3/9 Traum. Ich und O. (und Mirj.) begegnen Schik (wo?) ― er citirt mit
Beifall ein Referat, das er irgendwo gelesen, in dem betont wird, dass die
Triesch das jüdische an der Christine heraus gebracht, mit leicht antisem.
Tendenz.― Ich stelle Mirjam irrtümlich als Mitglied des Lessingth., Schik
ebenso als Secretair am Hamb. Stadtth. vor … Nachtmahl, Saal, großer
Tisch ― Dann möchte O. Sitze (wozu, irgend was mit der Kaiserin in
Zusammenhang?) ― ev. durch die Wolter. Ich sage O.: Nie habe ich Sitze
erbeten ― und gerade jetzt, wo wir verheiratet sind; (dabei zwängen wir uns
durch eine enge Gartenthür). Nun springt O. über die Felsen, weiss, des
Elisabethdenkmals (das unsichtbar) hinunter, ich nach, wundre mich dass ich
nicht stürze, dann über sonderbare Stufen, wie pyramidenartig geordnete
Blumentöpfe ― aber es wäre leichter gleich auf die Stiege ― Dort im
Stiegenabsatz an einem Tisch ein Herr, Grillparzer, ? ― ich soll meinen
Namen schreiben, kanns nicht recht; nun schreibt er ihn reinlich nieder und
sagt ungefähr … Hiemit bleibt es beschlossen …
Vm. zu O.― Neue Wohnung.― Sie schwärmt von meinem Bild (auf der
Gruppe) das sie gestern gesehn ― (94) was mich eifersüchtig auf mich
selbst macht; nicht mit Unrecht.― Trotz aller ihrer Zärtlichkeits- und
Liebesversicherung ― ich kann an unsre Zukunft nicht glauben. Was ich
wünsche ― dass sie zu s. Zeit (wann? in 10 ― in 5 ― in 2 Jahren?) den
Muth hat und die Ehrlichkeit mir das Aufhören ihrer Liebe und was es sonst
noch zu gestehen gäbe, zu gestehen.―
Nm. Dr. Auernheimer; vom Thespisauto; ein neues Einakterunternehmen
in Wien; Mißtrauen gerechtfertigt.―
Wolff (Josefstadt) teleph. wegen Puppenspieler. Zuwartend.
Türkenschanzpark mit O. genachtm.