Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1893-05-19 Theodor Herzl an Arthur Schnitzler, 19. 5. 1893 Herzl, Theodor Jahnke, Selma Müller, Martin Anton Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Jahnke, Selma Müller, Martin Anton Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2025

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Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

GB Cambridge University Library Schnitzler, B 39 von unbekannter Hand nummeriert: »9« Herzl, Theodor Briefe und autobiographische Notizen 1866–1895 Bearbeitet von Wachten, Johannes in Zusammenarbeit mit Harel, Chaya Tycho, Daisy Winkler, Manfred Berlin Frankfurt am Main Wien Propyläen 1983 528 Briefe und Tagebücher 1 Bein, Alex Greive, Hermann Schaerf, Moshe Schoeps, Julius H. Wachten, Johannes Berlin Frankfurt am Main Wien Propyläen 1983–1996
German Herzl, Theodor 19. 5. 1893 Paris Schnitzler, Arthur [20. 5. 1893 – 24. 5. 1893?] Wien Herzl, Theodor Goldmann an Schnitzler, 17. 5. [1893] Hofmannsthal an Schnitzler, 27. 5. 1893 Schnitzler an Herzl, 11. 5. 1893 Schnitzler an Herzl, 13. 6. 1893 Export aus Transkribus Durchsicht Durchsicht Index check
Nouvelle Presse Libre8, Rue de MonceauDrTh. Herzl19. V. 93Mein lieber Freund!

Verzeihen Sie, dass ich erst heute antworteHerzl hatte bereits sechs Tage zuvor am 13. 5. 1893 eine Antwort verfasst, diese aber nicht abgesandt. Der nicht verschickte Brief (1 Blatt, 3 Seiten, schwarze Tinte, lateinische Kurrent; mit Bleistift beschriftet: »Brief an Schnitzler«, mit Bleistift von Leon Kellner Markierung von Stellen für die Publikation) befindet sich in Herzls Nachlass in Jerusalem. Der Brief enthält, anders als der später versandte, eine Reflexion über Herzls Selbstverständnis als Theaterautor und Journalist: »

Nouvelle Presse Libre

8, Rue de Monceau

DrTh. Herzl

Mein lieber Freund!

Wie ernst muss es mir mit meinem Entschlusse sein, meine Theaterstücke begraben sein zu lassen, wenn ich sie selbst auf Ihre liebe und unter solchen Umständen wiederholte Aufforderung nicht hervorhole.

Verzeihen Sie es mir, aber ich will nichts mehr von mir wissen. Ich bin nur mehr Journalist. Ich gehe als Comfortabelpferd in der Gabel, und nur wenn eine Militärmusik vorüberspielt, mache ich einige komisch aussehende Tanzschritte.

Ich glaube, Ihnen das schon einmal auseinandergesetzt zu haben. Es ist weniger Verdruss über meine Misserfolge, über die wegwerfende Behandlung, die mir von der Kritik zu theil wurde – denn was sie loben macht ihren Tadel werthlos – als Reue über meine frühere leichtsinnige unkünstlerische und erfolghascherische Production. Zur Strafe habe ich mich eingemauert und begraben. Aber wäre ich frei, hoffnungsvoll wie in meiner Jugend, könnte ich dichtend in irgend einer angenehmen Landschaft herumwandeln – ich glaube, ich schriebe doch nichts mehr fürs Theater. Ich glaube, ich würde still in mich hineinraisonniren und lächeln und empfände nicht das Bedürfniss dem Premièrenpublicum von Wien oder Berlin oder irgend einer anderen Stadt sein Händeklätschen herauszulocken.

Ich glaube es am 13 mai 893 wie nun schon ununterbrochen. Die Stimmung ist so dauerhaft, dass sie wol schon die definitive ist.

Sie aber sollen schreiben. Jetzt auch, weil es beitragen wird, Sie zu trösten. Was haben Sie in der Arbeit?

Im Sommer, lieber Freund, komme ich auf ein paar Wochen nach Oestreich, nach Baden bei Wien: Wir erwarten die Entbindung meiner Frau von Stunde zu Stunde. Sobald sie reisefähig sein wird begleite ich sie mit meinen drei Kindern nach Baden. Kinder sind noch das beste Mittel, uns zu perpetuiren.

Ich würde mich, wie Sie sich denken können sehr freuen, Sie zu sehen, wenn ich nach Oestreich komme, und mit einem Freund zu plaudern, den ich erst gewann, als wir nicht die Möglichkeit hatten, miteinander zu verkehren.

Wer weiss übrigens? Das ist vielleicht die beste Grundlage einer Freundschaft

Ich grüsse Sie herzlich ihr aufrichtiger

Th Herzl

13/5 893

«, und dass ich Ihren freundlichen Wunsch nicht erfülle.

