Dienstag, 10. November 1914 1914-11-10 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-04B9-F
Tagebuch 1913-1916 978-3-7001-0601-2 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1983 1913-1916 148–149 432 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

10/11 Olga erkrankt Nachts an einer Colitis mucosa. Dr. Pollak.―

Im Sanat. Loew bei Techet. Psychologisches. Seine Angst vor der ersten Operation; seine Fassung. Unberechenbarkeiten. Irrtum dass die Vorstellung von etwas mit der Sache selbst so nahe verwandt sei als wir 1914: XI 10 - XI 13 149 bequemer Weise annehmen.―

Nm. ein Fräulein Stella Bittner aus Czernowitz, will mir einen Stoff erzählen, ich lehne ab ― sie will dem Arzt etwas vertrauen ― und erzählt mir ihre Geschichte, die natürlich der Stoff ist; von Verführung u. dergl. Hysterische Gans.―

Herr Sattler für die „Kriegsgedichte“,― war einmal Jodler.

Zu Tisch Ama und Mimi, die aus Aussee ankamen.―

Mit Gustav „Offiziere“ N. W. B.;― trotz einzelner ganz guter Leistungen eine ziemliche Schmierenvorstellung. Das Stück hat vielleicht mehr Charme als Eigenart; aber es wirkte sogar in dieser Aufführung und trotzdem ich wenig hörte.

Mit Gustav Pilsenetzer soup.

Weilen erzählt mir, im Univ.spital habe ein Soldat von seiner Tochter (Pflegerin) ein Buch verlangt, aber eins von Schn.― Ein südsteirischer Soldat ― das macht es zur Anekdote. Aber dass es fast als Anekdote wirkt, spricht einigermaßen gegen meine „Popularität“.―

Traum heut Nacht: Ich in einer Hotelhalle (Berlin) Zeitung lesend. An mir vorbei eine Art Commedia dell’arte ― 2 Damen, ein Herr, deutlich nur eine mit blonder Perücke, nachher ― auch noch dazu gehörig eine Figur, oesterr. Lieutenant darstellend, sich witzblattartig benehmend (Äh … äh) ― aufs Billard gestützt; ― ich äußere mich (zu der fragenden Perückendame) entrüstet darüber, dass man nun das oesterr. Militär, überhaupt Oesterreich in dieser Zeit verhöhne (Fischerbrief! ― Medardus Kritiken!― Lieutenant Gustl?) ―; später geh ich durch die (Seiler?)gasse, dämmerig, an mir rasch vorbei ein Mann, sagt unwirsch: „128 Niederlagen ― das ist grad genug!“ ―