keineswegs gibts es vieles Logoi Gottes, sondern: Gott aus Gott, allem genügend und allmächtig, Ein Bild des Lichtes seines Wesens, wie die göttlichen worte überliefern, der zum Nutzen der Wiederherstellung und Heilung aller gewordenen Wesen notwendig geschaffen ist, seinem Wesen nach Einer, aber mannigfach in seinen Kräften, der allein zun Schmucke des Alls genügt.

Denn auch im Menschen ist Eine Seele und Eine vernünftige Kraft, und sie ist zugleich die Fertigerin der vielen Künste, wenn eben dieselbe, um das Land zu bearbeiten, Schiffe herzustellen und sie zu lenken und um zu bauen, viele Dinge lernt und tut; und Ein Verstand und Eine Überlegung im Menschen empfängt bisweilen Myriaden Lehren, und eben derselbe mibt das Land, beobachte den Lauf der Sterne, überliefert Worte der Grammatik und der Rhetoren, wird ein Führer der Heilkunde in Lehren und in Werken der Hände, und bis jetzt hat noch niemals jemand geglaubt, dab es vieles Seelen in Einem Leibe gebe, 8 vgl. De Xenophane, Zen. Gorg. c. 3; Dem. IV 31 ff. 21 vgl. Hebr 1 3 25–S. 53, 14 = Laus 233 24–235 12 Dem. IV 5 9–12 14 „macht unnütz“] wörtlich „schleppt zum Unnützen “Σ 25 „Denn“] wörtlicher „weil“ Σ, an das Vorige angeschlossen 28 l. ABBREV mit HS 29 „und viele“ str. ABBREV 30 „und empfängt“ str. ABBREV 32 l. ABBREV lee noch auch mit Verwunderung erwartet, da? es viele ο?σ?αι im Menschen gebe wegen des Empfanges vieler Lehren. Wenn aber jemand eine gestaltlose Scholle Lehm findet, sie dann mit seinen Handen knetet und ihr die Gestalt eines Lebewesens gibt, und durch die Eine Form einen Kopf, durch die andere Hande und Fu?e, durch eine andere ferner die Augen und die Wangen ebenso und die Ohren und den Mund und Nase, Brust und Rucken durch die Kunst der Plastik abbildet, so ist es dennoch keineswegs richtig, weil viele Formen, Teile und Glieder an Einem Leibe gschaffen sind, deshalb zu meinen, da? ebenso auch viele Schopfer seien, sondern Einen allein, den volligen Schopfer des Alls zu loben, der durch Eine Uberlegung und Eine Kraft das All hergestellt hat.

So durfen wir auch uber diese ganze Welt, die Eine ist, aber aus vielen Teilen besteht, nicht viele schaffende Krafte setzen noch viele Gotter nennen, sondern nur die Wine allweise und allharmonische, in Wahrheit gottliche Kraft und gottliche Weisheit segnen, die mit Einer Kraft und Einer Tuchtigkeit durch alles hindurchgeht, durch die ganze Welt wallt, alles einrichtet und lebendig macht und zumal allem und jedem Einzelnen, Korpern und Elementen mannigfache Unterstutzung verschafft.

So ist auch das Licht der Sonne Eines, und mit einem und demselben Darauffallen zumal durchstrahlt sie die Luft, gibt den Augen Licht, erwarmt das Gelenk, befruchtet die Erde, mehrt die Pflanzen, richtet die Zeit ein, geht vor den Sternen her, umkreist den Himmel, erhellt die Welt, stellt die Kraft Gottes allem deutlich hin und vollendet dies alles durch Einen einflu? auf die Natur, und eb enso reinigt die Natur des Feuers das Gold, schmilzt das Blei, lost das Wachs auf, trocknet den Lehm und verbrennt das Dickicht, indem sie all dies mit Einer Brennkraft wirkt.

So ist auch der Logos Gottes, der Allkonig, der sich durch alles erstreckt, in allem und tritt an alles heran, das im Himmel und auf Erden ist, lenkt das Unsichtbare und das Sichtbare, regiert eben die Sonne, den Himmel und die ganze Welt mit unaussprechlichen Kraften, indem er mit tatiger Kraft allem nahe ist und durch alles waltet, la?t ferner ebven der Sonne, dem Monde und den Sternen aus seiner eigenen 8-15 "Weisheit" vgl. Praep. III 136. 7 15 vgl. I Kor 1 24 3 "Scholle"] ὕλην L D | "zusammensetzt" Σ ἁπαλύνας L D l. ABBREV 4"und" <Σ 1. ABBREV 6 ὡσαύτως L D 1. ABBREV 7 "und so" Σ str. ABBREV 8 "Teile" <Σ σχ?ματα καὶ μέρη καὶ μέλη L P ~ D 1. ABBREV 18 καθόλου τε τοῖς πᾶσι καὶ τοῖς κατὰ μέρος σώμασί τε καὶ στοιχείοις L 20 "Darauffallen"] προσβολή L D Quelle unversiegliches Licht regnen, hat den Himmel als das ähnlichste Bild der eigenen Größe eingertichtet und halt ihn in Ewigkeit fest, und füllt die jenseits des Himmels und der Welt existierenden Kräfte der Engel und der Gutn aus den bei ihm aufbewahrten Schätzen, <und< durch Eine und dieselbe Kunst der Schöpfertätigkeit ermangelt er niemals, den Elementen gestalt, Aussehen und Form, und Variiert Myriaden Eigenschaften in den Lebewesen und Pflanzen und in den vernünftigen und unvernünftigen Seelen bald so bald anders, gewährt allen zumal alles mit Einer Kraft und zeigt deutlich keineswegs eine siebensaitighe oder vielasiting Leier, sondern Einee ganz harmonische Welt als das Werk Eines weltschaffenden Logos.

Derart ist also der gemeinsame Erlöser aller, der Logos des Gettes des Alls, üder den den ein Theologe mystisch so redet: „Er war in der Welt, und die Welt ward duch ihn, aber die Welt kannte ihn nicht“. Denn nicht früher noch lernte sie ihn kennen, als bis er sich selbst in den letzten Zeiiten offenbarte dfenen, die in der Finsternis des Bösen gehalten sind. Aber daß der Schöpfer der ganzen Welt, der der gemeinsame Erlöser aller ist, derart ist und diesem All eine so so großε Unterstützung gewährt, ist von uns mit Recht gezeigt worden. Jetzt aber müssen wir in Kürze sagen, welche Natur der οὐσία eben die Welt des alls erlangt hat, die von einem κυβερνήτης gelenkt. wird und die aus Himmel, aus Erde und dem, was darauf ist, besteeht.

Zwei Naturen also vereinigt sie: die die bessere und dem göttlichen Logos verwandte oὐσία, die, selb er verständig und vernünftig, mit dem Verstande gesejem und mit der vernunft wahrgenommen wird, und von der all das gegriffen warden kann, was basser als Körper ist — und zweitens diejenige οὐσία, die zum Gebrauch der ersten notwendig bestimmt wurde, die ὕλη, die Urquelle der Körper, „die mit <un< vernünftigem Sinne vorgestellt wird, die wird und vergeht, aber durchaus 6 vgl. Kol 23 16= Joh 110 30= Platon Timaios 27 D 3 lies Abbrav statt Abbrav 4 „und die οὐσίαι der verständigen und vernünftigen Geister“ Σ τὰς . . . .δυνάμεις ἀγγέλων καὶ πνευάτων, νοερῶν τε καὶ λογικῶν οὐσιῶν ζωῆς ὁμοῦ καὶ φωτὸς . . . .ἐμτίπλησιν L D 6 „und“ <Σ 1.Abbrav 7 „und (str. Abbrav) ermangelt er niemals der οὐσία der στοικεῖα zu geben“ Σ καὶ στοικείοις οὐσίας οὔποτε διαλιμπάνει παρέκων LD 9 „Werke“Σ ποιότητας LD 11 „bisweilen oὔποτε Σ ἄλλοτε ἄλλως L 30 „verderbt“ oder „verstümmelt wurde“ Σ 1. Abbrav | „die Urquelle“] wörtlich „die gebnurt“ wohl ἡ τῶν σωμάτων γένεσις | αἰσθήσει ἀλόγῳ δοξαστόν Platon Eus. 1. ABBREV Niemals ist“, wie meines Erachtens schön gesagt ist. Aber das, was Mit leiblichem Sinne gesehen wird, zeigt Eine Welt an: eben die, die allen sichtbar ist. Aber auch das Unsichtbare, so hat man schön gesagt, Ist Eine Familie vernünftiger, geschaffener Wesen. Wie in dem Sichtbaren Eines die Natur der Körper ist, zu welcher eben gehören teils Die Dinge, die im Himmel und im Äther sind, und das, was sich Gesondert in ihnen befindet, teils die Dinge, die in der Luft und auf Erden sind, und die darauf sichtbaren Lebewesen und Pflanzen, so Ist auch in der verständigen, unsichtbaren οὐσία Eine gemeinsame Art aller und verständigen Kräfte, während Myriaden mannigfacher unterschiede dabei vorhanden Sind.

Eben dies also das aus ὕλη und Körpern gemacht Ist, das wir sinnliche Welt zu nennen gewohnt sind, und das aus Himmel und Erde Und dem, was darin ist, besteht, — mag verglichen werden einer königlichen Stadt, in der Myriaden Bürger leben in der Teils königliche Paläste abgesondert sind: die königlichen Gemächer Im Innern, in welche die moisten nicht eingehen noch sie betreten, Teils äußere Häuser als Plätze für die Leibwächter, teils wiederum solche in der Ferne und vom Hof getrennt, den Geringen und Massen überlassen. Zahlreich sind die Plätze im Himmel und zalreich die Unterhalb derselben: im Äther und in der Luft über der Erde, während Der Wohnitz auf Erden für die, welche auf ihr wandeln, weit ist, er, der Uns allen bekannt ist. Diejenigen aber, die jenseits des Himmels wohnen, Sind hoher als alles Denken sie, die ebenfalls drinnen im göttlichen Königspalast abgesondert sind, um den König des Alls kreisen, neben Seinem göttlichen Logos tanzen, aus den Strahlen, die von ihm ausgehen, Wie aus unversieglichen Lichtquellen schöpfen, erleuchtet sind Und voller Licht bestehen. Alle Lichter und Scharen und Reihen unkörperlichen Lichtes, die die Plaätze jenseits des Himmels inne haben, ehren Gott, den König des Alls, mit den höchsten, Gott geziemenden Lobliedern. In der Mitte aber ist dem großen Himmel um geworfen Ein zyanenfarbiger Vorhang, der die außerhalb der königlichen Paläste 3 stoisch? vgl. Praep. XIII 13 27 14 vgl. Praep. XV 15 3 ff. (Arius Didymus) 26 „aus den Strahlen“ — S. 55, 6 = Laus 196 26 – 197 6 3 1. ABBREV mit HS 16 „und die“ str. ABBREV 23. 24 1. ABBREV 25 1. ABBREV 30 „und ehren“ str. ABBREV 32 „der außerhalb der königlichen Paläste fernhält und die Leibwächter um diesen kreisen“ Σ, aber lies das ABBREV vor ABBREV ABBREV statt vor ABBREV ABBREV Vgl. τοὺς ἐκτὸς τῶν εἴσω βασιλικῶν Οἴκων διεῖργον L + δορυφόρους Σ befindlichen leibwächter fernhält. Um diesen kreisen, gleichsam auberhalb der Tore, Fackeln tragend Sonne und Mond und die lichtbekleideten Gestirne am Himmel, ehren den jenseits des Alls waltenden König des Alls und zünden auf seinen Wink und auf sein Wort denen,die den finstern Ort außerhalb des Himmels erlanght haben, die unverlöschlichen Lichtfackeln an. Eben diesen finstern Ort haben die den leiblichen Augen unsichtbaren Kräfte der Luft die Dämonen erlangt und ebenso die irdischen Lebewesen, unter anderen auch der Mensch, das Haupt aller, dessen Geschlecht keineswegs der verständigen und vernÿnftigen, unsichtbaren οὐσία fremd ist. Dieser eben wurde geschaffen, um die Gottheit, die die Ursache des Alls ist, und ihr Reic auf Erden zu preisen. Gleichwie aber auf Erden Ein und dasselbe Menschengeschlecht sich über den ganzen Erdkreis erstreckt und Myriaden Völker auf Erden zu preisen. Gleichwie aber auf Erden Ein und dasselber menschengeschlecht sich über den ganzen Erdkreis erstreckt und Myriaden Völker aus ihm entstanden sind und wie allerlei Lebensarten und mannigfache Moden σχήματα, Gewohnheiten und Sitten keineswegs nur der Barbaren und Wilden, sondern auch der friendfertigen, wohlanständigen und weisen Menschen vorhanden sind, und wie unter ihnen sklaven und Freie, Arme und Reiche existieren und solche, die selbst in ihrer Haut farbe variieren, wie ferner die Skythen diejenigen sind, die das Los erlangt haben, außerhalb im Norden zu wohnen, die Inder, die im Sonnenaufgang, die Kuschiten, die im Sonnenuntergang, und die Griechen und andere, denen es zu teil geworden ist, in der Mitte der welt enden zu wohnen, und wie ferner unter diesen allen die einen über Teile der Völker herrschen, die anderen aber das Unterwerfen vollenden, und wie beim Grobkönig aller diese Nationen einige 25 sind, die als Freunde geachtet warden, andere, die zu vielen Würden emporsteigen, andere, die wegen ihrer vorzüglichen Taten geehrt warden, andere, die den Rang der Sklaven ausfüllen, andere, die Lanzen tragen und mit Schilden sich umgürten, und ferner solche, die in Städten στρατηγοί sind, und solche, die die Funktionen der Stadtmagistrate verrichten, wie endlich den einen die Lose der Plebs bescheert sind, die anderen aber für Feinde und Bösewichter erachtet warden, — so sind dennoch aber alle Menschen und ist Eines das gemeinsame Geschlecht aller. Über ihnen allen giebt es Einen König, eine einzigartige Macht, die mit eigner, allerhöchster Machtvollkommenheit bekleidet ist. Diesem entspricht das königliche Gesetz und Wort und von oben schreibt es allein der Vater und Gesetz- 8 „und andere und“ Σ =τά τε ἄλλα καί 19 „die selbst in ihrer Hautfarbe variieren wie die Skythen, und diejenigen, die“Σ. Aber das ABBREV vor ABBREV gehört vor ABBREV 1. ABBREV geber als Großkönig vor. E saber läuft nach unten durch alle Herrscher und Untertanen und macht Einem königlichen Joch das ganze ihm unterstellte Geschlecht untertan und läßt die einen zur Ehre nach oben steigne, den andern aber vergilt er, wie sie es verdienen.

Demgemäß aber existiert Eine höchste, Zeugende, verständige und vernünftige οὐσία, und shcön hat man gesagt, daß Eines auch das Geschlecht dieser Menschen ist und daß sie in nichts sich unterscheiden von Brüdern, die alle von Einem, gleichsam von eben dem Vater des Wortes Gottes, geschaffen sind. Es gibt aber Myriaden Völker und Geschlechter von gutem und dem entgegengesetzten schlechten Anteil und mannigfache, unzählbare Unterschiede im Denken und Moden und Lebersweisen von einander entgegengesetztem Zustand, aber keineswegs von entgegengesetzter Natur; den die Natur aller ist Eine und das Geschlecht ist Eines und dasselbe. Infolge der Verschiedenheit ihres Willens vielmehr haben sie viele Moden und verschiedene Lebensweisen gefunder: daher die Scharen der Engel, der Geister und der leiblosen und unsichtbaren Kräfte, die teils leuchten und funkeln, erleuchtet von den Strahlen des göttlichen Logos, die teils finsterer und schwärzer als alle Kuschiten sind, ausgelöscht und beraubt jedes vernünftigen Lichtes. Gar sehr aber verdient dieses Geschlecht der Menschen den mittleren Teil der Welt, da ihm die Fülle des Bösen zumal und des Guten zu teil wurde. Ein König aber, Eine einzigartige Macht, der Gott, der höher als alles, was im Himmel und über dem Himmel ist, er ist es, der die Dinge der Luft, die auf Erden und unter der Erde, der alles in allem durch königliches Gesetz und Wort beherrscht. Gesetz und Wort aber ist Einer: der in allem Lebendige, das wirksame Wort Gottes, wirksam keineswegs wie das sterbliche Gesetz und Wort, das aus dem Munde der Sterblichen in die Luft verweht wird, sondern sie uns jetzt klar ist aus dem, was er imstande war zu schaffen — alles mi taller Kraft un Weisheit lenkend, er, der als Logos Gottes durchaus gerecht allen die ihnen passenden Lose zuteilt und die einem jeden von ihnen zukommenden Plätze anweist: die nächstgelegenen gibt er der Schar der Glückseligkeit, die entgegengesetzten aber denen, die vom Besseren abgefallen sind, wie sie es verdienen, und alle zumal läßt er um neben 7 vgl. Platon Politeia 415; Clemens Alex. Stromateis 705; Praep. XIII 13 18 9 „und von “Σ str. ABBREV 11 „und einen entgegengesetzten Zustand“ Σ, aber 1. ABBREV 23 „und er“ Σ str. ABBREV 30 lies ABBREV statt ABBREV Druckfehler dem Himmelreich zu frohlocken, die anderen, um draußen Wache zu halten, noch andere, um jenseits in der Ferne zu leben, alle aber, um mit Eimem Munde Gott, den König des Alls, mit ihrem Unterricht und ihrer Lehre zu preisen, auf daß sie dies Gesetz in ihren Herzen und natürchen Gedanken tragen: den Einen zu bekennen, der das Ebenbild des Reiches ist, der der eingeborne Logos ist, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborne aller Kreaturen, wie die göttlichen Worte mystisch lehren.

Eben seiner Ehre haben allzumal alle Herrscher und Untertanen inallen Häusern und in allen Städten angehangen. Keineswegs wie mit seelenlosen, bunten Farben auf Bildern, sondern drinnen in den Herzen mit ihrer vernünftigen Kraft ist wie auf geistigen Tafeln die Verehrung der Gotteit verzeichnet. So verehren von denen, die sich selber als Feinde und Bösewichter betrachten: den bösen Dämonen und frevlen Geistern und den Fürsten, den Herrschern dieser Welt, die sich das Bild des falschen Reiches angeeignet und andere Schriften anstatt der anderen überlieferten herausgegeben haben, das heißt aber Myriaden betrügerischer Schriftwerke, <und< die jenen gefürchteten Namen und jene Bezeichnung, die im Gesetz mit einbegriffen, dennoch aber mehr ist als das Gesetz d. h. den Namen Gottes an sichgerissen haben, so daß sie ihn für das Geschlecht der sterblichen Menschen unten auf die Erde in Körper, στοιχεῖα und Weltteile warfen, weswegen die Menschen die Geschöpfe mehr fürchteten und bedienten als ihren Schöpfer.

Ferner aber nannten sie auch eben die dämonischen Kräfte, die mit Gott straiten und widerspenstig sind, die durch ihre eigene Verkehrtheit so wurden, Götter — sie, die niemals sind! Aber mit Recht sind auch diese als Feinde und Bösewichter betrachtet worden, vor denen zu fliehen uns das wahre Gesetz befohlen hat, vielmehr nur unsere Zuflucht zu nehmen zu dem, der der erlösende Logos aller ist, der auch den von ihm stammenden Samen keineswegs nur auf die Plätze des Himmels, sondern auch auf die Erde geworfen hat, um zu sprossen.Einen und denselben Artanteil hat er den Wesen im HImmel und denen auf dem αροιχεῖον der Erde zu teil warden lassen, wo der logische Verstand in den Menschen, der von der körperlosen, geistigen οὐσία und von der Art des göttlichen Logos herrührt und der auf Erden durchweg 7 vgl. Kol 1 15 15 vgl. Joh 12 31 Praep. VII 16 10 Dem III 3 19 24 vgl. Röm 1 25 8 „und allzumal“ Σ str. (??) 19 „und“ Σ 26 1. (??) 28 1. (??) Lee 32 1. (??) Bernstein 36 „auf Erden großgezogen wird“ Σ noch Kind ist, durch seine Fürsorge großgezogen und für die Umwandlung von hier zum Besseren vorher erzogen und vorher geübt wird und seine Umwandlung zu dem ihm verwandten geistigen Sein vorbereiten lernt, so daß der Mensch eben hierdurch vollständig um seiner Gemeinschaft mit dem göttlichen Logos willen, und zwar er allein von den Wesen auf Erden, des Namens der Vernünftigkeit würdig ist. Der Verstand aber nnd die vernünftige Seele erlangten notwendig einen Platz auf Erden, so daß nach dem kurz zuvor erwähnten Beispiel ein kleines Abbild der göttlichen Hauptstadt auf Erden besteht und daß im ganzen göttlichen Reiche auch nicht einmal ein Platz auf Erden jenes Anteils beraubt ist. Denn es ziemte sich für den Logos, den gemeinsamen Vater aller, in allen Teilen der Welt von seinem Erzeugnis gepriesen zu warden, so daß daher nicht einmal das στοιχεῖον der Erde von dem Beharren eines Stüches Vernunft beraubt ist, sodaß nicht nur von denen, die jenseits der Welt und im Himmel wohnen, und von den vernünftigen Wesen, die in der Luft fliegen, sondern auch von denen, die auf Erden leben, der Lobpreis, der dem Schöpfer und Vater des Alls gebührt, emporgesandt wird, was ja das göttliche Wort lehrt, indem es so jedermann aufträgt, einen gottgeziemenden Hymnus zu singen: „Preist Gott vom Himmel, preist ihn in der Höhe, preist ihn, ihr, alle seine Engel, preist ihn, ihr alle seine Kräfte, preist ihn, Sonne und Mond, preist ihn, all ihr Sterne und du, Licht, preist ihn, ihr Himmel der Himmel!“ Nach diesen Dingen zählt er der Psalmist die Wesen auf Erden so auf: „Preist Gott von der Erde“ usw., unter anderen auch das vor allem vernünftige Geschlecht der Menschen, welches er auch in besonderen Anzahlen von Ordnungen in folgender Weise abteilt: „Preist ihn, ihr Könige der Erde und all ihr Völker, ihr Großen und all ihr Richter auf Erden, Jünglinge und Jungfrauen, Greise samt Kindern! Sie sollen preisen den Namen des Herrn, weil sein Name allein groß ist und sein Lob auf Erden und im Himmel ist.“

Mit den Scharen also, die im Himmel sind, führte er auch die auf Erden xusammen zum Lobe des Köhigs des Alls in diesen Worten. Denn ihn allein in Wahrheit und keinen anderen Gott, der jenseits von allem waltet, ehren die 20 = Psalm 148 1–4 25 = ebd. 7 27 ebd. 11–13 34–S. 59,3 = Laus 198 16–18 24 1. (??) 25 „das andere und“ = τά τε ἄλλα καί 31 „Gegen die Scharen . . . führte er auch die auf Erden mit ihnen zum Lobe“ Σ, vermutlich = ἐπι-συν-άγω Himmel von oben und die Scharen, die höher als die Himmelsgewölbe sind. Es preisen mit unaussprechlichen Hymnen die Heere der Engel, und die Geister, die Kinder des geistigen Lichtes, segnen ihren Vater. Ihn umlaufen auch Sonne und Mond und die Sterne in den Kreisen weiter Welten mit langem Laufe <und< durcheilen die Kampfplätze ätherischer Stadien, und die unsichtbaren Kräfte, die in der freien Ebene der Luft fliegen, bekennen den schuldigen und gebührenden Lobpreis.

Wie also sollte überdies nur das στοιχεῖον der Erde der Versorgung durchweg ermangeln und die irdische Natur, die alle diese Früchte hervorgebracht hat, vereinzelt dem Lobe fernstehen und die alle Früchte tragende Wohnstatt auf Erden der vernünftigen Lebewesen entbehren? Aber nicht schien dies gut zu sein dem allweisen Schöpfer des Alls, weswegen er auch diesen Platz auf Erden mit geistigen und vernünftigen οὐσίαι besäte und zu ihrem Gebrauche die übrigen Lebewesen und die Erzeugnisse der Früchte und Blumen bereitete und auch hier dem Vater das Lob von den Menschen zu dem von den Scharen des Alls hinzufügte. Dies wurde so vor Zeiten vollendet, daß mit den göttlichen und vern ünftigen Scharen und den Reihen der Engel der Mensch, der nach dem Bilde Gottes wurde, den Logos, seinen Vater, mit Hymnen und Lobpreisen ehrte. Sein Denken ging nicht ire in der Herstellung seelenloser Götzen noch in trügerischen und dämonischen Halluzinationen, noch in den irrigen Mythen der Polytheisten. Denn diese Dinge sind erst nach einiger Zeit neu entdeckt worden durch das Poetengefasel. Jene ersten alten Häupter unseres Geschlechts aber, die die Künste noch nicht gelernt hatten: Malerei, Tischlerei, Schnitzarbeit und noch nicht die letzte: die Schmiedekunst zu bösen Werken benutzten, riefen in der Einfalt ihrer Seele und in ihrem natürlichen Denken den Schöpfer der ganzen Welt und ihren Herrn an und bekannten allein ihn, den Herrn und Gott des Alls in der Lehre ihres Geistes. Demgemäß handelte unser Stammeshaupt und ebenso auch das einst Gott liebende Geschlecht der Hebräer, das wie ein Sohn von seinem Vater das gute Erbe frommer Lebensführung empfing. Die aber ehrten nichts, abgesehen von dem Einen über allem stehenden 4—6 = Laus 1988—10 6—8= Laus 198 13—14 19 vgl. Gen 1 27 25 vgl. Praep. I 9 13 äth. Hen. 8 1 69 6 ovid. Metam. I 89 ff. 5 μακρῶν αἰώνων κύκλοις δολιχὸν ἐξανύοντες δρόμον αἰθερίων σταδίων δϋππεύουσιν ἁγῶνας L. Statt ἀγῶνας las Σ vermutlich ἄθλους und verstand: „in den Stadien des Äthers und bringen ihm eilend Kränze“. Aber das ABBREV lies vor ABBREV statt vor ABBREV 32 1. ABBREV Gottkönig und seinem Logos, dem Erlöser des Alls, mit keuschem Lebenswandel und frommer Lebensführung. Deswegen waren sie der Offenbarung des göttlichen Logos, der Prophetie und der Lehre der Gerechtigkeit würdig.

So also füllte der göttliche Logos, der Schöpfer des Alls, alle Orte und alle Plätze oberhalb der Welt und im Himmel und dasz στοιχεῖον der Erde mit seimen Samen geistiger und vernünftiger οὐσία. Der auf die Erde fallends Same aber der geistigen und vernünftigen Pflanze war das Wissen des Menschen, das jetzt in vielem Schilf und Gras des irdischen und vergänglichen Fleisches eingeschlossen ist, und das viele Dornen des sterblichen Lebens umgeben. Wenn ihm aber zuverlässige Pflege zu teil wird und wenn er von der ὕλη, die ihn schädigt, gerinigt wird und den Säemann, den oberhalb des Himmels waltenden Logos, kennen lernt und ihn fortan preist und wie ein Kind über seine erste Lehre nachsinnt und zu rechter Zeit die Ähren seiner Vorzüglichkeit und die vollendete Frucht seiner vernünftigen Natur sprossen läßt, dann wird er nach Art der Erntezeit eben im Tode des sterblichen Lebens die überflüssigen Dinge des äußeren Schilfes und das irdische und vergängliche Gewand des Leibes ablegen, die er jetzt schön zum Gebrauche des Sprossens der vollendeten Frucht benutzt hat. Wenn er diesen Leib zu rechter Zeit schön ausgezogen hat, so wird er wie einer, der vorzüglich geworden ist und die Kräfte seiner Vorzüglichkeit gesammelt hat, die ihm im Schat͌ hause des Guten aufbewahrt sind, vollendet mit Vollendeten leben. Ihm aber, dem Säemann des Alls und dem Pfleger, läßt er die vollkommene Frucht des gottgeziemenden Lobes sprossen, deswegen weil er ihn allein, seinen Vater, König nnd Herrn in diesem Leben erkannt und ihn allein, Gott seinen Werkmeister und Schöper, in den ihm verwandten und verschwisterten geistigen Dingen bekannt hat, so daß er ihn auch an dem himmlischen Ort des Verkehres der Besseren preist und ehrt mit der ihm zukommenden und gebührenden Ehre. Nicht aber nennt er Gott irgend etwas anderes, das nicht wert ist, Gott genannt zu warden, 22 vgl. Syr. Baruch 1412 10 „Sterne“ Σ lies (ABBREV) 19 Statt (ΑΒΒREV) lies (ABBREV) Bernstein 21 Statt (ABBREV) „er hat gelebt“ lies (ABBREV) 22 kann man verstehen: „so wird er . . . . . im Schatzhause des Guten als Vollendeter aufbewahrt, der mit Vollendeten gelebt hat“. Aber vgl. den Sprachgebrauch des Eusebius θεὸς . . . . τοῖς εὐσεβείας ἐρασταῖς ἀγαθὰ παρ’ ἑαυτῷ ταμιευςάμενος Heikel 8 29, περὶ . . . τῶν τε τοῖς θεοφιλέσι παρ’ αὐτῷ θεῷ τεταμιευμένων ἐγαθῶν Heikel 140 12 sondern ihn allein, über den alles Zeugnis ablegt, ihn, den die ganze sichtbare und unsichtbare Schöpfung Gott nennt und verehrt als den, der allein die Ursache des Alls ist.

Dies also derart.

Von neuem aber wollen wir uns wiederum der uns vorgenommenen Rede näher. Der HImmel also und die Plätze am Himmel, die mit leiblichen Sinnen wahrgenommen werden, und die Erde und die Luft und alles, was aus ihnen besteht, einer großen Stadt gleichend, ist von den seelenlosen στοιχεῖα in seinen Teilen: der Erde, dem Wasser, der Luft und dem Feuer in nichts unterschieden seiner Natur nach. Man darf aber nicht meinen, daß dei Bürger der großeb Stadt aus eben der ὕλη beständen. Ebensowenig dürfen wir sagen, daß der Same der vernünftigen Seele und des vergänglichen Leibes ein und derselbe sei. Denn der Verstand und die Vernunft und die vernünftige Seele und die ganze geistige Natur sind, so hat man genau und schön gesagt, Same des allschaffenden Logosgottes, aber keineswegs Teile von der Erde und von der Luft, auch nicht von der kalten und warmen οὐσία, sondern von den vorzüglichen Kräften, die daher der Gemeinschaft mit der Vorzüglichkeit wert sind, dewegen weil die ersten Dinge Ursachen wurden für die nach ihnen. Die ersten Dinge aber sind die Sprößlinge der Vernunft, die aber nach ihnen: die der Unvernunft, und nach den ersten οὐσίαι sind die letzten diejenigen, die nach Ursachen wurden. Aber die ersten Dinge und der Ursprung der Zeugung liegt in den geistigen Seelen, um derentwillen auch der Same der leidensfähigen Körper bereitet wurde. Denn für die Einwohner mußte ein ihnen genügendes Haus hergerichtet werden. Deswegen erschien zuerst der Himmel als ein geeigneter Platz für die Bürger über ihm und in ihm, und die Gewölbe im Innern des HImmels wurden abgesondert für die Einwohner, die ihm entsprechen. Als die Bürger auf Erden aber würdest du, liebe Seele, weder je die wilden Tiere noch das Geschlecht der giftsprühenden Schlangen nennen, noch alle die, welche an der Natur und dem Namen der Unvernunft teil haben. Denn sie sind deine Sklaven, die durch Naturgesetz unterworfen werden und den vernünftigen Wsen als ihren Herren notwendig die gebührende Bedienung verrichten. Denn der Ochse, de Pflüger für die Menschen, wirft freiwillig zum Pflügen den Nacken ins Joch; der Esel bekennt, wenn er trägt, seine Natur; das Pferd freut sich über seinen Herrn, der es reitet, und der Jagdhund umwedelt den, der ihn füttert.

Schafe und Herden ferner sind den Menschen mit reichem Besitz gegeben und wilde Tiere sind eine Übung 4 „von neuem“] „von oben“ Σ = ἄνωθεν 25 1. ABBREV ABBREV, da auch ABBREV Singular 30 Lies ABBREV, da auch im Folgenden Mask. für die Tapferkeit. Eben sie töten und unterwerfen wir und auch die Vögel, die in der Höhe fliegen, fangen wir mit Hülfe der Vernunft, und die Fische, die unten in den Tiefen des Meeres und in seiner Mitte schwimmen, bringen wir herauf. Offenbar lehrt die Natur, daß alle diese Dinge um des Menschen willen bestehen. Der Mensch aber ist ein Sprößling der göttlichen Vernunft, ist nicht um etwas anderen, sondern um seines Vaters willen Vernunft, damit er sehe und durch sein Wissen beurteile die ganze Weisheit seines Vaters, die in jedem Geschöpf der Schöpfertätigkeit sichtbar erscheint, und damit er eben ihr, solange er noch jung ist, sich anähnele und in jedwedem seinem Vater nacheifere: in Gesetz, Vernunft, Wissen und Weisheit, und damit er lebe, wie ihm als einem Bilde der Vorzüglichkeit gelehrt ist, und damit er lerne, zumal mit den Scharen im Himmel auch von der Erde nach Art der Propheten und Priester die Lobpreise emporsenden, die dem König des Alls und Gott, der Ursache des Alls gebühren.

In solchen Bildern also ruft der Logos, der Lehrmeister der ganzen Natur, indem er sich wundert über die veränderliche Natur der Vorzüglichkeit in den menschen, in göttlichen Lobgesängen aus und sagt: Was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und der Mensch, daß du “ihn heimsuchst! Du hast ihn ein wenig unter die Eugel erniedrigt, mit Ehre und Ruhm ihn bekleidet, du hast ihn zum Herrscher über das Werk deiner Hände gemacht und hast alles unter seine Füße gelegt, alle Schafe und Rinder, selbst die Tiere der Wüste, die Vögel unter dem Himmel und die Fische des Meeres, die in den Pfaden der Wasser wohnen“,

das heißt: allein das vernünftige, gottliebende Geschlecht von denen auf Erden, über das ein anderer theologischer Prophet im Geheimnis deutlich so lehrt, daß es in seiner οὐσία nach dem Bilde Gottes sei: „Und es sprach Gott: Wir wollen einen Menschen machen nach unserm Bilde und nach unserer Ähnlichkeit, und sie sollen herrschen über die Fische im Meere, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht“. Und mit dem Worte verband er auch die Tat: „Und Gott machte den Menschen“ und er der Prophet spricht: „Nach dem Bilde Gottes hat er ihn gemacht“. Und ferner noch mehr, er stellte das Bild der göttlichen Ähnlichkeit aus dem göttlichen Odem her, indem er der Prophet 19 = Psalam 85–9 28 = Gen 1 26 32. 33 = Gen 1 27 14 1. ABBREV (Druckfehler) 16 Statt: „in solchen Bildern“ ist vielleicht zu übersetzen: „Demgemäß“ = ABBREV ABBREV 21 ABBREV HS 1. ABBREV Lee sagt: „Und er blies ihm den Atem des Lebens ins Gesicht, da wurde der Mensch zur lebendigen Seele“. Er lehrt, daß er ihmm die vorzüglichste Herrschaft und Königswürde gab, in den Worten, die er spricht: „Sie sollen herrschen über alles, das auf Erden ist, über das Vieh, die Vögel, das Gewürm und die Tiere“. Über alle diese Worte legt die Natur Zeugnis ab, die alles unter seine Hand getan und alles diesem vernünftigen Lebewesen unterworfen hat. Wenn aber die göttlichen Worte von dir nicht gehört und anerkannt warden, so glaube ich dennoch nicht, daß dein Denken so große Finsternis sei, daß du nicht im Geiste bei dir überlegst, wie eben die Vorzüglichkeit des Körpers und des Leibes beschaffen sei oder eines anderen göttlichen Etwas, welches den Leib bewegt. Ich meine aber dies, daß wir verstehen, den kritischen Verstand auf die οὐσία dieses Etwas, das existiert, anzuwenden, ferner dies, daß wir durch das Gedächtnis eine Lehre überliefern, endlich dies, daß wir zu einer Theorie über das All fortschreiten. Geh in dich und frage, ob die Natur des Leibes erkennen kann den Bestand der Welt, die Wirkung der Wandel der Zeiten, den Umlauf der Jahre, die Reihenfolge der Sterne und so viele andere Dinge, die rechnung der Arithmetik ersonnen haben. Da diese Dinge unkörperlich und die Theorien über sie vernünftig sind, so ware e seine undendlich große Torheit, sie an Körper und Fleisch und Blut anzuheften. Mit Recht warden diejenigen, die so meinen, gggefragt: weil alle Kräfte des Leibes in die fünf Sinne zusammengefaßt warden, welcher von ihnene ist den so beschaffen, daß er den Menschen Theorie und Lehre nur die Unterscheidungsfähigkeit von Farben und Formen. Wenn du aber das Gehör nennst, so nennst du das Organ, das die hellen und dumpfen Klänge, aber keineswegs die vernddünftige Theorie aufnimmt. Der Geschmack ist wiederum ebenso der Sinn für Süßigkeit und Speise. Demgemäß ist auch das Riechvermögen eine Prüfung der Gerüche, aber nicht der lehren, Ferner berührt der Sinn, der sich über den ganzen Körper erstreckt, das Warme und Kalte, Harte und Weiche, aber keineswegs die Tugend und die Weisheit, die viel besser ward. Wie aber? 1= Gen 27 4 vgl. Gen 1 26 20 „durch das Experiment der Geometrie und der Berechnung und der Arithmetik“ Σ, aber lies ABBREV ABBREV 26 „Theorie der Lehre“ Σ wie häufig ABBREV statt ABBREV 32 ABBREV „ und“ = καὶ Haben nicht auch die unvernünftigen Tiere Augen, Ohren, Nasen, Geschmack und Tastsinn? Aber keins von ihnen ist der Übung des Vernunftvermögens nahe gekommen, weil keineswegs Sache des Körpers und des unvernünftigen Sinnes sind die Lehren, welche die Philosophie allein aufnimmt und die Vorzüglichkeit der vernünftigen Seele allein, die besser ist als die leibliche Natur und die allein im Menschegeschlecht wohnt. Und dennoch, wenn jemand unverschämt bie seinem Worte verharren Tiere gebe, da wir nach Art jener gebroen und vernichtet werden, deswegen weil auch Eines die Nahrung unser aller von der Erde ist, und die leidensfähige Natur des Leibes ein und dieselbe ist, und der Sinn in nichts besser ist, und ferner Arbeit und Rube ebenso eine und die gleiche für uns alle ist, und die Vernichtung des Leibes und die Auflösung in seine στοιχεῖα in derselben Weise erfolgt, — so gehst du dennoch nicht soweit zu sagen, deß eines von diesen Tieren nach Art des vernünftigen Lebewesens den unkörnerlichen Theorien nahe gekommen sei und vernünftige Lehre davon getragen und Wissenschaft in sein Gedächtnis aufgenommen und Worte über das Bessere und Schlechtere ersonnen habe, noch auch daß die Philosophie jemals ihm in den Sinn kam. Aber all dies will ich übergehen, weil nicht einmal alle Menschen es besitzen, indem ich nur dies deine vernunft frage: ob jemals eine Stadt gebaut is von den unvernünftigen Tieren, ode rob sie das Denken besitzen für ein Zimmermannswek oder für ein Gebäude oder für ein Erzeugnis der Webkunst oder für den Ackerbau, oder ob jemals von ihnen ein Schiff genagelt ist, ode rob die wunderbare Kunst der Steuerung ihnen auch nur in den Sinn gekommen ist, obwohl die Dinge des Leibes bei ihnen eine viel größere Vorzüglichkeit haben als bei uns, deswegen weil „schwach ist das Geschlecht der Mednschen“, wie die Poeten singen, und das kleinste von allen Lebewesen. Man kann nicht sagen, wie viel kleiner der Mensch ist an Leibesgröße als der Elefant. An Kraft und Überlegenheit kann er nicht einmal mit den Kamelen zusammengerechnet warden. An Stärke und Schnelligkeit der Füße überläßt er Myriaden Tieren den Sieg. Wer 28 = Empedokles fr. 124 Diels 7 „und dennoch“] wörtlicher „obgleich“ 9 „jenner“ = ABBREV, korrektur Lees in ABBREV unnötig 12 ABBREV „so“ hier = ὡσαύτως wie Σ 209 7 14 „Αuflösung gegen seine στοιχεῖα“ Σ wohl = λύσις πρὸς τὰ στοιχεῖα 15 man erwartet das Femininum, aber kaum zu korrigieren, da auch das Verb mask. ist. Zu ergänzen ist etwa wie im folgenden ABBREV ABBREV „die Unvernünftigen“ aber könnte genannt warden, der besser röche als die Spürhunde, die nach dem Geruch ihrer Nase zu gehen verstehen, und wer, der besser sähe als alle Gazellen, die eben um ihres Sehens willen in der griechi- schen Sprache den Namen „Seher“ erhielten? Ist es ferner nötig zu sagen, wie viel schwächer in seiner Natur der Leib des Menschen ist als der der Bären, Löwen, Panther und Myriaden anderer Tiere, und wie leicht er bezwungen wird von den Tieren, die ihn überfallen, und wie gering an Hinterlist? Indessen aber, eben dieser kleine Mensch unterwirft alle die genannten Tiere, sobald er will, keineswegs durch die Kraft des Leibes und des Körpers. Denn dieser ist zu klein und ungenügend, um auch nur den Bauch Eines Bären zu füllen. Sondern es gibt in ihm irgend eine Natur, die besser ist als der Leib: die Kraft des Verstandes und der verständigen Seele, und eben durch die Vor- züglichkeit der Weisheit ersinnt er alle diese staunenswerten Dinge. Durch diese Dinge bist du als der geliebte Sohn von Gott geehrt. Warum verkleinerst du deine Größe, indem du meinst, dein ganzes Du sei Fleisch und Leib, und indem du das göttliche und vernünftige Wissen in dir den unvernünftigen Wesen und solchen, die ganz zugrunde gehen, vergleichst? Überzeugt dich weder die Natur der unvernunftigen Lebe- wesen noch der gemeinsame Name der Unvernunft noch die offenbare und nützliche Bedienung, in der sie sich niemals davon freigemacht haben, Lasten zu tragen und das Land zu bestellen, weil Gott dir die Voll- macht und die Königsherrschaft über alle diese gab?

Der Mensch also allein von den Wesen auf Erden, der nach dem Bilde Gottes wurde, führt und bringt die Tiere, wohin er will, bald die lenkend, die zum Laufe passend sind, bald als Herden weidend, die hierzu ge- schaffen sind, bald die Jochtiere zur Bedienung benutzend, indem er die wilde Natur zahm und friedlich macht: bald indem er zum frieden über- windet, was ihm gehorcht, bald indem er es auf manningfache Weise der Vernunft sammelt und ins Haus einschließt. Und nicht nur dies, sondern auch das schädliche Gewürm nimmt er in seine Hand und spielt damit und sie, die Tod atmen und Gift sprühen, macht er zum Spiel für sich.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden ließ sich nicht überreden, in der Wüste in Höhlen und Sand hügeln zu wohnen, sondern baute Städte mit Mauern und schmückte sie mit Straßen, Burgen, 35 Wohnhäusern und andern Gebäuden.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden verschaffte sich, keineswegs in derselben unwandelbaren Art, 8 vgl. Praep. VII 184 24 vgl. Gen 1 27 4 „Seher“ = δορκάδες von δέρκομαι 18 1. ABBREV Nahrung wie die unvernünftigen Tiere sie gebrauchen. Denn dieses, des Wissens beraubt, bedienen sich nur der Hilfe der Natur und nähren sich von unbearbeitetem Stengel und ungereinigtem Gras. Er aber in seinem Wissen reinigt es, verkleinert es so, würzt es ganz und gar und läßt es gut durchs Feuer hindurchgehen. Den Weizen macht er, wenn er will, zum Brote und bemüht sich, das Essen zu würzen, daß es zur gesunden Spaise werde. Jeden Nutzen vom Weinberg, vom Ölberg und von Obstbäumen mit allerlei Genüssen bringt er zustande, und er allein schafft dies zur Heilung des Leibers herbei.

Er allein von den Wesen auf Erden fand durch Gesetz und Vernunft eine geordnete Lebensfühung, wird ein στραηγός, mach ἆθλοι und bringt die Berufswissenschaften und die gewaltigen Lehrkünste durch die vernünftige Vorzüglichkeit hervor.

Er allein von den Wesen auf Erden hat, indem er das Bild der Vorzüglichkeit bewahrte, die richtige Wage, die Gewichte, Maße und Winkelmaße ersonnen und unterscheidet, indem er durch die Vernunft gelenkt wird, das, was geschehen soll und was nicht, und weiß jedermann zu geben, wie er es verdient. „Denn die Fische, wie es heißt, Vögel und Tiere fressen einander, deswegen weil e skein Gesetz unter ihnen gibt. Den Menschen aber hat er die Gerechtigkeit gegeben, die besser ist für sie“, so sagt meiner Meinung nach sehr schön Einer von den Poeten.

Er allein von den Wesen auf Erden, der das Bild der göttlichen Vernunft in sich zeigt, hat ein Gerichtsgebäude in die Höhe gerichtet, handelt nach Art des gerechten Gerichtes Gottes und entscheidet Leben und Tod, indem er den einen das Leben zutilt, den andern aber den Tod gibt.

Er allein von den Wesen auf Erden vertraut dem kleinen Stück eines Baumes sein Leben an, hat die Weisheit der Schiffahrtskunst erfunden, lenkt das Schiff auf dem Rüchen des Meeres, überläßt sich der Tiefe der feuchten οὐσία und stößt den Tod zurück, der ihm zur Seite steht, indem er nach oben in den Himmel schanut und an den Alllenker das Ziel der Rettung für die Fahrenden knüpft.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden hat die Lehre vom Laufe der Sterne gefunden; obwohl er hier unten im Leibe wandelt undmit der Schwere des Sterblichen bekleidet ist, steigt er doch in seinem Geiste nach oben und läßt die Sonne selber, Mond und Sterne kreisen und 18 = Hesiod ἔργα καὶ ἡμέραι 227 ff. 26 vgl. Weish. Sal. 145 1 wörtlich „ entsprechend dem Gebrauche der unvernünftigen Tiere“ 11 „ Berufswissenschaften“] wörtlich „die mittleren Künste“= αἱ μέσαι τέχναι vgl. Praep. 15 7 15 „ Winkelmaße“] wohl = γωνίαι Schultheß 35 „Himmel“ Σ 1. ABBREV Lee kundigt im Vorherwissen der kunftigen Erscheinung durch die Theorie sogar die Eklipse des Mondes an und sagt den Wandel der Perioden und den Wechsel der Jahres-zeiten voraus.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden hat sich als Unterstutzer der Natur erwiesen und eine Methode der Heilung gefunden, hat die Kraft der Wurzeln und Gifte und ihre Vermischund und Vermengung nach Gewicht und nach entsprechendem Ma?e in seinem Geist beobachtet und so den kranken Leibern eine Heilung, dem Leben der Menschen eine Hulfe ersonnen.

Er allein von den Wesen auf Erden, der keineswegs zu einem Leben der Grasfresser gekommen ist, folgte gut der Natur: In der Zeit des Winters wirft er den Samen in die Erde und setzt die Muhe seines Schwei?es an die Bearbeitung des Bodens, im Sommer aber erntet er die Fruchte seiner Arbeit.

Er allein von den Wesen auf Erden fuhrte durch vernunftige Wissenschaft eine Lehre des Alls, eine Disziplin und Komposition der Musik und eine Prufung durch Disputationen herbei, ging dem Leben und Namen der Philosophie nach, pflegte eifrig die Liebe zur Tugend in sich und benutzte keineswegs den Sinn des Leibes, sondern die Kraft des Wissens und den Antrieb der Vernunft.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden trug in seinem Gedachtnis Geschichten von dem, was fruher in Urzeiten geschehen ist, verkehrt mit denen, die nicht mehr sind wie mit den Gegenwartigen, erforscht die Gedanken der Weisen, die je existierten, empfangt von ihnen mehr Unterstutzung als von denen, die mit ihm leben, und ist durch die Kraft des Wortes, das dem Denken verwandt ist, mit denen zusammen, die fruher zugrunde gingen.

Er allein von den Wesen auf Erden hat schon den artikulierten Laut mit einzelnen Artikulationsstellen geschaffen, durch die Kunst der Grammatik die ursprunglichen Buchstaben des Alphabets abgetrennt, die Teile und die kraft des Satzes gefunden und die Zusamensetzung der Verba und Nomina und die Lehre der Rhetorik und Grammatik ersonnen. Alles dieses vereinigt und bewahrt er im Gedachtnis und bringt gleichsam zu einem Haufen Worte des Schatzes des Alls, fa?t die fruheren Dinge und Geschichten in Einem Geiste, bringt diese, so oft er will, gleichsam aus einer unversieglichen Quelle nach Art eines Stromes hervor und la?t sie in die Ohren aller gegenwartigen uberflie?en.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden ahnelt sich durch seine Taten dem uber alles waltenden Gott an und jeder, der will, bildet Leben, indem er die 1 1. ABBREV mit HS 2 "und" Σ=κα? 7 "verbunden" l. ABBREV Schulthe? 10 ABBREV "und" str. 16 "eilt" Σ=σπε?δει 28 "des Satzes"] wortlich "des Wortes" 29 "Verba und Nomina" wortlich: ῥήματα καὶ ὀνόματα Seelenlose Hyle in Gestalten und Bilder umwandelt und Formen von Allerlei Lebwesen in die flüssige bildsame Natur wirft, dem Allschöpfer Mit vernünftiger Kraft nacheifernd. So scjafft der Mensch den Menschen bald in Stein und bald in Holz, bald in Farbenschmelz und bald in unveränderliche Bilder, und gestaltet alle arten der Tier und Pflanzen Auf dieselbe Weise und zeigt durch seine Taten vollkommen deutlich Die Kraft des Bildes Gottes.

Er allein von den Wesen auf Erden Bildete auf der Erde, auf der er wandelt, das Gewölbe des Himmels Nach, groub das Bild eben des Himmels in die ὔλη des Erzes, befestigte daran ein Abbild der Planeten und Fixsterne, ordnete die Fristen der Perioden und Zeiten durch die bildende Kunst, umgab es außen rings Mit Tierfiguren und bildete so das Himmelsgewölbe durch die Größe Des Wissens nach Art der geschauten Dinge. Dies ließ er dann, wie Der got des Himmels, auf der Erde seine Drehung mit dem All vollziehen. So kreist es sich in unendlichem Wunder und mit den wirklichen Dingen Am Himmel kreisen sich die auf Erden befindlichen Irdisch-hylischen Abbilder. Mit lauter Stimme ruft der Engel der Hore n Allzumal warden sie in Einem Augenblick bewegt, die Türen öffnen sich Non selbst beim Kommen der Horen, die seelenlosen Bilder der Vögel, die rings umher angebracht sind, rufen zirpend; der Mond, auf Erden abgbldet, läuft mit dem am Hmmel, das Erz wandelt von selbst ihmausgehende Licht bald halb bald abnehmend bald voll, und die Bilder der Horen entsprechen den Horen der Natur, und so wetteifert die durch menschliche Kunst konstruierte Welt mit der Schöpfertätigkeit des göttlichen Logos.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden Ist imstande, durch unaussprechliche Worte, durch Gebete, die von Gott Geliebt warden, und durch die Kraft eines gottesfürchtigen Wortes und Wandels die Natur der verborgenen, unsichtbaren Dämonen in die Ferne zu treiben, aber er ist auch, indem er vom rechten Wege abging, so sehr Mächtig geworden, daß er das durch die luft fliegende Geschlecht durch Abgesänge und Besprechungen unterwarf, und ferner schleppt er durch Das Mittle des Zwanges und durch die bezauberung physischer Knoten die leiblosen, um die Erde gleich fliegenden Vögeln fliegenden Kräfte 7 vgl. Gen 1 27 4 „Farbenschmelz“ wötlich „die Blüte der Farben“, wohl ἄνθος χρωμάτων 15 Statt ABBREV lies ABBREV 16 Statt ABBREV lies ABBREV entsprechend ABBREV 20 Statt ABBREV lies ABBREV und ebenso statt ABBREV: ABBREV 34 Statt ABBREV lies ABBREV und zerrt und fesselt sie, woe r will, und läßt sie auf sie auf Bildern wohnen, und so zeigt der, der sich Götter macht, eben durch seine Taten, daß seine eigene Kraft besser ist als die von ihm verfertigte Gottheit.

Der Mensch allein zeigt, wie groß die Vorzüglichkeit des geistigen, unkörperlichen Seins ist, beweist, daß seine Kraft weder unterjocht noch vermindert wird vom Bösen, bietet seinen Leib dem Feuer, dem Eisen, den wilden Tieren und der Tiefe des Meeres dar und nähert ihn jeder Art von Qualen. Er weiß, daß eben seine Natur eiligst zugrunde geht, flüssig d. h. vergäuglich ist und aufgelöst wird, während er das, was drinnen sitzt d.h. die Seele, nicht preisgibt. Daß dies ein anderes ist als das, was geschlagen wird, beweist, er, indem er ausruft: „Schlage, schlage den Schafspelz; den mich schlägst du nicht“. Ein anderer wiederum ruft freimütig aus: ütig aus: „Verbrenne und röste den Leib! Sättige dich an mir, indem du das schwarze Blut trinkst! Denn eher steigen die Sterne zur Erde herab und steigt die Erde zum Himmel hinauf, ehe ein schmeichelndes Wort von mir dir begegnet“. Und Einer der Gottliebenden brachte, als er Böses ertrug, folgende Worte vor: „Wer will mich scheiden von der Liebe Gottes? Betrübnis oder Drangsal oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Kälte oder Schwert?“ Auch ich aber habe jüngst Leute gesehen, teils mit herausgerissenen Augen, teils durch Brenneisen ihrer Füße beraubt, teils gekreuzigt. Ihr ganzer Leib verging und ihre sterbliche Natur ward zuschanden gemacht, aber das gottliebende Wissen, das in ihnen wohnt, wurde nicht bewegt noch unterworfen und nicht einmal in jenen schwersten Stunden preisgegeben, indem sie denen, die den Geist nicht zugrunde richten, deutlich zeigten, daß die Kraft ihrer Vorzüglichkeit etwas anderes als das Vergängliche sei.

Er allein von den Lebewesen auf Erden ist des göttlichen Hauches teilhaftig geworden und des Anblicks Gottes gewürdigt, redet mit den Engeln Gottes und hat das Vorauswissen des Zukünftigen erreicht bald durch Träume im Schlafe, 30 bald freilich durch göttliche Kraft so geistbekleidet, daß er sogar eine Prophezeiung des Zukünftigen sagt und seine Gemeinschaft 11 = Wort des Anaxarch: Zeller I 5 963 13 Praep. VI 6 2 Trag. fr. 687 17 = Röm 8 35 1 vll. ABBREV „wie er will“ zu lessen 2 Man erartet ein ABBREV vor ABBREV 12 ABBREV θύλακον Anxarchl. Nicht zu korrigieren; vgl. den 1. Brief des Euagriow Pontikos unediert 25 „deren Geist nicht zugrunde richtet“ oder „gerichtet wird“ Σ, besser liest man ABBREV statt ABBREV 28 ABBREV ist nichts, lies ABBREV des lies ABBREV des „Anblicks“ mit HS. PSm will ABBREV der „Oftenbarung“ mit der Gottheit durch Kundtun solcher Thaten bestätigt.

Er allein kennt das, was durchweg größer und besser ist als alles Sichtbare: das, was mit den Augen nicht gesehen, durchs Tasten nicht wahrgenommen wird, noch mit Einem andern von den Sinnen des Leibes, sondern von dem Verstande und Geiste allein gesehen wird. Er hat es durch seine eigene lehre und durch die Belehrung seiner Natur bekannt und Gott genannt, hat es gelobt und seine Vervandtschaft mit der Gottheit durch sieses Wissen gezeigt.

Er allein stand da als Zuschauer der gewaltigen Taten des göttlichen Logos und ward würdig, den oberhallo des Himmels wohnenden Vater mit gottgeziemenden Lobgesängen zu loben und sich der Schar der Engel im Himmel anzuähneln, weil er allein von den Lebewesen auf Erden Diese Vorzüglichkeit erlangte und durch sie ihn, der die Ursanche alles Guten ist, infolge seines natürlichen Denkens erkannte und sich verpflichtet fühlte, Lobgesänge des Bekenntnisses und geziemenden Preis als den dem Vater schuldigen Tribut darzubrigen.

Die Zeugnisse aller dieser Dinge bestätgt das Wort göttlicher Lehre und Wissenschaft, dab von unsterblicher und den Himmelsbürgern verwandter Natur er allein von den Wesen auf Erden existiert wegen dieser geistigen und vernünftigen οὐσία in den Menschen, und dab er das geliebte Kind des göttlichen Logos ist, des gemeinsamen Erlösers aller, der ihn nach dem Bilde and der Ähnlichkeit seines eigenen Vaters in seiner Natur vollendet.

Wenn also dies vernünftige Lebewesen, er, der an so grober Vorzüglichkeit teil hat, er, der allein von den Wesen auf Erden nach dem Bilde Gottes geschaffen ist, der Bruder der göttlichen Kräfte und der Engel im Himmel, in seiner Natur geziemend gelebt hätte und dem göttlichen Gesetz früher gefolgt wäre, so wäre er vielleicht von dem irdischen und vergänglichen Leben befreit, obwohl er sich in irdischem Umgang befand, gleichsam durch Umwanderung. Wenn er s ich zuvor um die göttlichen Dinge bekümmert hätte, so hätte er vielleicht seine Wegwanderung von hier in das Seine vollzogen und wäre unter die vollkommenen Menschen geschrieben trotz seiner Kleinheit und des Zustandes seiner Kindlichkeit. So also zog der vergängliche und auflösbare Mensch notwendig einen Leib an durch das Mitleid seines Vaters, auf dab ihm nicht auf ewig das Böse anhafte und 22.25 vgl. Gen 1 27 1 lies ABBREV statt ABBREV 20 l. + ABBREV 29 Statt ABBREV lies ABBREV (Druckfehler) l „und obwohl“ lies. ABBREV 33 Statt ABBREV lies mit HS ABBREV Man erwartet auch ABBREV. er ohne Ende an das Vergängliche gebunden sie, sondern damit das Vergägliche bald aufgelöst werde und er die Gemeinschaft der Unvergänglichen empfange. Denn wie das, was im Leibe empfangen ist, mit dem Gewande seines Ortes bekleidet ist, und wie der, der geboren wird, eben dies auszieht, sobald die bestimte Zeit der Monate kommt, und wie er dann zum Lichte hervorgeht und frischen Atem schöpft und fortan unter die Natur der Menschen gerechnet wird, demgemäb ist auch das scheinbar vollkommene Geschlecht der Menschen gegenüber dem noch besseren im Himmel ein Kind und noch auf Erden im Leibe empfangen und mit dieser vergänglichen Haut bekleidet. Eben sie mub er notwendig durch die Güte des groben Geschenkes Gottes ausziehen, damit er nicht auf ewig durch diese minderwertigen Dinge aufgerieben werde, sondern bald zum Lichte hervorgehe und zu einem unvergänglichen Leben fortwandere. Deswegen seufzten mit Recht die Shcaren weiser und gottliebender Männer über das Teilhaben an den vergäglichen Leibern ud begehrten die Umwandlung zum Besseren und jagten den oberen himmlischen Verwandten und Bürgern nach, wie derjenige war, der mit göttlichem Worte sagte: „Ich armer Mensch, wer wird mich befreien von diesem Todesleibe?“ Und ferner: „Selbst wenn wir im Leibe lebten, so dienen wir doch nicht nach dem Fleische. “Und: „ Wir sind hinzugekommen zur Stadt des lebendigen Gottes Im Himmel und zu der Schar von Myriaden Engeln und zu einer Gemeinde von Erstgebornen, die im Himmel verzeichnet sind.“ Dies sind Worte von bekannten und gottliebenden Männern.

Wenn aber viele Toren die Dinge der hiesigen irdischen Lust lieben „solche die bis jetzt noch in ihrem Denken unmündig sind, was besagyt dies gegenüber dem wahren Wort? Denn der, der im Leibe empfangen ist, freut sich über seinen gewohnten Ort, fürchtet sich vor der Veränderung und dab er der inneren Finsternis entrinne, und weint, sobald er zum Lichte hervorgeht. Indessen auch sie gehen sobald ihre natüliche Geburt unter normalen Umständen erfolgt, aus der Finsternis zum Leuchtenden hervor und warden schön und anständig geboren. Sind sie zu rechter Zeit und Frist geboren, so empfangen sie den natürlichen Atem und Hauch und führen das Leben der Menschen. Dann ergötzt er sich an der Nahrung der Brust und des Kindes, darauf kommt er 13 = Röm 7 24 20= II Kor 103 21 = Philip 320 22 = Hebr 1222 f. 26 ABBREV lies ABBREV Lee 23 „natürlichen“] ob ABBREV „ reinen“? nach Σ 3112 (o. Z. 6) 36 „und des Kindes“] ob ABBREV „Dann ergötzt sich das Kind an der Nahrung der Brust, darauf kommt es“? in die Hand der Amme und wird den Erziehern, Pädagogen und Lehrern übergeben, bis er zum vollkommenen Manne hervorgeht. Dann aber kommt in Blüte ein besseres und preiswürdigeres Leben durch großen Reichtum, vielen Besitz, durch Vollmacht, Herrschaft und andere Stufen. Das, was infolge seiner guten Geburt, und das, was infolge der Erziehung zur Entfaltung gebracht ist, und Myriaden anderes legt den Grund zu einem Leben von angenehmen Dasein.

Wenn sich aber eine unnatürliche Umkehrung ereignet dessen, der im Leibe empfangen ist, was habe ich nötig das, was ihm bei seinem Hervorgehen, bei seiner Goburt folgt, zu sagen? Daß das innen umgekehrte Kind sich weigert, zum Lichte hervorzugehen und eine unnatürliche Umkehrung erleidet durch die eisernen Instrumente, die, für die Geburtshilfe bereitet, notwendig und mit Zwang an es herangebracht warden, und da Bes nicht einmal Einer Zeugung wert ist, noch des Lebens der Menschen, noch ndessen, was ihm folgt? Da Bes im Gegenteil vielmehr von der Finsternis zur Finsternis hervorgeht und nicht nur des Lebens der Menschen, sondern auch des Namens beraubt ist?

Demgemäß also ist auch der, welcher ein menschliches Leben auf Erden führt, in nichts von einem unvernünftigen und unwissenden Säugling oder dem, der noch im Leib getragen wird, unterschieden und ist, unvergleichbar mit den äußeren Körpern der Engel und göttlichen Geister, sogar ein unwissendes Kind. Wegen der Größe siner Kindlichkeit frut er sich über die Bekleidung Des Leibes, der ihn umgiebt, und liebt seinen Bauch, ohne zu kennen Den „Ort rings um ihn, wo Mord und Groll und die anderen Arten des Schicksals wie auf Wiesen des Bösen in der Finsternis weiden,“ sagt Einer von den Alten, indem er zeigt, daß die feuchte und dunkle Luft Auf Erden aus vielen Mischungen von Myriaden aus der Erde aufsteigenden Dünsten besteht, wie aber jemand meint, daß sie ist, selbst Wenn er ein kleines Kind ist. Indessen aber. Wenn er das hiesige irdische Leben, wie es seiner Natur entspricht, durchmacht und ein Dasein dem Gesetz seiner Natur gemäß hervorbringt, so daß er nicht Über das Maß seiner Reife hinausstrebt, noch wider die Natur löckt, Die ihn nach Art einer Mutter trägt, noch ferner seinen Vater vergißt, Vielmehr seinen eigenen Vater im Himmel, den gemeinsamen Erlöser aller, kennt und ihm den Lobgesang des Bekenntnisses darbringt, des- 24 Empedokles fr. 121 Diels 6 ABBREV „wirft“ = καταβάλλω? 10 wörtlich: „daß das Kind innen umgekehrt Ist und sich weigert“ 24 κότος Empedokles „Finsternis“ Σ = σκότος 25 „und Finsternis“ Σ. Man erwartet ABBREV κατὰ σκότος Empedokles wegen, weil er ihn hat teilnehmen lassen am Guten, und wenn er in der Zucht der Gerechtigkeit aufwächst und sich vorher in dem Verkehr auf Erden um das himmlische Leben kümmert, — so warden schön, sobald er aus dem sterblichen Leben fortwandert und den Leib auszieht, die Engel Gottes ihm zur Geburt verhelfen, <undx003E; sobald er zu einem anderen Leben geboren ist, warden ihn die guten Kräfte nach Art einer Amme aufnehmen, die göttlichen Heerscharen warden ihn erziehen, und der Logos Gottes, der Lehrer des Umgangs im Himmel, wird ihn wie einen geliebten Sohn zur Vollendung des Guten führen, ihn in der Lehre des Himmelreiches unterrichten und ihn, sobald er ihn vollkommen und weise gemacht hat, seinem Vater, dem König des Alls, übergeben und ein unaussprechliches Lichtgewand um seinen Leib und seine unvergängliche Seele legen, auf daß er fortan auch allen eine gemeinsame Hilfe werde. Aber das Ende dieses Menschen ist derart. Wer dagegen wider den Lauf seiner Natur tobt und an unschöner Verkehrung teil hat und die Erde, den Logos Gottes, den gemeinsamen Erlöser aller, nicht kennt, Myriaden Väter aber, die nicht existieren, anstatt des Einen, der existiert, annimmt und diejenigen, die niemals existieren, Götter nennt anstatt des Einen, der allein in Wahrheit existiert, und wer ferner überdies in die lüsternen, ungesetzlichen Begierden dieser feuchten und vergänglichen οὐσία ganz und gar eintaucht und das keineswegs wie das Kind unfreiwillig, sondern freiwillig und auf den Rat seiner Freiheit, wer sich diese bösen Dinge erwählt und tut, wie sollte sein Ende offenkundig ein Abbild des gezeigten Beispiels sein? Denn nicht warden ihn die fröhlichen Gesichter und das Lachen gutter Engel sehen, noch warden ihn, sobald er zum Lichte hervorgeht, die Kräfte Gottes als Ammen aufnehmen, sondern indem er bei seinem Ende vor dem Hervorgehen flieht und sich in der innersten Verborgenheit des Leibes und in den Gliedern versteckt, warden ihn, sobald die Auflösung des Leibes gekommen ist und die äußere Zerstörung von der Natur vollzogen ist, mit Zwang schleppen und sich an ihn hängen diejenigen, die damit beauftragt sind, und darauf wird ihn nach seiner Fortwanderung von hier, indem seine Seele elend ächzt und stöhnt, keineswegs das Licht noch die Kräfte des Guten, sondern die Finsternis und der Ort des Verderbens aufnehmen, und das gerechte Gericht Gottes wird den Unreinen und Schmutzigen wie einen Wüstling und Abschaum der Reinigung durch Feuer und Strafe übergeben, des- 5 „und“ < Σ, aber das (ABBREV) vor (ABBREV) steht besser vor (ABBREV) 6 „und die guten Kräfte . . . . warden aufnehmen“ Σ 15 „tanzt“ Σ wohl = χορεύω 18 „schreibt“ Σ wohl = ἐπιγράφομαι 20 „die Wahrheit ist“ Σ besser (ABBREV) wegen weil er nicht erzogen ward durch die Vernunft noch dem göttlichen Gesetze entsprach, obwohl er konnte.

Denn das nach dem gewählten Beispiel im Leibe empfangene Kind ist in allem gering und ermangelt in allem der Draft, so daß es sich noch nicht einmal des Denkens der Seele noch der Sinne des Leibes bedient. Der aber noch kndliche Verstand in den Menschen ist gleichsam in prüfender Vergleichung mit den körperlosen, göttlichen <und< vernünftigen Wesen im Himmel mit Recht ganz und gar „kindlich” genannt worden. Und selbst wenn es „der Weiseste ist von allen Menschen” und selbst wenn es der Vollkommenste ist von denen auf Erden, so ist er nichts besser als ein Kind, wenn er an sich selber mit seiner späteren Vollkommenheit verglichen wird. Wie er aber in seiner Vorzüglichkeit wird, sobeald er zum Mannesalter gekommen ist, ist leicht so zu prüfen: Denn wen er, bis jetzt noch Kind und in die feste Mauer der irdischen und vergänglichen οὐσία eingeschlossen, solche Kraft der Vorzüglichkeit in sich trägt, daß er keinswegs nur die Dinge auf Erden kennt und künstlerisch schafft, sondern wenn er sich auch dem Leben im Himmel, eben Gott, vorher anähnelt und, sobald er will, Abbilder der Dinge im Himmel und auf Erden schafft <und alles das, was kürzlich aufgezählt ist, ebenso wirken kann, während er in den Kot des Leibes und Blutes getaucht ist, wie müssen wir glauben, daß er erst wirken kann, sobald er Zum vollkommenen Maße der Reife des Mannes hervorgegangen ist und aus den schädlichen und vergänglichen, den flüssigen und feuchten Fesseln des Leibes gelöst ist und teil hat an dem unvergänglichen Leben und dem unsterblichen Leibe? Denn wenn der Same der vernünftigen Kraft allein so sehr auf Erden mächtig und kräftig ist, obwohl er noch nicht seine vollkommene Triebkraft empfangen hat, sondern sogar obwohl er in den feuchten, kotigen Ort des vergänglichen Leibes geworfen ist, so ist es möglich, hieraus zu erkenne, wie groß die Triebkraft des Samens der vollkommenen Früchte in den Seelen ist, sobald er an dem geziemenden Acherbau teil hat und von hier verändert und an den vorzüglichen Ort in gutes und ertragreiches Land gepflanzt ist, wo der himmlische Logos, der Säemann des Alls und der Pflanzer alles Guten seinen eigenen Samen empfängt und auf den leib- und körperlosen Seelenwiesen wie im Paradies der Gottliebenden 8 f. vgl. Heraklit fr. 83 Diels (dazu: Wendland in Stud. 152ft.) 33 vgl. Ps. Sal. 142.3. 6 „und wie” Σ lies ABBREV 7 „und” < Σ, lies ABBREV 19 „und” < Σ lies ABBREV 21 „und wie” Σ 1. ABBREV seine eigene Pflanze tränkt und zur Vollkommenheit aufzieht und zur Blüte von gewaltigen guten Dingen bringt.

Du wirst aber die Größe der vorzüglichen Vollkommenheit des Menschen im Unterschied von dem hiesigne Wandel und sein Wachstum erkennen, wenn dul bedenkst, daß das eben geborne Kind nichts Besseres ist als ein Wurm, da es nicht einmal nach Art des unvernünftigen Tieres die Sinne des Leibes gebraucht. Indessen aber dieser kleine und Schlaffe und Schwache und Gedankenlose kommt, wnn er größer wird in seiner Gestalt, zull einem so großen Wandel und Wechsel im Laufe der Zeiten, und empfängt eine so große Vorzddülichkeit und Kraft und Schönheit des Leibes zumal und der Seele, daß nicht einmal diejenigen, die ihn zeugten, wenn sie ihn sehen, entscheiden können, ob er derselbe sei, der im Leibe gesät und in Finsternis empfangen wurde, ob er derselbe sei, der aus der Finsternis hervorging, der mit Milch und in Windeln großgezogen wurde. wie der, der jetzt als Mensch in Weisheit und Wissen die ganze Welt betrachtet und der alle die Dinge auf Erden unterwirft. Wenn aber jemand gleichsam durch einen Vergleich der Kraft Gottes und der Engle mit der des eben ggebornen Kindes in die Mitte den vollkommenen Mann stellen wollte, so ist eine völlige Übereinoder des Verhältnisses des Kindes zu dem vollkommenen Mann da das Wesen des Kindes viel mangelhafter ist als das des vollkommenen von der Kraft der engel. Denn das eben geborne menschliche Kind gleicht in seinem Wesen nicht einmal den eben gebornen unvernünftigen Tieren. Wer aber zum vollkommenen Gemeinschaft mit dem göttlichen Geiste, redet mit den Engeln, gewinnt Zuneigung und Liebe für den himmlischen verkehr und bereitet sich durch ein keusches und gottesfürchtiges Leben vorher vor für die keineswegs in weiter Zeitferne liegende Übereinstimmung mit den engeln, und wird an ihrem Leben und an ihrer Vorzüglichkeit teil haben, was auch der göttliche Logos zeigt, indem er sagt: „ Was ist der Mensch, daß du sein wenig unter die Engel erniedrigt, hast ihn mit Ehre und Preis bekleide“.

