Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren 1897-05-09 Arthur Schnitzler an Gustav Schwarzkopf, 9. 5. 1897 Schnitzler, Arthur Jahnke, Selma Müller, Martin Anton Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2 1010 Wien A Wien
schnitzler-briefe Transkription und Kommentierung Jahnke, Selma Müller, Martin Anton Austrian Centre for Digital Humanities Vienna 2025

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Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler

GB Cambridge University Library Schnitzler, B 96 Schnitzler, Arthur Briefe 1875–1912 Nickl, Therese Schnitzler, Heinrich Frankfurt am Main S. Fischer 1981 320–322
German Schnitzler, Arthur 9. 5. 1897 Paris Schwarzkopf, Gustav [10. 5. 1897 – 14. 5. 1897?] Wien Schwarzkopf, Gustav Goldmann an Schnitzler, 6. 5. [1897] Beer-Hofmann an Schnitzler, 12. 5. 1897 Schwarzkopf an Schnitzler, 3. 5. 1897 Schwarzkopf an Schnitzler, 14. 5. 1897 Export aus Transkribus
Paris9. 5. 97rue de Maubeuge

Lieber Gustav. Ich rufe 9. Sie rufen 9 u. 18 (Zeilen.) Ich halte sie und rufe noch drüber – als Poker-Kiebitz verstehen Sie ja das. Den Empfang Ihres herzlichen Neides bestätige ich mit herzlichem Dank; ich wollte von andrenso liebenswürdig geschätzt als von Ihnen beneidetsein. Im übrigen liegt weniger Anlass vor, mich zu beneiden; – wenigstens für die abgelaufenen vier Wochen; da ich nichts verschreien will. Sie sind ein fleißiger Leser der Zeit und haben wohl die Entrefilets gelesen, die in den letzten Nummern über Paris darin zu lesen waren; sie kommen aus der Feder des Herrn Graf und ich weiß nicht, ob Sie von Wien aus die ganze Läpperei dieser Notizen beurtheilen können. Allerdings ist es auch der Mühe werth hieherzukommen um Paris nur miszuverstehen; und auch hier gibt es eine hoffnungsvolle Jugend, welche bemüht scheint, das Wesen ihrer Heimat zu fälschen und das Leben zu misdeuten. Man hat sie mir neulich bei Gelegenheit einer Theateraufführgdim »Oeuvre« gezeigt. Ich habe Herrn Mauclair gesehn; zugleich Herrn La Jeunesse, der den erstgenannten bei der vorletzten œuvre-Vorstellg geohrfeigt hat und, wie man sich erzählt, darauf hinarbeitet, Kaiser von Frankreich zu werden. Er beginnt damit, Feuilletons zuschreiben und mythische Medaillen zu vertheilen. Ich habe zahlreiche andere Jünglinge mit praeraphaelitischen Fräuleins gesehn, die in den Couloirs herumgespensterten. Leider hab ich auch ein Stück gesehen, war aber nur aber zwei ersten Akten gewachsen. Im ersten jammert ein Schwindsüchtiger, dass er schwindsüchtig und complicirt ist (Oh ma mère que je suis compliquéfranzösisch: Oh meine Mutter, wie kompliziert ich bin) und eine Blinde, dassie blind ist; im zweiten kommen die Blinde und der Schwindsüchtige mit verbundenen Handgelenken herein; es ist eine Transfusion gemacht worden und der Schwindsüchtige wird gesund. Und die Blinde, welche noch im ersten Akt die Geliebte des Bruders des Schwindsüchtigen war, wird die Frau des Schwindsüchtigen. Man glaubt eben nicht, was die Transfusion für ein Wundermittel ist! Dann kommen noch zwei Akte, die ich nicht mehr gesehn habe und das ganze heißt: »Ton sang«. –

– Sehr interessant waren mir die drei Haupterfolge der Saison, Douloureuse, Carriére, Snob – hauptsächlich wegen der Familienähnlichkeit der drei Stücke. In allen dreien könnten vor allem die Titel gewechselt werden, ohne dss es ein Mensch merkt; ja ich hattesogar den Eindruck, sie würden dannbesser zu den Stücken passen. Alle drei sind keine Stücke; in allen dreien ereignetsich das wichtige zwischen dem vorletzten u. letzten Akt – u. wir müssen einfach dran glauben; in allen dreien ist der letzte Akt eigentlich nichts als ein sentimentaler Dialog der zwei Hauptpersonen, welche eingesehen haben dass u.s.w. – Aber gespielt wird – zum Entzücken. – Ihre Ansicht über Reicherscheint mir die richtige zu sein; ich habeseine Größe nie begriffen, obwohl er, wie Sie wohl in der Zeitgelesen haben, »für mich eingestanden hatist, als die guten Wiener noch über mich lächelten.Die Stelle in Hermann BahrsEmanuel Reicher (Die Zeit, Bd. 11, H. 135, 1. 5. 1897, S. 75–76, hier: S. 75) lautet: »Er ist für unseren Schnitzler eingestanden, als die guten Wien er noch vornehm über ihn lächelten;«. «

