Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1895-09-24 Richard Beer-Hofmann an Arthur Schnitzler, 24. 9. 1895 Beer-Hofmann, Richard Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2023

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https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-6D0E-A

Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

D Marbach am Neckar Deutsches Literaturarchiv A:Schnitzler, HS.NZ85.1.5713, S. 43–48

geringfügige Korrekturen von unbekannter Hand

Original nicht nachweisbar, vgl. die handschriftliche Angabe von Heinrich Schnitzler auf der Mappe B 8 mit den restlichen Originalen der Briefe: »1 Brief (vom 24. 9. 1895) für Mutter entnommen. H. S.15. 8. 36.«Die Korrekturen wurden eingearbeitet.
Literatur und Kunst Neue Zürcher Zeitung 2. 10. 1955 4 Spiegelbild der Freundschaft Schnitzler, Olga Salzburg Residenz-Verlag 1962 141–142 Schnitzler, Arthur Beer-Hofmann, Richard Briefwechsel 1891–1931 Fliedl, Konstanze Wien, Zürich Europaverlag 1992 86–88
German Beer-Hofmann, Richard 24. 9. 1895 Garda Schnitzler, Arthur [25. 9. 1895 – 29. 9. 1895?] Wien Beer-Hofmann, Richard Beer-Hofmann an Schnitzler, 24. 9. 1895 Schnitzler an Beer-Hofmann, 26. 9. 1895 Beer-Hofmann an Schnitzler, 24. 9. 1895 Schnitzler an Beer-Hofmann, 26. 9. 1895 Automatisch angelegt aus Buchausgabe Index check Durchsicht mit Abschrift Index check Durchsicht
24. 9. 95Am hat Schnitzler auf den ersten Brief vom geantwortet, nicht aber auf diesen. Da er nicht im Original erhalten ist, ist die Möglichkeit gegeben, dass er zu einem anderen Zeitpunkt verfasst wurde..

Lieber Arthur! Dies schreib ich Ihnen, im Boote liegend, während man mich zu einer Insel rudert, auf der ein Jupitertempel stand, aus dem der heilige Franciscus von Assisi – mein Franciscus – ein Kloster gemacht hat. Zugleich lese ich in einem BuchAnthologie lyrischer und epigrammatischer Dichtungen der alten Griechen. Herausgegeben von Edmund Boesel. Stuttgart: Philipp Reclam jun.1884. wunderschöne Sachen – wie das Buch aber heisst schreibe ich hier nicht, denn der Name könnte Ihnen entgleiten, und der B mittelst 3–4 Ausschrotartikeln es einem ruinieren und verekeln, aber es ist sehr schön. Im dritten Jahrhundert vor Christi Geburt schreibt ein Herr Posidippus – ohne »Märchen« und »Elixire«-Schmerzen – heiter konstatirendDas Gedicht findet sich in BoeselsAnthologie auf den S. 298–299.:

»Wähne, PhilänisDie Abschrift hat »Philanis«, nach der gedruckten Zitatvorlage korrigiert., nicht mich durch lockende Thränen zu täuschen!»Freilich, ich weiss ja, du liebst inniger keinen als mich,»Keinen, – so lange du neben mir liegst. Doch hat dich ein andrer,»Nun, so liebest du den inniger wieder als mich.«

Sollten Ihnen Paul Hörne die »kleine Comödie«, verheirathete Frauen mit dem Schmerz anständig zu sein, das »kleine Mädel« der »Liebelei« (um Gotteswillen, wie ist die Sandrock im ersten Akt?) und mir das Dienstmädchen im »Kind« (mit Unrecht, denn die schildere ich selbst ja nicht als hervorragend begehrenswert) vorwerfen, dann werden wir mit Ihnen sagen »lasst uns lächeln« und folgende schöne VerseDas Gedicht findet sich in BoeselsAnthologie auf den S. 299–300. zitieren:

Statt hoffärtiger Frauen erwählen wir lieber die Magd uns,Welche den täuschenden Schein üppigen Tandes verschmäht.Jene, die Haut umduftet von Salböl, schreitet mit HochmuthPrunkend einher; und Gefahr bringt es, ihr liebend zu nahn. (Liebelei) Diese, geschmückt mit natürlichem Reiz und Farbe, versagt dirNimmer das Lager und heischt nimmer ein köstlich Geschenk.Pyrrhus, ich ahme dir nach, du edler Sohn des Achilleus,Der du Andromache nahmst an der Hermione Statt.«

Das ist von Rufinus. »Zur Bestimmung der Lebenszeit des Rufinus fehlt uns jeder Anhalt.Das Zitat findet sich auf S. 247. « –

Ich war auf der Insel und wir fahren im Abendwind (man hat sechs geläutet) zurück. Die Insel ist herrlich. Seitdem ich Italien und solche Inseln wie die Borromäischen und die kenne, bewundere ich Boeklin weniger. Wie dumm waren nur die Anderen, dass sie mit solchen Augen solche Schönheiten nicht sahen. Ich will recht oft hieher, und in den Süden, man wird ein besserer Mensch hier, alles liegt so weit weg, als wenn wir es von grosser Höhe klein, und uns selbst fremd unter uns sehen würden. Wie widerlich ist das Gesindel, das mit ungezieferhafter Unruhe uns zu Hause, in Wien wieder umwimmeln wird. Aber dies Jahr sollen die Recht behalten, die mich »arrogant« nennen. Ich will ihnen eine Arroganz »hinlegen« (so sagen doch die Herren, die Ihnen die Ehre erweisen Ihr Stück zu spielen), dass sie starr sein werden. Und meine Arroganz wird nur die sein allein zu sein »höflich und allein«. Auch ein Wahlspruch für den Verkehr mit Jenen. Ich denke mit vieler Freude auch an unser Beisammensein im Winter, und wenn wir dabei immer den Daumen in der hohlen Hand verbergen, »Tütü« machen, und »unberufen« sagen, und uns noch ängstigen tut uns vielleicht auch der Neid der Götter nichts. Heute macht die Tatsache, dass wir einander haben nur unser Leben schöner und wärmer, aber ich glaube, wenn wir einmal alt sein werden und sehr Vieles, an das wir jetzt glauben, weit weg von uns sein wird, werden wir einander noch viel mehr bedeuten. Aber das möcht ich gar nicht, dass es so kommt, dass wir, wenn wir alt sind, nichts mehr haben als uns; wir sollen Greise sein mit wunderschönen hellen jungen Augen und seidenweichem weissen Haar, und sehr berühmt. So berühmt, dass sich Frauen rühmen, wenn ihre Mütter einmal unsere Geliebten waren, und junge Mädchen sich mühen sollen, um reizend zu erscheinen – und ich meine »reizend« wörtlich. Und weil wir Blumen lieb haben, und bis dahin auch den Wein lieben gelernt haben, kommen aus dem Süden täglich Körbe mit Obst und Wein und Blumen. Denn wer hinunterreist in den Süden wird an uns denken müssen, die wir, in einer Zeit, wo hässlich geschäftige Menschen lebten, die Reichtum und Anerkennung wollten und widerliche Literatur machten, die einzigen waren, die wussten, dass es Schönheit und Sonne und Liebe gibt, die nur genossen, und erkannt sein will, – nicht mehr. – Jetzt wird es aber ganz dunkel; gegen Riva zu liegt der See im Nebel, gegen Salò ist der Himmel noch rötlich, und gegen Cap Manerba steht im grünlichen Abendhimmel eine zarte silberne Sichel. Der Ruderer setzt stark ein, weil die Nacht kommt und mit jedem Ruderschlag sprüht mirs feucht ins Gesicht. Unendlich schön ists, und es wäre mir sehr leid, wenn ich jetzt ertrinken müsste. – Adieu lieber Arthur und grüssen Sie mir auch die, die Sie lieb haben, und die ich nicht kenne. Und sie hat Sie wohl jetzt noch mehr lieb als sonst, wo Sie vielleicht am Thor des Berühmtseins stehen, und sie wird sehr viel Herzklopfen haben, wenn das Orchester die Schlusstakte spielen wird. Nicht wahr! – Herzlichst Ihr

R.