Wenn also das Kind, sobald es größer wird in seiner natürlichen Gestalt und zu der ihm gebührenden Nahrung und Erziehung gelangt, einen so 33 = Psalm 8 5.6 16 „und“ < lies ABBREV großen Wndel und Wechsel eingeht, und wenn niemand seinen Wanel bezeifeln kann wegen der Klarheit der Erfarung, wei dürfen wir uns da wundern, wenn auch der vollkommene Verstand im Menschen, der schon derart ist, solange er noch Kind ist im vergleich zu der Vollendung seiner vorzüglichen Größe, mit den Engeln übereinstimmend wird, sobald er zur Vollendung des Wachstums seiner ihm eigenen Gestalt vorankommt? Aber wir sehen, daß im Tode die Natur des Menschen aufgelöst wird. Doch was bedeutet dies? Werden wir darum nicht umsomehr in dem Glauben betreffs der unsterblichen Seele bestärkt? Denn wenn sie, während sie in den vergänglichen und sterblichen Leib getaucht ist, so große Kraft der Vorzüglichkeit beweist — was unser Sermon vorher gezeigt hat —, wie sollte sie nicht dann, wenn sie von der Gemeinschaft des Vergänglichen abgesondert ist und das Sterbliche wie eine Fessel abgelegt hat, mehr als jetzt mit ihrer ngehinderten Kraft wirken? Siehst du nicht, daß sie solange böse handelt, als sie Liebe zum Leibe besitzt, dann aber, wenn sie seine Gemeinschaft verleugnet, für sich selbst existiert? Daraus kann ihre eigene οὐσία klar erkannt warden, daß sie keineswegs Körper ist. Denn wie kann das, was dem Leibe entgegengesetzt ist, von derselben Natur sein? Denn gesund sind die Gedanken der Seele, solange als die Leidenschaften des Leibes schwach sind; sie wird aber finster und dunkel, so oft der Leiib unter seiner Begierde leidet. Deswegen liebt die Seele, sobald sie töricht ist, ganz und gar den Leib, und sooft sie den Leib liebt, ist sie ihrer vorzüglichkeit beraubt. So oft sie aber Kraft gewinnt wider den Leib und vor der Leidenschaft der Begierden flieht, wird sie weise. Und so oft sie weise wird, wendet sie ihr Angesicht weg von der Gemeinschaft der Sterblichen und gibt sich auf der Stelle dem keuschen Wissen hin und verzichtet ein wenig auf den Antrieb der Natur des Leibes. Und sie wird mit Recht noch glänzender, richtiger und aufgeweckter, sobald sie mächtig ist entsprechend ihrem eigenen Reichtum. Dann hatt sie teil am Wissen, an der Weisheit und an aller Vorzüglichkeit, sobald sie vom Antrieb dedr Leidenschaften des leibes ihr Antilitz wegwendet. Aber sie halt es nicht einmal für würdig, sich den Augen des Leibes zu nähern noch durch seine anderen Sinne zu wirken, solange sie über die Vorzüglichkeit nachsinnt. So oft sie aber kräftig sich verschließt und sich innerlich sammelt und weit weggeht 5 „seiner“] „ihrer“ der Engel Σ. Falsches Explizitum 17 „für sich selbst existiert“] ist hinter ABBREV etwas ausgefallen? Etwa „in sich selber gut wird“; vgl. Z. 26 dagegen 773 18 man erwartet ABBREV 31 „Reichtum“ Σ, lies vll. ABBREV = κατασκευή „Αnlage“ von dem, was de Sinnen nahe ist und erscheint, und so oft sie dem Leibe oben nur nahe ist und mit dem seelischen Auge vielmehr sich nach der anderen Seite wendet und in sich einsam ist, dann wiederum beiient sie sich sines leuchtenden Verstandes und reineen Gedäcchtnisses, dann geht eine Vernunft hervor, die nicht trübe ist, und tränkt sie, und alle vernünftigen Kräfte wirken ungehindert. Wenn aber plötzlich etwas sie ereilt von dem, was den Leib schäigt, so trübt das, wie ein Splitter die Sehkraft der Augen raubt, auf der Stelle die Sehkraft der Seele. Wenn sie aber ganz schlaff wird <und< sich dem Leibe hingibt und dann an trunkenheit, Nahrung, Begierden und den übrigen Genüssen des Leibes teil hat, in sich schwach gegürtet, so wird nach Art eines bösen und wilden Tieres der vergängliche Leib wider sie auftreten, sie aber wird nach unten in die Tiefe weichen und voll warden von Irrtum, Unverstand und aller Torheit. Was haben wir also nötig, uns vor dem trennendden Tode zu fürchten, dem Befreeier der Seele vom Leibe? Und warum sollen wir das Ablegen des schlechteren nicht zur Hilfe des Besseren annehmen und bekennen, daß dann in Wahrheeit rein und selig das leben der Gottliebenden sein werde, sobald nichts von entgegengesetzter Natur sie hindert? Denn wenn er, während die vernünftige Natur an diesem Ort und in diesem Gafäß ist und auf Erdden wohnt und mit einem dichten und irddischen Leibe nach Art von etwas Tönernem Bekleidet ist, so sehr trotz seines Gewandes sich anstrengt, daß er im Geeiste in die Höhe springt und die Glieder des Leibes samt den Begierden durch enthaltsamkeit und Unterdrückung der Begierden tötet und vielmehr eifrig sich müht un bemüht um das Leben der Leiblosen, sich hunter Führung der Weisheeit zu jeder Zeit absondert und frei macht von der Mischung des Schlechteren, und bereits vorher zu jeder Zeit sich übt zu sterben, falls er einmal vonseinen fesseln gelöst wird, so wird er Schwingen wachsen lassen infloge seiner hiesigen Fürsorge und Übung, dann bei seinem Ende fliegen, den Ort auf Erden vertauschen und im Himmel das treffen, was er liebt. Wie das geschehen wirdd, frage nicht! Denn der Verkehr mit den Engeln im Himmel, dessen er gewürdigt ist, wird dann, sobald er an seinem Leeibe, dessen Natur sich von der Vergänglichkeit zur Unvergänglichkeit ändert, 34 vgl. I Kor 15 54 9 „und“ < Σ, lies Abbrav 11 „und so wird“ Σ, streic he da Abbrav 211. Abbrav 22 „sich anstrengt“] Abbrav = ἐπίπονος Σ 196 12 25 „sich beeilt und eilt“ Σ = σπεύδει καὶ σπουδάζει 28 „sich übt“] „sich ergötzt“ Σ 1. Αbbrav entsprechend dem folgenden Abbrav 29 „und so wird er“ Σ str. abbrav vor Abbrav das Bild des Lichtes und das Bild des Glanzes empfangen hat, eintreten in der Art, in der auch das Geschlecht der göttlichen Engel lebt, entsprechend der im Menschen eingeschlossenen Vernunft. Natürlich wird er auch teil haben an der Vorzüglichkeit jener zumal und an der Unsterblicheit.

Denn wie be idem Samen, der auf die Erde fällt, die Triebkraft, — der sogenannte Keim, — derart ist, daß sie den moisten verborgen liegt, sie, die zwar jetzt in dem Samen eingeengt, aber ruhig nach Art eines Funkens drinnen im dichten Leibe eingeschlossen ist, und wie eben dieser Same, sobald er in die Erde fällt und sein dichtes, ihn außen umgebendes Gewand in Vergänglichkeit aufgelöst wird, dann als lebendig sich erweist, und wie er die Kraft, die in ihm liegt, bewegt und von der ὕλη unter sich nimmt, und wie er äußere alte und dichte Gewand anuszieht, und vielmehr ein neues anlegt, das besser ist als das alte,

demgemäß ist auch die Natur der vernünftigen Kraft im Menschen, die jetzt an den vergänglichen Leib gebunden ist und schlechter als die ihr eigentümliche Kraft wirkt. Wenn sie aber von dem Vergänglichen befreit wird, das sie umgibt, und den Platz im Himmel erhält and von da an im jenseitigen Verkehr gesät und gepflanzt und des himmlischen Gewandes der Engel würding wird — wie es sein wird, sobald sie des reinen Lebens teilhaftig geworden und von der Gemeinschaft mit dem STerblichen befreit ist, habe ich nicht nötig zu sagen. Es liegt aber für jeden, der sechen will, nahe, es aus dem oben erwähnten Beispiel zu erkennen. Denn nicht wird der genze Weizen vernichtet, sondern nur das Äußere wird vernichtet, sobald es auf die Erde fällt. Der innen verborgene Trieb aber und die lebendige Kraft in ihm ist und bleibt lebending, und er der Weizen wird besser als er war, sodaß er auch lebendige Ähren gibt. Eine und dieselbe ist die Triebkraft der Pflanzen und aller Keime ebenso. Und nur der Mensch sollte gnz und in allem vernichtet warden, sobald er im Tode aufgelöst wird? Und zugleich mit dem äußeren Gewande sollte auch die innen ihm wohnende Vernunft vernichtet warden? Und das unkörperliche wissen, das sich mit allen diesen Kräften vereinigt und das sich um seiner Vorzüglichkeit willen Gott 1 „und das Bild“ Σ streiche (??) vor (??) 5 „bei“ wörtlich: „auf“ 6 „Triebkraft“ wörtlich λόγος,vgl.unten die Parallele zum Logos der Menschen 7 „die in dem Samen notwending ist“ Σ aber lies( ??) nacg Σ 397 17 „bindet“ Σ aber lies (??) 20 „des himmlischen Gewandes und der Engel“, besser streicht man (??) 32 Der syr. Übersetzer denkt an den persönlichen Logos, da er das Mask. gebraucht angeähnelt hat, sollte nicht einmal sein wie die Samenkörner, die zur Erde fallen? Oder ist der Mensch nicht viel besser? Denn er trägt Keineswegs Grannen noch Gräser, sondern die vollkommenen und dichten Ähren seiner Vorzüglichkeit, dann wenn er dem irdischen Verderben entrinnt, sowie er von den Fesseln befreit ist und keineswegs unverständig den Verkehr im Himmel gegen den auf Erden eingetauscht hat. Sobald er neben Gott tritt, läßt er in Wahrheit wie die Engel gottgeliebte Früchte sprossen, deren Same und Kraft früher im sterblichen Leibe eingeschlossen und wie in einem Ofen eingeengt war.

Nachdem all dies zum beweise der geistigen und vernünftigen οὐσία im Menschen gesagt ist, wollen wir fortan in unserm Sermon zum Folgenden kommen. Wenn also der Mensch, der im Verkehr auf Erden aufgewachsen ist, seine eigene Größe kennte und sich kümmerte um die Lehre Gottes, so gäbe es kein Hindernis für ihn, sobald er von hier entronnen ist, am gleichen Verkehr wie die Engel sich zu ergötzen und teil zu haben am königlichen Leben sienes Vaters im Himmel. Deswegen aber, weil weder Ein Mensch noch zweie noch mehr oder weniger, sondern das ganze vernünftige Geschlecht auf Erden die Kraft selbständiger herrschaft empfangen hat, weil seine Natur frei ist und vom göttlichen Logos, dem König, den königlichen Samen empfangen hat, hat er nicht gut die ihm eigene Kraft gebraucht, sondern hat all das andere, was zum Nutzen des leibes notwendig ist und das Leben unterstützt, durch Berufsuissenschaften in all seiner Hoffart verarbeitet, hat ersonnen die Bebauung des Bodens, die Herstellung von Schiffen, den Handel, den Besitzerwerb, ud nicht nur dies, sondern er hat sich auch großen Überfluß und hinlänglichen Reichtum an Begierden aller Art von überallher vollauf verschafft. All das aber, was auf die Erlösung der Seele und auf ein gottgeliebtes Leben der Gerechtigkeit hinzielt, eben das hat er mit Stumpf und Stiel aus seinem Geiste ausgerottet, hat siene eigene Vorzüglichkeit und die des Geschlechtes der Brüder im Himmel zu einem zu einem Irrwahn gemacht, hat freiwillig die lüsternen Begierden des Leibes der ihm eigenen Grüße vorgezogen, hat die Gerechtigkeit seines Vaters im Himmel und sein Lob vernachlässigt und hat die unvernünftigen Antriebe des Wahnsinns und der Phantasie ausgesucht, was die törichtsten der Kinder zu tun pflegen, die die fürsorgliche Lehre und Zucht derer fliehen, die ihr Denken groß gemacht haben. Das, was für den Augenblich angenehm ist, 20 Statt ABBREV „die“ lies ABBREV „und“ 23 „berufswissenschaften“ vgl.zu S. 6611 26 Statt ABBREV (Genitiv) lies ABBREV „und“ 34 Gemeint sind die Antriebe zum Götzendienst 37 „lang gemacht haben“ Σ aber lies ABBREV aber die Seelen und Leiber zumal verderbt, ehren sie bei weitem mehr und erjagem sich Irrtum und törichte Wissenschaft zur eitlen und un- verständiegen Ergötzung. Während so alle Menschen in der Vermehrung des Bösen sich benfinden, stellt ihnen der Neider, der das Gute haßt, und der Schädiger des Schönen nach und eben dieser bereitet in seinem bösen Neide Netze und Schlingen und viellistige Intriguen aller Art wider die Erlösung aller in Gemeinschaft mit den bösen Dämonen und treibt sie von oben in die Tiefen des Bösen, damit alle, die auf Erden sind, nicht sehen, sondern übersehen sollten das Gesetz ihrer Natur, und damit die Frucht des Bösen an Stelle des Samens der Vorzüglich- keit erblühe. So fiel derjenige, der der allerfriedlichste, weiseste und vernünftigste war von allen auf Erden, in die äußerste Wildheit und Unvernunft, so daß einer von den Gettliebenden über die Katastrophe seines Falles weint, ausruft und spricht: „Der Mensch in seiner Ehre 15 hatte keine Einsicht, sondern wurde dem Tiere gleichgemacht und ihm angeähnelt“.

Deswegen war also mit Recht ein großer Erlöser, der größber ist als alle Menschen, ihnen erforderlich, und dies war eben jener Fürsorger, der sich um alles Kümmert, der Logos Goittes, der nach Art eines guten und liebenden Vaters durch Taten seine Fürsorge für die vernünftigen Seelen auf Erden zeigte und der sich eifrig bemühte durch eigene Botschaft um das Aufsuchen und die Heilung derer, die des Weges zogen und zu Grunde gingen.

zu Ende ist der erste Sermon des Cäsareensers. 14 = Psalm 49 (LXX: 48) 21. 3 „Während so alle Menschen sich befinden, stellt die Vermehrung des Bösen“ . . . . Σ, aber lies ABBREV 6 „Reichtum“ Σ, aber lies ABBREV =κατασκευή 11 lies ABBREV Bernstein 14 „seines“] „ihres“ Σ κατὰ σύνεσιν 15 παρασυνεβλήφη LXX „wurde überliefert“ Σ 20 „eilen“ Σ = σπεύδω
Der zweite Sermon: Gegen die Philosophen.

Gott als Erloser, meine Geliebten, war notig dem Geschlechte der Menschen und Gott als Helfer, der allein Uberflu? zu geben vermag denen, die in Verzweiflung, und Leben denen, die dem Tode verfallen sind, und das Kommen Gottes und die gOttliche Offenbarung eben des gemeinsamen Erlosers aller-von ihm sagen wir, da? er notwendig den Menschen aufleuchtete, weil durch den au?ersten Grad des Bosen, durch die Tiefe des gottlosen Irrtums, durch den Wahnsinn des Polytheismus und durch den eifrigen Neid der Damonen alles, was auf Erden ist, verderbt war.

Damit aber noch besser bekannt werde die Ursache der gottlichen Offenbarung des gemeinsamen Erlosers aller unter den Menschen, wollen wir fortan vor allem beginnen, uber den tiefen Fall des Geschlechts der Menschen, ihren gesetzlosen Frevel und ihre Ruchlosigkeit zu reden. Dann aber wollen wir uns wieder zu den geheimnisvollen Tiefen der gottlichen Offenbarungslehre wenden.

Denn lag es nicht auf dem Menschen wie eine Krankheit, die wider alle machtig wurde? Aber uber alles Bose und Scheuliche hinaus fuhrte und weidete nach Art einer todbringenden Seuche das ganze menschliche Geschlecht der bose Damon so sehr, da? er den Menschen, der der allerfriedlichste war, zu dem au?ersten Grade der Wildheit trieb und da? der Vernunftigste der Allerunvernunftigste wurde. Seitdem kannten die Menschen in der Blindheit ihrer Seelen nicht mehr den allerhochsten gott, die Ursache und den Verfertiger des Alls den verehrungswurdigen Namen der eingebornen, anfangslosen Natur, ihn, der vor allem ist, den Logos Gottes, den Vater des geistigen und vernunftigen Seins, den Herrscher im Himmel und auf Erden, ihn, der 27-S. 82, 3 vgl. Laus 235 15-18 1 Die Uberschrift ruhrt nicht von Euseb. her 4 Man erwartet ABBREV und ABBREV 19 Man erwartet ABBREV oder ABBREV | "und" <Σ l. ABBREV Schultheß 24 Man erwartet ABBREV ABBREV und nachher ABBREV jederzeit der Welt nahe und in ihr ist, der allem die Ursache alles Guten ist, die Vorsehung, den Erlöser, den Fürsorger, den Geber des Regens, den Spender des Lichts, den Fürsten des Lebens und den Schöpfer dieses Alls, sondern legten der Sonne, dem Monde, dem Himmel selbst und den Gestirnen den Namen der Verehrung d. h. Gottes bei. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern sie nannten auch die warme und kalte, feuchte und trockene οὐσία, eben das Wasser, die Erde, die Luft und das Feuer, deren Natur seelen- und vernunftlos ist, wie wir mit unseren eigenen Augen sehen, und die übrigen Teile der Welt: Poseidon, Hephaistos, Zeus, Hera und andere derart und ehrten sie mit dem göttlichen Beinamen. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen;

sie vielmehr machten auch die irdische Natur, die Früchte, die aus der Erde sprossen, und die mannigfachen Nahrungsmittel des Leibes zu Göttern und machten Demeter, Kore, Dionysos und auderes ihnen Verwandte zu Götzen. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern sie zögerten auch nicht, die Gedanken ihres Geistes und eben das Wort, den Dolmetscher jener Gedanken, Götter zu nennen, ihren Geist aber nannten sie Athene und ihr Wort Hermes und die der Lehren fähigen Kräfte des Geistes nannten sie Mnemosyne und Musen. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen;

indem sie vielmehr wuchsen in der Vielheit des Betruges und in der Größe des Frevels, machten sie ihre eigenen Leidenschaften, die sie fortstoßen und mit keuschem Sinn heilen sollten, — sie machten diese zu Göttern und nannten ihre eigene Begierde, die lüsterne und leidenschaftliche Krankheit der Seelen, die Glieder und Teile des Leibes, die zu schändlichem Tun hinziehen und ferner den Wahnsinn, der zu schändlichen Lüsten führt: Eros, Priepos, Aphrodite und andere, die diesen verwandt sind. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern auch auf die Geburten der Leiber und das untere sterbliche Leben verfielen sie, machten sterbliche Menshen zu Göttern, verkündeten 4–6 = Laus 235 19–21 12–S. 85, 6 = Laus 235 21–237 20. 12 „sie vielmehr“] ἀλλὰ καὶ und οἵδε καὶ L 14 l. ABBREV 21 ἐπὶ μεῖζον δ᾿ αὔξοντες ἀτοπίας ὑπερβολῇ δυσσεβείας τὰ οἰκεῖα πάθη, ἃ δὴ ἐχρῆν ἀποτρέπεσθαι ( „entfernen“ Σ lies ABBREV) καὶ λόγῳ σώφρονι θεραπεύειν, οἵδε ἐθέωσαν L 24 l. ABBREV ABBREV | καὶ τὴν ἐμπαθῆ καὶ ἀκόλαστον τῶν ψυχῶν νόσον L] „und die lüsterne Krankheit und die Leidenschaften der Seele“ Σ l. vielleicht ABBREV 26 l. ABBREV mit HS | τά τε ὁλεὰ πρὸς αἰσχρουργίαν μέλη L] „und die Glieder, die schwer sind zu schändlichen Taten“ Σ | „schändlichen“] „ausschweifenden“ Σ; l. ABBREV = αἰσχρῶν L sie nach dem gemeinsamen Tode als Halbgötter ἡμίθεοι und Götter und glaubten, daß um die Gräber und Grabmale das göttliche und unsterbliche Sein schweife. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern sie ehrten auch die mannigfachen Arten der unvernünftigen Tiere und das schädliche Gewünrm mit dem verehrungswürdigen Namen Gott. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern sie fällten auch Bäume, hieben Felson aus, durchforschten die Bergwerke der Erde nach Erz, Eisen und anderem Material, bildeten Formen von Weibern und Gestalten von männlichen Männern und Bildnisse von Tieren und Schlangen und legten dann diesen den Namen der Götter bei. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern sie legten auch den Dämonen, die in die Götzenbilder kriechen und in den finstern innersten Winkel eingetaucht sind und an den Spenden und dem Fett der Opfer lecken, eben denselben Namen der Götter bei. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern eben sie zogen auch mit gewissen Knoten verwerflicher Zauberei, mit zwingenden und ungesetzlichen Gesängen und Besprechungen die unsichtbaren Kräfte, die in der Luft fliegen, als Genossen sich herbie und benutzten dann eben sie als Helfer wider den Irrtum der Götter, die sie gemacht hatten. Die einen also vergötterten andere sterbliche Menschen. Denn die Kinder der Griechen haben den Dionysos, Herakles, Asklepios, Apollon und andere Menschen mit den Namen der Halbgötter und Götter geehrt, die Ägypter aber Horos, Isis, Osiris und ferner andere ihnen ähnliche Menschen für Götter gehalten. Die aber, die im Übermaß der Weisheit der Erfindung der Geometrie, der Astronomie und Arithmetik sich rühmten, kannten nicht und die Weisen verstanden nicht, bei sick abzuwägen und zu überlegen den Unterschied des Maßes der Kraft Gottes von der sterblichen und unvernünftigen Natur. Deswegen zögerten sie nicht, alle Arten scheußlicher Lebewesen und die 2 vgl. Platon Phaidon 81 C. D 1 ἡμιθέους Σ ἥρωας L 2 1. ABBREV und ABBREV mit HS 9 „von männlichen Männern“ καὶ ἀρρένων ἀνθρῶν σχήματα L ἀνδρῶν < Wilamowitz 13 1. ABBREV Schultheß 14 „lecken“] λιχνεύουσιν; man erwartet ABBREV Hoffmann | streiche ABBREV „und“vor ABBREV Schultheß 18 „und benutzten –20 hatten “< L 22 ἡμιθέων Σ ἡρώων L 27 σταθμήσασθαι παρ’ ἑαυτοῖς καὶ λογίσασθαι L. Das ABBREV steht besser vor ABBREV als vor ABBREV 29 διὸ δὴ πᾶν εἶδος εἰδεχθῶν κνωδάλων καὶ παντοίων ζώων γένη ἑρπετά τε ἰοβόλα καὶ θῆρας ἀγρίους θεοὺς προσειπεῖν οὐκ ἀπώκνησαν L mannigfachen Geschlechter der Tiere und der giftspritzenden Schlangen und die wilden Tiere Götter zu nennen. Die Söhne der Phöniker aber nannten den Melkathros und Ousoros und ferner einige andere sterbliche Menschen, die verachtter waren als diese, Götter, die Söhne der Araber aber den Dusares und Obdos, die Gothen den Zamolxis, die Kiliker den Mopsos, die Thebaner den Amphiareos, und bei anderen wiederum ehrte man andere mit dem Namen der Gotter, die ihrer Natur nach sich in nichts unterschieden von den Sterblichen, sondern in Wahrheit allein dies: Menschen waren.

Allzumal also Ägypter, Phöniker, Griechen und das ganze sterbliche Geschlecht, soweit der Glanz Sonne leuchtet, haben die Teile der Welt, die στοιχεῖα, die Früchte, die aus der Erde sprossen, ihre eigenen Leidenschaften, ferner auch den dämonischen Wahnsinn und die dämonischen Phantasien und vor diesen die sterblichen Menschen, die die menschlichen Zufálligkeiten benutzten und weder Schulen der Tugend zu ihren Lebzeiten gründeten noch die Lehren eines keuschen Lebens ersannen, die keine philosophischen Dogmen aufwiesen, kein hilfreiches Werk erfanden, keine Schüler der Tugend zurückließen, keine Worte und keine Schriften tradierten, die zu einem guten Leben stimmten, Männer die sich kümmerten um Weiber und schändliche Lüste, haben sie <ohne Grund< und aufs Geratewohl, ich weiß nicht durch welche Verführung dämonischer Wirksamkeit, Götter und Halbgötter genannt und durch Opfer und Dienste mitsamt dem zauberischen Betrug geehrt, haben ihnen Tempel und Heiligtümer in den Städten und Dörfern gebaut; ihn aber, der allein jenseits der Welt ist, den wahrhaftigen Logos Gottes, den Allkönig und Allschöpfer haben sie für nichts geachtet. Eben sie aber nahmen so sehr zu an Wahnsinn und Verstandesverderbtheit, daß sie auf der Stelle Menschen, welche sie zufällig trafen, Götter nannten und auf der Stelle eben denselben die Leidenschaften der Sterblichen anhängten und eben denselben ungesetzliche Ehebrüche, schändliche Taten, ein verkehrtes Leben und Tod bei- 1 Melquthrurun Σ, 1. ABBREV Μελκάθαρον L 5 Ὄβοδον und Ὄβδον L | οἱ Γέται τὸν Ζφάμολξιν Wilamowitz Hkl οἱ Γόθοι τὸν Ζάλμοξιν Σ 15 „zufälligkeiten“] συμφοραῖς L 1. ABBREV PSm 16 „Schulen“] διδασκαλεῖα Hkl διδασκαλία L „Lehre“ Σ 17 „ersannen“] ἐπιπονήσαντας L 1. ἐπινοήσαντας Hkl 21 εἰκῆ καὶ ὡς ἔτυχεν L εἰκῆ < Σ 1. ABBREV vgl. 15 23 | οὐκ οἶδ᾿ ὁποίας δαιμονικῆς ἐνεργείας πλάνῃ L „ich weiß nicht, dureh welchen Irrtum der Anteilnahme an den Taten der Dämonen“ Σ = δαιμονικῆς συνεργείας? 31 „ein verkehrtes Leben“] ζωῆς τε καταστροφὰς καὶ θανάτους L legten. Und obwohl sie selbst derartiges sagen, das keineswegs von anderen verleumderisch behauptet wird, sondern obwolh sie selbst Zeugen dafür sind und Irrtum, TRauer und Tod und vor diesen Ehebruch, Schändung der Männer und Raub der Weiber von ihren Göttern bekannten, füllten sie nichts desto weniger alle Städte, Dörfer und Länder mit Tempeln, Bildern und Heiligtümern.

Und nicht nur dies, sondern sie Nahmen auch aus den Worten, die sie über ihre Götter machten, die Hilfsmittel zu eigenem schändlichen und widergesetzlichen Leben und Verderbten durch alle Arten der Lüsternheit zumal ihre Leiber und Seelen zusammen. Welcher Art das war, was sie taten indem sie sich Ihren Göttern anähnelten, können wir aus der Nähe an dem uns benachbarten Phönizien betrachten, indem wir sehen, was bis jetzt in Baalbek geschieht, wie dort die Überbleibsel der alten Dämonen- Schäden und die Spuren des verderblichen Bösen bis jetzt wirksam Sind, sodaß die dortigen Frauen sich nicht eher in gesetzlicher Ehe- Gemeinschaft verbinden, als bis sie zuvor durch außergesetzliche Verderbung Geschändet sind und an dem ungesetzlichen Mysterienkult der Aphrodite teilgenommen haben. Aber jetzt ist diese Stadt allein an Diesem Wahnsinn krnak zum Beweise des alten Bösen. Früher nämlich Litten Myriaden derart, als die Krankheit der Dämonen noch mehr Mächtig war.

Und nicht allein dies, sondern auch diejenigen Männer, welche den genannten Göttern geweiht verfallen waren <und< Aus Lobgesängen und Liedern, Opfern und Mysterien, Schriften und Gelübden von Bildern gelernt haben, daß der Vater und Lenker aller Götter von leiblicher Lust besiegt sei und den Ganymedes geliebt habe, überschritten nach dem Vorbilde des Eifers ihrer Götter die Grenzen Der Natur, gingen über unsagbare Taten hinaus und betrugen sich Ohne Scheu frech gegeneinander, was zu hören unglaublich ist: „Männer Begingen Unanständigkeit gegen Männer und trugen an sich den gebührenden Lohn für ihre Verirrung davon“, wie die göttlichen Schriften Sagen.

Und nicht nur dies, sondern sie verkehrten auch das gemeine 6 – 10 = Laus 240 2 – 6 10 ff. vgl. Vita Const. 105 2 ff. Hkl, praep. IV 16 22 26 – 31 = Laus 240 6 – 11 28 = Röm 1 27 31 — S. 86, 6 vgl. Laus 240 11 – 18 1 ειτα τοιαῦτα οὐχ υφ᾿ ἑτέρων διαβαλλόμενα φάσκοντες L „und eben dies Wurde keineswegs von anderen, wie man sagt, verleumdet“ Σ 9 προσδιέφθειραν L προδιέφθειραν Σ 13 Statt ABBREV 1. ABBREV mit HS 22 1. ABBREV 26 streiche das ABBREV „und“ vor ABBREV 27 1. ABBREV (ἀρρητο-) ποιΐας L Denken, legten dem unvernünftigen Schicksal und dem natürlichen Zwange die Wesensschaffung und Anordnung des Alls bei, führten ein tierisches Dasein und ein Leben, das nicht lebenswert war, erforschten nicht das Wesen der Seele, erwarteten nicht das gerechte, göttliche Gericht und nahmen sich weder die Siegespreise der Tugend noch ferner die Strafen eines gottlosen Lebens zu Herzen.

Und nicht nur dies, sondern auch mitten in das Theater liefen sie wie Herden rennen, Greise zumal und Jünglinge und Mütter mit ihren Söhnen und Töchtern und dem Anhang der Sklaven, und wurden so mit allem Schändlichen und Wahnwitzigen bekannt. Der Trunkenheit und Lüsternheit voll waren Männer zumal mitsamt den Weibern, wenn sie zusammen waren. Wie sollten sie das Gute tun, sie die ihre Ohren nicht dem Hören keuscher und gottesfürchtiger Worte, noch ihre Augen der Hilfe für ihre Seele, sondern der Lehre schändlicher Worte und dem Anblick der bildlichen Darstellung aller Lüsternheit darboten? Denn derartig war das, was alle Scharen zu sehen bekamen, die sich bekümmerten um die Dinge, die in diesen Schauspielen gezeigt wurden: wahnsinniger Pferdewettkampf, gottloses Ergötzen an denen, die von wilden Tieren gefressen wurden, grausame und unmenschliche Quälereien derer, die in Gladiatorenspielen getötet wurden, ferner lüsternes Lachen über schändliche Dinge, törichtes Vergnügen an Musik, lüsterner Anblick derer, die Weiber darstellten, und starkes Geschrei bei Liedern. Denn bei diesen und derartigen Dingen waren Myriaden Scharen unverständiger Massen vereinigt mitsamt ihren Fürsten, Strategen und Hegemonen und wurden mit den Verderbnissen durchtränkt, die die Seelen zum Verfaulen bringen.

Und nicht nur dies, sondern sie bauten auch Schulen für gottlose Worte in den Provinzen und in den Städten. Statt der gerechten und weltfördernden Lehren und statt der keuschen und gottgeliebten Belehrung nahmen sie durch das frevelhafte Gefasel der Poeten, die es unter ihnen gab, schändliche Erzählungen und Mythen über alle möglichen männlichen und weiblichen Gottheiten, voll von allerlei Schande und Leidenschaften und furchtbaren Verbrechen, in nichts unterschieden von den sterblichen Naturen, infolge der Belehrung und des Studiums der trügerischen, dramatischen Werke der Komöden und Tragöden in ihr Gedächtnis auf. Diese verderblichen und schädlichen Dinge des 1 vermutlich ἀλόγῳ εἱμαρμένῃ καὶ φυσικῇ ἀνάγκῃ τὴν τοῦ παντὸς οὐσίωσίν τε καὶ σύστασιν ἀνετίθεσαν vgl. L 8 1. (??) 10 „bekannt“] wörtlicher „bekleidet“(Syriasmus) 15 „darboten“]1. (??) mit HS 42 1. (??) mit HS 31 „und Leidenschaften, voll von allerlei Schande“ Σ, aber (??) muß an verkehrter Stelle stehen 32 „Verbrechen“] „Trauer“ Σ = συμφορά Lebens säten sie sunächst in sich und dann in den Seelen der Jünglinge aus. Der Frevel aber, der von allen der erste und letzte ist, war, daß vollständig alle Menschen, die Fürsten zumal und die Untertanen, die Könige der Völker und die Gesetzgeber, die Heerscharen und Massen in den Dörfern und Städten, unter Griechen und Barbaren das Lob, das allein dem König des Alls geberbten, Götter nannten und Hymnen sangen den irdischen und bösen geistern, den seelenlosen στοιχεῖα und den sinnlichen Elementen der Welt. Die Mengen der vernünftigen Lebewesen auf Erden brachten weder das Lob nach Art des Priesters noch das mit ihren Brüdern im Himmel, den heiligenEngeln und göttlichen Geistern, die den Allkönig loben, das mit ihnen zusammenstimmende Lob dar, sondern sangen ein ungebührliches und nicht zusammenstimmendes Lob an Feiertagen und Festen den betrügerischen Geistern, die die Welt verderben, und fügten ihnen die Ehre der Anbetung zu, sodaß fortan das ganze στοιχεῖον der Erde übereinstimmend mit allen Völkern in der ganzen Welt nichts anderes war als ein im Sturm befindliches Schiff, dessen schwer beschädigtes Wrack durch einen anderen Sturm sofort mit völligem Untergang bedroht ist.

Mit Recht also war wegen aller dieser Dinge Gott als Erlöser und Helfer nötig für das Geschlecht der Menschen. Wären nur die Massen zu dieser Verirrung geführt, so ware das Böse vielleicht gering. Jetzt aber waren völlig die Häupter der Städte, die Lenker der Völker, die Könige der Länder, die Führer der Ortschaften und die Fürsten der Völker allzumal übereinstimmend an derselben dämonischen und polytheistischen Verirrung erkrankt. Ferner fürwahr aber auch diejenigen, die sich rühmten unter den Griechen der Philosophie und bekannten, daß sie ein reicheres Wissen besäßen als die moisten Menschen, die auf den Straßen prunkten, indem sie sich aufblähten und breit in ihre Stola hüllten, schweiften auf der weiten und langen Erde umher und bettelten sich von anderen Völkern die herrlichen Lehrsätze zusammen, von hier die Geometrie, von der andern Richtung die Arithmetik, wiederum aber von anderer Seite die Musik und die Heilkunde und 28 vgl. Praep. X 4 27 f. 10 vgl. o. s. 62 14 und L 222 29 ff. 12 Das eine ABBREV „Lob“ ist wohl Druckfehler 17 „war“] wörtlich „waren“ (Plural κατὰ σύνεσιν) 18 „anderem“] „letzten“ Σ 1. ΑΒBREV Schultheß mit HS 24 „die Fürsten“] .vielleicht ABBREN vgl. Hoffmann in Stud. 70 f. 29 „ die . . . . prunkten“] Σ Ηauptsatz 31 „bettelten“] „befreiten“ Σ 1. ΑBBREV andere Dinge, die auf rationeller Erfahrung beruhen. Diese aber und ähnliche Dinge brachten sie von überallher zusammen und verfielen in sterbliches und gottloses Denken. Durch beschwatzendes Wortemachen setzten die einen fest, daß die Atome, die unzerbegbar, ohne Teile und ähnliche Teile und ohne Ende sind, — als ob sie fürwahr die Wahrheit nicht prüften — „der Anfang des Alls“ seien, wie sie sagen. Eben dieselben definierten auch die Lust als den äußersten Grad der Glückseligkeit, was augenscheinlich verderblicher ist als alles Böse. Denn was könnte es Kostbarers geben als die Lust für diejenigen, die festgestellt haben, daß in diesem Seienden weder eine Vorsehung noch ein Gott noch eine unsterbliche Seele noch eine verständige οὐσία noch ein Logow der über allem waltet, noch ein Anfang noch ein Ende existiere, sondern daß allein die unzerlegbaren vernunftund seelenlosen Atome — es sind dies aber winzige Körper, die eben wegen ihrer vorzüglichen Kleinheit nicht einmal in die Sinne fallen — daß eben diese seelen- , vernunft- und anfangslosen Dinge die ersten seien, nicht gezeugt, unendlich an Menge und von unübersehbaren Zeiten her, wie es sich gerade traf, zerstreut? Indessen aber, obwohl sie derart sind, hat man gesaft, daß sie die Ursache des Schmuckes des Alls seien, und daß es keinen Gott, keine Vorsehung und keinen Logos gebe, der alles sah, noch einen, der mächtig war über alles, aber wenn es auch einen solchen gebe, er weder selbst eine Beschäftigung habe noch sie anderen gewähre, und wie ich glaube, legten sie die von ihnen geliebte Lust auch Gott selbst bei. Derartig aber waren Philosophen die Anhänger des Epikuros und Demokritos, und indem sie auftraten als Anwälte dieser Ideen, war ihre gan͌ e Überlieferung mitten unter den Griechen lebendig. Obwohl sie aber so die Besseren waren, schmiegten sie sich heuchlerisch den Massen an. Bald wandelten sie mit den Scharen zum Tempel, bald stellten sie sich gottesfürchtig aus Furcht vor der gesetzlichen Strafe. Aber diese, die für die Lust kämpften, waren derart.

Andere aber setzten die Grenze der Vorsehung bis zum Monde fest. Von den übrigen Teilen der Welt schloß die Schar der Schüler des Aristoteles sie aus, die eben- 6 vgl. Praep. XIV 145 23 1 ff. 7 vgl. Praep. XIV 20 13 22 vgl. Diog. Laert. vit. Epicur. X 123 f. Praep. XV 5 8 31 vgl. Praep. XV 5 1 ff. 1 l. (ABBREV) mit HS 3 wörtlicher „durch Finden überzeugender Worte“ Σ vermutlich = πιθανῇ εὑρεσιλογίᾳ 5 „und hohe Teile“ Σ l. (ABBREV) (ABBREV) = ὁμοιομέρειαι 24 l. (ABBREV) (ABBREV) 25 „indem sie auftraten als ihre Täter“ ist von Σ wohl fälschlich zum Vorhergehenden gezogen falls als den höchsten Gradd der Glückseligkeit weder Tugend noch Philosophie definierten, außer wenn sie zufällig mit Reichtum an Besitz, mit Überfluß an Gold und silber, mit vornehmer Familie und Berühmtheit verbunden ist, die bei vielen anerkannt sind. Und was himdert sie, sich ebenfalls dessen zu rühmen? Leute, die bis zum Monde die über alles sich erstreckende Vorsehung gleichsam hinter Schloß und Riegel gefangen gehalten, und die gesagt haben, daß die geistige undd vernünftige Leibe, sondern ihm entspreche an Art und Gestalt, weswegen sie sie auch Entelechie zunnen pflegen. An die Spitze des Guten Stellten sie demgemäß weder das philosphische Leben noch die Haupttugend, sondern sie verfielen auf zufällige Dinge, auf Reichtum, Macht und Familie. Denn mit diesen Dingen, sagen sie, existiere auch die Tugend, die der Vernunft würdig sei, ohne sie aber sei sie niemals. Nichts Besseres gebe es für den Weisen, außer wenn er auch reich sei, noch se idem, der sich um keuschheeit bemüht, etwas Gutes nahe, außer wenn er ein Sohn vornehmer Familie sei, noch sei di Gerechtigkeit und die mit der Tugend übereinstimmende geistige Beschaffenheit, falls sie in der Seele des Menschen existiere, genügend zu einem glückseligen Leben, außer wenn ihm eine schöne Ordnung der Glieder des Leibes zufällig eigne. Eben sie aber glauben, dab die Gottheit irgendwo auberhalb von den Dingen der Menscchen oberhalb des Mondes existiere und behaupten, dab die vorsehung Gottes die Dinge auf Erden nicht sehe. Auch den geneinnicht, indessen aber stellten sie sich heeuchlerisch auch an, als fürchteten sie die Götter in Stadt und Land. Des eine redeten sie weise mit ihren Theoremen, ein anderes aber taten sie in ihrer Praxis und leisteten den Eid bei den Göttern in ihren allgeemeein zugänglichen Schriften und Worten, in ihrem Denken aber war nichts Derartiges, sondern um der menge zu gefallen, heuchelten sie solches Tun, sodaß sie daher, eher Dämonen als Menschen, von jeder gesunden Philosophie verachtet warden.

Andere 1 vgl. Praep. XV 3. 4 10 8 vgl. Praep. XV 96.101 ff. vgl. Areios didymos boi Stob. Ech. Ecl. II 125 (ed. Wachsmuth) 14 Abbrav „sei nichts“ 1. Abbrav 26 „mit ihren Theeoremen“] „mit ihren Wissenden“ Σ. Εntweder = „mit den Wissenden“ oder τὰ θεωρητικά mibverstanen als οἱ θεωρητικοί 28 „allgenein (zugänglicchen)“] „in ihren gemeinsamen Schriften und Worten“ Σ. Vermutliche Anlehnung an den aristotelischen Ausdruck ἐν κοινῷ γιγνόμενοι λόγοι, vgl. Bernays: Die dioaloge des Aristoteles S. 18 ff. aber abgesehen von diesen, die sich brüsten, die besten Philosophen zu sein, haben gewagt, mit gottlosem Munde zu sagen, daß Gott ein Körper sei, seiner Natur nach in nichts unterschieden vom Feuer. Dies ist die andere Verirrung: der Stoiker, die diese sinnliche Welt als Gott ausgegeben und so eine ruchlose, ganz verderbliche Lehre aufgestellt haben. Denn die schaffenskräftige Ursache und die leidensfähige Hyle bestehen nach ihnen aus ein und derselben οὐσία und beides sind wirkende und gewirkte Körper. Der Allkönig Gott, der über allem steht, ist vom sinnlichen Feuer in nichts unterschieden, sondern wird auch mit allem zumal vermicscht gemäß dem periodischen Feuer zu bestimmten Zeiten. Groß ist das Böse, daß Gott, wie sie sagen, verwandelt und dann verbrannt wird. Dies also ist die Lehre der stoischen Philosophen, daß die ganze οὐσία, wie sie sagen, und die ganze Welt bisweilen mit Gott vermischt wird und sich alles „ins Feuer verwandelt wie in einen Samen und wiederum aus diesem der schmuck des Alls vollendet wird, wie es fuüher war”. Götter aber gibt es so viele wie es Teile der Welt gibt. Deswegen weil auch die ganze Welt aus lauter Teilen besteht, ist sie vollkommen Gott. Eben dieselben haben ferner gesagt, daß die verständige und vernünftige Seele im menschen ebenso vergänglich wie körperlich sei. Was wollte sie den daran hinder, sie, die gegen den Allkönig Gott solches zu sagen sich erfrecht haben? Diese Seelen sollen ferner nach ihrer Definition aus Hyle und Körpern bestehen und nichts weiter sein als der Qualm und Rauch der Körper. Ferner bleiben nach dem Lebensende keineswegs die Seelen aller, sondern nur die der Philosophen gewisse Zeiten hindurch, die ihnen bestimmt sind, am Ende aber warden auch sie mit dem Brande des Alls brennen mit Gott zumal und der ganzen Welt, und die Seelen der Ungerechten zumal und der Gerechten, der Frommen mitsamt den Gottlosen warden von Einem Feuer aufgezehrt warden, als ob sie geschmolzen würden. Dann aber warden von neuem aus dem Feuerfraß des Alls Welten geboren, die in nichts vershieden, sondern in allem ähnlich sind den früheren, so sehr, daß von neuem eben dieselben Menschen geboren werdenund ein und dieselbe Nachfolge geboren wird. Die Lebensweisen ferner sind derart, daß sie in allem ähnlich und nicht verwandelt sind, die Moden, Gebräuche, Sitten und Leidenschaften 1 vgl. Praep. XV 16 1 4 vgl. Praep. XV 15 1 6 vgl. Praep. XV 14 1 ff. 14—16 = Praep XV 18 3 (Aeriow Didymos) 19 vgl. Praep. XV 20 2 ff. 21 1 ff. 10 „periodischen”] wörtlich „im Lauf”, vermutlich κατὰ περιόδους 14 „ins Feuer” vom Σ fälschlich zum Vorhergehenden gezogen, 1. (??) (??) 32 „von neuem”] wórtlich „von oben”, vermutlich ἄνωθεν warden eben dieselben sein und so warden auch eben dieselben Ereig- nisse, Ehrungen, Freuden und Schmerzen eben denselben wiederum be- gegnen, sodaß wiederum eine Helena und ein Unheil von Ilion zu erwarten ist, und wiederum ein Anytos und Meletos und das tödliche Gift des Sokrates und wiederum eben dieselben Streitigkeiten und Spaltungen der Philosophen, und am Ende wird wiederum alles vom Feuer verzehrt, und nachdem es verbrannt ist, wird es wieder von neuem zurückkehren und wieder in denselben Gleisen verharren. Aber auch diese Philosophen hängen so notwendig ihrem Irrtum an.

Die Philosophen aber, die die ersten Physiker heißen, die vor allen anderen auftraten, gründeten den Anfang des Alls auf ein seelenloses στοιχεῖον, ohne einen Gott, eine Vorsehung, einen Schöpfer und Werk- meister des Alls zu kennen. Eitel aber und ohne Grund legten sie sich lügnerisch den Namen und das Gebaren der Philosophen bei. Denn teils sagten sie, daß die Erde und eine trockene οὐσία der An- fang des Alls sei, teils nannten sie den Ozean und so eine feuchte οὐσία, das Wasser als den Allerzeuger, teils das Feuer, teils die Luft, teils Mischungen aus diesen, und führten viele männliche wie auch weibliche Gottheiten ein und Hochzeiten und Kindergeburten, <und< änderten in physikalische Allegorien das Mythengefasel der Poeten durch schöne Worte zum Ruhmesschmuck, sodaß auch sie gleichsam durch Verkehrt- heit von oben von der Höhe wieder auf die στοιχεῖα der Hyle und auf die sinnlichen Teile der Welt niederfielen.

Andere aber, abgesehen von diesen, fabrizierten gerade Entgegengesetztes all dem, abgesehen von diesen, fabrizierten gerade Entgegengesetztes all dem, was gesagt ist, behauptend, daß es nichts Göttliches in dem Seienden gebe, weder den höchsten Gott noch die lokalgötter, daß der Name Gott vielmehr besser und über die οὐσία gesetzt sei, die nicht ist, sodaß sie in großen Frevel des Bösen sich ausgebreitet haben.

Platon allein von allen Griechen scheint mir vorzüglich der Philosophie anzuhängen und halt mit Recht daran fest, daß das Gute das Erste und die Ursache des Alls ist, und redet mit Recht weise über den Zweiten, der der Schopfer des Alls ist.

Er hat auch schön und richtig festgestellt, daß Himmel, Sonne, Mond, Sterne und überhaupt die ganze Welt zumal von dem Gotte des Alls geschaffen wurden.

Er hat auch gesagt, daß die οὐσία der Seele körperlos und der Vergänglichkeit fremd sei. Er hat auch geistige οὐσίαι ge- 10 vgl. Praep. XIV 16 12f. 30 vgl. Praep. XI 16ff. 17 streiche ABBREV „und“ vor ABBREV 19 statt ABBREV 1. ABBREV und vgl. Praep. II 6 17 24 Man erwartet das Femininum ABBREV kannt und zugegeben, daß der über allem waltende Verstand, den wir Logos Gottes nennen, der König des Alls sei. Eben ihn setzte auch er als Herrscher über das All nach Art eines Steuermannes, der schön und sicher für alles sorgt, und wies ihn als Lenker nach. Er allein von allen Griechen bekannte den Logos Gottes, den Schöpfer der Welt, gleich wie wir selbst. Abe res ist am Platze, ihn selbst zu hören, in welcher Art er über Gott redet:

„Und Ehren wollen wire r- weisen, nicht dem für ein Jahr und jenem für einen Monat und anderen aber überhaupt keinen Anteil und keine Zeit zuerteilen, in der er seine Bahn durchläuft und die Weltordnung mit vollendet, die der allergott- lichste Logos sichtbar anordnete, den, wer immer glückselig ist, zuerst bewundert, zu deme r dann aber Liebe faßt, um ihn kennen zu lernen, soweit es die sterbliche Natur vermag“.

Er nannte auch den, den ere ben als „göttlichen Logos“ bezeichnet hat, den „Vater“ und „Herrn“ des Alls und den „Lenker“ des Alls mit denselben Worten wie wir und sagte so:

„Diesen Brief sollt ihr alle, die ihr drei seid, lessen, besonders in Gemeinschaft, wenn aber dies nicht mög- lich, so zu zweien zusammen, nach Kräften soviel ihr könnt, <und< sollt dies als herrschendes Übereinkommen und Gesetz gebrauchen, in- dem ihr schwört wie es recht ist, und indem ihr mit nicht unweisem Eifer zumal und mit der Zucht, der Schwester des Eifers, bei dem <Gotte< des Alls, dem Lenker des Seienden und Kommenden und dem richtig philosophieren, wir alle deutlich kennen nach der Kraft glück- seliger Menschen“.

Er lehrte auch, daß ein gerechtes Gericht Gottes stattfinden werde, welches einem jedem vergelte, wie er es ver- diene. Daß der Gipfel des Guten der sei, ähnlich zu warden der Gott- 7—13 = Ps. Platon Epinomis 986 C; Praep. XI 161 16—25 = Ps. Platon 6. Brief 323 C; Praep. XI 162 25 vgl. Platon Politeia 614. Phaidon 113; Praep. XI 35 ff. 27 vgl. Platon Theaitet 176 B 10 „Weltordnung“] κόσμον „Welt“ Σ | „göttlichste“] φεθίτατις „Gott“ Σ l. ABBREV 11 ὁρατὸν zieht Σ zu κόσμον „die sichtbare Welt“ 14 l. ABBREV mit HS | „und“] wörtlich „auch“ 17 Man vermibt ein zu ABBREV gehöriges ABBREV ἐπομνύντας] „sollt bedenken (aber lies ABBREV Lee) das Übereinkommen und das Gesetz, und be idem Herrm, der die Gerechtigkeit ist, schwören“. Es mübte mindestens heiben ABBREV 22 καὶ τὸν τῶν πάντων θεὸν ἠγεμόνα τῶν τε ὄν- των καὶ τῶν μελλόντων] „und be idem Lenker des Alls, dessen was ist und dessen was kommt“ <φεὸν Σ mit Unrecht 24 εἰσόμεφα πάντες σαρῶς εἰς δύωαμιν ἀνφρώπων εὐσαιμόνων] wörtlich „nach unsere Kraft aus glückseligen Menschen“ Σ heit, der Tugend anzuhängen und mit ihr wie ein Zwilling verhunden zu sein, zeigte er sehr göttlich.

Aber aueh er setzte sich mit Recht mehr als aller und augenscheinlich dem Tadel aus. Warum? Weil er wußte, daß ein Gott sei, aber ihn nicht als Gott pries. Er verbarg vielmehr die Wahrheit und machte sie zur Lüge für viele. Denen, die er liebte, brachte er als Philosoph die rechte Offenbarung über den Vater und Schöpfer dieses Alls. Mit der Plebs der Athener aber verkehrte er nicht als Philosoph und führte den Sokrates in seiner Rede zum Piraeus, damit er zur Gottheit bete und mit der ganzen Plebs zumal das Fest der Bendis feiere. Er sagte aber ferner, daß sein Meister, als sein Lebensende nahe war, einen Hahn zu opfern befahl. Nicht schämte sich noch beschönigte es der beste der Philosophen, daß der Vater der Philosophie befahl, durch gewordene, irdische Hyle und durch ein wenig Blut und Fleisch eines toten Vogels die Gottheit zu versöhnen. Er nannte aber ferner diejenigen Götter, die in den Städten verehrt wurden, Dämonen und tat wohl daran, und er bekanute auch, daß sie Vorfahren seien von sterblichen Menschen und redete recht. Dennoch aber riet er, eben sie als Götter zu verechen weil er sich mit der Menge zu ihrem Irrtum erniedrigte, und mit Recht auch sie als Ursache des Alls anzunehmen, weil er unter dem Schein σχῆμα der Philosophie das Wort der Wahrheit verbarg, das der Lüge aber erheuchelte. Höre jedoch, was er im Timaios sagt:

„Über die anderen Dämonen aber zu redden und ihre Geburt kennen zu lernen, ist zu groß für uns. Wir müssen uns vielmehr überzeugen lassen von denen, die vor uns gesagt haben, sie seien Söhne der Götter, wie sie behauptet haben, und kennten ihre Vorfahren wohl genau. Unmöglich also ist es, Göttersöhnen nicht zu glauben, obwohl sie ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweis- 5 vgl. Platon Timaiow 28 C 9 vgl. Platon Politeia 327 A Phaidon 118 A 16 vgl. Platon Timaios 40 D 23—S. 94, 8 = Platon Timaios 40 D; Praep. II 7 1 f. u. Parall. 10 1. ABBREV Lee „das Fest der Bendideen“ Σ 17 ὡμολόγησεν αὐτοὺς εἶναι ἐξ? ἀνθρώπων θνητῶν „Vorherwissende “ Σ = προγνώστας, verlesen aus προγόνους? vgl. Z. 26 94 27. Schultheß schlägt vor: ABBREV „daß sie seien ursprünglich Geborne von sterblichen Menschen“ 19. 20 ABBREV „und“ vor ABBREV steht besser vor ABBREV | „in ihre Ursache geschrieben zu werden“ = τὴν αἰτίαν ἐπιγράφεσθαι 22 1.ABBREV Lee 24 γένεσιν] „ihre Kraft“ 1. ABBREV gründe reden, sondern dem Gesetze anhangend müssen wir ihnen glauben, da sie vorgeblich eigene Familiengeschichten erzählen. So also, wie sie sagen, möge sich die Geburt in betreff dieser Götter verhalten und gesagt warden: Kinder der Erde und des Himmels waren Okeanos und Tethys, und deren: Phorkys, Kronos, Rhea und alle, die mit diesen waren, von Kronos und Rhea aber: Zeus, Hera und andere, soviele wir kennen als alle ihre sogenannten Brüder und ferner andere als die Sprößlinge dieser“.

Du siehst, daß der Philosoph von oben, von den Bildern oberhalb der Welt und von den körperlosen, geistigen οὐσίαι nach unten auf die Erde und auf den Ozean wie in die Tiefe des Bösen hinabgetaucht ist und Göttergeburten einführte, er der allein besser als sonst die Menschen mit hochtönendem Geist sagen konnte:

„Was ist das immer Seiende, aber niemals Werdende? Und was ist das immer Werdende, aber niemals Seiende? Das eine wird durch das mit Vernunft begabte Wissen wahrgenommen und ist immer sich selber gleich. Das andere aber wird mit unvernünftigem Sinne gewähnt, ist werdend und vergehend, aber völlig seiend niemals“.

Derselbe wackere Mann also ehrt eben dasselbe, was wird, vergeht und durchaus niemals ist, wegen seines Werdens und Vergehens jetzt mit dem Namen der Götter. Eben derselbe sagt ferner, indem er diejenigen widerlegt, die diesen Göttermythos ausgestreut haben, daß sie keineswegs infolge „ zwingender Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe“ den Irrtum betreffs der anogeblichen Götter vorbrachten. Neachdem er sie in dieser Weise beschuldigt hat, sagt er hinterdrein, daß wir ihnen glauben und sie für wahrhaftig halten müssen, obwohl sie nichts Wahrhaftiges reden, aber obwohl er sie sogar Göttersöhne nennt, ist ihm doch offenbar bewußt, daß er ihre Vorfahren als sterblich, jedermann ähnlich einführt und ferner an sterbliche Götter und sterbliche, ihren Vorfahren ähnliche Söhne erinnert, die sagen, „daß sie ihre Vorfahren genau kennten“. Obwohl er unverhohlen sagt: „Unmöglich also ist es. Göttersöhnen nicht zu glauben“, beschuldigt ere ben sie auf der Stelle, daß sie „ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe“ redeten, und fügt hinzu, daß „wir sie für wahrhaftig halten müssen, da sie vor- 13–17 = Platon Timaios 27 D; Praep. XI 9 4 5 φόρκυς] φρόκυς Σ |καὶ ὅσοι μετὰ τούτων Ρ < Σ 1. ABBREV ABBREV 13 καὶ τί τὸ γινόμενον μὲν ἀεί, ὂν δὲ οὐδέποτε Ρ < Σ 1. ABBREV ABBREV 17 „völlig“] ὄντως Ρ | „niemals“] 1. ABBREV mit HS 19 „wegen“ Σ besser wohl „trotz“ geblich eigene Familiengeschichten erzählen“. Durchaus aber sagt er nicht: „da sie erzählen“, sondern „da sie „Wir müssen uns vielmehr überzeugen“, sagt er, seien Söhne der Götter“. Woher hat er denn dies zu „wie sie behauptet “? Denn sie haben dies behauptet, nicht ich. das heißt aber: Dennoch, da sie über sich selbst aussagen, wenn auch nur ohne Wahrscheinlichkeitsgrunde und ohne Beweise die selbst betreffenden Tatsachen feststellen können, — dennoch wir ihnen. Hinterher sagt er: „So also, wie sie sagen, sagen, sich die Geburt der Götter verhalten“. Notwendig bemerkt er, „wie sie sagen“. Denn keineswegs nach meiner, sondern nach ihrer Meinung soll dies gesagt sein will er damit ausdrücken.

Du siehst also, daß rät, wir üßten dem Irrtum nachfolgen. Weswegen aber stellt er fest? Um keiner anderen Ursache als um des Gesetzes, das heißt, des Todes willen, der am Gesetze hängt. Eben dies bekennt er offen, indem er sagt: „Dem Gesetze folgend glauben “. Geht denn die Furcht vor den Menschen und dem Gesetz bei den Philosophen über die Furcht und das Gesetz der Wahrheit hinaus? Wo sind die vorzüglichen und weisen Worte jener schönen Sprache, mit denen er durchaus staunenswerter Sprache gewaltig so redete:

„Denn kein Gesetz und keine Ordnung ist besser als das Wissen, und nicht ist es recht, daß der Verstand irgend einem Dinge unterworfen Untertan sei, sondern er ist der Führer aller Dinge, wenn er in seiner Natur nach frei ist“. Derselbe sagt: „Wohin jemand selber stellt, indem er glaubt, daß es das beste sei, dort muß er wie mir scheint, bleiben trotz des Sturmes, indem er nichts bedenkt, weder den Tod noch irgend etwas anderes vor dem Schimpf“. sagt er: „Denn die Furcht vor dem Tode, ihr Männer, nichts anderes als wähnen, weise zu sein, obwohl man es nicht ist“.

Warum also, Weiser, wirst du nach diesen Worten vom Tode bewegt und heuchelst, sterbliche Götter um des Gesetzes 20–24 = Piaton Nomoi 875 C 24–27 = Piaton Apologia 28 XIII 10 3 28. 29 = Piaton Apologia 29 A; Praep. XIII 10 5 17 „von den “ Σ. Vielleicht kann man verstehen : „und dem von den Philosophen stammenden “. Aber dagegen spricht die Stellung der Worte und der Sinn. Denn gemeint ist das staatliche Gesetz der ἀσέβεια Lies (ABBREV) (ABBREV). Oder παρά c. Dat. mißverstanden als παρά c. Gen.? 23 θινὸς ἐλεύθερός τε ὄντως] ἀληθινὸς und τε <Σ 24 „stellt" + ἧ ὑπὸ ταχθῇ Platon Eueebius. zu ehren? Waruni aber hältst du es für würdig, glauben und ihnen vertrauen? Durch dein eigenes Wort machst du zu Schanden und schüttelst ab, was sie durchaus noch auf Grund irgend eines Beweises über ihre Vorfahren gesagt haben. Wie kannst du, nachdem du sie so beschuldigt hast, den Menschen noch raten, ihnen zu glauben? Was ihre Väter sind, wir prüfen!

Die Erde, heißt es, und der Himmel Kinder Okeanos und Tethys, und ferner Phorkys, Kronos und Rhea, und dann nach diesen allen Zeus und Hera. Zeus nach der Erde und dem Himmel! Zeus nach Kronos und Rhea, nach allen diesen! Was sagst du, wackerer Mann? Wo ist Zeus, der Gewaltige im Himmel, der den fliegenden Wagen treibt? Oder wars nicht dein eigenes Wort, über das jedermann in lautes Staunen ausbricht, wenn du so sagst:

„Der gewaltige Zeus also im Himmel, der den fliegenden Wagen treibt und lenkt und dem nachfolgen die Heere der Götter und Dämonen.“

Aber das weiß ich nicht, warum erst nach der nach dem Meere, nach Okeanos, Rhea und Kronos, den Sterblichen, Zeus erschien und wie dies dein Wort jenem anderen entspricht: „Wir müssen uns überzeugen lassen von denen, die vor uns haben, sie seien Söhne der Götter, wie sie behauptet haben, ihre Vorfahren wohl genau. Unmöglich also ist es, Göttersöhnen zu glauben, obwohl sie ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe reden“. Er fährt aber fort: „So also, wie sich die Geburt betreffs dieser Götter verhalten und Daran reiht er eine lange Rede und Erzählung über die Geburten Götter, die die Poeten sagen, versichert uns obendrein und „Von Kronos und Rhea stammten Zeus und Hera und alle, von denen wir wissen, daß sie alle als ihre üder genannt werden, und andere als Spröblinge dieser“.

Prüfst du also, während dieser mann erzählt? Und erzählt er nicht Dinge, die leicht sind, wohl die gottlos und seiner eigenen Philosophie entgegengesetzt sind? Denn eben er treibt in der Politeia vornehm diejenigen, die er jetzt Göttersöhne nennt, und vollends diejenigen früheren Schriftsteller, die deren Gottheit ählt haben, den Homer, Hesiod und vor allem den Orpheus aus seiner πολιτεία weit weg, jetzt aber ät dieser Philosoph, 14–16 = Piaton Phaidros 246 Ε 32 vgl. Piaton Politeia 377 f.; Praep. XIII 31 ff. 3 „verständig“] „gesund“ Σ = ὑγιῶς 8 Phrokys Σ 15 „und “] ὁ μὲν δὴ μέγας ἡγεμὼν ἐν οὐρανῷ Ζεύς, ἐλαύνων τὸ ἄρμα Piaton; vgl. Ζ. 11 28 (ABBREV) vgl. Σ 53 11 30 „und (während) er erzählt keineswegs nicht schwer “ Σ Eusehius wollte wohl das Gegenteil sagen eben ihnen zu glauben, indem er sie Göttersöhne nennt und hinter der Erde und dem Himmel und hinter der feuchten οὐσία, die er als Okeanos bezeichnet, im Entstehen und Vergehen sucht und bekennt, daß der Vater aller Menschen und Götter und Hera anderen noch dazu, die nach seinen Worten als ihre Brüder und Söhne genannt werden, aus der Erde und dem Ozean stammten, und trotzdem rät er nachher, sie als Götter zu verehren. Wo ist οὐσίαι, wo ist jenes körperlose, jenseits der Welt befindliche oder jene göttliche Erzählung Erzählung über die farb- Wenn aber jede Seele unsterblich ist, warum machst du Sterblichen Untertan die Unsterblichen, den Körpern der Dämonen den vergänglichen Sinnesdingen die geistige und vernünftige Mit Recht also meine ich diesen Mann mehr zu tadeln als die übrigen, obwohl mich die Liebe zu ihm hinzieht wegen der Verwandtschaft seiner Lehren mit den unsern. Denn er allein von allen Griechen scheint mir die Vortüren der Wahrheit zu erreichen und hat in vielen Verwandtschaft mit uns gezeigt. Aber nicht möge dieser Mann geehrt werden als die Wahrheit. Deswegen, scheint es mir, muß mehr als alle um ihretwillen getadelt werden. Denn obwohl das Lust- liebende und das, was aus seiner Lehre sich ergibt, als todbringend beschuldigt werden mag, und obwohl er glaubt, daß es keine Götter heuchelt er indessen dennoch, als ob er ein anderes Leben nicht kenne, denn nur das gegenwärtige.

Die Peripatetiker aber hingen einer Meinung, die derjenigen des Anfängers dieser Philosophie ähnlich war, so an, daß sie sogar meinten, die Seele im Menschen sei sterblich, und behaupteten, ihre Ge- stalt und ihr Körper sei die „Entelechie“. Zu gunsten des Lebens, das sie allein kannten, gerieten sie unter die Menge und heu- chelten Götter, obwohl sie glaubten, daß diejenigen, die nach der πολιτεία verehrt werden mußten, niemals existierten, aus Furcht vor dem Tode und vor der gesetzlichen Strafe.

Die Stoiker wiederum, die lehrten, daß alles körperlich und daß Welt allein Gott sei, und sich einredeten, daß ihre Teile Götter 8 vgl. Piaton Phaidros 247 C 15 vgl. Praep. XIII 14 3 17 vgl. Aristoteles S. 1096 a 16 26 vgl. Praep. XV lOf. 31 vgl. Praep. XV 14 ff. 5 „nach “ Σ = ἐπὶ τούτοις 18 1. (ABBREV) statt „ist er getadelt “ 19 Der Hauptsatz im Σ ist unverständlich: „Denn das, was die liebt und das, was seiner Lehre entspricht, (als) totmachend wird es verleumdet“. „sogar“] „und daß sie “ Σ 28 „gerieten sie“] wörtlicher sollten das tun dürfen, was ihren Lehren entspricht, selbst wenn ist? Deswegen weil sie die Teile der Welt Götter nannten und die οὐσία verehrten, sollten sie ohne Tadel sein? Sie aber, die die στοιχεῖα als den Anfang des Alls festsetzten, sollten dem entspreched die στοιχεῖα verehren dürfen?

Er aber Piaton setzte wie durch göttliche fest, was „das immer Seiende, aber niemals Werdende“ was „das durch Wissen mit der Vernunft Wahrgenommene und immer sich selbst “ sei, und sagte, wie weit es reiche, und redete offen- kundig und mit offenkundigen Worten schön und weise eine göttliche Geschichte der Natur gemäß folgendermaßen: auch das alte Wort lautet, hat Anfang, Ende und Mitte alles Seienden inne und vollendet richtig, indem er naturgemäß dahingeht. Dem aber immer die Gerechtigkeit, indem sie ein Rächer ist derer, die hinter göttlichen Gesetze zurückbleiben“. Und wie blieb zurück hinter dem göttlichen Gesetz und achtete gering die die über alles waltet, und brachte uns die Gesetze der Sterblichen und fürchtete sich vor dem Tode, er, der die Seele über die hinaussandte! Aber nicht lauter hat dieser Mann, scheint mir, seine Lehre, ß die Seele der Menschen unsterblich sei, bewahrt, weil er sie verunreinigt hat. Denn nicht nur die Seele der Menschen, sondern auch die der Hunde, Affen, Ameisen, Pferde, Esel und der übrigen unvernünftigen Tiere sei unsterblich und in nichts unterschieden von der Seele der Philosophen ihrer οὐσία nach. Agyptisierend sagt er, daß nach Meinung eben diese Seelen allerlei Leiber wechseln und die der Menschen in die Natur der Tiere umgegossen werden. Um dieser Dinge willen wird er auch darin verachtet, worin er die Wahrheit gesagt Δαὶ, wie jemand, mand, der auf der andern Seite lügt. Denn wenn dieser Mann auch wundernswert ist darin, ß er den Werkmeister und Schöpfer Alls erreichen begreifen konnte, muß er dennoch besonders werden bei jedermann, weil er das richtige Wort nicht vorbrachte. „Denn obwohl er Gott kannte, pries er ihn nicht als Gott, sondern ehrte und diente dem Geschöpfe mehr als seinem Schöpfer“, verehrte diejenigen Wesen, die an sichtbare Körper gebunden 6 f. = Piaton Timaios 27 D 10–14 = Piaton Nornoi 716 A; Praep. XI 13 17 vgl. Praep. XIII 14 3 16 3 20 vgl. Piaton Phaidon 81 D; Praep. XIII 16 4 ᾖ. 31 = öm 1 21. 25 11 ὁ παλαιὸς λόγος Ρ „unser altes “ Σ 12 εὐθείᾳ περαίνει κατὰ φύσιν περιπορευόμενος Ρ 18 „lauter“] örtlicher „gesund“ = ὑγιῶς 20 „gemeinsam gemacht “ Σ = ἐκοίνωσεν 26 „wie einer, der in etwas die Wahrheit gesagt, auf der andern Seite aber gelogen “ Σ Sonne, Mond und Sterne und bekennt zugleich und in demselben Atemzuge, daß sie geworden, vergänglich ihrer seien aus Feuer, Erde und den übrigen στοιχεῖα und betet sie an zumal, ehrt sie und nennt sie Götter. Hinterher aber bekennt er dann wiederum, daß sie auflösbar und vergänglich seien. Doch is es an der Zeit, ihn selber zu hören wie er im Timaios sagt:

Gótter der Götter, deren Bildner ich bin. Alles also, wird, ist auflösbar. Deswegen weil ihr geworden seid, seid nicht unsterblich und völlig unauflösbar“. Ferner aber sagt ihr Werden, woher es ist und wie es begrenzt wurde: „daß sich das Feuer zur Luft so wie die Luft zum Wasser und wie das Wasser zur Erde verhielt, aus denen er band und hinstellte den sichtbaren und tastbaren Himmel. Und zu diesem Zwecke und aus diesen Dingen, die derart waren und deren Zahl vier betrug, ward der Körper der Hinterher aber sagt er: „Zum Werden der Zeit, damit die Zeit entstehe. entstanden Sonne, Mond und die fünf anderen Sterne, die den Wandelsterne haben, zur Abgrenzung und Bewahrung der Zahlen der Zeit. Körper aber machte Gott einem jeden von ihnen und setzte in die Kreisbahnen“. Indem er aber ferner vom Himmel „ob er immer war ohne irgend einen Anfang des Werdens, oder ob er entstanden ist, von irgend einem Anfang ausgehend“, antwortet er sich selber und sagt: „Er ist entstanden; denn er ist sichtbar und tastbar bar und hat einen Körper. Alles derartige aber ist wahrnehmbar das Wahrnehmbare wird durch die Vorstellung begriffen und erscheint als geworden“.

Er also, der so über diese Dinge schön und richtig geredet hat, entfernte er sich nicht weit von der gesunden Meinung, indem er sie Götter nannte, zugleich aber bekannte, daß seien aus der vergänglichen ὕλη der Körper des Feuers, 6–9 = Piaton Timaios 41 A; Praep. XIII 18 10 10–14 = 32 B; Praep. XIII 184 15 — 19 = Piaton Timaios 38 C; Praep. XIII 18 6 20–25 = Piaton Timaios 28 Β; Praep. XI 29 3. 2 „und“ <Σ 3 „und aus “ Σ; aber das ABBREV steht besser vor ABBREV | στοιχεῖα zumal und betet sie “ Σ, aber ABBREV besser vor ABBREV 11 wörtlich „was Feuer zu Luft, so Luft zu “ Σ ὅ τι πῦρ πρὸς ἀέρα, τοῦτο ἀὴρ πρὸς ὕδωρ καὶ . . . . τοῦτο ὕδωρ πρὸς γῆν, ξυνέδησε Ρ 13 ἁπτόν] „wahrnehmbaren“ Σ 1. (ABBREV) 1. καὶ διὰ ταῦτα] „und durch dies" Σ 21 ἧ γέγονεν, ἀπ’ ἀρχῆς τινὸς ἀρξάμενος] „order geworden ist im Anfang irgend eines “ (oder „Erstlings“) Σ = ἀπαρχῆς 22 ἁπτός] „wahrnehmbar“ Σ 1. ABBREV der Luft und der Erde? Er sagt zwar, ß diese auflösbar ihrer Natur nach und vergänglich, dann aber nennt er eben ehrenwerte Götter. Was für eine Geroeinschaft nun hat der Name Ehre der Ursache des Alls mit den wahrnehmbaren und auflösbaren Körpern? Oder welche Gemeinschaft hat die Vernunft, die „das Seiende, niemals “ hernorbringt, mit „dem immer Werdenden, niemals Seienden“, daß er diese Dinge beidemal Götter wenn „das immer Seiende, niemals Werdende“ in Wahrheit Gott dann ist alles, was nicht so ist, nicht Gott. Wenn aber „das immer Werdende, niemals Seiende“ Gott ist, dann ist alles, was anders nicht Gott. Welcher Schluß ist klarer als dieser? Denn beide die ihrer Natur nach entgegengesetzt sind, — das eine, das „durch das mit Vernunft begabte Wissen “, das andere, das „mit unvernünftigem Sinne gewähnt wird“, das zu schaffen, das andere mit der Fähigkeit zu leiden — wie sollen entgegengesetzten Dinge Eines Namens würdig sein? Denn es natürlich, wie jemand, der sich wundert über das Wissen des meisters, der aber dennoch die Ehre dem von ihm herrührenden Werke zufügt, und wie jemand, der das Schiff κυβερνήτης und mit Pferden bespannten Wagen ἡνίοχος nennt, die richtige Ordnung verkehrt, daß so also sehr töricht handelt derjenige, der die Geschöpfe Gottes Götter zu nennen, obwohl er ganz deutlich zugibt, daß sie durch die Fesseln Gottes, des Alls, gebunden seien und aus seelenlosen στοιχεῖα, aus Feuer, Wasser, Luft und Erde best:ünden. Aber auch der Piaton möge beendigt sein.

Was habe ich jetzt noch nötig, ans klare Licht zu wie die Weisen sich gleichsam in Reihen sammelten, sich entzweiten und trennten von einander, sich wie in Schlachtreihe und Kampf mächtig widereinander rüsteten. „Sie begegneten sich aber Lanzen und Männerkraft, wie einer von den Poeten sagt, indem fürwahr gewaltiger Tumult erregt wrurde der Vernichtenden und der Vernichteten“.

5 ff. vgl. Piaton Timaios 27 D; Praep. XI 9 4 23 vgl. Piaton Timaios 41 A 28 vgl. Homer llias ιβ 80 30 = Homer Ilias δ 447. 449. 451; Praep. XIV 6 7 4 ABBREV] 1. ABBREV 6 ABBREV] zur Not: „die mit dem immer Seienden . . . . verbunden “; aber 1. ABBREV 11 ABBREV] „gottloser“; aber Σ las oder verlas wohl ἐναγής statt ἐναργής 13 νοήσει μετὰ λόγου Piaton] „durch und durch “ Σ 24 1. ABBREV entsprechend ABBREV ; ebenso 1. ABBREV 32 ὀρώρει 1. Janlta Gr ABBREV Bernstein ABBREV PSm

Denn eine „Gigantenschlacht“ nennt Piaton ihren gegenseitigen Kampf, indem er so sagt:

„Und fürwahr es schien unter ihnen eine Gigantenschlacht zu sein wegen des gegenseitigen Streites über die οὐσία“.