Wie ernst muss es mir mit meinem Entschlusse sein, meine Theaterstücke begraben sein zu lassen, wenn ich sie selbst auf Ihre liebe und unter solchen Umständen wiederholte Aufforderung nicht hervorhole. Ich will wirklich nichts mehr von mir wissen.

Wo sind Sie im Sommer? Ich werde meine wenigen Urlaubswochen heuer in Oestreich zubringen.

Ich erwarte die EntbindungAm 20. 5. 1893 kam die dritte Tochter Margarethe, genannt Trude, zur Welt. meiner Frau. Sobald sie wieder reisefähig ist bringe ich sie mit meinen drei Kindern nach Baden bei Wien zum Sommeraufenthalt. Ich könnte für meine müden Nerven zwar Gebirgsluft brauchen muss aber das Opfer bringen nach Baden zu gehen, da meine Frau das Bedürfniss hat, mit ihrer Familie zusammen zukommen.

Wenn ich weiss wo Sie sind, drücke ich Ihnen im Vorbeigehen die Hand.

Leben Sie wohl und schreiben Sie! Ihr herzlich ergebener Th. Herzl
Theodor Herzl 1860-05-02 Budapest 47,49835 19,04045 1904-07-03 Edlach 47,69255 15,80915 Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Schriftsteller/Schriftstellerin Mediziner/Medizinerin https://d-nb.info/gnd/118609807/ Leon Kellner 1859-04-17 Tarnów 50,01381 20,98698 1928-12-05 Wien 48,208333 16,373056 Hans Herzl 1891-06-10 Wien 48,208333 16,373056 1930-09-14 Bordeaux Margarethe Neumann 1893-05-20 Paris 48,85341 2,3488 1943-03-15 Ghetto Theresienstadt 50,513639 14,164694 Julie Herzl 1868-02-01 Budapest 47,49835 19,04045 1907-11-10 Wien 48,208333 16,373056 Pauline Hüft 1890-03-29 1930-09-08 Jenny Naschauer 1843-07-13 1900-11-03 Jacob Naschauer 1837-05-20 Nagykanizsa 46,45347 16,99104 1894-01-01 Budapest 47,49835 19,04045 Paris P'ariz Paris Pariž Parisius Île-de-France 48,85341 2,3488 Frankreich 46,0 2,0 8, rue de Monceau 48,875505 2,306854 Paris 48,85341 2,3488 rue Monceau 48,87552 2,30671 Österreich Republik Österreich Österreich Republic of Austria Österreich Deutsch Österreich Altoesterreich 47,33333 13,33333 Europa 48,69096 9,14062 Cisleithanien 48,5 16,383333333333333 Österreich-Ungarn 48,4054 16,4887 Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vindobona Vienna Vienna Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333 Baden bei Wien Baden Baden Baden bei Wien Baden bei Wien Baden (Niederösterreich) 48,00543 16,23264 Österreich 47,33333 13,33333 Niederösterreich 48,33333 15,75 Berlin Hauptstadt Berlin Barlīn Reichshauptstadt Berlin Berolino B-n 52,52437 13,41053 Deutschland 51,5 10,5 Jerusalem Ariel Al-Quds Zion Jerusalem 31,76904 35,21633 Israel 31,5 34,75 Neue Freie Presse http://anno.onb.ac.at/info/nfp_info.htm 8, rue de Monceau 48,875505 2,306854 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/296731/ https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb296731.html Wien 48,208333 16,373056 https://sws.geonames.org/2761369/ https://d-nb.info/gnd/4066009-6 https://schnitzler-bahr.acdh.oeaw.ac.at/pmb50.html https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/50/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/2316/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/20954/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/65221/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/65223/ https://www.kraus.wienbibliothek.at/legalkraus/pmb50.html http://www.wikidata.org/entity/Q1741 https://de.wikipedia.org/wiki/Wien https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb50.html https://sws.geonames.org/2761333/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/33999/ https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb50.html https://wienerschnitzler.org/pmb50.html https://schnitzler-kultur.acdh.oeaw.ac.at/pmb50.html https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00347 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00066 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00085 https://biblio.ub.uni-freiburg.de/sf/#pmb50 https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb50.html https://www.schoenberg-ue.at/ue/places/place.9.11 Schubertring 48,20281 16,37602 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/63189/ https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb63189.html http://www.wikidata.org/entity/Q115773863 https://de.wikipedia.org/wiki/Schubertring Fichtegasse 11 48,202628 16,37689 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/237534/ https://wienerschnitzler.org/pmb237534.html https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb237534.html