Es ist finster.

Hermann Bahr 1863-07-19 Linz 48,3 14,28333 1934-01-15 München 48,13743 11,57549 Richard Beer-Hofmann 1866-07-11 Wien 48,208333 16,373056 1945-09-26 New York City 40,71427 -74,00597 Adele Sandrock 1863-08-19 Rotterdam 51,9225 4,47917 1937-08-30 Berlin 52,52437 13,41053 Heinrich Schnitzler 1902-08-09 Hinterbrühl 48,08611 16,24809 Hauptstraße 56 48,08736 16,24924 1982-07-12 Wien 48,208333 16,373056 Paul Horn 1867-02-13 Wien 48,208333 16,373056 1936-01-18 Menton 43,77649 7,50435 Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Schriftsteller/Schriftstellerin Mediziner/Medizinerin https://d-nb.info/gnd/118609807/ Olga Schnitzler 1882-01-17 Wien 48,208333 16,373056 1970-01-13 Lugano 46,01008 8,96004 Rufinus Franz von Assisi 1182-06-24 Assisi 43,06671 12,62109 1226 Assisi 43,06671 12,62109 Poseidippos um 310 v. u. Z. Pella 40,76169 22,52637 um 240 v. u. Z. Arnold Böcklin 1827-10-16 Basel 47,55839 7,57327 1901-01-16 Fiesole 43,80455 11,29487 Edmund Boesel Das Märchen. Schauspiel in drei Aufzügen Arthur Schnitzler: Das Märchen. Schauspiel in drei Aufzügen. Dresden, Leipzig: E. Pierson’s Verlag 1894. https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=coo.31924026341598&view=1up&seq=5 Schnitzler, Arthur Liebelei. Schauspiel in drei Akten https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/schnitzler_liebelei_1896 Das arme Mädl Schnitzler, Arthur Spiegelbild der Freundschaft Schnitzler, Olga Das Kind Beer-Hofmann, Richard Die drei Elixire Moderner Musen-Almanach auf das Jahr 1894, Die drei Elixiere Schnitzler, Arthur Die kleine Komödie Neue Deutsche Rundschau, Jg. 6, H. 8, 1. 8. 1895, S. 779-798 Die Verwandlung Schnitzler, Arthur Anthologie lyrischer und epigrammatischer Dichtungen der alten Griechen Boesel, Edmund Vorzug der Magd vor der vornehmen Frau Rufinus [Wähne, Philänis…] Poseidippos Garda Garda 45,57889 10,71763 Italien 42,83333 12,83333 Salò Salò Saló 45,60685 10,5205 Italien 42,83333 12,83333 Borromäische Inseln Borromäische Inseln 45,903333 7,530556 Italien 42,83333 12,83333 Manerba del Garda Manerba del Garda 45,55 10,55 Italien 42,83333 12,83333 Italien Italian Republic Republic of Italy Italien Italy 42,83333 12,83333 Europa 48,69096 9,14062 Riva del Garda Riva del Garda Riva del Garda 45,88576 10,84118 Italien 42,83333 12,83333 Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vindobona Vienna Vienna Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333 Philipp Reclam jun. Verlag Philipp Reclam jun., (Verlag) Stuttgart 48,78232 9,17702 http://www.wikidata.org/entity/Q1022 https://d-nb.info/gnd/4058282-6 https://schnitzler-bahr.acdh.oeaw.ac.at/pmb872.html https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/872/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/39915/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/64261/ https://sws.geonames.org/2825297/ https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb872.html https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb872.html https://wienerschnitzler.org/pmb872.html https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb872.html https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00359 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/fa_place00005087 https://biblio.ub.uni-freiburg.de/sf/#pmb872 https://www.schoenberg-ue.at/ue/places/place.2.42