Aber er, Piaton, redete dies über diejenigen, die vor ihm oder über die, die mit ihm Philosophen waren. Daß aber ebenso diejenigen, die er zu seiner Xachfolge aufrief, sich wider ihn mit der Waffe versahen, dafür ist das Zeugnis klar. Denn aus der durch seine Worte Jüngerschaft entfernte sich Aristoteles und seine Schule, die sich dem Piaton gegenüber stellte. Andere Jüngere traten später nach einer Weile auf und widerlegten das, was weise war nach der Meinung des Aristoteles, andere neigten sich auf der anderen Seite den Stoikern zu. Die Skeptiker aber brachten den Pyrrhon und die ἐποχή hervor und lachten zumal über jedermann. Denn sie alle standen völlig in mächtigem, persönlichem ’unander, rüsteten sich und kämpften mehr oder weniger mit Worten wie mit Lanzen und Schilden und beschossen einer den andern. Wo es nicht recht war. entzweiten sie sich, wo es aber notwendig war, mit aller Kraft zu ringen, kamen sie überein, ich weiß nicht wie. Vor allem aber sie sich in dem Irrtum des Polytheismus, obwohl sie vor jedermann und besser als alle Menschen wußten, das es nichts mit ihm sei; das heißt aber, die Epikureer mitsamt den Stoikern und Aristotelikern, mitsamt den Piatonikern und Physikern, mitsamt den Skeptikern zumal, mitsamt ihren Weibern und Töchtern und mitsamt der Schar der Laien in die Tempel, stellten sich, als ob sie die seelenlosen, nach Art der Menschen gebildeten Götzen mit Gelübden als Götter anbeteten, und taten, als ob sie sie mit Spenden, Fettgeruch, dem Blute und den Opfern unvernünftiger Tiere ehrten. Nur in diesem Einen Punkte ließen sie von ihrer gegenseitigen Feindschaft. Hier bekannten alle sorgfältig ihren Irrtum. Wo ihnen aber die Wahrheit offenkundig war, taten sie das Gegenteil von ihr, während es recht gewesen wäre, dort, wo ihr Wissen aufrichtig war, auch ein aufrichtiges Gebahren σχῆμα) zu zeigen, für jenes zu ringen und zu kämpfen, und wo es für wäre, selbst für die Wahrheit willig zu sterben auf sich zu nehmen wie Menschen die sich ühmen, Philosophen zu sein. Eben jene aber waren hierin liebevoll gegen einander, indem sie sich vereinigten zur Lüge; aber dort, wo es nicht geziemend war zu kämpfen 2—4 = Piaton Sophistes 246 A; Praep. XIV 4 9 13 vgl. Praep. XI 4 2 9 „Jünglinge“ Σ (= νεώτεροι?) ß 33 „und" <Σ 1. wegen des Verborgenen und Unbekannten dieser Dinge, darüber stritten sie wie um die Wahrheit und kämpften willig Dinge, indem sie einander beschossen und verwundeten mit unzähligen Worthieben. Was habe ich ötig, festzustellen, ß die Weisen in ihren gegenseitigen Kampf, in ihre feindlichen Worte und in ihren gemeinsamen Krieg verfielen, weil sie menschliche Weisheit benutzten und sterbliche Erwägungen und Gedanken, aber nicht Gott als trafen?

Was also? Warum hatten diejenigen keinen Gott, die um diese Dinge kämpften, obwohl doch die Schar der Götter war? Mochte auch der von Delphi und der von Lebadia weissagen, mochte der von Kolophon Antwort erteilen und der von Milet orakeln, mochte ein anderer von anderer Gegend her rufen, dennoch konnte auch nicht einer von ihnen den Weisen Lehrer sein, die Wahrheit zu erreichen. Alle aber beteten diese an gleich ihren Vorfahren und alle Griechen bekannten sie als Götter; dennoch wurden nicht im geringsten gefördert in der Auffindung göttlicher obwohl es kein Hindernis für sie gab, au der Stelle in der zu wandeln, indem sie als Lehrer die Götter benutzten, die ihnen Erden nahe waren, indem sie nicht mit einander kämpften und sondern vom Geschrei schwiegen und die Götter über die Dinge Streites befragten und die Wahrheit von ihnen wie von Arzten lernten und sich von ihnen helfen ließen. Zuerst war es für Epikurs zu lernen nötig, nicht ohne Götter sein, sich Lust unterwerfen, nicht töricht sein in so lächerlichen kleinen, unteilbaren Körpern die Kraft beilegen, die Welt zu sondern sich überzeugen lassen von den Göttern, indem sie dies über lernen. Die Anhänger des Aristoteles aber, die mit ihren eigenen die Tempel, Heiligtümer und Götterbilder auf Erden eines, sondern Myriaden in allen Städten und an allen ihre der Götter Macht prüfen und durften infolge fernerhin nicht mehr ihre Worte über die Vorsehung oberhalb des Himmels noch oberhalb des Mondes festhalten, sondern mußten überzeugen, ß es auch auf Erden Götter gebe, und daß sie sich um die Menschen kümmern, mit denen sie zusammen sind. Von eben mußten sie lernen, daß es ihnen nicht erlaubt sei, denen zu kämpfen, die ihnen entgegentraten, darum, ob die Seele 4 1. ABBREV „daß ich “ statt ABBREV „in ihrem gemeinsamen Kriege, den sie “ Σ 31 „Untersuchung“ „Heimsuchung“ Σ = ἐπισκοπή 36 1. ABBREV ABBREV lieh oder unsterblich sei. sondern daß sie den nächsten Gott ein wahres wie von den Göttern herstammendes Wort annahmen. mußten auch die Stoiker, so auch die Platoniker. so auch die Skeptiker, sogenannten Pyrrhoniker, so ferner auch die früheren sogenannten lernen, nicht ablassen von der Sorge um die Wahrheit und nicht alles für wahr halten, was in den Sinn kommt, als ob Würfel spiele, sondern über alles Unbekannte die Götter bei ihnen wohnen. Allein auch nicht einer von den Weisen tat dies noch bedachte er es. Warum waren sie denn gottlos und überdrüssig der Götter in frevelhaftem Sinn und taten dies? Aber so erscheinen alle Philosophen zumal besondersgottlos gottlos und viel schlimmer als die törichten die nicht überdrüssig werden, die Götter zu befragen beim Nehmen Weibes, beim Gehen eines Weges, bei Blindheit und bei Leibeskrankheit. Sie die Götter aber wurden willig angehört und weissagten die sie baten. Die Weisen fürwahr hatten nicht nötig, um ihrer Leiber willen, wohl aber um der Heilung ihrer Seelen willen die Götter zu befragen, die bei ihnen wohnten, die sie anbeteten und ehrten. Da dies aber auch nicht einer von den bewundernswerten Philosophen tat. bleibt nur übrig, eines von beiden anzuerkennen: entweder, daß nicht weise sind oder daß jene keine Götter sind. Denn wenn siel jene, obwohl sie in Wahrheit Götter waren, verachteten, waren sie weise, sondern Toren und Idioten. Wenn sie aber in Wahrheit die Liebe zur Weisheit gepflegt und Überfluß an Wissen mehr als die meisten gehabt hätten, so wäre dies klar, daß sie mit reinem Torheit der Menge aller Wahrscheinlichkeit nach gespottet hätten.

Wenn die sogenannten Götter aber in Wahrheit existierten, traf es sie, in dem Verkehr auf Erden wohnen zu müssen? Gewiß um der Gesamtheit aller Menschen zu helfen? Wenn aber dies der Fall war, warum unterließen sie dann nicht jene jene und verkündeten lieber jedermann, was zum Erwerb der Tugend hilft? Warum boten sie sich nicht selber an, den Menschen Gesetze zu geben, indem sie recht machten die Sitten der Allgemeinheit und für Werke anordneten zu einem besseren Leben? Warum kümmerten sie sich nicht vielmehr um die Heilung der seelischen Leidenschaften statt um die der Leiber und befreiten diejenigen, die zu ihnen ihre Zuflucht nahmen, nicht viel mehr von der Torheit und der ἰδιωτεία als 4 1. ABBREV Lee 9 1. ABBREV ß 11 „und" Σ str. 27 „in dem “ Σ oder „an dem Wohnort"? vermutlich ἐν διατριβῇ Ι „oder öllig“ Σ; vermutlich ἥ που 32 „indem recht gemacht wurden" 1. ABBREV entsprechend ABBREV von dem Mangel an Besitz? Und wenn sie die Menschen sahen, die die Weisheit liebten, die bei Tag und bei Nacht elend waren um des Suchens und Findens der Wahrheit willen, die unter Qualen und Martern nach einem Worte forschten über die Furcht eben dieser Götter. ὁ die dann hineingingen in die Orakelstätten, ihnen opferten gleich Vorfahren und sie ehrten mit den Ehren, die sie die Götter nach Gewohnheit inne hatten, warum nahmen sie sie dann nicht auf mit liebevollen Worten, belobten sie wegen Ihrer Mühe, Múhe, losten los von ihrem gegenseitigen Kampf, gewährten ihnen infolge Unterstützug, wahrhaft weise zu sein in Gott und Philosophen werden, und lehrten sie die Weisheit der wahren, untrügerischen Weil sie aber dies nicht wirkten, so taten sie jedermann kund zu wissen, daß sie keine Götter seien noch daß rühmten, Philosophen zu sein, dieses Namens wert seien. Denn sie in Wahrheit weise gewesen wären, so ätten sie jene Götter gehalten, da sie etwas Götterwürdiges noch das Göttliche diejenigen zu lehren vermochten, die sich um Wissen dieser Dinge kümmerten.

Sie aber, die nicht so sondern der Menge heuchelten und Götter diejenigen nannten, von sie besser als jedermann und genau wußten, daß sie welches Namens sind sie würdig? Ich brauche nichts weiter zu als daß sie, die ihre Haarlocken lang herabfallen ließen, Gastwirten, verworfenen Männern und Huren in die Tempel Was fragten denn jene Weisen von den Göttern? Das, was den nützt? Niemand dürfte das von ihnen behaupten. So also wurden die Götter ihnen nicht zu hülfreichen Lehrern des Wissens, sondern sie waren, wie man sagt, brauchbare und hilfreiche Orakelgeber im Leben der meisten, um aufzufinden, wenn ein Sklave zufällig entflieht, oder wenn ein Gefäß verloren geht, oder um ein zu kaufen oder um Handel zu treiben oder um ein Weib zu nehmen oder was dem sonst ähnlich ist, weswegen man die Götter mit etwas Hahnenblut oder durch die Schlachtung eines Widders oder Stieres und mit Kuchen und mit λαγάνιον oder mit etwas Mehl oder mit vergänglichen Kränzen bewundernd und staunend kein Gott war ihnen ein wahrhaftiger Lehrer für das, was mit Tugend stimmt, noch einer für das, was zur Heilung der Seele Deswegen scheinen mir die Weisen zwar stark am Kriege gegen einander 26 vgl. Dem. V Prooem. 17 22 „Haarlocken" Σ (= πώγων?) 36 streiche ABBREV „und" vor ABBVER ABBREV gearbeitet und ihren Unterschied von einander sehr gefestigt zu haben, aber hinter dem wahren göttlichen Wissen zurückgeblieben zu sein. So war es zwar möglich, in ihren Worten von Göttern, Göttersöhnen, Halbgöttern ἡμίθεοι und guten Dämonen zu hören, in ihren Taten aber war alles das Gegenteil. Das Entgegengesetzte also war stolz auf das Entgegengesetzte wie jemand, der die Sonne und die Lichter am Himmel jemandem zeigen will, seine Augen nicht nach oben erheben, sondern seine Hände nach unten auf die Erde fallen lassen, sich auf den Erdboden niederwerfen und in Schmutz und Kot die himmlischen Mächte suchen möchte. Demgemäß also war auch das ganze Geschlecht der Menschen zumal mit den Philosophen und Königen durch Verstandeswahnsinn und durch Verführung der bösen Dämonen überzeugt, daß die geistige und göttliche οὐσία, die jenseits des Himmels und jenseits der Welt ist, unten irgendwo in der Entstehung der Körper und in den Leidenschaften und Todesfällen der Sterblichen sei. Da so großer Verstandeswahnsinn das ganze Geschlecht der Menschen schädigte, wie haben wir da nicht mit Recht gesagt, daß Gott als Erlöser und die göttliche Offenbarung und ein gemeinsamer Helfer aller unserem Leben erforderlich war?

So weit aber waren ferner viele zum Wahnsinn geführt, daß sie auch ihr Liebstes opferten denen, die Götter zu sein schienen und kein Mitleid hatten mit der Natur, sondern sogar ihre einzigen und geliebten Kinder im Wahnsinn und in der Raserei des Verstandes töteten. Denn welcher Wahnsinn könnte größer sein als der, Menschen zu opfern und alle ihre Städte und alle ihre Häuser mit dem eigenen Blut zu besudeln? Oder bezeugen nicht eben dies die Hellenen, und ist nicht ihre ganze Geschichte voll von der Erinnerung daran?

Denn dem Kronos opferten die Phöniker jedes Jahr ihre geliebten und einzigen Kinder. Eben demselben wurde ferner auch auf Rhodos am sechsten im Monat Kanôn ein Mensch geschlachtet. Diese Sitte war sehr mächtig, wurde dann aber geändert. Denn Einen von denen, die von Staats wegen zum Tode verurteilt waren, bewahrten sie bis zum Fest 3—15 = Laus 237 31—238 9 20—30 = Laus 238 10—19 30—S. 107, 20 = Porphyrius, De abstinentia II 54—56. 27; Praep. IV 16; vgl. Laus 238 19—239 6. 7 δεῖζαί τῳ βουληθεὶς] „demjenigen“ = τῷ Σ 15 ἐν σωμάτων γενέσει καὶ θνητῶν πάθεσί τε καὶ θανάτοις] „und in den Leidenschaften der Sterblichen und Unsterblichen“ Σ 22 φειδὼ] l. ABBREV mit HS 29 ἐν ῾Ρόδῳ μηνὶ Νεταγειτνι ἕκτῃ ἱσταμένου 31 δημοσίᾳ] „offenbar“ Σ 32 μέχρι τῶν Κρονίων] l. ABBREV des Kronos auf. Als aber das Fest begann, führten sie den Mann den Toren heraus bis gegenüber dem Bilde der ihn mit Wein und töteten ihn.

In dem jetzt so genannten dem früheren Koroneia, wurde in dem Monat, der bei den Aphrodisios heißt, der Agraulos, der Tochter des Kekrops der agraulischen Nymphe, ein Mensch geschlachtet. Diese Sitte dauerte bis auf die Zeit des Diomedes. Dann aber wurde sie abgeändert, dem Diomedes der Mensch geopfert wurde. Innerhalb Eines Zaunes aber befand sich der Tempel der Athena, der Agraulos und des Diomdes. Der zu Opfernde aber umkreiste, sobald ihn die Ephehen führten, dreimal den Altar, dann schlug ihn der Priester mit der Lanze auf den στόμαχος und verbrannte ihn darauf ganz auf dem zusammengebrachten Scheiterhaufen. Dieses Gesetz aber schaffte Diphilos, der König Kypern ab, der um die Zeit des Theologen Seleukos lebte, und änderte die Sitte in ein Stieropfer um.

Es schaffte aber auch zu Heliopolis in Agypten Amosis das Gesetz, daß Menschen geopfert wurden, ab, wie Manethos bezeugt in den Büchern über den Anfang und über die Gerechtigkeit.

Sie wurden aber auch der Hera geopfert und ausgewählt, wie reine Kälber geprüft und geschlachtet werden. Es wurden aber drei am Tage geopfert. Dafür befahl Amosis, daß gleiche ihnen an Zahl entsprechende Bilder aus Wachs auferlegt würden.

Man opferte aber auch in Chios dem Omadios Dionysos einen Menschen, indem man ihn zerriss, und in Tenedos, wie Euelpis, der Karystier, sagt.

Auch die Lakedämonier opferten, wie Apollodoros sagt, dem einen Menschen. Die Phöniker aber opferten bei großen wie Kriegen oder Seuchen oder Hungersnöten einen der der ausgewählt wurde, dem Kronos. Voll aber ist die Geschichte Phöniker von denen, die geopfert wurden, welche von in phönikischer Sprache geschrieben wurde, die aber Philon Byblios 5 τῇ Ἀγραύλῳ τῇ Κέκροπος καὶ νύμφης Ἀγραυλίδος] “der Argaulos, der Tocliter des Kekrops und der Schwiegertochter des “ Σ 9 „Argaulos“ Σ 10 ὑπὸ τῶν ἐφήβων ἀγόμενος] „seine “ Σ 13 Δίφιλος . . . . . κατὰ τοὺς Σελεύκου χρόνους τοῦ θεολόγου γενόμενος] „Diphlios . . . . schaffte es ab in der Zeit des Seleukos, der ein über Gott Redender “ Σ, aber 1. ABBREV ABBREV vor KlJoVs 16 Ἄμωσις] „Amosios“ Σ 17 ἐν τῷ Περὶ ἀρχαισμοῦ καὶ εὑσεβείας P 18 „auch“ <P 19 „geschlachtet“ Σ συσφραγιζόμενοι Ρ 20 Ἄμωσις] „Amosios“ Σ 22 τῷ Ὠμαδίῳ Διονύσῳ] 1. ABBREV 23 Εὔελπις] „Euhelpis“ Σ 26 „Hungersnöten“ Σ αὐχμῶν Ρ 28 „die geopfert “ Σ τῶν θυσάντων Ρ | ἣν Σαγχουνιάθων . . . . συνέγραψε Ρ] „welche Sachu iatu . . . geschrieben “ Σ ABBREV ABBREV ABBREV 29 Βύβλιος] „Byblos“ Σ die griechische Sprache in acht Büchern übersetzte.

Istros aber sagt in der Sammlung der kretisechen Opfer, ß die Kureten früher <dem Kronos) Kinder opferten. Die Menschenopfer aber, die fast an jedem Ort waren, wurden abgeschafft, sagt Pallas, der am vorzüglichsten über die Mysterien des Mithras gesammelt hat, in den Tagen des Königs Hadrian.

Geopfert wurde aber zu Laodikea in Syrien der Athena jedes Jahr eine Jungfrau, heute aber eine Hirschkuh.

Auch die Karchedonier in Libyen brachten das Opfer dar, das Iphikrates aufhören ließ. Die Dumatener aber in Arabien opferten jedes Jahr Kind, das sie unter dem Altar begruben, den sie als Götzenbild beinsgesamt nutzten.

Phylarchos aber schreibt, daß früher insgesamt Menschen opferten, bevor sie in den Krieg hinauszogen.

Und ich übergehe die Thraker und Skythen, und daß auch Athener die Tochter des Erechtheus und der Praxithea töteten. wem wäre verborgen, daß bis jetzt in der Hauptstadt am Feste des latiarischen Zeus ein Mensch geopfert wird? Bis jetzt aber opfern keines- wegs nur in Arkadien alle insgesamt Menschen am Feste des Lykäers Zeus, auch nicht nur in Karchedon dem Kronos, sondern sie spritzen um der gesetzlichen Erinnerung willen in jedem Jahr eigenes Stammesblut fortwährend an die Altäre“. Daß dies so sei, bezeugen auch die erlesensten Philosophen. Diodoros aber, der die Bibliotheken ver- kleinerte, sagt, daß die Libyer dem Kronos zweihundert der Kinder von Staatsivegen opferten, daß sie aber dreihundert andere, geringer en Standes als diese, dem Opfer der Vorfahren hinzufügten. Der Historiker der römischen Geschichte, mit Namen Dionysius, aber sagt, daß Zeus und Apollon einmal Menschenopfer forderten in von den sogenannten Aboriginern, daß aber die Gebetenen den 20–8. 108, 6 = Laus 239 7–17 21 vgl. Diodor. XX u; Praep. IV 25 vgl. Dion. Hai. I 23 f.; Praep. IV 16 15 1 Ἴστρος δὲ ἐν τῇ Συναγωγῇ τῶν Κρητικῶν θυσιῶν φησι Ρ] „Istros aber sagt, daß die t Kureten früher in der Versammlung der auserwählten ein Kind “ Σ 2 τῷ Κρόνῳ Ρ <Σ 3 καταλυθῆναι δὲ τἀς σχεδὸν τἀς παρὰ πᾶσί φησι Πάλλας Ρ 8 Ἰφικράτης Ρ „Iphikrites“ Σ 10 ὂν ὑπὸ βωμὸν ἔθαπτον, ᾧ χρῶνται ὡς ξοάνῳ Ρ „das sie . . . begruben and als Götzenbild “ Σ 11 Φύλαρχος Ρ Phyllarchos Σ 17 τοῖς Ρ Λυγκ- (Endung fraglich) Σ1. ABBREV = τοῖς Λυκαίοις aber ßverstanden 21 Διόδωρος Ρ „Didoros“ Σ 23 δημοσίᾳ] „offenbar“ Σ 24 1. ABBREV ABBREV Das L brige ist in Ordnung, οὐκ ἐλάττους δὲ ἐπιδοῦναι τῇ θυσίᾳ τριακοσίοις ἑτέρους P in allerlei Früchten und Vieh den Göttern opferten. Weil nicht auch Menschen opferten, seien sie in mannigfaches Unglück und hätten nicht früher Ruhe gehabt vor dem Unheil, als sich dezimierten. Indem so also der zehnte Teil der Menschen vertilgt und dem Zeus und Apollon geopfert wurde, wurden sie selbst die Ursache der Verwüstung des Landes. So große Verderbnis vernichtete das Leben der Menschen, daß sie eine andere Hoffnung Erlösung sich nicht verschreiben konnten als die von Gott, der allein — und kein anderer — dem sterblichen Geschlecht nötig war.

In solchen Zuständen der Seele waren alle Menschen jedem Ort.

Nicht genügte ihnen aber ausser diesen Dingen sondern sie wurden auch von außen her an jedem Ort und in Stadt durch Myriaden andere, unheilbare Unfälle gequält. Völker zumal in der ganzen Welt, Barbaren und Griechen wurden von der Wirksamkeit dämonischer Raserei in Wut versetzt und schwere und böse Krankheit beunruhigt, sodaß das Menschen ohne Verkehr und ohne Versöhnung war mit sich selber, der große Körper der gemeinsamen Natur hierhin gerissen wurde, indem die Menschen in jedem Winkel der Erde abfielen und mit Sitten und Gesetzen einander bekämpften, und nur dies, sondern indem sie auch wild wurden durch häufige wider einander, sodaß sie immer und wáhrend Lebens mit Kämpfen und Kriegen wider einander beschäftigt sodaß es nicht möglich war, irgendwohin in Geshäften wenn man nach Art des Kriegers gerüstet war, und sodaß Dörfern und auf den Ackern die Feldarbeiter mit Schwertern waren und mehr Ausrüstung als äte be- 12–8. 109, 2 = Laus 239 19—240 2 1 καρπῶν . . . . καὶ βοσκημάτων Ρ „Früchten und “ Σ (= βλαστημάτων?) 4 ἀφαιρουμένους L „ausgewählt“ Σ (= ἐξαιρουμένους, wohl nicht gelesen, sondern mißverstanden) 10 ἐν τοιούτοις τῆς ψυχῆς müßte etwa haben. Da dies ungriechisch ist, so ist wohl ABBREV falsch. Vgl. L 239 τοσούτοις κακοῖς τὸ πὰν τῶν ἀνθρώπων γένος πάλαι πρότερον κατετρύχετο 12 ἐπὶ τούτοις L „nach “ Σ 16 οἰστρούμενα] 1. ABBREV 20 ἀποστατούντων] 1. ABBREV 22 πυκναῖς ταῖς κατ’ ἀλλήλων ἐπαναστάσεσιν L 25 „in äften zu “ Σ = πορείαν στέλλεσθαι] στέλλεσθαι L 26 „nach Art des “ Σ = πολέμου τρόπον] πολεμίου τρόπον L 28 παρασκευάς] 1. ABBREV saßen und die Plünderung und der Menschenraub aus (dem Nachbarn für etwas Tugendhaftes galt. Dies unser Wort bezeugt ganze Geschichte der Griechen und Barbaren. Denn (auch) die Schriften, die es unter den Juden giebt, lehren, daß es vor den des Augustus und Tiberius, in deren Tagen unser Erlöser in der Welt erschien, früher durchaus in jeder Stadt und in jedem und Fürsten der Länder gab.

Sogleich also, als nach dem Auszug aus Ägypten durch Mose, in das Land Palästina kamen, verfolgten sie dreißig Könige an der Zahl Es blieben aber, ohne ausgerottet zu werden, indem sie ihre Einwohner, ihren Wohnort und ihre Könige auch fernerhin in Gebrauch diejenigen, die in Gaza und Askalon wohnten. Joppe und Asdod ferner wurden den besonders für sich beherrscht. Skythopolis und die Städte um es herum wurden so regiert, daß es sich daher ereignete, daß sie die ganze Zeit ihres Daseins in Kämpfen und Kriegen mit ihren Nachbarn verbrachten. Als aber auch in Jerusalem der wunderbare Tempel gebaut wurde, den Salomo baute, was habe ich nötig zu sagen, wieviel hinterher auch vom Volk der Juden aus Rache feführt wurden Vernachlässignung der Verehrung ihres Gottes, sodaß deswegen sich von einander trennten und wider einander erhoben, sodaß sie verschiedene schiedene und feindliche Könige in Gebrauch hatten, von denen einen das früher sogenannte Samarien, jetzige Sebaste inne hatten, die anderen aber in Jerusalem wohnten und immerfort mit ihren Stammesgenossen kämpften und sie mit ihnen.

Ihnen aber litten auch die, welche im Lande Arabien wohnten. Denn zahlreich waren auch bei jenen die Orstfürsten. Ebenso waren auch die ihren eigenen Königen untertan. Die Phöniker ihre Ortschaften, damit niemand mit ihnen verkehre oder durch sie hin- durchziehe, indem sie fortwährend das Land ihrer und indem sie fortwährend Städtebelagerung und gegenseitige Gefangennahme ausübten. Und nicht nur dies, sondern auch ganz und Agypten war allen Fürsten und Königen Götter aber hatten sie Myriaden in den verschiedenen Dörfern Städten und Könige ebenso, die auch widersprechende 9 vgl. Jos 12 24 12 vgl. Rieht 1 18 LXX 17 vgl. I Kön 6 2 τὸ τε ληίζεσθαι καὶ ἀνδραποδίζεσθαι τοὺς ἐκ γειτόνων ἐπ’ ἀρετῆς τίθεσθαι μέρει] „am Orte der Tugend gesetzt “ Σ 3 „Denn“ ist sinnlos Σ 9 „dreißig“ ungenau 10 unlogisch 11 χράομαι = „haben“ vgl. L 213 5 21 „Könige und “ Σ 1. ABBREV und Erfinder von allerlei Göttern waren, sodaß daher nach ibnen bis jetzt Ortschaften unter den Ägyptern heißen und ihre Gesetze in den Ortschaften gelten. Da sie zugleich Götter und auch Gesetze ersannen denjenigen, die unter ihrer Herrschaft standen, so machten sie ihre Nachbarn zu Feinden und Hassern, sodaß daher auch sie die ganze Zeit ihres Lebens mit Kriegen verbrachten und wider einander in Aufruhr gerieten, dementsprechend, daß sie viele Fürsten und in Gebrauch hatten. Von dort aber begann auch die Verirrung des Polytheismus weidete wie eine böse die übrigen Orte der Völker. Die Ägypter waren mehr als Menschen in der Verehrung der Götter bewandert und hätten ehren können als jedermann. Aber frage nicht, was die Früchte Wachstums ihrer Verehrung waren! Denn keineswegs gab es früher die jetzt den Augen sichtbaren Gründe ihres Friedens und Eintracht unter einander, sondern alles war gerade entgegengesetzt. Deswegen wurden sie durch Kriege und Kämpfe wider einander ganze Zeit ihres Lebens gequält und füllten ihre Länder Stammesblut und Mord, indem die Götter als Frucht ihrer ihnen diese und derartige Werke förderten.

Wenn aber Dinge nicht jedermann bekannt sein sollten, wem von meinen Freunden sollte das verborgen sein, was man von den Griechen liest? Der Krieg der Peloponnesier und Athener, den Thukydides beschrieb, wo Griechen mit Griechen kämpften, wie sie die Potidäer einschlossen, wie Thebaner und ergriffen, Platäer ergriffen, wie die Thraker und die Athener unterstützten, bisweilen aber eben diesen waren, wie die Athener die Korinther einschlossen, wie sie das Land der Epidaurier und Trözenier verwüsteten, wie sie das Land verwüsteten und selbst wiederum Entsprechendes von Lakedämoniern erlitten, indem diese nach Attika kamen und das der Athener verwüsteten, zu anderer Zeit aber die Olynthier mit Athenern kämpften, und die einen ferner mit den anderen und wieder mit ihren Nachbarn, und wie alle Arten des Krieges bei ihnen zugerüstet wurden, der Kampf auf Schiffen und der Kampf auf Trockenen und der Kampf auf Pferden! Und das alles, obwohl, wie 7 1. ABBREV | „viele Fürsten böser Dämonen“ 9. 10 „wie eine böse . . . . Krankheit und weidete die übrigen Orte der Σ, aber das ABBREV steht besser vor ABBREV 19 1. ABBREV statt ABBREV | 1. ABBREV mit HS 23 1. ABBREV Lee 27 „Epidaurier“ 1. ABBREV 331. ABBREV man sagen darf, Myriaden Götter in jener Zeit das Land der Griechen füllten, und nicht nur dies, sondern auch mit den Menschen lebten, von ihnen geehrt und bedient wurden, nicht wie es jetzt der Fall ist, sondern, wie man sagt, wie ihre Vorfahren jene alten Götter und sie ihnen überlieferten, damit sie ihre Freunde seien und mit den Göttern redeten, die mit ihnen zusammen waren und lebten auf und sie äufig durch Orakel und Offenbarungen unterstützten. die Früchte dieser Götterverehrung waren diese: und Gefangenschaft.

Wenn du aber das prüfen willst, was älter ist als dies, so richte deinen Geist auf den, der in Delphi den Griechen vorsitzt, auf den Pythier, meine ich, der bei allen Griechen gepriesen wird. Eben er rief dem Lydier Krösus zu und war war stark, indem er sagte: kenne die Zahl des Sandes und das Maß des Meeres, die Stummen stehe ich und die Stammelnden höre ich.“ Der aber sandte ihm als Lohn für diesen Hymnus goldene Ziegel im Werte von zwei und ebenso goldene Phiolen und Schüsseln. Aber dem Krösus mit seinen Worten so sehr starl: Aber seinen eigenen Hausgenossen ’den Griechen) half der Gott nicht einmal so sehr, daß sie ruhig besonnen lebten, sondern über die Athener herrschte der Tyrann Pisistratus, während der Pythier auf die Griechen sah und die übrigen über sie mächtig waren. Sie waren sogar Genossen im Kriege, als Argiver mit den Korinthern kämpften und die Lakedämonier Trözeniern und die Lokrer wiederum mit anderen Griechen und die Kerkyreer mit anderen, als Messene viermal von den Lakedämoniern eingenommen wurde, als die Arkadier bedrángt und die der Orchomenier zerstört wurden, als die Athener die Agineten und ferner die Megarer die Korinther, die Lakedämonier die die Athener die Booten, die Lokrer die Phokeer und alle diese Griechen die Griechen. Die Götter aber, die ihnen zur Seite saßen, wäbrend alles dies geschah, Zeus, der Pythier, der Klarier, der Dodonäer, 13 Herodot I 47; Praep. V 34 2 5 „und überlieferten“ Σ. Aber das ABBREV steht besser vor ABBREV als ABBREV Vielleicht schrieb Euseb.: „daß ihre Vorfahren anbeteten und jenes Alte (d. h. die alten Kultbräuche) ihnen überlieferten“ 11 wörtlich Griechen “ 13. 18 „war “ Σ ist sinnlos. Man erwartet das Gegen- teil, da im Folgenden von der Schw:ache, im Gegensatz zum Vorhergehenden, Rede ist. Vielleicht Verwechslung von ἐρρώσθη und ἠρώστει 20 20 ABBREV „war “ „grausam“) 1. ABBREV = τυραννεύω 26 ABBREV ABBREV ABBREV = πολιορκέομαι „bedrängt “ Branchide waren voll von den Opfern, die von den Dämonen den Opfern wilder Stierhekatomben, den Opfern an geliebten Kindern der Menschen und, vielleicht weil sie Dämonen waren, von Fettgeruch, freuten sich sehr daran und nahmen sie gnädig Die die Götter liebenden und für sie sorgenden Griechen als sie von dem bösen Wahnsinn der Kriegsliebe in Wut und wider einander rasend wTaren, von den die Griechen liebenden und schützenden, vielmehr aber, wenn man aufrichtig soll, von den kriegsliebenden, die Menschen hassenden und mit Gott kämpfenden Dämonen nicht gehindert, obwohl diese bei Denn diese waren die Ursache für alles dies, weil sie liebten und auf der Stelle, so oft ihnen dies durch Kriege unmöglich war, sich durch Menschenopfer in jeder Stadt voll füllten an vergossenem Menschenblute freuten.

Eines also von zweien gilt: Entweder waren sie nichts und eine böse Verirrung hatte die Menschen erfaßt, daß daß sie seelenlose Bilder eitel und unnütz ihre eigenen geliebten Kinder im Wahnsinn Oder wenn eine Kraft in ihnen war, so ist es natürlilich, daß entweder Gutes oder Böses wirkend war. Wenn sie also wären ihrer Natur nach, auf Erden wären und mitten herrschten, so würden sie diese ihre gute Natur nicht genügend außer wenn sie zur Hilfe und Erlösung denen sie wTohnten. Wenn sie aber böse Dämonen sie in allem das Gegenteil des Guten tun. Welcher Beweis ist zwingender hierfür als die Früchte ihrer eigenen Verwaltung? Denn an seinen Früchten wird der Baum erkannt.“

Es ist also Zeit zu prüfen, welches die Früchte und Kämpfe sind — nicht der Feinde und nicht der Barbaren, die wider die Griechen erhoben — sondern der Griechen selst, welche die Götter ihrer Vorfahren bekannten und wider einander rasend und was das für Götter sind, die innerhalb der Tore waren und jeden Tag von den Städtern geehrt wurden? Welche Verehrung entsprechenden Dinge gaben sie denen, die sie verehrten? Etwa vor allem Frieden, in ruhigem Leben und Genuß zu leben, 24 = Matth 12 33 1 1. ABBREV ABBREV = ὁ ἐν Βραγχίδαις 4 vgl. ο. S. 83 14 = L 236 16 | „und“ Σ = καί 5 Vielleicht ist zu übersetzen: „Die Griechen aber wurdn . . . von den liebenden und sorgenden, den die Griechen liebenden und schützenden Göttern gehindert“ Die Worstellung im Σist unsinnig 6 „und“ Σ1. ABBREV ABBREV Bernstein 29 „schrieben“ Σ = ἐπιγράφομαι 33 „oder“ Σ = ἢ dann feste Gesetze, die ein Schutz für das Gute sind? Wenn nun das wäre, was vorher gesagt worden ist, so wäre es zu zweifeln, daß die οὐσία der Verwalter gut ist. Wenn aber Gipfel des Bösen das ganze Land der Griechen beherrschte und die Götter, die zahlreichere Bewohner waren als die Menschen und nicht nur in jeder Stadt, sondern auch in den Häusern geehrt wurden, sie geehrt wurden, denen, die sie ehrten, nichts weiter gaben als Mord, Krieg, Verwüstung der Dörfer, Vernichtung und Exil, indem Griechen wider Griechen durch sie entflammt waren, was ermangelt es noch weiteres zu wissen und zu sagen? Vielmehr das eine von beidem, was vermutet wurde, gilt. Denn entweder konnten die Götter nichts, weil sie nichts waren — so waren sie fern und unschuldig an der Ursache des Bösen — oder etwas Macht und waren selbst die Ursache des Bösen, indem sie zuließen, daß es so geschehe, oder indem sie selbst es bewirkten. Wenn sie also derart Täter des Bösen waren, ist es die Fürsten des Bösen genannt werden. Wenn sie aber es von andern getan wurde, übersahen, so waren sie wiederum Verräter ihrer Freunde und keineswegs hilfreich, sondern hinterlistig und deshalb böse.

Denn wenn sie keine Götter, auch ihrer Natur nach nichts Besseres als wir selbst, sondern Menschen waren, nur daß sie mit versehen waren wegen ihrer Tugend und Weisheit, warum traten sie dann nicht ins Mittel und befreiten ihre Freunde vom Kampf, indem sie sie entweder durchs Wort überzeugten oder mit Gewalt trennten und weit von einander entfernten und ihnen das rieten, was recht ist, indem sie die Taten guter Menschen wirkten und sie von der Feindschaft befreiten und sie zum Friedenzusamenführten, da sie ja ihre Freunde sind?

Was also? Auch gute Menschen würden dies tun, es ihnen begegnete. Die Götter aber vernachlässigten ihre sie ihnen nahe und bei ihnen waren, inmitten der Griechen wandelten und von allen geehrt wurden, indem sie sie dem Blut vergießen, Schwert und dem Mord der eigenen Brüder übergaben. WTie Weil sie nicht helfen konnten oder nicht wollten, obwohl sie konnten? Denn wenn sie nicht wollten, obwohl sie konnten, hatten sie keineswegs hilfreiche Eigenschaften für die, die sie ehrten, sondern feindliche und 17 vgl. Eph 6 12 1 „und einen Schutz für das bestehende Gute“ Σ 1. ABBREV „an der οὐσία guter “ 9 1. ABBREV Bernstein 21 „anders“ Σ = ἄλλως 28 „und“ Σ = καί 35 „Taten“ Σ = ποιότης wie ο. S. 539 hinterlistige. Denn diejenigen, die das Böse entfernen konnten, es nicht taten, waren nichts Besseres als Feinde. Wenn sie aber nicht konnten, obwohl sie wollten, verdienen sie Verzeihung wegen ihrer Schwäche. Wenn sie aber demnach so waren, ist die Aussage, daß Götter seien, überflüssig und wurde der Name „hilfreich“ ihnen mit Recht zugeschrieben, weil sie nicht einmal den Menschen zur Erlösung halfen wegen der Schwäche der Natur.

Wenn aber das Fatum über uns setzt der Art, daß es alles und selbst Götter beherrscht, und anführt, daß eben dies die Ursache des und alles dessen sei, was unter den Menschen geschieht, so wird eben unser Leben ganz und gar zerstört, sobald das vernichtet ist, was uns ist, und ist folglich eine falsche und trügerische Lehre statt über uns gekommen. So wird auch ihre Meinung von den Göttern vernichtet, die nichts können außer dem, was durchs Schicksal bestimmt ist, was, wie auch immer, notwendig eintreten muß, selbst wenn nicht wollen. So wird ferner auch die Fürsorge eitel und unnütz, da sie solche ehren, die nichts tun können. Aber hierdurch sind begriffen worden jene wunderbaren Wesen, in denen keine Kraft war, dem Bösen der Menschen zu helfen, und offenbar als solche erschienen, welche sich freuen an schändlichen verwerflichen Göttergeschichten und an den bösen Opfern der Menschen. Daher also müssen wir glauben, daß die solches mit den damaligen Menschen taten wegen ihrer das Böse und den Krieg liebenden Natur, aus ihren eigenen Werken widerlegt seien.

Aber auf der Stelle jetzt zu unserer Zeit, wo alle Fürsorge für jene genannten ötter) vergessen ist und jene Äußerungen) alten Krankheit verringert sind, leben alle Städte und Ortschaften den Provinzen und in den Ländern in tiefem Frieden. Ganz Europa, Libyen und Ägypten, die früher nichts anderes waren als im Wetter befindliches Schiff, das heftige Winde und Stürme allen Seiten zugleich ergriffen haben und hierhin und dorthin im Orkan eintauchen, werden jetzt in lustvoller Heiterkeit, glänzender Ruhe friedlicher Freude vom Steuer gelenkt und bekennen den Einen Steuermann des Alls. Und alles dies jetzt, obwohl der Delphier verwüstet, obwohl der Pythier ausgelöscht und obwohl die Erinnerung an alle übrigen ötter aus dem Gehör der Menschen verwischt ist und kein Zwang des Schicksals, welcher auch immer es sei, und keine kriegs- 1 1. ABBREV ß 4 ABBREV = τὸ ἐπιφημίζειν 12 1. ABBREV Lee 34 1. ABBREV ABBREV Ι „schreiben“ = ἐπιγράφομαι 35 1. ABBREV Lee liebenden Dämonen die Städte verwirren! Denn seit in der ganzen Menschenwelt, in allen Städten, in allen Dörfern und in allen Ortschaften die Lehre unseres Erlösers stark geworden ist und seit nicht mehr das Geschlecht der Dámonen, sondern nur Gott, der König des Alls und der Schöpfer der ganzen Welt, der Logos Gottes, bei allen Menschen, Barbaren und Griechen, anerkannt und gepriesen wird, ist jedes Wort vom Schicksal aufgelöst, und jeder Krieg bewirkende Zwang ist Ferne. Vielmehr wird der göttliche, Frieden bewirkende Logos ganzen Erde besungen, und das Menschengeschlecht hängt Gott, dem Vater, an, der Frieden und Liebe allen Menschen fördert, Jetzt, wo die Kulte der Götter nicht mehr geübt werden noch die Folgen des gegenseitigen Krieges bestehen, wo auf der ganzen Erde die Tempel, die einst in die Höhe errichtet wurden, in den äußersten geraten sind und wo alle jene Götter, die einst an jedem Orte riefen, aus Scham oder aus Furcht schweigen, sind alle Städte, Provinzen und Länder zugleich durch die rechte Hand) der Liebe zum Frieden gebracht worden und genießen unter Einer Herrschaft von aus Ordnung zumal und Eintracht. Früher aber, als sie die Götter viel mehr sogar als ihre geliebten Kinder ehrten, in welcher Lebensverfassung sich da die Völker Griechenlands und der Barbaren befanden. brauchen wir nicht weiter in längerer Rede darzutun, da diese Dinge in kurzem klargelegt sind. Aber derart sind die alten Überlieferungen der Geschichte.

Die neueren aber — wie sollte jemand sagen, wieviele Herrschaften seit dem Makedonier Alexandros, kurz vor dem Erscheinen unseres Erlösers, bestanden? Denn Aridaios, der Bruder empfing das Königtum von in Europa beherrschte, Ptolemaios aber Agypten und Alexandria erhielt. Phönikien aber und Kölesyrien regierte Antigonos Asien, Kassandros Karien, Leonnatos den Hellespont, Eumenes Paphlagonien und Lysimachos die Gegenden von Thrakien. Daher zogen wie aus einer Schranke zum gegenseitigen Kriege aus eben dieselben, die die Herrschaft empfangen hatten. Denn Ptolemaios, der Sohn des Lagos, brach fünfzehn Mal aus Ägypten aber trat dem Ptolemaios, dem König der Makedonier, entgegen und wurde getötet. Perdikas drang in Ägypten ein mit 10 „der“] „und“ Σ 1. ABBREV 15 „und alle Städte“ Σ streiche 26 ABBREV = „Auraios"? Σ 1. ABBREV Lee 30 „Leonos" Σ 1. ABBREV Lee 36 „Pertikos" Σ 1. ABBREV Lee Ptolemaios eroberte Kypern, Demetrios plünderte Syrien, ein wiederum ging nach einem anderen Orte und besiegte mit seiner Räuberbande seine Grenznachbarn.

So also wurde eins nach dem andern in derselben Zeit vollendet in allen Teilen der Welt, und friedlos und unversöhnlich wurde ihre Feindschaft wáhren die Verehrung vieler Götter in jener Zeit Kapellen und Heiligtümer in allen Städten die Tempel mit vielen Weih gescheuten geschmückt war das Götterwort bei den und Massen ehrten in den Dörfern und an jedem Ort, so den Häusern, selbst in den Schatzkammern und Altären und Bildern die Götter sie so waren, unterschieden sie sich in nichts von dämonischen Menschen, deren Seelen in Wahnsinn verkehrt, die die ganze Zeit ihres Lebens mit dem Blute ihrer Ortsgenossen befleckt und in Wahrheit dämonisch waren, indem bei den gegenseitigen Kriegen und häufigen Städtebelagerungen die die Welt verderbenden Dämonen ihnen dabei behilflich waren.

Diejenigen aber, die für Götter gehalten wurden, gaben ihren Verehrern Orakel und Vorauswissen, verstanden aber nicht ihr eigenes Verderben vorauszuwissen und vorauszusagen, das sich ihnen allen bei dem Erscheinen unseres Erlösers unter den Menschen ist der größte Beweis ihrer Minderwertigkeit und eine zwingende jener Orakel, die einst unter allen Griechen verkündet wurden. Keiner der Orakelnden also sagte das Erscheinen unseres Erlösers unter den Menschen voraus noch die neue Lehre, die von ihm allen Völkern gegeben würde, sondern keiner, nicht einmal der Pythier anderer der großen Dämonen wußte das eigene Verderben voraus noch sagte vorher den, der kommen werde als Vernichter und Zerstörer aller, noch sah alle diejenigen voraus, die aus den Griechen- und Barbarenvölkern dem Irrtum des Polytheismus sich abwenden und den Einen über alles herrschenden Gott erkennen würden.

Welcher Orakelgeber aber oder Seher oder welcher ἡμίθεος oder Dämon oder Gott weissagte voraus, daß ihre eignen Herrlichkeiten verlöschen wenn ein Neuer, wer auch immer es sei, im Leben der Menschen erscheinen scheinen würde, daß das Wissen des allerhöchsten 6—12 = Laus 217 34—218 5 5 18—8. 117, 12 vgl. laus 219 9—32 7 φιλοπόνως L „vorzüglich" Σ vielleicht = φιλοκάλως vgl. Praep. X 4 6 8 ἀναθήμασι L „Gelübden" Σ 9 καὶ θεῶν . . . . λόγος L „das Wort über die Götter“ Σ herrscht), und seine Verehrung allen Völkern prophezeite die Vernichtung der eigenen Tempel und den äußersten Grad ihrer Verwüstung? verkündigte Gold und Silber bestehenden Götzenbildern die Einschmelzung Feuer und die Veränderung von unbrauchbarem Anblick zur vorzüglichen Brauchbarkeit der Menschen? Denn an die Götzenbilder. die von ihnen eingeschmolzen und verächtlich und erbärmlich in ganz kleine Stücke gehauen wurden. — wer von den Göttern dachte jemals daran? Wo aber waren die Fürsorger dieser Bilder, die ihren nicht halfen, als sie von den Menschen zerstört wurden? Wo waren diejenigen, die früher Kriege bewirkten, bei ihrem Unheil aber selbst Zerstörenden susahen, während diese im tiefsten Frieden waren? Wunderbar zu sagen aber ist es, daß, als ihre Tempel vernichtet ein das Schöne und Gute fördernder Friede beherrschte, daß das gerade Gegenteil aber eintrat, als die Götter im Frieden waren. Kriege also und Kämpfe und Aufruhre die wir früher geschichtlich besprochen haben, unter den Menschen bei der Macht der Götter, bei aber eben derselben war ganz und gar Friede und reichliches Glück. Daher ist es für jeden, der überlegt, klar, daß deine götter noch gute Dämonen waren, sondern im Gegenteil böse deren Macht Ursache war für das Böse aber das Kommen des Guten für jedermann förderte. das Volk der Griechen in Verwirrung war und wie die Völker ganzen Erde verwirrt waren, haben wir nunmehr wie in Kürze erkannt.

Wie aber die Sitten, deren Arten wechseln, das ganze Leben verkehrten, kann man daraus erkennen: Denn die Ägypter haben ein Gesetz, ihre Schwestern zu heiraten, die Perser, mit ihren Müttern verbrecherischen und frevelhaften Umgang zu halten, andere aber, ihre Tochter mit ungesetzlicher Schändung zu beflecken. Der Frevel Leute) beschränkte sich auf das Weibliche. Der 13 ff. Laus 217 24 ff. 20 ff. vgl. Laus 240 20 ff. Praep. I 45 f. II 132 5 καὶ τὴν ἐξ ἀχρήστου ἰδέας εἰς ἀναγκαίας χρήσεις L 6 ξοάνων L θεῶν Σ 1. ABBREV 7 wörtlich „und mit Verachtung und in in lauter ücke gehauen wurden" Σ εἰς λεπτόν τε γελοίως κατακοπτομένων „Ein Wunder aber eben des Wortes ist dies" Σ 14 „ein das Schöne fördernder und ein guter Friede" Σ, aber lies ABBREV 17 wörtlich durch Schrift (= δι’ ἱστωρίας), die wir vorher gesagt haben" Σ 231. ABBREV PSm mit HS kehr der Weisesten aber unter allen Griechen raste sogar in windernatürlicher Weise gegen das Männliche. Aber auch inbezug Bestatten schien es den einen richtiger, mit Erde zu bedecken, den andern jedoch, dem Feuer zu übergeben. Andere aber unterließen als etwas Frevelhaftes und warfen ihre Toten den Hunden und Vögeln vor. Die einen schlachteten die Fremdlinge, die zu ihnen kamen, die andern aber verzehrten sogar Menschenfleisch. Ferner aßen Geliebten, die alt geworden waren, bevor sie der Tod erreichte, vorher, nachdem sie sie zuvor geopfert hatten. Die einen stürzten diejenigen, die sich dem Greisenalter näherten, vom Felsen, die sie der Schlinge. Die einen warfen sie den Hunden vor, während sie noch lebendig waren, die andern aber als Tote. Die einen begruben, die anderen töteten zu gleicher Zeit mit ihnen auf die Lebenden, die von den Toten geliebt wurden.

So also war fortan das ganze Menschengeschlecht zum äußersten Grad der geführt, und er, der vernünftig ist, Kein anderes Wesen von denen, die auf Erden sind, war böser als der Mensch, der ein Leben führte und seinen Geist mit jeder Art der Bosheit verderbte, sodaß er sich bald auch abwandte von der in seiner Natur liegenden Erwägung und nicht mit Recht die Dinge seiner Seele, noch die seines Leibes, noch die außerhalb von ihnen tat, allerorten litt. Denn das Leben der Menschen wird eingeteilt in die Dinge der Seele, in die des Leibes und in die außerhalb und auf allerlei Art herrschte die Verirrung der Dämonen und verderbte das Leben der Menschen, sodaß die Dinge der Seele verflochten wurden in die Raserei der Dämonenverehrung, die hatte, in die von der Wahrheit entfernte Torheit und Blindheit, inbezug auf die auch das Geschlecht der Philosophen getrübt war, die Dinge des Leibes aber in Menschenopfer auf der ganzen Erde und ferner in schändliche, ungesetzliche Taten Schändung, und endlich die Dinge außerhalb daß alle Städte, Orter und Völker waren, bald aber, indem sie sich vereinigten, wider einander kämpften und durch gegenseitige Verwüstung wurden. Zu kurz würde mir sein die Länge des 36—S. 119, 2 = Laus 240 26 9 1. ABBREV 22 „außerhalb von ihm" Σ vermutlich falsches Explizitum von bloßem τὰ ἔξω. Man erwartet ABBREV ABBREV wie Z. 16 27 „verflochten wurden"] „mit ihnen kämpften“ Σ (=σχμ-πλἑχομαι?) Dinge der alten Krankheit erzählen wollte, die das ergriffen hatte. Deswegen besonders war Gott der Erlöser uns als solchen, die in den äußersten Grad des Bösen und keine andere bessere Heilung und Hilfe als die durch die Theophanie unserem Leben erforderlich.

Was also war nach diesen Dingen dem Logos, dem Vater der Vernünftigen, recht zu tun, dem Erlöser der Vorsehung, dem Hirten der vernünftigen Erden, damit er zu großer Ehre das geistige und vernünftige den Menschen hinaufführe, das in große Tiefe gefallen war, und damit er den als seinen vertrauten Freund sehe, der durch sich selbst die Ursache des Untergangs sich zugezogen hatte? Ist es recht, daß jemand über die Erlösung seiner Geliebten hinweggeht und daß diejenigen, die der höchsten sind, in dieser Weise zu Grunde gehen? Würde doch nicht einmal der κυβερνήτης jemals weise genannt, wenn er das Schiff mitsamt seiner Mannschaft untertauchen ließe, ohne von sich aus irgend zu ersinnen für diegenigen, diejenigen, die mit ihm fahren, jemals so mitleidlos sein, seine Heerscharen un ungerächt auszuliefern. Noch würde ein guter Hirt das aus seiner Feinden verirrte Schaf gefühllos vernachlässigen, sondern er da ist und sich an sicherem Orte befindet, zurücklassen und der Rettung des verirrten willen leiden, selbst wenn er mit wilden Tieren kämpfen müßte. Aber keineswegs des erlösenden Logos auf ein unvernünftiges Schaf, da alles um des vernünftigen Lebewesens willen bereitet war. Denn der ihm von den Lebewesen auf Erden das gottgeliebteste, der Mensch, dem er auch übergeben hatte, wie ein Vater das Geschlecht der unvernünftigen Lebewesen zu knechten, der Mensch, dem er auch den 6ff. vgl. Laus 214 20f.20 f. 12—26 = Laus 208 13—21 4 „und Heilung und keine andere Hilfe als durch, die vorzügliche (nicht eusebianisch!) Theophanie . . . . erforderlich" Σ Aber vgl. L 241 241 1: ὡς οὑν οὐκέτ’ ἀνθρωπείας δυνάμεως κρείττονος δὲ ἢ κατὰ ἄνθρωπον ἐδεῖτο βοηθοῦ τὸ θνητὸν γένος 9 „der hinaufführte“ Σ. Aber man erwartet ABBREV entsprechend ABBREV 11 da die folgenden Beispiele voraussetzen, daß der Mensch bereits der des Logos ist. Vielleicht zu lesen ABBREV „damit er gnädig sei seinem 21 ἀλλὰ τὰ μὲν εὖ ἔχ’ ὄντα αὐτῷ ἐν ἀσφαλεῖ κείμενα καταλείψει L schiffbaren Lauf des Meeres gab und für den er die Erde mit Pflanzen schmückte, er, dem er auch die schwimmenden Arten der Fische in der verborgenen Tiefe und die Vögel in machte, der Mensch, dem er die Kraft des Wissens zur Aufnahme mannigfacher Lehre gewährte, dem er auch die Schauspiele am Himmel enthüllte und die Läufe der Sonne, die die Gleise der Planeten und Fixsterne offenbarte.

Wie sollte also nach diesen Dingen die Fúrsorge des Vaters gelähmt alles waltende Vorsehung zu schwach sein zur Heilung der vernünftigen οὐσία in den Menschen? Er, der sich richtig kümmerte um Dinge des Leibes und der wahrnehmbaren Welt, der den Menschen alle Arten der Nahrung und alle Arten der Heilung und Gesundheit des Leibes, und der Größe, und Überfluß an Besitz zum Gebrauch gab, sollte für das, was besser ist im Menschen, für die Seele verständige οὐσία, die töricht geworden sind? Aber so würde jemand mit Recht die Schwäche tadeln, nicht das von der Herde sondern besonders die Nachlässigkeit des Hirten, ferner deren Seele krank ist und denen es übel ergeht, sondern besonders die Nichtbeachtung und Schwäche des Arztes, wenn er Arten der heilenden und helfenden Arzneien denen nicht giebt, die ihrer bedürfen. Daber rief jeder Zwang den Fürsorger zur Heilung seiner Schafe.

Mit Recht also hielt es der barmherzige Logos Gottes als ein guter Hirte, Erlöser seine Theophanie zu veranstalten, als es offenbar seiner vernünftigen Herde auf Erden am schlimmsten erging, da er keine Zeit jemals verstreichen ließ, in der er nicht die Bedürftigen mit Vorsehung durch Versorgung mit allem Guten versah. Allezeit also von jemals aller Ewigkeit an blickte er auf die irdischen Dinge, beaufsichtigte sie, gab zu den erforderlichen Zeiten von sich aus reichliche Versorgung und zeigte sich jedermann als einen tadellosen Fürsorger der Vorsehung über die Menschen, sodab er auch durch Offenbarung der Engel und durch die den Menschen vorstehenden heiligen 1 ἡ καὶ θάλατταν πλωτὴν ἀνῆκε L. Vielleicht hat Σ πλωτὴν als Substantivum mißverstanden 2 τὰ ἐν βυθοῖς ἕρποντα πτηνῶν τε μετάρσια L 1. PSm 5 τὰς οὐρανίους ἐξεκάλυψε θεωρίας L besser wohl „die Himmelslehven enthüllte“ 14 „und sollte“ Σ streiche ABBREV vor ABBREV ABBREV Lee; vgl. zur Sache Σ 791 = 0. S. 1 19 10 21 ABBREV ABBREV ist in Ordnung (gegen Lee) Diener Gottes um diejenigen sich bekümmerte, die würdig waren unter den Menschen, durch Prophetie und unterredenden Verkehr die Gottheit seines Vaters und das Leben in der Tugend denen verkündete, die im Geheimnis der Gottesverehrung wandeln konnten, in jener Zeit, wo er unseren Vätern als solchen, die noch kindlich und im Bösen nicht erfahren waren, das Wissen von seiner eigenen Person gab.

Weil sie aber in unschöner Verkehrtheit von der Freiheit und dem Denken ihres Willens Abstand nahmen und aus dem Leben der Tugend ins Böse gerieten, bemühte sich wiederum mit Recht der Logos Gottes als Arzt der Seelen um diejenigen, die an dieser Krankheit litten mit passenden Hilfsmitteln und brachte durch bittere Arzneien diejenigen zur Umkehr, die bei seiner freundlichen Gabe nicht besser geworden waren. Sie also strafte er durch die schweren Schmerzen des Unheils bei Seuchen, Hungersnöten, Kriegen, Bränden und Überschwemmungen und wendete zu sich zurück diejenigen, die dessen bedürftig waren. Bald reinigte er das ganze Leben besserte er die Welt durch Verlust des Wassers, bald aber strafte er die Gottlosen strichweise durch zu reichliche Regenfälle, durch Blitzschläge, Brände und Mangel an Regen. Ferner aber bekräftigte er in der Vorzüglichkeit seiner Liebe durch Werke die Widerlegung der Lehre über die Dämonenverirrung. Selbst die Tempel derer, die für Götter gehalten wurden, und die Kapellen mitsamt den Bildern und Dämonen vernichtete er, indem sie durch Blitzschläge untergingen, und brachte so die Toren zur Besonnenheit. Und nicht nur dies, sondern er lehrte sie auch durch Erwägung erkennen, daß das niemals Götter seien, die nicht einmal sich selbst helfen konnten, noch daß Hausgenossen des Allkönigs Gott noch Freunde die seien, mit denen er kämpfe. Denn wie sollte Gott die Ursache alles Guten dem Untergang durch sein eigenes Feuer die Tempel überliefern, die man zu seiner Ehre baute, wenn er es nicht zur Widerlegung ihres Irrtums tat? Denn wenn er wollte, daß die Dämonen, die unter ihnen wohnten, geehrt wurden, warum verderbte er dann die Tempel dieser Wesen mitsamt den Götzenbildern? Durch die vou oben aus der Höhe von Gott gesandten Pfeile trieb er diejenigen, die bei ihnen wohnten, in die Ferne und verkündete hierdurch völlig eben durch Taten in die Ohren jedermanns, indem er rief: Schweigt still von dem Irrtum der Dämonen und des Polytheismus und bekennt vielmehr den Herrn Himmels und der Erden, der der Gott der ganzen Welt ist, und den Erlöser, 1 „übt“ ( „belehrt“) Σ = μελετάω c. Acc. Eusebius schrieb vermutlich den Gen. 4 „und in jener Zeit“ Σ, streiche ABBREV 9 „bestrafte“ Σ (sachlich richtig) = μετέρχομαι 13 man eiwartet ABBREV 20 „und“ Σ l ABBREV 27 beachte ABBREV vor ABBREV den Ernährer, den Beschützer, den sie mit ihren eigenen Augen sahen. wie er bald durch Versorgung mit Regen zu rechter Zeit und durch Reichtum und alles tragende, aus der Erde sprossende Früchte, durch reichliche Annehmlichkeit seine Fürsorge für ür sie zeigte, wie er bald aber durch gottgesandte Schläge und von Züchtigungen wie durch Stricke diejenigen zur Umkehr auf das von ihm besorgte Gute nicht achteten; und nicht nur dies, sondern wie er auch durch häufige Blitze und Brände, verhängt wurden, welche sie für Götter ihren Irrtum heilte, sodaß auch durch die Hinterlist der Menschen die Tempel brannten mitsamt denen, welche sie zu Göttern machten, und so offenkunding eine Widerlegung dieses Irrtums den Zuschauern zeigten. Aber obwohl eben jene Götterverehrer die früheren für sie nichts anderes als die Aufrechterhaltung ihres Frevels.

Da sie aber auch ferner an die Götter glaubten, die bekannten, nichts tun zu können außer dem, was das Schicksal ist nach ihrer Meinung die Ursache des Alls — verstanden und erwogen sie nicht, daß, weil das Schicksal sie die Götter beherrschte, die Meinung über diejenigen eitel ist, Menschen weder unterstützen das Schicksal zu ehren, da es die Ursache des Alls ist, nur wenn man muß? Indessen aber auch dieser unwandelbare Zwang hatte Macht über sich selbst, sondern diese Macht besaß nur der, den als Herrn dieses Schicksals und auch des Alls anerkennt, indem er bald durch die Versorgung mit allerlei guten Dingen Kenntnis seiner selbst gewährt, bald aber den Irrtum der durch Donner und Blitz widerlegte. Sogleich aber lehrt die Geschichte, daß der üher ühmte Tempel des Pythiers einen Brand erlitt. Die aber richteten, da sie bei ihrem Irrtum verharrten, harrten, ihn auch zum zweiten Male auf. Als Gott ihn zum zweiten Male vernichtete, erneuerten sie ihn sogar zum dritten Male. Der aber zerstörte nicht mehr den Tempel, sondern trieb der in seinem Innern wohnte, völlig auf der Stelle durch aus, sodaß dort hinfort keine Orakelstätte mehr ist noch 27 vgl. Praep. IV 2 8; Stellensaininlung bei Pomtow. Die Brände des Tempels zu Delphi (Rhein. Mus. Bd. 51 329 ff.) 14 wörtlich: „gab es für sie nichts Besseres zur ihres Frevels" 27 man erwartet ABBREV früher die Griechen verführte.

Der Tempel der Artemis in Ephesos ging dreimal zu Grunde, einmal als ihn die Amazonen in Brand steckten, das andere Mal durch Herostratos, einen Einwohner zu Ephesos, zuletzt durch den allmächtigen Gott, sodaß nach der Erscheinung unseres Erlösers auch dort nichts weiter existiert noch gesehen wird als das große Siegeszeichen der Zersörung.

Es wird aber auch berichtet, daß der Tempel der Hera in durch Feuer vernichtet wurde, ebenso auch der in A.bai, als die Thebaner kamen und ihn in Brand steckten. Sie verbrannten mit ihm fünfhundert Mann.

Man sagt aber auch, daß das Zeusbild in Olympia einmal der Blitz getroffen habe.

Die Geschichte der Römer lehrt, daß auch der Tempel der Hestia in Rom und Pantheon, wo natürlich die Götter waren, wiederum durch den Blitz vernichtet wurde.

Ferner aber fiel einmal in das bei ihnen sogenannte Kapitol ein Donner von oben vom Himmel und zerstörte das Allerheiligste.

diese Züchtigungen also machte die allmächtige Gottes, die dämonenverehrenden Menschen von aller Ewigkeit Und nicht nur dies, sondern er unterwies sie auch früher durch gottgeziemende Lehren, seinen Vater zu loben, und warf lebenspendende Belehrung, göttliche Gesetze Gesetze und gerechte Worte nach Art guter Kräuter und Heilmittel zur Erlösung der vernünftigen Geschlecht. So also rief er früher durch gewisse Propheten Hebräern, die am göttlichen Geiste teil hatten, früher durch andere gottliebende Männer und ferner nach diesen durch die späteren Gottbekleideten Gottbekleideten die dem Tode Preisgegebenen zu ihrer eigenen Heilung auf und säte durch göttliche 11 ᾖ. vgl. Jordan, Topographie Roms 12 S. 421 Anm. 136; S. 29 Anm. 29 S. 20 Anm. 16; S. 27 Anm. 26 16 vgl. Euseb. Chron. II 174 Schoene: Τἀς ἐν τῷ Καπετωλίῳ βιβλοθήκας καὶ ἄλλα τούτου μέρη σκηπτὸς κατέφλεξε 23—S. 124, 3 = laus 240 29 –241 1 3 „Herododos" Σ 1. aber ABBREV = „Herodoros", verderbt aus „Herostratos“ Strabo 12 „und" <Σ 13 „wo"] wörtlich „indem dort" Σ Allerheiligste" oder „das Haus aller Tempel“ Σ (= παν-ιερον?) 23 διό τινων αὐτοῦ προφητῶν καὶ ἔτι πάλαι πρότερον δι’ ἑτέρων θεοφιλῶν ἀνδρῶν L Da τινων = ABBREV so ist ABBREV = ἀνδρῶν besser hinter ABBREV zu lesen 26 „Gottbekleidete“] γνωρίμων L θεοφόρων? Σ 27 νόμοις καὶ παραινέσεσι ποικίλαις διδασκαλίαις τε παντοίαις προοίμι’ ἀττα καὶ στοιχεῖα θεοσεβείας εἰς ἀνθρώπους καταβαλλόμενος L „und säte den Anfang der göttlichen Gesetze und Ermahnuug und der vielerlei Lehren und der . . . . Worte der Zukunft“ Ermahnung und durch allerlei Lehren und voraussagende und propheeiende Worte der Zukunft den Anfang und die Grund linien zu einem gottesfürchtigen Leben in die Seele der Menschen. Von fortan wie aus einer Quelle auch durch alle Teile der Welt die vernünftigen Samen und Sitten. Fortan sah man bei allen Völkern kannte man bei allen Menschen den Namen und die Vorzüglichkeit der Philosophie, und die Liebe zum Guten und die Bemühung um das Finden der Wahrheit war bei vielen erregt, sodab auch die Verirrung irrung der Väter in geringster Nichtachtung war, vielmehr die Verehrung der Gottesliebe von den Jüngern verkündet und die Wahrheit gesucht wurde. Groß aber war die Spaltung hierüber die Kämpfe und die Differenzen derer, die über Lehren zeigten die Dinge der Vorsehung, die über die Menschen in Menge von aller Ewigkeit her ergingen, einen jedermann geziemenden und entsprechenden Fürsorger.

Weil also fortan der Wechsel zur Tugend in jedermann groß war, sodaß das Leben der Menschen zur Ruhe Lebensart beinahe in Annehmlichkeit von der früheren Wildheit her umgewandelt war, so veranstaltete der gemeinsame Erlöser aller, der freundliche Logos Gottes, natürlich besonders passender Zeit seine Theophanie. Er kam fortan in der Botschaft seiner selbst und zeigte in Wahrheit Gott durch ein menschliches Gefäß den Menschen, die sonst die Wahrheit nicht erkennen können. aber den Gott der Wahrheit durch göttliche Taten, und Lehren himmlischer Belehrung, die das Königreich Gottes enthüllen, durch die er fortan das ganze Geschlecht wie es vorher gefördert ward durch das, wovon haben, in der himmlischen Lehre unterwies. Früher aber war möglich, durch Worte, die das vollkommene Wissen Gottes vorzügliche Leben der Keuschheit und Gerechtigkeit nahe bringen, diejenigen besonnen zu machen, die auf den Gipfel des Bösen getrieben waren. Daher wie Arzte denjenigen, die krank und durch schwere, schmerzliche Leiden geschwächt sind, keineswegs die gesunde, den Nahrung verordnen, sondern durch Kummer und Schmerz verursachende Dinge Heilung bringen und, wenn es nötig verzichten, Brenneisen und bittere Tránke zur Hemmung anzuwenden, aber keineswegs die Speisen, die für die 2 „(Grund)linien“] „Liebe" Σ στοιχεῖα L; 1. ABBREV nach Σ 35 13 3 1. ABBREV Bernstein 10 „bei den Wissenden" Σ wohl πρὸς τῶν γνωρίμων 34 1. ABBREV PSm mit HS Zu Ende ist der zweite Sermon des Cäsareensers. sondern solche, die den Kranken zuträglich sind, und erst gesund geworden sind, ihnen gesundende und kräftigende Speisen zuführen,

so also auch unterwies der aller wie ein guter Hirt und Arzt seine vernünftigen Erden, die durch Wahnsinn Wahnsinn zu Myriaden vieler Götter gekommen waren und in unseliger Geistesverblendung und Wildheit rasten, vor seiner letzten Theophanie durch bittere Strafen, durch Seuchen, Hungersnöte und häufige Kriege wider einander, ferner vielen Regen und Vorenthaltung des Regens, und beseitigte durch unheilvolle Blitzschläge jene schweren Anstöße d. h. die Tempel und gab auch den Dämonenverehrern Gelegenheit, der polytheistischen Verirrung und durch die Strafe der Blitzschläge ihre eigenen Götzenbilder zu sehen und in ihrem wahren zu lernen.

Er aber unterwies ferner so wie ein guter Vater die Toren und gab ihnen eben durch reiche Versorgung mit reichlichen Gütern Geschenke von sich aus: Regen zu rechter Zeit, Früchte, Wechsel der Jahreszeiten, Fortpflanzung der Tiere Mittel jeder Art der Künste, deren Samen und in die Seelen der Menschen warf. Er säte ferner auch den göttlichen Worte und der gottesfürchtigen Lehre, die Einführung. die Grund linien und Anfänge der göttlichen Gesetze, Menschen frommte, durch Propheten, die bei den Hebräern berühmt waren. Er gab ferner auch durch viele andere eine für Menschen passende Hilfe infolge seiner eigenen Vorsehung.

Weil also infolge dieser Dinge fortan das Leben der Menschen zur Friedlichkeit und Ruhe sich änderte und bereit war, die vollkommene Lehre über Gott aufzunehmen, zeigte wiederum der gemeinsame Erlöser aller, das eingeborene Wort Gottes, der König des Alls, Zeit seine göttliche Offenbarung durch Taten. Aber nachdem vorgelegt ist, ist es Zeit, daß wir zum Folgenden weitergehen.

5 „die zu wahnsinnigen Myriaden vieler Götter gekommen waren“]. “ 1. 11 Euseb. schrieb vielleicht: „die Widerlegung der polytheistischen Verirrung durch die Strafe der Blitzschläge in ihre eigenen Götzenbilder zu sehen“ von Eusebius
Das dritte Buch des ’sareensers.

Weil also infolge des Gesagten das Leben der Menschen sich fortan in Friedlichkeit und Ruhe änderte und bereit war, die vollkommene Lehre über Gott zu empfangen, so tat mit Recht wiederum der gemeinsame Erlöser aller, der eingeborne Logos Gottes, zu passender Zeit seine göttliche Offenbarung in Werken auf der Stelle und auf eiumal, als er in der Welt erschien, nahmen die alten Greuel ämonischer Wirksamkeit wie durch mechanische Zerstörung ein Ende, die Gutes offenbarenden Frohbotschaften wurden allen Völkern gepredigt und der über alles waltende Gott ward den Menschen verkündigt. Der ganze Irrtum wurde vernichtet, und aufgelöst wurden auf der Stelle alle Dämonen. Fernerhin gab es nicht mehr Menschenopfer die Welt verderbenden Menschenmorde, fernerhin gab es nicht mehr Stadt äter, Vielherrscher, Tyrannen und Volksregierungen. Fernerhin gab es nicht mehr die deswegen in jeder Stadt und an jedem Orte bestehenden Verwüstungen ward allen gepredigt und Ein Königreich und zerstört wurde völlig die von Ewigkeit her friedlose und unversöhnliche Feindschaft der Völker. Als aber die Kenntnis Eines allen Menschen überliefert war und Eine Sitte der Gerechtigkeit und Frömmigkeit der Gotteskenntnis durch die Belehrung existierte demgemäß auch Ein König zu Einer und das ganze Königreich der Römer und tiefer und zu Einer Zeit sproßten wie auf den Wink Eines 12—8. 131, 25 = Laus 249 6—253 1 7 ABBREV „und" vor ABBREV ist zu streichen 8 „die alten (Greuel)"] wörtlicher „die (Dinge) des Alters der Wirksamkeit der Dämonen“ 13 1. ABBREV und ABBREV ABBREV 15 τοπαρχίαι καὶ πολυαρχίαι τυραννίδες τε καὶ δημοκρατίαι L 18 ἐπήνθει L 1. ABBREV Bernstein 22 „der Gotteserkenntnis" <Gr καὶ τρόπος εἷς εὐσεβείας σωτήριός τε ἧ Χριστοῦ διδασκαλία L Blüten des Guten unter den Menschen auf: die fromme Lehre und Reich der Römer. Denn vor diesem knechtete die Völker schwer, und da alles in Myriaden war, so herrschten die einen gesondert über Syrien, während andere üher Asien regierten, andere aber über Makedonien. Ägypten teilten andere und hatten es inne, andere wiederum ebenso das Land Arabien. Ferner beherrschte das Geschlecht der Juden Palästina und Dörfern, allen Städten und an jedem Ort kümmerten sie sich um Kriege und Kämpfe, als ob sie infolge eines Wahnsinns gegen Mordgierige und in Wahrheit Dámonische wären. Über das Frühere ist genügend geredet.

Aber freilich völlig wie aus Einer Schranke brachen Mächte hervor, machten alles friedlich und führten indem das monarchische Reich der Römer seitdem die ihm helfende Kraft des Erlösers aller, indem sie zumal und auf eins mit einander sproßten und bestanden. Denn unsers Erlösers zerstörte die Macht und verkündete Ein Reich Gottes allen Menschen, Griechen und denen an den Enden der Erde. Das Römerreich weil vorher diejenigen vernichtet waren, die die Ursache der vielen Herrscher waren, alles, was da war, und bemühte sich eifrigst, das Geschlecht zu Einer Übereinstimmung und Einheit zusammenzufügen, und verband fortan die Vielheit der Völker. Es sollte aber an die Enden der Erde reichen, indem die Lehre unseres Erlösers mit göttlicher Kraft Kraft ihm alles vorher bereitete und in Einheit hinstellte. Dies ist also ein großes Wunder für diejenigen, die ihren einrichten und die das Schöne nicht Denn es wurde zugleich die Verirrung der bösen Dämonen widerlegt und zugleich auch die seit Ewigkeit bestehende Feindschaft und Kriegslust der Völker aufgehoben. Ferner wurde zugleich Ein Gott und Ein Wissen desselben durch die Belehrung unsers Erlösers allen zugleich auch Ein Königreich der Römer 2 πρό γε μὴν ταύτης L] 1. ABBREV mit HS 4 „und" vor ABBREV ist zu streichen 10 „(Mord)gierige" Σ φονῶντες L 12 ὡσπερ ἀπὸ νύσσης μιᾶς L 14 ἧ τε Ῥωμαίων ἀρχὴ μόναρχος ἐξ ἐκείνου φανθεῖσα L 10 συνακμάσασαι L] 1. ABBREV Bernstein 17 τἀς τῶν δαιμόνων πολυαρχίας τε καὶ πολυθείας L 19 ἧ δὲ Ῥωμαίων ἀρχή, ὡς ἂν προκαθῃρημένων τῶν τῆς πολυαρχίας αἰτιῶν, τὰς ὁρωμένας ἐχειροῦτο L 21 σπεύδουσα L „eilte" Σ 25 τῆς σωτηρίου διδασκαλίας . . . . προεξευμαριζούσης L] 1. ABBREV und ABBREV 32 ἐκρατύνετο L wurde geschickt" Σ 1. ABBREV Lee und zumal das ganze Geschlecht der Menschen zum Frieden verändert, und alle bekannten einander als Brüder und lernten die keimen. Auf der Stelle aber, als ob sie von Einem Vater abstammten und Söhne Eines Gottes und Einer Mutter, seien, empfingen sie einander friedlich mit dem Gruße, sodaß die ganze Schöpfung seitdem nichts Geringeres war als Ein Hausgesinde und ein wohlgeordnetes Geschlecht und dem, der Lust hatte, μὁγλιψη reisen und zu gehen, wohin nur immer jemand wollte, mit vieler Leichtigkeit, sodaß jene ohne Unfall aus dem Westen nach dem Osten und wiederum diese von hier nach dort wie in ihr entsprechend den alten Weissagungsworten und den prophetischen Verkündigungen, — sowohl Myriaden andere, die wir Muße haben aufzuzählen, indessen aber auch und über den göttlichen Logos so ausrufen: „Er von Meer zu Meer und von den Strömen bis zu den Enden und wiederum: „Es wird aufsprossen in seinen Tagen die Gerechtigkeit und die Fülle des Friedens“, Schwerter zerschmettern zu Pflugscharen und ihre Lanzen zu Sicheln, und nicht wird ein Volk wider das andere mehr das Schwert ergreifen noch werden sie fernerhin den Krieg lernen“.

