Dienstag, 25. Jänner 1916 1916-01-25 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0671-E
Tagebuch 1913-1916 978-3-7001-0601-2 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1983 1913-1916 260–261 432 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

25/1 Traum: ich komme in Gesellschaft zu Peter Nansen (sah gestern Betty Nansen im Kino, Revolutions-Hochzeit) freue mich dass er so gut aussieht und ich sag es ihm. (Er ähnelt Fulda im Traum.) Er preist mich wegen des herrlichen Telegramms ― das ich an Erzherzog Friedrich gesandt ― auch Voltaire wäre entzückt gewesen ― ich weiss nichts davon, laß es aber über mich ergehen (Voltaire! Casanovas Stellung zu ihm, meine Novelle! Poppers Buch!) ― Dann seh ich O. im Trauerkleid, was weiter keine Bedeutung, auf einem Treppenabsatz ― so aussehend wie mit 18 ― aber auch die andre, die von jetzt ist da, ich vergleiche innerlich; sie redet irgendwie irritirt, was, unklar.―

― Ein Vormittag: Telephon mit Baden (O.); es telef. Mimi, Erna Fleischer (Sitze für K. d. W.) Briefe,― Observer;― ich lese (Deutsche Tageszeitung, nach Diederichs), dass ich ein Typus dieses vergiftenden Geistes bin … wer die K. d. W. sieht, „wird“ (wörtlich) „in seinem Wollen nach aufwärts gehemmt“ ― „er erlebt die Leugnung der germanischen Auffassung von der Heiligkeit des Lebens“ u. s. w…― Ich lese ferner (in der Reichspost) einen Angriff (den wievielten?) gegen Thimig, dass er mich spielt.― Polizei Agent Guth, von Schmutzers zur Behebung ev. Passschwierigkeiten empfohlen, erbietet sich etc.: ich bedarf keiner 3 Photographien, doch einer Grenzüberschreitungsbewilligung ― ― Ich gehe zur Statthalterei, wo man mir sagt, ich brauche keine Grenzüb.bew.;― ich gehe zu Dr. Adler, Consulat, wo ich erfahre dass man aber jedenfalls 3 Photographien braucht, dann ins jüd. Matrikelamt 1916: I 25 - I 29 261 mich wegen ev. Duplikats eines Geburtsscheins erkundigen, da meiner verschwunden.― Sehe zum ersten Mal im Matrikelbuch mit den etwas veralteten Schriftzeichen meinen und meiner Eltern Namen.―

Nm. schlechtes Befinden und vertrödelt wie meist.―

Quartett Rosé mit Kaufmann.―

Las neulich drei Casanova Scenen von Greeven, durchaus anständig, und hie und dort eine Spur poetischen öfters bühnenmäßigen Talents.―

Lese mit Interesse Stendhals Journal 1801–14.―

― Worauf warte ich mit dem Arbeiten ―? ―

― Man möchte manchmal einen ― unbedingten Freund haben ― auf die Gefahr hin, dass er sich irrte!―