Donnerstag, 3. Februar 1916 1916-02-03 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-067A-5
Tagebuch 1913-1916 978-3-7001-0601-2 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1983 1913-1916 262–263 432 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

3/2 Vm. dictirt, Verführer.―

Gegen Mittag, wie manchmal Arthur Kaufmann, über politisches und ethisches.― Mit O. über ihn, diesen Mann ohne Affectation, ohne 1916: II 3 - II 5 263 Eitelkeit, ohne Snobismus,― absolut gescheidt, absolut gut;― absolut taktvoll. Das reinste Exemplar Mensch.

― Gemeinsame „Mahnungen“ von O. und Frieda P. wegen meiner „Faulheit“.

― Begann Nm. die Brahmbriefe in der eben fertig gewordnen Abschrift zu lesen ― 20 Jahre nach der Berliner Première Liebelei, fast auf den Tag! (4. Feber 1896.) ―

Hatte heute Nacht von Billroth geträumt, der sich (wie ich träumte) amputiren lassen mußte, er hatte „Tödtlin“ im Blut;― ohne Narkose, die „erniedrigt“. (Durch Chiavaccis Schicksal angeregt; heut früh kam die Todesnachricht.) ―

― Nm. Hr. Charles Leyst. Hat in Darmstadt den Großherzog gesprochen. (Es scheint dass seine Napoleonstücke aus polit. Gründen gefördert werden sollen.) ― Mancherlei interessantes aus dem Gespräch, Friedensmöglichkeiten mit Rußland Sommer ― etc.; England, Unterseeboote etc.― Dann erzählt L. von seinen Verhandlungen industrieller und finanz. Natur; kommt dann auf die Homosexualität einiger Theaterdirectoren, zieht Schlüsse, die schief sind, und geräth endlich über die Geschichte von einer Freundin die in einer syphil. gräfl. Familie bedienstet ist, auf biolog. Lehrsätze dilettantischer und mattoider Art.― Dass ich seine Dramen historisch und nur in sehr beschränktem Maß aesthetisch einschätze, verschwieg ich ihm nicht.―

Mit O. wieder des längern über das sonderbare Stadium meiner Productivität;― dann Brahmbriefe weiter gelesen.―