Dies wurde vorausgesagt und durch die Worte der Hebräer seit langer Zeit voraus verkündigt. Indem dies jetzt zu in Taten gesehen wird, bestätigt es die Zeugnisse der Du aber, wenn du zum Überfluß andere Beweise der Wahrheit willst, daß er keineswegs eine sterbliche Natur war, sondern daß Gottes in Wahrheit und die Kraft des erlösenden Gottes Welt offenbarte, so empfange sie nicht in Worten, sondern in Werken. Offne die Augen deines Verstandes, sperre auf die Tore deines Geistes. sammle dich sehr 14 = Psal 72 (LXX: 71)8 16 = Psal 72 (LXX: 71)7 17 = Jes 24 4 τῆς ἀληθοῦς εὐσεβείας L „der Frömmigkeit und Wahrheit" Σ. vor ABBREV 6 μιᾶς εὐνομουμένης οἰκετείας (Var. οἰκίας) τε καὶ συγγενείας L 8 πορείας στέλλεσθαι L „im Handel zu schicken" Σ 9 „ohne Unfall"] „ohne Sturm" Σ ἀκινδύνως L 10 ἐνθένδε πάλιν ἐκεῖσε L „diese hier" Σ 1. † ABBREV 12 ἀναφωνήσεις L] 1. ABBREV Bernstein | Σ ällt aus der Konstruktion 16 ἀνατελεῖ LXX 1. ABBREV Bernstein 17 1. ABBREV (Druckfehler) 24 „andere Beweise zum Überfluß der Wahrheit" Σ 29 πολύ τε ἐπισχὼν παρὰ σαυτῷ λόγισαι L] „sammle dich sehr bei dir und überlege Σ und als ob du einen andern fragtest, frage und so erforsche die Natur der Dinge.

Welcher sterbliche Mensch jemals von denen, die von Ewigkeit her gelebt haben: König oder Fürst oder Philosoph oder Prophet, Grieche oder Barbare, hat soviel Tugend davongetragen, nicht nach dem Tode, sondern noch lebend und atmend und vieles vermögend, sodaß er auf der ganzen Erde verkündet wurde und Ohr und Zunge aller Völker auf der Oberfläche mit seinem Namen füllte? Aber dies tat keiner außer der seinen Jüngern ein Wort sagte und es durch die Tat „Gehet hin und lehret alle Völker“, sagte er zu ihnen. Indem er vorher sagte und vorher offenbarte, seine Botschaft Botschaft müsse in der ganzen Schöpfung verkündet werden zum Zeugnis für alle Völker, brachte er mit dem Worte zugleich auch die Tat. Denn auf der Stelle und nicht in weiter Zeitferne wurde die ganze Schöpfung mit seinen Worten erfüllt.

Was also giebt es dagegen zu sagen für den, der wider die Wahrheit den Sinn zu richten sich erdreistet, da ja besser als alle Worte das mit den Augen sichtbare Zeugnis ist? Aber, indem du vom ersten Beweis weitergehst, komme auch zum andern und überlege bei dir selbst:

Welche sterbliche Natur ist von aller Ewigkeit an erschienen wie diese, die fromme und keusche Gebote nur mit dem Worte ohne jede Schrift auferlegte und diese durch seine Jünger von den Enden der Erde bis zum Anfang der Welt Gefestigte und seine Schulen auf der ganzen Erde eröffnete, sodaß in die Menschen, Barbaren zumal und Griechen, genügend und leicht Tag die von ihm überlieferten frommen Lehren verkündet wurden? Aber du würdest keinen anderen finden, wenn du suchtest. allein das Werk der Kraft des Erlösers unser aller. Aber dies überzeugt den, der nicht überzeugt werden will. Also möge uns sagen, die wir lernen wollen:

Wer jemals von denen, die bei den Menschen wegen ihrer Weisheit gepriesen wurden, hat barbarische 2 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 4 17 10 = Matth 28 19 11 vgl. Matth 24 14 19 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 417 29 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 418 1 καὶ ὡς παρ’ ἑτέρου πυνθάνου L „und als ob du von einem anderen gefragt würdest“ Σ. Falsches Explizitum? | „und" <Σ 1. ABBREV 3 ἢ ἄρχων <Σ 1. ABBREV 8 „und nicht einer" Σ = οὐδείς L streiche ABBREV 22 ἐκράτυνεν L „schickte" Σ 1. ABBREV 23 διδασκαλεῖα Hkl διδασκαλία LHS „Lehren" Σ 29 τίς ποτε ἄλλος τῶν ἐν ἀνθρώποις ἐπὶ σοφίᾳ βοηθέντων L „Wer jemals von den Menschen, die berühmt waren wegen Weisheit“ Σ und wilde Sitten barbarischer ölker durch seine freundlichen aufgehoben, sodaß diejenigen unter den Skythen, die von Jüngern gemacht waren, keine Menschenfresser mehr die unter den Persern ihre Mütter heirateten, noch andere den Hunden vorwarfen, noch andere die Altgewordenen der Erdrosselung übergaben, noch andere diesen verwandte wilde und tierische Dinge bei anderen geschahen. Aber dies sind nur geringe Beweise der göttlichen Offenbarung des Erlösers unser aller. Sieh indem du bei dir überlegst:

Welcher sterbliche Mensch jemals, mit dem in so viel Zeiten alle Herrscher zumal und Könige, Heere und Bürger Mengen und Völker, füge aber hinzu: die bei vielen als Götter Geltenden, gekämpft haben und zu jeder Zeit kämpfen, hat eine übermenschliche Tüchtigkeit Lehre von Tag zu Tag blühte und neu wurde in der ganzen Welt?

Wer anders von Ewigkeit her, seit das Leben der Menschen existiert, der ein Volk auf seinen Namen aufrichten wollte, was völlig unerhört ist, hat dies nicht in einem Winkel irgendwo auf verborgen, sondern überall unter der Sonne wohnen lassen und kraft göttlicher Vollmacht seinem Willen die Erfüllung die Kenntnis des Einen Gottes, der jenseits des Himmels ist, des Königs der ganzen Welt, und die Furcht vor ihm allen der Oberfläche der ganzen Erde, barbarischen und überliefert?

Wer jemals, der sich vornahm zu lehren. hat dann, nachdem er sich ein derartiges Ziel vorgenommen hatte, das Werk in die Tat umgesetzt und fast durch seine Wirksamkeit sein Werk als gottgeliebt geoffenbart, was besonders jedes unverschämte 2 ff. vgl. Theoph. II 81 9 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 418 15 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 4 19 26 vgl. Röm 319 2 τοὺς αὐτῷ μαθητευομένους L „von ihnen" Σ 1. ABBREV 9 τίς πώποτε . . . . τοσούτοις δὴ χρόνοις ὑπὸ πάντων ἀνθρώπων, ἀρχόντων τε καὶ βασιλέων, πολιτῶν τε καὶ στρατοπέδων, δήμων τε καὶ ἐθνῶν, πολεμηθεὶς καὶ εἰς ἀεὶ πολεμούμενος L „von allen Herrschern" Σ streiche ABBREV 13 „und hat" Σ streiche ABBREV vor ABBREV 17 „und hat" Σ streiche ABBREV, vor ABBREV 18 Das ABBREV steht besser vor ABBREV als vor ABBREV ] ἱδρύσατο, δυνάμει θεικῆς ἐξουσίας πέρας ἐπιθεὶς τῷ αὐτοῦ βουλήματι L 23 „und hat" Σ streiche ABBREV vor ABBREV 26 πᾶν ἄθυρον ἀπέφραξε στόμα L „türlose“ Σ Maul stopft, da er, der eleu höchsten Gott verkündete auferlegte, ihn allein in Wahrheit anzuerkennen, deswegen, weil er das bei Gott Geliebte wollte, der Unterstützung des von und seiner Hilfe gewürdigt wurde.

Sieh und überlege aber, welcher Art die Lehren sind, die mit dieser Verkündigung überliefert und in die Ohren aller und durch Taten bestätigt wurden.

Wer anders von jemals her, der die Seelen der Menschen mit seinem vernünftigen Lichte erleuchtet hat, hat sie ausgerüstet, den dämonischen Irrtum ihrer Väter zu verlachen und fernerhin den Hölzern, den Steinen und der seelenlosen Hyle den göttlichen Namen nicht mehr beizulegen?

Ägypter aber, die mehr als alle Menschen in Dämonenfurcht befangen waren und von denen der Irrtum des Polytheismus auch zu den Griechen kam, — wer anders außer unser Erlöser hat sie überredet nicht mehr verächtlich zu handeln und nicht mehr den Tieren, dem Gewürm und den unansehnlichten unvernünftigen Tieren den verehrungswürdigen Namen zu geben, sondern nur den Einen höher als alle stehenden Gott anzuerkennen und trotz aller Todesarten für die Frömmigkeit zu kämpfen?

Wer aber von Ewigkeit her hat und verderblichen Stamm der Dämonen, der einst das ganze Geschlecht der Menschen weidete beherrschte und durch die Bewegung d. h. den Antrieb der Götzenbilder viele Verirrungen unter zeigte, unsichtbar und mit mächtiger Hand und durch der überral verkündigten wie böse Tiere Menschen fortgetrieben, sodaß fernerhin die Dämonen an deu Sprudeln und Quellen nicht mehr weissagten, noch die irdischen und die die Welt verführenden Geister das Geschlecht der Menschen Irreleiteten? Es schwieg also der kastalische Quell und der andere, der kolophonische Quell, es schwiegen die anderen Orakelquellen: der pythische, klarische und nemeische. Und der Gott in Delphi und Milet, der in Kolophon und in Lebadia, der früher berühmt war, Lehre des Erlösers. Wo sind Amphilochos und Mopsos? keinen irgendwo. Wo sind Amphiareos und Asklepios? Wo der in Ammon und in der Wüste der Libyer? Alle Götter sind unter die 28 vgl. Clemens Alex. Protrept, S. 10; Praep. II 32 vgl. vgl. Jes 219 1 ὅτι δὴ τὸν ἀνωτάτω κηρύξας θεόν, . . . . τῆς πρὸς αὐτοῦ τοῦ πρεσβεουμένου συνεργίας . . . . ἠξιώθη L „und hat den höchsten wurde, weil er das bei Gott Geliebte wollte, . . . . gewürdigt“ Σ Σ streiche ABBREV vor ABBREV 27 1. ABBREV Bernstein 31 ABBREV hier = παραχωρέω oder ähnlich; vgl. S. 132, 1 u. 10 Erde gekrochen, fortgescheucht durch den Namen unseres Erlösers, entsprechend den Herrschern d. h. Dämonen, die die Gottheit nicht ertrugen, als er unter den Menschen wandelte, und gewaltig aufschrieen, indem sie riefen: “Was haben wir mit dir gemein, Jesus, du Sohn Gottes?" und sagten: „Bist du vor der Zeit gekommen, uns zu quälen? Wir wissen, wer du bist, du Als aber ägyptischen Dämonen hörten, daß in der ganzen Welt verkündet wurde, bekannten sie, sein, verließen ihre gewohnten Plätze, und Götzenbildern leer waren, und nahmen die Flucht Fortwanderung auf sich, durch göttliche Kraft in die Alle Weissagungen wurden überall aufgehoben und nur der Christus Gottes und nur der Eine Gott, der durch ihn verkündigt ward, wurde bei jedermann gepriesen.

Wer aber anders als unser Erlöser hat, durch seine Anrufung und durch Gebete, die durch ihn zu dem über allem stehenden Gott geschickt werden, die Überbleibsel der bösen Dämonen Leibe zu vertreiben Vollmacht gegeben denen, die rein und ungeschminkt dem besseren Leben der von ihm überlieferten Weisheit nachgehen?

Vernünftige und die in Gebeten und geheimen göttlichen Worten anders überlieferte den ihm Nahestehenden, sie auszuüben, allein? Deswegen bestanden in der ganzen Menschen weit feuerlose äre gottgeziemender Gottesdienste und Weihgeschenke der Kirchen und geistige und vernünftige Opfer, die dem Einen Gotte allein, dem Allkönig, von gebracht werden.

Die Opfer aber, die durch Blut, Unreinheit, Rauch und Feuer vollendet werden, die grausamen und wahnsinnigen Menschenmorde und Menschenopfer — wer hat sie heimlich und mit unsichtbarer Kraft öscht und bewirkt, daß sie fernerhin mehr geschehen, sodaß es auch die Geschichte der Griechen bezeugt, 4 = Matth 829 5 = Mark 124 14—8. 140, 9 = Laus 2531—250z 1 „fortgescheucht“] wörtlich „bewegt" = κεκινημένοι 2 „entaprechend ihren “ Σ. Das Pronomen ist falsches Explizitum ! 6 ABBREV = ABBREV (vgl. 1768 ABBREV 23 συνέστη L „errichtete“ Σ (Verwechslung mit συνίστη 24 „und gottgeziemende Dienste" Σ. Lies ABBREV Vielleicht zu streichen #x003C; L | ἐκκλησιῶν τε ἀφιερώμαια L 29 „Menschenopfer"] wörtlicher „und daß Menschen nicht geopfert werden" Σ ἀνδροκτασίας τε καὶ ἀνθρωποθυσίας L da nicht vor. sondern nach der göttlichen Lehre der Zeit Hadrians alle Menschenopfer auf der ganzen Erde aufgehoben wurden?

Da alle diese offenkundigen Beweise die göttliche Erlösers unser aller bestätigen, wessen Seele wäre so eisern, nieht die Wahrheit zu bezeugen und seine göttliche Kraft und Leben zu bekennen? Denn es sind die Werke Lebendiger und keineswegs Toter, und man sagt, daß das, was sichtbar ist, die sei, was fern von jeder Gestalt und unsichtbar ist.

Auf der Stelle aber gestern und vorgestern noch verwirrte das mit Gott kämpfende Geschlecht der Dämmonen das Leben der verführte es und vermochte viel. Als es aber aus den wurde, wurde es aufs Land geworfen, verächtlicher ohne Atem, ohne Bewegung, ohne Stimme, und nicht mehr gab es ihr Wort noch ihr Gedächtnis.

Denn dies ist die Natur Toter, derjenige, der nicht mehr ist, ist nichts. Und wer nichts ist, tut auch nichts. Wer aber zu jeder Zeit handelt und in jeder Stunde wirkt und mehr als die Lebendigen vermag, wie sollte man den für nichtseiend halten? Denn wenn er auch von den Augen des Leibes nicht gesehen wird, so beruht doch das Kriterium nicht auf den Sinnen. Denn nicht einmal die kunstgerechten Worte noch die lehrhaften Theorien prüfen wir mit den Sinnen des Leibes, noch hat jemals jemand den Verstand des Menschen, geschweige denn Gott und die Kraft Gottes mit Augen gesehen, sondern nur aus den Werken können wir Deswegen ziemt es sich, auch bei dem Erlöser unser aller die verborgene Kraft aus seinen Werken zu erkennen und zu beurteilen, mag es nun nötig sein zu gestehen, das. was bis jetzt von ihm sei Sache eines Lebendigen, oder mag man sagen, es sei Sache eines Nichtseienden. Oder ist die Frage töricht und ungereimt? der nichts ist, ist nach allgemeinem Urteil offenbar nichtseiend und nichts vermögend, weder zu wirken noch zu handeln. Denn das ist der Toten, die der Lebendigen aber ist das Gegenteil.

1 vgl. Praep. IV 174; Porphyrius De abstin. II 56 13 vgl. Heraklit fr. 96 Diels 15 vgl. die Lehre des Xenophanes in Praep. I 84 8 „und man sagt“, wörtlicher „denn man sagt“ είναι τὰ φαινόμενα L 11 ἦγέν τε καὶ ἀπῆγεν L „führte und βραψητε“ Σ ἐπεὶ L „weil" Σ 13 σκυβάλων ἀκβλητότερον L 29 τὸ ἐρώτημα L „seine “ Σ (Falsches Explizitum !) | ἀσύστατον] „nicht bestehend" “ 30 πάσαις ψήφοις L „durch alle Lose" Σ

Fortan ist es Zeit, zu prüfen die Werke unseres Erlüsers in unsern Tagen und die lebendigen Werke des lebendigen Gottes zu betrachten. Dom solcherlei Großtaten sind die lebendigen Werke eines zwar eines solchen, der in Wahrheit Gottes Leben lebt. Dn fragst, welches diese Werke seien? Lerne!

Einige mit Gott kämpfende Kaiser zertörten vor kurzem die für die mit vieler Streitlust, mit gewaltiger Kraft und mächtiger Hand von Grund aus, indem sie sie ausgruben, machten seine Kirchen unsichtbar und bekämpften auf alle Weise den, der mit den gesehen wird, indem sie warfen und schossen mit unzähligen Worthieben, der Unsichtbare aber schützte sich unsichtbar vor aber wann sie nicht mehr auf Einen Wink Gottes, sie, die vor kurzem üppig und glückselig gl"uckselig waren, die von gepriesen wurden, die im Kreislauf vieler Jahre ihr Reich glänzend regierten, solange ihnen das lieb und friedlich war, was in späterer Zeit bekämpft wurde. Als sie sich aber änderten und mit Gott sich erfrechten und ihre Götter dem unsrigen sie ihnen Beschützer und Vorkämpfer seien, da in Einem Augenblick und auf den Wink und durch die Kraft des Bekämpften die Strafe für ihre Frechheit, flohen und ihm den Rücken wandten, seine Gottheit und zuließen und gestatteten das Gegenteil von dem, was sich erfrechten. Der aber errichtete sofort das Siegeszeichen auf der ganzen Erde und schmückte die ganze Schöpfung mit Tempeln, die rein und wie für die Gebete bestimmt er in jedem Dorf, in jeder Stadt, an allen Orten und in der Wüste der Barbaren heilige und geweihte Stätten für Allkönig, den Herrn des Alls heiligte, woher auch das, wurde, des Namens des Herrn gewürdigt wurde, und nicht seiten der Menschen eignete ihnen zufällig dieser Beiname, 23 ff. vgl. Praep. V 1 7 3 ἧ γὰρ οὐ ζῶντος καὶ θεοῦ ζωὴν ὡς ἀληθῶς ζῶντος ἔργα ζῶντα τυγχάνει τὰ τοιαδὶ κατορθώματα; L Vom Σ in Aussage verwandelt: „Denn die lebendigen Werke Gottes sind Leben in Wahrheit dessen, der lebendig ist in seinen Werken" 4 wörtlicher „indem du fragst, lerne" Σ τίνα δὴ ταῦτα, ἐρωτᾶς; 15 ὅτε δὴ τὰ πρὸς τὸν ὕστερον Πολεμηθέντα φίλα τε ἦν αὐτοῖς καὶ εἰρηναῖα L „denn bevor sie mit dem Letzteren kämpften, war ihnen Friede 24 „wie früher“ Σ ἐξ ὑπαρχῆς L 25 ναοῖς τε ἁγίοις καὶ ἀφιερώμασι L 30 οὐκ ἐξ ἀνθρώπων τυχόντα τῆς ἐπικλήσεως L] 1. ABBREV PSm auch von seiten des Herrn des Alls. Deswegen wurden sie des Namens „Haus des Herrn" gewürdigt.

Oder wer will, mag in die Mitte treten und lehren: Wer hat nach einer so großen großen Zertörung und Verödung ganzen Welt vom Erdboden in die Höhe errichtet, wer hat das, dem jede Hoffnung abgeschnitten war, einer zweiten, viel besseren Erneuerung gewürdigt als früher? Das größte sie erneuerte keineswegs nach dem Tode der mit Gott kämpfenden Kaiser, sondern während die noch am Leben waren, die sodaß sie durch ihren eigenen Mund und durch ihre Schrift den Widerruf ihrer Frechheit verkündeten. Dies taten während sie in Ergötzung Geist, wie jemand meinen möchte, sondern durch Gottes Hiebe angetrieben.

Er aber hat auch nach all diesen Wintern der Verfolgung und auf dem Gipfel des Unheils Myriaden Männer, die Liehber sind eines Lebens der Weisheit, und weibliche Priesterinnen und Scharen von Jungfrauen, die in vollkommener Heiligkeit die ganze Zeit ihres Lebens existieren, durch die Lehre der göttlichen und in der ganzen Welt zusammengebracht.

Enthaltung aber zu üben von Speisen und viele Tage lang ohne Essen und ohne Wein und mit Lagern auf der Erde willig auszuhalten und die Ausdauer eines festen und kräftigen Lebens mit Besonnenheit wer überredete dazu die Weiber und Myriaden von Kindern und Mengen von Männern, sodaß er durch das Schrift bewirkte, daß sie den vernünftigen Speisen gegen die leiblichen Speisen eintauschten?

Wer lehrte die barbarischen und ändlichen änner, Weiber, 1 παρὸ καὶ κυριακῶν ἠξίωνται τῶν ἐπωνυμιῶν L τῆς ἐπωνυμίας Valesius 3 „oder" Σ L. Zu streichen? 6 δευτέρας . . . . ἀνανεώσεως L] 9 τῴ βίῳ περιόντων L „in der Welt" Σ 10 ὡς L #x003C; Σ 1. ABBREV 11 τὴν παλινῳδίαν L „die Wiedergeburt" Σ 18 1. ABBREV 14 ff. τίς . . . . . μυρίους ἄνδρας γυναικῶν τε ἱερείας . . . . καθ’ ὅλης συνίστη τῆς οἰκουμένης τροφῶν δ’ ( Hkl) ἀποχαῖς ἀσιτίαις τε καὶ ἀνοινίαις πολυημέροις προθυμότατα διακαρτερεῖν ἐγκρατείᾳ τε καὶ ῥώμῃ βίου στερροῦ χρῆσθαι μετὰ σωφροσύνης; τίς γύναια καὶ μυρία πλήθη ἀνδρῶν ἀναπέπεικεν λογικὰς τροφὰς ψυχαῖς λογικαῖς καταλλήλους δι’ ἐνθέων ἀναγνωσμάτων ἀντικαταλλάξασθαι τῶν τοῦ σώματος τροφῶν; L 20 wörtlich, „ohne Essen und mit Lagern auf der Erde (= χαμευνίαις) und Wein" Σ 25 „daß sie ünftige Speisen anstatt der leiblichen Speisen vernünftige Seelen einander “ Σ. Viellelicht ABBREV zu lesen. Myriaden Sklaven und Mengen der Völker, und überzeugt zu sein, daß die Seele unsterblich der Gerechtigkeit" offenbar ein Aufseher der gerechten und frevlen Taten der Menschen sei, und das Gericht Gottes zu erwarten, und daß es nötig, sei, um dieser Dinge willen keusches Leben zu kümmern. Denn sonst, wenn sie sei es unmöglich, sich dem Joch wird von dem, der von uns allein Gott genannt wird, bis jetzt bewirkt.

Aber dies wollen wir lassen uud vielmehr auf andere Weise dem, dessen Verstand versteinert ist, auch von solchen Fragen aus nahen, indem wir ihn so fragen: Wohlan, du, laß los ein vernünftiges Wort, bringe eine Frucht hervor, nicht aus törichtem Herzen, sondern aus geistiger und vernünftiger Seele und sprich, indem dir selbst nachsinnst!

Wer anders jemals von denen, die seit Ewigkeit gepriesen wurden, wurde wie der, der von uns Gott genannt wird, durch Prophetenworte von oben her vor Myriaden Zeiten erkannt und vorher verkündigt bei den vor alters gottgeliebten Kindern der Hebräer, die auch den Ort seiner Offenbarung, die Zeit seines Kommens, die Art seines Lebens, seine Kraft, seine Worte und Taten vorher in den göttlichen Schriften beschrieben haben?

Oder wer ist so schnell als Rächer erschienen dessen, was man gegen ihn sich erfrechte, sodaß er auf der Stelle diejenigen, die gegen ihn frevelten das ganze Volk der Juden mit geheimer Kraft bestrafte und ihren könighlichen Ort völlig von Grund aus zerstörte und ihren Tempel zusammen mit seinen Heiligtümen zu Boden stürzte?

Wer hat Vorherverkündigungen über eben diese, die erwähnten gottlosen Männer 2 vgl. Fragm. Trag. Adesp. 421; Praep. XIII 13 47 15—21 = 2. Bruchstüch der griech. Theoph. 1 παῖδας καὶ οἰκετῶν γένη πλήθη τε μυρία μυρίων ἐθνῶν L „und Myriaden vieler Sklaven der Völker“ Σ. Lies ABBREV aber die Verderbnis ist vielleicht größer 3 „offenbar" L 13 φωνὴν λογικὴν ἀφείς, μὴ καρδίας ψυχῆς δὲ νοερᾶς καὶ λογικῆς καρπὸν προβαλλόμενος, λέγε δή, παρὰ σαυτῷ πολλάκις ἐπισκεψόμενος L „laß los ein vernünftiges Wort nicht Herzen, sondern bringe die Frucht einer geistigen und vernünftigen Seele hervor und sprich bei dir selbst, indem du “ Σ 18 προεκηρύχθη Th. gr. „und bestand und wurde ündigt” Σ 1. ABBREV 23 ὡς ἅμα τῇ κατ’ αὐτοῦ δυσσεβείᾳ τὸ πᾶν Ἰουδαίων ἔθνος ἀοράτῳ δυνάμει μετελθεῖν L 27 προρρήσεις αὐτῶν τε τούτων πέρι τῶν ἀσεβῶν ἀνδρῶν, ἀμφί τε τῆς . . . . ἐκκλησίας καταλλήλους τοῖς πράγμασιν ἀποφθεγξάμενος L „über eben dies" Σ 1. ABBREV und über die von ihm in der ganzen Welt gegründete Kirche eben den Werken entsprechend vorhergesagt und ihre Wahrheit durch seine Werke erwiesen wie unser Erlöser, der über den Tempel der gottlosen Juden sagte: „Siehe! Euer Haus wird öde gelassen werden“, und „Nicht soll ein Stein auf dem andern bleiben an diesem Orte, der nicht aufgelöst würde“? Über seine Kirche aber sagte er: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Riegel des Scheol sollen sie nicht überwältigen“.

Dies aber, daß er arme zur Herrschaft änderte und eben diese zu Gesetzgebern und Lehrern der ganzen Menschenwelt machte, wie scheint dir das? Daß er ihnen dann versprach, mit dem Worte sagte und durch die Tat sie zu Menschenfischern machte und so große gab, daß sie sogar Schriften verfaßten diese so bestätigte, daß sie in der ganzen Welt in alle Sprachen der Griechen und Barbaren übersetzt und bei allen Völkern und daß man glaubte, die in ihnen geschriebenen Worte seien göttlich?

Wie aber scheint dir, daß er die und seinen Jüngern vorher bezeugte, daß sie bekannten, vor Könige und vor ἡγεμόνες kommen und bestraft werden und die schwersten Qualen ertragen sollten?

Dies aber, daß auch willig machte, dies zu ertragen, und mit den Waffen der Frömmigkeit so tcappnete, daß sie in bezug auf ihre Seelen fester als Diamant Kämpfen gegen ihre Widersacher erschienen, wie sollte dies Wort übersteigen?

Und daß er nicht nur denjenigen, die ihm an- sondern auch denjenigen, die von ihnen die Lehre empfingen und wiederum auch denjenigen, die noch später Jünger wurden und den- 4 = Matth 2338 5 = Matth 242 6 = Matth 16 18 9 ff. vgl. Matth 418 ff. 20 vgl. Matth 1018 21 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 419 2 „offenbar (καταδήλως?) und mit Werken“ Σ. Das ABBREV vor ABBREV streiche 2 πιστὰς ἔδειξε ταύτας τοῖς ἔργοις L „ihre “ Σ. Falsches Explizitum! 9 ἐς ἁλείας μεταγαγεῖν τὴν ἀρχὴν (= „überhaupt") L εἰς τὴν ἀρχὴν Σ 16 μεταβαλλομένας L „aufgenommen wurden" Σ = μεταλαβομένας 21 τὸ δὲ καὶ προθύμως αὐτοὺς ταῦθ’ ὑπομεῖναι παρασκευάσαι εὐσεβείας τε ὅπλοις οὕτω φράξαι, ὡς ἀδάμαντος τὰς ψυχὰς κραταιοτέρους ἐν τοῖς πρὸς τοὺς ἀντιπάλοις ἀγῶσι διαφαίνεσθαι, ποῖον οὐκ ἂν ὑπερβάλοιτο λόγον; L „Und dies aber, ß er sie zubereitete, daß sie willig ertrugen und mit den Waffen der Gerechtigkeit so fest ihre Seele wappneten, daß sie erschienen in wie übersteigt (dies) nicht alle Worte?“ Σ jenigen, die bis jetzt zu unserer Zeit Christen sind, die Kraft in ihrer Seele so befestigte, daß sie. obwohl sie nichts Todeswürdiges Strafen und alle Arten der Foltern gern um der Gerechtigkeit des oberhalb von allem stehenden Gottes willen ertrugen, wie sollte das nicht jedes Wunder übersteigen?

Aber wer jemals von den Königen, der so lange Zeit seiner Herrschaft war, vollendete dies? Wer siegte so nach seinem Tode und richtete das Siegeszeichen über sein Feinde auf und unterwarf alle Orter, Plätze und Städte der Griechen mit verborgener Kraft und mit unsichtbarer Rechte seinen Widersacher?

Die Hauptsache aber von all dem Gesagten, der Friede, der durch seine Macht auf der ganzen Erde besorgt wurde, über den wir das Geziemende vorher gesagt haben, welches Lästermaul sollte er nicht stopfen, indem so in der Tat mit seiner Lehre die Liebe und Einheit unter allen Völkern nebenher und indem durch die Propheten Gottes der Friede der Völker in Welt vorher verkündigt ward und das von ihm in alle Völker Wort.

Aber zu klein wäre Ein Tag, um zu versuchen, Beweise der göttlichen Kraft des Logos Gottes, des Erlösers aller, die bis jetzt gesehen werden, zu sammeln und zu zeigen, das niemals und von Ewigkeit her keiner, weder bei Griechen noch bei Barbaren, eine derartige vorzügliche und göttliche Kraft bei jedermann als Erlöser des Alls und eingeborner Logos von allem stehenden Gottes verkündigt wird. Was aber rede Menschen, da ja nicht einmal von denen, die bei allen Völkern Götter genannt werden, eine Natur wie diese auf Erden erschienen ist! Oder wer will, möge es zeigen. Es möge 6 ff. vgl. Euseb. Hist, eccles. X 4 20 12 vgl. ο. S. 127 Z. 12 ff. 13 vgl. Röm 319 6 ἀλλὰ βασιλέων εἰς τοσοῦτον αἰῶνα τίς πώποτε κρατῶν διετέλεσεν; 10 ἀοράτῳ δυνάμει δυνάμει + Σ καὶ ἀφανεῖ δεξιᾷ L „mit Rechten“ Σ 1. ABBREV 11 l. ABBREV mit HS 14 „Lehre" † τῷ καταβληθέντι ὐπ’ αὐτοῦ τῴ παντὶ κόσμῳ κηρύγματι L. Vielleicht in Σ ausgefallen ἐπιλείψει με . . . . τὰς ἐναργεῖς ἀποδείξεις . . . . τὰς ἐκ τῶν εἰσέτι νῦν ὁρωμένων ὑφ’ ἔν πειρώμενον συνάγειν καὶ συνιστᾶν L „die bis jetzt gezeigt “ Σ 1. ABBREV 22 „noch bei Barbaren" < Lee 1. ABBREV ABBREV mit HS es gibt, und uns sagen, von welchem Gott oder Heros von aller Ewigkeit her jenials gehört wurde, daß er die Lehren, die ein ewiges Lehen und ein himmlisches Reich verursachen, den Menschen überliefert habe wie unser Erlöser, der bewirkte, daß Myriaden Mengen in der ganzen Welt durch seine weisen Lehren geübt erzogen wurden, und sie überredete, tiberredete, einem himmlischen Leben nachzujagen, dies zetiliche Leben aber zu verachten und die himmlischen Wohnplätze zu erhoffen die für die gottliebenden Seelen aufbewahrt sind.

Welcher Gott oder Heros hat völlig von Sonnenaufgang bis zu bald so schnell wie der Lauf der Sonne, mit den glänzenden Strahlen seiner Lehre die Erde erhellt und erleuchtet, sodaß auf der ganzen Erde dem Einen Gott Einen und denselben Gottesdienst vollendeten?

Welcher Gott oder Heros hat jemals alle Götter und Heroen der Griechen und Barbaren verdrängt und ein daß keiner von jenen für einen Gott gehalten werde und, mach- er das Gesetz gegeben hatte, sie überzeugt? Als dann aber alle mit ihm kämpften, hat er, obwohl er nur Einer war, das entgegenstehende Heer vernichtet und ist besser erschienen als alle Götter und Heroen von Ewigkeit her, sodaß Menschenwelt der eingeborne Logos Gottes von allen Menschen genannt wurde.

Welcher Gott oder Heros hat jemals völlig allen Völkern, die auf dem großen στοιχεῖον der auf Erden und denen im Meere, überliefert, in jeder Woche an dem Tage, der bei den Griechen der Sonntag heißt, ein Fest zu Heiligkeit der Seele und des Leibes und sich zusammen zu vereinigen, und hat sie zubereitet, nicht die Leiber zu mästen, sondern durch die göttliche Lehre zu beleben?

Welcher Heros hat wie der unsrige, als man so mit ihm kämpfte, wider seine Feinde aufgerichtet? Denn sie hörten von Anfang bis zu Ende mit seiner Lehre und mit seinem Volke zu 1τίς ἐκ τοῦ παντὸς αἰῶνος ἤκουσέν (ἤκουσται Var.) ποτε θεὸς αἰωνίου ζωῆς οὐρανίου τε βασιλείας μαθήματα παθήμαια παραδεδωκὼς ἀνθρώποις L 2 „und jemals" Σ. Streiche ABBREV | „daß er die Lehren eines ewigen Lebens und himmlischen Reiches, etwas was nicht neu ist" Σ (= οὐ ξένα?) 9 „und bis" streiche ABBREV 10 μόνον οὐχὶ τὸν ἴσον ἡλίῳ διιππεύσας δρόμον L] wörtlich: „eilends und wie die Schnelligkeit des Laufes der Sonne" Σ 11 τὴν (scil. γῆν) ἀφ’ ἡλίου ἀνίσχοντος „die Erde" Σ 14 παραγκωνισάμενος L „bekämpft“ Σ (= 24 τὴν κυριακὴν χρηματίζουσαν ἡμέραν L 26 πιαίνειν L „hören“ Σ 1. ABBREV PSm streiten, er aber hat ungesehen und verborgen sie vernichtet und die Seinen mit den göttlichen Häusern zu großem ist es nötig, durch Worte die göttlichen die besser sind als jedes Wort, sammeln zu wollen, da ja auch, wenn wir schwiegen, die Dinge schreien würden zu denen, die Seele besitzen,

daß dies seltsam ist in Wahrheit und das nicht wahrscheinlich ist, und daß von Ewigkeit her die Welt Menschen dies Eine Ding hervorbrachte und einst der in Wahrheit einzige Sohn Gottes denen auf Erden erschien, durch den das ganze Menschengeschlecht den Zugang zur wahren Frömmigkeit vermöge seiner des Logos Natur empfing, sodaß fortan in der ganzen welt Plätze für das Anhören der Worte und für richt in der göttlichen Lehre bestanden und barbarische und Menschen ihren Sinn zur Friedfertigkeit änderten, sodaß die vernünftige Beschaffenheit ihrer Seele eben seine des Logos Tüchtigkeit durch die sie ihren Vater im Himmel, den Erlöser aller, den Logos Gottes, den Allkönig erkannten und eben ihm durch ihn dem, der die Ursache alles Guten ist, die schuldigen Hymnen und Segnungen und die gebührenden Bekenntnisse darbrachten, fortan fromme Hymnen und Bekenntnisse, die zu denen der Engelscharen im Himmel stimmen, auch von den Bewohnern des στοιχεῖον der Erde jeden Tag und jede Nacht geschickt wurden.

Die erlösenden und der Welt helfenden Taten des göttlichen Logos unter den Menschen waren also Myriaden andere Dinge wie sie, um derentwillen er, als er in die Welt der Menschen kam, keineswegs das tat, was seiner Gewohnheit entsprach, er der unkörperlich ist und verborgen durch die geht, der eben in Werken, denen im Himmel und denen auf Erden, 25—S 141. 6 — 2418—15 1 ὁ δ’ ἀφανὴς ἀφανῶς L 2 τοὺς οἰκείοις αὐτοῖς ἱεροῖς οἴκοις ( „eben durch die heiligen Häuser“) ἐπὶ μέγα δόξης προῆγεν L] 1. ABBREV 6 Hauptsatz Σ] ξένον ἀληθῶς καὶ παράδοξον καὶ ἒν μόνον τὸν βροτὸν ἀνθρώπων ἐνηνοχέναι καὶ τὸ τοῦ Var.) ἀληθῶς παῖδα θεοῦ μόνον ἐξ αἰῶνος ἐπὶ γῆς ὦψαι L . . . καὶ ἒν μόνον ἐξ αἰῶνος τὸν κόσμον ἀνθρώπων ἐνηνοχέναι τὸ ἀληθῶς παῖδα θεοῦ [ ] τοῖς ἐπὶ γῆς ὦφθαι Hkl καὶ ἔν χρῆμα ἐξ αἰῶνος τὸν βίον τῶν ἀνθρώπων ἐνηνοχέναι καί ποτε τὸν μόνον ἀληθῶς παῖδα θεοῦ [ ] nach Σ 16 1. ABBREV mit HS (Druckfehler) 22 1. ABBREV mit HS 28 τὸν ἅπαντα κόσμον ἀφανῶς ἐπιπορευομένῳ L „macht" Σ 1. ABBREV seine gewaltigen Taten zeigt, sondern in neuer und in einer seiner Gewohnheit fremden Weise. Denn durch ein sterbliches Instrument d. h. den Leib hielt er, wie der König durch einen seine Reden zu und seinen Umgang mit den Menschen, indem er sich bemühte, das Sterbliche durch das ihm Ähnliche lebendig zu machen zu erlösen.

Aber da es ersichtlich ist, daß keineswegs Ein Grund, Gründe vorhanden waren, um derentwillen der Erlöser unter den Menschen veranstaltete, so ist es nötig, Dingen auch in kurzem zu sagen, aus welchem Grunde er ein menschliches Gefäß gebrauchte und zu dem Verkehr unter die Und wie sollte sonst die göttliche, verborgene, unsichtbare οὐσία, eben der unleibliche und unkörperliche Verstand, Gottes, den leiblichen Menschen, die in die Tiefe des Bösen eingetaucht waren und im Werden und auf Erden Gott suchten, und anders den Schöpfer der Schöpfung des Alls schauen können oder wollen, — wie sollte sie sonst sich in menschlicher Zusammensetzung und Gestalt, die uns bekannt wird wie durch einen Dolmetscher? Denn wie sollten die leiblichen Augen anders das Unkörperliche Gottes sehen? Wie sollte aber die sterbliehe Natur den Verborgenen, Unsichtbaren entdecken, ihn, den sie aus Myriaden Werken nicht erkannt hat? Deswegen also bedurfte er eines sterblichen Instrumentes und eines passenden Hilfsmittels für unter den Menschen, weil ihnen dies lieb war. Denn man sagt, daß alle das lieben, was ihnen gleicht. Denn wie der Großkönig Dolmetscher sehr nötig hat, der die Worte des Königs verschieden sind an Gehör d. h. in der Sprache, und so hat auch der göttliche Logos, der die Seelen im Leibe zu heilen bereit war und sich auf Erden zeigen wollte, ein Medium, gleichsam einen Dolmetscher und ein körperliches Vehikel nötig. Es 9—18 = Laus 241 16—22 22—25 = Laus 241 22—25 — Platon Nomoi 716 C 837 Α Lysis 214; Praep. XIII 1316; Jes. Sir. 13 15f. 1 καινοτέρῳ δὲ καὶ τὸν συνήθη παραλλάττοντι τρόπῳ L 4 τἀς πρὸς τοὺς θνητοὺς ὁμιλίας τε καὶ διατριβὰς ὑπῄει L 11 εἰς ἀνθρώπων διατριβὰς παρῄει L 15 „im Werden"] ἐν γενέσει L | καὶ ἐπὶ γῆς κάτω L 25 τὰ ὅμοια γοῦν, φασί, τοῖς ὁμοίοις φίλα L „alles" Σ 27 „die verschieden sind an Gehör“ Σ ist nicht ganz verständlich, da weder ABBREV noch das vermutliche die Sprache bedeutet. Ein πολυήκοος könnte sich nur auf den Dolmetscher ziehen. Man erwartet etwa δήμοις πολυγλώσσοις καὶ πόλεσιν war dies ein menschliches Instrument, durch das er die Beschaffenheit der geheimen Tiefen der Gottheit den Menschen offenbarte. Und nicht nur dies, sondern auch denen, die sich über die Sinneswabrnehmung dessen, was man sieht, freuen und in Bildern und Schnitzarbeiten γλυφαί seelenloser Götzen Götter suchen und die phantasieren, Gott sei in ὕλη und in Körpern und die um ihrer Schwäche Wahnsinns willen sterbliche Menschen von Natur Götter ihnen zeigte sich gerade so auch der menschenfreundliche Logos Gottes. Deswegen machte er sich als allerheiligsten Tempel ein körpernliches Instrument, eine sinnlich wahrnehmbare Wohnung für Kraft, ein reines und ganz vorzügliches alle seelenlosen Götzen. Denn das aus seelenloser ὕλη bestehende das nach Art des Erzes und Eisens, des Goldes und Elfenbeins, der Steine und Hölzer in ὕλη zum Irrtum der Toren durch Männer gefertigt ist, war als passend. Das göttliche Bild aber, das mit der geschmückt war, hatte am Leben und an der geistigen οὐσία Bild voll jeglicher Tugend, ein göttliches Bild als Wohnung Logos und als heiliger Tempel des heiligen Gottes, das durch die Kraft des heiligen Geistes bereitet war. Der in ihm wohnende Logos war mit den Sterblichen durch das ihnen Verwandte d. h. durch den Leib wie durch einen Dolmetscher zusammen und wurde dadurch erkannt, keineswegs aber verfiel er ihnen gleich den Leiden, noch war er nach Art der menschlichen Seele an den Leib gebunden, noch änderte er sich in seiner Gottheit, indem er an sich geringer erschien. Denn wie die Strahlen des Sonnenlichtes nichts leiden, wenn sie das All erfüllen und tote und unreine Körper berühren, Kraft des Logosgottes in ihrer οὐσία noch viel weniger und wird 3—S. 145, 7 = Laus 241 24—244 11 25—143, 2 = Dem. IV 131 7 1. ABBREV Schultheß mit HS | ἀνηγόρευσαν ἀναγορεύουσι καὶ ταύτῃ πη L 9 ff. „und ein" Σ streiche das ABBREV ebenso vor den folgenden Appositionen 12 τὸ μὲν γὰρ ἐξ ὕλης ἀψύχου δείκηλον, χερσὶ βαναύσων ἀνδρῶν ἐν εἰκόνι χαλκοῦ καὶ σιδήρου . . . . . ἐν ὕλῃ τετεχνασμένον L. Man erwartet ABBREV (streiche ABBREV) nach ABBREV oder ABBREV „Denn das aus seelenloser ὕλη (Bestehende), das nach Art des Bildes des Erzes" Σ 14 wörtlich: „durch Hände der Schmiedeleute" Σ 16 ἄγαλμα σοφίας ἐνθέου δυνάμει 20 „das — war" L 25 οὐδέ γε χείρων αὐτὸς αὐτοῦ γενόμενος L 27 νεκρῶν L „ sterbliche" Σ 1. ABBREV 28 τοῦ θεοῦ λόγου δύναμις L „die Kraft, der Logosgott" Σ 1. ABBREV nicht geschädigt, noch wird sie jemals geringer als sie selbst ist, sie unkörperlich einen Kürper berührt.

So also bot sich der Erlöser aller selbst als hilfreich jedermann dar durch das menschliche Instrument, das er zeigte, indem er wie ein musikalischer Mensch durch die Leier seine Weisheit zeigen will. Ein griechischer Mythus aber lehrt, daß seinem Gesange allerlei Tiere bezauberte und den Grimm der Wilden besänftigte, indem die Saiten an dem Instrument mit dem wurden, und dies wird in der Schar der Griechen besungen und geglaubt, daß eine seelenlose Leier die Tiere bändigte und dab sogar Bäume und Eichen umänderte das, was der Musik ähnlich der allweise und ganz vorzügliche Logos Gottes den Seelen die in mannigfaches Lnheil verstrickt waren, allerlei Heilungen, ergriff das musikalische Instrument, das Werk seiner Weisheit, den Menschen mit Händen und stimmte durch ihn Gesünge und Besehwürungen für die vernünftigen, aber nicht für heilte jede wilde Sitte der Griechen und der Barbaren und die rohen und tierischen Leidenschaften der Seelen mit den Heilmitteln göttlicher Lehre und zeigte den kranken Seelen, die Gott im Werden und in den Körpern suchen, wie ein vorzüglicher Arzt durch ein ihnen verwandtes und Hilfsmittel Gott im Menschen. Und ferner kümmerte er sich um die Leiber nicht weniger als um die Seelen und bereitete für die leiblichen Augen der Menschen das, was er durch zu sehen: staunenswerte Wunder und göttliche Zeichen dem leiblichen Ohre aber ferner verkündete er die Lehren durch Zunge und Fleisch, alles dies aber vollendete er durch den Leib, den er trug, wie durch einen Dolmetscher für diejenigen, die nicht anders so seine Gottheit wahrnehmen können. Dies aber wurde verrichtet nach dem Willen seines Vaters, indem er selbst wiederum, ohne ὕλη und ohne Körper blieb, wie er auch vordem bei seinem Vater war, ohne daß er in seinem und ohne daß etwas von seiner Xatur vernichtet ward und 3—6 = Dein. IV 13 3.4 19—21 = Dem. IV 135—10 8 ἐν ὀργάνῳ πλήκτρῳ κρουομένων χορδῶν L „durch das befestigte (= πηκτῷ) Instrument, indem die Saiten an ihm geschlagen wurden" Σ 12 „ganz vorzügliche“ (= πανάρετος?) Σ παναρμόνιος L 14 μουσικὸν ὄργανον χερσὶ λαβών, αὐτοῦ ποίημα σοφίας, τὸν ἄνθρωπον, ᾠδὰς καὶ ἐπῳδάς . . . . ἀνεκρούετο L „und den Menschen, die Gesänge und BEschwörungen . . . stimmte er “ Σ ABBREV vor ABBREV statt vor ABBREV 26 διὰ γλώττης καὶ σαρκὸς] 1. ABBREV die Fesseln des Leibes gehindert und ohne nur dort zu seiu, wo sein menschliches Instrument war, und ohne von anderen Orten des Alls ferngehalten zu sein. Sondern freilich auch damals, als er unter den Menschen lebte, erfüllte er das All, war mit dem Vater und war in ihm und damals für alles zugleich, für das was im Himmel und nach unserer Art von der Allgegenwart ausgeschlossen noch in seinem gewohnten göttlichen Handeln gehemmt, sondern er zwar von sich aus dem Menschen, d. h. dem Leibe, andererseits aber empfing er nichts von dem Menschen, und unterstützte göttlicher Kraft das Sterbliche, nahm aber nichts auf aus des Sterblichen. Nicht wurde der Unkörperliche befleckt, Körper geboren ward, noch litt er, der ohne Leiden ist, Wesen, als das Sterbliche wieder von ihm getrennt wurde, deswegen weil nicht einmal, wenn es so sichträfe, sobald eine Leier zerborchen wird oder ihre Saiten zerrissen werden, derjenige etwas leidet, der sie schlägt, noch würden würdern wir mit Recht sagen, Mannes bestraft wird, daß die Weisheit des Weisen oder die Leibe geschlagen oder verbrannt wird. So ist es noch viel weniger richtig zu sagen, daß die Kraft des göttlichen g"ottlichen Schaden an den Leiden des Körpers nahm, weil nicht einmal das des Lichtes gestattete, daß die Strahlen vom Himmel auf die Erde gesandt werden und Schmutz und Lehm und Befleckung jeder Art berühen, etwas befleckt werden. freilich hindern zu sagen, daß auch sie vom Glanz des daß aber das Licht nicht trübe, noch die Sonne die Vermischung mit den Körpern, obwohl dies der Natur nicht fremd wäre. Der Logos Gottes aber, ohne ὕλη und der das Leben selbst und das verständige Licht selbst ist, — alles, er mit unkörperlicher göttlicher Kraft anrührt, Lichte sein. So ist auch der Leib, den er anrührt, geheiligt und sogleich erleuchtet und jede Krankheit, jeder Schmerz und jedes Leiden wandert aus, das aber, was Mangel hat, empfängt Fülle. Deswegen verbrachte er das ganze Leben derartig, indem 33—8. 145, 5 = Dein. IV 11 1 οὐδ’ ὧδε μὲν ἔνθα ἦν αὐτῷ τὸ ἀνθρώπειον σκεῦος τἀς διατριβὰς ποιούμενος, ἐν ἑτέροις δὲ εἶναι τοῦ παντός κεκωλυμένος L 7 ἀλλὰ τὰ μὲν ἐξ αὐτοῦ παραδιδοὺς τῷ ἀνθρώπῳ, τὰ δ’ ἐκ τοῦ θνητοῦ μὴ ἀντιλαμβάνων L 21 ταύτῃ τοι πολὺ πλέον οὐδὲ τὴν τοῦ λόγου δύναμιν βλάβος τι . . . . ἀποφέρεσθαι φάναι εὔλογον ὅτι μηδὲ τὸ τοῦ φωτὸς ἡμῖν ὑπόδειγμα χραίνεσθαι τὰς ἡλιακὰς ἀκτῖνας . . . συνεχώρει] συνεχώρει #x003C; Σ l. ABBREV 26 καὶ μὴν ταῦτά γε τῆς φύσεως ἂν εἴη τῶν σωμάτων ἀλλότριος D τῶν σωμάτων < L sein Bild Leib in uns ähnlichen Leiden zeigte, bald aber den Logosgott offenbarte in gewaltigen Taten und staunenswerten Werken gleichwie Gott, und indem er durch Weissagungen voraussagte, was kommen wird, und den für viele unsichtbaren Logos Gotes eben zeigte in wunderbaren Taten, Zeichen und Wundern und in absonderlichen Kräften und ferner in göttlichen Lehren, Seelen der Menschen nach oben zur himmlischen Stadt zu führen, daß sie zu den Bürgern droben eilen wie zu Brüdern ihren Vater im Himmel erkennen, und die die Vorzüglichkeit ihrer Art: die verständige und vernünftige οὐσία lehren, damit sie nicht irren, und indem er sie so ermahnte, auf der Stelle in aller Keuschheit und Heiligkeit so zu leben, daß sie ihre Auswanderung von hier leicht und ungehindert vollziehen könnten und das ewige Leben bei Gott, dem Königh des Alls, Licht und das Königreich des Himmels mit den Scharen der heiligen Engel zu empfangen.

So verrichtete also der eingeborene Logos Gottes, der sich eines menschlichen Instrumentes bediente und einen Dolmetscher seiner selbst aufstellte, alles für die Heilung der Menschen nach seines Vaters, indem er ohne ὕλη und ohne Körper blieb, wie er vor- bei dem Vater war und durch einen Menschen Gott den Menschen zeigte in gewaltigen Taten und staunenswerten Werken mit göttlicher Kraft, und durch wahre Weisheit säte er die Lehre und lehrte Verwandtes in nicht geringerem Maße als was er handelte, in nicht geringerem Maße als was er lehrte. Die Lehre des Lebens aber überlieferte und die Worte des Lichtes warf er keineswegs auf ein Blatt Papier noch auf vergängliche Tierfelle, sondern in die Jünger verzeichnete er wie auf geistige Tafeln die Lehre von Gottes. In seiner ganzen Lehre über die Sache des Himmels wurden verborgene, niemals gehörte Worte überliefert und die Erinnerung an das Leben bei Gott und an den himmlischen Vater der auf Erden gottliebenden Seelen, den er auch im Gebet sie anstachelte, anzurufen und zu sagen: „Unser Vater im Himmel", und die Einsicht in ihre Art droben im Himmel ward überliefert durch das, was er lehrte, damit sie es verständen. Wenn du aber liebst, auch an der Theorie dieser Diuge teilzuhaben, so ist reichlich Gelegenheit, dich dem Hören der 33 = Matth 69 6 διδασκαλίαις ἐνθέοις ὄνω πρὸς τὸν ὑπερουράνιον τόπον τὰς ψυχὰς παρασκευάζεσθαι προαγούσαις L seiner Jünger zuzuwenden und die Schrift nach allen Seiten kennen zu lernen über seine Taten und über seine Worte, sodaß du du in Wahrheit Gott siehst und den göttlichen Logos, wie er durch einen Dolmetscher mit den Menschen, uns ähnlich an Leiden zusammen war, und wie der Unsterbliche mit den Sterblichen redete, und wie Unkörperliche ein Bild aus menschlicher Natur anzog, und wie der Gott in ihm sein Bild antrieb, und wie der Erlöser aller göttliche Reden losieß und göttliche Lehre vortrug und alle Krankheiten und Schmerzen heilte, und wie der, in dem kein Falsch war, zu guten Werken bereit war, und wie er das, was kein Auge je gesehen und in keines Menschen Ohr gekommen ist, in gewaltigen Taten vollendete. So brachte er seinen Jüngern den Anfang der Vorzüglicheit bei Gott nahe und machte sie weise mit unaussprechlicher Kraft und bereitete sie zu wahren Herolden seiner Gottheit. So heilte er ferner diejenigen, deren Seelen durch allerleiSüdnen Südnen verderbt waren, indem er bald für die Leiden die entsprechende Hilfe Arznei gewährte, bald aber die mystische Theorie der göttlichen Lehre denen überlieferte, die sie aufnehmen können. Was aber habe ich nötig zu sagen, wie er die Feinde der Wahrheit mit gebührender Widerlegung schön und freundlich aufnahm, indem er auch sie zumal heilte und durch die Freimut seiner Worte unterwies, und wie er sich jedermann demütig darbot als ein hilfreicher, langmütiger und gefühlvoller Arzt aller nur der Seelen, sondern auch der Leiber? Deswegen hatte das hebräische Prophetenwort die Bezeichnung mit dem Namen Jesus vorher für unsern Erlöser geprägt, indem es das Wort Jesus als Arzt aller auffaßte. Die Bezeichnung aber mit dem Begriff der Heilung für Jesus bewährte er durch Taten, indem er die Seelen der Menschen in der himmlischen Lehre unterwies und alle Leiden, Schmerzen und Krankheiten der Leiber mit der Kraft des heilenden Wortes heilte. Bald reinigte er die, die aussätzig waren, an ihrem Leibe, bald trieb er durch einen Befehl die Dämonen in den Menschen aus, bald wieder gewährte er reichliche Heilung denen, die durch Krankheit gequält wurden, bald sagte er dem, dessen Leib schlaff und dessen Glieder insgesamt gelähmt waren, nur mit einem Worte: „Stehe auf, nimm dein Bett und wandle“, der aber tat, was er ihm auftrug. Den Blinden wiederum zu anderer Zeit verschaffte er den Anblick des Lichtes. So entschloß sich ferner 10 vgl. I Kor 29 24 vgl. Dem. IV 10 18. 19 28—S. 147, 25 = Dem. III 421—26 33 = Matth 96 35 vgl. Matth 9 20 ff. 21 wörtlich: „und als ein langmütiger und ein “ Σ 24 „hatte vorher geprägt“] wörtlich „hatte vorher gepflanzt“ vorher gepllanzt“ einmal ein Weib, dessen Blutfluß sich ergoß und das vom Schmerz gequält war, — als sie sah, daß und ihr nicht gestatteten, zu knieen und um Befreiung von ihrem Schmerz zu bitten, — wenn auch nur den Zipfel seines Gewandes zu berühren, schlich heran, ergriff den Zipfel seines Gewandes und ergriff zugleich auch die Heilung von ihrem Übel und ward im selben Augenblick gesund, indem sie den größten Beweis der Kraft des Logosgottes davontrug. Mann aber, ein Sklave des Königs, fiel, als es seinem ging, vor ihm nieder und empfing es sogleich gesund, ein anderer wiederum seine Tochter — es war ein Synagogenvorsteher der Juden — aber dieser empfing sie gesund, nachdem sie bereits gestorben war. Was habe ich nötig zu sagen, wie ein anderer Toter nach durch die Kraft des Erlösers aller auferstand, als er nur mit dem ihn der alles lebendigmachende Logos rief? Oder wie er auf dem Meere gleichwie auf der trockenen Erde seinen Weg nahm und oben auf dem Rücken der W asser sein Instrument ließ? Oder wie er, als seine Jünger segelten und kam, das Meer, das Unwetter und den Wind bedrohte und nur mit einem Worte befahl, die aber sofort schwiegen, erschreckt wie von der Stimme ihres Herrn? Daß er aber fünf Schar von Myriaden Weibern und Kindern mit ihnen war, von Broten an der Zahl fünf vollständig sättigte, daß empfingen als ausreichend war, um zwölf Körbe zu füllen,—wer sollte darüber nicht staunen und wen sollte das nicht mit zur Erforschung seiner verborgenen Kraft?

Aus diesen und vielen andern gewaltigen Wundern also empfängt, wer will, den und offenkundigen Beweis für noch mehr aber daraus, wenn er aucb bedenkt, daß vorauswußte und vorausverkündigte, daß die göttliche Kraft in gewaltigem Wechsel zur Vorzüglichkeit kommen werde, und daß er sich als den Täter dieses durch Werke seine Verheißung bewahrheitete. Dinge demgemäß wird jemand im Überflusse finden, wenn er aus den Prophezeiungen und Erfüllungen die seiner Gottheit prüft, die auch wir zu passender Zeit erwägen werden.

7 vgl. Matth 8 5ff. 9 vgl. Mark 5 22ff. 12 vgl. Job11 1 ff. 14 vgl. Matth 1425ff. 17 vgl. Matth 8 24 ff. 20 vgl. Matth 14 19 ff. 15 ola ἐπὶ λεωφόρου γῆς D 29 „daß er die Zukunft mit göttlicher Kraft vorauswußte“ Σ. Aber das ABBREV steht besser vor ABBREV als vor ABBREV

Aber für jetzt möge, damit sich uns nicht Ferne über alle seinegroßen Werke erstrecke, sein Tod vor Augen bleiben, den der Dolmetscher, das Gewand des Logos Gottes und das Bild, das geoffenbart wurde, ertrug, wie jedermann bekennt.

Er sein Tod also, der verkündet wurde, hatte am Wunder teil, da den übrigen Menschen gleich geschah. Denn er wurde weder durch eine Krankheit vernichtet, noch durch Erdrosselung, noch durch Feuer, noch wurde er am Kreuz, dem Siegeszeichen, den übrigen Missetätern gleich mit dem Eisen geschnitten, noch litt er das geringste Etwas von einem der Menschen, die zu töten gewohnt sind, und einen gewaltsamen Tod, sondern freiwillig übergab er es allein, sein Instrument, den Verleumdern. Das aber wurde sogleich von der Erde erhöth.

Er aber rief laut und sagte, daß er seinem Vater seinen Geist übergebe, wurde frei von sich selbst und vollzog die Auswanderung aus dem Leibe. Deswegen überlieferte er seinen Jüngern Tode eben dies Wort, lehrte und sagte: „Niemand nimmt meine Seele von mir, <aber ich ich habe Vollmacht sie zu nehmen“. Und ferner: der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“, und „ich lasse mein Leben für meine Schafe“. Todes aber stellt er in kurzem hin, indem er sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es nur es aber stirbt, bringt es viele Früchte.“

Indem er derart bei seinem Tode überlieferte, wurde er von sich selbst frei und vollzog seine Auswanderung aus dem Leibe. Dann aber wurde sein Leib von seinen Jüngern herabgenommen Grabe übergeben; wiederum aber am dritten Tage nahm er es, er der vorher freiwillig aus ihm ausgewandert war, und wiederum zeigte er sich im Leibe und im Körper als eben jenen, wie er auch 1—8. 151, 11 = 3. Bruchstück der griech. Theoph. 8. 49—723 1—15—Dem. III 426 27 13 vgl. Luk 23 46 16 = Joh 10 18 18 = Job. 10 14 20 = Joh 1013 21 = Joh 12 24 25—S 149, 5 = Dem. III 428. 29 1 ἀλλ’ ἵνα μή μοι τὰ νῦν ὁ λόγος εἰς μακρὰν ἐκτείνοιτο . . . . ὐπ’ ὄψεσιν ἐκκείσθω ὁ αὐτοῦ θάνατος] Σ faßte vielleicht τὰ νῦν als Subjekt: „Aber das . . möge vor Augen bleiben und sein Tod". „ihm“ Σ 1. ABBREV 8 οὐδὲ μὴν κατ’ αὐτὸ τὸ τοῦ σταυροῦ τρόπαιον .... ὑποτμηθεὶς σιδήρῳ Th. gr. 11 αὐτὸ μόνον ἑκὼν παρεδίδου τὸ αὐτοῦ ὄργανον Th. gr.] „er “? Σ 17 “aber ich setze sie ein von mir" Th. gr. #x003C; Σ durch Homoioteleuton, 1 ABBREV seinen Jüngern, mit denen er etwas redete und kurze war. Dann stieg er auf dorthin, woher er war, und vollzog vor ihren Augen seinen Lauf und seinen Aufstieg zum Himmel , vor seinen Jüngern, denen er auch Lehren für ihr Tun überlieferte Lehrern der Gottesfurcht Gottesfurcht für alle Völker unachte.

Was also bleibt nach diesen Ausführungen übrig als eben die Hauptsache zu sagen, welchen Grund er hatte, ich meine aber das von jedermann besprochene Ende seines Lebens und die Art seines Leidens und das große Wunder seiner Auferstehung nach Nach der Betrachtung dieser Dinge werden wir ferner zu den Beweisen kommen und eben diese durch offenkundige Zeugnisse bestätigen. Indem er also ein sterbliches Instrument wegen der vorher genannten Gründe gleichsam als gottgeziemendes Bild gebrauchte und seiner Hilfe wie ein Großkönig vermittelst des Dolmetschers in der Menschen einzog, tat er alles würdig der göttlichen Kraft.

Wenn er also in anderer Weise nach seiner Lebensführung Menschen unsichtbar geworden worden und plötzlich davongeflogen wäre heimlich seinen Dolmetscher gestohlen und sich bemüht hätte, sein Bild durch die Flucht dem Tode zu entziehen, und dann von sich aus das Sterbliche Verderben und Untergang hätte berühren lassen, so wäre er den meisten einer Halluzination gleich geworden.

Weder hätte er sich dann etwas Würdiges getan, da er Gottes und die Kraft Gottes ist, trotzdem aber seinen eigenen Dolmetscher dem Untergang und Verderben überlieferte,

noch wäre das, was er gegen die Dämonen tat, durch den Kampf mit dem Tode der Vollendung gewürdigt,

noch wäre erkannt worden, wo er nach seinem Fortgange war.

noch wäre ihm geglaubt worden von denen, denen er nicht überliefert hat, noch wäre er besser erschienen in seiner Natur als der Tod,

noch hätte er das Sterbliche von seiner eigenen Natur befreit, noch wäre er in der ganzen Menschenwelt gehört und 6—8. 151, 9 — Laus 24412—2464 2 ἄνεισιν ὅθεν καὶ παρῆν Th. gr. 4 ὑποθήκας] „Pfänder“ Σ 8 „das von jedermann besprochene Ende"j τὸ πολυθρύλλητον . . . . τέλος Th. gr. 17 ἀφανὴς γεγονὼς] „bewirkt ätte, daß er nicht gesehen ürde“ Σ dann" Σ 1. ABBREV 27 „fortgehend“ Σ χωρήσας Th. gr. | οὐτ’ ἂν ἐπιστεύθη τοῖς μὴ παρειληφόσιν Th. gr. 30 οὔτ’ ἂν καθ’ ὅλης τῆς ἀνθρώπων οἰκουμένης ἠκούσθη Th. gr. < Σ wohl mit unrecht, l. ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV bekannt geworden

noch hätte er seine Jünger überredet, den Tod zu verachten,

noch hätte er die Hoffnung auf ein Leben bei Gott nach dem Tode für diejenigen hingestellt, die seiner Lehre nachfolgen,

noch hätte er die Verheißungen seiner Worte erfüllt, noch hätte er den Prophezeiungen, die über ihn vorhergesagt waren, die entsprechende Erfüllung geboten,

noch hätte er in dem allerletzsten Kampf gesiegt. Dieser war gegen den Tod.

Wegen aller dieser Dinge, da vor allem dem sterblichen Instrument, nachdem es den Dienst vollendet hatte, den es dem Logos Gottes leistete, ein gottgeziemendes Ennde zustoßen mußte, wurde es in dieser Weise dem Tode eingereiht. Denn zwei Dinge blieben übrig beim Ende: entweder das Ganze dem Verderben und dem Untergange preiszugeben und den schimpflichsten Lebensausgang des ganzen Kampfes zu veranstalten, oder sich besser als den Tod zu zeigen und mit göttlicher Kraft das Sterbliche unsterblich hinzustellen. Das erste aber war nicht der Verheißung entsprechend. Denn nicht ist es Sache kalt zu machen, noch des Lichtes, finster zu machen. So ist es auch nicht Sache des Lebens zu töten, noch des Logos zu handeln. Welchen Grund also hatte der, der anderen das Leben verhieß, die Vernichtung seines eigenen Instrumentes sein Bild dem Untergange preiszugeben und den Dolmetscher seiner Gottheit dem Verderben des Todes darzubieten, er, der denen, die zu ihm ihre Zuflucht nahmen, das ewige Leben vorher anriet? Also war das Zweite notwendig, ich meine aber dies, daß er sich als den Tod. Wie also sollte er dies machen? Heimlich und durch Diebstahl oder jedermann offenkundig und klar? Wenn aber das Werk heimlich und verborgen von ihm getan wäre, bekannt geworden und hätte niemandem genützt. Wenn es aber verkündet 16 Piaton Phaidon 103 D ff. 1 l. ABBREV (Druckfehler) 4 τἀς ἐπαγγελίας] „den Anfang“ Σ ABBREV Lee 6 οὐτ’ ἀν’ τὸν ὕστατον ἀπάντων ἀγῶνα διήθλησεν] διηθλήκει Th. gr. HS διῆλθεν L 8 διὸ δὴ τούτων ἕνεκα πόντων Th. gr. 10 wörtlich es in dieser (Weise) in der Reihe des “ Σ ταύτῃ πη καὶ αὐτώ ὁ θάνατος ᾠκονομεῖτο Th. gr. 13 καὶ τοῦ παντὸς δράματος αἰσχίστην ποιήσασθαι τοῦ βίου καταστροφήν L τοῦ βίω #x003C; Wilamowitz τοῦ παντὸς δράματος #x003C; Th. gr. (oder die Katene?) 15 „aber“] wörltlich „also" 16 τῆς ἐπαγγελίας] „Anfang" Σ Lee 18 τοῦ θεοῦ λόγου τὸ παραλόγως ἐνεργεῖν. ποῖον οὑν εἶχε λόγον Th. gr. Das Wortspiel mit λόγος gibt Σ nicht wieder 23 προμνώμενον L kündet und von jedermann gehört wurde, bot es allen Menschen die Hilfe, die aus dem Wunder kommt. Mit Recht also floh er, da er sein Instrument besser als den Tod zeigen mußte und dies Verborgenen, sondern nur vor den Augen der Menschen tun durfte, den Tod nicht. Denn er wäre sonst für geige und für schlechter als der Tod gehalten. Durch den Kampf mit dem Tode aber wie mit einem Ringkämpfer stellte er das Sterbliche als unsterblich er den letzten Kampf für die Erlösung aller aufgenommen hatte.

Denn der erste Kampf wurde gegen die Dämonen ausgeführt zur Vernichtung der polytheistischen Verirrung. Als er begann unter den Menschen anerkannt zu werden und er bald vorzüglich unter der Menschen wandeln sollte, erschien es ihm notwendig, vor allem die Feinde und Hasser der Menschen, eben sie, die früher fälschlich für Götter gehalten wurden, als die Fürsten des Bösen und als wilde Tiere zu vertreiben. Auf der Stelle aber führte der göttliche Logos sein Instrument in das Land der Feinde und Hasser, das die Schrift mystisch „Wüste“ und frei von allem Guten nennt. Dort handelte er vierzig Tage und ebensoviele Nächte und tat das, was Sterblichen gewußt und kein Auge des Menschen gesehen hat. Die prophetischen Zeugnisse aber lehren es, mit denen die Erfüllung der göttlichen Schriften übereinstimmt, in denen geschrieben wurde vom heiligen Geist in die Wüste zu werden, und er war dort vierzig Tage und vierzig Nächte und war mit den Tieren zusammen." Was waren diese Tiere anders) als die Häupter der Dämonen, die der Weise: „Schlange“, „Natter“, „Löwe" und „Drache“ wegen der Ähnlichkeit ihrer Bosheit mit Bezug auf ihn so nannte und sprach: „Auf die Schlange und die Natter wirst du treten und den Löwen Drachen zermalmen.“ Das andere aber, was in der Wüste geschah, zeigte das Wort an, indem es so mit Bezug auf das Instrument, das er trug, sagt: „Mit einer Waffe wird dich umgeben seine Wahrheit. Nicht wirst du dich fürchten vor der Furcht der Nacht und vor dem Ge- 18 Matth 4 1 20 vgl. I Kor 2 9 22 = Matth 42 Mark 1 13 28 Psalni 91 (LXX 90) 13 32 ebd. 4—7 18 „handelte“] 1. ABBREV ? ß (= παρέρχομαι) 22 „göttlichen"] „prophetischen" Σ ABBREV Schreibfehler, durch das Vorhergehende veranlaßt, ür ABBREV ?) Gemeint ist, daß das Α. Τ. das Ν. T. ärt 32 l. mit Pes schoß, das am Tage fliegt, vor dem Dinge, das in wandelt, und vor dem Geiste des Dämons am Mittag. An werden Tausende fallen und Myriaden zu deiner Rechten und dir werden sie nicht nahen.“

Dies wurde im Gleichnis und im gesagt über den Kampf in der Wüste, mit den unsichtbaren Geistern stattfand. Alle diese Nächte Tage hindurch also, kämpfte der Logos Gottes ganzen Geschlecht unter der Luft und vertrieb es in kurzem und verfolgte die ganze Schar der Feinde nicht wie Gott mit unkörperlicher, nackter Kraft, sondern durch den Leib, den er trug. Deswegen, weil früher das ganze Geschlecht der Menschen ihnen war, deswegen besonders machte er alle Familien der Dämonen diesem Menschen Untertan, weil es nämlich notwendig war, eben besiegt and den Feinden nicht mit Recht Untertan war, nicht nur zum Befreier, sondern auch zum Sieger über seine Feinde zu machen und zu zeigen, daß besser als Götter gehalten wurden, wegen der Gemeinschaft mit sein Geliebter sei, den er nach seinem Bilde und Gleichnis gemacht hatte, wie in den Worten der Schrift mystisch geschrieben ist.

Als also der Kampf gegen diese ein Ende fand, da stieg fortan siegbekleidet der Erlöser von uns allen aus der Wüste Leben unter den Menschen und befreite ihre Seelen, indem er sie aus den Fesseln der Dämonen löste und Verborgene offenbarte, vor allem das, was er gegen die unsichtbaren Feinde tat. Er sagt aber so und stellt folgende Worte hin: „Fasset Mut! Ich habe die Welt besiegt“, und auch die Art seines lehrte er durch das, was er seinen Jüngern im Gleichnis mand kann eintreten in das Haus des Starken und seine Gefäße rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt, dann aber wird er auch sein Haus plündern.“ Er hat also den Starken gefesselt und das der Dämonen vertrieben und sogleich die Seelen sich zu eigen gemacht, indem er sie aus der Bitterkeit und der Knechtschaft und der Verirrung des Polytheismus befreit hat.. Aber dieser erste Kampf gegen die Dämonen wurde am Anfang unter den Menschen vollendet.

