Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1922-01-05 Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 5. 1. 1922 Brandes, Georg Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2023

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https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-7465-E

Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

GB Cambridge University Library Schnitzler, B 17 vereinzelte Unterstreichungen von unbekannter Hand nummeriert: »52« Brandes, Georg Schnitzler, Arthur Ein Briefwechsel Bergel, Kurt Bern Francke 1956 132–133
German Brandes, Georg 5. 1. 1922 Schnitzler, Arthur [5. 1. 1922 – 9. 1. 1922?] Wien Brandes, Georg Schnitzler an Brandes, 28. 12. 1921 Hofmannsthal an Schnitzler, 28. 1. 192[2] Schnitzler an Brandes, 28. 12. 1921 Schnitzler an Brandes, 30. 1. 1922 Angelegt Durchsicht Index check facs aktualisiert, korrigiert, finalisiert
Kopenhagen5 Januar 22Verehrter lieber Freund

Es war mir eine Freude, von Ihnen zu hören, eine noch grössere, dass Sie jenes schon alte Buch, das ich seit 1915 nie wieder angesehen habe, mit Befriedigung gelesen. Welcher Fluch für mich, eine Sprache zu schreiben, die Niemand versteht. Ich möchte Ihnen so gern die späteren Bücher, Voltaire, Cäsar, Michelangelo zugeschickt haben. Auch was ich in der letzten Zeit über Homer geschriebenDie Rede über Homer, die er bei der in Folge erwähnten großen Feier an der Universität am 3. 11. 1921 gehalten hat, erschien zuerst als eigener Druck (Homer. Herausgegeben durch den Studentersamfundet (in Kommission bei Gyldendalske) 1921) und wurde in Folge in sein Buch Hellas (Kopenhagen: Gyldendal, Nordisk forlag1925) integriert. Auf deutsch erschien der Aufsatz über Homer1927 im Philipp Reclam-Verlag..

Ich weiss nicht, ob Ihre Zeitungen davon gesprochen, dass (weil es am 3. November 50 Jahre her war, dass ich meine ersten Vorträge an der Kopenhagener Universität hielt) hier grosse Feier waren, Fackelzug der Studenten und anderes. Es würde mich vor 40 Jahren sehr erfreut haben.

Am 15. Januar soll ich vor der Aufführung von Tartufe von der Bühne des Dagmar-Teaters über Molière reden. Am 19 wieder an die russischen Schauspieler französisch reden.

Dann verschwinde ich Ende dieses Monats für einige Zeit. Ich will mich wahrlich nicht zu meinem 80 Geburtstag Glück wünschen lassen. Die Lächerlichkeit wäre zu gross.

Ich las hier einmal im Herbst in einer Zeitung ein Interview eines mir unbekannten dänischen Journalisten mit Ihnen, worin Sie sehr freundliche Wortenicht nachgewiesen über mich sagten, ich glaube die freundlichsten, die in jenem Blatte je über mich gestanden haben.

Ich bleibe Ihnen immer verpflichtet und verbunden. Der Genuss, den ich durch das Lesen Ihrer Werke gehabt habe, ist hundert Mal grösser als das mögliche Vergnügen, das Sie durch meine nur belehrenden Bücher gehabt haben können.

Ich sah durch dies Interview, wie viel Unannehmlichkeiten Sie durch das alte, nur scherzhafte und witzige, Reigen gehabt haben. Der jetzt überall glühende Antisemitismus und die Tugendbolderei geben im Verein geben solche Resultate. Als ob die Menschen durch die Umstände dieser Zeit nicht genug litten, gehen sie mit zehnfachem Eifer darauf los, sich gegenseitig das Leben noch saurer zu machen.

Ich habe immer Wien in meinen Gedanken, immer mit Mitleid, Trauer und Dankbarkeit. Können Sie verstehen, das unser Freund Beer-Hofmann sich mit solcher Leidenschaft an das Judenthum krampft. Es hat mich im Grunde nie interessiert; nur wenn die Juden verfolgt wurden, und wenn sie es werden, habe ich für sie heisses Mitgefühl, wie für alle ungerecht unterdrückten. Ich kenne nicht einen einzigen hebräischen Buchstaben. – Es scheint mir auch von ihm so gewollt.

Ich denke mir, Sie haben sich in den späteren Jahren mit Casanova beschäftigt, am meisten um sich nicht mit dem Gegenwärtigen herumzuschlagen. Wenn der Einzelne seine Ohnmacht fühlt, nützt es ja nichts mitzureden. Deshalb schweige ich selbst, wo ich viel zu sagen hätte. Ich habe nicht Frithiof Nansens praktische Begabung so wenig wie sein Ansehen. Er ist durch den Krieg sehr gewachsen.

Ich bitte Sie Ihrer Frau Gemahlin meine Huldigung, Ihren Kindern meine Sympathie zu überbringen.

