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Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur Schnitzler
marginale Korrekturen
«März 1903 , nach der (Vor-) Lecture des urs prünglDoppel vons tücksG. Schwarzkopf
Ganz wie ich vermuthete:
«
Eine jüngere Freundin der Frau Pflugfelder |:in der Nachbarschaft wohnend:|. Ihr Mann ist einige Wochen nach der Hochzeit unheilbar erkrankt. Sie pflegt ihn seit fünfzehn Jahren.
Sie hat die Einleitungsszene mit Johanna, die erklärt, dass sie nicht leiden sehen kann, sich wundert, dass Frau Anna ihren Mann nicht verlassen hat. Sie hat ja auch nur ein Leben, das ebensoviel wert sei wie das seine.
Frau Anna: sie liebe ihn wol nicht mehr, sie empöre sich wol auch zuweilen gegen das Schicksal, aber sie habe nun einmal dieses Los gezogen – Pflicht – sie hindert ihn, sich zu töten. Sala hat ihr einmal vor langen Jahren von Liebe gesprochen. Sie hat ihn zurückgewiesen.
II. Akt
Unmittelbar nach dem Begräbnis. Man erfährt, wie die Frau einige Wochen gelitten.
Der Mann ganz gebrochen.
Johanna zu ihrer Ueberraschung tiefer erschüttert als sie glaubte.
Hans in tiefstem Schmerz, aber gefasst, nur irritiert von dem wortreichen Schmerz der Andern. Verwundert, dass Niemand ausspricht, dass der schnelle Ausgang doch eigentlich noch ein Glück sei.
Dann irgend ein Kondolenzbesuch von Frauen.
Zum ersten Mal fällt das Wort »Erlösung«. Hans klammert sich daran. Mit dem ganz
vernichteten Vater allein geblieben, greift er das Wort wieder auf, verallgemeinert,
ob man nicht dürfte
Dann wie bisher, nur das Entsetzen, der Abscheu des Vaters stärker.
Einige Tage später.
Hans, Johanna. Auch sie wendet sich von ihm ab, sie empfindet Grauen in seiner Nähe. Er erinnert sie, wie stark sie sich gegeben, dass sie seine Ansichten geteilt.
Sie sagt, sie sei eben nur ein ganz gewöhnliches Weib, ihre Geistesstärke war nur Anempfindung, nur der Wunsch, ihm zu gefallen. Jetzt kann sie’s garnicht denken, dass sie ihm angehören könnte.
Es kommt die Nachricht, dass Frau Anna’s Mann gestorben sei. Sie kommt vielleicht selbst und erzählt, dass er in schmerzfreien Stunden doch noch gern gelebt habe. Ob er die nicht beneide?
Dann ein paar Füllszenen.
Etwa Sala |:auch Arzt:|, der seine Reise aufgeben will, um Anna zur Seite zu stehen.
Schlussszene zwischen Vater und Sohn. Hans bereut nicht, fühlt sich nicht schuldig,
spricht
Er geht fort, für Sala, nach Asien. Nicht um den Tod zu suchen, nicht um zu büssen, nur um den Personen, die seinen Anblick nicht ertragen können, aus dem Wege zu gehen. Und wenn er doch zurückkommt – und er wird sich tapfer wehren –, wird ihm sein Vater vielleicht doch wieder die Hand drücken können.
Gustav Schwarzkopf.