18 vgl. Gen 127 20 = 3. Bruckstück der griech. Theoph. S. 8 1 25 = 16 33 27 = Matth 12 29 17 „wegen — Logos" ABBREV Σ hinter „gemacht “ 24 „vor allem“] und" Σ vermutlich = ἄλλως τε καἰ

Der zweite Kampf aber fand statt zur Auflösung der Herrschaft des Todes. Denn es war notwendig, daß er der Leib besser was als der gottlose und dämonische Irrtum und eine dem Logosott entsprechende und eine seines Werkes würdige Ehre: den Sieg wider empfing. Denn die Dämonen, die wider ihn sich scharten, und ihr Fürst zusammen mit den Geistern, die mit ihnen in der Luft über der Erde, ungesehen von den Augen der Sterblichen, umherschweifen, wandten beim ersten Kampfe den Rücken zweiten ἆθλος aus, indem sie auf seinen letzten Lebensausgang barrten und hofften, daß der Tod des Sterblichen nach Art aller Menschen sein werde. Denn niemals erwarteten sie, daß eine sterbliche sei als der Tod, sondern daß der Tod der derer sei, die zu Einer Zeit die Geburt der Sterblichen erfahren haben. Während sie aber glaubten, daß von Schlimmste sei, dem niemand entfliehe noch entrinne, rang er nach dem ersten Siegeszeichen wider die Dämonen sogleich auch mit Wie aber jemand, wenn er ein Gefäß unverbrennbar und besser als das Feuer zeigen will, dies Wunder nicht anders darstellt als indem er das, was er in seiner Hand hat, dem Feuer übergibt und es dann heil und unversehrt aus dem Feuer herausnimmt, demgemäß lenkte auch der alles lebendig machende Logos Gottes — da er das sterbliche Instrument, dessen er sich zur Erlösung unter bediente, besser als den Tod auftveisen und teilhaftig seines Lebens und seiner Unsterblichkeit zeigen wollte — mit Recht und vorzüglich, wie es nützlich ist, die Sache so: Er verließ den Leib kurze Zeit und gab das Sterbliche dem Tode preis zum Beweise seiner eigenen sterblichen Natur, dann aber kurz darauf erhöhte er das Sterbliche aus dem Tode 1—8. 160, 2 = 3. Bruchstück der griech. = Laus 246 4 16 1 „zweite“] δεύτερος Th. gr. „letzte" oder „andere" ABBREV Σ | ἐπὶ λύσει τῆς τοῦ θανάτου καταδυναστείας ἐγίνετο Th. gr. „war eine Lösung“ Σ l. 3 „eine — entsprechende"] „und dem Logosgott “ Σ vermutlich = καὶ τῷ θεῷ λόγῳ ἀκόλουθον . . . . τιμὴν ἀπολαβεῖν vgl. ο. S. 8 6. 7 14 „daß von allen bösen (Dingen) er es sei, dem" Σ l. ABBREV 21 „lenkte auch . . . . der . . . . . wie es ützlich ist, die Sache" (oder „lenkte das sterbliche Instrument . . . . zu der Sache") Σ ὁ . . . . λόγος . . . . χρησίμην ὑπῄει τὴν οἰκονομίαν (= „nahm der Logos die nützliche Einrichtung vor") Th. gr. 26 εἰς Σ. aber vgl. S. 154 1 εἰς παράστασιν zum Beweise der göttlichen Kraft, durch die er das von ihm verkündigte ewige Leben besser als jeden Tod zeigte.

Die erste Ursache also war diese, die zweite aber war der Beweis der im Leibe wohnenden göttlichen Kraft. Denn weil die Menschen früher diejenigen, die vom Tode besiegt waren — sterbliche Männer in Wahrheit, die das gemeinsame Ende empfangen hatten — zu Göttern machten und Heroen und Götter diejenigen nannten, die vom Tode beherrscht waren, so zeigte sich auch in diesem Punkte mit Recht wegen dieser Ursache der freundliche Logos Gottes und zeigte den Menschen eine Natur, die besser ist als der Tod, und führte das Sterbliche nach seiner Auflösung zu einem zweiten Leben und ließ jedermann das Siegeszeichen der Unsterblichkeit wider den Tod sehen und lehrte allein den bekennen, der im Tode wahrhaftiger Gott ist, der den Siegeskranz wider den Tod auf sein Haupt gebunden hat.

Eine dritte Ursache des erlösenden Todes ist diejenige, welche die geheimen Worte der Schrift enthalten. Welche sind das? Er war ein Opfer, das als Ersatz für die Seelen des ganzen Geschlechts dargebracht wurde, ein Opfer, das für die Herde aller Menschen getötet wTurde, ein Abwehropfer der dämonischen Verirrung. Ein Opfer also und eine große Opfergabe, der hochheilige Leih unsers Erlösers, wurde ähnlich einem Schafe für das ganze Geschlecht der Menschen geschlachtet und als Ersatz für die Seelen aller Völker, die im Frevel dämonischer Verirrung ihrer Väter befangen waren, geweiht. Daher war fortan die ganze unreine und unheilige Kraft der Dämonen vernichtet, und aufgelöst und zerstört war auf der Stelle mit besserer Kraft der ganze eitle und irdische Irrtum. Das erlösende Opfer also aus den Menschen, das leibliche Instrument des göttlichen Logos, wurde für die Herde aller Menschen geschlachtet. Dies aber war das Opfer, das durch die Verleumdung 3—S. 155, 22 = Laus 247 15—248 23 15 ff. vgl. Dem. IV 12 7 21 vgl. Jes 53 7 6 ἄνδρας θνητοὺς . . . . . κοινὸν τέλος ὑποδεδεγμένους] μένους] „an denen . . . . erschienen ist" Σ = ὑποδεδειγμένους 9 „und wegen dieser Ursache . . . . zeigte er den “ Σ κἀκεῖ εἰκότως ἑαυτὸν ταύτης ἕνεκα τῆς αἰτίας ἔφηνεν ὁ . . . . λόγος κρείττονα θανάτου φύσιν . . . . δεικνύς L 15 l. ABBREV 17 ἱερεῖον ἢν ἀντίψυχον τοῦ κοινοῦ γένους Th. gr. 18 ἀγέλης] l. ABBREV Lee 20. 23 μεγάλου θύματος, τοῦ πανιέρου σώματος . . . . . ἀνενεχθέντος L „und der Leib, der besser ist als alle Opfer πανιέρου als πανιερείου verstanden) . . . . stieg auf Σ 23 l. ABBREV ’Druckfehler) 24 ἧ τῶν ἀνάγνων καὶ ἀνιέρων δαιμόνων δύναμις L 27 ἀγέλης] 1. ABBREV Lee der Menschen dem Tode überliefert wurde, über das die Worte der heiligen Schrift ausrufen, indem sie bald so sagen: „Siehe das Schaf Gottes, siehe, was da trägt die Sünde der Welt“, indem sie aber bald so vorausverkündigen: „Wie ein Schaf wurde er geführt und wie ein Lamm verstummte er vor dem Scherer“. Die Ursache lehrt sie, indem sie sagt: „Wahrhaftig, unsere Sünden ertragen und unsere Schmerzen hat er erduldet. Wir aber achteten ihn für zerzaust, geschlagen von Gott und gedemütigt. um unserer Sünde willen willen. Die Zucht unseres Friedens ist auf ihm und durch seine Wunden werden wir geheilt. Wir alle irrten wie die Schafe und. wandten uns ein jeder seines Weges, und der Herr hat ihn treffen lassen die Sünden unser aller." Das leibliche Instrument also wurde wegen dieser Ursachen geopfert, der Hohepriester aber, der von Gott, dem König des Alls und dem Herrn des Alls, zum Priester geweiht ist. der ein anderer ist neben dem Opfer, der Logos Gottes, die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes, führte kurz Sterbliche herauf aus dem Tode und stellte es als den Erstling der Erlösung von uns allen und als teilhaftig des unsterblichen Lebens bei Gott hin, und richtete es als ein siegbekleidetes Zeichen wider den Tod und die Schlachtreihe der Dámonen vollendeten Menschenopfer für alle Menschen auf, woher ihm Name des Messias beigelegt ist, der bei den Herbräern des Hohenpriesters hat. Beide Namen also empfing er: den des Erlösungsopfers zeigt der Name Jesus an und den des Hohenpriesters, des Wortes Gottes, der für alle zum Priester geweiht ist, tut die Sitte der Hebräer betreffs des kund.

Außer dem, was gesagt ist, gibt es noch Grund für den erlösenden Tod, der im folgenden genannt wird. Denn da es für seine Jünger notwendig war, mit Wiedergeburt des Lebens nach dem Tode offenkundig zu sehen, auf die ihre Hoffnung richten er sie lehrte und um derentwillen er sie auch 2 = Joh 1 29 4 = Jes 53 7 6 = Jes 53 4–6 17 vgl. I Kor 1 13 ff. vgl. Dem. IV 10 16 ff. 15 6ff. 30—S. 156, 17 = Laus 246 17—247 8 17 „und führte“ Σ str. ABBREV 20 τρόπαιον ἐπινίκιον κατὰ τοῦ θανάτου καὶ τῖς δαιμονικῆς παρατάξεως τῶν τε πάλαι συντελουμένων ἀνθρωποθυσιῶν ἀποτρόπαιον τοῦτο . . . ἀνεγείρας L „und wider die Taten (l. Sing. = πράξεως) der Dämonen und die (Dinge) der Menschenopfer, die früher vollendet wurden, und “ Σ 29 1. ABBREV 31 ζωῆς . . . . τὴν παλιγγενεσίαν] „zu sehen das Leben nach dem Tode, die Wiedergeburt“ Σ l.ABBREV antrieb, sich an das Joch der Frömmigkeit zu halten, mit Recht mit eigenen Augen sehen. Denn diejenigen, die einem frommen Leben nachgehen sollten, mußten vor Lehre durch deutliches Schauen in sich aufnehmen, und noch viel mehr jene, die ihn bald in der ganzen Welt verkündigen und allen Völkern dargebotene Gotteserkenntnis lassen sollten. Es war notwendig, daß gerade sie eine gewaltige Überzeugung des Lebens nach dem Tode empfingen, damit sie ohne Furcht und Zagen vor dem Tode den ἀγών wider die polytheistische Verirrung willig unternähmen. Denn wenn Tod zu verachten, wären sie auch niemals bereit entgegenzugehen. Deswegen bewaffnete er sie notwendig gegen die Herrschaft des Todes, indem er nicht mit Reden und Worten ihnen die Lehre übergab, noch überzeugend und aus Wahrscheinlichkeitsgründen mit Worten, den Menschen gleich, einen Befehl über die Unsterblichkeit der Seele anordnete, sondern indem er ihnen eben durch die Tat die Siegeszeichen wider den Tod zeigte.

Denn früher war der Tod allen Menschen furchtbar, ganzes sterbliches Geschlecht verderbte, und seine Herrschaft wurde für eine Auflösung der ganzen menschlichen Natur, der des Leibes, gehalten und niemand hat jemals vermocht, dies Furchtbare von den Menschen zu entfernen und zu vertilgen. Alle vielmehr waren sie Wehklager, Kleine und Große, zumal und Massen und Scharen und aller Völker, aus Furcht vor dem Tode, und es gab keinen Trost für die Menschen gegenüber diesem Übel, kein Wort, keine Sitte, kein Leben, keinen Gedanken der Weisen, keine Schriften der Vorfahren, keine Weissagungen der Propheten und keine Offenbarungen der Engel. Besser als alle und höher als alle war der Tod, und es hatte den Sieg inne gegen alle der hohe, ruhmredige, übermütige Tod, durch den das ganze sterbliche Geschlect geknechtet war und in allerlei Freveln sich wälzte, in Besudelungen mit Blut, in unrechten Taten und im Irrtum jeder Art der bösen, gott- 6 „leuchten lassen“ Σ καταγγέλλειν Th. gr. 10 προθύμως] „in ihrem lrrtum“Σ (Schreibfehler) l. ABBREV 12 „notwedig“] genauer „besonders“ Σ ἀναγκαίως Th. gr. 15 οὐδὲ λόγοις. . . . τὸν περὶ ψυχῆς ἀθανασίας . . . συντάττων Th. gr. 24 „alle Scharen der Völker, und Familien“ Σ l. ABBREV ABBREV 29 τὴν κατὰ πάντων νίκην ἐπεῖχεν] „den Sieg höher als alle“ ( „oder oberhalb von allen“) Σ (=τὴν πάντων ν. ἐπ-εῖχεν?) | ὑψηλός] l. ABBREV mit HS 321. ABBREV mit HS losen Bosheit; denn aller dieser Dinge Ursache war der Tod. Denn da sie nach dem Tode nicht mehr existierten, so taten sie in ihren Lebensführungen das, was vieler Tode würdig war, und einer Rechenschaft nicht unterwarfen, so lebten sie wegen der Auflösung infolge des Todes ein Leben, das kein Leben war, nahmen weder Gott in ihr Denken auf, das gerechte Gericht Gottes, noch belebten sie die Erinnerung an die ändige οὐσία ihrer sondern hatten den Tod als den Einen harten Herrscher im Gebrauch und redeten sich selbst ein, ß das aus ihm stammende der Leiber eine ösung des ganzen Menschen sei, und nannten den Tod den reichen Gott, daher der Name Pluton. Und nicht nur der Tod war ihnen ein Gott, sondern auch die kostbaren Dinge vor ihm, die ihnen passen zu einem Leben der Lust. Ein Gott also war ihnen die Lust der Leiber, ein Gott die Nahrung, ein Gott der Same, der in die Erde fällt, ein Gott der Trieb dieses Samens, ein Gott die Blüte der Fruchtbäume, ein ein Gott die Liebe der Leiber, ein Gott ihre Lust. Daher die Mysterien der Demeter und der Persephone und der Raub der Kore zur Unterwelt und wiederum ihre Rückgabe! Daher die Feste des Herakles, vom Rausch wie von einem stärkeren Gott besiegt, daher die ehebrecherischen Mysterien des Eros und der Aphrodite! Daher Zeus, der hinter den Weibern herrast und den Ganymedes liebt, und das Mythengefasel von den Göttern, die die Lust lieben Leidenschaften! Aller dieser Dinge Ursache aber war der Tod. Denn sie glaubten, daß der Tod das Ende und die Vollendung des Alls, die Auflösung und die Vernichtung der Seelen zumal und der Leiber sei, und daß es kein anderes Leben gebe als das des Leibes und führten daher ein Leben schlechter als Tiere.

Mit ihnen hatte Mitleid der König des Alls, der Logos Gottes, 1—5 vgl. Laus 212 32—213 2 5—24 = Laus 213 2—18 4 εὐθύναις Th. gr.] „Strafen" Σ 6 προσδοκῶντες L < Σ Ι. ABBREV ABBREV 8 χρώμενοι L „gebrauchten“ Σ 10 καὶ τὴν ἐκ τούτου τῶν σωμάτων φθορὰν λύσιν τοῦ παντὸς ἑαυτοὺς εἶναι πείσαντες L τῶν σωμάτων < l. l. nach ABBREV 22 „und" < Σ 1. ABBREV φιληδόνων τε θεῶν καὶ φιλοπαθῶν ἀσελγῆ μύθων ἀναπλάσματα L 28 „und" < Σ l. ABBREV und auf den freundlichen Wink seines Vaters eilte er, um ihnen zu helfen, und ersann wie ein sehr freundlicher König die des Todes durch eine menschliche Natur. Obwohl er selbst das Leben und der Logos Gottes und die Kraft Gottes war, so beschloß er dennoch, nicht ohne den Menschen, dem geholfen wurde, das zu widerlegen, was den Menschen furchtbar war. Deshalb benutzte er eine menschliche Waffe und einen sterblichen Leib, er der unkörperlich war, und besiegte den Tod durch das Sterbliche. Daher wurde eben sein erstes Mysterium des Leibes gemacht, daher das Siegeszeichen des Kreuzes, daher hieß die Erinnerung an das ewige unsterbliche Leben „sein ächtnis“. Er gebrauchte also eine sterbliche Waffe und zeigte jedermann ein großes Wunder, indem er ein Siegeszeichen der Unsterblichkeit wider den Tod aufstellte. Denn er überließ das Sterbliche dem Fraß des Tieres dem Tode), das aber wurde sogleich ans Holz des Kreuzes geheftet. damit die sterbliche Natur von jedermann erkannt würde und niemandem weder von den Menschen noch von den Dämonen noch von den besseren Kräften verborgen sei, was geschah. genau das Sterbliche sehen, wie es gleichsam in einem großen Theater die eigene Natur bekannte, damit hinterher der Tod komme wie ein wildes Tier und sich als das erweise, was er war, damit dann aber nach dem Tode die Kraft des Lebens komme und wiederum jedermann den Sieg wider den Tod hinstelle, indem sie das Sterbliche unsterblich zeigt. Es verließ also auf kurze Zeit den Leib die Kraft Gottes, die ihn beherrschte. Der Leib aber wurde ans Holz gehängt und war nach kurzer Zeit tot. Aber keineswegs war der Logos, der Lebendigmacher aller, das Tote, sondern das Sterbliche bekannte seine eigene Natur. Und darauf wurde das Tote, das jetzt vom Tode beherrscht ward, von den Menschen herahgenommen und der gebräuchlichen Fürsorge gewürdigt. Einem Grabe aber den Gesetzen der Menschen. Das Grab aber war eine Höhle, die jüngst erst ausgehauen war, eine Höhle, die kürzlich 10 vgl. Luk 22 19 I Kor 1124 30 vgl. Matth 27 60 1 „hatte Mitleid . . . . auf den Wink seines Vaters und eilte wie ein König und ersann7 Σ ὡς δὴ κατελεήσας ὁ . . . . λόγος, τῴ . . . νεύματι ἔσπευσεν, ἴ’ οἷα βασιλεὺς . . . . ἐμηχανᾶτο Th. gr. Streiche das ABBREV vor ABBREV und ABBREV und setze es vor ABBREV und ABBREV 4 κρίνας Th. gr.] „machte“ Σ 9 „hieß“ „gewann“ Σ vermutlich = χρηματίζειν 11 „also“] wörtlich „denn“ 20 ἐλέγξῃ] „widerlege“ Σ 25 „kurze “ Σ παραχρῆμα Th. gr.] l. + ABBREV war und noch keinen andern Leib erfahren d h. aufgenommen hatte. Denn sie mußte für ihn allein Sorge den allein wunderbaren Toten. Staunenswert zu sehen war aber auch, wie der Fels auf ebenem Lande allein aufrecht stand und nur Eine Höhle in er nicht, wenn viele Höhlen in ihm wáren, das Wunder dessen verberge, der den Tod besiegt hatte. Es lag also tot da, das Instrument des lebendigen Gottes, und ein gewaltiger Stein verschloß die Höhle und der Tod prahlte sehr darüber, als hätte er auch von Ewigkeit her unter seine Hand getan, aber noch war keine dreitägige Zeit vorüber, als auch schon das Leben sich wieder zeigte nach genügender Widerlegung des Todes. Denn wenn er vorher, schneller auferstanden wäre, so wäre er nachdem er wahrhaftig ans Kreuz erhöht und war Τι· in kurzer Zeit den Tod wahrhaftig erduldet hatte, dann erst zeigte der Logos Gottes, der Lebendigmacher aller, die allen Menschen aufbewahrte Hoffnung durch die Wiedergeburt des Sterblichen.

Was also geschah nachdem? Ich möchte dir mehr sein für das, was geschah. Diejenigen aber, die sahen, sie möchten bessere, glaubwürdigere Zeugen sein, ihr Blut und durch ihr Leben, durch den Anblick der Taten die Wahrheit bestätigten und die ganze Welt durch die Kraft sie Zeugnis ablegten, mit der von ihnen verkündigten Frömmigkeit erfüllten. Sie also, die Augenzeugen waren dessen, was damals geschah, überlieferten durch ihre Zeugnisse die Wiedergeburt, die sie mit eigenen Augen wahrnahmen. Denn nicht wurde von ihnen das, was geschah, bis aufs Wort und auf die Stimme gehört, sondern es wurde sogar in und genau betastet von denen, die es bezeugt haben. Deswegen lernten auch sie, die durch den Anblick und in Wahrheit das Offenkundige wahrgenommen und die Siegeszeichen wider den Tod gesehen haben, mit Recht den Tod verachten und lehrten eben dies ihre Jünger, nachdem 18 l. ABBREV 20 „durch den Anblick der Taten“ οἱ δὲ τούτων αὐτόπται εἶεν ἂν πάντων ἀξιόχρεοι μάρτυρες οἱ δι’ αἵματος καὶ ψυχῆς τῇ θέᾳ, τῶν πεπραγμένων τὴν ἀλήθειαν πιστωσάμενοι Th. gr. τῇ θέᾳ = Σ verderbt. Man erwartet etwa: „sie möchten sie, die durch ihr Blut und durch ihr Leben (dazu) eingesetzt sind, nachdem sie die Wahrheit der Taten bestätigt hatten“ 24 παλιγγενεσίαν ταῖς ἑαυτῶν παρέδωκαν μαρτυρίαις Th. gr.] „(geschah,) und mit ihren Augen sahen, überlieferten die Wiedergeburt, die sie wahrnahmen, durch ihre “ Σ 28 τὸ ἐναργὲς Th. gr.] ἐναργῶς Σ l. vielleicht ABBREV sie die Bestätigung des unsterblichen Lebens von hatten. So atmete aber auch das ganze sterbliche Geschlecht späterhin auf von dem Zittern vor dem Tode, deswegen weil er, der früher gefürchtet war, vor jedermann widerlegt war und weil das Leben nach dem Tode wahrhaftige Bestätigung empfangen hatte nicht nach der Kunst der Sophisten d. b. Schönredner und auch nicht Auffinden überzeugender Worte, sondern durch Taten, die es ans Licht brachten.

Fernerhin fürchteten sie sich nicht mehr wie früher sondern lachten viel und kräftig im Spiel mit dem Schreckmittel des Todes, sodaß sie sogar dem Tode nachjagten aus der Liebe Leben.

Daher entstand fortan den Menschen Fürsorge für ein heiliges und keusches Leben und Eifer für an Gott und den Logos und viele Bemühung Frömmigkeit und Abkehr vom Bösen und Gottlosen. dies, sondern auch über das Leben nach dem Tode wurden fortan bei jedermann wahre Gedanken erregt und richtiges und wahres Denken über das gerechte Gericht bei Gott, dem König des änderte sich seitdem das ganze Geschlecht der Menschen durch unaussprechliche Worte zur Vorzüglichkeit, spuckte zertrat die unwürdigen Gesetze der Dámonen und den Vätern Vátern her überlieferte Verirrung.

Daben wurden die Menschen fortan in der himmlischen Lehre und in den Worten der Gotteserkenntnis unterrichtet, sodaß sie die mit den leiblichen sichtbare Welt nicht mehr anstaunten und verehrten, noch, indem sie nach oben blickten und Sonne, Mond und Sterne sahen, bis zu ihnen ihre Bewunderung erhoben und sie darauf beschräkten, wurden belehrt, den jenseits von diesen Waltenden, den Verborgenen und Unsichtbaren, den Schöpfer alles dessen, was existiert, des Alls, zu bekennen und ihn allein zu fürchten.

Fernerhin glaubte, wer in der neuen Lehre erzogen war, nicht mehr wie früher, ß die üssige, ängliche, seelen- und vernunftlose noch die στοιχεῖα: Erde, Wasser, Luft und Feuer ötter seien, da ihm gelehrt war, daß die Vörzüglichkeit seiner ist als sie.

Fernerhin war er nicht mehr wie früher 18—30 = 222 11—19 20 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 4 16 10 „im Spiel“ vgl. u. S. 162 17 13 „und Erinnerung an Gott und viele (l.Sing.) Rede πολυλογία?) über die wahre ömmigkeit“ Σ 1. ABBREV ABBREV ücke? Etwa + ABBREV 32 l. ABBREV (Druckfehler) seiner eigenen Leidenschaften, noch ward er von lüsternen Leidenschaften besiegt — damals aber war er besiegt worden, ohne zu siegen — noch machte er sie sich ferner zu Göttern, da ihm das Böse und alle böse Lust und Torheit mit Denken und aus seiner Seele auszurotten, sodaß er nicht einmal wagte, 5 ein Weib in schändlicher Lust anzublicken.

Fenerhin staunte er nicht mehr wie früher über den Dolmetscher seiner Seele d. h. den Körper, noch wagte er ihn Gott zu nennen, noch nannte er jetzt seinen Geist Athene, noch andere Dinge dem entsprechend, sondern er erkannte an und segnete pries allein den, der jenseits von allem ist, den göttlichen Logos, den Künstler des Alls, die Weisheit des Allgottes als seinen Erlöser.

Fernerhin nannte er nicht mehr, noch rief er an wie früher als Heroen und Götter sterbliche Menschen, die in schimpflichem Ausgang aus dem Leben schieden und dem Tode Macht über ihr Leben gewährten, sondern er bekannte ihn allein, der besser ist 15 als der Tod, den Sieger, der das Siegeszeichen wider die Macht des Todes in den Händen hält, aks seinen Erlöser.

Fernerhin staunte er nicht mehr wie früher die seelenlosen Götzen an, noch verehrte er die unvernünftige Natur der Tiere in widernatürlicher Dämonenfurcht, sondern er lachte über den Irrtum seiner Vorfahren und wandte sein Angesicht ab von ihrer Art der Verehrung, die ohne Gotteserkenntnis und ohne Gotteslehre war.

Fernerhin staunte er nicht mehr wie früher das Bild böser Dämonen an, noch die irrige Halluzination irdischer Geister, den Satan, der durch die mächtige Macht des Einen Logos, des önigs, gebunden ist, da ihm gelehrt ist, durch sie das 25 ganze Geschlecht der den Menschen nachstellenden Dämonen aufzulösen und zu vernichten und aus den Leibern und Seelen eben jene Schäden zu vertreiben.

Fernerhin verunreinigte er sich nicht mehr wie früher durch durch Libationen und Fett, noch durch Blut und Opfer noch durch Opfer unvernünftiger Tiere, wieviel weniger ergötzte er sich an Menschenmorden und Menschenopfern, da er belehrt ist, daß 30 Gott nichts bedarf, noch sich freut über die ὕλη des Leibes, noch über den Rauch des irdischen Opfers, sondern nur an einem erleuchteten 6 vgl. Matth 528 24 vgl. Matth 12 29 15 „schrieb“ Σ = ἐπιγράφομαι 16 „und den “ Σ str. ABBREV 19 „und der “ Σ str. ABBREV Eusebius schrieb wohl: „die Natur der unvernünftigen Tiere" 22 „und ohne Anblick“ Σ = θεωρία 23 „das Bild böser vgl. o. S. 57 16 24 Man erwartet ABBREV vor ABBREV 25 1. ABBREV Eusebius III*. Verstande, an Reinheit der Seele und Heiligkeit des Lebenswandels, an rauchlosen, unblutigen Opfern, deren Darbringung der Erlöser in der ganzen Menschenwelt zu seinem Gedächtnis durch Worte angeordnet hat.

Fernerhin erdreistete er sich nicht mehr wie früher, die Speisen des Leibes und die Trunkenheit, noch die Lust und seine Leidenschaften Götter zu nennen, da ihm durch die Worte seines Erlösers gelehrt ist, seine Glieder auf Erden zu töten.

Fernerhin wurde er nicht mehr erregt, wenn er vom Tode hörte, noch fürchtete er die Auflösung seiner Seele mitsamt dem Leibe, noch nannte er den Tod Gott, sondern er bekannte nur den Einen, der oberhalb von allem ist, den lebendig machenden Logos Gottes als seinen öser und als den Besieger des Todes.

Mit so viel frommen Lehren also ist der bewaffnet, der in der neuen Lehre erzogen ist, die er nicht einmal denen preisgibt, die mit Gott wider die Wahrheit zu kämpfen wagen, sondern er steht fest im Geist gegen Feuer und Eisen, ist standhaft gegen wilde Tiere, gegen die Tiefen des Meeres und gegen die übrigen Schrecken des Todes. Es spielen mit dem Tode, der früher furchtbar war und von dem zu hören man sich scheute, solche, die Kinder und Weiber ihrer Natur nach sind. Barbaren aber und Griechen zumal, die inbetreff des unsterblichen Lebens volle Überzeugung durch die Auferstehung unsers Erlösers gewonnen haben, jagen einem Leben vorzüglicher Weisheit und Gottesfurcht nach, indem sie das Siegeszeichen wider den Tod und das ewige, künftige Leben ihrem Erlöser zuschreiben.

Deswegen handelt fortan eben dasselbe Geschlecht der vernünftigen Menschen — dem ja deswegen zu teil geworden ist, auf Erden zu wohnen — handelt eben dasselbe seiner Natur gemäß, da es gelehrt ist, Erinnerung an den allguten Gott zu leben und den Prophetieen der Pro- pheten zu entsprechen, die früher vor Myriaden Jahren „Es sollen sich erinnern und umkehren zum Herrn, ihrem Gott, alle Enden der Erde und vor ihm niederfallen alle Familien der Völker; denn dem Herrn gehört das Reich und der Völker.“

Daher bestehen in der Lehrorte und Schulen und daher werden die Worte Gottes und die 3 vgl. Luk 22 19 I Kor 11 25 7 vgl. Kol 35 30 = Ps 22 (LXX 21)28 f. 33 ᾖ. vgl. Laus 22428 222 22 2 „und an" Σ str. ABBREV 10 „schrieb" Σ = ἐπιγράφομαι 27 1. ABBREV 29 1. ABBREV Ι „früher“ „von oben" Σ vermutlich = ἄνωθεν 34 „Lehren" Σ Vermutlich διδασκαλεῖα. Vielleicht zu lesen ABBREV ABBREV ABBREV = „Orte der Lehren" Lehren eines keuschen und gottestürchtigen Lebenswandels in die Ohen aller Völker verkündigt.

Daher ehren in jeder stadt und an jedem Orte Scharen von überall her den Logos Gottes, den lebendigmacher aller, mit Siegeshymnen.

Daher bringt auch das Menschengeschlecht dem Allkönig Gott Gesänge dar, die mit denen der Engelscharen im Himmel übereinstimmen. Fortan senden zumal mit denen, die um den allerhöchsten Gott kreisen: den Geistern verständigen, unköperlichen kräften, auch sie, denen zu teil geworden ist, unten auf dem στοιχεῖον der Erde zu wohnen, die vernünftigen Seelen der Gerechten, durch den Leib, mit dem sie bekleidet sind, wie durch ein musikalisches Instrument die gebührenden Gesänge und schuldigen Segenslieder dem Einen Erlöser und der Ursache alles Guten. Was früher niemals stattfand — jetzt läßt das ganze Geschlecht der Menschen in der ganzen Menschenwelt die Gott, dem König es Alls, schuldige Frucht an jedem Tage zu denselben Stunden und in den gleichen Zeiten wie auf Eine Verabredung sprießen.

Jetzt sind die Familien der Dämonen und die Mythen der Götter, die längst vernichtet sind, bald vergessen, erneut aber ist bei jedermann und verjüngt das Wort Christi. Jetzt werden die göttlichen Gesetze und Lektionen auf der ganzen Erde verkündigt und machen alle Menschen keusch, und von gottesfürchtiger Zucht sind erfüllt in Wahrheit alle Plätze der Barbaren und Griechen. Jetzt senden fremdsprachige und vielsprachige Zungen in Einer Lebensart und nach Einer Verabredung übereinstimmende Segenssprüche an den Schöpfer des Alls und hängen Einem Worte und demselben Gesetz, Einem gottgeziemenden Mysterium und derselben Lebensführung an. Jetzt ist Eine Harmonie der Seelen und Übereinstimmung der Lehre in der ganzen Welt geschaffen, und auf der Stelle loben zugleich mit denen, die im Osten wohnen, diejenigen, denen es zu teil geworden ist, im Sonnenuntergang zu wohnen, in Einem Augenblicke mit denselben Lehren den Einen jenseits von allem waltenden Gott, den Herrn der ganzen Welt, und es bekennen keinen andern denn nur den Christus Gottes als die Ursache ihrer Hülfe und nennen ihn Erlöser zugleich mit denen, die im Süden wohnen, diejenigen, die den Norden innehaben. Sie ehren Gott so mit denselben Worten, daß man meinen könnte, der Barbare sei bald nicht einmal mehr am Worte von dem Griechen zu unterscheiden, und daß der Grieche kein anderer sei 2 ff. vgl. Laus 223 1 ff. 28 ff. vgl. Laus 223 ff. 9 „und" Σ str. 16 1. ABBREV mit HS 17 „Familien" Σ. Ob ABBREV „Geschichten" zu lesen? 21 1. ABBREV ? schultheß 31 „schreiben" Σ = der Barbare. Denn bei Gott gibt es weder Barbare noch Grieche. Denn jeder, der Gott ürchtet, ist ein Weiser. Jetzt sind die Ägypter, Syrer, Skythen, Italer, Mauren, Perser, Inder, sie allzumal weise geworden durch die Lehre Christi, sind in denselben Dingen weise und allzumal übt, den Tod zu verachten und dies Leben gering zu ätzen, bieten vielmehr Eine gute Hoffnung durch die ßung des Logos, unsers ösers, dar. Aber sie haben auch gelernt, ß sie das unsterbliche Leben der Seele in der Wohnung des ölbes und das Reich Gottes empfangen üden, das er als ein Pfand denen ß, die von hier dieser Erde Lebewohl gesagt haben. Eben durch Werke ätigte ihr öser die Verheißung: durch den Kampf mit dem Tode, wodurch er seinen üngern die Nichtigkeit des bei jedermann ürchteten Todes zeigte und das von ihm ihnen versprochene Leben ihren Augen durch offenkundigen Anblick hinstellte, damit sie es ähen, und sein Bild zum Erstling unserer Hoffnung sowohl auf ein Leben in änglichem Leibe als auf die Unsterblichkeit Sterblichkeit der Seele und auf die engelgleiche ät durch die Auferweckung machte.

Die ösenden und der Welt helfenden Taten der Offenbarung des öttlichen Logos unter den Menschen sind also diese.

Wenn aber jemand will, ß zum Überfluß auch Myriaden andere Beweise über öttliche die öttliche Kraft ählt werden, so wäre ihm Muße des Geistes ötig zur üfung der Dinge, die über ihn geschrieben sind. Von diesen will ich wenige voraussagende Worte über die Taten, die von ihm geschehen sollten, die er zum Beweise seiner Gottheit vorher ündigte, aus den Schriften seiner ünger ählen und als Schluß jenen vorlegen, die den Anfang meines Sermons nicht anerkennen.

Zu Ende ist das dritte Buch des äsareensers. 1 vgl. Gal 328 Kol 3 11 9 „Lebewohl gesagt haben"] ABBREV vermutlich = συντάττεσαι 27 Die Unterschrift stammt nicht von Eusebius her
Das vierte Buch des äsareensers.

Schön ist es, fortan von dem gemeinsamen öser aller selbst zu ören, der mit den Menschen redete und nach Art eines guten Vaters mit seinen öhnen gleichsam Kind ward und durch das äß, das er nahm, wie durch einen Dolmetscher Antworten gab, soweit es die Natur der Sterblichen zu ören vermochte. Denn als er seine Theophanie unter den Menschen veranstaltete, zeigte er zwar viele andere offenbare Beweise der Kraft seiner Gottheit durch Taten, — wenn jemand will, kann er sie aus den üchern über ihn sammeln, — aber wiederum ist auch dies kein geringer, ür seine Wahrheit eintretender Beweis, der in seinen eigenen Worten besteht. Eben sie üssen wir denen nahe bringen, die nicht leicht seinen wunderbaren öttlichen Taten beistimmen, damit sie auch jenem anderen glauben, das über ihn ündigt ist. Und nicht gering ist auch der Beweis durch die Kraft, die seine Worte denen ähren, welche Verstand haben. Denn wie wir oftmals sogar diejenigen, die wir mit unseren Augen nicht sehen, sondern deren Worte wir nur ören, kennen und nach dem örten urteilen über den, der da redet, ob es ällig ein Grieche oder ömer oder gar ein Ägypter, ob er der Lebenszeit nach alt oder jung, ob es der Ton eines Weibes oder Mannes, ob es die Stimme eines Weisen und ünftigen oder im Gegenteil eines Toren und Idioten ist, äß aber auch: selbst wenn wir ällig nicht vor Augen haben och sehen jene göttlichen Taten, die der öttliche Logos vollbrachte, als er auf Erden seinen Umgang hielt, sondern selbst wenn wir auch nur urteilen aus der Lehre seiner eigenen Worte, deren Stimme seltsam ist und das gemeine Denken übersteigt, und aus dem Vorherwissen der ünftigen Dinge die er voraussagte, und aus dem was er auch in äteren Zeiten zu Zeiten tun versprach, und aus der üllung der vorausgesagten Dinge, deren Vollendung bis jetzt vor unseren eigenen Augen infolge seiner Kraft gewirkt wird, — äß) ist nicht gering der Beweis, der sich inbetreff der Dinge ergibt, welche seine Gottheit bezeugen. Denn die von ihm geschehenen Wunder verteilen sich auf zwei Zeiten: auf die- 24 Man ßt ein Verbum, etwa ABBREV 28 „und deren" Σ str. (??) jenige, die vergangen ist, in der er seinen Umgang auf Erden hielt, wie in den Evangelien berichtet ist, und zweitens auf die ätere Periode, die sich bis zu uns selber erstreckt. Denn die gewaltigen Taten, die er üher vollbrachte, als er auf Erden mit den Menschen zusammen war, konnten diejenigen offenkundig sehen, mit denen er in jener Zeit ällig zusammentraf. zusammentraf. Eben sie aber sind uns verborgen und liegen nur ungesehen vor uns. So konnten hinwieder auch die Dinge, die zu unserer Zeit nach seinen voraussagenden Worten in ihrer Ordnung üllt wurden und die eben in ihren Wirkungen bis jetzt von uns gesehen werden, von denen, die damals und in jener Zeit lebten, wo sie vorausgesagt wurden, noch nicht in ihrem örigen Ausgang ßt werden, und vielleicht erschien ihre Erfüllung den äubigen öglich. Aber es ist wahrscheinlich, daß auch damals diejenigen, die ihrer Art nach Leute von Verstand waren, obwohl sie den Ausgang der voraussagenden Worte nicht sahen, dennoch sie um seiner übrigen Taten willen glaubten. Denn wie sollte es nicht wahrscheinlich sein, ß diejenigen, welche mit ihren eigenen Augen die offenbaren öttlichen äfte, Zeichen, Wundertaten und werke, die jede sterbliche Natur übertrafen, sahen, ß sie) nicht nur an das, was man damals sah, sondern infolge dieser Dinge auch an das bereitwillig glaubten, was ür spätere Zeiten das Vorherwissen verbürgte? Daher wiederum ört es sich auch ür uns selber, infolge Wunder, die wir mit unseren eigenen Augen wahrnehmen, auch jenen damaligen beizustimmen, die von seinen üngern bezeugt sind. Denn jene Dinge, die uns von den Vorfahren nur überliefert sind, weil sie es örten, werden mit unseren eigenen Augen • und ügen denen, Geist unverdorben ist, ß sie Beweise sind zum Siegel ür Geschriebene. Was das ür Dinge sind, die damals noch nicht waren und noch nicht bestanden und noch nicht ins ßtsein der Menschen getreten, wohl aber von ihm öttlichem Vorherwissen und ür ätere Zeiten überliefert waren und bis jetzt in unserer eigenen Zeit sichtbar sind, sie aus folgendem kennen zu lernen, ist tunlich.

Es gab einmal einen ühmten Mann im Heere, der einen Rang und eine Machtstellung bei den ömern inne hatte. Da sein geliebter Sklave, dem die Glieder ähmt waren, zu Hause und da er sah, welche äfte unser öser an anderen zeigte, wie er 33—S 167, 8 = 4. ück der griech. Theoph. 33 vgl. Matth 85 ff. 14 streiche ABBREV vor ABBREV 21 lies ABBREV vgl. Σ 13826 f. 35 „geliebter Sklave" (oder „Kind")] γνήσιος δοῦλος Th. gr. die Kranken gesund machte, alle Schmerzen und alle Leiden heilte, und da er im Geiste urteilte, ß das Wunder keineswegs von Menschen sei, so nahte er sich ihm wie einem Grotte, indem er nicht auf das sicht- bare äß des Leibes blickte, durch das er den Umgang mit den Menschen hielt, sondern auf den unsichtbaren Gott, der durch das Sterbliche die eigene üchtigkeit offenbarte. Deswegen fiel er nieder, nieder, huldigte ihm, bat und flehte ändigst, auch selber ür seinen Sklaven der Hilfe von Gott teilhaftig zu werden. Als unser öser zu ihm sagte: „Ich will kommen und ihn heilen", antwortete ihm der Chiliarch — denn dieses Ranges war er bei den ömern ürdigt worden — und sprach zu ihm: „Herr, ich bin nicht wert, ß du unter mein Dach eintretest, aber sage nur ein Wort, so wird der Sklave geheilt werden. Denn auch ich bin ein Mann in Machtstellung und habe Soldaten unter mir. Sage ich zu diesem: gehe hin, so geht er, zu einem andern: komme, so kommt er, und sage ich zu meinem Diener: tue dies und das, so tut ers." Was nun Öser auf auf diese Bitte hin tat, öre nicht von mir, sondern aus der Schrift, indem sie äblich so lehrt: „Als aber Jesus dies örte, wunderte er sich und sagte zu denen, die ihm folgten: Nicht einmal in Israel habe ich solchen Glauben gefunden. Ich sage euch aber, viele werden kommen von Morgen und Abend und werden zu Tische sitzen mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich. Die öhne des Reichs aber werden in die äußerste hinausgehen." Dann nach diesen Worten sagte er zum Chiliarchen: „Gehe hin, wie du geglaubt hast, wird dir geschehen. Und sein Sklave ward geheilt seit dieser Stunde. Und als sich der Chiliarch nach seinem Hause wandte, fand er in derselben Stunde seinen Sklaven gesund."

Mit welcher Vollmacht also die Stimme unseres ösers hervorging und welche üglichkeit er gezeigt hat und mit velcher Kraft er üllt war und mit welcher Freundlichkeit und Geneigtheit zum Wohltun, ß er bereitwilligst sein Kommen verhieß, welcher Art aber auch das Wunder der Wohltat war, kann man nicht ürdig erkennen. Denn ß er dem Chiliarchen nicht mehr sagte als „wie du 1 vgl. Matth 423 18 = Matth 810—12 24 = Matth 813 28—S 169, 5 = 5. ück der griech. Theoph. S. 15 —1631 33 = Matth 8 13 6 „deswegen"] διὸ < Σ, 1. ABBREV ABBREV 7 „flehte inständigst“] wörtlich: „rang", vermutlich = λιπαρῶν 9 χιλίαρχος Σ ἑκατόνταρχος Matth 31 „zum Wohltun"] εἰς εὐεργεσίαν Th. gr. 32 „der Wohltat"] „der Mittat" Σ τῆς εὐεργεσίας Th. gr. geglaubt hast, wird dir geschehen", und ß er zugleich mit dem Worte auch seinem Kinde die Heilung gab und sofort von der Krankheit befreite ihn, der binnen kurzem in der Gewalt des Todes gewesen wäre, wie sollte das nicht beweisen, daß in Wahrheit Gott durch menschliche Stimme redete? Wenn aber jemand dies ür schwer glaublich ält wegen des Übermaßes des Wunders, so ürde er dennoch nicht geziemend die Vorhersagung als Vorwand gebrauchen önnen, da durch sie der Beweis ür sein Tun ößer erscheint, wenn er sich zu Herzen nimmt, wie damals nur Ein ömer es war, der zu unserm öser kam, ein Chiliarch, der ein ößeres und besseres Bekenntnis ür ihn zeigte als das Volk der Juden, wie aber unser Erlöser weissagte, ß viele anstatt des Einen sein werden, die gleich jenem sich ihm nahen ürden von denen, die im Sonnenaufgang und in den Gegenden des Ostens und im Sonnenuntergang wohnen, die durch die Erkenntnis und durch das Bekenntnis zu ihm bei Gott an Ehre gleich ürdigt werden mit den Vorfahren der äer. Weil aber auch der Vorfahr jener, eben der gepriesene Abraham, der von ötzendienerischen ätern abstammte, sein Leben änderte, von dem Irrtum der vielen Götter zurückwich und Einen über alles regierenden Gott erkannte, so sagte dieser Jesus voraus, ß ihm und seinen Kindern, Isaak und Jakob, Myriaden gleich sein ürden in der ganzen Menschenwelt, und zwar besonders diejenigen ölker, die im Osten, und diejenigen Leute, die im Westen wohnen, und er ügt diesen Worten auch das ößte seiner ßung hinzu. Die Juden selber sagt er, die öhne jener Gottgeliebten, die stolz sind auf Abraham, Isaak und Jakob, sollen, weil sie sich wider ihn erhoben und nicht an ihn glaubten, als des Lichtes der Erkenntnis Beraubte „hinausgehen in die äußerste Finsternis", indem er so ihre Unwissenheit und die äußerste Torheit und den Mangel an ösendem Licht voraussagt. Hier ziemt es sich, 17 vgl. Gen 12 1 ff. Jos 24 2 öm 4 1 ff. 27 = Matth 8 12 2—4 καὶ ἀπαλλάξαι παραχρῆμα τοῦ νοσεῖν τὸν παρὰ βραχὺ τῷ θανάτῳ κατεσχημένον < Σ durch gedankliches Überspringen von παρασχεῖν auf Lies etwa ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV 13 „von denen"] ἐκ τῶν τε πρὸς ἵω καὶ ἀνατολὴν κλιμάτων τῶν τε κατὰ δυόμενον ἥλιον οἰκούντων Th. gr. 16 „auch"] ὅτι δὴ κἀκείνων Th. gr. „und" Σ 17 βοώμενος] örtlich „verkündigte" 18 „und änderte" Σ streiche ABBREV 19 „zurückwich" < Σ ἀναχωρήσας Th. gr. ABBREV 20 „und sagte voraus" Σ streiche ABBREV 24 „auch"] „und"; ßverstandenes καί < Th. unsern Sinn auf die Erfüllung zu lenken und mit eigenen Augen wahrzunehmen, wie die Juden, die sich rühmen, des Geschlechts jener genannten gottgeliebten Männer zu sein, ausgestoßen sind nicht nur aus dem Reiche Gottes, sondern auch aus ihrer eigenen heiligen und königlichen Hauptstadt, in welcher sie allein, wie das Gesetz es bestimmte, ihren glänzenden Gottesdienst vollziehen sollten, und wie sie Knechte wurden aus Freien, früher Söhne vorzüglicher Väter, und vermischt mit fremden Völkern — was ihnen nicht gestattet war — in einem Lande, das nicht ihr eigen war, umherirrten, sodaß ihnen nicht einmal erlaubt war, aus der Ferne das Land ihrer Verehrung zu sehen. Ohne Führer und ohne Könige, die sich ablösend bei ihnen als Herrscher eingesetzt wurden, standen sie da und waren Untertanen derer, die ihre Tempel von Grund aus zerstörten und ihr ganzes Volk bezwangen; weder gab es einen Propheten bei ihnen wie früher, noch eine Offenbarung wie früher, noch eine Hilfe oder ein göttliches Werk. All dies kam durchaus nicht bevor, sondern nachdem unser Erlöser sein Antlitz von ihnen abgewandt hatte, über sie, entsprechend seinen Prophezeiungen. Dies über die Juden also derart.

Anstatt des Einen Chiliarchen aber, der in jener Zeit sich unserm Erlöser nahte, kam eine unsagbare Anzahl von Leuten aus allen Völkern, nicht Chiliarchen allein, sondern auch die Menge der römischen Truppen wie auch Myriaden von Herrschern und ἡγεμόνες, die über Völker und Länder mächtig sind, und andere, soviele an Ehre und Rang viel höher sind als diese, eben diejenigen, die im Königshause stolz sind, — kamen gleich jenem Chiliarchen zum Christus Gottes, erkannten durch seine Lehre den Gott derer, die bei den Hebräern als gottgeliebte Menschen glänzten, und wurden in gleicher Weise wie sie des Geschenkes von Gott, dem König des Alls, gewürdigt. Wenn aber jemand sich zu Herzen nimmt, wie viele Scharen von Christen und Kirchen es in Myriaden Mengen im Lande der Perser und der Inder geben soll, die im Sonnenaufgang wohnen, und wie durch die Worte unsers Erlösers bei diesen Weiber, liebende Jungfrauen und Männer zur vollendeten Heiligkeit übergehen und zur Enthaltsamkeit eines philosophischen und züchtigen Lebens, und wie Myriaden Bekenner Gottes eben unter ihnen leben,

und wie eben sie den, der vom Samen Abrahams aufleuchtete, den Christus Gottes bekennen und durch 18—27 = 5. Bruchstück der griech. Theoph. S. 17 1—9 4 „heiligen“] ἱερᾶς Th. gr. 11 „sich ablösend“] „durch Überlieferung“ Σ vermutlich κατὰ διαδοχήν 21 „wie“] wörtlich „sodaß“; vermutlich mißverstandenes ὡς neue Geburt in ihm Kinder Abrahams geworden sind und eben das vorhersagende Wort unsers ösers versiegeln, wie gerade ebenso aber auch in den westlichen Teilen der Welt alle Spanier und Gallier und wie man in den ändern der Mauren und Afrer, sogar im Ozean: und in Britannien Christus bekennt und den Gott Abrahams, lsaaks und Jakobs anerkennt und auch in Gebeten anruft und als Teilhaber jener äter) in der Gottesverehrung erscheint — wenn also jemand eben dies zu Herzeu nimmt, dann wird er verstehen, welches die Kraft des Logos war, der vorher ündete und sagte: „Viele werden vom Aufgang und vom Untergang kommen und werden zu Tische liegen im ße Abrahams, lsaaks und Jakobs im Himmelreich." Dies also mit dem Chiliarchen. Aber auch zu andern Zeiten, als er mit den üdischen Lehrern zusammen redete, prophezeite er dem Ahnliches und redete in dieser Weise: „ Wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und die Propheten, alle im Reiche Gottes, euch aber hinausgeworfen, dann werden sie kommen von Morgen und Abend, von Westen und üden und werden zu Tische sitzen im Reiche Gottes." Eben diese Worte empfangen ihre ätigung offenbar durch die Bekehrung aller Völker zu dem über alles waltenden Gott. Dies also sagte er jenen über die Bekehrung aller ölker zu dem über alles waltenden Gott.

Durch welche änner er bereit war, eilends die Berufung der ölker zu veranstalten, kannst du aus der Schrift seiner Jünger lernen, die in dieser Weise lautet: „Da Jesus entlang ging am Landsee von äa, sah er zwei üder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas, wie sie Netze in den See warfen; denn sie waren Fischer. Und er sagte zu ihnen: Kommt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen. Sie aber ßen in derselben Stunde die Netze und gingen ihm nach. Als er weiter wandelte von da, sah er zwei üder, Jakobus, den Sohn des äus, und seinen Bruder Johannes, im Schiff mit ihrem Vater äus, und er berief sie. Sie aber verließen in derselben Stunde das Schiff und ihren Vater und gingen ihm nach." Eiu anderer Schriftsteller aber hat geschrieben, ß er zweimal zum 9 = Matth 831 14 = Luk 1328 f. 23 = Matth 4 18—22 4 „die änder“ Σ 1. ABBREV 5 „und" vor ABBREV besser zu streichen Ι „bekennt"] „schreibt" = ἐπιγράφομαι 15 örtlich „und sie werden kommen" Σ 16 „und Abend"] καὶ δυσμῶν Lukas < Σ lies ABBREV ABBREV 18 „empfangen"] örtlich „zeigen" (ihre Wahrheit) 23 „lautet"] „ist" Σ wohl ὑπάρχει Simon gleich diesem prophetischen Wort geredet habe: Da Jesus ämlich viel Volks anlag, sagt er, sei er in eins der Schiffe gestiegen, das dem Simon örte, und als er darin ß, dolmetschte er her Menge. Xach ügender Belehrung aber, weil es geziemend war, ß er auch ein öttliches Werk zu seinen Worten ügte zur Hilfe derer, die es sahen, befahl er dem Simon, seine Netze zum Fange auszuwerfen. Der aber sprach zu ihm: Die ganze Nacht haben wir gearbeitet, aber nichts gefunden; auf dein Wort jedoch will ich die Netze auswerfen. — und ührte den Auftrag aus. Als sie aber eine ße Menge Fische einfingen, zerrissen die Netze öllig, von der Menge beschwert. Da riefen sie die Leute im Nachbarschiff zu Hilfe. Als sie dann die Fische in die öhe gezogen hatten, üllten sie beide Schiffe, sodaß Gefahr fahr vorhanden war unterzugehen. über wunderte sich Simon, staunte und bekannte, nicht wert zu sein, ß unser öser sich ihm ähere. Der aber zeigte ihm das Bild des ünftigen, offenbarte auch seine Deutung, und Jesus sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, von jetzt an sollst du Menschenfischer sein.“ äischen Männern, die nichts weiter kennen als die syrische Sprache und die auch dem niedrigen und armseligen Gewerbe der Fischerei nachgehen, versprach unser öser mit Recht, er werde sie zu Menschenfischern und Herolden seiner Lehre machen, und hat sie dazu gemacht, ohne seine ßung ügen zu strafen, und hat die Kraft Gottes wirksam gezeigt für eine Sache, die jede üchtigkeit der Menschen übertrifft. Denn wenn er die ünftigen und Weisen oder die geehrten und reichen Leute unter den Juden zu sich ührt und sie als Lehrer seiner Worte benutzt ätte, so äre es vielleicht ür ür jemanden natürlich zu meinen, daß die Sache menschlicher bereitet sei. Denn so pflegen die meisten der Menschen sich unterzuordnen: entweder durch Geschenke von den Reichen ödert, oder durch die üglichkeit der Worte und die Phantasie] der Weisheit irre geleitet, oder die Macht angesehener Personen ürchtend. Er aber benutzte nicht derartige ünger, sondern im Gegenteil Arme und ühmte, bescheiden an Redegabe, der Sprache nach Syrer, niedrig und armselig im Beruf σχῆμα), und war durch sein Werk offenbar, indem er allein die öttliche Kraft verwandte, die er zeigte, indem 1 vgl. Luk 51—11 1—S. 174, 14 = 6. ück der griech. Theogph. 1 wörtlich: „Da ämlich eine ße Menge oberhalb von Jesus stand“ wohl = πολλοῦ γὰρ ὄχλου ἐπικειμένου τῷ Ἰησοῦ 17 ἀνθρώπους ἔσῃ ζωγρῶν Th. gr.] „sollst du Menschen zum fangen“ Σ 24 ἢ „und" Σ; 1. ABBREV statt ABBREV ἔργῳ δῆλος ἦν] „ließ sein Werk offenbar aufleuchten" Σ er sie zuerst mit Einem Worte berief und zu seinen ängern machte und indem er ihnen dann ß, er werde sie zu Fischern und Herolden der Menschen machen, damit sie anstatt der Netze, die sie hatten, von ihm das Netz empfingen, das aus allerlei Worten der Gesetze und Propheten und aus solchen seiner eigenen öttlichen Lehre gewebt war, und damit sie es in das Meer der Menschenwelt ürfen und einfingen, soviele sie änden, indem sie ihre geistigen Netze mit jeder Art ünftiger Fische üllten. Aber dies waren, als man damals im Worte es örte, Phrasen und öne und nichts Das Work aber der öttlichen Kraft stellte er nicht lange darauf hin und vollendete eben das in Taten, was vorher durch Worte gesagt war, ß in kurzer Zeit die ganze Menschenwelt zumal ählige Scharen er von diesen armen und laienhaften Menschen Gefischten ß und jeder οἱ der Griechen und Barbaren mit Kirchen üllt wurde wegen jener Einen ßung des öttlichen Wortes, durch welches er verhieß, nicht ß er seine ünger belehren , sondern ß er sie zu Menschenfischern machen werde, ß er die Zukunft nicht nur vorher kannte und vorher sagte, sondern auch als äter so ßen Wissens erschienen ist. Er sprach durch das Wort und hat gewirkt durch die Tat; er stellte die Zukunft durch Symbol und Bild dar und hat sie durch sein Wirken vollendet. Denn denen, die vor alters üher in der Finsternis fern vom Lichte der Wahrheit und in der Nacht der Gotteserlcenntnis arbeiteten und keinen ür die ösung einfangen konnten, leuchtete er in seinem Glanze auf und befahl denen, die an den Tag und ans Licht kamen, nicht auf die eigene Kunst, sondern auf sein Wort zu vertrauen und die Netze in die Tiefe zu werfen. Die aber brachten eine so ße Menge von Fischen zusammen, ß die Fanggeräte zerrissen und die Schiffe in Gefahr kameD, infolge der Belastung in die Tiefe zu sinken. Als dies aber so geschehen war, brachte er den Simon zum Erstaunen und zu nicht geringer Furcht. Aber dies öge dich nicht erschrecken, sagte unser öser zu ihm; denn noch ist es Kinderspiel und ein Bild des ünftigen. Denn dies sind stumme und unver- 6 εἰς τὴν τοῦ ἀνθρωπείου βίου θάλατταν] „in das menschliche Meer der Welt" Σ 12 ὡς ἐν βραχεῖ χρόνῳ τὴν σύμπασαν ὁμοῦ ἀνθρώπων οἰκουμένην μυρία πλήθη τῶν σαγηνευθέντων . . . . κτήσασθαι] „daß er in kurzer Zeit die ganze Menschenwelt zumal ählige Scharen der Mengen (= συναχθέντων?) von diesen . . . . Menschen erwarb" Σ 14 πληρωθῆναί τε ἐκκλησιῶν πάντα τόπον Ἐλλήνων τε καὶ βαρβάρων] „und üllt wurden seine Kirchen an jedem Ort der Griechen und Barbaren“ Σ 22 ἐν σκοτία φωτὸς ἀληθείας καὶ θεοῦ γνώσεως ἐν νυκτὶ] Σ verbindet θεοῦ γνώσεως mit ἐν σκοτίᾳ ständige Fische, und dies sind Fahrzeuge und Netze, aus seelendoser Hyle gefertigt, aber derartig sind nicht die Abbilder dieser Dinge. Etwas äter also, das ßt vielmehr: augenblicklich jetzt auf der Stelle, wirst du ein Menschenfischer sein, wirst du von dieser üdenden, nutzlosen Fischerei ablassen, vielmehr ein Fischer ünftiger Lebewesen anstatt der ünftigen werden und nicht mehr aus den Tiefen des Meeres, sondern aus der salzigen Bitterkeit der Welt und aus den finstern Winkeln der Gottlosigkeit und Schlechtigkeit zum geistigen Licht und zur reinen Luft heraufziehen diejenigen, die von dir gefangen werden, das ßt vielmehr: du wirst sie zum Leben fangen dadurch, ß du ihnen das Leben, aber nicht den Tod förderst. Denn die aus dem Meere stammenden Fische, die vorher in der Finsternis und in der Tiefe leben, gehen sofort zu grunde, sobald sie Licht und Luft erlangen, diejenigen Fische aber, die von dir unter den Menschen gefangen werden aus der Finsternis der Unwissenheit, ändern sich um und werden zum öttlichen Leben gefangen. Deswegen sprach er: „Von nun an wirst du Menschenfischer sein." Dies sagte unser öser mit öttlicher Kraft vorher und dies zeigte ebenderselbe Erlöser durch Werke als ässig und wahr. Wieviel Myriaden Menschen also jener Fischer, der Netzwerfer, der Syrer, anstatt der Jagd auf Fische erbeutete durch die mit öttlicher Kraft gewebten Netze verborgener Worte, kann man öglich in eine Zahl fassen. Das Sichtbare aber ist das Gesicht des Unsichtbaren. Denn was der lange Aeon der Welt vor der Theophanie unsers ösers nicht heryorbrachte, was weder Mose, der Gesetzgeber der äer, noch die Propheten Gottes nach Mose, noch Myriaden anderer Fischer, die üher die göttliche Lehre den Menschen ündeten, nicht zu tun vermochten, obwohl sie die ganze Nacht hindurch vor seiner Erscheinung viel arbeiteten, das hat der äische Mann, der Arme, der Barbar seiner Sprache nach, eben jener Simon getan. Ein Beweis aber ür das damals von Simon Vollbrachte sind die bis jetzt leuchtenden Kirchen, die viel voller sind an geistigen Fischen als jene Fahrzeuge, wie es die ist zu Cäsarea in ästina, wie die zu Antiochien in Syrien, wie die in der Stadt der ömer. Denn man berichtet, ß Simon selber diese Kirchen und alle 4 vgl. Luk 510 17 = Luk 510 28 vgl. Luk 55 7 ἁλμυρᾶς] „häßlichen" Σ (= μοχθηρᾶς?) 22 ὄψις δ' ἀδήλων ἀλλήλων HSS) τὰ φαινόμενα 24 ἤνεγκέν] „ertrug" Σ 27 „verkündeten"] vermutlich = ἀναφωνήσαντές vgl. ABBREV = άναφώνησις 32 „als jene Fahrzeuge"] τῶν τότε σκαφῶν . . . . οἵα ή κατά Καισάρειαν] lies ABBREV in der Nachbarschaft ündete, und diejenigen in Agypten, eben Alexandrien stellte er ferner selber, freilich nicht durch sich, sondern durch den zum ünger gewonnenen Markus ür sich auf. Während er ämlich selber in Italien und unter den ölkern weilte, machte er seinen ünger Markus zum Lehrer und Fischer ür die in Ägypten. die Richte aber deinen Sinn auch auf die übrigen ünger unsers Erlösers, denen er ß, er werde sie zu Menschenfiscbern machen, und denen er sein Wort durch die Tat zeigte. Bis jetzt also schafft und wirkt derselbe, indem er überall auf Erden zugegen ist und die ganze Menschenwelt mit seinen geistigen Netzen üllt und mit vernünftigen Fischen der Barbaren und Griechen aus jedem Geschlecht, aus der Tiefe des ösen und aus der Finsternis der Gottlosigkeit die Seelen der Menschen herausziehend, sie hinwendend an jedem Tage und zu jeder Stunde zu dem Lichte der von ihm ündeten Gotteserkenntnis. Indem dies so mit unsern Augen gesehen wird, scheint es mir ein zweifelloses Zeugnis ür die Theophanie unsers Erlösers darzustellen.

Willst du aber auch das dritte Wort der öttlichen Stimme ören, die vorhersagte, daß seine ünger in aller Welt leuchten würden, so öre auch dies. Es liegt aber in folgender Weise vor: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge gebaut ist, kann nicht verborgen bleiben. Man ündet auch nicht ein Licht an setztes es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen, die in dem Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen." Hier sagte er wiederum zu jenen Fischern, die aus dem Lande äa kamen — es ist aber ein Winkel äas, der so genannt wird, am ücken gelegen, über den auch unter den Propheten Jesaja ündet ündet und ausruft, indem er zugleich auf die Verborgenheit des Landes und zugleich auch auf die Erscheinung unsers dortigen ösers hinweist: „Galiläa der ölker, ein Volk, das in Finsternis sitzt, sah ein ßes Licht" — jenen also, die von dort stammten, gewöhnlichen, bescheidenen Leuten, laienhaft an Rede, armselig an Lebens- weise, eben jenen Fischern sagte er, ß sie das Licht der Welt sein ürden, und ätigte durch die Tat diese Verheißung, sodaß eben 19—25 = Matth 514—16 30 = Jes 823 91 (LXX: 91.2) 1 „und"] καὶ „nämlich" Σ | „und eben" Σ str. ABBREV 4 „nämlich"] γὰρ < vgl. zu Ζ. 1 6 ὅμοια δ’ ἂν εὕροι τις τῷ Πέτρῳ τὸν νοῦν ἐπιστήσας καὶ ἐπὶ τίον λοιπῶν . . . . μαθητῶν Th. gr. 10 πληρῶν ἐκ παντὸς γένους λογικῶν ἰχθύων βαρβάρων τε καὶ Ἑλλήνων, ἀνασπῶν ἐκ τοῦ τῆς κακίας βυθοῦ . . . . τῶν ἀνθρώπων ψυχάς, ἀνέλκων τε αὐτὰς ἐπὶ τὸ φῶς Th gr. jener Simon, genannt Petrus, aus Kapernaum, einer Stadt äas, auszog, Myriaden Seelen der Menschen durch das Licht der Gotteserkenntnis er- leuchtete und in der ganzen Welt bis zu den ändern des Westens bekannt wurde, und ß) die Erinnerung an ihn bis jetzt bei den ömern ößer ist als an die, die üher waren, ß er sogar einer herrlichen ätte vor der Stadt ürdigt wurde, zu dem wie zu einem ßen Heiligtum und Tempel Gottes Myriaden Scharen des ömischen Reiches eilten. Wie sollte dies nicht die Wahrheit dessen ätigen, was er seinen Jüngern sagte: „Ihr seid das Licht der Welt. So aber leuchtet ferner auch der Name des Johannes, des Sohnes äi, den er beim Fischfang mit seinem Vater und Bruder die Netze flicken sah und den er derselben Berufung und ßung ürdigte, in der ganzen Welt, und seine Worte erleuchten die Seelen der Menschen durch die von ihm überlieferte Schrift des Evangeliums, die in mancherlei Sprachen, griechische chische und barbarische, verdolmetscht ist und allen ölkern alle Tage ins Ohr ündigt wird. Und besonders auch ehrt man die ätte dieses Apostels zu Ephesus in Kleinasien herrlich und beweist damit, ß die Erinnerung an das Licht seiner üglichkeit in Ewigkeit nicht vergessen wird. So werden auch die Schriften des Apostels Paulus mit Recht in der ganzen Welt ündent und erleuchten die Seelen der Menschen. Auch das ärtyrertum seines Todes und die über ihm sich erhebende ätte wird üglich und gewaltig in der Stadt Rom bis jetzt gepriesen. Was habe ich ötig zu sagen, ß auch die Lebensweise, die in der ganzen Welt durch eben die ünger unsers ösers ührt ist, dem Anblick eines Siegeszeichens gleich eine ühmte Stadt ist, die nicht etwas im Verborgenen Gelegenes ist, sondern die die Mitte aller ädte inne hat, entsprechend dem Wort unsers ösers: Einer Stadt gleich, die oben auf einem Berge gelegen ist. Das Wort, das sie über unsern Meister ündeten, war nicht wie eins, das unter dem Scheffel verborgen und dem Irrtum und der Finsternis überliefert ist, sondern wie eins, das oben auf einen hohen Leuchter und in die öhe nach ärts gehoben ist und allen, die im Hause der ganzen Welt sind, leuchtet. Vorauswissen aber und Prophe- zeiung — und keineswegs nur etwas Befehlendes, sondern auch etwas 5 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 25 7 9 = Matth 5 14 9—16 = der griech. Theoph. 10 vgl. Matth 421 17 vgl. Euseb. Hist. eccles. III 31 3 22 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 25 7 28 vgl. Matth 5 u 30 vgl. Matth 5 15 ABBREV 1. ABBREV mit HS 26 So fordert es der Sinn: „in deren Verborgenheit nichts ist" Σ die Zukunft Vorauszeigendes — ist dies Wort: „So wird euer Licht leuchten vor den Menschen." „Licht" aber nannte er durchaus alle, indem er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt", und keineswegs viele Lichter, sondern zumal alle Ein Licht, sodaß infolge der Übereinstimmung zumal aller Erleuchtung ür die ganze Welt da war. Denn seine Sache allein war es zu sagen: „Ich bin das Licht der Welt". Über ihn ist in Wahrheit geredet: „Er war das Licht, das in die Welt kam, das jedermann erleuchtet.“ Aber indem dies so gesagt und erfüllt wurde, siehe, wie er ferner auch seinen üngern sagte und und erklärte: „Was ich euch in der Finsternis sage, sollt ihr im Lichte sagen, und was ihr ins Ohr ört, sollt ihr auf den ächern und ürchtet euch nicht vor denen, die den Leib öten, aber die Seele nicht öten önnen; ürchtet euch vielmehr vor dem, der Seele und leib verderben kann in die ölle.“ Auch hierdurch versprach er eben in den ängen der Belehrung seiner ünger, als sie die Dinge noch nicht kannten und waren wie der, der in Finsternis ist, die Kenntnis des Lichtes. Denen, die im Verborgenen und in der Finsternis seine Befehle örten, ohne ß die üllung sichtbar war, prophezeite er, daß sie ihn offen bei jedermann predigen ürden, und ermahnte sie, nicht zu scheuen, sondern die Gefahr mit ganzer Seele zu ertragen und ihn ins Ohr aller zu ündigen, ohne sich zu ürchten vor denen, die den sterblichen Leib öten. Denn die Seele kann von den Menschen nicht ötet werden, weil sie örperlich und unsterblich ist. Denn nur Gott kann Leib und Seele zumal öten und strafen. Es mag aber beobachtet werden, ß er eben hierdurch die Unkörperlichkeit der Seele lehrte und ein Dogma der Philosophen in kurzen Worten darlegte.

Daß er seinen üngern am Anfang ihrer Berufung sagte, er werde sie zu Menschenfischern machen, und am Ende offenkundig prophezeite, sie ürden sofort alle ölker mit Hilfe seiner Kraft zu jüngern machen, wird nach dem Evangelium des äus beschrieben.

Nach seiner Auferstehung von den Toten gingen alle zumal, denen es aufgetragen war, nach äa, wohin er ihnen gesagt hatte zu gehen. „Und da sie ihn sahen, fielen einige nieder, andere aber zweifelten. Er aber trat zu ihnen, redete mit ihnen und 1 = Matth 5 16 3 = Matth 5 14 6 = Joh 8 12 7 = Joh 1 9 10 = Matth 10 27. 28 32 vgl. Matth 28 16 33 = Matth 28 17—20 7 „in Wahrheit"] vielleicht älschlich vom Zitat getrennt: ἦν τὸ φῶς τὸ ἀληθινόν sprach: mir ist gegeben von meinem Vater alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Gehet hin, lehret alle ölker und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe, und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt." Beachte aber bei diesen Dingen die Überlegung der ünger und die Vorsicht ihres Denkens, ß nicht alle ihn anbeteten, als sie ihn sahen, sondern nur die einen taten dies äubig und gern, die andern aber hielten ür jetzt ück, ß sie nicht leichtsinnig und schnell diesem Wunder zustimmten, sondern mit reiflicher üfung und aller Vorsicht. Dann am Ende ßen auch sie sich überzeugen, zogen aus zu allen Menschen und wurden selbst Prediger seiner Auferstehung. Da aber in der Schrift der Propheten mit Bezug auf ihn prophetisch gesagt ist: „Bitte von mir, so will ich dir ölker zu deinem Erbe geben und deine Herrschaft soll bis an die Enden der Erde reichen," sagt er zu seinen üngern, als ob das prophetische Zeugnis jetzt durch die Tat üllt ürde: „Mir ist jede Gewalt wie im Himmel so auch auf Erden gegeben.“ Denn die Herrschaft der im Himmel hatte er von Ewigkeit an inne, die Macht der Dinge Erden aber, sagt er, sei ihm jetzt gegeben vom Vater, entsprechend dem Worte: „Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe geben.“ Denn einst, wie Mose bezeugt: „Als der öchste trennte, bestimmte er die Grenzen der ölker nach der Zahl der Engel,“ waren die Engel Gottes die Herrscher über alle üher auf Erden Weilenden. Als sich die Menschheit aber zum polytheistischen Irrtum wandte und die herrschenden Engel nichts in betreff dieser Sache helfen konnten, lehrte fortan der gemeinsame öser aller selber durch seine Theophanie nach dem Siege über den Tod, ß nicht mehr den Engeln, sondern ihm von seinem Vater die Herrschaft über die ölker auf Erden gegeben sei. Deshalb befahl er seinen üngern nicht üher, sondern jetzt erst, herumzuziehen und ölker zu lehren. Notwendig aber ügt er auch das Geheimnis der Reinigung Denn er ßte diejenigen, die aus den ölkern sich bekehren, von jeder Befleckung und Besudelung durch seine Kraft reinigen, weil sie infolge des ämonischen und polytheistischen Irrtums schmutzig und mit Befleckung jeder Art behaftet waren und jetzt zuerst von einem lasterhaften und gesetzlosen Lebenswandel sich lossagten. Diese ermahnte er zu lehren. 12—S. 179, 5 = 8. ück der griech. Theoph. 13 = Ps 28 28 18 20 = Ps 28 21 = Dtn 32 8 18 τὴν ἀρχὴν] < Σ wohl mit Unrecht 1. + Eusebius III*. nach der Reinigung, die durch seine mystische Lehre stattfindet, nicht die üdischen Gesetze und nicht die Gebote des Mose, asondern alles das bewahren, was er selber ihnen auftrug. Dies war es, was alle äßig, bei allen ölkern herumgehend, allen üngern und allen Kirchen in aller Welt überliefert haben. Notwendig aber treibt er sie an und macht sie geneigt, zu fischen und herumzugehen bei allen ölkern und jedes Geschlecht der Menschen zu lehren, durch die Verheißung, die er ihnen gab, indem er sagte: „Siehe, ich bin bei each.“ Denn diesem Worte der ßung ügte er die Tat hinzu, war mit öttlicher Kraft bei jedem einzelnen von ihnen, war allen zumal ärtig, schaffte und wirkte mit ihnen und äftigte das Siegeswerk, indem er sie zu Lehrern aller ölker in der von ihm überlieferten Gottesfurcht machte. Auf diese ßung also vertrauend, üllten sie durch die Tat seine Worte. Sogleich und in nichts ögernd gingen sie in aller Bereitwilligkeit, alle ölker zu belehren, indem sie eben durch die Tat wahrnahmen und mit den Augen lebendig sahen den, der vor kurzem tot war, und den, den sie wegen des Vorgefallenen verleugnet und abgeschworen hatten, eben ihn deutlich und in eigener Person nahe sahen und örten), wie er mit ihnen in gewohnter Weise redete und ihnen das Vorhergesagte ß, ß) sie wegen des Anblicks, den sie üften, seinen Versprechungen nicht äubig sein konnten. Denn der Befehl allein ätte sie verdrossen, da sie ihr äurisches Wesen und ihre bescheidene Redegabe kannten, weswegen sie beinahe verzichtet ätten, indem sie mit Recht bedachten, daß es ür Leute, die der Sprache nach Syrer waren und nichts weiter als Fischerei verstanden, öglich war, als Lehrer der Griechen zumal und ömer, der Ägypter, Perser und übrigen barbarischen ölker aufzutreten und Gesetze zu geben gegen alle Gesetzgeber und önige auf der ganzen Erde, entgegengesetzt dem, was jenen über die ötter ihrer Vorfahren von aller Ewigkeit an überliefert war. Aber es war ihnen nicht erlaubt, solches zu bedenken, da sie die Stimme Gottes örten, welche zu ihnen sagte: „Siehe ich bin bei euch alle Tage", und da sie deutlich sahen, ß die Gottheit des mit ihnen Redenden ächtiger erschien als 8 = Mattb 2820 32 = Matth 28 20 4 „alle seine ünger“ Σ; aber οἱ πάντες ἐκπεριελθόντες πάντα τὰ ἔθνη παραδεδώκασι Th. gr. änze πᾶσι τοῖς γνωρίμοις und 1. ABBREV Das ist falsches Expliziturn 6 „zu vertrauen" Σ = θαρρῆσαι, aber θηρεῦσαι Tb. gr. 14 „zögernd"] ὑπερθέμενοι lies ABBREV mit HS 23 lies ABBREV Bernstein 24 „und bedachten" Σ 1. ABBREV der Tod. Deswegen auch überkam sie Furcht, wenn sie nicht gehorchten, sodaß sie daher die Gefahren mit ganzer Seele ertrugen, indem sie die ürgschaft des Lebens nach dem Tode vom Meister empfingen, und mutig daran gingen, bei allen ölkern umherzugehen, indem sie durch Werke die ßungen ihres Meisters bestätigten. Er aber ügte zu seinen Versprechungen an sie noch ein übriges Wort hinzu, und noch wunderbarer: er ährt es bis jetzt. Indem er zu ihnen sagt: „Siehe ich bin bei euch alle Tage", ügt er hinzu: „bis ans Ende der Welt." Dies üllt er keineswegs nur an ihnen, auch an allen denen, die ihnen folgten und eben von ihnen seine Lehre empfingen, und auf der Stelle bis jetzt ist er allen denen nahe, die ihm zu üngern gewonnen werden. Deswegen ächst seine von ihm behütete Kirche alle Tage, wird ößer an Macht und mehrt sich und wird durch seine Kraft bis ans Ende der Welt gesammelt.

