Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1889-12-07 Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 7. 12. 1889 Goldmann, Paul Müller, Martin Anton Untner, Laura Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Müller, Martin Anton Untner, Laura Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2023

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https://hdl.handle.net/21.11115/0000-0012-CE56-4

Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

D Marbach am Neckar Deutsches Literaturarchiv A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3162
German Goldmann, Paul 7. 12. 1889 Wien Schnitzler, Arthur [7. 12. 1889 – 9. 12. 1889?] Wien Goldmann, Paul Goldmann an Schnitzler, 6. 12. 1889 Joachim an Schnitzler, 31. 1. 1890 Goldmann an Schnitzler, 6. 12. 1889 Goldmann an Schnitzler, [27. 4. 1890] Angelegt Durchsicht Index check Durchsicht Durchsicht und umdatiert
Administration: VII. Seidengasse 7 (Jos. Eberle Co.)An der Schönen Blauen DonauChef-Redacteur: Dr. F. Mamroth. – Redaction: IX., Berggasse 31.Wien, den7. December 1889.Lieber Freund!

Weniger dieschiefe und ungemein verzwickte Logik Ihres lieben Briefes, als vielmehr dessen Liebenswürdigkeit bringen mich zu der Überzeugung, daß ich in einem Punkte jedenfalls Unrecht hatte: in meiner gereizten Auffassung der ganzen StreitfrageDer Vorgang, der einen Streit ausgelöst hat, ist nur durch diesen und den vorangegangenen Brief () belegt. Wie sich daraus ergibt, hatte sich Goldmann mit einer nicht näher identifizierten Frau in der Straßenbahn über Schnitzler unterhalten. Das Gespräch wurde belauscht und Schnitzlerrapportiert. Worüber genau gesprochen wurde, bleibt unklar; es könnte sich um eine der mehreren zu diesem Zeitpunkt parallel laufenden aktiven Beziehungen Schnitzlers gehandelt haben: um jene mit der verheirateten Olga Waissnix oder um die jeweiligen Beziehungen mit Jeanette Heeger, Marie Glümer oder Helene Herz.. Aber es war gerade gestern ein Tag höchster Nervosität für mich – das war der physische Grund; und dann habe ich mich wüthend geärgert, daß in mein Verhältniß zu Ihnen, das mir bisherso viel Freude gemacht, ein Mißton gekommen war – das war der psychische Grund. Ich will auf die Sacheselbst gar nicht mehr eingehen, obwohl ich überzeugt bin, daß auch nicht einmal der Vorwurf der Unvorsichtigkeit trifft. Woher wissen Sie denn überhaupt, ob das Mädel Ihren Namen genannt hat, oder ob ich das wasr? Dieses Thatbestandes-Moment hätten Sie doch erst aufnehmen müssen, ehe Sie Ihr Verdict fällten. Ich meine nach wie vor, daß ich nur eineschuldhafte Handlung begangen habe, nämlich die, daß ich auf der Tramway überhaupt gefahren bin. Und ichsehe, ich werde mir in Zukunft, um Ihnen Unannehmlichkeiten zu ersparen, das Tramway-Fahren abgewöhnen müssen.

Aber – lassen wir das wirklich begrabensein. Sie habensich gekränkt, ich habe mich gekränkt; ein Dienstmann hat 30 und die Post 6 Kr. verdient; damit hat die ganze Affaire, meine ich, Wirkungen genug gehabt, undsie kann jetzt geruhig vom Erdboden verschwinden. Reden wir nicht mehr davon – ich bin ganz Ihrer Ansicht.

