Freitag, 22. Jänner 1897 1897-01-22 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-EBF7-6
Tagebuch 1893-1902 978-3-7001-1636-3 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1989 1893-1902 234 504 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

22/1 Traum wird Leben, Leben Traum.― Nachts träumt mir, ich treffe Mz. I in der Giselastraße; blauer Cheviot; sie an mir vorbei.― Ich halte sie auf: Ja wie ist das möglich ― du bist nun doch in einen andern verliebt ― ?― Sie: Ja, ich muss gestehn … Unendlich traurig. Nachmittag schrieb ich an Gusti, weinte entsetzlich, und liebte Mz. I.― Plötzlich kam Olga; ich erzähle ihr andeutend von meinen Leiden, und meinem Traum. Sie sagte: Um Gotteswillen, heiraten Sie nur nicht. Ich fühlte mich wohl als sie da war. Sie sagte: Wär ich acht Tage mit Ihnen, ich würde Sie rasend lieben und würde Sie mit der Vergangenheit quälen.― Sie behauptete, dass sie darum keinen Geliebten gehabt, weil sie immer gedacht: Da ich nicht ― sollt es auch kein andrer. Sie gab mir einen Talisman, von der Uhr zufällig abgefallenes Anhängsel.― Zum Abschied küssten wir uns heiss. Dann wieder im nächsten Zimmer. Sie sagte mit Innigkeit an der Thür: Sie waren doch das schönste in meinem Leben. So ging sie.

― Dann war ich mit Mz. Rh. zusammen; wir finden uns beinah darein; nächstens muss ich mit ihrer Mutter sprechen.