Über die Bekehrung aller ölker zu Gott. Aus dem Evangelium des Lukas.

Wiederum zu einer anderen Zeit nach der Auferstehung von den Toten erschien er anderen seiner ünger. Da sie noch zweifelten und nicht an ihn glaubten, brachte er folgende Worte vor und sagte: „Das sind die Reden, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war, daß alles in üllung gehen müsse, was über mich geschrieben steht im Gesetz Mose, in den Propheten und Psalmen. Darauf öffnete er ihren Verstand zur Einsicht in die Schriften und sagte zu ihnen: So ß Christus leiden, auferstehen von den Toten am dritten Tage und auf seinen Namen verkundet werden ße und Sündenvergebung] bei allen ölkern, anfangend von Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen ür.“ Nachdem er Einmal gesagt hat, auf seinen Namen solle Buße ündigt werden allen ölkern, darf man, falls die Tat nicht dem Wort folgte, auch seine Auferstehung von den Toten nicht glauben. Wenn aber auch bis jetzt die Dinge seiner Prophezeiung sich in die Tat umsetzen und wenn sein Wort lebendig und wirksam ist in der ganzen Welt und mit Augen gesehen wird, so ziemt es sich, fortan nicht mehr zu zweifeln an dem, der dies Wort sagte. Denn der, dessen Kraft lebendig und wirksam ist und mit Augen gesehen wird, wird, den ß man not- 8 = Matth 2820 14 vgl. Didache 94 19 = Luk 2444—48 26—S. 180, 19 = 9. ück der griech. Theoph. 2 „mit ganzer Seele ertrugen"] ὁμόσε τοῖς κινδiνοις ἐχώρουν Th. gr. 21 „öfineten “ Σ 1. ABBREV wendig viel üher bekennen, daß er lebe und das Leben er dessen lebendige Werke übereinstimmend erscheinen mit seinen Worten. In alle Ohren also aller ölker drangen seine Worte, übersetzt und verdolmetscht in alle Sprachen der Griechen und Barbaren, sodaß seine Lehre von allen ölkern ört wurde und zur Bekehrung und ße Myriaden Scharen derer brachte, die üher in polytheistischem Irrtum und ötzenverehrung frevelhaft und ungeziemend lebten. Aber er befiehlt nicht, zuerst Vergebung und dann ße, sondern zuerst Buße und dann Vergebung zu ünden. Denn denen, die eine lautere Buße der üheren ünden zeigten, schenkte die Güte unsers Erlösers die Vergebung ihrer Taten, um derentwillen er auch den Tod auf sich nahm und sich selbst als ösegeld darbot ür die Seelen derer, die durch ihn öst werden sollten. So also ßten seine Jünger — Leute, im Reden unerfahren und vollkommen laienhaft, ihrem Beruf σχῆμα) nach ärmlich und gering — Vertrauen zu der Kraft dessen, der nach seinem Tode ihnen erschien und offenkundig mit ihnen redete, fingen von der Stadt Jerusalem an äß seinen Befehlen, zogen zu allen ölkern und taten, was ihnen aufgetragen war, indem sie allen die ße und Vergebung der üheren ünden der Seele ündeten und so große Tüchtigkeit zeigten, daß bis jetzt in unserer Zeit die Lehre dieser armen und laienhaften änner in der ganzen Menschenwelt wirksam ist.

Wie seine Taten ört und ündet werden in der ganzen welt. Aus dem Evangelium des äus und aus Markus.

Als sich unser öser in Bethanien, einer Stadt nicht weit von Jerusalem, befand und bei einem gewissen Simon eingeladen war und dort zu Tische lag, nahm ein Weib eine Alabasterflasche voll Balsams, dessen Preis teuer war, trat herzu und ß es über seine Füße. Seine ünger aber wurden unwillig über sie und tadelten das Geschehene. Er aber nahm das, was getan wurde, als ein Zeichen an und wies daraufhin, ß die Tat ündet und ört werden sollte in der ganzen weissagte so und sprach: „Ich sage euch, wo auch immer dies mein Evangelium ündigt wird in der ganzen Welt, da wird auch das geredet werden, was sie getan hat, zu ihrem ächtnis.“ Dies sagte er voraus, obwohl in jener Zeit die Schrift des Evangeliums noch nicht ins ßtsein gedrungen 16 vgl. Luk 2447 22 ff. vgl. Matth 26 ff. Mark 14 3 ff. ff. 27 vgl. Luk 7 38 31 = Matth 26 13 3 διῆλθον] „machten" Σ 1. ABBREV 16 „mit ihnen redete"] συναυλιζομένου Th. gr. 22 1. ABBREV und noch nicht ins Ohr jemandes gekommen war und nicht einmal diejenigen, die in der Nachbarschaft wohnten, — wie es wahrscheinlich ist, — das kannten, was geschah, sondern nur diejenigen, die zufällig zugegen waren. Dennoch aber sprach er sogleich dies große Wort und prophezeite, daß die von seinen Jüngern verfaßten Evangelien in der ganzen Welt ündigt werden sollten, und ügte die Tat sogleich zu dem Worte hinzu, indem er sagte, daß mit seinen Taten im Evangelium auch das, was von diesem Weibe getan war, aufgeschrieben und geredet werden sollte in der ganzen Welt zu ihrem ächtnis. Daß er gerade dies durch die Tat ätigte, bestatigte, ist klar. Denn es gibt kein Volk, kein Land, keinen Ort, in dem nicht das ächtnis dieses Weibes geredet ürde, das in dem über ihn ßten) Evangelium geschrieben ist und mit der Lehre über ihn in der ganzen Welt ündet wird. Dies also über diese. öre aber, was er über die Kirche verhieß.

Wie er seine Kirche mit Namen ähnte, obwohl sie noch nicht bestand, und wie er sagte, daß die Pforten des Todes sie niemals überwinden üren. Aus dem Evangelium Matthäus.

Als er einst seine ünger fragte, was die Menschen über ihn sagten, und sie ihm die Meinung vieler antworteten, fragte er sie zum zweiten Male: „Ihr aber, was sagt ihr?" Als Simon zu ihm sagte: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes", antwortete er ihm und sprach: „Selig bist du, Simon bar Jonan. Fleisch und Blut hat es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. So sage auch ich dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Riegel der Scheol sollen sie nicht überwältigen." Dies Wissen des Simon, daß er Christus sei, der Sohn des lebendigen Gottes, nahm er an und nannte dies ganze Begreifen mit Recht πέτρος, weil es weder zerrissen noch üttert wird. Deswegen nannte er auch jenen Mann, eben seinen ünger, den üher so genanten Simon: „Petrus“ wegen des Wissens, über das er hinterher prophezeite und sagte: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Riegel der Scheol sollen sie nicht überwältigen." Er weissagte zugleich die Zukunft und versprach, sie selber zu bauen und das Werk zur Vollendung zu bringen dadurch, ß seine Kirche auf das über ihn verliehene Wissen wie auf einen festen Grundstein ündet und gebaut 18 vgl. Matth 16 13 ff. 20—25 = Matth 16 15—18 31 = Matth 16 18 4 „sprach aus“] örtlich w"rtlich „entließ“ = Προίεμαι werde allein durch seine Macht in Ewigkeit und ß die Pforten des Todes sie niemals besiegen ürden. Die üllung zeigte er besser als alle Worte es darstellen önnen. Denn Myriaden Verfolgungen und viele Arten des Todes ergingen über seine Kirche, vermochten aber nichts wider sie. So zeigte die Prophezeiung eben in Taten offenkundig ihre Wahrheit durch die üllung. Dies war aber ein nicht geringes Vorherwissen, daß er jene Schar, die auf seinen Namen ündet werden sollte, „Kirche" nannte. Denn die Scharen der Juden ßen „Synagogen“, und zu der Zeit, wo er unter Menschen wandelte, weilte er in der üdischen Synagoge, und noch war keine Synagoge in jener Zeit eigens ür ihn geweiht. Wie soll man sich da nicht wundern, ß er jene Synagogen, Synagogen, die in fernen Zeiten ßlich auf seinen Namen ündet wurden, ßte und sie nicht nach jüdischer Gewohnheit Synagogen, sondern Kirchen nannte. Er ügte aber hinzu, ß „die Riegel der Unterwelt sie nicht überwältigen ürden“, was wir mit unseren eigenen Augen wahrnehmen. Aber es ziemt sich, sich nicht nur über die Weissagung, sondern auch über die ßung zu wundern. „Denn ich will meine Kirche auf einen Felsen bauen, und die Riegel der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." Es ist möglich, dies in der Tat zu sehen. Denn nicht durch die Kraft der Menschen und nicht durch die üglichkeit der Lehrer wurde seine Kirche ündet, sondern er, der ß und durch die Tat siene Verheißung bis jetzt üllt hat, er hat in der ganzen Menschenwelt durch öttliche Kraft den Bau und das Wachstum, seiner Kirche befördert.

Über die Spaltungen, die in den äusern und Familien bis jetzt wegen seiner Lehre stattfinden. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Denket nicht, ß ich gekommen sei, Frieden zu bringen auf die Erde; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, zu entzweien einen Mann mit seinem Vater, die Tochter mit ihrer Mutter, die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter, und seine Hausgenossen werden die Feinde des Mannes sein." Wie aber Lukas sagt: „Meint ihr, ich sei gekommen, Frieden zu bringen auf die Erde? Nein, sage ich euch, sondern 18 = Matth 16 18 27 = Matth 10 34 f. 32 = Luk 12 51—53 3 „Verfolger" Σ aber lies ABBREV 7 „gegründet werden"] örtlich „be- stehen" συνίσταμαι 24 „Wachstuni und Bau“ Σ, vermutlich ungeschickte des Originals Spaltungen. Denn von jetzt an werden sein ünf in Einem Hause gespalte, drei gegen zwei und zwei gegen drei, der Vater wird sich spalten gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater; und die Mutter wird sich spalten gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter." Wer sollte da nicht staunen, daß nicht einmal das dem Vorherwissen unseres ösers verborgen was in jedem einzelnen Hause in fernen, äteren Zeiten bis jetzt üllt? Denn als ob er den Dingen selber nahe sei und in den Wohnungen aller Menschen umherwandle, sagte er seinen üngern die Dinge voraus, die bis jetzt sich ereignen, Dinge, die bis dahin noch nicht existiert hatten und noch nicht waren zu der Zeit, wo er jene Worte sprach. Denn damals waren sie noch nicht Taten geworden, als sie nur ins Ohr ört wurden. Jetzt aber ist die Prophezeiung durch Taten zur üllung gekommen und kann mit Augen gesehen werden. Wie sollte da nicht jeder bekennen, der bereit ist, Geziemendes zu denken, ß es in Wahrheit Worte Gottes seien? Ferner aber sehen wir mit unsern eigenen Augen, wie er auch durch diese Worte : Ich bin gekommen zu spalten, das Schwert und Spaltungen unter die Menschen zu bringen, — was kein Wort der Menschen, weder der Philosophen noch der Propheten, weder der Griechen noch der Barbaren jemals wie diese Kraft gezeigt hat — wie er auch hierdurch die ganze Welt beherrscht, alle äuser spaltet, alle Geschlechter und alle Familien durchteilt und trennt, so ß die einen das Seine denken, die andern aber sich im Gegensatz dazu befinden. Er allein, unser öser und das Wort Gottes hat ßen, dieses zu tun, und eben durch Taten die ßung ätigt. Er lehrte aber die Ursache der Seelenspaltung, die in den äusern geschenhen würde, wie wir irgendwo in dem Evangelium gefunden haben, das unter den Juden in äischer Sprache verbreitet ist, in dem es heißt: „Ich ähle je die Besten mir aus, die mir mein Vater im Himmel gibt.“ Hieraus kann man lernen, wie sich in allen äusern, in denen das Wort Jesu siegt, die Besseren von den Schlechteren sondern. Wenn man also unter den üdern oder Sklaven und in allen Familien die Gewohnheiten, die Sitten σχήματα), die Lebensweise, die Keuschheit und Demut derer, die die Lehre unsers ösers ählt haben, das heißt vielmehr derer, die von ihm ählt sind, mit denen, die ihn noch nicht 18 vgl. Matth 1034 Luk 12 51 29 äerevangelium; vgl. Migne ser. gr. XXIV 66822.24 66938 Cramer I 81 zu Matth 10 34 Statt ABBREV 1. ABBREV ürdigt haben, vergleicht, so erkennt man, welche Kraft er gebrauchte, und ß er nicht nur die Zukunft voraussagte, sondern ß er auch die Tat ügte zu seinem Worte, ächlich zu dem, was geschrieben steht: „Ich ähle mir je die Besten aus, die mir mein Vater im Himmel gibt.“ Indessen aber wenn es jetzt auch ßt: „Ich bin nicht gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen", so setzt er doch an einer andern Stelle seinen üngern auseinander und sagt: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe auch ich ebenso Heil, wie die Welt Heil gibt“, indem er in dieser Weise das Wissen von Gott und die Liebe zu ihm, die er bei seinen üngern förderte, und die Unerschrockenheit der Seele und die Klarheit und Festigkeit des Verstandes benennt. Dies also auch über dies. Was er aber auch über das Volk der Juden voraus ßte und voraus sagte, ist öglich, Folgendem zu prüfen

Was er im Gleichnis über das Volk der Juden prophezeite. Aus dem Evangelium des Matthäus

Als in Jerusalem die ührer des Volkes der Juden, die Hohenpriester und Schriftgelehrten gemeinsam versammelt waren, sagte er, ährend er im Tempel selber verweilte, was sie in Zukunft gegen ihn sich erdreisten ärden, und das Verderben, das sie wegen dieser Frechheit treffen ürde, versteckt auf diese Weise im Gleichnis „Es war einmal Ein Mann, ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, setzte einen Zaun darum, grub eine Kelter darin und baute einen Turm darein, überließ ihn den Arbeitern und zog fort. Da aber die Zeit der üchte nahte, sandte er seine Sklaven an die Arbeiter, ihm die üchte zu bringen. Die Arbeiter aber nahmen seine Sklaven, den einn schlugen sie, den andern steinigten sie, den dritten töteten sie. Wiederum sandte er andere Sklaven, mehr als das erste Mal, und sie taten ihnen ebenso. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn und dachte: Vielleicht werden sie sich vor meinem Sohne scheuen. Die Arbeiter 4 = äerevangelium 7 = Joh 14 27 9—12 = 10. Bruchstück der griech. Theoph. 17 — 21 = 11. ück der griech. Theoph. S. 24 19—24 17 vgl. Matth 21 23 22 = Matth 21 19—24 3 örtlich: „sondern ß er auch die Taten brachte nach (mißverstandenes ἐπί) seinen Worten mit anderen (Worten) und mit diesem, das geschrieben ist, ß er sagte." Vermutlich = λόγῳ τοὔργον ἐπήγαγεν (vgl. L 251 15) ἄλλως τε καὶ τῷ 20 ὄλεθρον] „Verwüstung“ Σ aber, as sie seinen Sohn sahen, sprachen bei sich: Das ist sein Erbe; kommt, ßt uns ihn öten und sein Erbe sei unser! Und sie nahmen ihn, ührten ihn ßerhalb des Weinberges und öteten ihn. Wenn nun der Herr des Weinberges kommt, was wird er den Arbeitern tun? Sagen sie zu ihm: Sehr übel wird er sie zu Grunde richten und den Weinberg andern Arbeitern geben, die ihm die üchte liefern zu ihrer Zeit. Sagt Jesus zu ihnen: Habt ihr niemals in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Erbauer verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des äudes, vom Herrn kam er und ist ein Wunder in unsern Augen? Darum sage ich euch, das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das üchte bringt.“ Dieses Gleichnis ist verwandt mit dem des Propheten Jesaja, bei dem es diese Form hat: „Einen Weinberg ß mein Geliebter auf dem Horn, an fettem Orte und er bearbeitete ihn, umgab ihn mit einem Zaun, pflanzte Reben darin und baute einen Turm in seine Mitte. Auch eine Kelter machte er in ihm und hoffte, daß er Trauben bringe, aber er brachte Heerlinge." Aber das Gleichnis bei dem Propheten hat den Weinberg beschuldigt, den er auch seinem Wesen nach verdolmetscht, indem er sagt: „Denn der Weinberg des Herrn Zebaoth ist das Haus Israel und der Mann aus Juda ist die neue und geliebte Pflanze. Sie hoffte auf Recht, aber es ward Raub, auf Gerechtigkeit und siehe Wehklagen."

Das Gleichnis unsers ösers aber ist ähnlich jenem des Propheten gesagt, damit es erkannt und üft ürde von denen, die zugegen waren und örten, aber es ist keineswegs über den Weinberg gesagt, da der Prophet die Weissagung über diesen vorwegnehmend ausgesprochen hatte. Das aber, was von dem Propheten verschwiegen wurde, das legte er in seinem Gleichnis nieder, ich meine aber das, was über die Arbeiter des Weinberges geschrieben ist. Diese aber waren die Altesten des Volkes, die Hohenpriester, Herrscher und Lehrer. Sie, die auch der ganzen Schar Ursache wurden ür das Sprossen öser üchte, um derentwillen auch der Weinberg öde gelassen war — das ßt aber ihr ganzes Volk — und sein Zaun vernichtet ward, sie sind es, die üher ämpfer des Volkes waren und das Volk mitsamt seinem Orte ützten, und der Turm in ihm ist der Tempel und die Kelter der Altar. Dies alles also wurde öllig von Grund aus zerstört, weil vom Blute besudelt waren diejenigen Arbeiter, die die ersten und letzten Sklaven, die zu ihnen geschickt wurden — offenbar die 11—S. 186, 19 = 11. ück der griech. Theoph. S. 24 26—26 10 13 = Jes 51 f. 19 = Jes 57 15 l. ABBREV mit Pes 37 l. ABBREV Lee ABBREV HS) δευτέρους Th. gr. jeweiligen Propheten — öteten. Es legt aber Zeugnis ab über das Wort die alte Schrift und von den Propheten Elias, der im Gebet zu Gott sagt: „Herr, deine Propheten haben sie ötet und deine Altäre zerstört, ich aber blieb allein übrig und selbst meine Seele suchen sie zu nehmen." Dies also klagt der Prophet in seinem Gebete wider die Herrscher des üdischen Volkes, denen aber ügte nicht die Besudelung mit dem Blute der Propheten, sondern sie öteten zuletzt auch den Sohn selbst — das ßt aber den Sohn Gottes — nicht aus Unwissenheit, sondern obwohl sie vollkommen und genau ßten, ß er der Erbe sei. Dies aber sprach der öser vor seinem Leiden über sich selbst im ätsel und sagte die Zukunft im Vorauswissen vorasus. Er sagte dies aber während er im Tempel wandelte, Weinberges zu seiner Zeit: den Hohenpriestern, den Lehrern und den übrigen, die an der Spitze des Volkes standen, und setzte sie durch das Gleichnis sehr deutlich in den Stand, den Urteilsspruch gegen sich selbst zu ällen. Er fragt sie also am ß der Parabel und sagt: „Wenn der Herr des Weinberges kommt, was wird er jenen Arbeitern tun?" Die aber, die noch nicht verstanden, ß es über sie gesagt war, ällten den Urteilsspruch gegen sich selbst und sagten: „Sehr übel wird er sie zu Grunde richten und den Weinberg andern Arbeitern gaben, die ihm die üchte liefern zu ihrer Zeit." darauf sagte Jesus zu ihnen: „Habt ihr niemals in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Erbauer verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des äudes, vom Herrn kam er und ist ein Wunder in unsern Augen?" öllig entsprechend zeigte er nach der Voraussagung über seinen Tod seine Auferstehung von den Toten aus den prophetischen Zeugnissen. Denn er lehrte im voraus, ß der Sohn des Weinbergsbesitzers von ösen Arbeitern werde ötet werden. Nachdem er von ihnen den Urteilsspruch empfangen hatte, brachte er darauf folgendes vor: „Der Stein, den die Erbauer verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des äudes“ und redete so prophetisch im ätsel über seine Auferstehung. Denn nachdem er von den Arbeitern, die auch Erbauer ßen), verworfen war, wurde er — der „kostbare Stein", von dem der Prophet Jesaja sagt: „Siehe, ich lege in Zion einen älten und kostbaren Stein als Hauptstein des grundsteins; wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden" — zum Hauptstein eines andern äudes, über das das Wort sagt: „und ist ein Wunder 3 = I ön 1910 17 ff. = Matth 21 40 ff. 33 = Jes 28 16 3 „deinen Propheten und deinen Altar" Σ 1. ABBREV Lee und vy ABBREV 11 καὶ λέγει Th. gr. < Σ 1. ABBREV 28 „Nachdem“] Hauptsatz in unsern Augen“, womit er auf seine Kirche hinwies. Dann ihrem eigenen Urteilsspruch brachte auch er ihnen die Vergeltung und sagte: „Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das üchte bringt", was mit dem von ihnen gesagten Worte übereinstimmt: „Er wird den Weinberg andern Arbeitern geben, die ihm üchte liefern zu ihrer Zeit." Reich Gottes aber nannte er in diesen Worten die Sitte der Gottesverehrung, die von jenen Arbeitern genommen wird, wie er sagte und sehr deutlich weissagte und zeigte. „Es wird aber einem anderen Volke gegeben werden, das üchte bringt": dies ist das Volk der Christen, das in der ganzen örfung einer öttlichen ührung passende und würdige üchte in Taten und Worten täglich zeigt. Über die Verwerfung der Juden zumal und über die Berufung der ölker und über diejenigen, die ürdig in seiner Kirche versammelt werden, und über das Ende eben dieser. Aus dem Evangelium des äus.

Nach dem soeben ähnten Gleichnis schreibt das Wort göttlicher Schrift: „Da die Hohenpriester und die äqer siene Gleichnisse örten, erkannten sie, ß er über sie rede, und trachteten, ihn zu fassen, aber sie ürchteten sich vor dem Volke, weil sie ihn als einen Propheten hielten. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen wiederum in Gleichnissen: Es gleicht das Himmelreich einem Manne, einem önige, der seinem Sohne eine Hochzeit veranstaltete. Und er sandte seine Knechte aus, die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, und sie wollten nicht kommen. Abermals schickte er andere Knechte aus und trug ihnen auf, den Geladenen zu sagen: Seht, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und mein Mastvieh ist ötet ótet und alles fertig ür euch, kommt zur Hochzeit. Die aber verachteten es und gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere in sein äft, die übrigen aber griffen seine knechte, ßhandelten und öteten sie. Der önig aber schickte sein Heer aus und ötete die örder, ihre Stadt aber verbrannte er. Hierauf sagte er zu seinen Knechten: Meine Hochzeit ist fertig, die Geladenen aber waren es nicht wert. Geht also hinaus auf Wege und Stege und ruft zur Hochzeit, wen ihr findet. Und jene Knechte gingen hinaus auf die Wege und brachten zusammen alles, was sie fanden, Gute und Schlechte." Im ersten Gleichnis aber gab es einen Weinberg, 17—35 = Matth 21 15—22 10 8 1. ABBREV 9 „weissagte" (= χράω)] „gebrauchte" Σ (= χράομαι 32 1. ABBREV mit Pes einen Turm, eine Kelter und öse Arbeiter und erste und letzte Sklaven, die geschickt und ötet wurden, und zuletzt wurde der Sohn des Weinbergbesitzers, selbst er, ötet, ótet, wodurch das Volk der Juden, der Tempel, der Altar und die üdischen Herrscher angedeutet waren und die ersten und letzten Propheten und zuletzt der Sohn Gottes, den die ösen Arbeiter, die an der Spitze des Volkes standen, öteten.

Das jetzige vor unsern Augen liegende Gleichnis aber ührt eine Hochzeit ein, eine Verbindung offenbar und Gemeinschaft des äutigams und der Braut und ein Hochzeitsmahl und wiederum auch hier Sklaven, die geschlagen und ötet werden, und erste und letzte, de geladen Er zeigt aber durch diese Worte wiederum verborgen das, was nach seiner Auferstehung von den Toten sich ereignen wird. Denn der äutigam ist der öttliche Logos und die Braut ist die ünftige Seele, die sich mit ihm vereinigt und den öttlichen Samen von ihm empfängt, und die öttliche und die ünftige Gemeinschaft ist die seiner Kirche, und darauf folgt das ünftige Gelage und Hochzeitsmahl öttlicher und himmlischer Speisen. Die Knechte aber sind hier Bitter. Er redet keineswegs von denen, die üher zum Weinberg seschickt wurden, sondern von andern. Denn jenes waren die Propheten, dies aber sind seine ünger, die geschickt wurden zuerst zu berufen diejenigen, die aus der Beschneidung sind. Denn indem er sie ausschickt, ermahnt er sie am Anfang und sagt: „Auf der ße der Heiden sollt ihr nicht ziehen und eine Stadt der Samariter nicht betreten, sondern geht vielmehr zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel." Eben diese also luden die Knechte zuvor ein. Da man aber auf die Berufung nicht örte, sandte er auch zum zweiten Male viele Verkündiger und Herolde des Evangeliums, die er nach den ölf Aposteln auserwáhlte, andere siebzig ünger, damit eben auch sie dem Volk der Juden suerst die frohe Botschaft ündigten und es beriefen zum Gelage der neuen διαθήκη. Aber sie richteten nichts aus, weil diejenigen, die geladen waren, sich ümmerten um äfte, weil diese, nachdem man die Berufung der Knechte nicht ört hatte, die einen mißhandelten und die andern öteten. In der Schrift kann man finden, wieviele von den üngern unseres ösers man in Jerusalem selbst und im übrigen äa in Zeit Zeit ötete. Auf der Stelle also wurde Stephanus als erster von ihnen gesteinigt und darauf Jakobus, der Bruder des Jo- 22 = Matth 105 f. 28 vgl. Luk 10 1. 17 29 vgl. I Kor 1125 35 vgl. Act 7 59 86 vgl. Act 12 2 1. 4. 10 „erste und letzte", vgl. o. zu S. 185 hannes, und wiederum nach ihnen der, der zuerst den Thron der dortigen Kirche ückte, ückte, Jakobus, genannt der Bruder unsers Herrn, den wegen der öße seiner Tugenden seine Zeitgenossen den „Gerechten“ nannten. Auch diesen steinigten die Juden. Wie sie aber die ünger auch mit ägen ßhandelten, ersählt die Schrift der Πράξεις. Dies nahm unser öser, bevor es geschah, in göttlichem Vorauswissen vorweg und prophezeite das, was ihnen von jenen ßen sollte, und sagte durch das Gleichnis die Zukunft voraus, bevor sie geschah, durch folgende Worte: „Der önig aber ward zornig über die ßhandlung und den Mord der Knechte und schickte ein Heer und ötete die örder, und ihre Stadt verbrannte er." Was ist offenbarer als dies Vorher wissen und die Εrfüllung dieser Dinge? Denn das Heer der ömer kam nach kurzer Zeit, belagerte die Stadt und vernichtete den Tempel im Feuer. Und wessen war dies Werk, wenn nicht des über allem stehenden önigs Gott? Deswegen ßt es: „Der König aber schickte sein Heer, ötete die örder und verbrannte die Stadt.“ Bis jetzt also ist es öglich, mit eigenen Augen die Brandtrümmer der ätze mit Augen zu sehen, ür diejenigen, die nach dem orte reisen. Wie aber die örder der Apostel bei der Eroberung ergriffen wurden und die ührende Strafe erlitten, ist nicht ürdig zu sagen. Man kann in der Schrift des Juden Flavius Josephus das finden, was ihnen geschah. Nach dem Morde dieser aber und nach der Eroberung der öniglichen Hauptstadt taten diejenigen, die übrig geblieben waren von den Knechten, — die zuvor von ihrem Herrn ört hatten, daß die ersten, die berufen waren, „es nicht wert waren: Geht vielmehr hinaus auf die Wege und Stege und ruft jeden, den ihr findet, zur Hochzeit" — taten das, was ihnen aufgetragen war. Es sagte also zu ihnen unser öser nach seiner Auferstehung: „Gehet hin und lehret alle ölker in meinem Namen", und das sagte er, der üher befohlen hatte: „Auf der ße der Heiden sollt ihr nicht ziehen", sondern nur den Juden predigen. Als die aber die Bitter ßhandelten, da ß er zum zweiten Male seine Knechte und sagte: „Die Geladenen waren es nicht wert, geht hin auf die Wege und Stege und ruft jeden, den ihr findet, zur Hochzeit." Als sie dies durch die Tat vollendeten, gingen sie hinaus 2 vgl. Euseb. Hist, eccles. II 23 ff. 9. 15 = Matth 227 28 = Matth 19 30 = Matth 10 6 2 l. ABBREV Bernstein mit HS 18 „mit Augen" Σ ist überflüssig nach „mit eigenen Augen" 21 „des Juden“] „der ömer“ Σ. Schreibfehler, l. ABBREV nach Σ 152 2 23 „und taten" Σ str. ABBREV in die ganze öpfung und ündeten allen Völkern die göttliche und himmlische Berufung und brachten zusammen, soviele sie fanden, öse und Gute. Niemand also darf sich wundern, wenn nicht alle diejenigen, die in der Kirche Christi versammelt sind, gut sind, sondern auch öse durch Vermischung mit den Guten vereinigt sind. Denn auch dies war dem Vorauswissen unseres ösers nicht verborgen. Entsprechend aber und gemäß dem Vorauswissen erscheint auch dies, nachdem es in die Tat übergegangen ist. Er zeigt also, welches das Ende derer sein wird, die, obwohl ürdig, in seiner Kirche versammelt sind; denn er lehrt hinterher im Gleichnis dies und sagt: „Und voll wurde der Festsaal von Geladenen. Als aber der önig hereinkam, die äste zu sehen, sah er dort einen Mann, der hatte kein Hochzeitskleid an. Und er sagte zu ihm: Mein Lieber, wie bist du hier hereingekommen, obwohl du kein Hochzeitskleid anhast? Er aber schwieg. Darauf sprach der Κönig zu den Dienern: Fesselt ihm Ηände und Füße und bringt ihn hinaus in die äußerste Finsternis, dort wird sein Weinen und ähneknirschen. Denn viele sind berufen, wenige aber ählt.“ Eben mit diesen voraussagenden Worten unterwiew er auch vorher diejenigen, die nicht recht in seiner Kirche leben.

Wiederum über die Verwerfung des üdischen Volkes. Aus dem äusevangelium.

„Ihr Schlangen und Otternbrut, wie wollt ihr der ölle entfliehen? Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und ihr werdet die einen öten und kreuzigen, die andern in euren Synagogen ßeln und sie verfolgen von Stadt zu Stadt, auf ß über euch komme alles auf Erden vergossene Blut Gerechten, vom Blute Abels an bis zum Blute des Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr ötet habt zwischen κατάστρωμα und Altar. Ich sage euch, das alles wird kommen über dies Geschlecht." Es ist nicht ötig zu sagen, ß all dies so klar ist, ß es auch nicht Einer Erörterung bedarf, ß es in äterer Zeit eben durch Taten erfüllt wurde und das Vorherwissen unsers ösers durch offenbare Erfüllung bestätigte. Denn die Apostel wurden von den Juden in äterer Zeit in Jerusalem selbst geschlagen, „indem sie aus ihrer Synagoge hervorgingen sogar mit Freuden, weil sie ürdigt waren, um des 10—18 = Matth 22 10—14 22—29 = Matth 23 33—36 34 = Act 5 41 5 1. ABBREV mit HS willen ßhandelt zu werden." Von ihnen wurde Stephanus gesteinigt, Jakobns mit dem Schwerte hingerichtet und wiederum der zweite Jakobus gesteinigt. Simon aber, der nach Jakobus den Bischofsthron von Jerusalem empfing, wurde, wie die Geschichte berichtet, dem Kreuz üdergeben, und ferner viele andere, die von den Juden ötet wurden, versiegelten das Vorauswissen unsers ösers. Wegen aller dieser Dinge wurde das Geschlecht, das sich so sehr erfrechte, mit dem von Gott stammenden Gerichte bestraft, und so brachte es über sich selbst die äußersten Folgen all seiner Taten. Denn aus jenem Geschlecht wurde ausgerottet Tempel und Altar und wurde öst das Reich, das, von den ätern her überliefert, bis zu jener Zeit bewahrt worden war, und die Freiheit von ihnen genommen. Eben durch Taten ward jetzt ersichtlich, sichtlich, ß die Strafe all des von jenem Geschlechte vergossenen Blutes der Gerechten den voraussagenden Worten unsers ösers Erlösers ent- sprechend war. Es ist aber notwendig, zu sehen, mit wie ßer Vollmacht und aus wie ßer Kraft gesagt ward: „Siehe ich sende zu euch Propheten und Weise". Denn das „Siehe ich sende" zeigt, ß es in Vollmacht Gottes gesagt ward, und ß er den Herrschern der Juden ins Angesicht rief: „Ihr Schlangen und Otternbrut", war kein geringerer Beweis. Nach all diesen Dingen aber zeigte das voraussagende Wort über das Verderben, das sie erreichen sollte, die ätigung dieser Worte durch die üllung. Dies also genügend.

Wohlan aber, entsprechend wollen wir üfen, wie er über das Land selbst, das ihnen von Ewigkeit her kostbar war, und über die ürdigen ümer) der bei ihnen ühmten Hauptstadt des Reiches durch öttliches Vorauswissen voraus bezeugte, ß sie zum äußersten Unheil sich ändern ürden wegen der Frechheit der Bewohner gegen ihn, über die er sogar weinte in seiner Liebe.

Über die örung des Tempels von Jerssalem.

Wie das, was über das Volk der Juden vorausgesagt war, üllung fand, ist im Vorhergehenden gezeigt worden. Da aber der Logos Gottes auch über ihre Orte weissagte, so üssen wir auch seine Worte über sehen und üfen. Da sie seine reine Lehre nicht ertrugen noch seinen Freimut noch seine Widerlegung, so bewirkten die 1 vgl. Act 7 59 12 2 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 1 5 23 16 4 vgl. Euseb Hist. eccles. II 25 5 16 ff. = Matth 23 33 f. 28 vgl. Luk 19 41 31—S. 194, 17 = 12. ück der griech. Theoph. S. 26 13—29 4 Herrscher der Juden, ß sie in ihrer Stadt befreit wurden von ihm. Als er aber aus Jerusalem fortzog, sagte er folgende Worte über ihre Stadt: „Jerusalem, Jerusalem! Die du ötest die Propheten und steinigest die, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre üchlein sammelt unter ihre ügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe euer Haus wird öde gelassen. Ich sage euch aber: nimmermehr sollt ihr mich sehen von jetzt an, bis ß ihr sagt: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn.“ Da eine schmutzige Besudelung in äterer Zeit von ihnen geschah — es war dies aber der Frevel, den sie gegen unsern öser wagten — so war es ötig, ß nicht nur die Bewohner der Stadt, sondern auch das Land selbst, auf das sie ächtig stolz waren, dem Entsprechendes litt, was seine Bewohner taten; was sie auch bald darauf gelitten haben, als die ömer öber über die Stadt kamen und von den Bewohnern die einen Kriegsrecht öteten, die andern durch Hunger vernichteten, andere in die Gefangenschaft ührten, andere verfolgten und an jeden Ort zerstreuten ihr Haus aber und ihren Tempel verbrannten und in die äußerste üstung warfen. Aber obwohl dies in äterer Zeit geschah, nahm unser öser die Zukunft durch Vorauswissen vorweg als Logos Gottes und sagte das, was sich ereignen werde, durch die vorliegenden Worte voraus. Kinder der Stadt aber nennt er das ganze Volk der Juden und als ihr Haus bezeichnet er den Tempel. Dann bezeugt er, ß das Unheil ihnen nachfolgen werde durch ihre Veranlassung, das er oftmals ihre Kinder unter das Joch der ömmigkeit habe ssammeln wollen, wie er vor allem war und von Ewigkeit her sich sorgte um sie und durch jeden einzelnen der Propheten in allen Geschlechtern zu ihnen herabkam und sie berief, ß) sie aber nicht ören wollten auf seine Berufung, um dessentwillen er den Richterspruch über sie vorbrachte und sagte: „Siehe euer Haus wird öde gelassen werden." Ganz ältig aber sagt er, nicht ß die Stadt öde sein werde, sondern das Haus in ihr, das ßt aber der Tempel, den er nicht mehr sein noch Gottes Haus ßen will, sondern das ihre. Er weissagte, daß es öde sein werde nicht anders als verlassen von der Vorsehung, die ihn 3—8 = Matth 23 37—39 τῆς πόλεως ἀπαλλαγῆναι ἐποίουν Th. gr. 16 „und — zerstreuten" < Σ καὶ εἰς πάντα τόπον διασκεδασάντων Th. gr. 1. ABBREV ABBREV ABBREV 17 τὸν δ’ οἶκον . . . . ἐμπρησάντων Th. gr. „und die Gefangenschaft . . . . “ Σ 1. ABBREV 23 ὅτι παρὰ τὴν αὐτῶν αἰτίαν τὰ σκυθρωπὰ αὐτοὺς μετελεύσεται Th. gr. „sie bestrafen werde" Σ üher ürsorglich) heimsucht weswegen weswegen er sprach: „Siehe euer Haus wird öde gelassen werden." Man ß sich wundern üher die Erfüllung des Wortes, weil zu keiner anderen Zeit jemals der Ort eine solche üstung erlitt, nicht einmal zu der Zeit, als er wegen der Vielheit ihrer Bosheit und ötzenverehrung und wegen der Besudelung mit Prophetenblut von den Babyloniern ausgerottet wurde. Denn ährig ward die ganze Zeit der üstung des Ortes in jenen Jahren. Deswegen äre ihnen in jener Zeit nicht passend gesagt worden: „Siehe, euer Haus wird öde gelassen werden." Denn es blieb nicht verlassen, es ß ihm vielmehr eine ürsorgliche) Heimsuchung zu nach kurzer Zeit, in der es einer besseren Erneuerung ürdigt wurde, größer als üher, ß Einer von den Propheten vorher sagte: „Der Ruhm dieses Hauses wird ß sein, der letzte mehr als der erste." Wie sie aber nach dem Wort unsers ösers verlassen wurden und ihr Haus durch den Urteilsspruch Gottes in die äußerste üstung geriet, zeigt denen, die zu jenen Orten kommen, der Anblick selbst, mehr als das Wort, die üllung. Und die Zeit ist ährig und lang geworden, ß sie nicht nur das Doppelte ägt der siebzigjährigen verwüstung, die zur Zeit der Babylonier stattfand, sondern sogar das Vierfache überschreitet, und so ätigt sie den Urteilsspruch unsers ösers. Wiederum aber auch zu anderer Zeit wandelte unser Erlöser um den besagten Tempel und, als seine ünger die Gebäude bewunderten, die ihn umgeben, und die öße und önheit des Tempels selbst, zeigten sie es ihm. „Der aber antwortete ihnen und sprach: Seht ihr nicht dies alles? Ich sage euch, es soll hier nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht öst ürde.“ Daß aber wahrlich bewundernswert war das ganze äude und der ganze andere Schmuck des dortigen Tempels, zeigen die Schriften. Des Beweises halber aber ist bis jetzt ein Uberrest aufbewahrt, durch den die Spuren der alten ände wahrgenommen werden. Das allergrößte Wunder aber ist die öttliche Stimme des des Vorherwissebns unsers Erlösers, die den Urteilsspruch ällte entsprechend denen, die das Gebäude bewunderten, daß an dem Orte, den sie bewunderten, kein Stein auf dem anderen ört gelassen ürde. Denn der Ort müsse um der Frechheit seiner Bewohner willen ändige Vernichtung und Ver- 12 = Hag 29 21 vgl. Matth 24 1 24 = Matth 24 2 16 ἡ ὄψις αὐτὴ τοῦ λόγου μᾶλλον δείκνυσι τὸ ἀποτέλεσμα Th. gr. „die üllung des Wortes" Σ 27 τά τε τῆς ἄλλης κατασκευῆς Th. gr.] 1. ABBREV mit HS 35 1. ABBREV Eusebiua III*. wüstung erdulden, da er eine Wohnung gottloser änner sei. Wie aber die Worte der Prophezeiung in die Tat übergingen und wie der ganze Tempel und seine Mauer und die schmuckvollen und önen äude in ihm, die jedes Wort in den Schatten stellen, eine Verwüstung von jener Zeit bis heute ertrugen und wie mit den Zeiten die Kraft des Logos immer mehr vernichtet, ß nicht einmal mehr Spuren der Fundamente an einigen Orten gesehen werden, kann, wer will, mit Augen sehen. Wenn aber jemand sagt, ß noch einige Orte bestehen, so ist es dennoch notwendig, auch ihre Vernichtung zu erwarten, da ihre üstung jeden Tag ächst und die genannte Prophezeiung mit verborgener Kraft jeden Tag wirksam ist. Ich ß aber, daß ich von einigen ört habe, die das uns vorliegende Wort anders ausgelegt haben: es sei ämlich nicht über alle äude gesprochen, sondern nur über den Ort, den seine ünger bewundernd ihm gezeigt hätten; denn über diesen habe er die Prophezeiung gesprochen.

Wiederum aber lehrt die über ihn ßte) Schrift seiner Jünger Folgendes über die örer des Ortes.

Über die Eroberung der Stadt. Aus dem Evangelium des Lukas.

„Als er die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn du erkannt ättest, wenn auch nur an diesem Tage, was zu deinem Frieden dient; jetzt aber ward es vor deinen Augen verborgen. Es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich umgeben, dich umzingeln und von allen Seiten ängen werden. Und sie werden dich ausrotten und deine Kinder in dir." Das Vorhergehende wurde über den Tempel geweissagt, das Vorliegende aber über die Stadt selbst, welche die Juden eine „Stadt Gottes“ nannten wegen des in ihr erbauten Tempels Gottes. Er weinte aber über die ganze Stadt, der Mitleidige, indem er nicht so sehr mit ihren äuden noch mit dem Erdboden als vielmehr mit den Seelen ihrer einstigen Bewohner und mit ihrem Untergang Mitleid hatte. Er legt aber auch die Ursache ihrer üstung dar, indem er sagt: „Wenn du üßtest, wenn auch nur an diesem Tage, das, was zu deinem Frieden dient". Er zeigt aber, ß sein Kommen zum Frieden der ganzen Welt geschah. Denn 19—24 = Luk 19 41—44 24—S. 195, 12 = 12. Bruchstück der griech. Theoph. S. 29 6—3010 26 vgl. Ps 46 (LXX: 45)5 31 = Luk 19 42 2. 3 1. ABBREV 23 1. ABBREV wie S. 195, 19 27 „Stadt“ < Σ πόλιν Th. gr. 1. + ABBREV er ist es, über den gesagt ist: „Es wird aufleuchten in seinen Tagen die Gerechtigkeit und die ülle des Friedens." Er kam aber eben deswegen, zu ündigen „Frieden den Nahen und Frieden den Fernen“, und sagte denen, die ihn aufnahmen: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch", den Frieden, den alle ölker in der ganzen öpfung, die an ihn glaubten, angenommen haben. Das Volk aus der Beschneidung aber, das nicht an ihn glaubte, erkannte nicht die Dinge seines Friedens. Deswegen sagt er hinterher: „Jetzt ist es verborgen vor deinen Augen, ß Tage über dich kommen und deine Feinde dich umgeben werden." Das also, was sie in kurzer Zeit erreichen sollte in der Belagerung, weil sie nicht vorher merkten auf den Frieden. der ihnen vorher ündigt war. war vor ihren Augen verborgen. Sie also sahen voraus, was ihnen nachher geschah, er aber weissagte dies deutlich durch sein Vorauswissen und zeigte die Eroberung, die sie von selten der ömer treffen ürde, deutlich vorher: „Denn es werden Tage über dich kommen," weil du nicht erkannt hast, das „was zu deinem Frieden dient". Denn um dieser Ursache willen „werden Tage über dich kommen und deine Feinde werden dich umgeben, dich umzingeln und dich von allen Seiten ängen, und sie werden dich ausroten und deine Kinder in dir." Er beschreibt aber hierdurch die Ar des Krieges, der gegen sie ührt) werden sollte. Wie dies zur Erfüllung kam, kann man aus der Schrift des Josephus Stsehen, der ein Jude war und in einer Familie eben der Juden geboren war von bekannten und ühmten ännern im Volk und der um die Zeit der Belagerung alles das, was bei ihnen geschah, niederschrieb und zeigte. ß es in der Tat den uns vor liegenden voraussagenden Worten entspreche.

Wiederum über die Eroberung der Stadt. Aus dem Evangelium des Lukas.

„ Wenn ihr", sagt er, „Jerusalem umgeben seht von einem Heer, so wisset, ß seine üstung nahe ist. Hierauf sollen diejenigen, die in Juda sind, entrinnen auf den Berg, und diejenigen, die drinnen sind, fliehen, und diejenigen, die auf dem Lande sind, nicht hineingehen nach innen, weil es die Tage der Vergeltung sind zu er- 1 = Ps 72 (LXX: 71)7 3 = Jes 57 19 4 = Joh 14 27 8 = Luk 19 42 f. 15. 17 = Luk 19 43 f. 29—S. 196, 6 = Luk 21 20—24 11 „vorher merkten" Σ προσδέξασθαι Th. gr. ]. ABBREV 32 „auf dein Lande"] ἐν ταῖς χώραις Lukas ABBREV Bernstein. Vgl. zu S. 197, 32 Füllen alles, was geschrieben ist. Wehe aber den Sch wangeren und den Säugenden in jenen Tagen; den es wird große Not sein auf der Erde Und großer Zorn über dieses Volk. Und sie warden fallen durch die Schneide des Schwertes und warden gefangen geführt warden unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten warden von den Völkern, bis daß Die Zeiten der Völker erfüllt warden“, so gibt er durch das uns jetzt Vorliegende die Zeichen der Zeit der äußersten Verwüstung des Ortes, was Er zeight, indem er sagt: „Wenn ihr Jerusalem umgeben seht von einem Heer, dann wisest, daß seine Verwüstung nahe ist.“ Denn niemand, sagt Er, möge hoffen, daß nach der eintretenden Eroberung und der dabei eintretenden Verwüstung des Ortes eine andere Erneuerung ihm werde zu teil Warden unter Antionchus Epiphanes und wiederum unter Pompejus. Denn oftmals erlitt der Ort eine Eroberung und wurde späterhin einer besseren Erneuerung gewürdigt. Aber erkennt, daß jetzt die äußerste Verwüstung Und vollständige Vernichtung über ihn kommen werde, „wenn Ihr ihn von Heeren belagert seht.“ Eine Verwüstung Jerusalem saber Nennt er die Vernichtung des Tempels und die Aufhebung dessen, was früher in ihm nach dem Gesetz des Mose gottesdienstlich vollzogen Wurde. Denn nicht mögest du glauben, daß eine Verwüstung der Stadt Selbst durch diese Worte ausgedrückt sei, als ob niemand mehr in ihr Wohnen werde. Denn er sagt hinterher, daß die Stadt bewohnt warden Wird, nicht von den Juden, sondern von den Völkern, indem er so sagt: „Jerusalem wird zertreten warden von den Völkern“, und deher weiß Er, daß sie bewohnt sein wird von den Völkern. Ihre Verwüstung aber Nennt er die Tatsache, daß sie nicht mehr von ihren Kindern bewohnt Wird und daß kein gesetzlicher Gottesdienst in ihr besteht. Wie aber Auch dies erfüllt wurde, bedarf nicht vieler Worte, da man mit Augen sehen kann, daß die Juden unter alle Völker zerstreut sind, und daß Fremde und Andersgeschlechtige Bewohner der Stadt sind, die einst Jerusalem hieß, jetzt aber von dem Eroberer Aelius Hadrianus: Aelia Genannt ist. Das Wunderbare also an seiner Prophezeiung ist, daß er 6 = Luk 13 35 7–S. 198, 2 = 12. Bruchstück der griech. Theoph. S. 30 12–32 6 9. 17 = Luk 21 20 25 = Luk 21 24 32 vgl. Euseb. Hist. Eccles. IV 6 4 25 „daher“] „fortan“ Σ 1. ABBREV 27 ἐρήμωσιν δὲ αὐτῆς ἀποκαλεῖ τὸ μηκέτι ὑπὸ τῶν οἰκείων μηδὲ κατὰ τὴν νόμιμον λατρείαν συστήσεσθαι αὐτήν Th. Gr. Nach οἰκείων Lücke? 32 „Eroberer“] πολιορκητοῦ Th. Gr. 1. ABBREV Mit HS inbetreff der Juden sagt: „sie würden unter alle Völker geführt werden", inbetreff der Völker aber: „Jerusalem werden von den Völkern.“ Wunderbar aber ist die Erfüllung, die Juden, während sie die ganze Menschenwelt erfüllen, so daß zu den Athipen und Skythen und an die Enden der Erde fortgewandert sind, nur ihre eigene Stadt und den einst inst hei ihnen verehrten Ort nicht betreten können. Und wenn die Stadt gänzlich öde wäre, so würde vielleicht jemand meinen, daß dies Jetzt aber wird der Ort von fremden und andersgeschlechtigen Völkern bewohnt, und nur ihnen ist es unmöglich, ihn zu betreten, sodaß sie 10 nicht einmal aus der Ferne das Land ihrer Väter sehen können. ist auf diese Weise vollendet, entsprechend der Weissagung, die lautet: „Sie werden unter alle Völker in Gefangenschaft geführt Jerusalem wird zertreten werden von den Völkern.“

Er zeigte aber auch den Kampf vor der Gefangenschaft, indem er sagt: „Denn es wird eine Not sein auf Erden und ein großer Zorn über Volk, und sie werden fallen durch die Schneide des Schwertes." Wie aber dies im einzelnen geschah und wie das. was von unserm Erlöser vorausgesagt war, durch die Tat erfüllt wurde, kann man aus Schrift des Flavius Josephus lernen, der auch die Erfüllung des voraussagenden 20 Wortes unsere Erlössers: „ Wehe aber den Schwangeren den Säugenden in jenen Tagen“ deutlich zeigt und berichtet, ihre Kinder im Feuer brieten und aßen wegen der Stärke der die Stadt erfaßt hatte. Eben ihn also, den Hunger, der über Stadt kommen werde, sah unser Erlöser voraus und riet daher seinen 25 Jüngern, bei der Belagerung, die über die Juden kommen sollte, Zuflucht nicht zur Stadt zu nehmen als zu einem festen und von Gott beschützten Orte, was den meisten widerfahren ist, sondern sich von wegzuwenden und auf die Berge zu fliehen, und diejenigen inmitten Judäas sollen zu den Völkern entweichen und diejenigen in seinen 30 Landgebieten sollen nicht ihre Zuflucht nehmen zu ihm zu Jerusalem wie zu einem festen Ort. Deswegen sagt er: „Die auf dem Lande sind, 1 2. 12 = Luk 21 24 16 = Luk 21 23 f. 20 vgl. Jos. bell. Jud. VT 3 21 = Luk 2123 32 = Luk 21 21 f. 6 καὶ τῷ πάλαι θρησκευομένῳ παρ’ αὐτοῖς τόπῳ Th. gr. „und den Ort der Verehrung, der einst ihnen gehörte“ Σ 15 τὸν πρὸ τῆς αἰχμαλωσίας Th. ᾖ. „die Art (= τρόπον) eben der Gefangenschaft des Krieges" Σ 25 ABBREV mit HS 28 ὅπερ πεπόνθασιν οἱ πολλοί Th. gr. „was viele in ihr gelitten haben" Σ 32 „auf dem Lande"] ABBREV Bernstein ABBREV Schultheß sollen nicht hineingehen nach innen, weil es Tage der Vergeltung sind. zu erfüllen alles, was geschrieben ist."

Wer Lust hat, kann also die Erfüllung dieser Dinge aus der Schrift des Josephus lernen. Wenn es aber recht ist, daß wir, sei es auch nur in Kürze, auch in dieser Schrift um des Zeugnisses willen von ihm etwas hersetzen, so hindert nichts, den Schriftsteller selbst zu hören, der in dieser Weise schreibt:

Aus dem sechsten Buch der Schrift des Josephus.

„Was habe ich nötig, die Schamlosigkeit des Hungers gegen die seelenlosen Dinge auszusagen. Denn ich gehe daran, ein Werk von ihm zu Künden, wie es weder bei Griechen noch bei Barbaren beschrieben ist. Denn es ist furchtbar zu sagen und unglaublich zu hören. Ich würde, damit es nicht scheine, als ob ich den späteren Menschen Lügen erzählte, die leidvolle Sache vielleicht gern übergehen, wenn ich nicht viele zeitgenössische Zeugen hätte. Hauptsächlich aber würde ich meinem Vaterlande eine laue Gnade erweisen, wenn ich zu erwähnen unterließe was es in der Tat litt. Ein Weib von denen, die jenseits des Jordans wohnen, mit Namen Maria, bekannt wegen ihrer vornehmen Familie und ihres Reichtums, nahm mit vielen ihre Zuflucht zu Jerusalem und wurde mit ihnen belagert. Die einen Besitztümer dieser Frau, soviel sie von Peräa fortgeschafft und in die Stadt gebracht hatte, raubten die Tyrannen, den Rest ihres Schatzes aber, selbst wenn etwas Nahrung rung ausfindig gemacht war, raubten die Soldaten, indem sie täglich hineinsprangen. Gewaltiger Grimm aber kam über das Weib und oftmals reizte sie die Räuber wider sich, wenn sie schmähte und fluchte. Da aber niemand weder im Grimm noch aus Mitleid sie tötete, und da sie müde ward, für andere etwas Nahrung zu finden, und von allen Seiten außer stande war, überhaupt zu finden, und da der Hunger durch ihr Inneres und ihre Eingeweide zog und ihr Grimm mehr als der Hunger entbrannte, so nahm sie den Drang mitsamt dem Zwang zum Berater, ging gegen die Natur an, ergriff ihren Sohn — sie hatte 9–S. 199, 8 Jos. Jos. bell. Jud. VI 3 3; Euseb. Hist. eccles. III 6 20—25 15 ἄλλως τε καὶ] „anders aber auch" Σ 21 ὅσην ἐκ τῆς Περαίας ἀνασκευασαμένη μετήνεγκεν εἰς τὴν πόλιν] „aus dem Jenseitigen" . . . Σ 27 πὰν ταχὸθεν δ’ ἄπορον ἢν ἡδῆ καὶ τὸ εὑρεῖν] „von allen Seiten und Verlegenheit ihr auch war zu finden" Σ. 1. ABBREV vor ABBREV und str. ABBREV vor ABBREV 30 „und nahm" Σ str· ABBREV aber einen Säugling — und sprach: Unseliges Kind; in Kampf, Hunger und Aufruhr, für wen soll ich dich bewahren? Bei den Römern wirst du Sklave sein, selbst wenn du vielleicht bis dahin lebst; es kommt aber der Hunger der Knechtschaft zuvor. Die Aufrührer aber sind schlimmer als beide. Komm und diene mir als Speise, den Aufrührern zur Strafe und der Welt zum Mythus, der allein noch fehlt den Leiden der Juden. Als sie dies gesagt hatte, tötete sie zugleich ihren Sohn. Dann briet sie ihn, aß die eine Hälfte auf und verbarg und bewahrte den Rest auf.“ Diese Leiden habe ich aus unzähligen hergesetzt wegen des voraussagenden göttlichen Wortes unsers Erlösers, das lautet: „Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen“. Da aber auch dies den voratissagenden Worten unsers Erlösers hinzugefügt ist: „Es wird eine große Not sein auf Erden und ein großer Zorn über dies Volk“ oder wie Matthäus sagt: „Denn es wird in jener Zeit eine große Xot sein, dergleichen es nicht gegeben hat seit Anfang der Welt bis jetzt und nicht sein wird“, so ist es recht, von dem Schriftsteller zu hören, wie er die Erfüllung eben dieser Dinge so beschreibt:

Aus dem fünften Buch der Schrift des Josephus.

„Jede einzelne ihrer Bosheit also zu erzählen, ist unmöglich. Um es aber zusammenfassend zu sagen: keine andere Stadt hat so viel gelitten und kein Geschlecht ist jemals zeugungskräftiger gewesen an Bosheit als dies. Denn die Stadt zerstörten sie selbst und erzwangen, daß den Römern eine traurige Siegestat wider Willen zugeschrieben wurde, und schleppten das fast zögernde Feuer zum Tempel. In der Tat sahen sie ihn von der oberen Stadt aus brennen, ohne zu klagen und zu weinen.“ Dies geschah wegen des Wortes: „Es wird in jener Zeit eine große Not sein, dergleichen es nicht gegeben hat seit Anfang der 9— S. 200, 7 = 13. Bruchstück der griech. Theoph. 10. 12 = Luk 21 23 14 = Matth 24 21 19—26 = Jos. bell. Jud. V 10 5 26 = Matth 24 21 1 βρέφος, εἶπεν, ἄθλιον] „Kind“ < Σ 1. ABBREV 3 κἀν ζήσωμεν (1. ABBREV ? ἐπ’ αὐτούς] „auch wenn du vielleicht lebst bei ihnen“ (= ἐπ’ αὐτοῖς) Σ 4 οἱ στασιασταὶ δὲ ἀμφοτέρων χαλεπώτεροι] „als beide“ < Σ. 1. ABBREV ABBREV 15 „und bis“ Σ stf. ABBREV 22 Ῥωμαίους δὲ ἄκοντας ἠνάγκασαν ἐπιγραφῆναι σκυθρωπῷ κατορθώματι καὶ μόνον οὐχ εἵλκυσαν βραδῦνον ἐπὶ τὸν ναὸν τὸ πῦρ. ἀμέλει καιόμενον ἐκ τῆς ἄνω πόλεως ἀφορῶντες οὔτε ἤλγησαν .... Th. gr. „und sogleich schleppten sie ohne Zögern zum Tempel und das in ihm brennende Feuer sahen sie von der oberen Stadt“ Σ Welt“, was. ebenfalls von unserm Erlöser vorausgesagt, der Schriftsteller bestätigt hat als ganze vierzig Jahre später in der Zeit des römischen Königs Vespasian erfüllt. Es fügt aber unser Erlöser seinen voraussagenden Worten hinzu und bestimmt die Zeit, bis wann Jerusalem niedergetreten sein soll von den Völkern. Denn er sagt, „bis daß die Zeiten der Völker erfüllt werden“. und weist hiermit auf das Ende der Welt.

Ferner darüber, daßk das Gesetz der Juden nicht mehr auf den Bergen Garizim noch in Jerusalem erfüllt werden soll, und über den gottgeziemenden Gottesdienst, der in seiner Kirche entstanden ist. Aus dem Evangelium des Johannes.

In der Nähe der uns benachbarten Stadt, in dem palästinischen Neapel — einer keineswegs kleinen, sondern sogar berühmten Stadt — traf ihn ein samaritisches Weib und sagte nach einigen anderen Worten zu ihm: „Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse.“ Darauf antwortete unser Erlöser und sagte zu ihr: „Glaube mir, Weib, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem werdet den Vater anbeten.“ Kurz darauf sagt er: „Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, wo die wahrhaftigen Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit. Denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Auch hierin zeigte er ein durchaus nicht gewöhnliches Vorauswissen. Denn früher, in den Tagen des römischen Königs Tiberius, zu dessen Zeit dies gesagt wurde, waren die Juden für sich gesondert in Jerusalem vereinigt, um das Gebot ihres Gesetzes zu erfüllen, während die Samariter auf dem sogenannten Berge Garizim, in der Nähe von Neapel, Gott ehrten und behaupteten, man müsse das Gesetz des Mose dort erfüllen. Diese Berge wurden als die geweihten Stätten Gottes auf beiden Seiten verherrlicht und über beide legt die Schrift Zeugnis ab, bei ihnen: Mose über den Garizim, bei den Hebräern aber: die Propheten über Jerusalem. Ein Urteilsspruch aber der göttlichen Stimme unsers Erlösers ging aus, daß fortan nicht mehr anbeten würden in Jerusalem noch auf dem Berge Garizim, die an diesen Ortern fest- 5 = Luk 21 24 15 = Job 4 19 f. 18 = Job 4 21 20 = Job 4 23 f. 32 vgl. Dtn 1129 33 vgl. Jes 2 2? 2 μεθ’ ὅλα ἴτη] 1. ABBREV PSm hielten. Dies fand nicht lange darauf in der folgenden Zeit statt. Diese beiden Berge wurden nämlich durch die Belagerung in den Tagen des Titus Vespasianus und in den Tagen Hadrians entsprechend seinen Worten verwüstet. Denn der Tempel in der Nähe der Stadt Neapel ward durch unziemliche Bilder, Götzen, Opfer und blutvergießen be fleckt und beschmutzt, derjenige aber in Jerusalem bestand so lange Zeit, wie eben gesagt ist, und wurde dann von Grund aus durch äußerste Verwüstung und Brand zerstört. Durch die Tat also wurde von jener Zeit an bis jetzt die Prophezeiung unsers Erlösers erfüllt, die lautete: „Es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem werdet anbeten.“ „Stunde“ aber nannte er die Zeit, die noch nicht nahe war, sondern erst kommen sollte. Über den vernünftigen Gottesdienst aber, der von ihm seinen Jüngern überliefert wurde, fügte er hinzu und sagte: „Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, wo die wahrhaftigen Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit.“ Notwendig aber fügte er hier hinzu: „und ist schon jetzt.“ Denn auf der Stelle von der Stunde an, wo er die Worte sagte, überlieferten die wahrhaften Anbeter eben jenes Meisters und Lehrers und seine Jünger, die von ihm den vernünftigen Gottesdienst empfingen, einen Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit. Der über alles waltende Logos wies jirophczeiend darauf hin, daß fortan die wahrhaften Verehrer den über alles waltenden Gott nicht auf einem Berge noch in einem Winkel der Erde für sich gesondert, sondern in der ganzen Welt anbeten und ihm die göttlichen, unblutigen Gottesdienste leisten sollten, die im Geist und in der Wahrheit vollendet werden, weder durch Bilder noch durch irgend welche äußere Zeichen, wie es die Gottesdienste des Mose waren, die von den Juden und Samaritern gehalten wurden: durch Schlachtungen, Opfer, Weihrauch, Feuer und viele andere leibliche Mittel. Daß sie eben dies abschaffen würden, prophezeite der Logos Gottes in den vorliegenden Aussprüchen und sagte, daß die wahrhaftigen Verehrer fortan in der Wahrheit und im Geiste, das heißt aber nach göttlicher Art, in der Seele und im Gedanken den gottgeziemenden Gottesdienst leisten würden.

9 = Job 4 21 14 = Joh 4 23 6 wörtlich: „derjenige aber in Jerusalem wurde von Grund aus zerstört und blieb in äußerster Verwüstung und Brand so lange Zeit, wie gesagt ist“. Vermutlich ungeschickte Auflösung eines Partizipialsatzes und falsche Verbindung 13 „vollendet wurde“ Σ, 1. ABBREV (Druckfehler?) 21 „prophezeite hierduch, indem er zeigte“ Σ
Über das Volk, das aus fremden Völkern durch seine Lehre gegründet wird. Aus dem Evangelium des Johannes.

„Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich meinn Vater kenne, und ich lasse mein Leben für meine Schafe. Und andere Schafe habe ich, die nicht aus diesem Hofe sind. Ich muß sie führen, und sie hören auf meine Stimme, und es wird sein Eine Herde und Ein Hirt.“ An einer andern Stelle lehrte er und sprach: „Ich bin nur gekommen zu den irrenden Schafen aus dem Hause Israel.“ Er nannte aber das Volk der Juden in dieser Weise und prophezeite durch die vorliegenden Aussprüche, daß keineswegs nur diejenigen, die aus den Juden ihm zu Jüngern gewonnen wurden, in seine Herde gerechnet werden sollten, sondern auch die außerhalb dieses „Hofes“. So aber pflegt der Logos bisweilen das ganze Volk der Juden, bisweilen Jerusalem und den dortigen Gottesdienst zu nennen, der nach dem Gesetz des Mose erfüllt wurde. Daß er „andere Schafe“ sammeln will, „die nicht aus diesem Hofe sind“. — damit aber weist er auf die Völker in der ganzen Welt hin und sagt voraus, daß ihm aus ihnen vernünftige Herden gesammelt werden sollen, sodaß zu Einer und derselben Gottesverehrung alle diejenigen kommen, die aus den Juden und aus den Heiden an ihn gläubig werden. „Und es wird sein Eine Herde und Ein Hirt“ — seine Kirche, die aus Juden zumal und Heiden besteht, wie dies ία der Fall war am Anfang der Verkündigung des Evangeliums. Denn viele Scharen der Juden zumal ließeb sich überzeugen, daß er der Christus Gottes sei, der von den Propheten verkündet wurde, und wurden mit denen, die aus den Heiden an ihn gläubig Avurden, zu Einer Kirche vereinigt unter der Hand des Einen Hirten, eben des Logos Gottes. Dnn in Jerusalem erstanden sich ablösend aus den Juden fünfzehn Episkopen der dortigen Kirche von Jakobus dem ersten an, und Myriaden Juden zumal und Heiden gab es. die dort zusammen vereinigt waren bis auf die Belagerung in den Tagen Hadrians. Daß er aber der „Hirte“ sei, offenbarte uns der, der viele Male durch Prophetenworte verkündet wurde, die den Logos Gottes erwähnen und lehren, daß er der Hirt der menschlichen Seelen wie der vernünftigen Herden sei. So also heißt es bald bei den Propheten: „Der Herr weidet mich und nichts mangelt mir“, bald aber: 3 = Joh 10 14— 16 8 = Matth 15 24 13. 10. 20 = Joh 10 16 28 vgl. Euseb. Hist. eccles. IV 5 s 35 = Ps 23 (LXX: 22)1 22 „aber“ Σ vermutlich δή statt δέ 28 Das Eine ABBREV ABBREV ist zu streichen (Druckfehler) „Hirte Israels, höre, der Joseph lenkt wie Schafe“, bald aber lehrt und spricht „der Herr und Hirte der Herden“. In Wahrheit also wird er allein Hirte der vernünftigen Seelen genannt. Denn wie zum Beispiel unter den Menschen die Natur der Herden eine andere ist, als die vernünftige Natur dessen, der das unvernünftige Geschlecht weidet, beherrscht und lenkt, so ist noch viel mehr der Hirte, der Logos Gottes, eine bei weitem bessere Natur als die der Menschen. Wir aber sind seine Schafe und im Vergleich zu seiner Kraft gleichsam unvernünftiger als alle Herden. Ein guter und treuer Hirte aber ist in Wahrheit derjenige, der seine Schafe nicht vernachlässigt und zuläßt, daß sie von den Wölfen gefressen w erden, das heiß aber: von den bösen, seelenverderbenden Dämonen. Dies zwingt uns, auf das Wort dessen zu achten, der mit vieler Vollmacht“ und Kraft sagt: „Ich bin der gute Hirte“. Wenn er aber sagt: „Ich lasse mein Leben für meine Herden“, so weist er damit geheimnisvoll auf seinen Tod hin und lehrt zugleich auch die Ursache: daß er für die Erlösung der Seelen der vernünftigen Herden sein Leben ließ. Das Wort: „Ich habe andere Schafe“ deutet darauf, daß zu seinem Besitztum nicht nur Juden, sondern auch alle Völker gehören, die ihm von seinem Vater gegeben sind, entsprechend jener Verheißung: „Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe geben.“

Wie sein Tod die Ursache der Erlösung vieler ist. Aus dem Evangelium des Johannes.

Meist verweilte er unter den Juden, weil ihnen die voraussagenden Prophezeiungen der Propheten über ihn bekannt waren. Wreil aber einmal auch Griechen sich seinen Jüngern näherten und baten, ihn zu sehen, so steht seine Antwort geschrieben, als man ihm dies sagte: „Die Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht werde. Ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es eben nur wie es ist. Wenn es aber stirbt, so bringt es viele Früchte“. Offenbar verkündigt er auch hiermit geheimnisvoll, daß unter den Griechen, unter den fremden und andersgescblechtigen Völkern die Verherrlichung seiner Gottheit stark werden solle. Denn keineswegs war die Stunde der Verherrlichung gekommen, solange er 1 = Ps 80 (LXX: 79)2 13 vgl. Joh 10 18 13 = Job 10 14 14 = Joh 10 15 17 = Joh 10 ig 20 = Ps 2 s 27 = Joh 12 23. 24 1 „lehrt“] wörtlich „führt ein“ = εἰσηγέομαι wie Σ 193 18 6 „viel mehr“] wörtlich „über mehr“ = ἐπὶ πλέον mit den Juden zusammen war und redete, sondern als die Griechen zu ihm kamen. Er fügt aber notwendig hinzu und weist hin auf seinen Tod, seine Auferstehung und die dadurch geschehende Berufung der Völker. Denn wie das Weizenkorn, ehe es in die Erde fällt, eben dasselbe allein ist, die lebenzeugende Kraft in sich besitzt und die Triebe in sich birgt für die Ahrensaat, die aus ihm hervorsprossen soll, wie es aber dann, nachdem es in die Erde gefallen ist, gleichsam lebt nach dem Tode, sich mehrt und viele Ähren aus eigener Kraft hervorsprießen läßt, demgemäß, sagt er, werde es auch in betreff seiner selbst geschehen. Das hat offenkundig der Ausgang der ’ bewiesen, indem nach seinem Tode nicht nur Griechen, sondern auch viele Völker aus seiner Kraft und seiner göttlichen Fürsorge geschöpft haben. Er ist also der Same, der fällt und aufgeht, der stirbt und auflebt, der nach seinem Fall durch den Tod in Menge sich mehrte, der durch seine Auferstehung die Länder der Völker nach Art der Felder mit göttlicher, unaussprechlicher Kraft füllte. Deswegen sagt er: „Die Ernte ist reich, aber der Arbeiter sind weige.“ Und wiederum: „Hebt eure Augen auf und seht die Felder an, die weiß sind zur Ernte.“ Auch dies deutet hin auf diejenigen, die nach seinem Tode ihm vereinigt sind durch echten Glauben an ihn, durch deren Menge in der ganzen Welt der Griechen und Barbaren Kirchen von Myriaden Scharen gegründet wurden, indem die Seelen der Menschen nach Art vernünftiger Felder an Einen Ort: auf die Tennen seiner Kirchen gesammelt werden. Deswegen heißt es: „Er hat seine Wurfschaufel in der Hand, reinigt seine Tennen und sammelt den Weizen in die Scheuern. Die Spreu aber wird er verbrennen mit unverlöschlichem Feuer.“

Wie Simon, das Haupt der Jünger, gleich seinem Meister dem Kreuz übergeben wurde und aus dem Leben schied. Aus dem Evangelium des Johannes.

„Kinder, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Dann werdet ihr mich suchen. Wie ich den Juden sagte: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht kommen, so wiederum sage ich auch euch.“ „Sagt zu ihm Simon Petrus: Wohin gehst du? Antwortete ihm Jesus: Wohin 16 = Matth 9 37 17 = Joh 4 35 24 = Luk 30 17 30 Joh 13 33 32 = Jon 13 36 5 „die Triebe“] wörtlich λόγοι ich gehe, kannst du jetzt nicht kommen. Du wirst aber später dorthin kommen.“ Wiederum aber sagte Jesus am Ende der Schrift nach seiner Auferstehung von den Toten zu Petrus: „Ich sage dir, als du jung warst, gürtetest du deine Lenden und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und andere werden dir die Lenden gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte er aber zu zeigen, mit welchem Tode er Gott verherrlichen würde. Und als er dies gesagt hatte, sagt er zu ihm: Folge mir nach.“ Wer sollte sich nicht wundern, dabß seine Jünger, als er dies zu ihnen sagte, bereit und geneigt waren, ihm bis zum Tode anzuhangen? Denn nicht indem er sie irre führt und ihnen Hoffnung auf Glück verheißt und das verspricht, was in diesem Leben für Glück gehalten wird, — (nicht) auf diese Weise ködert er sie, ihm anzuhangen, sondern indem er nackt und unverhüllt die Martern voraussagt, die um seinetwillen über sie kommen sollten. Dem Simon selbst aber zeigte er sogar die Art der Kreuzigung voraus, durch die er später bei seinem Aufenthalt in Rom sein Leben vollendete, durch das Wort: „Wenn du alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, aber andere werden dir die Lenden gürten.“ Demgemäß aber zeigte er auch geheimnisvoll durch das Wort: „Wohin ich gehe, kannst du jetzt nicht kommen. Du wirst aber später dorthin kommen.“ Denn dies wurde keineswegs allen gesagt, sondern nur dem Simon, weil er allein in der Schrift genannt ist. der nach Art des Leidens unsers Erlösers sein Leben vollenden werde.

