Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1925-06-07 Arthur Schnitzler an Thomas Mann, 7. 6. 1925 Schnitzler, Arthur Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Müller, Martin Anton Susen, Gerd-Hermann Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2023

Sie dürfen: Teilen – das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten – das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.

Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter folgenden Bedingungen:

Namensnennung – Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders. Keine weiteren Einschränkungen – Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.

Hinweise:

Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet. Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen. Es können beispielsweise andere Rechte wie Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein, die Ihre Nutzung des Materials entsprechend beschränken.

https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-74AA-0

Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

Festgrüße an Thomas Mann. Zum fünfzigsten Geburtstage Neue Freie Presse 21814 29 7. 6. 1925 Arthur Schnitzler – Thomas Mann: Briefe Krotkoff, Hertha Modern Austrian Literature 7 1/2 1974 4
German Schnitzler, Arthur 7. 6. 1925 Wien Mann, Thomas [7. 6. 1925 – 11. 6. 1925?] Mann, Thomas Schnitzler an Rung, 2. 6. 1925 Schnitzler an Zuckerkandl, 15. 6. 1925 Mann an Schnitzler, 9. 1. 1925 Mann, Mann an Schnitzler, 23. 5. 1926 Angelegt Index check Durchsicht finalisiert
Lieber und verehrter Thomas Mann!

Erlauben Sie mir, daß ichstatt eines Glückwunsches ein paar anspruchslose Bemerkungen hiehersetze, die ich anläßlich der Lektüre Ihres wundervollen »Zauberberg« in mein Notizbuch geschrieben habe und die ich daher in aller Bescheidenheit als Ihnen gewidmet bezeichnen darf. Im übrigen wissen Sieseit lange, wiesehr ich Sie liebe und bewundere.

IhrArthur Schnitzler.

Dem Humoristen – und nur ihm unter allen Schriftstellern – ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja,sie ist unter Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.

Behagen ist die eigentliche Grundbedingung des Humorssowohl insubjektivem als in objektivem Sinn. Und der Begriff des Behagens verträgtsich nicht mit Beschränkungen irgendwelcher Art. In gewissem Sinne kann der Humorist niemals ein Ende machen – kaum einen Anfang. Nur technische Notwendigkeiten nötigen ihn dazu.

Der Humorist lustwandelt innerhalb der Unendlichkeit.

In der Tragik gerät der menschliche Geist,so tief er auch hinabsteigen mag, irgendeinmal auf Grund – im Humor niemals.

Die tragische Weltanschauung, von den Höhen des Humors aus betrachtet, wirkt in jedem Falle irgendwie beschränkt, wenn nicht lächerlich oder gar unsinnig.

Dem Humor, dem göttlichen Kind, ist nichts verwehrt; auch nicht mit dem Schmerz, dem Elend, dem Tod zuspielen. Wenn die Ironie, der Witz, die Satire das Gleiche versuchen, empfinden wir das als geschmacklos, roh, wenn nicht gar als Blasphemie.

Ironie, Witz, Satire können nur als gelegentliche Ausdrucksformen des Humors künstlerisch bestehen. Aufsichselbst gestellt mögensie allerlei Wirkung tun – Wirkungen politischer, moralischer,schriftstellerischer Art, aber mit Kunst in höherem Sinne haben diese Wirkungen nichts zuschaffen.

Humor ist immer dämonischer Natur; das Reich von Witz, Ironie, Satire, dieser gefallenen Engel des Geistes, ist innerhalb des Satanischen geschlossen.

Nicht jeder Künstler von Genie –soschrieb ich vor kurzem Hugo Thimig ins Stammbuch – hat Humor, aber jeder Künstler von Humor (nicht jeder Spaßmacher) hat Genie. Humor ist der weitere und höhere Begriff. Er ist das eigentliche Genie des Herzens, da Güte wohl ohne Humor, aber Humor niemals ohne Güte bestehen kann.

Thomas Mann 1875-06-06 Lübeck 53,86893 10,68729 1955-08-12 Zürich 47,37174 8,54226 Hugo Thimig 1854-06-16 Dresden 51,0833 13,7666 1944-09-24 Wien 48,208333 16,373056 Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Schriftsteller/Schriftstellerin Mediziner/Medizinerin https://d-nb.info/gnd/118609807/ Der Zauberberg. Roman Mann, Thomas Festgrüße an Thomas Mann Neue Freie Presse, 7. 6. 1925 https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19250607&seite=29&zoom=33 Schnitzler, Arthur Wassermann, Jakob Bahr, Hermann Neue Freie Presse http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp Neue freie Presse (Zeitung, Wien) Bacher, Eduard Benedikt, Moriz Benedikt, Ernst Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vindobona Vienna Vienna Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333