Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1896-08-21 Hugo von Hofmannsthal und Hermine Benedict an Arthur Schnitzler, 21. [8. 1896] Hofmannsthal, Hugo von Benedict, Hermine Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2023

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https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-6D65-7

Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

GB Cambridge University Library Schnitzler, B 43 Monat und Jahr ergänzt: » Aug. 96 « von unbekannter Hand nummeriert: »79« Hofmannsthal, Hugo von Schnitzler, Arthur Briefwechsel Nickl, Therese Schnitzler, Heinrich Frankfurt am Main S. Fischer 1964 72–74
German Hofmannsthal, Hugo von Benedict, Hermine 21. [8. 1896] Altaussee Schnitzler, Arthur [22. 8. 1896 – 26. 8. 1896?] Berlin Hofmannsthal, Hugo von Schnitzler an Herzfeld, 19. 8. 1896 Goldmann an Schnitzler, [24. 8. 1896?] Schnitzler an Hofmannsthal, 7. 8. 1896 Schnitzler an Hofmannsthal, 2. 9. 1896 Angelegt Index check Durchsicht finalisiert
Alt.aussee21tenlieber Arthur!

Ihre erstaunten Augen beim Eröffnen dieses Briefes. zusehen interessiert mich weniger als zu erfahren, wie Ihr vier Menschen besonders Richard und Paula, von der man nicht recht weiß, obsie außer der Seekrankheit noch etwas merkwürdiges in Dänemark erlebt hat (und ob das Mädchen mit dem Loch im Strumpfschon »die Episode« genannt werden darf weiß man ja auch nicht) Euch befindet.

Von Paul hab ich immer die Empfindung, er erinnertsich auchso gut an die Heroinenzeit beim »Leopold« in Ischl vor 2 Jahren

wie wir alle, aber gar nicht mehr ordentlich an mich und ich hab ihn wirklich nur einmal gesehen und kann da- her unmöglichso warm empfinden wie jener Dichter.

Ich verlange mirsehr zu wissen, ob das was wir einmal in der Nacht nach der Soiréebesprochen, auf Wahrheit beruht – mir willscheinen – nein – 3mal Nein!! ich hoffe ja!: dass Sie einmal für ein paar Wochen von allen inneren Gewöhnungen losgekommen, ist für Sie wahrscheinlichsehr gut, aber für das, was Sie früher beschäftigt, recht traurig. Umso besser! – Dass Sie in dem zweiten Act dem Mädel mehr Leben gegeben haben, wirdsicher eine große Wirkung haben, denn wir haben jaschon oft besprochen, daß die Christine davon nicht genug habe und das Stück braucht Rührung,sonst wird es trocken und revoltierend. Meine Neugierde, es zu lesen, kennt keine Grenzen, denn wenn man Leute nicht oftsieht, muss man in ihren Zeilen lesen

und das istschwer, denn leider drücken immer nur einzelne kleine Sachen das Wirkliche aus, während große Thaten und große Züge, die darauf angelegtsind, charakteristisch zu wirken, eine ganze Welt von Mißverständnissen hervorrufen.

Werden wir heuer endlich theaterspielen? sind wir zu jung oder zu alt dazu? Oder zu ernst, oder »zu alt, um nur zuspielen«? Jedenfalls müsste die weibliche Hauptrolle diesmal nicht von Ihnen geschriebensein, (warum?). Meine Novelle werden Sie niesehen. Nie heißt nie. Weilsiesoschlecht ist. Er zeigt nicht einmal die guten Sachen herzu. Doch müsste man ihn manchmal lesen, wenn die Person undeutlich wird. Freilich haben meine Sachen wieder das Häßliche, dass alles allzudeutlich gesagt ist. Ob der Richardwieder etwasschreibt, ist, wie ich reumüthig bekenne, für uns Altausseer ganz interessant, ich versuche mir manchmal vorzustellen wie es wäre, wenn Sie hier wären und ob wir alle Drei dabei nicht viel netter herauskämen, was ich ganz bestimmt glaube;seien Sie

nicht bös, aber ich binsicher wir würden uns schrecklich nervös machen und beinahestreiten, denn zwei nochso gute, gleichgeartete, männliche Naturen haben nicht die Größe nett neben einander einherzugehen wenn zwischen ihnen etwas Halbwahres beunruhigend herumwimmelt. Deswegen werden Sie doch herkommen,schon allein um Jdiese jugendliche Behauptung von »Halbwahr« zu widerlegen, wozu Sie ja durch Ihre oft besprochene Überschätzung der weiblichen »Individualitäten«so geeignetsind. Glücklich der, welcher imstande ist, Gestalten zuschaffen, an die er glaubt, drum lassen Siesich nicht hetzen, sondern glauben Sie ruhig weiter, auf das Wirkliche kommt’s nicht an, denn vielleicht existiert es gar nicht. Ich glaube, wir brauchen Sie darüber nicht aufzuklären, Sie haben einsostarkes Wahrheitsgefühl, dass Sie auch den dreifachen Sinn dieses Briefes erkannt haben werden, worüber Sie nächstens in Wien mir (nur hier) Auskunft geben können.

Herzlich IhrHugo.
Hugo von Hofmannsthal 1874-02-01 Wien 48,208333 16,373056 1929-07-15 Rodaun 48,132793312328 16,256152195922 Hermine von Schaffgotsch 1871-11-25 Wien 48,208333 16,373056 1928-11-25 Purgstall Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Richard Beer-Hofmann 1866-07-11 Wien 48,208333 16,373056 1945-09-26 New York City 40,71427 -74,00597 Paula Beer-Hofmann 1879-02-25 Wien 48,208333 16,373056 1939-10-30 Zürich 47,37174 8,54226 Paul Goldmann 1865-01-31 Breslau 51,10773 17,03533 1935-09-25 Wien 48,208333 16,373056 Geschichte der beiden Liebespaare Hofmannsthal, Hugo von Freiwild. Schauspiel in 3 Akten Freiwild Schnitzler, Arthur Liebelei. Schauspiel in drei Akten https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/schnitzler_liebelei_1896 Das arme Mädl Schnitzler, Arthur Altaussee 47,639444 13,763333 Österreich 47,33333 13,33333 Salzkammergut 47,75 13,5 Berlin Hauptstadt Berlin Barlīn Reichshauptstadt Berlin Berolino B-n 52,52437 13,41053 Deutschland 51,5 10,5 Dänemark Denmark Kingdom of Denmark 56,0 10,0 Skandinavien 63,0 25,0 Europa 48,69096 9,14062 Hotel und Pension Rudolfshöhe (Leopold Petter) Rudolfshöhe 47,706537 13,609575 Bad Ischl 47,71109 13,61893 Kaltenbach 47,69778 13,60913 Bad Ischl 47,71109 13,61893 Salzkammergut 47,75 13,5 Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333 Windmühlhöhe 48,24077 16,32092