Wie er seinen übrigen Jüngern die Verfolgungen voraussagte, die von Zeit zu Zeit über sie ergehen sollten. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Hütet euch vor den Menschen. Denn sie werden euch der Obrigkeit ausliefern und euch in ihren Synagogen geißeln; und vor Statthalter und Könige werden sie euch führen um meinetwillen zum Zeugnis für sie und die Völker.“ Und wiederum: „Selig seid ihr, wenn ihr verfolgt und geschmäht werdet, und wenn man euch alles Schlechte andichtet um meinetwillen. Freut euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel. Denn so hat man die Propheten vor euch verfolgt.“ Ein Wunder aber ist der Zusatz des Wortes, das da heißt: „um 3 = Joh 21 18.19 17 = Joh 21 18 19 = Joh 13 36 26 = Matth 10 17. 18 29 = Matth 5 11. 12 11 „schreibt“ Σ = ὑπογράφω 12 „und auf diese Wise“ Σ str. ABBREV meinetwillen.“ Denn es genügte nicht, nur dies vorauszuwissen und die über seine Jünger kommenden Verfolgungen vorauszusagen, sondern er zeigte auch die Ursache, indem er sagte, daß sie dies um seinetwillen erleiden würden, keineswegs um böser Taten noch um anderen Frevels willen, sondern er bezeugte voraus, daß ihnen alles um seinetwillen zustoßen werde, was man durch die Tat erkennen kann. Denn wenn jemand zur Zeit der Verfolgung nur dies leugnete, daß er ein Christ sei, war er befreit von allem Tadel und von aller Ursache zur Verleumdung. So machte er das Leben seiner Jünger untadelig und sündlos, sodaß sie um keiner andern Ursache willen außer allein wegen ihres Bekenntnisses und Zeugnisses zu ihm alles Schlechte ertrugen. Völlig aber gewinnt er sie und macht sie sich geneigt dadurch, daß er sie mit den früheren gottgeliebten Propheten vergleicht. Denn wie sie die Propheten vor euch verfolgt haben, so werden sie auch euch in Zukunft ohne Grund verjagen und auch nach Art der Propheten bestrafen, weil ihr den über alles waltenden Gott verehrt, weswegen sie auch die Propheten verfolgt haben. Die Tatsache aber, daß er voraussagte, selbst ἡγεμόνες und Könige würden darüber bewegt werden, zu einer Zeit, wo er zugegen war und mit seinen Jüngern redete, und daß seine Worte sich so ereigneten und in die Tat übergingen, wie sollte das nicht größer sein als ein Wunder? Denn viele andere, Barbaren und Griechen, die sich für Lehrer der Weisheit ausgaben, haben vieles mit ihren Jüngern geredet, indem die einen Gottloses verkündeten, die anderen das Wort der Vorsehung und andere selbst die bei vielen als Götter Geltenden aufhoben, während andere als Anfänger böser Dogmen auftraten und andere sagten, daß das höchste Ziel die Lust sei und noch andere, daß die Lust gleichgültig sei, wie es sich gerade traf. Niemals aber hat einer von ihnen derartiges für seine Jünger vorher entschieden, noch kennen wir Verfolgungen, die über sie kamen, wie diejenigen, die über die Lehre unsers Erlösers kamen. Wie also sollten wir uns nicht wundern und bekennen, daß es in Wahrheit Gottes Worte seien, da er nicht nur durch göttliches Vorauswissen die Verfolgungen vorausbezeugte, die über seine ünger kommen würden, sondern auch die Ursache derselben vorher zeigte durch das Wort: um seinetwillen solle ihnen das widerfahren?

13 vgl. Matth 5 12 34 vgl. Matth 5 11 7 „ein Christ „] wörtlich „kein Christ“ (Pleonasmus) 22 „Weisheit versprachen“ Σ = σοφίαν ἐπαγγέλλεσθαι 27 „gleichgültig“] wörtlich „ohne Unter- schied“ = ἀδιάφορος | „und wie“ Σ str. ABBREV Wie auch diejenigen, die verwandt sind, wider einander aufstehen werden in der Zeit der Verfolgung. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Es wird ein Bruder den andern ausliefern zum Tode und ein Vater seinen Sohn, und es werden aufstehen Söhne gegen ihre Väter und sie zum Tode bringen. Und ihr werdet gehaßt sein von jedermann um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird leben.“ Was habe ich nötig, vieles zu reden, wie dies bis jetzt durch die Tat erfüllt wurde, da die Werke besser sind als alles Hören. Denn mit eigenen Augen sehen wir, wie oft derartiges in den Zeiten der Verfolgung und zu unserer eigenen Zeit geschah. Du mögest dies aber nicht einfach hören und verstehen, daß „ein Bruder den andern ausliefern wird zum Tode“, — denn auch dies wäre gleichsam ein einfacher Gedanke — sondern wir können auch daran prüfen und erkennen, wie ein Bruder den andern ausliefert zum Tode, wenn er sich der Bruderliebe hingibt und die Liebe zum Leben vorzieht und Gott verleugnet und besonders seinen Bruder, von dem er bittet und den er überredet, Götzen zu verehren, den er aufwiegelt und anfleht und dem er brüderliche Liebe vorhält, abbringt von dem Gedächtnis an den Befehl unsers Erlösers; denn dann in Wahrheit „wird ein Bruder den andern zum eigenen Tode ausliefern“. So verführt auch der Vater seinen Sohn mit Worten, überredet ihn, Götzen zu verehren, und bringt ihn dadurch zum Tode. So bringen auch de Söhne ihre Väter in der Liebe zu ihnen dahin, daß sie das zeitliche, sterbliche Leben dem bei Gott vorziehen, und werden so die Ursache des Todes und der Seelenverderbnis für ihre Väter. Denn oftmals sehen wir solches zur Verfolgungszeit mit eigenen Augen, sodaß dadurch erfüllt wird das Wort: „Ihr werdet gehaßt sein von jedermann um meines Namens willen.“ Indessen aber ist auch hier sorgfältig der Zusatz gemacht worden, der lehrt, daß seine Jünger um keiner andern schimpflichen Tatsache als allein um seines Namens willen gehaßt werden sollen.

Über diejenigen, die unrein in seine Kirche aufgenommen werden sollen, und über die Strafe, die über sie kommen wird. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Das Himmelreich ist gleich einem Netze, das ins Meer fiel und allerhand aufnahm. Als es voll war, zogen sie es ans Ufer, 3—7 = Matth 10 21 f. 33—S. S. 208, 5 = Matth 13 1 l. ABBREV ABBREV Lee (Druckfehler) 22 „in der Liehe zu ihnen“] wörtlich „(ziehen) zu ihrer eigenen Liebe“; man erwartet ABBREV 23 „und sie“ Σ 1. ABBREV 26 l. ABBREV setzten sieh, lasen das Gute aus und brachten es in Gefäße, das Schlechte aber warfen sie weg. So wird es sein am Ende der Welt: die Engel warden ausziehen und die Bösen ausscheiden von den Gerechten und werden sie in den Feuerofen werfen, dort wird sein Heulen und Zähneklappern.“ Netz nennt er hier sinngemäß seine Lehre, die aus mannigfachen Gedanken der Schriften alten und neuen Testamentes gewebt ist, Meer aber das wogende Leben des Menschen, das gefahrvoll ist wegen des Bösen, welches in seinen Taten liegt. Aus diesem Leben rafft das genannte Netz wie aus dem Meere Myriaden empor, und seinen untern Teil nehmen verschiedene, ihrer Art nach entgegengesetzte Scharen ein: I)ie Guten und Bösen in ihren Gedanken. Über diejenigen, die gleichsam aus dem Meere nach Art der Fische gefangen werden, redet er Ἴ’ bei der ersten Berufung seiner Jünger mystisch so: „Folgt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen." Nicht einmal also die Gemeinschaft der bösen Menschen war ihm verborgen, die mit den Guten in seine Kirche bis heute aufgenommen werden, da er lehrt, daß eben sie in der Zeit des Endes durch die damit betrauten Engel ausgesondert werden sollen und ein jeder von ihnen die seinem Denken gebührende Strafe empfangen solle.

Wie Betrüger und Verführer seine Lehre sich aneignen und heuchlerisch sich ihm anähneln. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Hütet euch vor den Lügenpropheten, die zu euch kommen in Schafskleidern, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Denn nicht sammelt man von den Α· Dornbüschen Trauben -ι Feigen von den Disteln. So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte." Durch Vorauswissen Ἡ er vorher, sich vor gottlosen, andersgläubigen Ketzern zu hüten; die in späterer Zeit seine göttlichen Schriftworte zum Vorwand nehmen und den christlichen Namen sich aneignen eignen würden, und zeigte die Zeichen und Zeugnisse des in ihnen verborgenen Bösen, das viele verführen werde, indem er sagt: „An ihren Früchten ι ihr sie erkennen." Ihre Früchte aber sind die gottlosen Worte, die sie vorbringen und die Art ihres Lebens, die nicht richtig sondern verkehrt ist. Während dies aber in jener Zeit geredet wurde und von unserm Erlöser vorausgesagt ward und nicht einmal Eine Be- 14 = Matth 4 19 22—27 = Matth 7 15—18 „sinngemäß"] wörtlich „nach Art des Wortes" 11 „und die Guten" Z’str. ABBREV stätigung durch den Anblick denen gewährten, die es damals hörten, so sind dennoch in späterer Zeit die Werke seiner Worte jedermann offenkundig sichtbar geworden. Die Markioniten aber, die Anhänger des Valentinus und des Basilides und alle die andern, die in späterer Zeit als Seelenverderber aufsproßten: Bardesanes und der jüngst zu unserer Zeit aufgetretene Verstandes wahnsinnige, dessen Name der Beiname für die Partei der Manichäer ward, waren Leute, die trügerische, gottlose Lehren hervorsprudeln ließen. Und nicht anders kamen sie ans Licht als äußerlich bekleidet mit dem Schafsfell unsers Erlösers. Schafe aber nennt er offenbar seine Jünger, indem er sagt: „Meine Schafe hören auf meine Stimme“ und ferner: „Siehe ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ In die Art dieser Schafe kleideten sie sich äußerlich, während sie in ihren Seelen reißende Wölfe sind. Wieviel Myriaden haben diese Verführer von der Herde unsers Erlösers geraubt, indem sie sich Christo heuchlerisch anähnelten und der Lehre Christi anhingen und sich heuchlerisch stellten, als ob sie Worte der göttlichen Lehre sagten, in Wirklichkeit aber das hinterlistige, gottlose Gift in ihnen insgeheim denen zuführten, die von ihnen eingefangen waren. Diejenigen also, die jetzt wegen ihrer Heuchelei für Schafe gehalten wurden, wurden nach kurzer Zeit als reißende Wölfe offenbar. Deswegen lehrt uns unser Erlöser, uns vorher vor ihnen in Acht nehmen, indem er mahnt und sagt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

Wie man glaubt, daß sowohl er wie auch seine Jünger vermittelst Zauberei und durch Gemeinschaft mit den Dämonen die Menschen überwältigt haben.

„Nicht ist ein Jünger größer als sein Meister noch ein Sklave größer als sein Herr. Genug für den Jünger, zu sein wie sein Meister, und für den Skaven. zu sein wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn Beelzebub genannt haben, wieviel mehr seine Hausgenossen? Fürchtet euch also nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, das nicht enthüllt würde, und nichts verborgen, das nicht bekannt würde.“ Die Juden glaubten, daß unser Erlöser der böse Dämon Beelzebub und der Fürst der Dämonen sei, und schmähten ihn, daß er mit seiner Kraft die übrigen Dämonen aus den Menschen austreibe. Er aber antwortete denen, die solches glaubten, 10 = Joh 10 27 11 = Matth 10 16 26—31 = Matth 10 24—26 34 vgl. Matth 12 24 ff. 19 l. ABBREV Eusebius III*. gebührend, was auch in seinen Worten geschrieben ist. Seinen Jüngern alter sagte er vorher, daß ma auch von ihnen glauben werde, sie besiegten die Menschen in Gemeinschaft mit Dämonen und Zauberei. Indem eben dies von vielen geredet ward, versiegelte und bestätigte das die Voraussagung unsers Erlösers. Er bezeugt aber, daß die über sie verhängte Strafe aufgehoben werden sollte infolge ihres reinen Lebens und Charakters und ihrer reinen Lehre und Frömmigkeit. Deswegen sagt er: „Fürchtet euch nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, das nicht enthüllt würde, und nichts verborgen, das nicht bekannt würde.“ Die lange Zeit also bringt an den Tag das, was früher den meisten verborgen war. Deswegen wurde verkündet, daß offenbart und ans Licht kommen würden die Worte der gottesfürchtigen Lehre. Und seine Dogmen und Satzungen sind fernerhin jedermann bekannt geworden und haben die Meinung ausgelöscht, die früher bei vielen über sie herrschte.

Über diejenigen, die in seiner Kirche in vollkommener Heiligkeit und in einem der ehelichen Gemeinschaft nicht teilhaftig gewordenen Leben existieren werden. Aus dem Evangelium des Matthäus.

Als er für seine Jünger bestimmte, daß es nicht recht sei, sein Weib zu entlassen außer aus dem Grunde der Unzucht, und sie zu ihm sagten, „wenn die Ursache des Mannes mit dem Weibe derart ist, so nützt es nichts zu heiraten,“ heißt es, daß er darüber sagte: „Nicht jedermann ist genügend stark für dies Wort, sondern nur diejenigen, denen es gegeben ist. Es gibt Verschnittene, die von Mutterleib an so waren, und gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten wurden. und gibt Verschnittene, die sich selbst zu Verschnittenen gemacht haben um des Himmelreichs willen. Wer es ertragen kann, ertrage es.“ Niemals hat jemand durch Offenbarung, die unter den Menschen, das heißt vielmehr im Volke der Jaden existiert, ein solches Wort gesagt, noch auch etwas Derartiges getan, wie aus der Geschichte der Schriften klar ist. In der ganzen Welt aber und unter allen Völkern in Städten und Dörfern haben Myriaden nicht nur von Männern, sondern auch von Weibern vollkommene Heiligkeit und Jungfräulichkeit bewahrt um der Hoffnung und der Erwartung des himmlischen Reiches willen, auf welches sie eilends von hier von dr Erde sich vorzubereiten gelernt 19 vgl. Matth 19 9 21 = Matth 19 10 22 — 27 = Matth 19 11—12 haben, wie wir durch Erfahrung gesehen haben. Indessen aber war die Erfüllung der Benennung „Verschnittene“) keineswegs Aber wir haben viele uns bekannte Männer gesehen, die Eisen benutzten und ihre Leiber zu verschnittenen gemacht haben um keiner anderen Ursache als um der Hoffnung auf das himmlische Reich willen, die nicht lange in der Lehre unsers Erlösers erstarkt waren, sondern schlicht und schnell sich an die Sache heranmachten, sodaß auch in betreff dieser Männer das Vorauswissen unsers Erlösers, in Wahrheit des Logos Gottes, versiegelt wurde. Über die Unterschiede derer, die nicht würdig den Samen seiner Lehre aufnehmen sollten. Aus dem Evangelium des Matthäus.

Als eine große Menge Menschen zu ihm kam, weissagte er durch ein Glichnis, wie diejenigen sein würden, die den Samen seiner Lehre empfingen, indem er so sagte: „Siehe, ein Säemann ging aus zu säen, und da er säte, fiel das eine an den Rand des Weges, und es kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf den Felsen, wo es nicht viel Erde hatte, und sogleich ging es auf. Weil aber keine Tiefe des Bodens vorhanden war, vertrocknete es unten an seiner Wurzel. Anderes aber fiel unter die Dornen, und die Dornen stiegen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf das gute Land und gab Früchte, das eine hundertfältig, das andere sechzigfältig und anderes dreißigfältig.“ Darnach rief er aus und sagte: „Wer Ohren hat zu hören, höre!“ Darauf wurde er von seinen Jüngern gefragt, was die Erklärung des Gleichnisses sei, und er lehrte und sprach: „So hört ihr also das Gleichnis des Säemanns! Jeder, der das Wort vom Reiche hört und es nicht versteht, da kommt der Böse und raubt den Samen aus seinem Herzea. Das ist der, der an den Rand des Weges gesät wurde. Was aber auf den Felsen gesät wurde, das ist der, welcher das Wort hört und es in Eile aufnimmt. Da er aber nicht darin festgewurzelt ist, so strauchelt er über eine kleine Not. Was aber unter die Dornen fiel, das ist der, welcher das Wort ört, und die Sorge der Welt 14—22 = Matth 133—8 22 = Matth 139 24—212, 4 = Matth 13 18—23 1 Wörtlich: „Indessen aber war die Erfüllung der Benennung (oder „Berufung“ = κλῆσις) des Vorauswissens keineswegs einfach. Denn“ . . . . Der Σ hat ein vermutliches Ptz. schlecht aufgelöst und vielleicht ein ἁπλῶς προιδεῖν mißverstanden 25 „des Samens“ Σ 1. ABBERV wie Σ Z. 17 29 „in Eile“ + μετὰ χαρᾶς Matth. Ob + ABBREV ? und der Trug des Reichtums erstickt das Wort, und er bleibt ohne Frucht. Was aber auf das gute Land gesät ist, das ist der, der das Wort hört und es versteht, und er bringt Früchte, der eine hundertfältig, der andere sechzigfältig, ein anderer dreißigfältig.“ Woher war es einer menschlichen Natur möglich, nicht nur durch Vorauswissen die Zukunft vorauszusagen, sondern auch die verschiedenen Arten der Seelen zu unterscheiden, wenn sie nicht in Wahrheit der göttliche Logow war, er, der damals zugleich weissagte und lehrte, über den es heißt: „Denn lebendig ist das Wort Gottes und schärfer und schneidender als ein zweischneidiges Schwert und durchdringend bis auf die Teile der Seele und des Leibes, der Gelenke und des Markes, und ein Richter der Gesinnungen und Gedanken des Herzens, und es gibt kein Geschörf, das ihm verborgen wäre.“ Deswegen offenbart er schön die Unterschiede der Seelen derer, die in späteren Zeiten seine Lehre aufnehmen sollten, und sagt voraus, daß drei Stufen bilden würden diejenigen, die den Samen seiner Lehre nicht recht aufnehmen, daß es aber entsprechend drei Reihen der Guten geben würde, die nach Art der guten Erde reichlich tragen und das Wort vervielfältigen. Er sagt also, daß die Samen, die in ihre Seelen fallen, drei Ursachen sind für diejenigen, die zu Grunde gehen. Denn entweder verschütten sie infolge der Gedanken des Lebens und der Sorge um das Nichtnotwendige und infolge des Reichtums und der Üppigkeit den Samen in sich und gleichen denen, die von den Dornen erstickt werden, oder da sie ihn nicht in die Tiefe ihres Geistes aufgenommen haben, verlöschen sie bald, sowie eine Drangsal sie erreicht, oder die dritte Ursache ist die, daß sie die Ursache für den Untergang des Samens in sich werden, indem sie schlaff ihre Ohren darbieten denen, die die in ihre Seele gefallenen Samen verführen und fortraffen wollen. Eben sie aber sind nicht anders beraubt des Fruchttragens in Gott als in einer der genannten Weisen. Die aber, welche jenen entgegengesetzt, mit reiner Seele und liebevollem Geist den Erlösungssamen aufgenommen haben, vervielfältigen wiederum ihre Früchte nach der Kraft ihrer Seele. Aber auch ihre Unterschiede vergleicht er den guten und schönen Ländern, die dreißigfach, und hundertfach tragen. Denn derartige Kräfte werden bisweilen in den Seelen der Menschen gefunden. Dies also prophezeite er darüber.

8 = Hebr. 4 12 f. 13—32 = 14. Bruchstück der griech. Theoph. 19 „für diejenigen, die zu Grunde gehen“ ist unlogiscb. Man erwartet „für das Zugrundegehen“, docb Σ = Tb. gr. 24 „und verlöschen“ Σ str. ABBREV 34 l. ABBREV

Über die Menge derer aber, die durch die Lehre seiner Worte Früchte tragen sollten, rief er ein ander Mal so aus und sagte: „Die Ernte ist reich, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet also den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter hergebe zu seiner Ernte.“ Wiederum redete er von ihnen ein ander Mal: „Saget ihr nicht, es ist noch vier Monate. so kommt die Ernte? Hebt eure Augen auf und seht die Felder an, die fortan weiß sind zur Ernte.“ Und wer sollte sich nicht wundern, daß er sogar die geringe Zahl derer zeigte, die in Reinheit Führer seines Wortes sein sollten, indem er sagte: „der Arbeiter aber sind wenige“, und daß ein Gebet erforderlich sei, um sie zu finden zu gewinnen. Deswegen sagt er: „Bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter hergebe zu seiner Ernte.“ Wenn er aber sagt, daß „ein Säemann ausging zu säen“, so zeigte er hierdurch, daß ein anderer der Säemann und ein anderer der Same sei. Woher und wohin er ausging, sagte und lehrte er durch das sich daran schließende Gleichnis in folgender Weise.

Über heterodoxe Lehren, die mit seinem Worte in die Seelen der Menschen gesät werden. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Ein anderes Gleichnis fügte er hinzu und sagte: Das Himmelreich gleicht einem Manne, der guten Samen auf sein Landgut säte. Während aber die Menschen schliefen, kam ein Feind und säte Unkraut unter den Weizen und ging davon. Als aber Weizen aufging und Frucht brachte, dann zeigte sich auch Unkraut. Es kamen aber seine Knechte und sagten zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf dein Landgut gesät? Woher denn das Unkraut in ihm? Er aber sagte zu ihnen: Ein feindlicher Mann hat das getan. Sagen sie zu ihm: Willst du also, daß wir hingehen und es sammeln? Er aber sagt: Nein, damit ihr nicht, wenn ihr das Unkraut sammelt, mit ihm auch den Weizen ausreutet. Laßt beides bis zur Ernte wachsen. Zur Zeit der Ernte aber werde ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, bindet es in Bündel für den Brand, den Weizen aber sammelt in die Scheuern.“ Er setzte dies Gleichnis aber auch seinen Jüngern im Hause auseinander, als sie zu ihm traten und zu ihm sagten: 2 = Matth 937 f. 5 = Joh 435 12 = Matth 133 19—32 = Matth 1324—30 33 vgl. Matth 13 36 10 l. ABBREV „Setze uns das Gleichnis auseinander vom Unkraut des Landgutes. Er aber antwortete ihnen und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn. Das Landgut aber ist die Welt; der gute Same aber, das sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen. Der Feind aber, der es gesät, ist der Verleumder. Die Ernte aber ist das Ende der Welt und die Schnitter sind die Engel. Wie also das Unkraut gesammelt wird und ins Feuer fällt, so wird es am Ende dieser Welt sein. Der Menschensohn wird seine Engel schicken und sie werden auslesen aus seinem Reiche alle Anstöße und diejenigen, die Frevel üben, und werden sie in die Gehenna des Feuers werfen. Dort wird sein Heulen und Zähneklappern. Dann aber werden Gerechten leuchten im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, höre!“ Dies also sprach er, unser Erlöser. Wer aber der Säemann ist, der ausging zu säen, und welches der Same ist, den er auswarf, zeigte die Deutung des Gleichnisses, in der es heißt: „Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn, und das Landgut ist die Welt.“ Menschensohn aber pflegt er sich selbst zu nennen wegen seines Durchgangs unter den Menschen. Er ging also aus von innen und kam nach außen. Wo aber war er innen gewesen, wenn nicht oberhalb der Welt, woselbst er gewesen war? Am Ende der Welt aber ging er aus und stieg zu uns selbst herab außerhalb seines Himmelreiches und brachte den himmlischen Samen mit sich, den er in die Seelen der Menschen wie in verschiedene Ländereien säte. Das vorliegende Wort aber belehrt auch über die Beschaffenheit des Landgutes, auf das er den Samen warf. Er sagt aber: „Das Landgut ist die Welt“, und zeigt, wem dies Landgut gehört: keinem andern als ihm selbst, der aus dem Innern seines Reiches zu denen außerhalb hinausging, indem er stagt, daß „die Knechte herzutraten und zu ihm sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf dein Landgut gesät?“ Offenbar lehrt er also, daß dies Landgut auch ihm selbst gehöre, und verdolmetscht es und zeigt, daß es die Welt sei. In jenem ersten Gleichnis also wußte er voraus, wie die Unterschiede derer sein würden, die den Samen in ihre Seele aufnahmen, in dem uns jetzt vorliegenden aber die verdrehten, trügerischen Lehren gottloser Häretiker, obwohl noch kein derartiger von ihnen unter den 1—13 = Matth 13 36—43 11 l. ABBREV Bernstein mit HS 12 Ob + ABBREV ABBREV „wie die Sonne“ vgl. 21523 = Σ17013 151. ABBREV Lee statt „des Wortes“, doch vgl. Z. 27 l. ABBREV Menschen existierte. Indessen aber war es ihm nicht verborgen, daß dies kommen werde. Denn da in späteren Zeiten auf der ganzen Erde Schriftstücke und Worte betrügerischer Schriften seiner Lehre angeähnelt wurden von entgegengesetzter Natur, so wurden sie nach Art des Unkrauts mit dem reinen und belebenden Worte seiner ausgesät. Myriaden aber, die bald des Mani sich rühmen, bald des Markion, bald anderer unter den gottlosen Heterodoxen, bringen bis jetzt Unkraut hervor, indem sie sich der Lehre unsers Erlösers anähneln und seinen Namen gebrauchen, die Schriften der Evangelien aber für Gefasel halten. Ihr Vater aber, der sie die Trugworte zuerst in die Seelen derer säte, die ihn aufnahmen, ist der Verleumder. Indem er Jesus mit Recht vorwegnahm, was eintreten werde, wußte er mit göttlicher Kraft im voraus und bezeugte im voraus, was auf diese Weise durch die Tat erfüllt wurde und seinen Worten entsprechend Erfüllung ging. Wie er also dies in Wahrheit zeigte und wie wir die Erfüllung der voraussagenden Worte unsers Erlösers eben in Taten sehen, so ge es sich auch von dem Übrigen zu glauben, daß es eintreten werde. Was aber ist das? Daß die Ernte das Ende und die Schnitter die Engel sind, und daß das Unkraut gesammelt wird und ins Feuer fällt, daß aber das Ende der guten Dinge denjenigen zu teil werde, die den lebendigen, reinen und lebenbringenden Samen bewahrt und vermehrt haben, von denen gesagt ist: „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reiche ihres Vaters.“

Über diejenigen, die in Zukunft sich selbst fälschlich Christusse nennen. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Da er auf dem Olberg saß traten seine Jünger zu ihm besonders und sprachen zu ihm: Sage uns, wann wird das sein und was ist das Zeichen deiner Ankunft und des Endes der Welt? Jesus antwortete ihnen und sprach: Sehet zu, daß euch niemand irre führe. Denn viele werden kommen in meinem Namen und werden sagen: Ich bin der Christus und werden viele irre führen.“ Wiederum aber sagte er 26—31 = Matth 24 3—5 5 l. ABBREV 7 „und “ Σ str. ABBREV 18 „Die Ernte und das Ende und die Engel die “ Σ str. ABBREV vor ABBERV 20 viell. zu übersetzen: „daß aber das Ende derer gut (sein werde), die“ . . . . 241. ABBREV Lee statt „Christen“ Σ nach kurzem: „In jener Zeit, wenn jemand zu euch sagt: Hier ist der Christus oder dort, so glaubt es nicht. Denn es werden sich betrügerische Christusse erheben und lügnerische Propheten und werden große Zeichen und Wunder geben, damit sie verführen womöglich auch die Erwählten Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu euch sagen: Siehe, er ist in der Wüste, so geht nicht hinaus, oder siehe, er ist im Gemache, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz vom Osten blitzt und bis zum Westen gesehen wird, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein“. Zu anderer Zeit aber, als er mit den Juden redete, fügte er dies hinzu und sagte: „Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, aber ihr habt mich nicht aufgenommen. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.“ Dies sagte er über den lügnerischen Antichristen voraus, den sie erwarten sollten, indem er seine Jünger warnte. Ein anderer aber zeigte im Thessalonikerbrief, daß er am Ende der Welt kommen werde. Daß aber auch andere vor ihm einzeln kommen würden, sagte unser Erlöser voraus: „Denn viele, sagte er, werden kommen in meinem Namen und werden sagen: Ich bin der Christus und werden viele verführen.“ Es traten aber in der Tat nach seinen Worten viele auf derart. Denn sogleich waren die Samariter überzeugt, daß Dositheus. der nach der Zeit UDsers Erlösers auftrat, der Prophet sei, über den Mose geweissagt habe. Er aber führte sie irre, sodaß sie sagten, er sei der Christus. Andere aber wiederum in der Zeit der Apostel nannten den Zauberer Simon die große Kraft Gottes und glaubten, er sei der Christus, und andere in Phrygien von Montanus, und andere wiederum anderswo glaubten dasselbe von andern, und nicht werden aufhören die Betrüger. Denn man muß erwarten, daß sogar mehr derartige auftreten werden, von denen eben die Wahrheit der Prophezeiungen unsers Erlösers ebenfalls Bestätigung empfangen hat. Er aber, unser Erlöser, lehrte daß fernerhin nicht an Einem Orte seine gelobte zweite Ankunft stattfinden werde wie die erste, damit niemand meine, sie geschehe in einem Winkel der sichtbaren Erde. Damit aber niemand dies meine, lehrt er so und 1—9 = Matth 2423—27 10 = Joh 5 43 15 vgl. II Thess 23 19—29 = 15 Bruchstück der griech. Theoph. 21 vgl. Dtn 1815 23 vgl. Act 8 10 27 πλείους τοιούτους ἔσεσθαι, ἐξ ὧν δὴ καὶ αὐτῶν ἡ ἀλήθεια τῶν σωτηρίων προγνώσεων τὴν μαρτυρίαν εἴληφεν Th. gr. „von denen eben auch Zeugnis über die Wahrheit des Vorauswissens unsers Erlösers empfangen hat“ Σ. Lies viell. ABBREV „von denen . . . . . auch wir Zeugnis empfangen haben“ sagt: „Wenn jemand zu euch spricht: Siehe hier ist der Christus oder dort, so glaubt es nicht.“ Die Meinungen nämlich, welche derart sind, treffen auf ihn nicht zu, sondern nur auf die betrügerischen Christusse und die lügnerischen Propheten. Er ist vielmehr Ein Mal in der Gestalt eines Menschen und in Einem Winkel erschienen. Wie aber seine zweite gelobte Ankunft vom Himmel her stattfinden werde, lehrt er, indem er sagt: „Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und gesehen wird bis zum Westen, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.“

Über das, was sich am Ende der Dinge ereignen werde. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Es wird aber dazu kommen, daß ihr hört von Kriegen Kriegsgerüchten; üchten; seht zu, damit ihr nicht erschreckt. Denn es muß kommen, aber das ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich erheben ein Volk wider das andere und ein Reich wider das andere, und es werden sein Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben an jedem Ort. Dies alles aber ist der Anfang der Wehen. Hierauf werden sie euch ausliefern zur Drangsal und euch töten, und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern um meines Namens willen.“ Er fügt aber hinzu und sagt: „Hierauf werden viele Anstoß nehmen und werden einer den andern ausliefern und einander hassen. Und viele Lügenpropheten werden aufstehen und viele verführen. Und wegen der Größe des Frevels wird die Liebe der meisten erkalten. Wer aber ausharrt bis zum Ende, der wird leben; und es wird das Evangelium vom Reich verkündet werden in aller Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“ Er prophezeite offenbar auch hierdurch, daß zuvor sein Evangelium in aller Welt zum Zeugnis für alle Völker verkúndet werden müsse und dann erst das Ende kommen werde. Denn nicht früher wird das verkündigte Ende der Welt kommen, als bis sein Wort von allen Völkern ergriffen ist. Soviel Völker also fehlen, unter denen sein Evangelium noch nicht Verkündigt worden ist, soviel Zeit fehlt auch am Ende. Er lehrt aber und sagt: „Es wird dazu kommen, daß ihr hört von Kriegen und Kriegsgerüchten; seht zu, damit ihr nicht erschreckt. Denn es muß kommen, aber das ist noch nicht das Ende.“ Wann aber dies eintreten werde, zeigt er, indem er sagt: „Es wird verkündigt das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen“, wenn auch 11—18 = Matth 246—9 19—25 = Matth 24 10—14 Hungersnöte und Seuchen und Erdbeben an jedem Ort eintreten und ein Volk sich wider das andere und ein Reich wider das andere andere erheben und schwere Verfolgungen und gewaltige Drangsale sein werden. Darauf aber sagt er: „Und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern,“ nicht wegen anderer verhaßter Taten, sondern nur um seines Namens willen.

Diese Beweise der göttlichen Offenbarung unsers Erlösers, die bis jetzt mit Augen gesehen werden, zeigen, zeigen, Worte zumal und Taten göttlich sind. Denn früher wurden einfach die Stimmen gehört, jetzt aber in unsern Zeiten sind die Erfüllungen seiner Worte offenbar in der Tat sichtbar und die Kräfte, die jede sterbliche Natur in den Schatten stellen. Wenn aber einige sich dadurch nicht überzeugen lassen, so darf man sich nicht wundern, da der Mensch selbst gegen das Offenbare sich aufzulehnen pflegt, sodaß er auch gegen die über alles waltende Vorsehung mit feindlichen Worten zu reden wagt, und so auch Gott selbst leugnet und so auch über vieles andere schamlos streitet, über das die Wahrheit Zeugnis ablegt. Aber wie ihre Verleumdung dem wahren Worte der Natur nichts schadet, so schadet auch die Bosheit des Unglaubens einiger nichts der Vorzüglichkeit der offenbaren Gottheit unsers Erlösers. Indessen aber, wenn es recht ist, dass wir auch ihnen die Art, die einer vernünftigen Heilung entspricht, anpassen, so ist es Zeit, die Evangelienbeweise wiederum auch hier ihnen nützlich nahe zu bringen. Was wir früher andern gegenüber geprüft haben, das wollen wir auch jetzt solchen erzählen, die sich durch das Gesagte nicht haben überzeugen lassen.

Zu Ende ist das vierte Buch des Cäsareensers.

21 „ihnen . . . . anassen“ wörtlich „zu ihnen hinzufügen.“ Vermutlich = ἁρμόζω πρός τινα 26 Die Unterschrift stammt nicht von Eusebius
Das fünfte Buch des Cäsareensers.

Derartig sind die Beweise der Theophanie des gemeisamen Erlösers aller, Jesu Christi, die bis jetzt mit den Augen wahrgenommen werden und die zeigen, daß Worte zumal und Taten göttlich sind. Denn früher wurden einfach die Stimmen gehört, die die kommenden Dinge voraussagten, welche er seinen Jüngern prophezeite, als er noch bei ihnen war, jetzt aber in unsern Zeiten ist die Erfüllung seiner Worte offenkundig in der Tat sichtbar und die Karäfte, die jede sterbliche Natur in den Schatten stellen. Wenn aber einige sich dadurch nicht überzeugen lassen, so darf man sich nicht wundern, da der Mensch selbst gegen das Offenbare sich aufzulehnen pflegt, sodaß er auch gegen die über alles waltende Vorsehung mit feindlichen Worten zu reden wagt, und so auch Gott selbst leugnet und so auch über vieles andere schamlos streitet, über das die Wahrheit Zeugnis ablegt. Aber wie ihre Verleumdung dem wahren Worte der Natur nichts schadet, so schadet auch die Bosheit des Unglaubens einiger nichts der Vorzüglichkeit der offenbaren Gottheit unsers Erlösers. Daher sind sie nicht einmal dessen würdig, daß wir sie eines Wortes würdigen. Denn für diejenigen, die die Werke Gottes nicht überzeugen, ist es zu gering, als daß eines Menschen Wort sie überzeugte. Indessen aber wollen wir zum Überfluß das gegen sie wieder aufnehmen, was wir auch früher in den Evangelienbeweisen mit Fragen geprüft haben. Wenn also irgend jemand nach alledem der Wahrheit hartnächkig widerstrebt und schamlos zu sagen sich erfrecht, daß er Jesus keineswegs der Christus Gottes sei, wie wir meinen, sondern ein Zauberer, Betrüger und Verführer, so wollen wir ihm, als einem Unmündigen im Geiste, eben das vorlegen, was wir schon früher geprüft haben.

Wider diejenigen, die den Christus Gottes für einen Zauberer und Betrüger halten.

Fortan wollen wir fragen, ob man jemals von aller Ewigkeit an von einem Betrüger und Zauberer gehört hat, daß er Lehrer der 30—S. 220,19 = Dem. III 331—2 31 vgl. Matth 53 ff. Demut, Sanftmut, Besonnenheit und jeder andern Tugend geworden sei, und ob es recht sei, daß mit solchen Namen derjenige benannt werde, der nicht einmal mit lüsterner Begierde Weiber anzublicken erlaubt hat, und ob ein Zauberer derjenige sei, der die höchste Philosophie überliefert hat dadurch, daß er seine Jünger unterwies, denen, die arm an Gütern sind, mitzuteilen und Menschenfreundlichkeit und Freigebigkeit im Überfluß zu besitzen, und ob ein Zauberer derjenige sei, der sie von der Versammlung wilder und aufrührerischer Massen fernhielt und sie lehrte, nur die Muße bei den göttlichen Worten zu lieben? Er aber, der von jeder Lüge zurücktrieb und die Wahrheit vor allem zu ehren ermahnte, sodaß nicht einmal ein Treueid, geschweige denn ein nötig ötig war, wie sollte der mit Recht ein Zauberer genannt werden? Was habe ich nötig, jetzt noch mehr zu sagen, da es möglich ist, aus seinen Worten, die bis jetzt auf der ganzen Erde verkündigt werden, zu erkennen, welches die Art der von ihm in die Welt gesäten Lebens führung sei, infolge deren jeder, der die Wahrheit liebt, bekennt, daß er nicht nur kein Zauberer und Betrüger, sondern in Wahrheit das Wort Gottes und ein Lehrer der göttlichen und frommen Philosophie, aber nicht der weltlichen und gemeinen Philosophie sei.

Aber das Ethische seiner Lehre ist derart.

Wohlan aber, prüfen wir, ob nicht seine Verirrung in denn Hauptpunkten seiner Dogmatik bestand. Steht denn nicht von ihm geschrieben, daß er selbst den Allkönig Gott, die einzige Ursache alles Guten, lehrte und seine Jünger eben dahin brachte, und führen nicht bis jetzt die Worte seiner Lehre jeden Griechen und Barbaren nach oben in ihrem Geist zu dem höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erden und der ganzen Welt, der jede sichtbare und gewordene Natur übertrifft? 3 vgl. Matth 528 5 vgl. Matth 542 6 2 ff. 11 vgl. Matth 533 ff. 19—S. 222,4 = Dem. III 3 4—9 5 τοὺς φοιτητάς παιδεύειν τῶν ὑπαρχόντων ἐνδεέσι κοινωνεῖν D „daß die, die arm sind in ihren Besitztümern, ihm anhingen“ Σ (mißverstandenes κοινωνεῖν!) 8 ὁ τῆς πανδήμου καὶ ἀγελαίου καὶ θορυβώδους συνουσίας ἀνεγείρων (1. ἀείργων) D 20 „das Ethische“] genauer „das Charakteristische“ Σ τὰ . . . . ἠθικώτερα D 22 „Dogmatik“] genauer „ Lehrr“ Σ δογμάτων D 23 doch vgl. 8111 | „lehrte“] ἀνακείμενος D 1. ABBREV Ptz. Pass? 27 θεὸν . . . πᾶσαν ὁρατὴν φύσιν ὑπερκύψαντα D „und springen (nicht die Worte) aus jeder . . . . Natur hervor“ Σ Das ist doch wohl nicht seine Verirrung? Oder soll man eine solche annehmen, weil er nicht gestattete, viele Götter zu verehren, denen, die von der Verehrung des allein höchsten, untrügerischen Gottes in diesen wahrhaftigen Irrtum kopfüber gefallen waren? Aber dies Wort war weder neu noch ihm gigentümlich, sondern war Sache der einst aufleuchtenden gottliebenden Hebräer gewesen, von denen auch die neueren Philosophen mächtig gefördert wurden und mit deren Lehre sie übereinstimmten. Es rühmen sich aber auch die Weisesten der Griechen wegen der Orakel ihrer Götter, da sie die Orakel die Hebräer so erwähnen: „Allein die Chaldäer erlangten Weisheit und die Hebräer, die Gott, den König des Alls, den ans sich selbst Erzeugten, fromm verehrten.“

Wenn also auch einst die Gottliebenden, über die besonders auch die Orakel Zeugnis ablegen, zu dem allerhöchsten Gott die Verehrung erhoben, warum bekennen wir dann, daß er ein Verführer sei, und nicht vielmehr ein bewundernswerter Lehrer der Frömmigkeit, er, der das, was einst von den Kindern der hebräischen Patriarchen allein erkannt wurde, zu allen Menschen ausbreitete, sodaß fortan nicht mehr wie früher wenige Menschen, gering an Zahl, die rechte Meinung über Gott besaßen, sondern Myriaden Scharen der Barbaren zumal, die einst die wildesten waren, und der weisen und hellenischen Männer, die nach Art der früheren Propheten und frommen Männer zur Gottesverehrung erzogen waren durch seine Kraft allein und seine Lehre?

Aber wir wollen auch das Dritte prüfen! War es etwa dies, um dessentwillen sie ihn einen Verführer heißen: daß er lehrte, nicht mehr durch Stieropfer, noch durch Schlachtungen unvernünftiger Tiere, noch durch Blut und Feuer, noch durch Räucherwerk, das von der Erde aufsteigt, Gott verehren, deswegen, weil er zeigte, daß dies minderwertig und irdisch sei und niemals entspreche der unsterblichen unkörperlichen Natur, vielmehr urteilte, daß von allen Opfern dies das angenehmste und Gott wohlgefälligste sei, die göttlichen Gebote zu halten, und lehrte, durch sie sich rein erhalten an Leib und Seele und sich um 10 = Porphyrius: Περί τῆς ἐκ λογίων φιλοσοφίας Ι 135 f. Wolff; Praep. IX 10 4 1 ἢ ὅτι μὴ καὶ πλείους σέβειν θεοὺς ἐκ τῆς ἀνωτάτω ( „offenbaren“ Σ ABBREV mit HS) καὶ μόνης μόνης θεολογίας εἰς τὸν ὡς ἀληθπῶς πλάνον τραχηλισθέωτα συγχωρεῖ D εἰς + Gr 10 μοῦνοι Χαλδαῖοι ἐπὶ σοφίην λάχον D 14 „warum“] τι δὴ D Σ? Vielleicht τι δεῖ Σ vgl. Stud. 122 28 „und zeigte“ Σ] ταπεινὰ μὲν καὶ γεώδη ταῦτα καὶ τῆς ἀθανάτου φύσεως οὐδαμῶς οἰκεῖα λογισάμενος D. Das ABBERV gehört vor ABBREV ABBREV klaren Verstand und fromme Lehren bemühen, um sich der Ähnlichkeit mit Gott anzuähneln. Wenn aber jemand von den Griechen dies tadelt, so wisse er, daß er keineswegs das sinnt, was seinen Lehrern angenehm ist, die vieles darüber anordneten, daß man nicht glauben dürfe, Gott durch Blut und Opfer unvernünftiger Tiere und durch Feuer, Rauch und Fettgeruch zu ehren.

Außerdem aber wissen wir, die wir von ihm Christus gelernt haben, daß die Welt geworden ist und daß der Himmel selbst, die Sonne, der Mond und die Sterne Werke Gottes sind, und daß ma nicht diese Dinge, sondern nur den Werkmeister und Schöpfer aller verehren dürfe. Recht also ist es, zu betrachten, ob er uns verführt hat, die wir diese Art der Gesinnung von ihm gelernt haben, obgleich auch diese Rede keineswegs neu, sondern schon Lehre der einst gottliebenden Hebräer war, und obgleich auch von den Philosophen die namhaftesten in ebendenselben Dingen übereinstimmten, daß geworden sei sowohl Himmel selbst wie die Sonne, der Mond und die Gestirne, und sagten, daß die ganze Welt von dem Schöpfer des Alls gemacht sei.

Ferner aber hat er uns glauben gelehrt, daß die Seele in uns unsterblich und in nichts den unvernünftigen Tieren ähnlich sei, sondern die Bilder der Kräfte Gottes in sich trage, und hat jeden Barbaren und Laien unterrichtet, sich so zu verhalten, so zu sein und solche Gesinnung zu hegen. Hat er uns nicht dadurch weiser gemacht als die weisesten unter den Ägyptern und als die Griechen, die vornehm ihre Augenbrauen in die Höhe ziehen, die gesagt haben, daß die Seele im Menschen ihrer οὐσία nach nichts besser sei als Schnaken, Flöhe, Würmer und Fliegen, aber daß auch nicht einmal von der Seele der Schlange, der Natter, des Bären, des Panthers und des Schweines sich ihre eigene Stele ihrem Wesen nach in irgend etwas unterscheide?

Indem er aber überdies häufig an das Gericht Gottes erinnert und den Gottlosen die Strafen und Züchtigungen, die unvermeidbar sind, und den Frommen die Verheißungen des ewigen Lebens, des himmliischen Reiches und des glückseligen Daseins bei Gott verspricht — wen führt er da irre? Spornt er nicht vielmehr an, nach der Tugend zu streben I vgl. Matth 548 7—17 = Dem. III 313—14 18—S. S. 223,3 = Dem. III 3 16—17 11 μὴ ἄρα ἠπατήμεθα D „ob er mich verführt hat“ Σ 1. ABBREV 15 καὶ] „auch“ Σ 21 οὕτως τ’ ἔχειν καὶ διακεῖσθαι καὶ φρονεῖν D „so zu besitzen und zu sein und zu wissen“ Σ (1. ABBREV ?) 25 „Schnaken“] ἐμπίδος D 27 ἄρκτου D „Fliege“ Σ 1. ABBREV 32 ὑπογράφων D „Schnaken“] Σ 33 σπεύδειν . . . ἐπ ἀρετὴν D „zur Tugend zu eilen“ Σ um der Kampfpreise willen, die den Frommen aufbewahrt werden, dagegen jede Boshaftigkeit zu fliehen und von sich zu stoßen wegen der Strafen, die den Gottlosen auferlegt werden? Denn derart waren die Unterweisungen, die in den Dogmen der Lehre unsers Erlösers eingeschlossen sind. Welcher Platz also bleibt für den Argwohn, zu glauben, daß er ein Betrüger und Zauberer sei? Aber jedoch prüfen wir auch dies.

Zu was für Leuten macht der Zauberer seine Genossen, wenn er ihnen Anteil gibt an den Dingen der Bosheit? Macht er sie nicht zu Zauberern und Betrügern und Giftmischern, die in allem ihm gleichen? Ist denn jemals jemand im ganzen Geschlecht der Christen gefunden worden, der infolge der Lehre unsers Erlösers Zauberei trieb oder Gift mischte? Aber man kann keinen nennen, im Gegensatz dazu ist vielmehr ersichtlich, daß sie den Worten göttlicher Philosophie nachgehen. Er also, der in der ganzen Menschenwelt für alle Völker die Ursache eines reinen und keuschen Lebens und des Wissens und der Verehrung des Schöpfers aller war — was darf mit Recht geglaubt werden als dies, daß er in Wahrheit der gemeinsame Erlöser aller ist und der Lehrer eines gottesfürchtigen Lebens?

Diejenigen aber, die von Anfang an ihm anhingen, und diejenigen, die später die Überlieferung der Gewohnheit 20 jener Apostel übernahmen, waren so weit entfernt von bösen und bitteren Gedanken, daß sie nicht einmal den Kranken erlaubten, das zu tun, was viele in vielen Fällen versuchen: entweder Schalen zu beschreiben oder Amulette zu gebrauchen oder den Sinn hinzuwenden zu denen, die zu besprechen vorgeben, oder durch Räucherwerk von Wurzeln und Gemüse und durch andere Dinge, die diesen gleichen, Heilungen der Schmerzen für sich zu beschaffen. Alles dies also ist infolge der Lehre unsers Erlösers vertrieben und niemals ist es möglich, einen Christen zu finden, der Amulette gebraucht, noch Besprechungen, noch den Vorwitz, auf Schalen zu schreiben, noch andere derartige Dinge anwendet, deren Gebrauch bei den meisten für gleichgültig gehalten 3—5 vgl. Dem. III 319 5 —19 = Dem. III 67—8 19—S. 224, 17= Dem. III 6 9—14 8 ἑταίροις Σ ἑτέροις D 17 τίς ἂν ἐνδίκως νομισθείη D „genannt werden“ Σ (= ὀνομασθείη) 20 καὶ οἱ μετὰ ταῦτα τῆς ἐκείνων διατριβῆς διάδοχοι D 24 „Amulette“] περιάμμασι D 26 „Gemüse“] βοτανῶν D | καὶ τισιν ἄλλοις τοιουτοτρόποις ἀκέσεις τῶν παθῶν ἑαυτοῖς πορίζειν D 30 ἢ πετάλων τινῶν περιέργων ἐπιγραφαῖς D 31 ἀδιάφορον D „ohne Unterschied“ Σ wird. Welcher Grund also könnte angeführt werden, von denen, die hierin unterwiesen sind, zu glauben, sie seien von einem Zaubermeister zu Jüngern gemacht wordeu, da doch für jeden, der sich als Meister einer Lehre ausgibt, ein großer Beweis die Gemeinschaft seiner Jünger ist? Künstler und Gelehrte also sagen durchaus von dem, der die Ursache ihrer Lehre für sie war, daß er besser sei als sie. Denn wie auch Ärzte Zeugen sind für die Richtigkeit der Lehre ihres Meisters, die Geometer aber — wen anders erkennen sie als Führer für sich an, wenn nicht einen Geometer, und die Arithmetiker einen Arithmetiker? Demgemäß sind aber auch die besten Zeugen für einen Zauberer seine Jünger, die ebenfalls ihrem Meister durchaus ähnliche Dinge tun. Aber auch nicht ein Jünger unsers Erlösers ist jemals in allen diesen Jahren als Zauberer erfunden worden, obwohl zu allen Zeiten Könige und ἡγεμόνες sorgfältig durch böse Folterqualen eine Untersuchung der Dinge veranstaltet haben.

So wenig war aber irgend ein Zauberer sein Jünger, daß freigelassen wurde und jedes gefährlichen Prozesses ledig war, wer nur zu opfern von ihnen gezwungen war.

Damit aber nicht unsere Rede dahinfließe außerhalb der Schrift, su empfange den Beweis dafür auch aus der Schrift: Die ersten Vertrauten und Jünger unsers Erlösers machten nach der Schrift ihrer Πραξεῖς diejenigen, die aus den Heiden zu ihrer Lehre kamen, derart, daß viele von ihnen, die früher der Zauberei beschuldigt waren, ihre Art so sehr veränderten, daß sie mitten in die Menge die verworfenen Bücher zu bringen wagten, die einst bei ihnen verborgen waren, und eben sie vor jedermann dem Feuer übergaben. Höred aber, wie die Schrift hierüber lautet:

„Ein gut Teil aber von denen, die trieben, brachten ihre Bücher hinein und verbrannten sie vor jedermann; man rechnete aber ihren Preis zusammen und fand, daß sie fürf Myriaden wert waren.“

Derart also waren die Jünger unsers Erlösers, und sie brachten eine so große Kraft der Worte mit den den Hörern hervor, daß sie in die Tiefe ihrer Seele trafen 17—225,8 = Dem. III 614—18 26 = Act 19 19 1 „Welches Wort also gibt es, das gesagt werden kann“ Σ τίς οὐν ἐρεῖ λόγος D 3 ἐπαγγελλομένου τι D + μάθημα Σ „der irgend eine Lehre verheißt“ 4 ἔλεγχος D „Widerlegung“ Σ 7 „ihrer Lehre“ Σ 1 ABBREV „seiner Lehre“ 8 „erkennen sie an“] ἐπιγράψονται D „schreiben“ Σ 22 „beschuldigten“ Σ διαβεβλημένων D 1. ABBREV 26 „Ein gut “] Σ ἱκανοὶ D 29 1. ABBERV 30 „des “ Σ λόγων D 1. ABBREV wegen ABBREV 31 ὡς καθικνεῖσθαι τοῦ βάθους τῆς ψυχῆς αὐτῶν D „daß sie (die Worte?) . . . . befestigt wurden“ Σ und das Gewissen eines jeden schlugen und verwundeten, sodaß sie es nicht mehr aushielten, das zu verstecken, wodurch früher viele in die Irre geführt wurden, sondern das Verborgene ans Licht brachten und Zeugen wurden wider sich selbst und wider ihre frühere Bosheit. Derartig waren aber auch die, welche von ihnen zu Jüngern gemacht wurden: rein und lauter in ihrer Seele und echt in ihrer Liebe, sodaß sie nichts Tadelnswertes in sich versteckt ließen, sondern sich rühmten und frohlockten wegen der Wandlung vom Schlechteren zum Besseren. Wenn also die Jünger unsers Erlösers ersichtlich so geworden so geworden sind, wie sollte nicht ihr Meister noch viel besser sein? Wenn du aber auch aus den Jüngern erkennen willst, wie der Meister war, so hast du Myriaden Jünger der Worte unsers Erlösers bis jetzt, unter denen eine Menge Scharen von Männern sind, die sich wappnen wider die natürlichen Lüste des Leibes und ihren Geist unverwundet von allen schändlichen Leidenschaften zu bewahren sich bemühen, die ihr ganzes Leben hindurch in Reinheit alt geworden sind und glänzende Zeugnisse infolge der aus seinen Worten geschörften Nahrung aufwiesen.

Aber nicht nur Männer wurden bei ihm in dieser Weise Philoaophen, sondern auch Myriaden von Weibern in der ganzen Welt, die nach Art von Priesterinnen des über alles waltenden Gottes den höchsten Gottesdienst geliebt haben, von der Liebe zur himmlischen Weisheit erfaßt sind, die Geburt des Leibes verachtet, sich alle Mühe um ihre Seele gegeben, sich vor jedem Schmutz und Unrat rein bewahrt und gänzliche Heiligkeit und Jungfräulichkeit geliebt haben.

Von Einem Philosophen aber singen die Griechen, der sein Land als Schafweide überließ unter dem Vorwande der Philosophie, und bringen ihn im Liede herum , hierhin und dorthin. Es war dies aber Demokrit. Und man bewundert einen gewissen Krates, der sein Besitztum seinen Bürgern gab, sich selbst bezwang und mit der freien Selbst- 9—S. S. 226, 13 = Dem. III 619—24 25 vgl. Menag. ad Diogen. Laert. II 6 28 vgl. ebd. VI 5, 87 1 „das Gewissen“] örtlicher „das ßtsein“ Σ = τὸ . . . συνειδὸς D „schlugen“ Σ καθάπτεσθαι D 1. ABBREV ? 51. ABBREV ABBREV 20 τὴν ἀνωτάτω σοφίαν ἀσπασάμενοι D διακονίαν Σ 22 „die Geburt“] ἐγγόνων D 23 l. ABBREV 25 ἵνα μὲν οὑν μηλόβοτον καταλιπόντα τὴν ἑαυτοῦ χώραν προφάσει φιλοσοφίας ἄγουσιν ὧδε κἀκεῖσε περιφέροντες Ἑλλήνων παῖδες D „Über Einen Hirten (= μηλοβότην) aber, der seinen Platz aus dem Grunde der Philosophie (ver-?)ließ, singen (= ᾄδουσιν) die Griechen“ Σ 29 „sich selbst bezwang — prahlte“] αὐτὸς ἑαυτὸν Κράτης Κράτητα ἠλευθέρου κομπάζων D | „Selbstbeherrschung“] ABBREV PSm = „Meinung“ Eusebius III*. beherrschung prahlte. Die Eiferer für die Worte unsers Erlösers aber sind Myriaden an Zahl, keineswegs einer noch zweie, die ihren Besitz verkauften und den Armen und Bedürftigen gaben, deren Zeugen wir geworden sind, die wir mit derartigen Männern zusammen waren und eben in Taten die richtige Ausführung der Lehre unsers Erlösers mit ansahen.

Was habe ich nötig zu sagen, wieviele Myriaden selbst von den Barbaren nicht nur, sondern auch von den Griechen durch die Lehre der Worte unsers Erlösers emporgehoben wurden über jede polytheistische Verirrung und den Einen Gott allein, den Vater und Schörfer dieser ganzen Welt erkannten und bekannten? Ihn, den einst Einer: Platon, erkannte, aber bekannte, daß er nicht wage, es vor jedermann zu sagen, weil ihm keine so große Kraft der Frömmigkeit zu Gebote stand. Die Jünger unsers Erlösers aber, denen es ein leichtes war, durch die Hilfe ihres Meisters den Vater und Schöpfer des Alls zu erkennen und zu finden, offenbarten ihn im ganzen Geschlecht der Menschen und verkündeten die Kenntnis von ihm allen in der ganzen Welt, sodaß infolge eben ihrer Lehre bis jetzt unter allen Völkern Myriaden Scharen nicht nur von Männern, sondern auch von Weibern, Kindern, Sklaven und Bauern so wenig hinter jenem Philosophen zurückbleiben, daß sie den Werkmeister und Schöpfer dieser ganzen Welt nicht nur erkennen, sondern auch allerorts seine Boten sind. Derart waren die Siegestaten des gemeinsamen Erlösers aller, die Verführungskünste dessen, der für einen Verführer gehalten wurde, und nur derart seine Jünger und Vertrauten, aus denen man erkennen darf, wie ihr Meister war.

Wohlan aber, ferner wollen wir das Wort auch so prüfen! Einen Zauberer nennst du ihn, du da!, aber auch einen geschickten Quacksalber und Verführer heißt du ihn. Ist er denn jetwa als der alleinige und erste Erfinder dieser Sache aufgetreten, oder dúrfen wir mit Recht die Ursache gemäß der auch sonst üblichen Gewohnheit auf die Lehrer zurückführen? Wenn er also, ohne daß ihn jemand belehrte zum ersten und alleinigen Erfinder dieser Sache ward, ohne 12 vgl. Piaton Timaios 28 C — S. 227,34 = Dem. III 6 25—29 8 „und nicht nur“ Σ str. ABBREV 9 „emporgehoben wurden“] ὑπερεκκῦψαι D 20 ὥστε . . . μυρία πλήθη . . . . τοσοῦτον τοῦ Πλάτωνος μὴ πείθεσθαι D τοῦ φιλοσόφου μὴ λείπεσθαι Σ 24 καὶ τοιοίδε D „obwohl “ Σ (δαίτοι οἵδε) 29 „Quacksalber“] wörtlich „Verfertiger von Zaubereien“ Σ φαρμακέα 31 „gemäß der Gewohnheit“] ABBREV ABBREV κατὰ τὸ ἀκόλουθον D je etwas von anderen gelernt, noch von den Vorgängern entlehnt zu haben, wie sollten wir dann nicht von ihm bekennen, daß seine Natur göttlich sei, er. der ohne Bücher, Worte und Lehrer, ein Selbstgelehrter und Selbstgebildeter, als Schöpfer dieser Dinge erschienen ist, obwohl es nicht möglich ist, die Lehre einer Handwerkskunst oder der logischen Wissenschaft und nicht einmal der ersten Elemente ohne irgend einen Unterweiser und Lehrer in sich aufzunehmen, es sei denn, daß jemand außerhalb der gemeinsamen Menschennatur stehe. Niemals also trat ein Selbstgelehrter hervor als Lehrer der Grammatik, noch ein Rhetor. ohne gelernt zu haben, noch wurde ein Arzt aus sich selbst, noch ein Zimmermanu, noch der Schöpfer einer andern Kunst, obwohl dies gering ring und menschlich ist. Die Tatsache aber, daß jemand von dem Lehrer der ganzen Menschenwelt, der die Wunder getan hat, die in der Schrift seiner Jünger geschrieben sind, sagt, er sei aus sich selbst so geworden, ohne von den Vorgängern empfangen zu haben noch von neueren Lehrern unterstützt zu sein, die ihm gleich auch vor ihm handelten, — was bedeutet das anderes als das Zeugnis und Bekenntnis, daß hier etwas Göttliches war und einer, der besser war als jede menschliche Natur?

Aber du sagst, daß er verführende Lehrer besaß und daß ihm nicht verborgen waren die weisen Theorien der Ägypter und die geheimen Mysterien, die einst bei ihnen verkündet wurden, von denen er sammelte und als derartiger Mann erschien, wie das Wort der Schrift sagt. Was also? Sind andere etwa besser als er erschienen und früher der Zeit nach und seine Lehrer, sei es in Agypten, sei es wo sonst? Warum lief nicht auch die Kunde von jenen, bevor dieser sich einen Namen machte, zu allen Menschen diesem gleich, und warum wird nicht auch der Ruhm jener diesem gleich bis jetzt verkündet? Welcher Zauberer aber von denen, die von Ewigkeit her lebten, Barbare oder Grieche, trat auf als Lehrer solcher Jünger und ward zum Herrscher so vieler Gesetze und Worte wie die sind, welche die Kraft des gemeinsamen Erlösers aller zeigten? Von wem aber ist jemals geschrieben, daß er derartige Heilungen vollbrachte wie die, von denen man berichtet, daß unser Erlöser sie getan habe? Von welchem ander aber „Handwerkskunst“] βαναύσου τέχνης D 8 μή οὐχὶ τὴν κοινὴν ἐκβεβηκότα φύσιν D κοινὴν < Σ 1. ABBERV 10 οὐδὲ αὐτοφυὴς ἰατρός D 1. ABBERV ABBERV ABBERV 16 διδασκάλων τὰ ὅμοιαα καὶ πρὸ αὐτοῦ πεποιηκότων D „die gemäß dem, was vor ihm war, handelten“ Σ 24 τί δῆτα οὐν, ἤ τιωες ἄλλοι D 26 „bevor — machte“] örtlicher „vor dem Namen dieses“ Σ πρὸ τῆς τούτου κατηγορίας D von aller Ewigkeit her, der vor ihm oder nach ihm war, wird berichtet, daß er das Wissen der Zukunft und soviele und derartige Prophezeiungen überlieferte, die kürzlich durch die früheren Ausführungen vorgelegt sind? Wer aber hat verheißen, undefined daß er das tun werde in der ganzen Menschenwelt, was er durch das Wort voraussagte, und hat durch die Tat seine Worte bestätigt, sodaß die Erfüllungen seiner Prophezeiungen bis jetzt in unserer eigenen Zeit auf der ganzen Erde mit Augen gesehen werden? Wessen Jünger aber und Augenzeugen der Dinge haben jemals in der Bewährung durch Feuer und Eisen die Wahrheit dessen versiegelt, was sie von ihrem Meister bezeugten, wie die Jünger unsers Erlösers, die alle Mißhandlungen ertrugen für das, was sie sahen und von ihm bezeugten, und alle Arten von Qualen erduldeten und schließlich die Zeugnisse, die sie von ihm als dem Sohne Gottes, geschweige denn als von einem Zauberer ablegten, durch ihr eigenes Blut versiegelten? Wem aber von den Zauberern kam es jemals in den Sinn, die Sammlung eines neuen Volkes auf seinen Namen zu veranstalten? Die Tatsache aber, daß er es nicht nur überlegte, sondern auch die Überlegung ausführte, wie sollte das nicht jede Natur der Menschen in den Schatten stellen? Und die Tatsache, daß er Gesetze auferlegte, die der polytheistischen Verirrung entgegengesetzt waren, wider die Satzungen der Könige, der früheren Gesetzgeber, der Philosophen, Poeten und Theologen, und diese Gesetze bestätigte und für die lange Ewigkeit als unbesiegbar und unüberwindlich zeigte —

wer jemals von den Zauberern ersann das? Unser Erlöser aber ersann es nicht ohne daß er wagte, hand anzulegen, sondern er legte nicht einmal Hand an, ohne es auszuführen. Mit Einem Worte und mit Einer Stimme sagte er zu seinen Jüngern: „Gehet hin und machet alle Völker in meinem Namen zu Jüngern und lehret sie alles, was ich euch aufgetragen habe“, und ügte dem Worte die Tat hinzu, und auf der Stelle wurden zu Jüngern gemacht in kurzer Zeit alle Geschlechter der Griechen zumal und der Barbaren und Gesetze keines- 3 vgl. Buch IV 8—S. S. 231,3 = Dem. III 630—3 27 = Matth 28 19 1 Man erwartet ABBREV 22 κρατῦναι D „schickte“ Σ 1. ABBERV 23 „für die Ewigkeit“] εἰς μακρὸν αἰῶνα D 24 τίς πώποτε γοήτων διανενόηται; ὁ δὲ σωτὴρ κὰ κὺριος ἡμῶν οὐκ ἐνενόησεν μέν, οὐ τετόλμηκεν δὲ ἐπιχειρῆσαι· ἀλλ’ οὐδὲ ἐπεχείρησεν μέν. οὐ κατώρθωσεν δέ D „wer jemals von den Zauberern ersann das, was (= ὅ) unser öser ersann? Aber wenn er es auch ersann, so wagte dennoch vielleicht nicht, Hand anzulegen. Aber wenn er auch Hand anlegte, so führte er es dennoch viclleicht nicht aus“ Σ wegs durch die Schrift unsere Erlösers, sondern ohne Schrift durch seinen Befehl in Völker gesät, entgegengesetzt der alten polytheistischen Verehrung, Gesetze: Feinde der Dämonen und Gegner der polytheistischen Verirrung, Gesetze: Zügler der Skythen, der Perser und der andern Barbaren und Abwender von jedem tierischen und ungesetzlichen Leben, Gesetze: Zerstörer der seit Ewigkeit unter den Griechen geübten Sitten und Lehrer einer neuen und wahren Frömmigkeit. Was also haben derart gewagt frühere Zauberer vor der Zeit unsers Erlösers, daß man mit Recht von ihm sagen könnte, er sei von andern unterstützt worden in dieser Zauberei? Wenn man aber einen andern nicht nennen kann, der ihm ähnlich war, so war ihm also niemand die Ursache für so große Tüchtigkeit. Zeit ist also zu bekennen, daß eine fremde und göttlche Natur in die Welt gekommen sei, die allein und zuerst das tat, was niemals unter den Menschen berichtet wird.

Nach diesem wollen wir ferner fragen, ob jemals jemand mit seinen Augen sah oder durch Hören sagen erfuhr, daß es irgend welche Zauberer und Giftmischer gebe, die ohne Spenden, Opfer und Anrufung von Dämonen zaubern, da doch jedermann bekannt und offenbar ist, daß jede Zauberei durch diese Dinge ausgeführt zu werden pflegt? Kann also etwa jemand auch gegen unsern Erlöser oder gegen seine Jünger oder gegen diejenigen, die bis jetzt in seiner Lehre leben, eine derartige Verleumdung vorbringen? Ist es nicht auch dem Blinden klar, daß wir in allem diesem entgegengesetzt bereitet sind eher unsere Seele dem Tode als den Dämonen ein Opfer darzubringen suchen und eher aufs Leben verzichten als es ertragen, unter die Dämonen geknechtet zu werden? Wer aber weiß nicht, wie es uns lieb ist. eben mit dem Namen unsers Erlösers und mit seinen Gebeten jedes dämonische Geschlecht zu vertreiben? So hat das Wort unsers Erlösers und die von ihm ausgehende Lehre uns alle viel besser gemacht, als die unsichtbare und unbewährte Kraft der Dämonen, und uns zu Feinden und Hassern der Dämonen bereitet, aber keineswegs zu Freunden und Genossen, geschweige denn zu Untertanen und Hörigen. Er also, der derartiges überlieferte denen, die sich von ihm überzeugen lassen, wie sollte er ein Knecht der Dämonen gewesen sein? Wie sollte er den bösen Geistern geopfert oder wie die Dämonen zu Helfern und Unterstützern angerufen haben, da ja alle Dämonen undefined und alle unreinen 8 „Was also haben derart gewagt von füheren Zauberern“ Σ str. ABBREV τὶ δῆτα οὐν τοῖς πάλαι γόησιν . . . τετόλμηται D 12 τοιγαροῦν D „fernerhin“ Σ l. ABBERV 23 „bereitet sind“] ἐπιτηδεύομεν D 28 „Geschlecht“] ἔργον D γένος Par. 470 am Rande | „So . . . das Wort“] ουτος ὁ . . . λόγος D Geister bis jetzt vor seinem Namen erschrecken wie vor einer Art von Qual und Strafe ihrer eigenen Natur und fortgehen und weichen vor seiner Kraft, wie sie auch einst zu der Zeit, wo er seinen Verkehr mit den Menschen ausübte, seinen Anblick nicht ertrugen, sondern eine rief von hier, der andere von der andern Seite und sagte: „Was haben wir mit dir gemein, Sohn Gottes? Bist du vor der Zeit gekommen, uns zu quälen?“

Ein Mann, der nur auf die Zauberei seinen Sinn richtete und völlig verworfene Dinge angriffe, wäre der nicht seiner Art und offenbar lüstern, schändlich, frevelhaft, gottlos Und wenn er so wäre, woher oder wie könnte er die Worte audere lehren oder die über die Keuschheit oder die über die Kenntnis Gottes oder die über die Unsterblichkeit der Seele oder die über die Gerechtigkeit und über das Gericht des über alles waltenden Gottes? Würde er denn nicht das Gegenteil von alledem indem er das täte, was der Schlechtigkeit entspräche, würde die Vorsehung Gottes leugnen, das Gericht Gottes und seine Gerechtigkeit als einen Mythos verhöhnen und die Worte über die Tugend und die Unsterblichkeit der Seele verspotten? Wenn derartiges gesehen würde auch bei unserm Erlöser, so wäre nichts dagegen Wenn es aber ersichtlich ist, daß er bei allen seinen Worten und den oberhalb von allem stehenden Gott, den König des Alls und seine Jünger bereitete, so zu sein, und wenn er selbst und ein Lehrer besonnener Worte und wenn er ein Täter und Herold der Gerechtigkeit, Wahrheit, Menschenfreundlichkeit und jeder Tugend und wenn er ein Wegweiser der Verehrung des Allkönigs Gott ist, wie sollte es nicht dem entsprechen, zu glauben, daß er nichts 5 = Matth 8 29 5 ὄλλος ἄλλοθεν D „der andere von der anderen Seite“ Σ 14 „Gerechtigkeit“] δικαιωτηρίου D 15 οὐχὶ τούτων ἀπάντων τὰ ἐναντία πρεσβεύει, ἀκόλουθα τῇ ἑαυτοῦ μοχθηρίᾳ πράττων D 18 καὶ θεὸν μὲν ἀρνήσεται καὶ θεοῦ πρόνοιαν καὶ θεοῦ κρίσιν, χλευάσει δὲ τοὺς περὶ ἀρετῆς καὶ τοὺς περὶ ψυχῆς ἀθανασίας λόγους „D „verhöhnen“] „rooting up“ (= „raufen“ = 1. ABBREV = ABBERV = „murmeln“ PSm 1. ABBERV = „ermahnen“ Bernstein 1 ἐμ παραιτήσει verlesen aus ἐμ)παροινήσει Gr. Schultheß verweist auf das Pe ABBERV (c. ABBERV p.) bei Ps. Dionys. ed. Chabot p. ABBERV ult. 20 περὶ τὸν καὶ κύριον ἡμῶν D 1, + ABBERV 26 „Weiser“] εἰσηγητής D 27 τὸ μὶν ἡγεῖσθαι κατὰ γοητείαν αὐτὸν τῶν παραδόξων πεποιηκέναι D den wunderbaren Werken durch Zauberei getan habe, sondern zu bekennen, daß er sie durch verborgene und in Wahrheit göttliche gewirkt habe?

Dies also wider diejenigen, die mit gottlosem Munde ihn zu schmähen gewagt haben. Wenn sie sich aber wandeln und bekennen. er selbst sei zwar ein Lehrer reinen und keuschen Lebens und ein Einführer in die Lehre der Gottesverehrung gewesen, aber er habe die staunenswerten Taten, Kräfte und Wunder, die über ihn sind, und die göttlichen Taten, die besser sind als die der nicht gewirkt, sondern seine Jünger hätten sie vollständig ist es Zeit, auch dieser Verleumdung zu begegnen.

Wider diejenigen, die den Zeugnissen der ünger unsers unsers über seine wunderbaren Taten nicht glauben.

Wenn sie aber sagen, daß er überhaupt nichts von Wundern noch von den staunenswerten Taten vollbracht habe, die seine Jünger über ihn bezeugen, sondern daß seine Jünger und erlogen hätten deswegen, weil sie über ihn Mythologien vorgebracht hätten, so wollen wir sehen, ob ihr Wort ist, wenn sie keinen Grund angeben können, weswegen sie Jünger, er aber der Meister hieß. Denn derjenige, der lehrt, gibt sich 20 als den Meister irgend einer Lehre aus, die Jünger aber wiederum, die Worte und die Lehren oder irgend eine Kunst lieben, überlassen sich dem Lehrer. Welchen Grund also könnte jemand nennen, die Jünger unsers Erlösers q mit ihm verkehrten und was sich um ihn zu bekümmern? Als Lehrer welcher Lehren erkannten sie ihn an? Oder ist dies klar? Denn es ist durchaus notwendig, daß sie ihn als Lehrer dessen anerkannten, was sie von ihm lernten und auch zu andern sagten. Es waren dies aber Satzungen der Philosophie. und folglich war er der erste Prediger des über alles waltenden 14—28 = Dem. III 16 „fälschlich“] „anders“ Σ = ἄλλως < D 20 δι’ ἣν (sc. αἰτίαν) μαθηταὶ ὁ δὲ διδόσκαλος ἐχρημάτισαν D . . . „in die Welt hervorgingen“ ἐπαγγελίαν μαθήματός τινος ἐπαγγέλλεται D „verheißt eine ßung (1. Lee statt „Anfang“) irgend einer Lehre“ Σ 25 ἐπεγράφοντο D 28 τίνων δὲ καὶ διδάσκαλον ἐπεγράφοντο μαθημάτων; . . . . πάτνως γάρ που ὣν παρ’ αὐτοῦ μαθόντες εἰς ἑτέρως ἐξήνεγκαν D 29 „Prediger“] wörtlich (= πρεσβεύω) Gottes, der Vorsehung Gottes, des gerechten Gerichts Gottes, der Unsterblichkeit der Seele, der Scheidung der ewigen Wohnungen der Guten und Bösen und anderer, dem verwandter Lehren, die in Büchern geschrieben sind. Es waren dies aber auch Vorschriften ein philosophisches Leben, das er ihnen beschrieb, indem er sagte: „Ihr sollt kein Gold besitzen noch Silber in euren Beuteln und überhaupt keine Reisetaschen“ und anderes derart, sondern sie sollten sich der alles verwaltenden Vorsehung überlassen und nicht sorgen um die Bedürfnisse. wie er sie auch ermahnte, Besseres zu sinnen, als in Juden, denen Mose befahl. Denn der habe ihnen das Gesetz gegeben: nicht zu töten als solchen, die zu einem Morde geneigt waren, aber auch: nicht zu ehebrechen als geilen und ehebrecherischen Leuten, ferner aber: nicht zu stehlen als erbärmlichen Menschen, denen Knechtschaft geziemt, und: nicht zu veruntreuen als habgierigen Menschen; für sie die Jünger Jesu selbst aber sei es wissen, daß sie solcher Gesetze nicht bedürften, sondern mehr die Leidenschaftslosigkeit der Seele in ihren Augen zu achten und von unten wie aus der Wurzel ihres Geistes die Schößlinge des Bösen und sich zu üben, den Zorn und jede schändliche Begierde besiegen, vielmehr aber wegen der vorzuglichen Leidenschaftslosigkeit ihrer Seele nicht einmal zu zürnen, noch ein Weib in lüsterner anzublicken und das Gegenteil des Diebstahls zu tun, sodaß sie ihr Eigentum den Bedürftigen gäben, und sich nicht einmal rühmen, daß sie andere nicht beraubten, sondern darüber, Zorn diejenigen ertrügen, von denen sie selbst beraubt würden. was habe ich nötig, alles das zusammenzutragen, was er lehrte und lernten? Er riet ihnen aber außerdem, an der Wahrheit so daß man nicht einmal eines Treueides bedürfe, geschweige Meineides, sondern ihren Charakter so zu machen, daß er erschien als jeder Eid, bis zum einfachen „Ja“ fortzuschreiten und Wort mit Wahrhaftigkeit zu gebrauchen.

