--- name: weg-e-plattform description: Weg E des Datenbeschaffungs-Pakets — sellers on Amazon, Etsy and eBay as leads (the merchant behind the listing, never the product). Invoked by the datenbeschaffung master; never triggered directly by the user. --- # Weg E — Plattform-Verkäufer als Leads Zielgruppe: Händler, die ihr Geschäft auf einem Marktplatz betreiben — Amazon-Seller, Etsy-Manufakturen, gewerbliche eBay-Verkäufer. **Ergebnis dieses Wegs ist immer ein Verkäufer mit Kontaktweg, nie eine Produktliste.** Eine Zeile ohne identifizierbaren Händler ist kein Lead. Voraussetzungen vom Master: bestätigter ICP-Satz, Zugriffsweg steht (`../datenbeschaffung-referenzen/references/zugriff.md`), Vorab-Abgleich gelaufen (`check_leads_exist` bzw. `export_leads(format="index")` + `dedup.py`, falls MCP verbunden). Der Lauf beim Anbieter (Apify o. ä.) geschieht im eigenen Konto des Kunden außerhalb von ListM8; Kosten fallen dort an, kostenpflichtige Läufe nur nach ausdrücklicher Freigabe genau dieses Umfangs. **Belegstand:** Für diesen Weg gibt es keine Kurs-Lektion und keine belegten Ist-Kosten wie bei Weg C. Grundlage ist die Actor-Recherche vom 19.08.2026 (Plattform-Verkäufer-Sektion in `../datenbeschaffung-referenzen/references/apify-actors.md`). Kosten daher aus dem Actor-Pricing kalkulieren, Deckel setzen, die echten Zahlen im Piloten messen und in `kosten.md` nachtragen — keine Zahlen raten. ## Schritt 1 — Plattform wählen (eine je Lauf) | Zielgruppe | Plattform | Was zu erwarten ist | |---|---|---| | Handelsmarken, Distributoren, Private-Label-Seller | Amazon | EU-Verkäufer sind über die Händlerangaben identifizierbar; DACH gut abgedeckt, Kontaktdaten teils ab Werk | | Manufaktur, Handmade, Deko, Papeterie, kleine Marken | Etsy | Shops sind leicht zu finden, **Kontaktdaten nicht ab Werk** — zweistufig | | Gewerbliche Händler mit Trader-Disclosure (EU/UK) | eBay | Bestes Kontaktschema auf dem Papier, kaum Marktevidenz → **Pilotkandidat** | ## Schritt 2 — Actor-Rollen (IDs ausschließlich aus `apify-actors.md`) - **Amazon:** Primär ist eine Bulk-Abfrage über eine Verkäufer-Datenbank (Filter: Kategorie, Verkäuferland, Erfassungsdatum) mit Kontaktfeldern ab Werk. Das ist eine Datenbank, kein Live-Crawl je Lauf — deshalb das Erfassungsdatum als Frischefilter setzen. Fallback ist die Live-Discovery über Keyword, Kategorie oder Seller-URL; sie liest die deutschen Händlerangaben mit und ist für DACH der interessantere, aber jüngere Weg. - **Etsy:** Zweistufig. Der Discovery-Actor findet Shops (Keyword, Standort, Verkäufe, Rating, Shopalter), liefert aber keine E-Mail. Erst qualifizieren, dann **nur die priorisierten Shop-URLs** in den Kontakt-Actor geben — nie die ganze Discovery-Menge anreichern. - **eBay:** Der funktional beste Actor hat praktisch keine Nutzungshistorie. Er wird nur im Pilotmodus eingesetzt (Schritt 3), Fallbacks liefern Seller-URLs ohne Kontakte. ## Schritt 3 — Pilot (Pflicht; bei eBay doppelt) Maximal ~50 Verkäufer, Deckel ≤ 0,50 $, Kosten vorher nennen. Ausgewertet wird: - Anteil mit brauchbarem Kontaktweg (E-Mail oder eigene Shop-Website) - Anteil im Zielland — Marktplätze mischen Länder gnadenlos - Anteil echter Händler im Sinne des ICP (kein Wiederverkäufer-Rauschen, keine Dropshipper) - Dubletten je Firma über mehrere Listings hinweg **Ab ~70 % ICP-Fit skalieren**, darunter Kategorien/Keywords schärfen und den Piloten wiederholen. **eBay-Sonderregel:** Vor dem ersten Kunden-Einsatz ein eigener Testlauf mit ~20 deutschen gewerblichen Verkäufern. Geprüft werden: Sind die E-Mails verifiziert? Wird je Firma dedupliziert? Kommen USt-Id/Handelsregister mit? Stimmt das Verkäuferland? Treffen die Keywords wirklich Händler? Fällt der Actor durch, liefert der Fallback nur Seller-/Shop-URLs — die Kontakte holt dann `impressum-enrichment` (DACH-Shops mit eigener Website) bzw. `kontaktseiten-fallback`. Das Ergebnis des Pilotlaufs mit Datum in `apify-actors.md` nachtragen. ## Schritt 4 — Skalierung Eine Plattform, ein Land, Kategorie für Kategorie. Bei Datenbank-Actors zusätzlich das Erfassungsdatum eingrenzen, sonst wandern Karteileichen in die Liste. Deckel: kalkulierte Kosten + 50 %. ## Schritt 5 — Roh-CSV bauen ``` python3 ../datenbeschaffung-referenzen/scripts/build_csv.py --in seller.json \ --quelle "apify: " --land --out leads---.csv ``` Zusatzspalten mitführen, sie tragen später die Personalisierung: `plattform`, `seller_url`, `vat_id`, `bewertung`, `verkaeufe`. `kategorie` bekommt die Plattform-Kategorie. Deduplizierung: `build_csv.py` dedupliziert auf E-Mail; liefert der Actor eine Seller-ID oder einen Firmennamen, zusätzlich darauf prüfen — derselbe Händler taucht über mehrere Listings auf. ## Schritt 6 — Die Kontakt-Lücke Etsy und die eBay-Fallbacks liefern oft nur Shop-URLs. Dann `impressum-enrichment` (deutsche Shops mit eigener Website) oder `kontaktseiten-fallback` (internationale Domains) über die **eigenen Domains der Händler** laufen lassen. Die Marktplatz-Domains selbst (amazon.de, etsy.com, ebay.de) werden **nie** angereichert — sie gehören in die `domainBlacklist` aus `noise-domains.md`, sonst werden sie voll berechnet. ## Schritt 7 — Übergabe An `listen-qualitaet` — immer, ohne Ausnahme. ## Bekannte Fallen - **Produkte statt Verkäufer** in der Ausgabe: Keyword-Discovery liefert oft Listings. Vor dem CSV-Bau auf Verkäuferebene zusammenfassen. - **Plattform-Support-Adressen** und generische Marktplatz-Kontakte sind keine Leads, auch wenn der Actor sie ausgibt. - **Ein-Entwickler-Actors ohne Rating** dominieren diese Kategorie — nie ohne benannten Fallback starten, nie ohne Pilot beim Kunden einsetzen. - **Datenbank statt Live-Daten:** Der Amazon-Primärweg kann Datensätze zeigen, die den Shop längst nicht mehr abbilden. Erfassungsdatum begrenzen und im Sample gegenprüfen.