Ich bleibe noch etwa 14 Tagen hier, dann geh ich nach London, und bin wohl in den letzten Maitagen in Wien. Sollte ich nicht auch Sie als Radfahrer wiederfinden? –

Leben Sie wohl und seien Sie herzlich gegrüßt! Ihr Arth Schn
Max Graf 1873-10-01 Wien 48,208333 16,373056 1958-06-24 Wien 48,208333 16,373056 Emanuel Reicher 1849-06-18 Bochnia 49,96905 20,43028 1924-05-15 Berlin 52,52437 13,41053 Gustav Schwarzkopf 1853-11-07 Wien 48,208333 16,373056 1939-11-13 Wien 48,208333 16,373056 Schnitzler Arthur 15. 5. 1862 Wien 48,208333 16,373056 21. 10. 1931 Wien 48,208333 16,373056 Schriftsteller/Schriftstellerin Mediziner/Medizinerin https://d-nb.info/gnd/118609807/ Camille Mauclair 1872-11-29 Paris 48,85341 2,3488 1945-04-23 Paris 48,85341 2,3488 Ernest La Jeunesse 1874 Paris 48,85341 2,3488 1917 Paris 48,85341 2,3488 Hermann Bahr 1863-07-19 Linz 48,3 14,28333 1934-01-15 München 48,13743 11,57549 Ton sang Bataille, Henri La Douloureuse Donnay, Maurice Snob Guiches, Gustave La Carrière Hermant, Abel Die Zeit. Wiener Wochenschrift Singer, Isidor Kanner, Heinrich Bahr, Hermann Emanuel Reicher (Als Gast im Carltheater vom 28. April bis zum 3. Mai 1897) Die Zeit, Bd. 11, Nr. 135, 1. 5. 1897 Bahr, Hermann Pariser Köpfe Die Zeit, Bd. 11, Nr. 151, 21. 8. 1897 Graf, Max Pariser Köpfe [II] Die Zeit, Bd. 11, Nr. 152, 28. 8. 1897 Graf, Max Pariser Köpfe [III] Die Zeit, Bd. 11, Nr. 153, 4. 9. 1897 Graf, Max Frankreich France Frankreich Frankreich France 46,0 2,0 Europa 48,69096 9,14062 Paris P'ariz Paris Pariž Parisius Île-de-France 48,85341 2,3488 Frankreich 46,0 2,0 London Landan London London 51,50853 -0,12574 Vereinigtes Königreich 54,75844 -2,69531 Wien K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien Wien Bécs Land Wien Vídeň Wenia Beč Vindobona Vindobona Vienna Vienna Vienna 48,208333 16,373056 Österreich 47,33333 13,33333 5, rue de Maubeuge rue Maubeuge 48,876475 2,340852 Paris 48,85341 2,3488 Théâtre de l’Œuvre 48,880961 2,3285 Paris 48,85341 2,3488 Théâtre de l’Œuvre Paris 48,85341 2,3488 https://schnitzler-bahr.acdh.oeaw.ac.at/pmb182.html https://d-nb.info/gnd/4044660-8 https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/182/ https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/64183/ https://sws.geonames.org/2988507/ https://www.kraus.wienbibliothek.at/legalkraus/pmb182.html http://www.wikidata.org/entity/Q90 https://de.wikipedia.org/wiki/Paris https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/pmb182.html https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/pmb182.html https://wienerschnitzler.org/pmb182.html https://schnitzler-kultur.acdh.oeaw.ac.at/pmb182.html https://sk.acdh.oeaw.ac.at/DWplace00077 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/pmb182 https://sk.acdh.oeaw.ac.at/fa_place00003989 https://biblio.ub.uni-freiburg.de/sf/#pmb182 https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb182.html https://www.schoenberg-ue.at/ue/places/place.4.4 Théâtre de l’Œuvre 48,880961 2,3285 https://schnitzler-bahr.acdh.oeaw.ac.at/pmb612.html https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/entity/612/ http://www.wikidata.org/entity/Q2292251 https://wienerschnitzler.org/pmb612.html https://schnitzler-kultur.acdh.oeaw.ac.at/pmb612.html https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/pmb612.html Aufführung von La Carrière, 17.4.1897 Théâtre du Gymnase Marie Bell 48,870833333333 2,3488888888889 Aufführung von Elle et lui, La Douloureuse, 22.4.1897 Théâtre du Vaudeville 48,8712 2,3336 Aufführung von Snob, 23.4.1897 Théâtre de la Renaissance 48,86911 2,356482 Aufführung von Ton sang, 7.5.1897 Théâtre de l’Œuvre 48,880961 2,3285