4—S. 233,21 = Dem. III 433—38 5 = Matth 109f. 11 ff. 5 21 ff. 30 vgl. Matth 5 37 2 „der “ oder „des Wohnungen“ 15 αὐτοὺς δὲ δεῖν τούτους ἡγεῖσθυαι μὴ προσήκειν αὑτοῖς τοὺς νόμονς D „Er aber wußte dies, daß war, daß sie solcher Gesetze nicht bedurften“ Σ 27 „außerdem“] ἄλλοις D „mit alledem“ Σ 28 παρασκευάζειν δὲ τὸν τρόπον παντός ὅρκου φαίνεσθαι D „sondern ihren Charakter zu bereiten, daß sie dadurch erschienen“ Σ

Wir müssen also fragen, ob es irgend einen Grund gibt, meinen, daß diejenigen, die Ηörer dieser Worte waren und auf Stelle auch als Lehrer anderer, eigener Jünger auftraten, alles das haben, was sie als Taten ihres Meisters bezeugt haben. Was aber ist daran ϋberzeugend, wenn man meint, daß alle übereinstimmend gelogen hätten, sind doch zwölf an Zahl die Auserwählten der ϋbrige Rest, die er auch vor sich hingesandt haben soll „zu zwei und zwei an jeden Platz und Ort, wohin er selbst im Begriff war zu kommen“? Aber kein Grund kann gesagt werden, warum man ganzen Schar von Menschen nicht glauben darf, die ein reines und gottesfürchtiges Leben liebten, alle ihre Hausgenossen und anstatt ihrer Geliebten, ich meine aber ihrer Weiber, Kinder und ihrer ganzen Familie, ihre Lebensart besitzlos machten und ein ϋbereinstimmendes Zeugnis über ihren Meister wie aus Einem Munde unter alle Menschen hinaustrugen.

Der erste Grund also, der hauptsächliche und wahre, wäre dies; prüfen wir aber auch das hauptsächliche und wahre, wäre dires; prüfen wir aber auch das Gegenteil!

Er möge nämlich nämlich der Lehrer und sie die Jünger möge er nach der fingierten Voraussetzung der Rede nicht das Gesagte gelehrt haben, sondern das Gegenteil davon, nämlich: die übertreten, freveln, sündigen, veruntreuen, rauben, Meineid leisten, Verhaßtes tun und was sonst Böses genannt werden kann. aber ist vollkommen fremd der Lehre unsers Erlösers und ihr schamlos und ohne Scheu, und nicht nur entgegengesetzt seinen Worten und seiner Lehre, sondern auch dem Leben, das bis jetzt allen Völkern überliefert ist und in allen seinen Kirchen geführt wird. Indessen aber möge die Rede, wenn sie auch falsch und ist, dargeboten werden entsprechend der fingierten Voraussetzung, die wir zugestanden haben, damit auch so die uns vorliegenden Fragen geprüft werden. Er möge also alles Böse und und es sei Fürsorge bei ihm, in alledem verborgen zu bleiben, und die Sitte möge sehr geschickt versteckt sein unter dem Vorwand einer Lehre und der Verheißung einer neuen Frömmigkeit. Sie 6 vgl. Matth 10 7 = Luk 10 1 30—234, 14 = Dem. III 1 „Grund"] λόγον D „Wort" Σ 1. ABBREV 13 τὸν ἀκτήμονα τρόπο ἑλομένων D 15 ὁ μὲν οὖν κύριος καὶ πρῶτος καὶ ἄλης λόγος ἂν εἴη οὗτος D 18 ὡς ἐν ὑποθέσει λόγου D 19 δηλαδή D „bald“ Σ 1. ABBREV 20 „rauben“] „lügen“ Σ aber καὶ ἀποστερεῖν D 1. ABBREV 22 1. ABBREV 30 θάνειν δ’ ἐπὶ πᾶσι τούτοις σπουδάζειν D „nach alledem“ Σ dem nachtrachten und dem, was noch schlimmer ist als dies wegen der abschüssigen Bahn des Bösen und seiner In die Höhe erheben gewaltig preisen mögen sie ihren erdichteten Worten, ohne auch nur Ein lügnerisches Wort zu Alle Alle Wunder und staunenswerten Taten mógen sie durch ihm zuschreiben, damit man auch sie bewundere und ihnen die Glückseligkeit gebe, die gewürdigt waren, die Jünger Meisters zu werden.

Wohlan also, wir wolleD sehen, ob es möglich war, wenn sie so waren, das zustande kommen konnte, was sie inbetreff seiner wagten. Denn man sagt, daß das Böse dem Bösen sei. und nicht einmal dem Guten. Woher also wurde bei der Menge aller dieser Menschen die Übereinstimmung im Bösen gefunden? war das Zeugnis über dieselben Dinge bei allen übereinstimmend? Woher die Lehre über die göttlichen Satzungen und die über die Philosophie? Woher der Gedanke über das Leben der Tugend? Woher die Lehre, vor dem Bösen zu fliehen? Woher Wissen derartiger Worte und Schriften? Woher die Reinheit des Wandels und der Lebensart in der ganzen Menschenwelt, die von ihnen überliefert ward? Woher so große Kraft? Woher die Woher die Zuversicht? Woher die Übereinstimmung bis zum Tode? Ein Mann aber, der Bitterböses lehrt, wie jemand sagen möchte, sich in solchen Dingen als Meister ausgibt, wer würde Sinn auf ihn richten? Man wird vielleicht sagen, weil andere Zauberer in nichts schlechter waren als der Führer als Christus. Haben denn nicht geachtet auf das Ende ihres Meisters und welches Todes er sich bediente? Warum also beharrten sie nach seinem schimpflichsten Ende dabei und nannten den Gestorbenen Gott, wenn sie sich nicht 11 vgl. o. S. 14125 Piaton Lysis 214 Phaidros 255; Praep. XIII 1315 f. 21—235, 2 21—235,2 = Dem. III 4 39 1 διά τὸ προαλὲς τῆς κακίας καὶ αὐτοδίδακτον αὐτῆς D „weil vorher fängt (= προ- ἁλίσκω Lee) das Βöse und eine Lehre ist aus sich selbst" Σ 11 κακῷ δὴ κακὸν οὔ φασιν εἶναι φίλον. ἀλλ’ οὐδὲ ἀγαθῷ D „Denn man sagt, daß das dem Bösen (Neutr.) lieb sei und keineswegs dem Guten (Neutr.)“ Σ ABBREV ABBREV 15 „und über die Lehren der Philosophie“ Σ oder 1. ABBREV ABBREV 23 καὶ τοιάδε ἐπαγγελλομένῳ D „und verheißt“ Σ Ι τὴν ἀργὴν D „am Anfang“ Σ 24 „Man Zauberer, aber die Jünger dieses Führers sind in nichts böse“ Σ εἴποις ὄλλοι ἀλλ’ οἱ Σ) τοῦ καθηγητοῦ (+ „Jünger" Σ frei) κατ’ οὐδὲν D + ἣττονες Σ (+ κρείττονες Wendland) unnütz darum bemühten, das Gleiche zu leiden wie er? Wer um keines Vorteils willen offenkundig eine Strafe sich erwählt? wenn sie besitzliebend und gewinnsüchtig gewesen und wenn sie in ihrem Charakter schändlich und lustliebend wären, dann wäre es vielleicht wahrscheinlich von ihnen zu meinen, daß sie deswegen die Sache machten und bis zum Tode Wagehälse waren. Wenn sie aber das Gegenteil davon verkündeten und es durchaus in die Ohren aller Scharen riefen und bald auch durch den Unterricht in der Schrift sie ermahnten, jede schändliche und lüsterne Begierde zu fliehen, sich von jeder Übervorteilung fernzuhalten und alle Leidenschaften und die Geldgier zu überwinden, und wenn sie derartiges diejenigen lehrten, die von ihnen zu Jüngern gemacht wurden, so ist wahrscheinlich, daß sie keine Geschäfte machten und keinen Reichtum anhäuften noch an einem Leben der Ruhe und des Ergötzens teil hatten. Da sie also durch eins von diesen Dingen nicht geleitet wurden, wie ertrugen sie es, für nichts eine böse Strafe und eine Züchtigung zu empfangen nur für das Zeugnis über ihren Meister, der nicht mehr war?

Das möge zugegeben werden, daß sie ihn ehrten, während er noch bei ihnen war und seinen Verkehr mit ihnen unterhielt und durch Verführung, wie jemand sagen möchte, sie verführte. Warum also haben sie ihn auch nach dem Tode, und noch viel mehr damals als früher, Gott genannt? Denn während er bei den Menschen war, sollen sie ihn sogar verlassen und verleugnet haben, in jener Zeit, wo ihm der Hinterhalt bereitet wurde. Nachdem er aber von den Menschen fortgegangen war, wollten sie freudig lieber selbst sterben als von dem guten Zeugnis über ihn ablassen. Sie also, die nichts Gutes wußten über ihren Meister, kein Leben, keine Handlung, keine Lehre, keine Tat, die des Preises wert war, und auch in nichts von ihm unterstützt wurden, abgesehen von der Bosheit und der Verführung der Menschen, warum starben sie so leicht, in nichts getadelt als weil sie Ehrbares und Lobenswertes über ihn bezeugten, während es doch einem jeden von ihnen freistand, sorglos zu leben und im eigenen Wohnhause mit seinen Lieben ein sturmfreies Leben zu führen. Wie sollten aber verführende und verführte Männer willig den Tod auf sich nehmen für einen andern, von dem sie genauer und besser als jedermann wußten, daß er nicht einmal zu irgend etwas Gutem, wie jemand sagen möchte, 8—S. 236, 14 = Dem. III 440—43 23 vgl. Matth 26 56. 75 15 „und wie“ Σstr. ABBREV 25 1. ABBREV Bernstein mit HS 261. ABBREV mit HS 34 πλάνοι δὲ ἄωδρες καὶ ἀπατεῶνες D Ursache für sie geworden war, sondern ein Lehrer alles Bösen? ein Mann, der Verstand und Tugend besitzt, würde für eine oder für einen guten Menschen vielleicht geziemend einmal Tod ruhmreich erleiden. Wer aber böse ist in seinem Charakter, er allein dem zeitlichen und an Begierden angenehmen Leben nachjagt, würde niemals den Tod dem Leben vorziehen und nicht einmal seine Lieben eine harte Strafe erdulden, geschweige denn für den, wegen seiner Bosheit getadelt und verurteilt wird. Wie sollten also die Jünger des Genannten, wenn er ein Verführer und Zauberer w enn ihnen nicht verborgen war, daß er so sei, aber auch sie selbst in einer äßlicheren Art des ösen betreffs ihrer Seelen befangen waren, von ihren Volksgenossen alle Qualen und alle Arten von Strafen auf sich nehmen für das Zeugnis über ihn? Nicht aber ist dies die Eigentümlichkeit der Natur des Bösen. Denn ich habe viele gesehen, mit den Lebenden Eidgenossenschaft untrüglich hielten. Sogleich als sie starben, lösten sie das auf, was sie zwischen sich hatten. Die Sophistenredner aber, die sich in den Städten und die gepriesen wurden durch das Gerücht ihres Wissens und Beweises ihrer Worte wegen — wir alle wissen genau, wie sie die ἡγεμόνες der Völker und diejenigen, welche große mit Lobpreisen priesen, solange es ihnen die Herrschaft erlaubte. Sogleich aber, als für jene eine Änderung eintrat, änderten auch ihre Worte und wollten fernerhin keine Frwähnung tun derer, die regierten, aus Furcht vor denen, die in der Gegenwart herrschten.

Wenn also die Jünger unsers Erlösers gewesen wären — nimm aber auch dies hinzu, daß und durchaus Laien waren, das heißt aber auch Barbaren und die nicht mehr verstanden als die syrische Sprache — wie konnten sie, nachdem ihr Meister von den Menschen fortgegangen war, in die ganze Welt hinausziehen und seine Gottheit bezeugen? Durch welchen Gedanken danken wurden sie bezaubert, dies zu wagen? Durch welche Kraft vollführten sie, was sie versuchten? Denn es mag sein, daß Leute in ihrem eigenen Lande umherschweifen und umherirren, die Tatsache 25—S. 240,16 = Dem. III 2 „Sieg“] κατορθώματος D 15 wörtlicher „Genossenschaft 28 ἐπαίοντες D „hören“ Σ 33 ἔστω γὰρ ἐπὶ τῆς οἰκείας γῆς ἀγροίκους ἄνδρας πλανᾶν καὶ πλανᾶσθαι καὶ μὴ ἐφ’ ἡσυχίας βἀλλεσθαι τὸ πρᾶγμα D „in ihren Häusern“ aber, daß sie in ein fremdes Land reisen nnd die Sache ruhig liegen lassen, sondern den Kamen unsers Erlösers verkünden und seine wunderbaren Taten nicht nur, sondern auch Befehle in Dorf und Stadt lehren, und daß die einen in die der Römer und in die königliche Stadt sich verbreiten, die andern in Land der Perser, andere in das Land der Armenier, andere zum Volk der Parther und ferner auch zu den Skythen, und daß andere sogar bis den Enden der Welt ausziehen und ins Land der Inder vordringen, und daß andere jenseits des Ozeans bis zu den sogenannten Inseln hinÜbergehen — dies, meine ich, ist nicht Sache von Menschen, geschweige denn von Geringen und Laien, und noch weniger von Verführern und Zauberern.

Diejenigen aber, die ihren Meister als böse und erprobten und eben seinen Todesausgang mit ihren Augen sahen, welcher Worte bedienten sie sich denn, um mit einander übereinstimmend über ihn zu faseln? Denn wie aus Einem Munde bezeugten sie alle die Reinigung der Aussätzigen, die Vertreibung der Dämonen, der Toten, das Wiedererhalten des Gesichts der Blinden und Myriaden andere Heilungen, die von ihm geschahen,

und nach allem seine eigene Auferstehung nach dem Tode, die ihnen zuerst sichtbar ward. Denn da dies weder geschehen noch je gehört war zu ihren Zeiten, wie sie aus Einem Munde bezeugen und bestätigen, daß es geschehen bis zum Tode ihr Zeugnis verbürgen? Oder haben sie sich etwa und einen Eid darauf geleistet und eine Übereinkunft zwischen sich festgesetzt, zu erdichten und zu lügen, was niemals geschehen ist? Kann man überzeugend sagen, welche Worte sie bei dieser Übereinkunft gebrauchten? Oder waren es etwa solche: „Liebe Männer! kennen genauer und besser als jedermann den Verführer und des Betruges von gestern und vorgestern, der vor den Augen aller die äußerste Strafe erlitt, und wissen, wer er war, da wir ja die Mysten seiner Geheimnisse geworden sind. Als ein Reiner erschien er den meisten, und er war auch darauf bedacht, etwas mehr zu besitzen als die meisten, aber er erwarb nichts Großes noch etwas der Würdiges, außer wenn jemand das Hinterlistige und 1 „reisen“] „geschickt werden“ Σ = στέλλεσθαι (vgl. Stud. 133 3 „und nicht nur“ Σ str. ABBREV 5 νείμασθαι D „sich teilen“ Σ 9 l. ABBREV 15 „Welcher Worte bedienten sie sich denn bei einander“ Σ . . . . πρὸς ἀλλήλους εἰς τὸ σύμφωνα περὶ αὐτοῦ πλάσασθαι D 18 πηρῶν τε ἀναβλέψεις D 32 καί τι πλέον ἔχειν παρὰ τοὺς πολλοὺς ἐφρόνει D Charakters nennt und die Tatsache, daß er Verdrehtes uns lehrte die Aufgeblasenheit des Irrwahns. Dafür, wohlan, wollen wir die Rechte geben und alle zumal einen Vertrag unter uns festsetzen, damit wir übereinstimmend den Betrug in betreff seiner unter alle Menschen hinausbringen und sagen, wir hätten ihn gesehen, wie er Blinden die Sehkraft gab, was niemals einer bemerkt hat, und wie er den Tauben das Gehör schenkte, was niemals einer gehört wie er die Aussätzigen rein und die Toten lebendig machte. Und es zusammenfassend zu sagen, was wir weder mit unsern Augen gesehen haben als von ihm geschehen, noch mit unsern Ohren gehört haben als von ihm gesagt, das wollen wir als in Wahrheit geschehen kräftig behaupten. Aber wenn auch sein letztes Ende berühmt und er offenkundig den Tod empfing, sodaß niemand ihn kann, so wollen wir auch dies ohne Scheu auflösen, indem wir bezeugen, daß er von den Toten auferstand, mit allen war und gewohnten Verkehr und Speise mit uns gemeinsam geteilt habe. Es möge aber festgehalten werden von ans allen Schamlosigkeit und Schenlosigkeit, und es möge ausdauern bei uns Wahnsinn bis zum Tode! Denn wie sollte es ungeziemend sein, für nichts zu sterben? Und wie sollte es schmerzen, für nichts Schläge und Qualen an unserm Leibe zu ertragen, und wenn nötig wäre, auch Einkerkerung, Schmach und Not für zu erdulden? Auch dies wrollen wir sogleich auf uns nehmen! Wir wollen aber alle zumal übereinstimmend lügen und faseln zu Vorteil, weder zu unserm noch zu dem derer, die wir noch zu dem Vorteil dessen, über den von uns die Lügen gesagt daß er Gott sei. Wir wollen aber die Lüge nicht auf unsere Volksgenossen, sondern sie auch zu allen Menschen hinaus bringen und die ganze Schöpfung füllen mit dem, was wir 1 εἰ μή τις τὸ δολερὸν καὶ ὕπουλον λέγοι τοῦ τρόπου καὶ τὸ διάστροφον διδάξαι ἡμᾶς αὐτοὺς τὸν τε δι’ ἀπάτης τῦφον D „und das Verdrehte, das er uns lehrte“ Σ (= τὰ διάστροφα) 6 ὅ οὐδείς ποθ’ ἡμῶν ἱστόρησε, καὶ κωφοῖς ἀκοὴν παρασχεῖν ὃ οὐδείς ποθ’ ἡμῶν ἤκουσεν D ἱστόρησε — ἥμων < Σ l. ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV ABBREV 11 „und das“ Σ str. ABBREV 16 „Verkehr“] ἑστίας D 17 „bei alledem“ δ’ ἡμῖν πάσι τὸ ἀναιδὲς D 18 „und es möge bleiben bei uns, wir stehen bis zum Tode“ Σ μενέτω δὲ ἡ ἔκστασις μέχρι θανάτου D 23 uns nehmen“] καὶ τοῦθ’ ἡμῖν ἤδη μεμελετήσθω D 26 οὐδὲ μὴν (sc. ἐπ’ αὐτοῦ τοῦ τοῦ τά ψευδῆ πρὸς ἡμῶν ἐκθειαζομένου D festgesetzt haben. Sogleich daher wollen wir Gesetze allen Völkern auferlegen als Zerstörer der Meinungen über ihre väterlichen Götter, die von Ewigkeit her bei ihnen als wahr galten, und wollen selbst den Römern vor allem befehlen, nicht diejenigen zu verehren, die ihre Vorfahren für Götter hielten, wollen aber auch nach Griechenland wandern und vielmehr auch im Gegensatz zu ihren Weisen predigen, und auch die Ägypter nicht übergehen, sondern auch ihre Gtter bekämpfen, indem wir nicht wider sie drohen die Taten des Mose, die einst wider sie geschahen, sondern ihnen den Tod eben unsers Erlösers als ein Schreckmittel entgegenhalten, und die Kunde über die Götter, die von Ewigkeit her von ihnen zu allen Menschen drang, nicht mit Worten und Geschichten, sondern durch die Kraft unsers gekreuzigten Meisters aufheben, wollen ferner aber auch in ein anderes barbarisches Land gehen und das bei jedermann Geltende zerstören. An dem Willen hierzu möge niemand von uns es fehlen lassen! Denn keineswegs ist klein der ἆθλος dessen, was wir wagen, da auch nicht die gewöhnliehen Sieges kränze uns erwarten, sondern, wie es billig ist, Strafen von den Gesetzen, die an jedem Ort bestehen, Fesseln nämlich, Foltern, Einkerkerung, Feuer, Eisen, Kreuze und wilde Tiere, um derentwillen wir besonders in Freuden wollen und auf das Verderben gerade lossehen. die wir unsern Meister als Vorbild besitzen. Denn was ist schöner als dies, daß wir um keines Vorteils willen den Göttern und Menschen als Feinde erfunden werden, noch irgend etwas Angenehmes empfangen, noch an unsern Lieben uns ergötzen, noch Überfluß an Besitz erlangen, noch überhaupt die Hoffnung auf etwas Gutes erwerben, sondern eitel unnütz irren und andere irreführen? Denn dies ist das Nützliche: allen Völkern entgegen zu sein, mit den Göttern zu kämpfen, die von Ewigkeit her jedermann bekennt, und vielmehr unsern Meister, der vor unsern Augen starb, als Gott und Gottessohn zu verkünden, für den wir bereit sind zu sterben, obwohl wir nichts Wahres noch Vorteilhaftes von ihm gelernt haben. Darum wollen wir ihn um so mehr ehren, weil er nichts in guten Dingen uns genützt hat, wollen alles tun, um seinen Namen zu preisen, alle Schmähungen und Strafen er- • dulden und jede Art des Todes für nichts Wahres ertragen. Denn das Wahre ist vielleicht böse, das Unwahre aber hat in sich das Gegenteil des Bösen. Deswegen wollen wir sagen, daß er Tote lebendig 8 „ausstrecken“ Σ ἀνατεινόμενοι D 18 „an jedem Ort“] αἱ ἀπὸ τῶν παρ’ ἑκάστοις, ὡς εἰκός, νόμων τιμωρίαι D 20 καὶ τοῖς κακοῖς ὁμόσε χωρητέον D 23 „empfangen“] ἀπολαῦσαι D 24 μήτε τῶν φιλτάτων ὄνασθαι D „noch unsere Lieben sehen“ Σ (= ὁρᾶσθαι) 29 „und für ihn“] l. ABBREV gemacht, Aussätzige gereinigt, Dämonen vertrieben habe und anderer wunderbarer Werke geworden sei, obwohl wir keine derartigen Dinge an ihm kennen, sondern für uns selbst alles dieses faseln und verführen, soviele wir können. Wenn aber jemand sich läßt, so wollen wir doch für das, was wir unter haben, den gebührenden Lohn für den Irrtum uns selbst zuziehen.“

Erscheint dir dies überzeugend und redest du dir noch ein, daß derartiges faselten und als Vertrag unter sich festsetzten und laienhafte Leute und dann ins Reich der Römer Oder daß die menschliche Natur, die die Liebe zum Leben zu besitzt, jemals aus freiem Willen den Tod für nichts ertragen Oder daß die Jünger unsers Erlösers zu so großer gediehen seien, daß sie, obwohl sie keine wunderbare Tat die von ihm geschehen sei, infolge eines Vertrages alle zumal derartiges faselten und ferner lügnerische Worte über ihn zusammensetzten dafür bereitwillig starben?

Aber sie zogen keineswegs eines Vertrages zu der Verkündigung über ihn aus noch setzten einen solchen unter sich fest. Woher stammt ihnen denn die Übereinstimmung ihres Zeugnisses über seine Taten? Natürlich dem Anblick dessen, was von ihm geschah. Denn Eins von beiden gilt: entweder setzten sie einen Vertrag zwischen sich fest und faselten, oder sie sahen mit ihren Augen und bezeugten. Wenn sie also die Wahrheit sahen und sie jedermann verkündeten, so waren sie wert, man ihnen glaubte, wenn sie über ihren Erlöser sagten, er sei und habe ihnen Gelegenheit gegeben, mit ihren Augen göttliche Zeichen und wunderbare Taten zu sehen. Wenn sie aber nichts in Wahrheit von dem sahen, was geschrieben wurde, und Lügenworte webten und dann mit einander Recht sschlag und Eidvertrag machten darüber, nichts Wahres zu sagen, sondern zu faseln und Lügen ihren Meister zu bezeugen, wie konnten sie dann in Wahrheit für Wahres sterben, wie vermochten weder Feuer noch Eisen noch wilde Tiere noch die Tiefe des Meeres, daß sie für Lüge den sie über ihren Meister erdichtet hatten?

Aber was sagst du? Sie hätten weder erwartet noch etwas Böses zu erleiden von dem Zeugnis über ihn, seien sie auch ohne Furcht zu der Verkündigung über ihn 34—S. 246, 6 = Dem. III 5 60—87 19 „Oder natürlich“ Σ wohl ἦ εἰκός 27 l. ABBREV Aber es war unmöglich, nicht zu hoffen, daß sie alles Böse erleiden würden, da sie die Zerstörung der Götter der Römer zumal und der Griechen und der Barbaren einführten. Die Geschichte über sie zeigt deutlich, daß nach dem Tode ihres Meisters gewisse Feinde und Nachsteller des Logos sie ergriffen, zuerst dem Gefängnis übergaben, dann sie befreiten und ihnen befahlen, mit niemandem mehr über den Namen Jesu zu reden. Da man sie hinterher fand, wie sie öffentlich die Menge über ihn belehrten, schleppte man sie hinweg und geißelte sie und bedrohte sie, nicht mehr zu lehren, während Simon Petrus ihnen antwortete, indem er sagte: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Darnach aber wurde Stephanus gesteinigt und getötet, darob daß er freimütig mit der Menge der Juden redete, und eine keineswegs geringe Verfolgung erhob sich wider die, welche den Namen Jesu predigten. Und wiederum zu anderer Zeit, als Herodes König der Juden War, tötete er den Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwerte, den Simon Petrus band ebenderselbe mit Fesseln, wie in den Πραξεῖς der Apostel geschrieben ist. Während sie dies litten, harrten die überigen Jünger aus und hingen fest an der Lehre unsers Erlösers und blieben noch mehr dabei, ihn und seine wunderbaren Taten jedermann zu verkünden. Später wurde Jakobus, den diejenigen, die früher in Jerusalem wohnten, den Gerechten nannten wegen der gewaltig in ihm vorhandenen Tugend, von den Hohenpriestern und den Lehrern des jüdischen Volkes gefragt, was er von Jesus halte, und als er ihnen antwortete, daß er der Sohn Gottes sei, wurde auch er von ihnen mit Steinen gesteinigt. Simon Petrus aber wurde zu Rom kopfüber gekreuzigt, Paulus aber geköpft und Johannes auf eine Insel verbannt. Während sie dies litten, ließ keiner der übrigen von seiner Lehre ab, sondern sie beteten alle, daß auch ihnen ähnliches dem vorher Gesagten zustoßen möchte wegen der Gottesfurcht, so daß sie deswegen noch mehr unsern Erlöser und seine wunderbaren Taten freimütig bezeugten.

Und fürwahr, wenn Lügen wären und wenn sie nach Verabredung faselten das, was sie über ihn verkündigten, so müßte man sich wundern wie eine so große Schar die Ubereinstimmung in ihren Lügen bis zum Tode bewahrte und niemals einer von ihnen sich fürchtete wegen der Dinge), die den früher Getöteten zustießen, und aus der Genossenschaft austrat und nicht das Gegenteil von seinen Genossen verkündete und ans Licht brachte das, was sie unter sich festgesetzt hatten, sondern 4 ff. vgl. Act 41 17 ff. 7 ff. vgl. Act 5 25 ff. 10 = Act 5 29 11 vgl. Act 68 ff. 14 ff. vgl. Act 121 ff. 20 vgl. Euseb. Hist, eccles. II 23 7. 17 25 vgl. ebd. II 25 5 III 181 1 Eusebius III*. daß auch der geldgierige Judas, der ihn seinen Feinden wagte, durch sich selbst sogleich die Strafe auf sich nahm.

Wie sollte aber dies nicht voll Wunder sein, daß betrügerische laienhafte Männer, die weder mehr zu reden noch zu hören als die Sprache ihrer Väter, nicht nur zu überlegen wagten, und umherzugehen bei allen Völkern, sondern auch und die Sache ausführten? Überlege aber, wie das sei, daß einer von ihnen jemals ein entgegengesetztes Wort über die Taten des Meisters vorbrachte. Denn wenn bei allen Dingen, über die es Zweifel gibt, in den gewöhnlichen Streitigkeiten und an den gesetzlichen Gerichtsstätten die Übereinstimmung der Zeugen das besiegelt, worüber Streit — und das Gesetz Gottes sagt: auf Aussage von zwei und drei Zeugen wird jedes Wort fest — wie sollte da nicht auch hierbei die Wahrheit feststehen, da es zwölf Auserwählte sind und siebzig Jünger an Scharen abgesehen von diesen, die allzumal wunderbare Übereinstimmung gezeigt und bezeugt haben in dem, was von unserm Erlöser wurde, die dies nicht ohne Bedrängnis getan haben, sondern unter von Qualen und allerlei Mißhandlungen, Schlägen, und Tod, deswegen weil auch sie von Gott bestätigt wurden, der durch sie verkúndigten Logos in der ganzen Menschenwelt bis jetzt in alle Ewigkeit verbürgt.

Dies also sei genug geprüft, nachdem wir dafür dem Zugeständnis einen unziemlichen Anfang gemacht haben. die Tatsache, daß jemand das Gegenteil der Schrift vermute und daß der gemeinsame Erlöser aller ein Lehrer keuschen Worten, sondern der Ungerechtigkeit, Übervorteilung und jeder Lüsternheit gewesen sei, und daß seine Jünger eben dies hättenn und nach allem begierig und durchweg böser als alle Menschen von Ewigkeit her, haben wir der Hypothese gemäß zugestanden, was das allerungeziemendste ist. Denn es ist ähnlich, wie wenn jemand den Mose, der im Gesetz sagt: „Du sollst nicht töten, ehebrechen, stehlen, falsch Zeugnis ablegen“ verdrehte und und behauptete, er sage dies in Ironie und Heuchelei. Denn er wolle, 1 vgl. Act 116 ff. 12 = Dtn 1915 II Kor 131 31 = Ex 20 13—16 11 l. ABBREV mit HS (Druckfehler) 5 μὴ μόνον διανοηθῆναι προελθεῖν D 1. + ABBREV 10 ἔν τε τοῖς κατὰ νόμους καὶ ἐν ταῖς κοιναῖς ἀμφισβητήσεσι D 1. ABBREV 17 „nicht ohne Bedrängnis“] ἀνιδρωτί D 22 ταῦτα μὲν οὖν ἀρχῆς ἀτόπου κατὰ συγχώρησιν δοθείσης γεγυμνάσθω D 33 εἰρωνείᾳ D 1. ABBREV Bernstein daß die Gehorsamen töten, ehebrechen und das Gegenteil von dem, was er scheinbar zum Gesetz mache, daß sie aber sich und erheucheln sollten ein reines Lebeu. Es gibl aber nichts Schamloseres als dies. So könnte aber auch jemand die Lehren Philosophen unter den Griechen verleumden, ihr enthaltsames Leben und alle ihre Worte, und sagen, sie seien im Gegensatz zu dem, was geschrieben ist, gewesen und hätten im Gegensatz dazu gelebt, sich aber heuchlerisch gestellt, als wären sie in einem Leben. So aber könnte man, um es einfach zu sagen, alle der Vorfahren verleumden und die in ihnen vorhandene Wahrheit verwerfen und das, was in ihnen ist, ins Gegenteil aufnehmen verkehren. Aber wie derjenige, der Verstand hat, nicht zögern würde, zu nennen, so auch bei den Worten unsers Erlösers und Lehren, wenn jemand die in ihnen vorhandene Wahrheit verderben und versuchen wollte, ihnen die entgegengesetzte Meinung aufzudrängen von dem, was er lehrte. Indessen aber auch dies wurde entsprechend der Hypothese gegeben ausgeführt, damit zum Überfluß auch das unziemliche Zugeständnis die Haltlosigkeit des Wortes des erscheine.

Nachdem dies also widerlegt ist, wohlan, wollen wir auch das Zeugnis der göttlichen Schrift prüfen und die der Jünger unsers Erlösers sehen, in der kein Daran also möge, wer wohlgesinnt ist, urteilen, ob nicht aller Größe alles Vertrauens) wert sind sie, die bekannt haben, sie seien geringe Männer, laienhaft in der Rede, aber zur Liebe frommer Lehre und Philosophie fortgeschritten, hätten ein enthaltsames und mühseliges gewonnen, das durch Fasten, durch Enthaltsamkeit von Wein und Fleisch, durch viele andere Demütigung des Leibes, durch Gebet und Flehen Gott und viel mehr noch durch höchste Keuschheit und Heiligkeit Leibes und der Seele entstehen kann. Wer wollte sie nicht bewundern. die wegen der Vorzüglichkeit der Weisheit sogar der nach dem ihnen gestatteten Weiber sich enthalten, von keiner natürlichen gezerrt und von keiner Liebe zu Kindern geknechtet wTerden, deswegen, weil sie nicht einmal sterbliche, sondern unsterbliche Kinder lieb- 1 τἀναντία πράττειν οἶς νομοθετεῖ, προσποιεῖσθαι δὲ σχηματίζεσθαι καὶ καθυποκρίνεσθαι τὸν σεμνὸν βίον D 4 ὑποθήκας D „Pfänder“ Σ 5. 6 Genitiv Σ (??) 11 καὶ εἰς τοὐναντίον τὰ δηλούμενα παρεκδεχόμενος D 13 καὶ μαθημάτων D „und seinen Jüngern“ Σ (= καὶ μαθητῶν) 18 τὸ ἀσύστατον τοῦ δί’ λόγου D 23 πῶς οὐ πάσης ἀποδοχῆς αὐτοὺς ἀξίους κρίνειεν D „wählte aus, was . . . . wert sind“ Σ 26 καρτερικὸν καὶ ἐπίπονον D gewonnen haben. Und diese ihre Art, das Geld nicht zu lieben, wie sollte sich nicht jemand darüber wundern? Dies schließt er aus, daß sie nicht flohen, sondern lieb hatten den Meister, der Gold und Silber verwarf und das Gesetz aufstellte, nicht einmal bis zu zwei Rocken ihr Vermögen zu vermehren, worauf vielleicht, wer es verzichtet wegen der Schwere des Befehls; von ihnen aber ist klar, daß sie in der Tat das Wort erfüllt haben. Als nämlich die um Simon Petrus waren, Ein Lahmer bat aus der Zahl derer, die wegen äußerster Not betteln, und Simon Petrus kein Geld hatte, das er ihm geben konnte, bekannte er, daß er von allem Besitz an Gold und rein sei und sagte: „Gold und Silber habe ich nicht“, und er darauf den kostbaren Namen, der kostbarer ist als alles, vor und sagte: „Was ich habe, will ich dir geben. Im Namen Jesu Christi, stehe auf und wandle.“

Obwohl ihr Lehrer ihnen Trauriges verkündete und sie auf achteten, wodurch er zu ihnen sagte: „In der Welt habt ihr Trauer“ wiederum: „Jhr werdet weinen und wehklagen, die Welt aber wird sich freuen“, wie wurde da nicht offensichtlich, daß sie fest und tief ihrem Charakter, da sie vor den Anstrengungen der Seele nicht flohen noch den Lüsten nachjagten, daß aber auch ihr Meister durch Betrug bezauberte und ihnen das Angenehme riet und sie sich so zu eigen machte, sondern indem er mit wahrem und freiem Wort prophezeite, was ihnen zustoßen werde, bewirkte er, daß sie ihm gemäße Lebensführung wählten. Derartig war auch über die Verfolgungen voraussagte, die ihnen in Zukunft zustoßen um des Namens ihres Meisters willen, und bezeugte, daß sie vor kommen und bis zu den Königen gelangen und allerlei Strafen Bußen erleiden würden, wegen nichts Bösen, noch auch geziemenden Ursache willen, sondern allein wegen ihres Zeugnisses über ihn. Dies sehen wir bis jetzt mit unsern Augen und müssen wundern über seine Vorhersagung. Denn das Zeugnis über den Namen unsers Erlösers und das Bekenntnis zu ihm pflegt den Grimm Führer zu entzünden. Denn wenn auch nichts Schlechtes getan dem, der Christus bekennt, so bestrafen sie ihn dennoch und mißhandeln ihn wegen seines Namens, als sei er der allerschlimmste Übeltäter. 4 vgl. Matth 1010 11 = Act 36 16 = Job 1633 17 = Joh 16 20 25 vgl. Matth 10 17 ff. 6 οἱ δὲ καὶ ἔργον πεποιηκότες τὸν λόγον ἀποδείκνυνται D 15 σκυθρωπὰ δὲ αὐτοῖς προαγγέλλοντος ( „befahl“ Σ) τοῦ διδασκάλω, προσέχοντες δι’ ὧν αὐτοὺς ἔλεγεν D „achteten sie auf ihn durch das, was“ Σ Wenn aber jemand seinen Namen nicht bekennt und leugnet, ein Jünger Christi zu sein, wird er sogleich freigelassen, selbst wenn er wegen vieler schlechter Dinge gefangen gesetzt wäre. Was habe ich vieles anzuhäufen, der ich versuche, das Leben der Jünger zu schreiben, da das Gesagte genügt zum Beweise der vorliegenden Sache? Dem wollen wir aber ferner folgendes hinzufügen, und ist es am Platze, auch darüber unsere Rede zu begrenzen.

Der Apostel Matthäus leitete sein früheres von einem besseren Umgang ab, sondern von denen, die um Zölle und Übervorteilung sich bemühen. Dies hat keiner von den übrigen Evangelisten uns geoffenbart, weder sein Mitapostel Johannes noch Lukas noch Markus, die Verfasser der übrigen Evangelien. Matthäus aber beschrieb sein eigenes früheres Leben und wurde so sein Ankläger. Höre also, wie er deutlich sich selbst mit Namen seiner Schrift und so redet:

„Als Jesus von dort weiter ging, sah er einen Menschen beim Zollhaus sitzen, mit Namen Matthäus, und sprach zu ihm: mir nach. Und er erhob sich und ging ihm nach. Und es geschah, als er zu Tische lag in dem Hause, und siehe da! viel Zöllner und lagen mit Jesus zu Tische und mit seinen Jüngern.“ Und wiederum, als Mätthäus fortfuhr und eine Aufzählung der übrigen legte er sich den Namen des Zöllners bei und sagte so: Namen ’der zwölf Apostel sind folgende: zuerst Simon, der Petrus und Andreas, sein Bruder, Jakobus, des Zebedäus Sohn und sein Bruder, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner.“ So zeigte also Matthäus in der Vorzüglichkeit seinen wahrheitsliebenden Charakter und nannte sich einen Zöllner, sein früheres Leben zu verbergen und indem er sich zu den rechnete und sich als zweiten seines Mitapostels Mitapostels Denn mit Thomas wie Simon mit Andreas, Jakobus mit Johannes und Philippus mit Bartholomäus, stellte er den Thomas voran und ehrte als den besseren Mitapostel, während die übrigen Evangelisten Gegenteil taten. Höre also, wie Lukas, indem er den Matthäus ihn keinen Zöllner nennt noch dem Thomas nachsetzt, sondern ihn, er ihn als den besseren kannte, zuerst aufzählt und erst nach ihm den Thomas bringt, wie auch Markus getan hat. Es lauten aber seine 8—33 = 16. Bruchstück der griech. Theoph. 16 = Matth 9 9 f. Matth 10 8 f. 36 vgl. Mark 3 14 ff. 4 „und zu versuchen“ Σ 8 οὐκ ἀπὸ σεμνῆς διατριβῆς ὡρμᾶτο 13 „beschrieb“] στηλιτεύων Th. gr. Worte so: „Und als es Tag ward, rief er seine Jünger und wählte aus ihnen aus, die er auch Apostel nannte: Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas.“ Lukas den Matthäus, „wie ihm diejenigen überliefert haben, die Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes wurden.“ So verkleinerte Matthäus durch Demut sich selbst, bekannte, daß Zöllner sei und zählte sich als zweiten nach seinem Mitapostel.

Auch den Johannes findest du ähnlich dem Matthäus. Denn in seinem Briefe tut er nicht einmal seines eigenen Namens Erwähnung, oder er nennt sich einen Altesten, niemals aber Apostel oder Evangelisten. In dem Evangelium aber, das auch von ihm geschrieben wurde, erwähnte er von sich, daß Jesus ihn offenbarte sich aber nicht mit Namen.

Simon Petrus aber machte sich nicht einmal daran, ein Evangelium zu schreiben, aus einem Übermaß von Sehen. Markus aber, der sein Vertrauter und Jünger geworden war, soll die Worte Simons die Taten unsers Erlösers berichtet haben. Als er in seiner Schrift den Worten kam, wo Jesus fragte, was die Menschen über ihn sagten, und als Simon ihm antwortete, welche Meinung seine Jünger über hätten, und sagte: „Du bist Christus“, da schrieb er, daß weder antwortete noch etwas zu ihm sagte, außer daß er sie möchten dies niemandem sagen. Dies aber schrieb Markus, da nicht zugegen war, als Jesus dies sagte, sondern es nur von Simon hörte, als er es lehrte. Petrus aber wollte das, was Jesus zu ihm seinetwegen sagte, nicht durch sein eigenes Zeugnis vorbringen. Was das aber war, was zu ihm gesagt wurde, zeigt Matthäus durch Worte: „Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei? Sagte ihm Simon: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Antwortete ihm Jesus und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon Barjonan. Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und 1 = Luk 613 ff. 5 = Luk 12 9—S. 247, 8 = Dem. III 11 vgl; II Joh 11 13 vgl. Job. 1323 IG vgl. Euseb. Hist. eccles. II 15 1 18 vgl. Mark 8 27 ὖ. 28 = Mattb 16 15—19 3 l. ABBREV mit HS 6 1. ABBREV mit HS 10 ἐν ἐπιστολαῖς D I „seiner selbst“ Σ τῆς οἰκείας προσηγορίας 1. + 13 ἐν δὲ τῷ εὐαγγελίῳ ἐπισημηνάμενος ὃν ἠγάπα ὁ Ἰησοῦς οὐκ ἐδήλωσεν D 20 καὶ αὐτοὶ δὲ ὅ αὐτοῦ μαθηταὶ τίνα δόξαν ἔχοιεν περὶ αὐτοῦ, ὑπακούσαντος τοῖ Πέτροι ὡς περὶ Χριστοῦ D str. das ABBREV vor ABBREV ich sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und alles, was du auf Erdeu, soll im Himmel gebunden sein, und alles, was du lösest Erden, soll im Himmel gelöst sein“. Obwohl dies alles von Jesus zu Simon Petrus gesagt ward, erwähnte Markus keins von diesen deswegen, weil auch Petrus, wie es wahrscheinlich ist, dies in seiner Lehre nicht sagte. Dies also verschwieg Simon Petrus mit Recht, sodaß deswegen auch Markus es ausließ. Die Umstände aber verkündete verkundete er bei allen Menschen und schrieb so wider sich selbst die Anklage, da er darüber bitter weinte. Du findest daß Markus folgendes über ihn schreibt: Während Simon war, kam zu ihm Eine von den Mägden des Hohenpriesters, und da ihn sich wärmen sah, blickte sie ihn an und sagte zu ihm: Auch warst mit Jesus, dem Nazarener. Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und begreife nicht, was du sagst. Und er ging hinaus den äußeren Hof, und der Hahn krähte. Wiederum aber sah ihn Mädchen und begann zu den Umstehenden zu sagen: Auch er zu ihnen. Er aber leugnete wiederum. Und nach kurzer Zeit sagten wiederum die Umstehenden zu Simon: Du gehörst in Wahrheit zu ihnen, weil auch du ein Galiläer bist, bist. Er aber begann zu fluchen und zu sagen: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr sagt, und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Mal.“ Dies schreibt Markus, bezeugt Simon Petrus über sich selbst. Denn alle Worte des Markus sollen Erinnerungen der Worte Simons sein.

Sie also, die darauf verzichten, das zu sagen, was ihnen gutes Lob eintrug, eine Anschuldigung aber gegen sich selbst schrieben, damit sie auf ewig unvergessen sei, und die Anklagen ihrer Torheit gegen sich selbst aufstellten, die niemand der Späteren gekannt hätte, sie nicht durch ihr Wort niedergeschrieben wären, wie sollten wir nicht mit Recht von ihnen bekennen, daß sie frei seien von jeder der Selbstliebe und von Lügenworten, und daß sie glänzende Beweise wahrheitsliebender Gesinnung zeigten? nun, die von denen, welche einen derartigen Charakter zeigten, glauben, daß sie faselten und logen, und sie als Betrüger zu schmähen versuchen, 8—S. 251,9 = Dem. III 592—109 12 = Mark 14 66—72 11 „und da“ Σ str. ABBREV 21 „zu sagen“] ὀμνύειν D l. ABBREV ? 32 φιλαλήθους δὲ διαθέσεως σαφῆ καὶ ἐναργῆ τεκμήρια παρεσχηκέναι D wie sollten sie nicht lächerlich werden, als Freunde des Neides der Eifersucht und als Feinde der Wahrheit erfunden werden? Denn wie wiiren nicht derart die, welche über diejenigen, die ohne List und ohne häßliche Gewohnheit, eben über diejenigen, die durch ihre Art als wahrhaftig und ihre Sitte als rein zeigten, zu sagen wagten, daß sie schlaue und gewandte Sophisten seien und das Nichtseiende und ihrem Meister das, was er niemals tat, willig beigelegt hätten? Es scheint mir gut, sie zu fragen, ob wir alles den Jüngern Erlösers glauben dürfen oder nicht, und ob wir nur nicht glauben dürfen oder auch allen denen nicht, die von her bei den Griechen und bei den Barbaren Erinnerungen über das Leben und die Worte derer, die zu verschiedenen Zeiten wegen gewisser Siegestaten berühmt waren, geschrieben haben, oder ob sie es für Recht halten, den andern zu glauben, ihnen allein aber nicht zu glauben? Wie ist da nicht ihr Neid offenbar?

Wie aber? Diejenigen, die in betreff ihres Meisters logen und in ihrer Schrift das, was von ihm nicht geschah, als geschehen überlieferten, haben sie auch die Leiden und die Trübsale betreffs erlogen? Den Verrat eines Jüngers, meine ich, die Anklage derer, ihn verleumdeten, das Gelächter und die Verspottung der Richter, Mißhandlungen und die Schläge auf seine Wangen, die Hiebe Rücken, den Kranz aus Dornen, der ihm schmachvoll aufgesetzt das Purpurgewand, das sie ihm nach Art der χλαμύς anlegten, der schließlich sein Kreuz als ein Siegeszeichen trug und an ihm wurde, dessen Hände und Füße durchbohrt wurden, den sie tränkten, dessen Haupt mit einem Rohr geschlagen und der wurde von denen, die ihn sahen. Dürfen wir glauben, daß auch dies und anderes, was dem ähnlich geschrieben steht, wirklich gefaselt haben, oder sollen wir glauben, daß sie hierbei wahrhaftig ihnen aber in dem Ruhmvollen nicht glauben? Aber wie soll dies zwiespältige Dogma bestehen? Denn behaupten, daß wahr reden und wiederum über dasselbe lügen, heißt als in demselben Augenblicke Entgegengesetztes von ihnen sagen. 19 vgl. Matth 26 f. 1 καταγέλαστοι D „ein Gelächter“ Σ 1. ABBREV 3. l. ABBREV οἵγε τοὺς οὕτως ἀπανούργους καὶ ἄπλαστον ὡς ἀληθῶς καὶ ἀκέραιον ἦθος διὰ τῶν οἰκείων λόγων ἐπιδεδειγμένους, πανούργους τινὰς καὶ δεινοὺς ὑποτίθενται σοφιστάς D 13 „oder“] „und“ Σ 1. ABBREV 18 1. ABBREV seines Jüngers“ Σ τὴν ἑνὸς λιγῶ (Σ = λόγῳ) μαθητοῦ προδοσίαν D Welches ist nun die Widerlegung dieser Dinge? Denn wenn sie sich das Ziel gesetzt hätten, zu faseln und mit Lügenworten zu erheben und ihn mit Wundern zu schmücken, so hätten das vorher Gesagte gegen sich geschrieben noch den spätern geoffenbart, daß er, den sie predigten, betrübt, bekümmert und in seiner Seele verwirrt war, oder daß sie ihn im Stiche ließen oder daß der Auserwählte aller, sein Apostel und Jünger, berühmte Simon Petrus, ohne Fesseln und Drohungen der Fürsten ihn dreimal verleugnete. Denn wenn auch andere dies gesagt hätten, so hätten doch sie dies leugnen müssen, die sich nichts anderes vorgenommen hatten als mit Lügenworten sich und ihrem Meister die Taten gütig zuzusprechen.

Wenn sie aber in den traurigen Erzählungen über ihn erscheinen, so sind sie noch mehr derartig auch in den ihn verherrlichenden Geschichten. Denn diejenigen, die Ein Mal vorzogen zu lügen, hätten das Traurige viel mehr vermeiden müssen, entweder durch Stillschweigen oder Leugnung dieser Dinge, da die Späteren das Verschwiegene tadeln können. Warum logen sie denn nicht und behaupteten, Judas, der ihn verriet, nachdem er gewagt hatte, den Kuß als Zeichen des Verrates zu zeigen, sogleich zu Stein wurde, daß dem, der ihn auf die Backe zu schlagen sich erfrechte, sogleich die Rechte vertrocknete? Daß dem Hohenpriester der Juden, weil er ein Mitläufer war ih verleumdeten, die Augen erblindeten? Warum aber logen sie nicht insgesamt, daß ihm in Wahrheit nichts Trauriges zustieß, er unsichtbar ward und ihre Gerichtsstätte verspottete, daß diejenigen aber, die ihn verleumdeten, durch gottgesandte Halluzinationen irre gingen und etwas gegen den zu tun glaubten, der nicht da war. Was aber? War es nicht lobenswerter als zu faseln, daß er Tote und ein Täter wunderbarer Handlungen war, vielmehr das schreiben, daß ihm nichts Menschliches noch Sterbliches zustieß, daß er alles mit göttlicher Kraft tat und seinen Himmel mit göttlichem Ruhme vollführte? Denn nicht diejenigen leugnen, die ihren anderen Geschichten glaubten. Sie also 1—9 = 17. Bruchstück der griech. Theoph. 5 vgl. Matth 26 57 ff. 9 vgl. Matth 26 34. 75 19 vgl. Matth 26 48 20 vgl. Joh 18 22 22 vgl. Matth 26 57 ff. 8 „und Drohungen von Qualen“ Σ βασάνων ἐκτὸς καὶ ἀρχοντικῆς Th. gr. 1. ABBREV 11 οὐδὲν ἄλλο ἧ χαρίζεσθαι τὰ σεμνότερα τῷ προτεθειμένους D str. ABBREV „und“ vor ABBREV 19 ὁ προδοὺς τὸ σύμβολον ἐνδείξασθαι τῆς προδοσίας D die in keiner Weise die Wahrheit in den betrübenden Ereignissen verderbten, wie sollen sie nicht für würdig auch in den übrigen und andern Dingen, die sie von ihm bezeugten, ohne bösen Verdacht zu sein? Genügend also ist unsern Erlöser, aber nichts hindert, zum Überfluß auch den Hebräer Josephus als Zeugen zu gebrauchen, der im achtzehnten Buche seiner jüdischen Archäologie, indem er die Begebenheiten beschreibt, unsern Erlöser in folgenden Worten erwähnt:

Von Josephus. Über Christus.

„Es trat aber in jener Zeit Jesus auf, ein weiser Mann, wenn man ihn einen Menschen heißen darf. Denn er war ein Werke und ein Lehrer der Menschen, die mit Vergnügen aufnahmen, und sammelte viele aus den Juden und viele aus den Heiden. Dieser war der Christus. Ihn verließen, als Pilatus ihn auf die Anklage der ersten Männer und Fürsten bei uns in den Kopf gesetzt hatte, diejenigen nicht, die ihn vorher liebgewonnen hatten. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wiederum lebendig, da die göttlichen Propheten dies und vieles andere über hatten, weshalb bis jetzt von jenem an nicht afugehört hat der Christen.“

Wenn also auch gemäß diesem Schriftsteller daß er ein Täter wunderbarer Werke war und nicht und siebzig Jünger sich gewann, sondern auch Myriaden andere aus den Juden und Myriaden aus den Heiden sich verband, so ist klar, daß er etwas Besseres besaß im Vergleich zu den übrigen wie verband er sich sonst viele von den Juden und von den Heiden, wenn er nicht Wunder und wunderbare Taten und seltsame Lehren gebrauchte? Es bezeugt aber auch die Schrift der Πραξεῖς der Apostel, daß es viele Myriaden jüdischer Männer sei der Christus Gottes, der von den Propheten verkündigt Geschichts schreibung lehrt auch, daß eine große 10—20 = Jos. Ant. XVIII 33; Euseb. Hist. eccles. I 117 f. 28 vgl. Act 2 41 31 vgl. Euseb. Hist. eccles. IV 5 9 stammt nicht von Eusebius her < D 12 ἀνθρώπων τῶν ἡδονῇ τἀληθῆ δεχομένων Hist. eccles. „die das Vergnügen in Wahrheit aufnehmen“ Σ 14 ἐνδείξει τῶν πρώτων ἀνδρῶν παρ’ ἡμῖν D „nach der Art (mißverstandenes ἐνδείξει) τῶν πρώτων ἀνδρῶν ἀρχόντων παρ’ ἡμῖν Σ 25 παρὰ τοὺς λοιποὺς ἀνθρώπους D „abgesehen von den übrigen Menschen“ Σ Jerusalem war, die von den Juden gesammelt war und dauerte bis auf die Zeit der Belagerung unter Hadrian. Man sagt aber, daß die ersten, die dort Bischöfe der Reihe nach wurden, fünfzehn gewesen seien, deren Namen bis jetzt bei den Ortsansässigen werden, sodaß auch hierdurch jede Verleumdung wider die Jünger aufgehoben wird, seitdem von ihnen, und auch abgesehen von ihrem Zeugnis, bekannt wird, daß der Christus Gottes durch die Taten, die er vollbrachte, viele aus den Juden und aus den Heiden in seine Hand brachte.

Auch du aber wirst prüfen können die Göttlichkeit seiner Kraft, wenn du bedenkst, was er seiner Natur nach gewesen ist und von wie großer Vorzüglichkeit der göttlichen Kraft er Ausführung der Dinge war, die alle Worte in den stellen. Denn er beschloß, was niemals einer beschloß, Gesetz und eine fremde Lehre unter alle Völker zu säen und sich selbst als Lehrer des ganzen Menschengeschlechts für die Verehrung oberhalb von allem stehenden Gottes zu erweisen, und wollte daher diejenigen, die dörfischer und geringer als alle Menschen sind, Diener seines Willens benutzen, und es ist wahrscheinlich, daß glaubt, er habe dies ungeziemend getan. Denn wie sollten diejenigen. die nicht einmal ihre Lippen aufheben konnten, jemals Lehrer Eines Menschen werden, geschweige denn einer Menge von Menschen? Wie sollten die mit den Scharen reden, die ohne jede Bildung waren? Aber dies war eben der Beweis des göttlichen Willens. Denn er berief wie wir auch vorher gezeigt haben, und sagte zuvor: „Folgt mir nach. so will ich euch zu Menschenfischern machen.“ Da er sie aber als seine Nachfolger besaß, hauchte er ihnen göttliche Kraft erfüllte sie mit Kraft und Beherztheit, und da er selbst in der Logos Gottes und Täter so großer Wunder ist, so machte er Fischern der geistigen und vernünftigen Seelen und fürgte die Tat dem Worte hinzu, das da sagt: „Folgt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen“ und erwarb sie zugleich als Täter 10—S. 258, 4 = Dem. III 75—38 25. 31 = Mark 1 17 25 vgl. o. S. 171 6 „vor ihnen . . . bekennen“ Σ ὃτε καὶ πρὸς αὐτῶν καὶ δίχα τῆς αὐτῶν μυρία ὁμολογεῖται πλήθη . . . ὁ Χριστός . . . . ὑφ᾿ ἑαυτὸν πεποιημένος D 12 „bei der (siegreichen) Ausführung“] ἐπὶ κατορθώσει D 21 μηδέ διᾶραι στόμα D 22 οὐχί γε D „und nicht“ Σ 31 τῇ φωνή τῇ »δεῦτε φησάσῃ ὁμοῦ τε ἐργάτας καὶ διδασκάλους αὐτοὺς εὐσεβείας άπειργασμΐνονς D l. ABBREV Lehrer der Gottesverebrang zu eigen und schickte sie dann zu allen Völkern in der ganzen Schöpfung und machte sie zu Lehre. Wer wollte sich nicht wundern und mit Recht dem unwahrscheinlichen Wunder mißtrauen, da niemals geschrieben ist, daß von den Menschen, die besser verühmter waren, derartiges noch auch zu dem kam. was diesem ähnlich ist. Denn das schon wäre einem jeden von ihnen lieb, wenn er auch nur in dem eigenen Lande seine eigene Anordnung durchführte und im stande war, die die ihm gut zu sein schienen, in Einem, in seinem eigenen Volke zu bestätigen. Er aber, der nichts Menschliches noch Sterbliches — sieh zu, ob er nicht in Wahrheit wiederum die Stimme Gottes ertönen ließ, indem er wörtlich seinen armen Jüngern und lehret alle Völker.“ So aber mochten wahrscheinlich seine sagen, indem sie ihrem Meister antworteten: Wie können wir dies Wie sollen wir denn den Römern verkündigen? Wie mit reden? Welches Wort gegen die Griechen gebrauchen als Männer, nur in der syrischen Sprache erzogen sind? Wie sollen wir die Perser, Armenier, Chaldäer, Skythen, Inder und die andern so genannten überreden, sich von den Göttern ihrer Vorfahren abzuwenden und den Einen Schöpfer des Alls zu verehren? Auf welche der Worte aber sollen wir vertrauen und zu diesem Werke übergehen? Oder welche Hoffnung auf Sieg sollen wir haben, wenn wir wagen, allen Völkern Gesetze zu geben entgegengesetzt den von Ewigkeit her Gesetzen in betreff der Götter? Welche Kraft haben wir, darauf zu vertrauen, daß wir dies Wagnis siegreich durchführen Dies also sagten oder dachten die Jünger unsers Erlösers. Hinzufügen eines Wortes aber verbürgte ihr Meister eine der Verzweiflung, in der sie sich befanden, indem er sagte: Ihr werdet „in meinem Namen“ siegen. Denn er trug ihnen nicht und unterschiedslos auf, alle Völker zu lehren, sondern mit der Hinzufügung, die lautet: „in meinem Namen.“ Denn da seines Namens so groß ist, daß der Apostel sagte: „Gott den Namen, der besser als alle Namen ist, damit in dem Namen Jesu 12 29. 31 = Matth 28 19 32 = Phil 2 9 f. 2 κήρυκας ἀναδείξας τῆς αὐτοῦ διδασκαλίας D „und zeigte, daß sie . . . seien“ Σ 5 „besser“] διαφανῶν D | διανοηθείς D „gebrauchte“ ABBREV 8 ἐπάγγελμα D „Verheißung“ Σ 10 vgl. zu Z. 5 11 ὅρα εἰ μὴ D 1. ABBREV 24 ἐπὶ ποίᾳ δὲ καὶ δυνάμει περιέσεσθαί ἐστι τοῦ D 27 μιᾷ προσθήκῃ λέξεως Σ 1. μιᾶς 29 „siegen“ = κατορθὠειν jedes Knie sich beuge im Himmel, auf Erden und unter der Erde“, zeigte er mit Recht also die Vorzüglichkeit der verborgenen Kraft, die den meisten verborgen ist, in seinem Namen und fügte daher das Wort hinzu: „in meinem Namen.“ Dann weissagte er auch genau die und sagte: „Dies mein Evangelium muß in der ganzen Welt verkündigt werden zum Zeugnis für alle Völker.“ Dies Wort aber in einem Winkel der Erde gesagt, sodaß nur diejenigen, die waren, es hörten. Wie sollten sie ihm glauben, als er dies sagte, sie nicht aus den andern göttlichen Werken, die von ihm getan die Erfahrung der Wahrheit seiner Worte gemacht hatten? Denn du bist zuzugeben gezwungen, daß sie ihm das glaubten, was er sagte, wenn überlegst. Denn als er befahl, weigerte sich niemand, sondern sie gehorchten und lehrten auf seinen Wink und nach seinen Anordnungen das ganze Geschlecht der Menschen, brachen aus ihrem eigenen Lande zu allen Völkern auf und in kurzer Zeit waren seine Worte in Taten zu sehen. Verkündet wurde also in kurzer Zeit sein Evangelium in der Welt zum Zeugnis für alle Vöker, und Barbaren und die Schriften über den gemeinsamen Erlöser aller in den ihrer Väter und in den Worten ihrer Vorfahren auf.

In Verlegenheit aber würde sich jemand geziemenderweise befinden darüber), wie die Art der Lehre der Jünger unsers Gingen sie mitten in die Stadt, standen dann auf dem Markte, erhoben eine laute Stimme und riefen die zusammen, die zufällig kamen, redeten darauf mit dem Volke? Was war das Wort ihrer Volksrede, von dem es wahrscheinlich ist, daß sich die Zuhörer davon überzeugen ließen? Wie konnten Männer Volksreden halten, die in Worten unerfahren fern von jeder Bildung waren? Aber sie redeten nicht mit der Menge, sondern mit den Einzelnen, die gerade kamen. Welche und welcherlei Worte gebrauchten sie nun zum Überzeugen ihrer Hörer? Denn Kampf war nicht klein, da sie den schmachvollen Tod dessen nicht leugneten, den sie verkündigten. Denn wenn sie diesen auch 5 = Matth 24 14 12 ἀλλὰ πειθαρχήσαντες αἰτοῦ τῷ νεύματι . . . ἐμαθήτευον D „sondern sie vertrauten auf seinen Wink und“ Σ 13 κατὰ τὰ παρηγγελμένα D „nach Versprechungen“ Σ 22 ἔπειτ’ ἐν ἀγορᾷ στάντες D „riefen“ Σ l. ABBREV 27 „Aber etwa nicht mit der Menge, sondern mit wenigen, die zufällig und dann redeten sie“? Σ ἀλλὰ μὴν (Var. μὴ) οὐ κατὰ πλῆθος, κατὰ μέρος τοῖς προστυχοῦσι διελέγοντο D und nicht vor jedermann bekannt hätten, was und wieviel er von luden litt, sondern allein das Ehrbare und Preiswürdige vorbrachten ich meine aber seine wunderbaren Werke und staunenswerten Taten und philosophischen Lehren — auch so wäre die Rede nicht leicht um die Zuhörer willig ihren Worten zustimmend zu weil ihr Wort fremd war und weil sie jetzt neue Reden hörten Menschen, die ihnen nichts Glaubwürdiges brachten zum Zeugnis was von ihnen gesagt wurde.

Indessen aber würde ihnen das glaubwürdiger erschienen sein. Jetzt aber verkündeten daß der von ihnen Gepredigte Gott in einem menschlichen Leibe und nichts anderes seiner Natur nach sei, als der Logos Gottes, und deswegen auch alle diese Wunder und Kräfte getan habe, aber im Gegensatz dazu, daß er Schmach und Unehre ertrug und schimpflichste Ende und die Strafe durchs Kreuz, die den allerschlimmsten Menschen wegen ihrer Taten auferlegt wird. Wer sollte sie nicht geziemend verspotten als solche, die Entgegengesetztes sagen? Wer wäre so töricht gewesen in seinem Sinne, willig zu glauben denen, die sie hätten ihn nach seinem Tode auferstanden von den Toten ihn, der nicht einmal, als er noch lebte, sich helfen konnte? Wer hätte sich aber von jenenLaien und Geringen jemals überzeugen lassen, die sagten: Ihr müßt die Dinge eurer Väter verachten und die Torheit der Weisen von Ewigkeit her tadeln und euch nur von uns überzeugen lassen und von den Befehlen, die von dem Gekreuzigten ausgegeben sind. Denn er ist allein der geliebte und einzige Sohn des alleinigen, oberhalb von allem stehenden Gottes.

Während ich also in Liebe zur Wahrheit das Wort bei prüfe, sehe ich keine überzeugende Kraft darin und nichts Großes nichts Glaubwürdiges und nicht einmal soviel Überzeugendes, daß auch nur Einen von den unkundigen, geschweige denn von den weisen und vernünftigen Leuten überzeugen konnte. Indessen aber wenn ich auf die Kraft des Wortes blicke und auf die Vollendung der Werke, wieviele Myriaden sie überzeugt haben und wie Kirchen mit Myriaden Männern von eben jenen Geringen und 3 l. ABBREV mit HS 7 ἐπαγομένων D „denen nichts Glaubwürdiges war“ Σ l. ABBREV 81. ABBREV mit HS Ι πλὴν ἀλλ’ ἔδοξεν ἂν λέγεσθαι τὰ εἰρημένα D 14 καὶ τέλος τὴν αἰσχίστην καὶ .... διὰ σταυροῦ τιμωρίαν D „und das Ende, die schimpflichste Strafe durch das Dreuz“ οὕτως ἠλίθιος D „der von Stein“ Σ (= οὗτος λίθινος) 181. ABBREV 21 l. ABBREV 26 ἐξετάζων παρ’ ἐμαυτῷ D 1. ABBREV ABBREV mit HS und nicht an verborgenen und unbekannten Plätzen, sondern in den großen Städten gebaut sind — ich meine im in Alexandrien und Antiochien und in ganz Ägypten und Libyen, in Europa und Asien, in den Dörfern und Ortschaften und in allen Völkern — so bin ich wiederum notwendig gezwungen, zur Prüfung der Ursache zurückzueilen Und zu bekennen, daß sie nicht Wagnis durchsetzen konnten als durch göttliche Kraft, die größer als die der Menschen, und durch die Hilfe dessen, der zu ihnen sagte: „Gehet hin und lehrt alle Völker in meinem Namen.“ aber dies zu ihnen gesagt hatte, verband er damit die Verheißung, durch die sie bereitet wurden, zu vertrauen und sich willig dem hinzugeben, was ihnen befohlen war. Er sagte ihnen nämlich: „Siehe ich bin euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Es wird aber auch daß er ihnen den heiligen Geist eingehaucht und ihnen eine und wunderwirkende Kraft gegeben habe, indem er einmal sagt: „Nehmet hin den heiligen Geist“, ein andermal aber spricht: „Heilet die reinigt die Aussätzigen, treibt die Dämonen aus. Umsonst habt empfangen und umsonst gebt es.“

Du siehst also ebenfalls, wie ihr Wort stark geworden ist, da auch die Schrift der Πραξεῖς dem Ahnliches und damit Übereinstimmendes bezeugt, wie sie, indem sie über sich selbst erzählten, durch Taten im Namen Jesu, die von ihnen getan wurden, diejenigen, die zugegen waren und es sahen, in Erstaunen setzten. In Erstaunen setzten sie aber, wie es natürlich ist, die Zuschauer zuerst durch Taten. machten sie sie derart, daß sie wdllig fragten, wer der sei, durch dessen Kraft und in dessen Namen das Wunder geschah. Indem sie sie darauf belehrten, fanden sie, daß sie durch den Glauben ihrer Lehre waren. Denn da sie sich nicht durch Worte überzeugen ließen, sondern da sie durch Taten zuvor gewonnen waren, so man sie leicht dahin, dem Gesagten zuzustimmen. Man sagt aber, daß 30 Einige Opfer und Spenden ihnen bald wie Göttern darbrachten und sie Einen von ihnen für Hermes, den andern für Zeus hielten, setzte der Beweis der wunderbaren Taten ihren Sinn in Erstaunen. Da sie so waren, so wurde fortan alles, was die Jünger über 9 = Matth 28 19 12 = Matth 2820 15 = Job 20 22 16 = Matth 10 8 32 vgl. Act 14 12 f. 25 εἶθ’ οὕτως προθύμους εἶχον αὐτοὺς ἐπὶ τὸ φιλοπευστεῖν D 34 str. ABBREV „und“ vor ABBREV Erlöser verkündigten, sclinell und geziemend aufgenommen. von den Toten bezeugten sie nicht mit bloßen und Worten, sondern sie überzeugten eben durch Taten, indem sie lebendige Werke zeigten.

Wenn sie aber ündigten, ß er Gott sei und der Sohn Gottes und vor seinem Kommen unter die Menschen beim Vater gewesen sei, wie sollten sie dem nicht noch mehr hinzufügen, indem sie meinten, daß das und unglaublich sei? Denn mit Recht erachteten sie, daß das, geschah, unmöglich für menschliche, sondern nur Taten gehalten werden dürfe, auch wenn es vielleicht niemand sage.

Dies also war es und nichts anderes, was gefragt wurde, durch welche Kraft die Jünger unsers Erlösers wurden, die von Anfang an hörten, und wie sie die Griechen und die Barbaren überzeugten, über ihn wie über den Logos Gottes zu denken, und wie sie mitten in den Städten und in allen Schulen der Verehrung des oberhalb des Alls stehenden Gottes einrichteten.

Und doch, wer sollte sich nicht wundern, indem er bei sich überlegt und betrachtet, daß dies nicht menschlich war, wie niemals anderer Zeit früher viele Völker der ganzen Welt in der Macht, der Römer, waren als seit der Zeit unseres Erlöser. Denn sogleich als er unter die Menschen ging, ereignete es sich, daß auch Macht der Römer wuchs, da in jener Zeit Augustus zuerst vieler Völker war und zu seiner Zeit Kleopatra gefangen wurde und die Nachfolge der Ptolemäer in Ägypten wurde. Denn seit jener Zeit bis jetzt ist das seit Ewigkeit und sozusagen seit dem ersten Samen der Menschen bestehende Reich Ägypten ausgerottet. Seit jener Zeit aber wurde auch das Volk der Juden den Römern Untertan und ebenso auch das der Syrer, der Kappadokier, Makedonier, der Bithynier und der Griechen, und um es zusammenfassend zu sagen, all der übrigen, die in die Hand der römischen kamen. Daß nicht ohne Gott dies zusammen mit der Lehre Erlösers sich ereignete, wer wollte dies nicht bekennen, indem bedenkt, daß es den Jüngern nicht leicht war, in fremden 3 1. ABBERV mit HS 12 ὁποίᾳ δυνάμει περιγεγόνασι . . . οἱ Ἰησοῦ μαθηταί D 18 καίτοι D „und dies“ Σ (= καὶ τὸ) 32 δὲ ὅτι μὴ ἀθεεὶ τῇ περὶ τοῦ σωτῆρος ἡμῶν διδασκαλίᾳ συνεισῆλθεν D „Dies aber, was nicht abgesehen von der göttlichen Lehre unsers Erlösers ereignete“ Σ reisen, da alle Völker gegeneinander gespalten waren, und da es keinen unter ihnen gab wegen der vielen Satrapen an jedem Ort und in jeder Stadt. Infolge ihrer Vernichtung aber taten sie bald und ohne Furcht und in Ruhe das, was ihnen auferlegt war, da der oberhalb des Alls stehende Gott ihren Weg vorher friedlich gemacht hatte und den Grimm der Dämonenverehrer in den Städten durch die Furcht größeren Reiche zurückhielt. Überlege nämlich, daß die durch den Irrtum der Verehrung vieler Götter in versetzt waren, gehindert hätte, mit der Lehre Christi zu streiten, du vielleicht dann in jeder Stadt und in jedem Dorf gegenseitige Aufstände, Verfolgungen und nicht gering Kriege sehen würdest, wenn Dämonenverehrer die Macht bei sich gehabt hätten. Jetzt aber dies das Werk des oberhalb von allem waltenden Gottes, daß er größere Furcht vor dem vorzüglichen Reiche die Feinde Wortes unterworfen hat. Denn er will, daß es jeden Tag wachse und unter allen Menschen blühe. Wiederum aber, damit man nicht daß es durch das Zugeständnis der Herrscher und nicht die Vorzüglichkeit VorzÜglichkeit der göttlichen Kraft stark sei, von den Tyrannen durch Bosheit hingerissen ward und sich vornahm mit dem Worte Christi zu streiten, so gestattete der Gott des Alls, daß sein Wille auch dies tue, einmal zum Erweis der Athleten in der Gottesfurcht, zumal aber damit von jedermann offenbar gesehen werde, daß das Bestehen des Wortes keineswegs eine Folge des menschlichen Willens, sondern der göttlichen Kraft sei. Wer wollte nicht bewundern, was in derartigen Zeiten zu geschehen pflegt? Denn die Athleten der Gottesfurcht, die früher den Menschen ihrer nach verborgen waren, wurden in jener Zeit jedermann offenbar und sichtbar, geschmückt mit den Siegeskränzen von Gott. Die Gottesfurcht aber empfingen die gebührenden Strafen, indem sie durch gottgesandte Schläge gezüchtigt wurden und indem ihr ganzer Körper mit schweren, unheilbaren Leiden verderbt ward, sodaß sie sogleich zum Bekenntnis ihres Frevels gegen unsern Erlöser zu kommen wurden. Alle übrigen aber, die des göttlichen Namen sind und sich rühmen, die Dinge Christi zu treiben, wurden nur kurze 1 πορείαν ἐπὶ τῆς ἀλλοδαπῆς στείλασθαι D „geschickt zu werden (= στείλασθαι) und zu reisen (= πορείαν)“ . . . Σ 10 „dann“] wörtlich 14 φόβῳ τῆς ἀνωτάτω ἀρχῆς D 17 1. ABBERV Bernstein mit HS 19 πονηρίᾳ ληφθεὶς D 27 1. ABBREV (Druckfehler) 30 „gezüchtigt wurden“] οἰστρούμενοι D Eusebius III*. Zeit durch Versuchungen erprobt, zeigten die Reinheit und Lauterkeit ihrer Gesinnung und empfingen dann ihre eigene Freiheit Freiheit suchte Gott sie gnädig heim, während er durch sie alle den Erlóserlogos strahlen ließ.

Zu Ende ist das Schreiben der fünf Bücher des die genannt werden: die Theophanie. 3 εἰς μεῖζον ὁσημέραι δι’ αὐτῶν ἐκλάμποντος τοῦ σωτηρίου λόγου D