Ihr FreundGeorg Brandes
Georg Brandes 1842-02-04 Kopenhagen 55,67594 12,56553 1927-02-19 Kopenhagen 55,67594 12,56553 Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Voltaire 1694-11-21 Paris 48,85341 2,3488 1778-05-30 Paris 48,85341 2,3488 Gaius Iulius Caesar 13.7.100? v. Chr. Rom 41,89193 12,51133 15.3.44 v. Chr. Rom 41,89193 12,51133 Buonarroti Michelangelo 1475-03-06 Caprese Michelangelo 43,64031 11,98546 1564-02-18 Rom 41,89193 12,51133 Homer Molière 1622-01-14 Paris 48,85341 2,3488 1673-02-17 Paris 48,85341 2,3488 Richard Beer-Hofmann 1866-07-11 Wien 48,208333 16,373056 1945-09-26 New York City 40,71427 -74,00597 Giacomo Girolamo Casanova 1725-04-02 Venedig 45,43713 12,33265 1798-06-04 Duchcov 50,60376 13,74621 Fridtjof Nansen 1861-10-10 Oslo 59,91273 10,74609 1930-05-30 Lysaker 59,90994 10,63545 ?? [dänischer Journalist, der Schnitzler interviewt] Olga Schnitzler 1882-01-17 Wien 48,208333 16,373056 1970-01-13 Lugano 46,01008 8,96004 Heinrich Schnitzler 1902-08-09 Hinterbrühl 48,08611 16,24809 Hauptstraße 56 48,08736 16,24924 1982-07-12 Wien 48,208333 16,373056 Lili Cappellini 1909-09-13 Wien 48,208333 16,373056 1928-07-26 Venedig 45,43713 12,33265 Julius Bangert 1880-11-02 Kopenhagen 55,67594 12,56553 1957-08-11 Gentofte Kommune 55,75 12,55 Tartuffe Tartuffe Tartuffe Tartuffe Molière Reigen. Zehn Dialoge https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/2587756 Reigen Schnitzler, Arthur Homer Brandes, Georg Hellas Brandes, Georg Wolfgang Goethe Brandes, Georg Voltaire und sein Jahrhundert Brandes, Georg Gaius Julius Cæsar Brandes, Georg Michelangelo Buonarotti Brandes, Georg ?? [nicht ermitteltes dänisches Interview] ?? [dänischer Journalist, der Schnitzler interviewt] Arthur Schnitzler. En Samtale med en beremt Wiener [1921] København, 10. 4. 1921 Bangert, Julius Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333 Windmühlhöhe 48,24077 16,32092 Kopenhagen Copenhagen 55,67594 12,56553 Dänemark 56,0 10,0 Dagmar Teatret Dagmarteatret 55,676753 12,566466 Kopenhagen 55,67594 12,56553 Russland Russische Föderation Russian Federation Russian Soviet Federated Socialist Republic Russian Soviet Federative Socialist Republic Russian Socialist Federative Soviet Republic Russia Rußland 60,0 100,0 Asien 29,84064 89,29688 Frankreich France 46,0 2,0 Europa 48,69096 9,14062 Københavns Universitet Kopenhagen 55,67594 12,56553 http://www.wikidata.org/entity/Q1748 https://schnitzler-bahr.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/36300/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/58083/ https://d-nb.info/gnd/4032399-7 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/64393/ https://sws.geonames.org/2618425/ https://www.kraus.wienbibliothek.at/legalkraus/pmb36300.html https://de.wikipedia.org/wiki/Kopenhagen https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://wienerschnitzler.org/pmb36300.html https://schnitzler-kultur.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00005 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/fa_place00005588 https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://biblio.ub.uni-freiburg.de/sf/#pmb36300 https://www.schoenberg-ue.at/ue/places/place.1.1 Studentersamfundet Kopenhagen 55,67594 12,56553 http://www.wikidata.org/entity/Q1748 https://schnitzler-bahr.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/36300/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/58083/ https://d-nb.info/gnd/4032399-7 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/64393/ https://sws.geonames.org/2618425/ https://www.kraus.wienbibliothek.at/legalkraus/pmb36300.html https://de.wikipedia.org/wiki/Kopenhagen https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://wienerschnitzler.org/pmb36300.html https://schnitzler-kultur.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00005 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/fa_place00005588 https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb36300.html https://biblio.ub.uni-freiburg.de/sf/#pmb36300 https://www.schoenberg-ue.at/ue/places/place.1.1 Philipp Reclam jun. Verlag Philipp Reclam jun., (Verlag) Stuttgart 48,78232 9,17702 http://www.wikidata.org/entity/Q1022 https://d-nb.info/gnd/4058282-6 https://schnitzler-bahr.acdh.oeaw.ac.at/pmb872.html https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/872/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/39915/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/64261/ https://sws.geonames.org/2825297/ https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb872.html https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb872.html https://wienerschnitzler.org/pmb872.html https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00359 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/fa_place00005087 https://biblio.ub.uni-freiburg.de/sf/#pmb872 https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb872.html https://www.schoenberg-ue.at/ue/places/place.2.42