9/12 S. Unglaublich lebhafter Traum von der Todten. Begegne ihr auf einer
Stiege (Museum, Theater) ― sehe sie völlig deutlich; rede von meinem
Kind mit ihr, was sie wehmütig macht („Du hast ein Kind?“ ―), möchte,
dass sie mit O. bekannt wird, bin dann irgendwo anders mit ihr, wo auch
Mama, O.? ― und andre, ― sage: Ja, seht ihr denn nicht ein, dass das, was
hier geschieht (dass eine Todte wiederkehrt) das ganze Weltbild völlig
verändert!― Ich betone auch irgendwie das Datum ihres Todes: 18. März
1899.― Dann spielt noch ein Cylinder (den ich nie trage) irgend eine Rolle.―
Der Traum hinterläßt eine Art von beruhigender Nachempfindung, und
ich erzähle ihn O. (die auf dem Divan schlief).
(Deutung: Gestern las ich, eines Nachdrucks wegen, „Um eine Stunde“ durch
und feilte dran.― Vorgestern erzählte ich Auernheimer von einer Begegnung
mit Herzl auf einer Stiege.― Ferner, in den letzten Tagen hatt ich das
Gefühl, als werde mir der Roman blasser, und ich wünschte natürlich, dass
er mir wieder innerlich lebhafter werde.―)
Spazieren Pötzleinsdorf, Neuwaldegg.
Auf der Tram mit Hrn. Lemberger über Reisen.
Bei Mama zu Tisch; mit Raoul die 5. Tschaikowski.
― Shaw Mensch etc. ausgelesen.―
Roman 9., bisheriges, nicht weiter.―