Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1893-02-23 Friedrich M. Fels an Arthur Schnitzler, 23. 2. 1893 Fels, Friedrich M. Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2023

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https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-6BD6-9

Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

D Marbach am Neckar Deutsches Literaturarchiv A:Schnitzler, HS.NZ85.1.2956 nummeriert: »7«
German Fels, Friedrich M. 23. 2.1893 Meran Schnitzler, Arthur [24. 2. 1893 – 28. 2. 1893?] Wien Fels, Friedrich M. Hofmannsthal an Schnitzler, 22. 2. 1893 Kafka an Schnitzler, 24. 2. 1893 Fels an Schnitzler, 1[7]. 2. 1893 Fels an Schnitzler, 20. 4. 1893 Angelegt Index check Durchsicht finalisiert
Meran-Obermais, den 23. Februar 1893Lieber Dr. Schnitzler!

Soeben empfange ich Ihren Brief und beeile mich, ihn zu beantworten. Seien Sie jetzt nur nicht so boshaft, diese Schnelligkeit allein meiner Langeweile zuzuschreiben! –

Allerdings setze ich jetzt mehr Vertrauen in Meran und seine Heilkraft und zwar weil ich ich letztere an meinem eigenen Leichnam verspürt habe; denn entschieden geht es mir schon etwas, wenn auch noch nicht viel, besser. Ich fühle mich im Kopf wohler, und meine Füsse schmerzen mich nicht mehr so sehr. Die beiden letzten Tage habe ich sogar einen kleinen Spaziergang, ohne Rollwagen, versucht; und heute will ich es unternehmen, wenigstens nach Meranhinunter zu gehen.

Freilich pflege ich mich auch genügend. Ich ruhe sehr viel, und im Essen bilde ich mich zum Wettesser aus. Ein hiesiger Arzt pflegt zu derartigen Kranken zu sagen »Essen Sie so, dass man Sie im ganzen Hotel nur den ›Fresser‹ nennt«, und an diese Weisung halte ich mich auch, obwol es nicht mein Arzt ist. Mit dem Wein ist die Sache etwas unangenehm. Der leichte rote Tyroler, den ich zu trinken pflege, ist sehr taninfranzösisch: Gerbstoffhaltig und bereitet mir Unterleibsbeschwerden. Weisswein soll ich nicht trinken, und die anderen Rotweine sind furchtbar teuer. Ich habe mir jetzt so geholfen, dass ich mittags roten nehme, in den Ihre Medizin kommt, abends weisser: das reine Gewebe der Penelope. – Dreimal täglich nehme ich jetzt auch Gude’s Mangan-Eisen-Pepton-Essenz. Wollen Sie sich, bitte, darnach erkundigen, und mir schreiben, was man davon hält. Da sie nämlich in der hiesigen Apotheke nicht vorrätig war und erst aus Leipzig verschrieben werden musste, sowie aus anderen Gründen glaube ich, dass sie ein ganz neues Mittel ist und ich dem Dr Schreiber als Versuchskanichen diene. Es würde mich interessieren, etwas zu erfahren.

Das Wetter ist nicht andauernd schön: einen Tag hat es geregnet; und am folgenden Morgen lag sogar etwas Schnee, aber schon mittags nahm ihn die Sonne hinweg. Jetzt ist’s wieder; aber heizen muss ich mir doch noch morgens und abends lassen. Natürlich trage ich Winterkleider und gehe nie ohne Mantel aus.

Meine Gelder sind riesig zusammengeschmolzen. Unter den Wiener Auslagen, die ich Ihnen angab, vergass ich noch die Rechnung meiner Wirtin, die auch gegen 10 fl betrug. So kam ich mit 38 fl hier an. Davon habe ich in die Apotheke fl 7.40 und dem Badediener fl 4 (für 2 Wochen Baden und Frottieren) bezahlt; Sie können Sich denken, wie ich finanziell stehe. Auch habe ich in der ersten Woche, bei meiner Unbekanntschaft mit hiesigen Verhältnissen, im Hotel eine ziemlich grosse Rechnung gemacht, so dass ich auf Eingang von Gelbers und Steinbachs Sammlung mit Sicherheit rechnen muss: sonst bin ich verloren. Beide sind übrigens bereits moniert. –

Bitte, richten Sie allen lieben Bekannten herzliche Grüsse aus: Beer-Hofmann, Loris, Salten, Engländer und wenn Sie sonst noch jemanden treffen, und sagen Sie ihnen, es möge mir der eine oder andere auch einmal schreiben. Ich schreibe ihnen nicht, weil ich annehme, dass meine Briefe an Sie ihnen mitgeteilt werden. Für Ihre Wünsche zu meiner Genesung dankend, verbleibe ich

Ihrdankbar ergebenerFels
Friedrich Michael Fels 1864 Bad Dürkheim 49,4618 8,17236 Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Joseph Schreiber 1835-03-17 Česká Lípa 50,68551 14,53764 Česká Lípa 50,68551 14,53764 1908-09-28 Bad Aussee 47,60998 13,78243 Ludwig Gelber 1865-11-09 Podhajce 50,53117 23,73557 1931-05-21 Wien 48,208333 16,373056 Josef Steinbach 1850-01-03 Pécs 46,08333 18,23333 1927 Richard Beer-Hofmann 1866-07-11 Wien 48,208333 16,373056 1945-09-26 New York City 40,71427 -74,00597 Hugo von Hofmannsthal 1874-02-01 Wien 48,208333 16,373056 1929-07-15 Rodaun 48,132793312328 16,256152195922 Felix Salten 1869-09-06 Budapest 47,49835 19,04045 1945-10-08 Zürich 47,37174 8,54226 Peter Altenberg 1859-03-09 Wien 48,208333 16,373056 1919-01-08 Wien 48,208333 16,373056 ?? [Vermieterin von F. M. Fels] 1893 1893 Meran Merano 46,66817 11,15953 Italien 42,83333 12,83333 Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333 Windmühlhöhe 48,24077 16,32092 Obermais Meran-Obermais 46,668909 11,1739 Meran 46,66817 11,15953 Leipzig Gross-Leipzig 51,33962 12,37129 Deutschland 51,5 10,5 Dr. A. Gude GmbH. Leipzig 51,33962 12,37129 http://www.wikidata.org/entity/Q2079 https://sws.geonames.org/2879139/ https://schnitzler-bahr.acdh.oeaw.ac.at/pmb864.html https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/864/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/44885/ https://d-nb.info/gnd/4035206-7 https://www.kraus.wienbibliothek.at/legalkraus/pmb864.html https://de.wikipedia.org/wiki/Leipzig https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb864.html https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb864.html https://wienerschnitzler.org/pmb864.html https://schnitzler-kultur.acdh.oeaw.ac.at/pmb864.html https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00065 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/fa_place00004028 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/pmb864 https://biblio.ub.uni-freiburg.de/sf/#pmb864 https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb864.html https://www.schoenberg-ue.at/ue/places/place.2.20