Sonntag, 28. Mai 1916 1916-05-28 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-06ED-3
Tagebuch 1913-1916 978-3-7001-0601-2 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1983 1913-1916 290–291 432 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Ischl

28/5 Traum: Eine Auslage in der Augustinerstraße, Cravaten etc., die dicke Verkäuferin steigt zu mir in den Wagen, auch ein Herr, Inhaber des Geschäfts, ― beim Aussteigen erst merk ich, es ist Herr Haager (Besitzer der „Kaiserkrone“, den ich gestern in Uniform sah) ― beleidigt, dass ich nicht mit ihm sprach (wir bewohnen sonst sein Hotel);― Schweizerhof (ungefähr),― Journalisten sitzen unterm Thor auf einem Bankerl, einer sieht Karpath ähnlich,― irgend was besondres begibt sich;― auf den Josefsplatz,― Tribünen, mäßig besetzt, heller Sonnenglanz (Sonnenschein!) ― warum das Fest,― ein ältrer Herr, dem verstorbnen alten Hofmannsthal ähnlich geht an mir vorüber, ich frage ihn, er blickt mich nicht an, erwidert unwirsch, ich verstehe kein Wort,― es geht wohl um den Frieden;― ich bin im Gespräch mit Hrn. Lemberger (neulich bei 1916: V 28 - VI 2 291 Schmidls gesprochen, als Oberltnt.) ― unzufrieden dass er meine 2. Novelle, Wahnsinn,― nicht auftragsgemäss abgeschrieben,― da hätt ich sie ja der Frieda Pollak gegeben; sie ist dabei und nickt; Lemberger muss am 15. einrücken;― nun hüpf ich plötzlich im freien, mit Lili umher, mich kleinmachend wie sie (Sehnsucht nach der Kinderzeit?),― ein Judenbub, kriegssammelnd,― ich habe sein Geld in der Hand, das er mir in Verlegenheit gegeben;― dann geb ich ihm 3 Kronen ― indess hat sich zu meinem Unbehagen Lili im Getriebe verloren ― ― endlich erscheint noch, wie in so vielen meinen Träumen, der Hund, diesmal ein schwarzer, der mich leckt, was mich etwas ängstlich macht, ekelt (ganz leicht), und rührt.―

Mit O. spazieren Rettenbachergegend.―

Nm. mit O. in der Lindaugegend („schwarze Katze“).