Freitag, 10. März 1916 1916-03-10 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-069E-C
Tagebuch 1913-1916 978-3-7001-0601-2 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1983 1913-1916 272 432 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

10/3 Traum: Ich spiele Tennis mit Kaufmann auf einem Platz, der dem jetzigen Cottage-Sanatorium entspricht ― als dort, vor wenigen Jahren, noch Sandgruben u. dgl. waren. Stephi kommt, von O. geschickt, die schläft,― ich solle ihr alles nötige von U. erzählen (U. der jetzige Director des Sanat.!) ― Ich gehe mit ihr in der Sternwartestr., gegenüber dem Tennisplatz oder Sanat. spazieren, wie sonderbar, sag ich, dass ich vor 1 Stunde hier mit U. ging;― wir küssen uns zärtlich; ich sage ihr: Wie soll man das zwischen uns nennen ― Freundschaft ists doch nicht ―?― Sie löst ihre Hand aus der meinen und ist irgendwie indignirt, erinnert mich an eine Novelle oder Fabel von Tolstoi, die ich ihr einmal erzählt ― ungefähr, von einem Ding, das in jeder Weise zu verwenden ― „Muss denn alles einen Namen haben?“ sagt sie.―

Mit O. Generalprobe „Was Ihr wollt“, Burg; sehr reizvoll.―

Nm. weiter an der Wahns.nov. gefeilt.―

Mit O. bei Director Hertzka. Kammermusik.―

Las Rollands „Au-dessus de la mêlée“ ― seine gesammelten Aufsätze, wurde ganz traurig. Dies ist nun der klügste ― gerechteste ― gütigste ―?! Ist ers?― Chauvinist im Grunde wie die andern;― allein (im concreten) Deutschland ― nicht nur die Schuld auch den Willen zu diesem Kriege gebend;― Thatsachen nicht wissend ― verschweigend ― stilisirend!― Dies wird das wichtigste sein, wenn man einander nach dem Kriege wird finden wollen: kein Wort vom vergangnen ― besonders über die „Schuld“frage sprechen.