Sonntag, 15. Mai 1910 1910-05-15 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-FE52-B
Tagebuch 1909-1912 978-3-7001-0415-5 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1981 1909-1912 148–149 459 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

15/5 Pfingstsonntag. 48. Geburtstag.― Viel geträumt, wie meist: z. B. Frau Lewinsky spielt die Herzogin Wallenstein, bleibt stecken, versteht den Souffleur nicht, frägt ihn hinunter ― „wie ―? zährt? sehrt ―?“ ― tritt ab, in ein Nebenzimmer, man bringt ihr, da sie vom Burgtheater abgeht, eine Kaffeeserviette, sie ― das gehört ja nicht mehr mir, worauf Minnie Benedict die Serviette, Monogramm L. S. mit verbindlichem Lächeln mir überreicht.― Dann Spaziergang in Straßen ländlicher Art, mit wem?, dem ich ― ein Lob A. Polgars singe.

― Früh Blumen von Olga, Heini, Lili ― Stöcke für den Garten. Bucheinband, Schlafrock-Seide.― Heini spielte Clavier vor (ziemlich schlecht).

Spaziergang allein Pötzleinsdorf ― Dornbacher Park. Ohne 1910: V 15 ― V 21 149 Sentimentalität Nachlaßbestimmungen bedacht.― Schöner Frühlingstag, etwas sciroccal. In der Tram auf dem Rückweg die Judenmädeln, dann andersgläubige im Gespräch ― beides amusant gefunden.―

Bei Mama zu Tisch mit O., Heini. Hajeks. Tante Wilheim und Arthur W. der sich eben verlobt hatte; Tante W. vergaß nicht die Mitgift zu erwähnen, Hajek unterließ nicht mäßige Witze.―

Mit Mama ein Bach Concert.

Auf überfüllter Tram mit O. und Heini heim.―

― Bernhardi, 3. Akt zu Ende.―

Julius und Helene (gestern von Paris zurück) kamen ― Ich fragte vor allem nach Kainz (Salten hatte mir vorgestern erzählt, daß er erkrankt und die „Zeit“ meldet heute, daß eine leichte Operation durch Julius bevorstehe) ― hörte aus Julius’ Andeutung mit Entsetzen, um was es sich handle.― Einiges über Paris, über unsre bevorstehende Reise, über literarisch theatralisches.―

Olga und ich von dem erfahrenen tief bedrückt; bis zu Thränen ― fort, in den Cottagestraßen herum; mit Leo, der von Richard kam, unser neues Haus von außen besichtigt, es ihm erläutert.―

Nach dem Nachtmahl Pfingstnummern gelesen.