Nur noch ein Wort für die Zukunft. Es wirdselbstverständlich wieder vorkommen, daß Sie Gelegenheit haben werden,sich über mich zu ärgern, obwohl – wie Sie überzeugtsein können – von meiner Seite Alles geschehen wird, um das zu vermeiden. Aber das ist nun einmalso: wozu hätte man einen guten Freund anders, als umsich hier und da über ihn zu ärgern! Ich bin auch ganz Ihrer Ansicht, daß man jedensolchen Zwischenfall zur Sprache bringensoll; dazu ist man befreundet, daß mansich gegenseitig ausspricht. Nur bitte ich Sie um Eines: keine Briefe mehr in Zukunft. Ich kann mir nicht hef helfen: für mich hatso ein Wisch Papier, der mir Sa allerlei unangenehme Sachensagt, ohne daß ich in der Lage bin, mich ihm gegenüber zu vertheidigen, immer etwas verteufelt Odioses. Also reden Sie zur Gleiche mit Ihnen thun. So ein Brief ist wie ein Dritter, dersich in etwas hineinmengt, das nur zwei allein angeht. Also, nicht wahr, den Gefallen thun Sie mir ehe in Zukunft?

Und nun nehme ich eine neue Seite, aus wie man das immer thunsoll, wenn man mitsich in’s Reine gekommen ist und wenn Alles wieder gut geworden. Und frage Sie, ob man heut auf das Vergnügen Ihrer Gesellschaft beim SouperSie trafen sich erst am nächsten Tag, dem , gemeinsam mit Julius Schnitzler. rechnen kann. Oder wannsonst, wenn nicht heut? Und wenn heut – wo und zu welcher Stunde?

Mein Bote wartet auf Antwort.

Herzlichsten Gruß! Ihr Paul Goldmann.
Paul Goldmann 1865-01-31 Breslau 51,10773 17,03533 1935-09-25 Wien 48,208333 16,373056 Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Schriftsteller/Schriftstellerin Mediziner/Medizinerin https://d-nb.info/gnd/118609807/ Fedor Mamroth 1851-02-21 Breslau 51,10773 17,03533 1907-06-25 Frankfurt am Main 50,11552 8,68417 Julius Schnitzler 1865-07-13 Wien 48,208333 16,373056 1939-06-29 Wien 48,208333 16,373056 Helene Binder 1865-05-23 Peciu Nou 45,60639 21,05778 1960-03-11 Willesden 51,53333 -0,23333 Marie Glümer 1867-07-03 Wien 48,208333 16,373056 1925-11-16 München 48,13743 11,57549 Anna Heeger 1865-07-01 Šternberk 49,73044 17,29889 1903-01-03 Wien 48,208333 16,373056 Olga Waissnix 1862-11-03 Wien 48,208333 16,373056 1897-11-04 Wien 48,208333 16,373056 ?? [Frau, die mit Goldmann in der Straßenbahn spricht, Ende November 1889] ?? [Mann, der Gespräch über Schnitzler in der Straßenbahn belauscht, Ende November 1889] Ende November 1889 Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vindobona Vienna Vienna Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333 Berggasse 48,218776849348906 16,36345511169916 IX., Alsergrund 48,22387 16,35641 Seidengasse 48,2002 16,3397 VII., Neubau 48,2 16,35 An der schönen blauen Donau http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=asd Berggasse 48,218776849348906 16,36345511169916 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/52510/ https://www.kraus.wienbibliothek.at/legalkraus/pmb52510.html https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb52510.html https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Berggasse https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb52510.html https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb52510.html Seidengasse 48,2002 16,3397 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/53101/ https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb53101.html https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb53101.html Berggasse 31 48,219206 16,365396 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/339258/ Josef Eberle Stein-, Buch und Musikaliendruckerei Seidengasse 48,2002 16,3397 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/53101/ https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb53101.html https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb53101.html VII., Neubau 48,2 16,35 https://sws.geonames.org/2770853/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/57/ https://www.kraus.wienbibliothek.at/legalkraus/pmb57.html https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/147180/ https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb57.html https://sws.geonames.org/12214072/ https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb57.html http://www.wikidata.org/entity/Q664835 https://de.wikipedia.org/wiki/Neubau_(Wien) https://wienerschnitzler.org/pmb57.html https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00397 https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb57.html https://www.schoenberg-ue.at/ue/places/place.9.11.11