Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1904-08-09 Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 9. 8. 1904 Schnitzler, Arthur Müller, Martin Anton Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Martin Anton Müller Susen, Gerd-Hermann Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2023

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https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-70B0-C

Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

D Frankfurt am Main Freies Deutsches Hochstift Hs-30885,111 von Schnitzler mutmaßlich bei der Durchsicht der Korrespondenz 1929 das zweite Blatt datiert: »9/8 904 II« Hofmannsthal, Hugo von Schnitzler, Arthur Briefwechsel Nickl, Therese Schnitzler, Heinrich Frankfurt am Main S. Fischer 1964 194–195 Schnitzler, Arthur Briefe 1875–1912 Nickl, Therese Schnitzler, Heinrich Frankfurt am Main S. Fischer 1981 484–485 Bahr, Hermann Schnitzler, Arthur Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931) Ifkovits, Kurt Müller, Martin Anton Göttingen Wallstein 2018 313–314
German Schnitzler, Arthur 9. 8. 1904 Wien Hofmannsthal, Hugo von [9. 8. 1904 – 13. 8. 1904?] Hofmannsthal, Hugo von Hofmannsthal an Schnitzler, 8. 8. 1904 Goldmann an Schnitzler, [10. 8. 1904] Hofmannsthal an Schnitzler, 8. 8. 1904 Hofmannsthal an Schnitzler, 12. 8. 1904 Angelegt aus Scan Kollationiert Überführt aus Bahr–Schnitzler-Daten Index check finalisiert
Wien, 9. 8. 904,

lieberDen Tintenfleck kommentiert Schnitzler mit Bleistift verkehrt zum Text: »neue Tinte, pardon!«. Hugo, über Bahr glaube ich Sie beruhigen zu können. Er war Sonntag bei uns, dann haben wir zusammen im Türkenschanzpark genachtmahlt und er war in der besten Stimmung. Morgen holen wir ihn Abends ab und fahren ins grüne. Die Hitze thut ihm im ganzen wohl; und wie ersagt, fühlt ersich durch allmäliges Steigen eher angenehm erleichtert als dass er Beschwerden davon hätte. Seelische Depressionen wirken aufseinen phys. Zustand am heftigsten:so war er nach dem Tod Herzls kränker alsseit lang, und nach irgend einem Aerger neulich hat er wieder dieses Würgen ein paar Mal gehabt, das aber nun ganz verschwundenscheint. – Könnte man ihn doch nur dazu bringen, dass er heuer die verschiedenen Erregungen des Winters u den Winterselbst nicht zu Hause abwartet und zu guter Zeitdurch Tintenfleck ab dem zweiten Buchstaben unlesbar, von Schnitzler unter der Zeile mit Bleistift wiederholt und mit ruhigem Gemüth nach dem Meere, dem Süden abreist! –

Meinen Brief von neulich haben Sie wohl bekommen? Ich wünsche Ihnensehr, dass eine günstige Erledigung vom Militär eintrifft! –

Mit dem Arbeiten gehts weiter leidlich, ja gut. Mit derstärksten Antheilnahme, die auf irgend einen tieferesn Grundschließen läßt, in den ich noch nicht ganz hinabblicken kann, lese ich im VehseDie Zeit des fünften Carl. Seite für Seite hat man die Empfindung: Undramatisirter Shakespeare. –

– Die HebbelTagebücher habe ich nun zum zweiten Male gelesen; meine Bewunderung ist womöglich noch gestiegen – aber menschlich hab ich mich von ihm diesmal entfernt. Es ist ein prachtvoller Geist, in beinah ununterbrochener Arbeit; aber man dürfente das ganze auch von 1863 nach rückwärts lesen – ohne dass Verständnis oder Genuss darunter litte. Was mir die Gesellschaft von weit geringern manchmal werther macht als dieseine ist dass es mir erlaubt ist einer Entwicklung zuzuschauen, und das ist doch immer dasschönste und packendste, was wir erleben können. Es ist unheimlich in einem Menschen auch blättern zu können wie in einem Aphorismenbuch. Wenn mir ein Band aus einer Existenz fehlt, möchte ich vor dem nächsten wie vor einem Wunderstehen müssen u fragen: Wie bist du dahin gekommen –?

Leben Sie wohl undschreiben Sie mir.

Sagen Sie auch Wassermann, falls Sie ihnsehen, dass wir hier das Los der Juden mit großem Vergnügen gelesen haben. Es ist einschönes Vorwort zu einem Buch das heute glaub ich keinerschreiben kann, weder Christ noch Jude. –

– Und wird Richard bald fertig mit dem Stück? Wie gehts ihm?

Grüßen Sie Alle.

Herzlichst IhrA.
Hermann Bahr 1863-07-19 Linz 48,3 14,28333 1934-01-15 München 48,13743 11,57549 Richard Beer-Hofmann 1866-07-11 Wien 48,208333 16,373056 1945-09-26 New York City 40,71427 -74,00597 Theodor Herzl 1860-05-02 Budapest 47,49835 19,04045 1904-07-03 Edlach 47,69255 15,80915 Hugo von Hofmannsthal 1874-02-01 Wien 48,208333 16,373056 1929-07-15 Rodaun 48,132793312328 16,256152195922 Jakob Wassermann 1873-03-10 Fürth 49,47593 10,98856 1934-01-01 Altaussee 47,639444 13,763333 Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Schriftsteller/Schriftstellerin Mediziner/Medizinerin https://d-nb.info/gnd/118609807/ Friedrich Hebbel 1813-03-18 Wesselburen 54,21217 8,92419 1863-12-13 Wien 48,208333 16,373056 William Shakespeare 23.4.1564? Stratford-upon-Avon 52,19166 -1,70734 1616-05-03 Stratford-upon-Avon 52,19166 -1,70734 Karl Eduard Vehse 1802-12-18 Freiberg 50,91089 13,33881 1870-06-18 Striesen 51,043333 13,788611 Karl V. 1500-02-24 Gent 51,05 3,71667 1558-09-21 Cuacos de Yuste 40,072 -5,67925 Das Los der Juden Wassermann, Jakob Tagebücher Hebbel, Friedrich Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation Vehse, Karl Eduard Der Graf von Charolais. Ein Trauerspiel Die unseelige Mitgift Der Graf von Charolais Der Graf von Charolais Beer-Hofmann, Richard Türkenschanzpark 48,235119783861 16,333568462613 XVIII., Währing 48,23333 16,31667 Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vindobona Vienna Vienna Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333