22/1 Traum wird Leben, Leben Traum.― Nachts träumt mir, ich
treffe Mz. I in der Giselastraße; blauer Cheviot; sie an mir vorbei.―
Ich halte sie auf: Ja wie ist das möglich ― du bist nun doch in einen
andern verliebt ― ?― Sie: Ja, ich muss gestehn … Unendlich traurig.
Nachmittag schrieb ich an Gusti, weinte entsetzlich, und liebte Mz. I.―
Plötzlich kam Olga; ich erzähle ihr andeutend von meinen Leiden,
und meinem Traum. Sie sagte: Um Gotteswillen, heiraten Sie nur
nicht. Ich fühlte mich wohl als sie da war. Sie sagte: Wär ich acht
Tage mit Ihnen, ich würde Sie rasend lieben und würde Sie mit der
Vergangenheit quälen.― Sie behauptete, dass sie darum keinen
Geliebten gehabt, weil sie immer gedacht: Da ich nicht ― sollt es auch
kein andrer. Sie gab mir einen Talisman, von der Uhr zufällig
abgefallenes Anhängsel.― Zum Abschied küssten wir uns heiss. Dann wieder
im nächsten Zimmer. Sie sagte mit Innigkeit an der Thür: Sie waren
doch das schönste in meinem Leben. So ging sie.
― Dann war ich mit Mz. Rh. zusammen; wir finden uns beinah
darein; nächstens muss ich mit ihrer Mutter sprechen.